für die einen ist es „nichts weniger als das Überwinden der Kleinstaaterei des 19. Jahrhunderts“ (der Berliner Grünen-MdB Stefan Gelbhaar) oder auch „eine europaweit einmalige ÖPNV-Reform“ (FDP-Verkehrsminister Volker Wissing); andere wähnen das ganze Land unterwegs auf einem Trip im unbezahlbaren „Billigrausch“ (Ralf Euler in der FAZ). Der Zug ist jedenfalls nicht mehr aufzuhalten: Die Länder-MP und der Bundeskanzler haben gestern die Einführung eines deutschlandweiten 49-Euro-Tickets beschlossen. Und ab wann gilt das? Jedenfalls nicht „sofort, unverzüglich“ (Günter Schabowski), aber immerhin „so schnell wie möglich“. (Auf welche weiteren Maßnahmen sich die Runde gestern verständigt hat und auf welche noch nicht, können Sie hier nachlesen).
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Weniger schnell als möglich kommt die Chipkarte für das gerade bis Ende März verlängerte 29-Euro-Ticket bei den Berliner BVG-Kunden an – der Andrang war eine Nummer zu groß für den Dienst nach Vorschrift. Die kuriose Folge: Wer sich sein Billig-Billett noch im Oktober digital bestellt hat, fährt seit Anfang November schwarz – denn auch das bereits bezahlte Abo ist trotz Buchungsbeleg nur mit vollständigem Ausweis gültig. Und wer jetzt noch buchen will, kann das lediglich ab Dezember tun – anders, als auf der BVG-Website versprochen (die BVG sagt, sie prüfe derzeit, wie sie das ändern kann). Zu dem Schwarzfahr-Dilemma teilte uns BVG-Sprecher Jannes Schwentu mit: „Wir werden bei Kontrollen in den kommenden Tagen mit Augenmaß vorgehen.“ Das ist nett, bedeutet aber letztlich: Wer sein Ticket bereits bezahlt hat, aber bisher nur einen digitalen Nachweis hat, ist auf Good Will(kür) der Kontrolleure angewiesen.
Noch länger als die BVG-Kunden auf ihre 29-Euro-Chipkarte warten Anwohner in Mitte auf ihren Parkausweis – vorläufiger Rekord von Antragszustellung bis Plakettenlieferung (gestern im Briefkasten): 126 Tage. Aber immerhin!
Tja, kaum ist Stephan von Dassel hier nicht mehr im Amt, läuft’s in Mitte. Apropos: Was macht er eigentlich, der abgewählte Ex-Bürgermeister? Mal schauen… aha! Er twittert wieder, und zwar einen „Fun Fact“ zur so genannten „Flaniermeile Friedrichstraße“. Er wirft der Weinhändlerin Anja Schröder aus der Charlottenstraße, die erfolgreich gegen die Fortsetzung des Modelversuchs nebenan geklagt hatte, Bigotterie vor: Beim letzten Treffen des Aktionsbündnisses habe sie noch betont, wie sehr sie vom reduzierten Autoverkehr profitiere. Und jetzt: „Klage nur aufgrund von Neid auf Ruhe und entspannte Stimmung in der Nachbarstraße? Kannste dir nicht ausdenken!“ Auch nicht auszudenken: Politische „Modellversuche“, die so wenig durchdacht sind, als wären sie in der Weinschule entstanden. (Welches Konzept Anja Schröder für die Gegend vorschlägt, erklärt sie hier im Interview mit Julia Weiss – zur jetzigen Situation sagt sie: „Für die Gäste ist das der Horror.“)
Jeden Tag ein neues Panikschreiben zur Arbeitsunfähigkeit der Berliner Standesämter (Sie erinnern sich: Wegen eines verknallten Software-Updates kann Ihre Geburt oder Ihr Ableben gerade leider nicht beurkundet werden; CP v. 1.11.). Jetzt hat sich der IT-Staatssekretär der Sache angenommen: In einer Mail an alle Senatsverwaltungen und Bezirke, die Verbände der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen sowie die Bundesagentur für Arbeit informierte Ralf Kleindiek soeben über „Handlungsempfehlungen“ an die Standesämter, wie mit der misslichen Lage umzugehen ist – nämlich mit „Rückstellungsbescheinigungen“. Allerdings ist damit nicht gemeint, Geburten und Todesfälle möglichst zurückzustellen, sondern beglaubigte Kopien auszufertigen. Darauf muss man auch erstmal kommen! Durchsetzen kann der Senat das aber offenbar nicht – dazu nochmal Kleindiek: „Es ist mir ein Anliegen, dafür zu werben…“. Na dann, viel Glück, Sie werden es gebrauchen.
