zunächst ein Blick auf die wichtigsten aktuellen Geschichten aus Berlin:
+++ Berliner LKA-Beamter unter Untreue-Verdacht: Der Polizist soll Geld aus Zeugenschutz und verdeckten Ermittlungen abgezweigt haben. Alexander Fröhlich deckt auf.
+++ „Auf Alkohol am besten erst einmal ganz verzichten“: Tragödien wie die Berliner Amokfahrt hinterlassen tiefe Spuren in der Psyche. Ein Interview von Margarethe Gallersdörfer (T+) über Traumata, die sich wiederholen – und die richtige Hilfe.
+++ Was die Diagnose paranoide Schizophrenie bedeutet. Der Amokfahrer in der Berliner City West litt wohl an einer Psychose, die in Deutschland 400.000 Menschen betrifft. Nur die wenigsten werden eine Gefahr für andere, wie eine Ärztin Hennig Onken erklärte (T+).
+++ Kokain auf Stahlträgern geschmuggelt: Etwa 70 Pakete von je einem halben Kilo Kokain befanden sich in den Taschen, die Mehmet A. schmuggeln sollte. Vor Gericht zeigt er sich geständig. Kerstin Gehrke berichtet aus dem Berliner Landgericht (T+).
Alles Weitere finden Sie wie immer verlässlich auf den Berlin-Seiten von tagesspiegel.de.
Autogrammjägerinnen und Superstar-Selfie-Sammler haben an diesem Wochenende besonders große Chancen auf instagrammable Begegnungen: Wegen des Tempelhof Sounds Festivals wimmelt es nur so vor Pop- und Rockstars in der Stadt. Wem der Sinn nach Glamour steht, geht also raus – und zum Beispiel auf die Biennale für zeitgenössische Kunst. Willkommen im Wochenende.
Samstagmorgen – Aber langsam, es ist schließlich Wochenende. Gönnen wir uns erstmal in Ruhe eine Stärkung und ausgezeichneten Kaffee. Eine gute Adresse fürs Feinkostfrühstück – zudem unweit vom Tempelhofer Feld und dem Festival gelegen – ist das m/a im Schillerkiez (Kienitzer Straße 93). Im Kern ein Feinkostladen, in dem man Olivenöle oder diverse Pasten für zu Hause einkauft, bietet das m/a auch Caféfeeling mit mediterranem Lunchteller zu 8,80 Euro mit rotem Reis, Hummus, Artischocke und beispielsweise Pecorino Splittern oder Balsamico-Ei als Extra, daneben diverse Salate oder die Zucchini-Limetten Suppe.
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Samstagmittag – Von der Artischocke zum arty Shock: Schon am Freitag hat die Biennale für zeitgenössische Kunst begonnen. Aber „Schock“? Sind die Zeiten, in denen die Kunst was von der Gesellschaft wollte, das sie ihr notfalls auch mit Gewalt aufgedrückt hat, nicht längst vorbei? Nun, die Biennale versteht sich als politisch profiliert und will für eine engagierte Kunst stehen, die sich mit den drängenden Fragen der Gegenwart befasst. Ob es dafür der Schocks bedarf oder eher subtilerer Stimuli, erfahren Sie ab sofort drei Monate lang an der AdK, am Hamburger Bahnhof, dem Institut Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt, am KW Institute und an der Stasi-Zentrale am Campus für Demokratie.
Samstagabend – Wer sich intim unglamouröses Kontrastprogramm zum Tempelhof Sounds Festival wünscht, bekommt ihn bei der Pop-Up-Konzertreihe Outer Sound. Das Konzept ist, ein Konzert anzukündigen, dessen Acts aber bis zum letzten Moment geheimzuhalten. Das unterwandern wir jetzt mal: Wie man nämlich aus Insiderkreisen hört, hat sich der Brite Chris de Sarandy angekündigt (ohne Gewähr!), dessen letzte Single „Like I don‘t know you“ hiesigen Radiohörerinnen vertraut vorkommen dürfte. 19 Uhr im Fincan (Altenbraker Straße 26). Tickets kosten 12 Euro an der Tür oder 8 Euro im VVK – Restspannung ob der Besetzung inklusive.
Sonntagmorgen – Wer mit dem Fahrrad nach Lehnin fährt und es mit der Navigation nicht allzu genau nimmt, kann schon mal mitten im Wald von Warnschildern überrascht werden: Hier werde scharf geschossen, man solle bloß nicht weiter rein. Dabei ist der Ort Lehnin mit seiner Klosteranlage, der alten Poststation oder der Klostermühle nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch ausgesprochener Kunstort: Das weitläufige Gelände des alten Sägewerks am Klostersee wurde zum Skulpturenpark umgestaltet und mit Ateliers, Galerien und Seminarräumen gesäumt. Von 13 bis 18 Uhr wird der Besuch heute zudem mit Kaffee- und Kuchenangeboten sowie lokalen Spezialitäten untermalt.
