für die Durchsetzung der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sind die mutigen Mitreisenden bald nicht mehr allein verantwortlich: 50 Euro Strafe drohen Unmaskierten von Sonnabend an, renitenten Wiederholungstätern sogar 500. Die Kontrolle „wird so ähnlich sein wie bei der Verkehrsüberwachung“, erklärte Regiermeister Michael Müller. „Nicht jeden Tag ist an jeder Ecke eine Geschwindigkeitskontrolle“, aber hin und wieder eben doch. Das Beispiel ist kühn gewählt angesichts seit Jahren steigender Unfallzahlen. Aber vielleicht ist Müller einfach ehrlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass man erwischt wird, ist gering. Während die Polizeigewerkschaft GdP bereits die Hauptverantwortung der BVG betonte, lobte die BVG die angekündigten Polizeikontrollen.
Die Bußgelddrohung gilt übrigens auch für Geschäfte und Kultureinrichtungen aller Art in Gebäuden. Der Mindestabstand von 1,5 Metern wird laut der gestern vom Senat beschlossenen Verordnung beibehalten, aber die Beschränkungen für Treffen (5 Personen / 2 Haushalte) werden aufgehoben. Für Großveranstaltungen gibt es einen Stufenplan – der allerdings wieder einkassiert werden kann, wenn Schweinereien passieren wie bei Tönnies oder ein anderer Wurst Case eintritt. Die erste Corona-Ampel steht übrigens auf Rot: R = 1,96, ein Infizierter steckt also im Schnitt zwei Mitmenschen an. Bemerkenswert ist das Statement von Dilek Kalayci zum Senatsbeschluss: „Die Infektionszahlen in Berlin steigen spürbar. Der Senat hat weitgehende Lockerungen beschlossen. Das Risiko ist bekannt. (…)“ CP-Kollege Julius Betschka übersetzt frei: „Die Berliner Gesundheitssenatorin distanziert sich von den weitgehenden Lockerungen, die der Senat beschlossen hat, trägt sie aber öffentlich mit.“
Ansonsten macht Müller, was Merkel vorgemacht hat: Er warnt – und lässt die lokale Politik weitgehend autonom entscheiden, was sie für geboten hält. Aktuell haben die Gesundheitsämter 369 Haushalte an sieben Orten unter Quarantäne gestellt. Betroffen sind überwiegend große Mehrfamilienhäuser mit beengten Wohnverhältnissen. Gestern wurde ein größerer Ausbruch in einem Plattenbau am Ostbahnhof publik. Erkannt wurde der allerdings schon vor mehreren Tagen, nur hat das Bezirksamt Xhain ihn nicht so offensiv kommuniziert wie den von Neukölln, wo sich der aktuell größte Infektionsherd befindet.
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Webinar-Reihe #digitalvscorona
Wie kommen wir mit digitalen Innovationen durch und aus der Krise hinaus? Darüber diskutieren grüne Bundestagsabgeordnete mit Expert*innen live im Netz, donnerstags, von 17-18 Uhr. Thema diese Woche: verlässliche Informationen und Qualitätsmedien mit Tabea Rößner und Margit Stumpp; am 2.7. geht es um Onlinehandel, mit Dieter Janecek. Mehr: gruene-bundestag.de
Wie kommt Herr W. rechtzeitig vor seiner dringenden Frankreich-Reise an einen Bürgeramtstermin für den neuen Ausweis? Die Tipps der CP-Leser kamen wäschekörbeweise – vielen Dank! – und sind teils so gut, dass man die ultimative Bürgeramtsgebrauchsanleitung daraus basteln könnte, am besten hochwertig gebunden oder laminiert. Hier die Zusammenfassung der Antworten, aufsteigend sortiert nach Aha-Effekt.
115 anrufen, möglichst morgens schon vor 7 Uhr und dann so lange, bis man durchkommt.
Keinesfalls 115 anrufen, sondern Durchwahl des favorisierten Bürgeramtes online suchen und direkt dort anrufen.
Bei der Wahl des Bürgeramtes flexibel sein.
Todesfall in der Familie vortäuschen als dringenden Reisegrund (ethisch eher fragwürdig).
Den Regierenden Bürgermeister direkt anschreiben (Antwort steht im Beispielfall allerdings noch aus).