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Ein Abend mit Volker Schlöndorff in der Akademie der Künste am Hanseatenweg. „Der Waldmacher“, ein Dokumentarfilm des Oscar-Preisträgers Schlöndorff über den Alternativen Nobelpreisträger Tony Rinaudo, ist ein leidenschaftlicher Appell, an die Kraft des afrikanischen Kontinents zu glauben. Filmvorführung und Gespräch mit Dorothee Wenner und dem Regisseur.
Sonntag, 6.11., 19 Uhr
Tickets € 6 / ermäßigt € 4
Kettensägen-Massaker in der Puschkinallee: Obwohl Berlin innerhalb von zehn Jahren mehr als 32.000 Straßenbäume verloren hat und der Zustand der restlichen 433.000 Linden, Buchen, Eichen, Ahorne, Platanen und Kastanien „katastrophal“ ist (Umweltforscher und Gutachter Manfred Forstreuter), wird munter weiter gefällt. In Treptow erteilte die Stadtentwicklungsverwaltung von Andreas Geisel eine Ausnahmegenehmigung zum Abholzen von 45 geschützten Bäumen sowie „für weitere Astschnitte und Eingriffe in geschützte Wurzelbereiche dort vorhandener Bäume“. Der Ort des grünen Grauens ist Sicherheitsexperten bekannt: Puschkinallee 52 – das ist die Adresse des Bundeskriminalamts, das aus- und umgebaut wird. Statt Natur vor der Tür wird es hier künftig „Kunst am Bau“ geben – den gleichnamigen Wettbewerb für den BKA-Dienstsitz gewann ausgerechnet ein Wandwerk von Tom Früchtl mit dem Titel „Den Wald vor lauter Bäumen“. So viel Zynismus haut den härtesten Stamm um.
PS: Ein Angestellter der Firma „Alphagrün“ behauptet, seine Firma habe vom BKA den Auftrag erhalten, nicht nur 45, sondern sogar 80 Bäume zu fällen – einer davon, der schon zerlegt ist, soll 200 Jahre alt gewesen sein.
Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ haben gestern wieder eine Straße blockiert (diesmal war der Platz der Vereinten Nationen dran), außerdem beschmierten sie die Parteizentralen von SPD, FDP und Grünen mit orangener Farbe und klebten sich an Wänden fest – trotz aller Kritik an ihren Aktionen auch von Sympathisanten der Klimaproteste. Seit der Blockade der A100 vom Vortag, in deren Verlauf ein Rüstwagen der Feuerwehr in einem Stau stecken blieb und erst mit Verspätung an einem Unfallort eintraf (eine schwer verletzte Radfahrerin war unter einem Betonmischer eingeklemmt), wächst in der Stadt die Wut auf die Demonstranten. Aber welche Schuld tragen Sie konkret? Wie wäre der Einsatz ohne Blockade verlaufen? Wann ist genau was passiert? Unsere Kollegen Julius Betschka und Henning Onken haben den Tag minutiös nachrecherchiert – mit ein paar überraschenden Erkenntnissen. Ihren Text können Sie hier lesen (Abo).
Zu den Aktionsformen der Klima-Aktivisten gehören auch, wie mehrfach berichtet, Attacken auf Kunstwerke mit Farbe oder Lebensmitteln wie Suppen und Kartoffelbrei. Von morgen an dürfen deshalb keinerlei Taschen mehr in die Staatlichen Museen mitgenommen werden.
Uns würde interessieren: Was halten Sie davon?

Berliner Schnuppen
Telegramm
Die wichtigsten Nachrichten vom Krieg in der Ukraine der vergangenen Stunden:
+++ Russlands Einmarsch in die Ukraine hat nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zur größten Vertreibung von Personen seit Jahrzehnten geführt.
