auch diesmal starten wir ins Wochenende mit einem Überblick der aktuellen Nachrichten aus Berlin:
+++ Der Grunewald brennt wieder. An der Badestelle „Großes Fenster“ an der Havelchaussee brennt der Wald auf 0,4 Hektar, teilte die Berliner Feuerwehr am Samstagmorgen über Twitter mit. 52 Kräfte der Berufs- sowie der Freiwilligen Feuerwehr sind den Angaben zufolge bereits seit mehr als sechs Stunden im Einsatz. Die Brandbekämpfung werde noch länger andauern, lautet die Einschätzung.
+++ Seit Monaten sind Berlins Notaufnahmen wegen Personalmangel und steigenden Fallzahlen überlastet – nun zeigen Daten, die dem Tagesspiegel exklusiv vorliegen, wie sehr Kliniken zudem von Straftaten betroffen sind. Mehr als 8000 Mal im Jahr rücken Polizisten zum Einsatz in einem Krankenhaus aus – meist wegen Angriffe auf Pflegekräfte, Ärzte und Sanitäter. Großkliniken in der Innenstadt sind dabei am häufigsten betroffen, wie Hannes Heine herausgefunden hat.
+++ Rolf Eden ist mit 92 Jahren in Berlin gestorben. Dem ewigen Playboy gelang das Leben vor allem dank seinem Charme, schreibt Andreas Conrad in seinem Nachruf. Edens Leben war voller Geschichten – und er erzählte sie gern. Von pinkelnden Rolling Stones und einem Einkaräter im letzten Champagner.
Auf tagesspiegel.de informieren wir Sie über alle wichtigen Entwicklungen in und rund um Berlin.
Heute vor 61 Jahren – 1961 – begann der Mauerbau. Die Debatte um Bauvorhaben in der Stadt sieht mittlerweile bekanntlich anders aus. Und weil letzte Nacht außerordentlich viele Sternschnuppen zu sehen waren, die in einer wesentlich dichter und höher bebauten Stadt, wie im Mauerschatten, kaum zu sehen gewesen wären, bauen wir uns auch gleich was.
Aber vorher noch ein Hinweis für alle Schülerinnen, Lehrer, Eltern, Politikerinnen und Menschen, denen wahlweise die Themen „Berlin“ oder „Bildung“ am Herzen liegen: „Berlin ist nicht verloren und das Bildungssystem auch nicht.“ Das jedenfalls sagt Schulsenatorin Astrid-Sabine Busse in der neuen Folge „Eine Runde Berlin“. Kollegin Ann-Kathrin Hipp hat sie pünktlich zum Schulstart in der Ringbahn getroffen und über die Vielzahl an politischen Baustellen gesprochen. Jetzt auf Tagesspiegel.de, Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt.
Samstagmorgen – Was haben Glasperlen, Feta und Kissenbezüge gemein? Das alles können Sie auch selber herstellen. Der Vorteil: Nur Nachteile. „Was du auch machst, mach es nicht selbst“, hat daher schon Dirk von Lowtzow gesungen. Wer‘s selbst macht, macht es nämlich selten ganz richtig – genau das kann aber auch ganz gut sein, bei all dem um sich greifenden Perfektionismus, Pedantismus und daraus resultierendem passiven Konsumismus. Darum machen wir uns also erstmal selber einen Feta, wickeln heiß glühende Glasperlen und besticken Kissenbezüge – Kurse mit all dem und noch viel anderem Zeugs finden Sie übrigens über die Makery.
Samstagmittag – Wer Bock auf nöscht hat und sich lieber seine Misanthropie im abgedunkelten Wohnzimmer bestätigen lassen will, als herauszugehen, schaut sich die dreiteilige Woodstock '99 Doku auf Netflix an. Spoiler: Ein Happy End und anschließend gute Laune gibt es hier nicht. Eine ziemlich sicher ganz andere Erfahrung macht, wer stattdessen sein Campingzeug einpackt und gen Norden fährt, bis es nicht mehr weiter geht. Dort, am Sportstrand Ueckermünde, legt man sich zwischen Stettiner Haff und der Bühne des Musik und Stille Festivals in den Sand oder Rasen. Die überwiegend loungige Folk- bis Indiemusik, teils mit Anklängen von verschiedenen Kontinenten und Traditionen, ist hier zweifellos auf seicht-wohlige Versöhnung mit Menschheit und Welt aus. Kann man auch mal machen. 55 Euro kostet der Tages(s)pass, 65 Euro das Kombiticket für Samstag und Sonntag – ein Campingplatz befindet gleich nebenan. musikundstille.de
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Authentische Unterkünfte und eigene Bio-Produkte
Agritourismo-Betriebe sind Teil des nachhaltigen Tourismus in Italien. Wer selbst Hand anlegen will, kann dies bei der Wein- und Ölproduktion tun.
