wir starten heute mit heimischen Grüßen von Checkpoint-Leser Sune vom „Mügelmeer“.

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Der Vorwahlkampf der SPD ist das heißeste Ding in diesem Sommer: Ohne offen ihre Spitzenkandidatur zu erklären, laufen bei Franziska Giffey und Raed Saleh die Windmaschinen auf Hochtouren. Schauen wir uns das kurz mal an:
Anscheinend völlig unabgestimmt mit den Parteigremien forderte Giffey soeben in einer Art Überraschungsangriff eine Mitgliederbefragung zur Spitzenkandidatur – die der Vorstand (dem sie nicht mehr angehört) ablehnt. Prompt erklärten die Vorsitzenden Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel, sie würden der Partei im September selbst einen Vorschlag unterbreiten – und kritisierten indirekt den Vorstoß Giffeys: „Es gilt jetzt, den größtmöglichen Erfolg der Partei vor eigene Ambitionen zu stellen.“
Das muss allerdings nicht bedeuten, dass Giffey damit raus ist – aus drei Gründen: Erstens ist den beiden Vorsitzenden die Wirtschaftssenatorin politisch näher als ihr Konkurrent Saleh; zweitens steht die Kategorie „größtmöglicher Erfolg der Partei“ nicht unbedingt im Gegensatz zu „eigene Ambitionen“; und drittens kündigen Böker-Giannini und Hikel „einen von der Breite der Partei getragenen Vorschlag“ an – was die Stimmung an der Basis ausdrücklich einschließt. So gesehen ist die Erklärung des Vorstands zwar als Rüffel zu verstehen, nicht aber zwingend als Absage.
Neue Freunde unter den Funktionären hat sich Giffey jedenfalls nicht gemacht – mehrere weitere Vorstandsmitglieder lehnten gestern im Gespräch mit dem Checkpoint eine Mitgliederbefragung ab, die genannten Gründe: Erstens zu teuer, zweitens zu spät, drittens zu zerstörerisch – eine solche Abstimmung demonstriere den Wählern immer Uneinigkeit.
Und damit kommen wir zu Raed Saleh: Der Fraktionschef hat nach dem schmerzhaften Verlust des Parteivorsitzes seine Machtbasis im Parlament weiter ausgebaut. Zuletzt ersetzte er dieser Tage den bisherigen Fraktionssprecher durch eine enge Vertraute auf dem neu geschaffenen Posten „Leitung Presse-, Öffentlichkeitsarbeit, Außenkommunikation“: Den Job übernahm seine vormalige persönliche Referentin Marie-Christine Schultz. Deren bisherige Elternzeitvertretung bleibt Salehs persönliche Referentin und übernimmt einen Teil der Aufgaben in einem Social-Media-Newsroom, dessen Studio Saleh gerade für 55.000 Euro ausbauen lässt – die SPD-Pressestelle zieht dafür im Abgeordnetenhaus vom 3. in den 4. Stock um.
Im Gegensatz zu Giffey wird Saleh für die „Konzeptionelle Neuausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit“ nur intern gerüffelt – ein Abgeordneter, der lieber anonym bleiben will, sagt:„Es gibt die begründete Sorge, dass jetzt das komplette Programm auf Saleh zugeschnitten wird und der Rest der Fraktion nur am Rande vorkommt.“ Tatsächlich kommt Saleh schon jetzt ziemlich oft in der Öffentlichkeit vor – wiederum im Gegensatz zu Giffey vor allem mit Äußerungen, die einen politischen Gegensatz zur CDU betonen, z. B. zur „strukturellen Veränderung der Eigentumsordnung“. Der Koalitionspartner gibt sich plangemäß empört – zur stillen Freude von Saleh.

In einem Edeka-Laden in Zehlendorf (und nicht nur dort) wird sehr prominent ein Magazin angeboten, das laut Bundeszentrale für politische Bildung „ein Medium der extrem rechten Szene“ ist. Auf die Beschwerde eines Kunden antwortet die Edeka-Zentrale zunächst mit einer Distanzierung „von rechtsradikalem Gedankengut und jeglicher Form von Diskriminierung“, erklärt sich dann aber für unzuständig:
„Nach dem deutschen Presserecht hat ein Einzelhändler keinen Einfluss auf die von ihm verkauften Publikationen. Wenn ein Titel erscheinen darf und per Zuteilung durch den Presse-Grosso (BVPG) geliefert wird, ist der Händler verpflichtet, ihn anzubieten, da sein Inhalt im Sinne der Pressefreiheit als rechtlich unangreifbar eingestuft wurde. Der Bundesverband stellt dadurch sicher, dass ein breitgefächertes Meinungsbild ohne individuelle Selektierung des Handels stattfinden kann.“ (Q: Mail vom Edeka-Kundenservice)
Allerdings bietet kaum ein Laden alle mehr als 4000 beim Presse-Grosso geführten Titel an (schon aus Platzgründen), und kein Händler muss jedes angelieferte Heft augenfällig platzieren (ist schon logistisch unmöglich). Tatsächlich gibt es keine gesetzliche Vorschrift, die Edeka (oder sonst wen) dazu verpflichtet, eine Zeitschrift zu beziehen und offen anzubieten – das hat der Bundesgerichtshof per Urteil geklärt (I ZR 182/02), und auch das Bundeskartellamt hat die „Sortimentshoheit“ der Händler festgestellt. Also: Wenn es stimmt, was die Edeka-Zentrale behauptet („distanzieren uns von rechtsradikalem Gedankengut“) wird sich der Händler in Zehlendorf sicher freuen, dass er die Distanzierung sehr wörtlich nehmen und das Rechtsaußen-Magazin aus seinem Laden verbannen kann (wenn er denn will).