+++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Wiederaufnahme des Getreideabkommens als Teilerfolg im Krieg mit Russland.
+++ Nach Spekulationen über eine mögliche nukleare Eskalation im Ukraine-Krieg hat Russland den rein defensiven Charakter seiner Atomdoktrin unterstrichen.
Alle aktuellen Informationen finden Sie in unserem Live-Blog (hier) und auf unserer Live-Karte (hier).
Riesenaufregung um den Bibelspruch an der Schlosskuppel: Die Stiftung Humboldt-Forum will den rekonstruierten Text, den einst König Friedrich Wilhelm IV am Original anbringen ließ, „künstlich kontextualisieren“ und „temporär überblenden“. Das christlich-konservative Deutschland ist empört. Die Widersprüche, die ein königlich-göttlicher Kolonialwarenladen in der modernen Mitte Berlins immer wieder aufs Neue entzündet, werden so allerdings auch nicht geheilt. Es kommentiert Theodor Adorno: „Es gibt kein richtiges Schloss im falschen.“
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TERMIN VEREINBAREN
„Politiker erzählen Märchen“ ist ja eigentlich keine Nachricht mehr – aber bitte nicht falsch verstehen! Das ist nicht etwa ein Zitat von Demokratiefeinden, sondern der Titel einer schönen Tradition, die wir hier jedes Jahr aufs Neue gerne ankündigen. Ja, liebe Kinder – alle weiteren Infos gibt’s hier.
In dieser Woche gibt es erste Gespräche mit der Berliner Kreativszene über eine mögliche Beteiligung am geplanten Tech- und Musikfestival, dessen Ausrichtung allerdings ohne Ausschreibung an die Macher des amerikanischen SXSW-Festivals und den Springer-Verlag ging (pro Jahr 3,5 Millionen Euro). Als ob wir das hier mit der Clubcommission und der Re:publica und einigen anderen nicht auch alleine hinbekommen hätten!
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Seit über 20 Jahren erzählt die Nachrufe-Kolumne jeden Sonntag im Tagesspiegel die Lebensgeschichten verstorbener Berlinerinnen und Berliner. Sie gehen ans Herz, erheitern aber auch mit Anekdoten und geben spannende Einblicke in viele bewegte Leben. „46 Berliner Leben“ vereint Nachrufe aus den Jahren 2010 bis 2021.
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Ex-SPD-Chef Rudolf Scharping hat es in die Staatszeitung „China Daily“ geschafft – dort wurde als „Highlight“ vermerkt, dass er Xi Jingping zur dritten Amtszeit als Generalsekretär der Kommunistischen Partei eine Gratulationsbotschaft schickte. Das könnte sich als geldwerter Vorteil erweisen: Scharping hat einen Beratervertrag mit der chinesischen Regierung und bereiste das Land in den vergangenen 15 Jahren nach eigenen Angaben fast 200mal. Handel ohne Wandel ist eben ein privatdemokratisches Erfolgsmodell.Es kommentiert Mao Zedong: „Das Dogma ist weniger wert als ein Kuhfladen.“
Krystin Arneson von BBC News ist ganz begeistert vom Tempelhofer Feld: Es gibt für sie keinen besseren Platz in Berlin, um die Geschichte und Energie einer der lebendigsten und freizügigsten Städte der Welt zu erspüren – unbebaut, selbstverständlich. Wir sollten uns diesen einmaligen Schatz erhalten. Ihren Report finden Sie hier.
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Sehr dringend sucht die Berliner Polizei ein Stereomikroskop mit Zubehör, Mindestens 8- bis 100-fache Vergrößerung. Lieferung schnellstmöglich. Hm, ob die Beamten den Koalitionsvertrag nochmal unter die Lupe nehmen wollen? Hier z.B., S. 81: „Die besonderen Belastungen für Polizei, Justiz und Rettungsdienst wollen wir auch durch Arbeitsplatzgestaltung anerkennen.“ Oder hier, S. 86: „Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte werden mit ausreichenden technischen Mitteln ausgestattet.“ Wann es so weit ist, steht da allerdings nicht.