Zudem genießen sie hier Bio-Produkte wie Tomatensoße, Konfitüren oder Brot, Fleisch und Gemüse aus eigener Herstellung. www.italia.it/en
Samstagabend – Echte Versöhnung geht übrigens nur und gerade mit dem Andersartigen des Gegenübers – mit all dem, das einem selbst entspricht, wird man sich schließlich nicht überworfen haben. Üben kann man Versöhnlichkeit daher ganz gut an Dingen, die man nicht versteht, wie künstlerischen Avantgarden. Glaubt man Theodor W. Adorno, dann ist diese Übung sogar eine der Kernaufgaben aller Nachkriegskunst. Lebendige, experimentelle Avantgarde-Musik verspricht auch das A L'Arme-Festival, dessen Abschlussveranstaltung um 18 Uhr im Radialsystem beginnt – und alle, denen es nie versöhnlich genug ist, zum Durchmachen der Nacht einlädt.
Sonntagmorgen – Apropos Perfektionismus: Den lähmenden, ewigen Verbesserungsdrang zu überwinden, geht am besten, indem man sein Schaffen für äußere Einflüsse öffnet. Dass das ganz schön befreiend sein kann, behauptet die bildende Künstlerin Alexine Good. In ihrem Atelier in der Rhinower Straße 10 bietet sie unregelmäßig Gelegenheiten zu gemeinsamem Malen an, das heißt: Sie sitzen mit anderen im Kreis um einen Tisch, beginnen ein Bild zu malen, im Hintergrund läuft Musik. Ist der Song vorbei, reichen Sie ihr begonnenes Werk an die Nachbarin weiter, die es fortsetzt. Und so weiter. Schon sind alle individuellen Meisterwerks-Fantasien und eingefahrenen Gleise, denen auch Pinsel folgen können, dahin.
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Schlafen in der Kunstausstellung: Im Wiener Boutique Hotel Altstadt Vienna ist jedes Zimmer ein (Raum-)Kunstwerk für sich – gestaltet von namhaften Architekten und Künstlern. Hier fühlt man sich wie bei guten Freunden zu Hause, mit inspirierender Kunst, wohin das Auge blickt. Zu sehen sind etwa Werke von Warhol, Prachensky, Helnwein, Attersee uvm.
www.altstadt.at
Sonntagmittag – Und nochmal Perfektionismus: Wann immer es in sportlichem Wettbewerb um Weltspitzen geht, geht es auch ums Detail, jedes noch so kleine bisschen Vorteil. Im Radsport hat diese Jagd nach dem letzten Quäntchen dazu geführt, dass irgendwann nicht mehr nur das Fahrrad, sondern auch der Sportlerkörper als grundlegend verbesserungsfähig galt. In Deutschland ist vor allem ein Name am Doping zerbrochen. „Being Jan Ullrich“ heißt die fünfteilige Doku über Aufstieg und Fall eines Radsportlers, der ironischerweise selbst nie nach Perfektion strebte. Und schon gar nicht nach Heldentum. Übrigens, wer anschließend selbst in die Pedale treten möchte: Der kleine, auf das Rennrad spezialisierte Laden Rad-Kreuz in der Hagelberger Straße 53 ist eine ganz ausgezeichnete Adresse, um alles rund ums schnelle Rad kompetent zu klären.
