wir beginnen mit den neuesten Entwicklungen rund um Russlands Krieg gegen die Ukraine:
+++ Laut des ukrainischen Außenministers soll Russland das Theater der belagerten Stadt Mariupol bombardiert haben. Darin hatten Hunderte Zivilisten Zuflucht gesucht. Videos zeigen die Verwüstung.
+++ US-Präsident Joe Biden hat laut CNN am Abend über Russlands Herrscher Wladimir Putin gesagt: „Er ist ein Kriegsverbrecher.“
+++ Ukrainische Truppen sollen den gekidnappten Burgermeister von Melitopol, Ivan Fedorov, durch einen Gefangenenaustausch befreit haben. Präsident Selenskyj veröffentlichte ein Video, in dem er mit Fedorov telefoniert.
+++ Laut New York Times sollen in den ersten drei Wochen des Kriegs 7000 russische Soldaten getötet worden sein und bis zu 20.000 verletzt. Mindestens drei Generäle wurden getötet.
Alle weiteren Entwicklungen lesen Sie in unserem Liveblog auf tagesspiegel.de. Updates zur angespannten Flüchtlingslage in Berlin lesen Sie im Newsblog.
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»Don Giovanni« ist wohl Mozarts schillerndste Opern – frivol, witzig und tiefgründig in einem. Regisseur Herbert Fritsch inszeniert einen Titelhelden, der kein ewig charmanter, wenn auch ambivalenter Verführer ist. Vielmehr besinnt sich Fritsch, Meister des theatralen Wahnwitzes, auf den archetypischen Kern des Don Juan und erweckt ihn als boshaften Harlekin zu neuem Leben – komisch zum Totlachen und unwiderstehlich zugleich! Wieder da! Komische Oper Berlin ab 20. März 2022 –
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Hilferuf I: Die Hilfsbereitschaft ist groß unter den Landesbediensteten. Hunderte haben sich laut Finanzverwaltung am Mittwoch darüber informiert, ob und wie sie Ukraine-Flüchtlingen am künftigen Ankunftszentrum Tegel helfen können. Bis 14.42 Uhr (nicht einmal 24 Stunden nach dem Brief von Franziska Giffey) hatten sich schon 98 Mitarbeiter mit ihrer eigentlichen Dienststelle abgestimmt und für den Dienst im neuen Ankunftszentrum in Tegel gemeldet. Es soll nach Checkpoint-Informationen am Freitag eröffnen. „Wir sind zuversichtlich“, sagte ein mit dem Aufbau vertrauter Mitarbeiter. Mindestens 400 Freiwillige will Rathauschefin Giffey durch ihren Brief bis dahin akquirieren.
Beispiel gefällig? Ab heute werden 80 Bundeswehrsoldaten vom Landesamt für Flüchtlinge für die Registrierung von Ukrainern eingearbeitet. Senatssprecherin Lisa Frerichs bestätigte am Mittwoch Recherchen des Tagesspiegel. Allerdings könnte sich das Ganze für Berlin bestenfalls als Nullsummenspiel entpuppen: Die Bundeswehr zieht nach Aussagen zweier Amtsärzte im Laufe dieser Woche alle Soldaten ab, die seit Ende 2021 in den Gesundheitsämtern bei der Pandemiebekämpfung halfen – es soll sich noch um rund 100 Soldaten handeln. Gesamtbilanz für Berlin: -20 Helfer. Inzidenz in Berlin: 1102.
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Noch ein Beispiel? Wenn’s ums Geld geht… Spritkasse! Berlins Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne) kritisiert Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) für seine politische Prioritätensetzung: „Die Länder warten bis heute darauf, dass das Bundesfinanzministerium das Versprechen aus dem Ampel-Koalitionsvertrag einlöst, sich auch 2022 an den Fluchtkosten zu beteiligen.“ Allein in den ersten Tagen des Kriegs hat Berlin 26 Millionen Euro ausgegeben – und trägt die Kosten bislang allein. Eine Regelung zur Kostenübernahme, die seit 2015 galt, war Ende 2021 ausgelaufen. „Herr Lindner will offenbar lieber die Nachfrage nach russischem Öl anheizen: Er hilft damit nicht denen, die wirklich Hilfe benötigen, sondern denjenigen mit dem größten Tank“, sagte Wesener mir gestern. Heute soll das Thema immerhin auf der Ministerpräsidentenkonferenz besprochen werden. Warum Lindners Spritkassenzuschuss nicht nur eine falsche Priorität ist, sondern auch „populistisch, verkehrt und unfair“, kommentiert mein Kollege Jakob Schlandt.