Frage an Franziska Giffey: Nachdem die Regierende Bürgermeisterin in dieser Woche schon einen offiziellen Termin am Filmset von „The Bastard“ mit Mads Mikkelsen am Schloss Friedrichsfelde absolviert hat: Wann schaut sie bei den Dreharbeiten zur Fortsetzung von „Die drei von der Müllabfuhr“ mit Uwe Ochsenknecht auf der roten Insel vorbei?
Korrektur: Gestern hat die Inflation auch beim Checkpoint zugeschlagen – aus 39 Millionen Euro Kosten für die Wahl wurden auf dem kurzen Weg vom Text bis zur Zeile im Teaser tausendmal mehr. Nach einer kurzen Intervention der wachsamen Checkpoint-Community hat unser Zentralrechner das Ganze nochmal gecheckt und stellte anschließend zumindest online den Originalzustand wieder her.
Zitat
„Wo wart ihr gestern?“ „Wir war‘n bei Freundschaft.“
Ein Berlin-Bonmot, das uns Checkpoint-Leser Wolfgang Schatton geschickt hat, weil ihm unsere Rubrik „Berliner Lieblingssprüche“ (jeden Tag unter „Encore“) so gut gefällt.
Tweet des Tages
one of my favorite sounds ever is the sound of a crisp new newspaper being read over breakfast for an hour or so… The popping out of it, the folding, the scribbling on the crossword… I hope it never goes out of fashion in our digital world. It is too romantic.
Antwort d. Red.: Popstar Katy Perry teilte ihren 109 Millionen Followern gestern ihre romantische Liebe zur gedruckten Zeitung mit. Falls Sie es zum Frühstück auch mal wieder knistern lassen wollen: Wir haben demnächst ganz was Feines zum Falten und Blättern für Sie. Mehr dazu hier in den kommenden Tagen.
Stadtleben
Essen – Schon als Kind hat Battal Cicek Miesmuscheln aus dem Bosporus getaucht. Als Jugendlicher verkaufte er sie mit seinen Cousins mit Reis gefüllt an hungrige Nachtschwärmer seiner Heimatstadt Istanbul. Nach der Schule zog er nach Kiew, studierte Medizin und ließ sich dort als Arzt nieder. Nach dem Angriff Russlands musste er mit seiner Familie fliehen, kam nach Berlin – und seit August verkauft er wieder Muscheln. Am Kotti kurz vor dem Hermannplatz hat er einenmit Midye 47 Stand in dem Grillrestaurant Mardin. Um die Muscheln mit gewürztem Reis zu füllen, braucht es feine Finger, viel Geduld und etwas Übung. Wie es geht, verrät er hier. Hat man selber mal am Herd probiert, ist man umso beeindruckter von seinen makellosen Muscheln. Tägl. 12-2 Uhr, Kottbusser Damm 36, Kreuzberg, U-Bhf Hermannplatz
Last-Minute – In Jochen Schmidts „Phlox“ dreht sich alles um Richard Sparkas letzte Familienreise in das geliebte Kindheitsparadies Schmogrow im Oderbruch. Die Tatziets, die über Jahrzehnte dort ein Idyll geschaffen haben, sind verstorben, der Abriss des Hauses steht bevor, das Grundstück soll verkauft werden. Dem setzt Richard ein Gedenken der „Wunder von Schmogrow“ entgegen, er, der ewige Kämpfer gegen die „Verhässlichung der Welt“. Dieses geistige Archiv der Lebensweisheiten der Familie Tatziet, dem Richard auf den Grund geht, offenbart allerdings bei näherer Betrachtung durchaus dunkle Seiten. Jochen Schmidts neuer Roman ist aktuell und geschichtsbewusst zugleich. Heute Abend liest er ab 20 Uhr daraus im Buchhändlerkeller, freier Eintritt, Carmerstraße 1, U-Bhf Ernst-Reuter-Platz
Karten sichern – Der Trap-Banjo-Beat von Lil Nas X Hit „Old Town Road“ war für viele das Hintergrundrauschen des Jahres 2019. Damit gelang dem queeren Rapper eine unglaubliche 19-Wochen-Platzierung auf Platz eins der US-Billboard-Charts. Dass er aber kein One-Hit-Wonder, sondern eine echte Pop-Sensation ist, hat er 2021 mit seinem Debütalbum „Montero“ endgültig bewiesen. Der 23-jährige Social-Media-Virtuoso (seine Repliken auf homophobe Kommentare sind legendär) gibt sich darauf ungewöhnlich verletzlich und selbstkritisch. Damit zeigt der junge Künstler, dass ein Gespür für Memes und Seelentiefe sich nicht ausschließen müssen. Für seinen Auftritt in der Max-Schmeling-Halle am kommenden Mittwoch, 9.11., 20 Uhr, gibt es hier noch Karten ab 52 Euro.