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Sonntagmittag – Vom Skulpturenpark im Flachland zu den Gipfeln der Männlichkeit: Teresa Doplers „Monte Rosa“ ist ein Versuch, Testosteron auf die Bühne zu bringen. Inszeniert von Matthias Rippert, treffen sich drei Männer in den Alpen, um Bergsteiger-Smalltalk zu betreiben und werden durch ihre eigenen Worte zunehmend zu Bezwingern der Natur, einsamen Wölfen auf der Suche, unreifen und selbstverliebten Jungs – natürlich müssen die Klischees fragwürdig werden, müssen bröckeln und sich am harten Fels abreiben. 17 Uhr in den Kammerspielen (Schumannstraße 13a). Ebenfalls im Rahmen der Autor:innentage am DT folgt um 19 Uhr Elfriede Jelineks „Lärm. Blindes Sehen. Blinde Sehen!“, für das noch Restkarten verfügbar sind.
Sonntagabend – Wenn wir schon in den Alpen sind, ist der Schritt in internationale Gefilde nicht weit: Im Festsaal Kreuzberg spielen um 20 Uhr die fulminanten International Music, wobei „international“ hier für deutschsprachige Musik aus dem Ruhrpott steht – man deute selbst. Wer in den letzten Jahren übrigens einmal die Düsseldorf Düsterboys mit ihrem 2016er Hit Teneriffa (da ist das Internationale wieder) gehört hat, hat fast dieselbe Band gehört – nur die Rhythmussektion ist hier eine andere. Tickets kosten 23,50 Euro, 20 Uhr, Am Flutgraben 2
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Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
Kevin – „Brandenburg, deine Berge… 60 Meter misst etwa der Werderaner Wachtelberg, nur knapp 2900 Meter weniger als die Zugspitze. Das bedeutet für uns: Weniger Anstrengung, mehr Erkundungsfreude, Wanderlust, besseres Wetter (kein Schnee auf dem Gipfel, brrrr) und vor allem schwindelfreie Ausblicke. Womöglich wussten Sie das noch gar nicht über mich, aber ich bin passionierter Bergsteiger, solange die Gipfel in der Mark liegen. Neulich habe ich mit Chantal, der wanderfreudigen Sau von Nebenan, eben jenen Wachtelberg erklommen, auf dem Gipfel holten wir beide tief Luft – der Sauerstoffgehalt ist da oben ja geringer als im Tal – und wir genehmigten uns ein Weinchen. Jawohl, auch das geht hier recht unbeschwert – die Kletterpartie zurück ins Tal erfordert schließlich keinerlei Akrobatik, wie in manch anderen Bergformationen. Außerdem ist der Wachtelberg ausgezeichnetes Weinbaugebiet, das einer jeden sommerlichen Wanderung einen fast mediterranen Rahmen verleiht. Dieses Wochenende ist übrigens Landpartie, bei der auch der Aussichtsturm mit Blick über den Weinberg und die Havel offen steht. Weinausschank am Rande rundet die Bergerfahrung ab, das empfehle ich. Und mich, mit freundlichen Grunzen.
Leseempfehlungen
Was ist Ihre Lieblings-U-Bahnlinie? Für Tagesspiegel-Autor Felix Hackenbruch (Abo) muss es die U7 sein, an der er seine gesamte Wochenendplanung ausrichtet.
Mit der Fahrraddemo „Sternfahrt“ ist es immer so eine Sache: Wer diesen Sonntag nicht Rad, sondern Auto fährt, weiß nie, welche Ecken er besser meiden sollte (sicherheitshalber: die Innenstadt, im Allgemeinen, immer). Wer auf dem Rad mitfährt, weiß es allerdings auch nicht, weil es nunmal bei 20.000 aus allen Richtungen zusammenströmenden Teilnehmenden schon mal unübersichtlich werden kann. Stefan Jacobs (Abo) entflicht heroisch die Sternfahrt.
Das Brandenburger Tor soll bekanntlich blau gestrichen werden, um einen farblich stimmigen Übergang aus der grauen Stadt zum Tiergarten zu schaffen. Bitte was? Äh ja, nee, Falschmeldung. Das Kreuzberger GSW-Hochhaus soll neu gestrichen werden, ja, soll eine komplett neue Fassade erhalten. Wen juckt schon das bisschen Architekturgeschichte? Bernhard Schulz (Abo) zum Beispiel.
Wochenrätsel
Gewonnen! Geht es nach Klimaschutzsenatorin Bettina Jarasch, sollen sie in Zukunft in Gewerbegebieten, an Autobahnen und auf Hausdächern stehen, aber nicht im Tiergarten und auch nicht auf dem Tempelhofer Feld. Die Rede ist von…
a) …veganen Currywurstbuden.
b) …Solarparklets.
c) …Windrädern.
Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam verfolgt hat, ist klar im Vorteil.
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
Jetzt mitmachenHaben Sie ein glamouröses Wochenende. Der frühe Vogel im Produktionsdienst war heute Lionel Kreglinger, am Montag lesen Sie an dieser Stelle Lorenz Maroldt.