Morgens ins Bürgeramt gehen und nach Termin fragen bzw. Ticket ziehen.
Online auf service.berlin.de nach Terminen suchen, Seite immer wieder neu laden (F5), insbesondere vormittags.
Ohne Termin ins Bürgeramt gehen und 2 Stunden Zeit mitbringen.
Scharf nachdenken, ob man vielleicht einen Reisepass hat, der noch gilt.
Papierkalender benutzen, um anstehenden Verfall des Persos nicht zu versäumen.
Ins Bürgeramt Kladow gehen (das possierlich aussieht wie ein Kleingartenvereinsheim).
90299-6321 (Steglitz-Zehlendorf) anrufen und den Rest des Tages nicht fest verplanen.
Vorläufigen Reisepass bei der Bundespolizei (am Bahnhof oder Flughafen) beantragen.
Wohnsitz für einen Tag in Falkensee oder anderswo in Brandenburg anmelden, wo es Termine am selben Tag gibt. Anschließendes Abmelden nicht vergessen.
In Berlin zur Französischen Botschaft gehen.
In Frankreich zur Deutschen Botschaft gehen.
Mit abgelaufenem Perso nach Frankreich fahren (fliegen nur nach Airline-AGB-Studium), weil Schengen.
Mit abgelaufenem Perso fahren, weil die französische Polizei erfahrungsgemäß tolerant ist.
Mit abgelaufenem Perso fahren, weil der laut Auswärtigem Amt bis zu einem Jahr überm Verfallsdatum sein darf.
Helmut W., von dem die Ausgangsfrage kam, hat sich zwischenzeitlich übrigens per Mail einen „Notfalltermin“ für nächste Woche organisiert – verbunden mit den Hinweisen, dass der wegen der einjährigen Karenzzeit gar nicht nötig wäre und dass die Dringlichkeit der Sache nachgewiesen werden müsse.
Außerdem kam einiges fürs Amt-aber-glücklich-Körbchen zusammen: Viel Lob für durchweg freundliche, kompetente Bürgeramtsmenschen (namentlich in Schöneberg, Wilmersdorf, Reinickendorf, Friedrichshain, Köpenick) sowie für einen (in Tempelhof) binnen vier Tagen ausgestellten Wohnberechtigungsschein sowie einen (nach coronabedingt geplatztem Termin und anschließender Mail) ratzfatz eingebürgerten Schweizer Führerschein.
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Bei so viel Begeisterung will man gar nicht weg. Sollte man aber, wie eine Umfrage der Krankenkasse KKH zum heutigen Ferienbeginn nahelegt: 56 Prozent von gut 1000 Befragten sagten, sie erholen sich am besten auf einer Reise, nur acht Prozent zu Hause. Den Schwedenurlaub, auf den meine Familie sich seit einem dreiviertel Jahr freut, werden wir wohl stornieren. Es sei denn, mein Bezirksbürgermeister (der allerdings nicht Naumann heißt – CP von Montag) hat einen sicheren Tipp, wie wir die anschließende Quarantäne vermeiden können.
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Die Regierung hat das teuerste Konjunkturpaket aller Zeiten geschnürt. Damit die 130 Milliarden Euro nicht wirkungslos verpuffen, brauchen wir Mut zu Reformen. Wie der Neustart gelingt, lesen Sie hier.
Verkehrssicherheitsrat und Dekra haben das Unfallgeschehen mit E-Scootern beguckt (Verursacherquote: fast 90%) und schnitzen an Forderungen für mehr Sicherheit. Auf der Liste stehen Blinkerpflicht, großflächige Reflektoren oder zusätzliche Beleuchtung, Mindestalter 15 statt 14 Jahre, Prüfung für Nutzer ohne Führerschein, Beschränkung der Radwegbenutzungspflicht auf beschilderte Wege und -spuren (also wie für Radfahrer) statt Benutzungszwang auch von Buckelpisten. Wo zu wenig Platz ist für sicheres Nebeneinander mit dem Radverkehr, sollen Scooter auf die Fahrbahn – wo dann Tempo 30 gelten soll. Das Kriterium für T 30 („besondere Gefahrenlage“) soll gelockert werden. Geparkt werden soll auf separaten Plätzen möglichst auf der Fahrbahn statt als Stolpermikado auf dem Gehweg (hatte die Berliner Verwaltung übrigens schon für die aktuelle Saison versprochen).