Integration statt Identitätspolitik: Maja Lasić, SPD-Bildungsexpertin und in den Lehrerberuf gewechselt, widerspricht der Forderung der ukrainischen Generalkonsulin Iryna Tublinka (CP von gestern), ukrainische Schüler in Deutschland wie in der Ukraine zu unterrichten. Lasić ist selbst als Flüchtlingskind nach Deutschland gekommen und sagt:
+ „Die Annahme, dass die Kinder schnell wieder weg sind, hat sich bisher bei keiner einzigen Fluchtbewegung bewahrheitet. Relevanter Teil der Menschen bleibt hier.“
+ „Wie schwer das Loslassen und Ankommen sich anfühlt, lässt sich erahnen in den Äußerungen der ukrainischen Botschafterin. Die Glorifizierung des Herkunftslandes ist eher typisch und es dauert ewig, sie zu überwinden und sich unserem System anzunähern. Das Ankommen dauert Jahre, ohne Berührung mit dem deutschen Bildungssystem setzen wir diesen Prozess schlicht aus. Warum sollten wir das tun?“
+ „Blick nach Berlin verrät, warum es verführerisch wäre, sich auf die Forderung einzulassen. Wir haben zu wenige Räume und zu wenige Lehrkräfte, um die Kinder adäquat zu beschulen. Das reicht aber nicht als Entschuldigung für das Aussetzen des Integrationsprozesses.“
+ „Was ist zu tun: 1) erfahrene Träger einsetzen für die Übergangsbetreuung der Kinder 2) Containerlösungen für Räume an Bestandsschulen und 3) Fortbildungen für Fach-Lehrkräfte, um sie für den Einsatz in Willkommensklassen zu wappnen.“
Die Bildungsverwaltung teilt auf Checkpoint-Anfrage mit: „Wir stellen sicher, dass die aus der Ukraine nach Berlin geflüchteten Kinder und Jugendlichen möglichst bald einen Schulplatz erhalten. An mehreren Schulen konnten ukrainische Schülerinnen und Schüler bereits in Regelklassen integriert werden, auch die ersten neuen Willkommensklassen sind eingerichtet und starten ab Montag.“ Ob die jungen Ukrainer dann auch so empfangen werden wie diese beiden Kinder in Italien? Schauen Sie mal – was fürs geschundene Herz.
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Apropos Herz: Der Tagesspiegel startet ab heute eine Spendenaktion für die Menschen in der Ukraine und für all jene von ihnen, die nach Berlin und Brandenburg kommen. Unter dem Motto „Menschen helfen!“ sammeln wir mit unserem Hauptkooperationspartner „Bündnis Entwicklung Hilft“ für die Opfer des Krieges. Das Bündnis vereint verschiedene Hilfsorganisationen wie die „Deutsche Welthungerhilfe“, „Terre des Hommes“, „Misereor“ oder „Brot für die Welt“. Die Organisationen sind lokal vernetzt und wirken mit erfahrenen Partnern zusammen. Spenden können Sie unter dem Verwendungszweck – bitte immer angeben! – „Menschen helfen!/Ukraine“ an folgendes Spendenkonto:
Empfänger: Spendenaktion Der Tagesspiegel e.V.
Berliner Sparkasse
BIC: BELADEBE
IBAN: DE43 1005 0000 0250 0309 42
Verwendungszweck: „Menschen helfen!/Ukraine“
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! Wo Sie außerdem noch helfen können, haben wir hier für Sie zusammengefasst.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Ehrlos. Im Prozess um den Mord an der Berlinerin Maryam H. hat am Mittwoch ihr Freund ausgesagt: „Wenn du Ehre hast, Afghane bist, ein Mann bist – dann steh auf und sag, was du gemacht hast“, rief er einem ihrer Brüder zu. Beide sollen ihre Schwester gedrosselt, gewürgt, ihr mit einem Schnitt die Halsschlagader durchtrennt haben. Weil Maryam H. nicht so lebte, wie es in ihr mittelalterliches Weltbild passte. Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt.
Themenwechsel: Hey, alles glänzt, so schön neu! Nur leider funktionieren die erst 2017 ausgelieferten U-Bahnen der Reihe IK17 nicht wie neu. An 40 Prozent der Federungen der Wagen wurden jetzt Probleme festgestellt – die Baureihe wird komplett aus dem Verkehr gezogen. Bis „Anfang Mai“ soll alles zwar wieder einsatzbereit sein, aber wer weiß…
Hüüü-iihhhh! „Hitlers Bronzepferde“ reiten nach Spandau. Erst 2015 waren die großen Skulpturen von Hitlers Lieblingsbildhauer Josef Thorak wiederentdeckt worden. Sie sollen künftig in der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ in der Zitadelle stehen – mit anderen Monumenten, die aus dem öffentlichen Raum Berlins verschwinden mussten. Wie sie wiederentdeckt wurden, erzählt André Görke.