Verlosung – Sie ist unvergleichlich und es ist erstaunlich, dass es so lange gedauert hat, ehe ihr ein Film gewidmet wurde. Die Rede ist von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Die österreichische Skandalautorin, Feministin und Rebellin ist das Sujet von Claudia Müllers „Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen“. Darin zu sehen sind viele bis dato nie veröffentlichte Film- und Tonausschnitte sowie neu aufgenommene Off-Texte, u.a. mit Stimmen von Sandra Hüller, Stefanie Reinsperger und Maren Kroymann. Der Film zeichnet ein facettenreiches und sinnliches Porträt einer Frau, die stets als widersprüchlich und unnahbar galt und stellt ihren kreativen Umgang mit Sprache in den Mittelpunkt – gerade bei weiblichen Protagonisten keine Selbstverständlichkeit. Kinostart ist am 10. November. Wir verlosen 3x2 Karten für einen Termin ihrer Wahl.
Grübelstoff – Welche prominente Person, ob lebend oder verstorben, würden Sie gerne im Film porträtiert sehen?
Berlin heute
Verkehr –A115: Im Autobahndreieck Funkturm sind die Zufahrten Halenseestraße und Messedamm von 20 bis 1 Uhr gesperrt.
Stralauer Straße (Mitte): In Höhe Klosterstraße ist in beiden Richtungendie Fahrbahn auf jeweils einen Fahrstreifen verengt und verschwenkt. Die Anbindung Klosterstraße und Littenstraße ist für den Kfz-Verkehr gesperrt. Die Arbeiten dauern bis Ende Februar 2023 an.
Messedamm (Westend):Die Anbindung Messedamm vom Kaiserdamm in Richtung Masurenallee ist für den Kfz-Verkehr gesperrt. Eine Umleitung ist ausgewiesen.
Demonstration – „Warnstreik im Rahmen der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg“,150 Teilnehmende, IG Metall, Oberlandstraße 75 (5.15-6.45 Uhr)
„Warnstreik im Rahmen der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg“, 500 Teilnehmer:innen, IG Metall, Holzhauser Straße 165, von hier u.a. über Seidelstraße, Otisstraße, Egellstraße, Berliner Straße, Abschlusskundgebung an der Otisstraße 33 (9.45-12.30 Uhr)
„Warnstreik im Rahmen der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg“, 40 Personen, IG Metall, Motzener Straße 20 (11.30-14.30 Uhr)
„Mahnwache der Omas gegen Rechts. Für Frieden Toleranz Freiheit und Menschenwürde“, 8 Teilnehmer:innen, OMAS GEGEN RECHTS, S-Bhf Lichtenberg (14-15 Uhr)
„Soziale Krise und zunehmende Armut“, 50 Teilnehmende, KoMed e.V., Richardstraße 64 (17-19 Uhr),
„FREIHEIT FÜR JULIAN ASSANGE! Presse- und Meinungsfreiheit als Grundlage für Demokratie und Frieden“, 35 Personen, Free Assange e.V., Pariser Platz, von hier über Unter den Linden und Wilheimstraße und wieder zurück zum Pariser Platz (18-20 Uhr)
Gericht – Fortsetzung im Mordprozess gegen einen 61-Jährigen. Er soll einen 47 Jahre alten Mann in dessen Auto erschossen haben. Laut Ermittlungen habe er die berechtigte Rückforderung eines gewährten Darlehens vereiteln wollen (9.30 Uhr, Kriminalgericht, Turmstraße 91, Saal 701).