Außerdem auf der Liste: Schulung von (Auto-)Fahrschülern, höhere Bußgelder für illegales Gehwegfahren (wie für Radfahrer beschlossen, aber für Scooter vergessen), Hotlinepflicht für Vermieter (für Mikadomeldungen), Tempodrosselung auf den ersten Fahrten sowie abends und an Wochenenden (wegen Alkoholpegel), Abrechnung auch nach Strecke statt nur nach Zeit sowie feste Ansprechpersonen bei Polizei und Verwaltung für die Sharing-Anbieter. Für all das wollen DVR und Dekra jetzt bei Behörden und Anbietern werben – damit die Unfallchirurgen weniger Überstunden machen müssen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wir haben ein Rassismusproblem, sagt Ehrhart Körting (SPD), einer der stärksten Berliner Landespolitiker der vergangenen Jahre. Der frühere Innensenator sieht das Problem nicht bei der Polizei, sondern in einem großen Teil der Gesellschaft, den die Polizei eben auch abbildet. Im heutigen Tagesspiegel widerlegt Körting das Gerede vom „Generalverdacht“ und erklärt, warum das viel diskutierte Antidiskriminierungsgesetz seine Berechtigung hat.

Der Instagram-Account @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen Menschen sichtbar. Gemeinsam machen wir das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Der „Spiegel“ hat Staatssekretärin Sawsan Chebli per Video interviewt und sie u.a. den Suggestivsatz vollenden lassen, sie habe als Mitglied der Berliner SPD bei der nächsten Bundestagswahl bessere Chancen auf ein Mandat als Kevin Kühnert oder Björn Böhning, weil... – Antwort Chebli: „Ich hoffe, dass die besten Köpfe der Berliner SPD in den Bundestag kommen, und dazu gehört auf jeden Fall Kevin Kühnert.“ Punkt.
Die Generalstaatsanwaltschaft sucht Juristen – und sorgt mit der Ausschreibung dafür, dass sie nur ernst gemeinte Zuschriften erhält. Der Bewerbung beizufügen sind nämlich ein „maschinenschriftlicher tabellarischer“ und ein „handschriftlich ausformulierter Lebenslauf“. Selbstredend können die Unterlagen nicht per E-Mail eingesandt werden. Dazu Art. 3 der GenStaAntiquitätVO: Niemand darf wegen seiner Sauklaue benachteiligt oder bevorzugt werden.
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Erleben Sie am 29. und 30 Juni ein Event der Extraklasse: Das Deutsche Wirtschaftsforum digital_ mit hochkarätigem Line-up! Mit über 30 Fachvorträgen und 30 Ausstellern in den 4 Themenhallen Recht und Steuern, Digitalisierung, Finanzierung und New Work wagt das virtuelle Networking-Event einen 360°-Blick auf die Herausforderungen des deutschen Mittelstands. www.convent.de/dwfdigital
An dieser Stelle wollten wir Sie eigentlich auf ein WG-Zimmer in Friedrichshain aufmerksam machen, das gestern im Angebot war: 9 Quadratmeter für 210 Euro kalt plus 230 Euro Nebenkosten (heizen die da mit Wertpapieren?). Aber am späten Abend war es schon weg.
Berlin, Brandenburg und McPomm schicken an den Ferienwochenenden wegen des absehbaren Andrangs einen zusätzlichen Zug zwischen Berlin und Stralsund auf die Strecke: freitags ca. 14:20 Uhr ab B-Hauptbahnhof, samstags und sonntags ca. 8:20 Uhr; Rückfahrt ab Stralsund jeweils ca. 19:10 Uhr (genaue Zeiten für alle Wochenenden werden bis Freitag in die Online-Fahrinfo eingespeist). Die Mitnahme von Fahrrädern ist begrenzt möglich, also möglichst zu vermeiden.