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Was war das wieder für ein Jahr! Impfchaos, Hochwasserkatastrophe, Bundestagswahl... Zum Glück ist uns das Lachen auch 2021 dank der Karikaturen von Klaus Stuttmann nicht vergangen. Der neue Jahresband mit 200 Karikaturen – ab sofort im Tagesspiegel-Shop erhältlich.
Berlin-Blockade I: LKW-Fahrer haben Autobahnen um Berlin wegen hoher Spritpreise blockiert. Sie fordern Steuersenkungen. Das Einzige, was seit Januar 2021 stark gestiegen ist, ist aber die Gewinnmarge der Raffinerien. Sie stieg von 36 Cent pro Liter auf fast 85 Cent pro Liter. Beim nächsten Mal also lieber mit dem Lenkrad vor einem Raffinerie-Tor anketten.
Berlin-Blockade II: Weil die Bundesregierung am Freitag seit 100 Tagen im Amt ist, will die „Letzte Generation“ mit Hunderten Menschen Straßen in Berlin blockieren. Leihen Sie sich also schonmal einen E-Scooter aus – oder wie steht es eigentlich um die versprochenen Flug-Taxis, liebe Dorothee Bär?
Auf dem Boden bleiben: Die Vereinigung der Unternehmerverbände Berlin und Brandenburg (UVB) nutzt den russischen Krieg, um den Ausstieg aus Kern- und Kohlekraft in Frage zu stellen. „Wenn man die Braunkohle abstellt, müssten 5.000 bis 6.000 neue Windkraftanlagen her. Ich frage mich: Wo sollen die alle stehen?“, sagte Geschäftsführer Christian Amsinck. Meine Kollegin Tanja Buntrock über die flaue Stimmung in der Wirtschaft.
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In Deutschland herrscht Frieden, erste Regierungsmitglieder verlieren trotzdem die Nerven: Der parlamentarische Staatssekretär der SPD, Sören Bartol, beschimpfte den ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk im Stil eines Kolonialherren an seinen Bittsteller als „unerträglich“ (hier). Bartol löschte sein Pamphlet später und entschuldigte sich irgendwie. Welche Nerven er erst zeigt, wenn sein eigenes Land von einem Diktator in Asche gelegt wird, möchte man sich besser nicht vorstellen. Regierungsunwürdig.
Noch förderlicher für das öffentliche Bild der SPD ist in diesen Tagen nur der Instagram-Account von Soyeon Schroeder-Kim: „Falsche Freunde sind wie Schatten: im hellsten Moment sind sie immer in deiner Nähe, aber in deinen dunkelsten Stunden findest du sie nirgendwo“, schrieb sie. Dahinter ein Sonnenuntergang (hier zu sehen). Die Altkanzlerpartei kann damit jedenfalls nicht gemeint sein – dort beschäftigt man sich lieber mit unerträglichen Ukrainern.
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„Eine Runde Berlin“: In der neuen Podcastfolge trifft „Tagesspiegel Checkpoint“-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp den Berliner Komiker Kurt Krömer. Ein Gespräch über sein neues Buch, Depressionen, Vatergefühle, die Therapie – und den Wedding.
Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Zitat
„Ich bin jetzt der Feind Nummer Eins hier.“
Das sagt Marina Owsjannikowa. Sie hatte im russischen Fernsehen gegen den Ukraine-Krieg protestiert.
Tweet des Tages
Mir geht das Berlinbashing gerade echt auf den Keks. Ja, hier läuft oft viel falsch, die Verwaltung ist langsam & überbürokratisiert. Aber: Wären München, Frankfurt o. Köln für die Aufnahme von täglich >10.000 Menschen vorbereitet? Nein. Also: Bitte anpacken statt lästern. Danke
Stadtleben
Kaffee und Kuchen – Feinste vegane Patisserie wird in der Sakura Bakery kredenzt. Cupcakes, Kuchen und Zimtschnecken sowie französische Sablés, aber auch herzhafte Backwaren werden auf nachhaltige Art und Weise mit möglichst regionalen Zutaten in der Konditorei unweit vom Nordbahnhof zubereitet. Wer die süße Handwerkskunst probieren möchte, schlemmt montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr auf der Tieckstraße 8 in Mitte. U-Bhf Naturkundemuseum
Verlosung – Für Kurzentschlossene: Am Freitag, den 18.3., um 19.30 Uhr setzt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) die neue Konzertreihe „Mensch, Musik!“ im Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks fort. Zu hören sein wird ein szenisches Konzert, konzipiert von Schüler*innen der Sophie-Scholl-Schule mit dem RSB. In diesem zweiten Konzert aus der Reihe steht die Frage „Wie werden wir leben?“ im Mittelpunkt, dabei erkunden die Schüler*innen verschiedene Szenarieren: „Überwachungsstaat oder friedvolles Miteinander, Umweltkatastrophe oder Vorherrschaft des Digitalen“. Dirigiert von Steffen Tast, szenische Einrichtung von Teresa Reiber. Wir verlosen zwei Karten für den Abend.