Universität – Im Vortrag „Der jiddische Witz. Eine vergnügliche Geschichte“ im Rahmen der Selma Stern Vortragsreihe spricht heute ab 18 Uhr Prof. Dr. Jakob Hessing über sein im Jahre 2020 im Beck-Verlag erschienenes Buch. Er war bis 2012 Professor und Leiter der Germanistischen Abteilung an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Mendelssohn-Remise, Jägerstraße 51, U-Bhf Hausvogteiplatz. Anmeldung hier erbeten.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Liebste Eva, zum Geburtstag kommen hier allerherzlichste Glückwünsche von Marlis und Thomas“ / Juliane Klein (56), Komponistin und Musikverlagsleiterin / Natascha Manthe (>30), Schauspielerin, „Liebe Grüße ausm Süden!“/ „Meinem Bruder Michael aka Friedrich sende ich die herzlichsten Glückwünsche zum 73.!“ / Roswitha Krause (73), deutsche Schwimmerin und Handballspielerin / „Mein Freund Paul zu deinem Geburtstag einen dicken Kuss von deiner Petra aus Stange“ / Mechthild Rawert (65), ehem. für die SPD im BT / „Liebe Lieblingsschwägerin Rena, den herzlichsten Glückwunsch zum Geburtstag und eine schöne Zeit in Rom wünschen dir deine Berliner / „Liebe Sanni, wir schaffen das. Ohne Dich wäre es nur ¼ so schön wie es im Moment ist. Dir alles erdenklich Gute zu Deinem Geburtstag, Michael“
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Gestorben – Hermann Guhl, verstorben am 14. Oktober 2022, Gartenbaudirektor i.R., ehem. Leiter des Grünflächenamts Tempelhof / Ulrich Haas, * 2. Oktober 1950 / Anita Kraatz, * 21. Juni 1921 / Sabine Mager, * 21. September 1938
Stolperstein – Max Kronheim kam am 22. September 1861 in Guttstadt (heute Dobre Miasto) zur Welt. Er lebte später in Friedrichshagen. Am 26. Juni 1942 wurde er wenige Monate vor seinem 81. Geburtstag von den Nationalsozialisten in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie ihn am 3. November 1942, heute vor 80 Jahren, ermordeten. An der Bölschestraße 46 in Köpenick erinnert seit 2010 ein Stolperstein an Max Kronheim.
Encore
Zum Schluss verrät uns heute Sozialsenatorin Katja Kipping ihren Berliner Lieblingsspruch – er lautet:
„Da kannste nich' meckern.“
Das wurde ja auch Zeit, dass dieser Klassiker endlich mal kommt – wir sind ja schließlich schon bei Folge 14. Aber hören wir mal, was uns Katja Kipping zur Begründung sagt:
„Ich lebe ja schon eine Weile in Berlin, arbeite jetzt auch hier, komme aber bekanntlich von woanders. Aber egal, ob man zu den Zugezogenen oder hier Geborenen zählt, diesen Berlin-Spruch kennen wohl alle, ich höre ihn oft – und er gefällt mir. Warum? Mir gefällt dieses etwas spröde und raue Lob um die Ecke, dass man immer dann zu hören bekommt, wenn jemand etwas gut findet und es einem auf Berlinerisch mitgeteilt wird. Bekanntlich wird in dieser Stadt ja reichlich rumgemeckert, und es mal nicht zu tun, das ist dann schon pure Anerkennung. Ich mag diese dezente Freundlichkeit ohne überschwängliche Euphorie und Lobeshymnen einfach. Berliner Herzlichkeit klingt eben anders. Aber wenn es hart auf hart kommt, dann hakt man sich unter. Gut so!“
Für diesen Checkpoint untergehakt haben sich heute Thomas Lippold, Daniel Böldt und Felix Hackenbruch (Ideen und Recherche), Sarah Borufka (Stadtleben) und Lionel Kreglinger (Produktion) – gut so! Morgen früh übernimmt dann Julius Betschka den Checkpoint und schaut für Sie nach, ob’s irgendwo was zu meckern oder zu loben gibt – wobei wie immer gilt: Nicht gemeckert ist genug gelobt!
Bis dahin,