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Kann das Konjunkturpaket verhindern, dass Frauen weiterhin – wie in der Corona-Krise – beruflich und gesellschaftlich zurückstecken müssen? WAS MUSS JETZT FÜR FRAUEN GETAN WERDEN? Katrin Göring-Eckard MdB im Gespräch mit Prof. Monika Schnitzer („Wirtschaftsweise“), Janina Kugel (Boston Consulting Group) u. Dr. Kira Marrs (ISF München) und Ihnen. Live auf: gruene-bundestag.de
Die Berliner Krebsstiftung hat schon vielen einen tollen Tag inmitten eines zermürbenden Alltags verschafft. Zum Ferienbeginn wurde die Teilnahme am Projekt „Familienzeit“ weiter vereinfacht: Familien, in denen ein Elternteil an Krebs erkrankt oder kürzlich verstorben ist, bekommen ein Freizeitpaket (Hausboot / Erlebnishof / Tierpark / Zoo) mit Eintritt, Essen und Taschengeld geschenkt. Beantragt werden kann es in einem Vorgespräch telefonisch: (030) 283 24 00.
Was macht eigentlich die Xhainer Bildungsstadträtin Clara Herrmann (Grüne) heute? Sie leiht sich ein kommunales Lastenrad, um Dritt- und Viertklässlern „Möhrchen-Hefte“ in die Ferien mitzugeben. Klingt ein bisschen banane, geht aber um kindgerechte Erklärungen zu Klimaschutz und fairem Handel und dazu, wie alles mit allem zusammenhängt. Also voll korrekte Lektüre für die Saure-Gurken-Zeit bis zum nächsten Schuljahr.
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Die Schüler-Union der CDU will Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) heute ein symbolisches Zeugnis für ihre Arbeit in der Coronakrise überreichen – im Format A0, der Fotos wegen. Der Inhalt wurde vorab publik: Ungenügend in den Kernfächern Digitalisierung, Austausch mit den Schülern, Unterstützung der Lehrkräfte und Bewältigung des Lehrermangels. „Die Versetzung wird nicht empfohlen!“ Demnach muss Scheeres Schulsenatorin bleiben.
FDP-Anfragekönig Marcel Luthe hat sich nach Unfällen von Behördenfahrzeugen erkundigt und die Anfrage mit „All animals are equal“ überschrieben, was polyglotte Googler auf Orwells Spuren führt und die Ergänzung „but some animals are more equal than others“ murmeln und an den russischen Zaren und die Oktoberrevolution und ans Schweinesystem denken lässt. Dabei will Luthe nur wissen, wie viele Verkehrsverstöße durch Behördenautos aus Berlin, Deutschland und der Welt hier seit 2014 registriert wurden. Die Antwort ist laut Innenverwaltung nur 14 Monate rückwärts möglich und lautet: 2681 Stück. Und gibt es eine Regelung, solche Verstöße gar nicht erst zu bearbeiten? „Nein.“ Bitte fahren Sie weiter.
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Noch mal Luthe, nächste Frage: „Wie viele und welche Lautsprecher welches Herstellers mit welcher Nominalleistung sind an welchen Punkten im Strandbad Wannsee angebracht?“ Und wie alt und wie oft und wie laut und wie doll? Kurz gesagt: Es gibt sogar zwei Anlagen. Und täglich drei reguläre Ansagen sowie weitere nach Bedarf, jeweils so laut wie nötig. Achtung, Achtung, es folgt keine Durchsage!
In eigener Sache: Vielleicht war ja in den Nebenkosten ein CP-Abo enthalten. Denn das lässt sich ab sofort auch per Paypal bezahlen. Wenn die Finanzwelt darüber redet, bekommt „Smalltalk“ eine ganz neue Bedeutung. Aber wahrscheinlich redet die Finanzwelt bei fünf Euro pro Monat gar nicht darüber.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wir sind bei ungefähr 311 Radwegeplanern.“
Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese in der Abendschau zur Frage, wie intensiv eigentlich an der (zuvor in einem Einspieler von CDU-Chef Kai Wegner wortreich vermissten) Verkehrswende gearbeitet wird.
Tweet des Tages
Ärgerlich. Wer hat die rote Kappe und die Fahrradölspraydose heute Nacht aus meinem Rollator geklaut? Gemeinheit. Wiederbringen.
Antwort d. Red.: Auf Twitter sind bereits zahlreiche Hinweise eingegangen, allerdings keine sachdienlichen.