Last-Minute-Tickets – Am Sonnabend um 19.30 Uhr stellt die Schauspielerin Desirée Nosbusch im Renaissance Theater ihr aktuelles Buch vor. In „Endlich nicht angekommen" geht es um ihren Weg in einer von Männern dominierten Branche und ihren Durchbruch als international anerkannte Schauspielerin. Moderiert wird der Abend von der großartigen Journalistin, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin Bettina Rust. Noch gibt es Karten für die Buchpremiere (zu 20 Euro, erm. 12 Euro), hier zu kaufen.
Berlinbesuch – Wie kontrastreich Berlin ist, kann man Besucher*innen an wohl kaum einem Ort so gut näherbringen wie am Beispiel vom Neuköllner Rixdorf-Kiez. Wenige Schritte von der trubeligen Karl-Marx-Straße entfernt liegt der alte Dorfkern mit seinem Kopfsteinpflaster und der ältesten Schmiede der Stadt am Richardplatz. Ein besonderes Kleinod ist, vor allem im Frühjahr, der Comenius-Garten, Schirmherren sind der Prager Oberbürgermeister sowie die Regierende Bürgermeisterin, was offenbart, wie verbunden das Böhmische Dorf (so heißt Rixdorf auch) mit seinen tschechischen Wurzeln auch heute noch ist. Der Rundgang durch den Garten ist dem Lebensweg eines Menschen nachempfunden. Eine Fülle an Pflanzen, viele in städtischen Anlagen eher selten anzutreffen, gibt es hier zu sehen: unter anderem 30 Rosenarten, Arzneipflanzen und sogar Gemüse. Von hier aus gelangt man in wenigen Schritten zu Shaam an der Karl-Marx-Straße 177, eröffnet von syrischen Einwanderern, und kann sich mit Falafel oder Schawarma stärken.
Grübelstoff – Manch ein Stadtbewohner hat verlernt, Bäume, Sträucher und Blumen zu erkennen und richtig zuzuordnen, mittlerweile gibt es sogar Apps, die bei der Bestimmung helfen. Traurig, oder ein Zeichen der Zeit?
„Wir sind die Neuen“
60 der insgesamt 147 Parlamentarier sind in dieser Legislaturperiode neu im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Checkpoint stellen wir sie vor.
Name: Christian Wolf (FDP)
Beruf: Unternehmensberater, zuletzt als Senior Manager Förderung/Finanzierung
Alter: 43 Jahre
Wahlkreis: Lichtenberg (WK 3)
Berliner Lieblingsort: „Der Landschaftspark Herzberge in Lichtenberg mit dem kleinen Paradiesgarten“
Eine Sache, auf die ich mich 2022 in Berlin freue: „Auf die Eröffnung meines Bürgerbüros in Alt-Friedrichsfelde, meine neue Aufgabe als Vorsitzender des Ausschusses Digitalisierung und Datenschutz und auf das Nachholen der Konzerte aus dem Jahr 2019.“
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Der Tunnel Ortsteil Britz ist von 21 bis 5 Uhr in Richtung Wedding zwischen AS Späthstraße und AS Oberlandstraße gesperrt. Alle Ein- und Ausfahrten sind in diesem Bereich gesperrt, Umleitungsstrecken werden ausgeschildert.
Köpenick bis Treptow: Großflächige Verkehreinschränkungen von 16.30 bis 22 Uhr (siehe Demonstrationen) Weitere Informationen hier.
BVG – U9: Von 23 Uhr bis 19.04. kommt es zu unterschiedlichen Streckensperrungen. Im ersten Schritt von 23 bis 03.30 Uhr fährt zwischen U-Bhf Osloer Straße und U-Bhf Berliner Straße ein Ersatzverkehr mit Bussen. Im Anschluss ab 18.03 umfasst die Streckensperrung den Bereich zwischen S+U-Bhf Zoologischer Garten und S+U-Bhf Rathaus Steglitz. Weitere Informationen hier.