Neue Serie – Bei der Feuerwehr brennt’s (Teil 1): Nach Checkpoint-Informationen können immer mehr Einsatzkräfte nicht ausrücken, weil der Nachweis ihrer Tauglichkeit abgelaufen ist (u. a. „Arbeiten in Höhen und Tiefen“, „Arbeiten unter schwerem Atemschutz“): Der mit der regelmäßigen Prüfung beauftragte Arbeitsmedizinische Dienst vom TÜV, dessen Vertrag nur noch bis Februar 2026 läuft, sagt reihenweise Termine ab und vergibt kaum noch neue. Und die Lage wird noch heißer: Die Ausschreibung für die TÜV-Nachfolge ist offenbar viel zu spät erfolgt, außerdem hat niemand einen Überblick, welche Tauglichkeitsnachweis wegen fehlender Untersuchungen wann genau ungültig werden – es gibt keine zentrale Erfassung. Lesen Sie morgen hier in Teil 2: Wie bei der Feuerwehr die Maske fällt.
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Der Schriftsteller Christoph Brumme (u. a. „Ich habe Russland geliebt“) hat kürzlich beim Besuch des Bürgeramts Pankow „fast einen Herzinfarkt bekommen“ – dabei wollte er nur seinen neuen Pass bezahlen. Doch die ihm verfügbaren Zahlungsmittel („vom Papiergeld bis zur goldenen Karte“) wurden allesamt abgelehnt: Wegen „andauernder Bauarbeiten im Kassenbereich“ akzeptiert man hier ausschließlich die Girocard (EC). Brumme, der seit 2016 in der Ukraine lebt, war empört: „Wo bin ich? Wie bitte? Nur EC-Karten? Ich erinnere mich, die wurden hier früher aus Holz geschnitzt und auf Eselskarren durch Berlin gefahren. Aber so etwas habe ich nicht, ich komme aus einem modernen Land“, schrieb er später auf Facebook. Erst als Brumme mit einem Hungerstreik drohte und erklärte, er werde so lange sitzenbleiben, bis die Sachbearbeiterin eine andere Möglichkeit finde, ihn seinen Pass bezahlen zu lassen, kam Bewegung in die Sache: Eine herbeigerufene Vorgesetzte ließ ihn bar bezahlen – „ausnahmsweise!“. Brummes Fazit: „Wahnsinn im Frieden“.
Beim Stichwort „Eiserner Vorhang“ fällt vor allem den älteren Generationen die Trennung von Ost und West sowie der Kalte Krieg ein – tempi passati! Doch jetzt ist er plötzlich wieder da, aufgetaucht in einer Ausschreibung des Landes Berlin: Zwischen Förderanlagen, Aufzugsanlagen, Fahrtreppen, Fahrsteigen und einem Transportpodium steht er einfach so da, als „Maßnahme B25053-10197001-001 Eiserner Vorhang“. Hm, da wird doch wohl nicht etwa wieder einer keine Absicht… ach nein, ist alles nur fürs Theater – genauer gesagt geht’s um einen Brandschutz fürs Maxim-Gorki-Theater. Es kommentiert (so in etwa) Bertolt Brecht: „Wir sehen den Vorhang zu – und haben keine Fragen mehr.“
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Mit 20 Produktionen (3 Uraufführungen, 10 Deutschlandpremieren) an 10 Veranstaltungsorten macht das diesjährige Festival vom 13.-30.8. Tanz zum Resonanzraum aktueller gesellschaftlicher Fragen und ästhetischer Visionen, u.a. mit
Marlene Monteiro Freitas, Lovísa Ósk Gunnardóttir und Cullberg / Ligia Lewis.