Stadtleben
In eigener Sache: Der Checkpoint vergibt wieder Praktikumsplätze! Wer für 2-3 Monate Teil eines überaus abenteuerlustigen Teams sein möchte und Bock hat, über die mannigfaltige Kultur Berlins (auch in Zeiten von Corona) zu schreiben, schickt bitte eine kurze Bewerbung an checkpoint@tagesspiegel.de.

Essen & Trinken – Die große Außenterrasse des Café Engel am Prager Platz (Foto) bietet viel Platz, um Eis und Kuchen zu schnabulieren und einen Blick auf den Springbrunnen zu werfen, der nach dem Lockdown peu à peu wieder bevölkert wird. Das Besondere im Engel? „Wir stehen in erster Linie für Vielfalt und Nächstenliebe und wollen so das Miteinander im Kiez stärken. In unserem Café ist jeder willkommen. Ähnlich wie unsere Gäste sind auch unsere Mitarbeiter Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, die super miteinander auskommen.“, erklärt Inhaber Vahap Karadag seine Philosophie. Deshalb stellt er auch Kunst aus und legt großen Wert darauf, dass seine Gäste immer mal was Neues probieren können und trotzdem für jeden was dabei ist. Von der Idee her ist das Engel ein all-day-long-Spot mit Frühstücks- und Abendkarte. Dass das Treiben vor der Tür wieder zunimmt, freut Karadag nicht nur aus unternehmerischen Gründen: „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten sehr ungewöhnliche Zeiten erlebt. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass jeder für sich und wir gemeinsam als Gesellschaft positive Lehren aus der Sache ziehen und uns in eine positive Richtung weiterentwickeln.“ Wie die Aussehen könnte, besprechen Sie am besten bei einer heißen „Bubble Waffel“ mit einer schönen Kugel Wallnuss-Feige am Prager Platz 1-3 in Wilmersdorf. U-Bhf Güntzelstraße, tgl. 9-21 Uhr
Selber kochen – Herzhaft kann das Engel zwar auch, aber dieses Rezept aus der Genuss-Redaktion für Huhn in Buttermilch geht so einfach, dass selber kochen durchaus eine Option ist. In der Zeit, wo das Fleisch in der Lake durchzieht, schaffen Sie es im Engel aber mindestens vom „Mocca Latte on the Rocks“ bis zum Riesling.
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Sie möchten sich sinnvoll engagieren, aber wissen nicht wo? Unser Newsletter „Ehrensache“ informiert Sie jeden Monat über die vielfältigen Möglichkeiten des Engagements, Charity und Ehrenamt in der Hauptstadt. Außerdem: Nachrichten rund um alles, was Ehrenamtler in Berlin und Brandenburg beschäftigt. Anmeldung unter: ehrensache.tagesspiegel.de
Kommunikation gesucht – Das Museum für Kommunikation sucht Objekte, Fotos und Geschichten, die nachkommenden Generationen „ein lebendiges Bild der aktuellen Zeit vermitteln“ soll. Was bisher eingegangen ist, können Sie hier sehen, und gleich ihr eigenes Beispiel coronabedingter Kommunikation hochladen. Als Dankeschön winkt ein Museumsbesuch. Ganz analog.
Geschenk – „Ich möchte, dass du weißt, dass du genau so, wie du bist, außergewöhnlich bist.“, schreibt Jessica Sanders im Vorwort zu ihrem Buch „Liebe deinen Körper“, das sie für „Mädchen und alle, die sich als weiblich identifizieren“, geschrieben hat. Es geht um „Body Positivity“ und „Self-Care“ – große Worte, gut erklärt und stark illustriert (von Carol Rossetti), um von jungen Menschen ab ca. 8 Jahren verstanden zu werden. Gezeigt werden verschiedene Formen und Farben, Größen und Stile, um unrealistischen Schönheitsidealen ein möglichst diverses Bild der Realität entgegenzustellen. Erschienen ist das Buch im Berliner Zuckersüß Verlag (40 Seiten, 24,90 Euro) – zur Horizonterweiterung im Kinderzimmer verlosen wir ein Exemplar bis 12 Uhr.