Demonstration – Um 9 Uhr sind 100 Menschen zu einer Versammlung unter dem Motto „für freie Impfentscheidung und Selbstbestimmung über den eigenen Körper“ angemeldet (durch „Von Mensch zu Mensch Aktionen“), Platz des 18. März. An der Waitzstraße sind ab 16 Uhr 150 Personen zu einer „Demonstration für mehr Sichtbarkeit jüdischen Lebens im öffentlichen Leben“ angemeldet, durch Hillel Deutschland e.V. Das „Gedenken Anna Ebermann“ findet mit 20 Teilnehmenden an der Gürtelstraße 15 statt, angemeldet durch den Berliner VVN-Bda, Kreisvereinigung Weißensee/Hohenschönhausen. Um 16.30 Uhr startet eine Demonstration mit 500 Teilnehmer*innen, Motto: „NEIN zur Impflicht! Kein Maßnahmenregime durch die WHO“, vom Bahnhof Köpenick geht es u.a. über Lindenstraße, Rudower Chaussee, Sterndamm, Köpenicker Landstraße zum Rathaus Treptow/Neue Krugallee 4. Ab 19.45 Uhr demonstrieren außerdem 30 Menschen mit der Forderung „Demokratie stärken“ an der Neuen Krugallee 4.
Gericht – Fortgesetzt wird der Prozess nach einem brutalen und beinahe tödlichen Angriff auf eine Frau vor mehr als neun Jahren. Ein 54-Jähriger ist wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung angeklagt. Er soll seine Ex-Partnerin aus Rache mit einem Messer verstümmelt haben. Nach der Tat sei er ins Ausland geflohen (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 217).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Christoph Heusgen (67), Ökonom und Diplomat / „Unserer Chefin Petra Lengert (53), „Alles Gute zum Geburtstag vom ‚Apfel-Team‘!“ / „Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag für Michael in Lindelbach von der Berliner Sippe“ / Armin Petras (59), Regisseur und ehemaliger Intendant des Maxim-Gorki-Theaters
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Gisela Hanel, * 14. Februar 1927 / Marie-Luise Rieb, * 19. Juni 1927 / Peter Urban, * 6. Oktober 1945
Stolperstein – Minna Joelsohn (geb. Jonas) kam am 10. Oktober 1872 in Stargard in Pommern (heute Stargard Szczeciński/Polen) zur Welt. Im März 1934 zog sie vermutlich mit Ehemann Jacob Joelsohn nach Charlottenburg. Drei Jahre bezogen Jakob und Minna Joelsohn dann ihre letzte Wohnung in der Kaiser-Wilhelm-Straße 24 (heutige Rosa-Luxemburg-Straße). Unweit der Volksbühne lebten sie in höchst beengten Verhältnissen in einer Einzimmerwohnung. In den letzten Oktobertagen 1941 erhielt das Ehepaar die Aufforderung, sich in der Sammelstelle Levetzowstraße 7 einzufinden, zwei Tage später wurden sie mit dem „18. Osttransport“ ins Ghetto Łódź (Litzmannstadt) deportiert. Die fast 70-Jährige Minna Joelsohn überlebte dort nur wenige Monate, sie starb am 17. März 1942, heute vor 80 Jahren. Ihr Ehemann Jacob Joelsohn wurde in das Vernichtungslager Chelmno deportiert und dort vermutlich mit Gas ermordet. An der Rosa-Luxemburg-Straße 18 in Mitte erinnert ein Stolperstein an Minna Joelsohn.
Encore
Schauen Sie mal aus dem Fenster… sehen Sie das? Sie müssten eine leichte orangefarbene Trübung des Himmels entdecken. Keine Sorge, Roland Emmerich hat nichts damit zu tun: Die Luft kommt in diesen Tagen aus Nordafrika und trägt Sahara-Staub mit sich – der sorgt für die Färbung des Berliner Himmels. Wie magisch das Aussehen kann, zeigt unter anderem dieses Foto vom Vierwaldstätter See in der Schweiz (hier). Also, raus aus den Federn. Schon am Abend soll der Saharabudenzauber wieder vorbei sein. Die schönsten Fotos bitte an checkpoint@tagesspiegel.de – wir schlafen doch morgens noch!
Morgen zaubert Anke Myrrhe was Neues für Sie aus dem Hut. Hoffentlich keinen Sand. Vielen Dank an Thomas Lippold (Recherche), Sarah Borufka (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Frühproduktion). Bis bald,