Sonntagabend – Zeit für den nötigen inneren Monolog dürfte der ungarische Staatspräsident Orban wohl kaum gehabt haben, als er vor einigen Tagen vor der Küste Kroatiens in Seenot geriet. Er drohte, im Urlaub mit seinem undichten Schlauchboot unterzugehen, wurde aber von einem kroatischen Journalisten gerettet, Sie erinnern sich? Zeit für die Monologe anderer, in ernsthafte Seenot geratener und schon vor dem Betreten des Schlauchbootes in Existenznot befindlicher Menschen, kann man sich im Heimathafen Neukölln nehmen. Mittelmeer Monologe ist dokumentarisches Theater, bei dem Schauspieler Originaltexte aus Interviews mit Menschen rezitieren, die den lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa auf sich nehmen. Es enthält aber Stimmen von Küstenwachen, Vertreterinnen von deutschen und italienischen Behörden und anderen. 18 Uhr, Tickets kosten 18,50 / 13 Euro.
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Die Höhe aller behördlichen Irreführung ist das, das sage ich Ihnen. Chantal, die an sich immer gut organisierte Sau von Nebenan, stand neulich am S-Bahnhof Köllnische Heide, auf mich wartend. Ich stand zugleich am S-Bahnhof an der Köllnischen Heide, auf Chantal wartend. Ich sah nicht allzu genau hin, denn selbstverständlich, so nahm ich an, würde der Bahnhof an der Köllnischen Heide auch derjenige sein, der Köllnische Heide heißt, nicht wahr? Nun, dem ist nicht so. Will man die Köllnische Heide beschauen, steigt man nämlich besser am S-Bahnhof Oberspree aus. Und nicht am S-Bahnhof Köllnische Heide. Jetzt wissen also auch Sie Bescheid. Wieso aber ist das so? Nun, die Gründe sind historischer Natur. Früher verwies der Name Köllnische Heide als Flurbezeichnung nämlich auf den gesamten Stadtwald linksseitig der Spree, dessen Ausmaß früher weit größer war als heute – und tatsächlich war beides, der Standort des heutigen S-Bahnhofs wie das Stück Wald bei Köpenick, ein und dieselbe Köllnische Heide. Demgegenüber lag die Schöne Weide – heute ebenfalls mit einem S-Bahnhof geehrt. Das gesamte Gebiet ist ausgesprochen erkundenswert, hier eine Sammlung von 20 schönen Wanderungen. Vorbildlich finde ich hier übrigens die Aufstellung liebevoll gestalteter Warnschilder, die Passierende daran erinnern, ihre Hunde aus Rücksicht auf Wildschweine an der Leine zu führen. Chantal findet ja, dass überhaupt gar niemand an die Leine gebunden gehört. Ich aber bin der Meinung, dass man bei Charakteren, die einen ungeniert ansabbern, durchaus eine Ausnahme machen kann. Das empfehle ich. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“
Leseempfehlungen
Wie konnte das geschehen? Das fragen sich nicht nur die Woodstock '99-Veranstalter (siehe oben) bis heute. In Berlin und Brandenburg dreht sich diese Frage immer mehr um die zurückgetretene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. Der Hintergrund, aufgeschrieben von Markus Ehrenberg (Abo).
Wie schmeckt das? Wer sich bislang noch nicht durch eine Kostprobe bei Brammibal's selbst davon überzeugt hat, dass vegane Donuts richtig gut sein können, hat Nachholbedarf. Was hinter dem Phänomen steckt, hat Sieba Abadi (Abo) in Erfahrung gebracht.
Wie plätschert's? Der Kotti zieht bekanntlich nicht nur Touristen, sondern auch zur Übertreibung neigende Sensationspresse magisch an. Dass der Kiez auch ganz anders erzählt werden kann, zeigt Nadine Lange (Abo) in ihrer Betrachtung zum Barbara-Brunnen, der nicht nur bei Algen beliebt ist.
Wochenrätsel
Gewonnen! Fachkräfte werden bekanntlich überall und händeringend gesucht. So auch beim Naturkundemuseum, wo letzte Woche Personal gesucht wurde für die…
a) Translation fossiler Gesten in heutiges Amtsdeutsch
b) Transkription von Etikettenfotos aus der Insektensammlung
c) Verifizierung der Transfiguration des T-Rex- zum Brachiosaurusskelett
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Heute früh hat Ihnen Cristina Marina (Produktion) die Wochenend-Ausgabe auf den Bildschirm gezaubert, am Montag lesen Sie an dieser Stelle von Daniel Böldt. Haben Sie ein schönes Wochenende!