Noch hingehen – (Ein Tipp von Kulturkollegin Birgit Rieger) Der Berliner Künstler Timm Ulrichs erklärte sich bereits 1961 selbst zum Kunstwerk, und darüber hinaus auch alles, was er sonst so tut. Er hat sich selbst bei Ausstellungen eingereicht und allerhand Schabernack getrieben, um sich und dem Dasein auf die Spur zu kommen. „Ich, Gott und die Welt“ heißt seine Ausstellung im Haus am Lützowplatz, die insgesamt 100 Tage dauert und jeden Tag, um ein Werk reicher wird – bis es 100 Kunstwerke sind (Finissage ist am 2. August). Wie er auf seine Ideen kommt und was ihn antreibt, erzählt Ulrichs heute um 19 Uhr bei einem Künstlergespräch mit Kurator Matthias Reichelt bei gutem Wetter im Hofgarten am Lützowplatz 9 (Tiergarten). Der Eintritt ist frei, Mund-Nase-Schutz nicht vergessen!
Vormerken – Die Staatsoper Unter den Linden hat ihren Spielplan für die kommende Saison veröffentlicht. Der Beethoven-Zyklus der Staatskapelle unter Leitung von Daniel Barenboim, der ursprünglich im April aufgeführt werden sollten, eröffnet die neue Spielzeit – mit reduzierter Platzkapazität – am 31. August. Als erste Oper steht Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ auf dem Programm. Der Ticketvorverkauf beginnt am 1. Juli um 11 Uhr – wir erinnern Sie dran.
Karten sichern – Es wird ein kurzes Vergnügen, aber wer weiß, vielleicht etabliert sich das Open-Air-Kino in den Gärten der Welt ja? Vorerst flimmert es in Marzahn nur an diesem Wochenende, auf dem Programm stehen „The Gentlemen“ (Fr), „Once Upon a Time in Hollywood“ (Sa) und „Joker“ (So). Wichtiger Hinweis, um rechtzeitig im Liegestuhl lümmeln zu können: Die letzte Gondel fährt um 19 Uhr, der Film beginnt um 21.30 Uhr. Ticket´s für 9 Euro gibt es hier.
Last-Minute-Festival – (Ein Tipp von Ticket-Kollegin Sandra Luzina) Auch das Sounddance-Festival findet in diesem Jahr digital statt. Noch bis Sonnabend treffen internationale MusikerInnen und TänzerInnen aufeinander, um sich auf unbekanntes Terrain vorzuwagen oder mit der eigenen Mischpoke zu verbinden. Von der polnischen Choreografin Anna Piotrowska kann man sich heute ab 19 Uhr zwei Arbeiten als Livestream anschauen. Ihr bodenständiges Solo „Don‘t call me my little sweet pony“ widmet sie der Lust am Wandern. Für Piotrowska ist das Wandern eine zugleich innere wie äußere Reise. In der Performance „Ce_real_mothers“, die in Ausschnitten gezeigt wird, bittet die Choreografin ihre eigene Mutter zum Tanz. Sie erkundet „das, was zwischen uns ist; was unser eigener Raum in der gemeinsamen Welt ist”. Die Musik wurde komponiert von Aleksandra, Anna Piotrowskas älterer Tochter. Drei Generationen vereint – da möchte man als Zuschauerin glatt im Dreieck springen.
Last-Minute-Oper – Noch bis morgen Abend 19 Uhr stellt die Deutsche Oper auf ihrer Website eine audiodeskriptive Einführung zu Leoš Janáčeks Oper „Jenufa“ bereit, die ebenfalls solang als Stream verfügbar ist.
Mit diesem Stadtleben wünscht Stefanie Golla einen (be)rauschenden Mittwoch.
Berlin heute
Verkehr – Oranienstraße (Kreuzberg): Wegen einer Demonstration (s. u.) in der Zeit von ca. 18:30 Uhr bis ca. 22 Uhr zwischen Heinrichplatz und Oranienplatz gesperrt.
A100 (Stadtring): Richtung Wedding ist der Tunnel Britz zwischen AS Gradestraße und AS Buschkrugallee von ca. 20 bis 5 Uhr gesperrt.
S-Bahn: Die S25 ist von 22 bis 1.30 Uhr zwischen Gesundbrunnen und Bornholmer Straße unterbrochen.
Demonstration –Zu einer „symbolischen Zeugnisübergabe an Bildungssenatorin Sandra Scheres für ihre Arbeit in der Coronakrise“ versammelt sich die Schülerunion Berlin mit ca. zehn Teilnehmenden vor der Bildungsverwaltung in der Bernhard-Weiß-Straße in Mitte (12-14 Uhr). Unter dem Motto „Ja zum Lufthansa Rettungspaket“ demonstriert die Industriegewerkschaft Luftverkehr mit ca. 200 Teilnehmenden auf dem Pariser Platz (14-16 Uhr). Ebenfalls 200 Demonstrierende sind angemeldet zu einem „Protest gegen die Verdrängung der Buchhandlung Kisch & Co“ in der Oranienburger Straße 25 in Kreuzberg (18.30-22 Uhr).
Gericht – Ein Lkw-Fahrer muss sich wegen fahrlässiger Tötung einer 23 Jahre alten Fußgängerin verantworten. Der 61-Jährige habe die Frau beim Rechtsabbiegen übersehen und überrollt. Sie verstarb noch am Unfallort (9.00 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 2108).
Heimuniversität – Im Kunstgewerbemuseum startet heute gemeinsam mit dem Studio Experimentelles Design der Hochschule für Bildende Künste Hamburg ein digitales Designfestival, bei dem gemeinsam diskutiert und gearbeitet wird. Das Thema lautet: „Wie wollen wir in Zukunft zusammenarbeiten?“. Da das Kunstgewerbemuseum derzeit noch geschlossen hat, findet das insgesamt dreiwöchige Programm mit Vorträgen, Workshops und interessanten Gästen immer mittwochs, donnerstags und freitags kostenfrei online statt (bis 10. Juli). In der ersten Woche geht es um Kreativität und Erschöpfung.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Alexander Beyer (47), Schauspieler / Nora Jensen, „Schauspielerin, Tangotänzerin: Salud, dinero y amor!“ / Michael Kessler (53), Schauspieler, Komiker und Autor / Richard Zven Kruspe (53), Gitarrist bei Rammstein / Michael Parensen (34), Innenverteidiger bei Union / Eugen Ruge (66), Schriftsteller / Stephan Schmidt, „Bester Lehrer Berlins! Alles Liebe von der ehem. GW-WG – wir knutschen dich!“ / Hans-Jürgen Schult (81), Aktionskünstler / Saralisa Volm (35), Schauspielerin, Bloggerin, Filmproduzentin und Autorin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Prof. Hartmut Friedrich-Lemcke, * 8. Mai 1935, Maler / Dr. phil. Erika Schachinger, * 25. Februar 1935 / Dr. Klaus Unverdroß, * 4. Oktober 1934 / Victor Weber, * 10. Oktober 1937, Oberstaatsanwalt i.R. / Bogislav von Wentzel, * 14. August 1936
Stolperstein – Elsbeth-Luise Epstein (Jg. 1880, geb. Kohn) lebte in der Argentinische Allee 20 in Zehlendorf, bevor sie am 24. Juni 1942 – heute vor 78 Jahren – nach Minsk deportiert und dort ermordet wurde.
Encore
Heute ist Johannistag, also offizielles Ende der Spargelsaison. Und, wie war sie so? Besser als zunächst befürchtet, berichten Lokalzeitungen aus allen Spargelecken Deutschlands. Vor mittlerweile acht Jahren meldete das vom Berliner Verwaltungsmenschen Bernhard Pöschla als Feierabendprojekt betriebene, leider nur kurzlebige Satiremagazin „Kojote“ unter angeblicher Berufung auf die Kultusministerkonferenz: „Spargelkult offiziell als Religion anerkannt“ und zitierte den „Beelitzer Erdbischof“ mit dem Hinweis, dass sich dazu in Deutschland mehr Menschen bekennen als zum Christentum. Das gilt offenbar weiterhin; die Fans bleiben bei der Stange – und freuen sich aufs nächste Frühjahr.
Als CP-Leser können Sie sich schon auf morgen freuen, wenn Ihnen Ann-Kathrin Hipp hier die Spreu vom Weizen schält (oder so).
Bei Ihnen ist hoffentlich alles in Butter.
Machen Sie's gut!