Infos & Tickets: www.tanzimaugust.de
Seitenweise Sommer: Gemeinsam mit Berlins beliebtesten Kiezbuchhandlungen empfiehlt Team Checkpoint in den Ferien täglich ein Buch, das wie für die Hängematte gemacht ist. Heute mit der Buchhandlung „Mertiny & Sohn“ aus Wilmersdorf. Checkpoint-Leserin Ulrike Posern schreibt: „Nach einem Besuch dort geht es mir immer besser, egal wie gestresst ich vorher war.“
„Mertiny & Sohn“ empfehlen „Thomas Mann macht Ferien – Ein Sommer am See“ von Kerstin Holzer: „Tegernsee 1918,– eine Zeit der Umbrüche in Europa; genau wie für Thomas Mann, dem man in diesem leichten, auch humorvollen Buch in seinem Familienurlaub näher kommen kann und das gekonnt Persönliches aus Manns Leben mit Geschichtlichem verknüpft. Auch sprachlich ist das Buch ein Genuss, – seinem Thema angemessen. Eine schöne Sommerlektüre für Nachmittage an einem Gewässer in Brandenburg oder anderswo.“ Unter anderem auch im Tagesspiegel-Shop erhältlich.
Hier unsere heutigen Lese-Empfehlungen aus dem Tagesspiegel:
+ Eigentlich hatte eine Jury bereits entschieden, wer die Bebauung des berühmten SEZ-Geländes entwickeln soll, inklusive Komplett-Abriss des ehemaligen Spaßbads. Nun will ein politisch einflussreiches Jurymitglied doch noch einen anderen Entwurf durchsetzen – und dieser sieht einen Teilerhalt des Ensembles vor. Teresa Roelcke berichtet.
+ Kuriositäten aus der Berliner Schulplatzkrise: Clara soll nach den Ferien eine Gemeinschaftsschule auf der Insel Gartenfeld besuchen – doch die ist noch gar nicht gebaut. Saara von Alten hat der Baustelle gemeinsam mit Clara und deren Mutter einen Besuch abgestattet.
+ Verhaltenstipps für Wohnungsbesichtigungen: Wie schafft man es, sich bei einer Besichtigung gegen andere Bewerber durchzusetzen? Psychologe Michael Thiel hat unserer Reporterin Heike Jahberg einen entscheidenden Trick verraten.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wir Berliner schätzen unsere Stadt nicht genug – findet jedenfalls ein Tourist aus New York, der auf Reddit dafür viel Zuspruch erhält: „Berliners love, love, love to complain about their city, and most of you don‘t seem to really appreciate how great it is.“ Perfekt sei auch Berlin zwar nicht, aber im Vergleich zu seiner Heimatstadt in jeder Hinsicht erstaunlich gut. Na, da haben wir mal nichts mehr zu meckern…
… okay, stimmt natürlich nicht, denn piep, piep, piep – nicht nur New Yorker haben Berlin lieb, sondern auch die Ratten: 2023 gab es 7900 Einsätze zur Bekämpfung, im vergangenen Jahr waren es schon 8500. Ursachen sind laut Senat vor allem ungesicherte Müllentsorgung, Essensreste im öffentlichen Raum und bauliche Mängel wie undichte Abwasserleitungen. Kleiner Trost auch hier: In New York City ist es noch schlimmer – der Bürgermeister rief sogar einen „Krieg“ gegen den „Staatsfeind Nummer 1“ aus. Erste Maßnahme: Das Aufstellen von Müllcontainern. Was es nicht alles (nicht) gibt… (Q: Anfrage MdA Jian Omar, Grüne).
Wird dagegen der CSD immer sauberer? Rund 120 Kubikmeter Müll hat die BSR diesmal aufgesammelt – 40 weniger als 2024 und weniger als die Hälfte von 2022. Aber Achtung: Für die Reinigung der Tiergarten-Grünflächen ist die BSR nicht zuständig.
Eher schleppend läuft die erste landesweite Beschäftigtenbefragung „Impuls Berlin“ (der Checkpoint berichtete). Trotz mehrfacher Verlängerung haben bisher nur zwölf Prozent der Beschäftigten teilgenommen (Q: Schriftliche Anfrage Hendrikje Klein, Linke). Besonders gering ist die Quote mit fünf Prozent bei der Polizei.
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Apropos Polizei: Diesucht via Ausschreibung aktuell zwei „Spezialermittlungswagen“ mit Aussichtsplattform. Polizeiarbeit mit Weitsicht…
… und damit der Polizei dann nicht das passiert, was einst Gerhard Seyfried mit seiner legendären Karikatur „Pop! Stolizei! Äh! Stei! Polizop! Nein, öh . . . Stop! Poliz . . . Weg isser . . .“ beschrieb, kauft die Behörde auch gleich noch 1600 Handschellen („inkl. zwei Schlüssel“) der Marke Smith & Wesson (Slogan: „Double safe – the best there is“).
Hier eine Meldung exklusiv für „Frauen, die das Meiste im Haushalt übernehmen“ (Männer, die das Wenigste im Haushalt übernehmen, bitte hier nicht weiterlesen): Für ein Experiment mit versteckter Kamera werden Sie von RTL gesucht! Voraussetzung: Sie leben in Berlin und wünschen sich von ihrem Mann mehr Beteiligung. Wichtig ist noch folgender Hinweis: „Er darf von der Produktion vorher nichts erfahren!“ Also, pssst…
Nach den Linken wollen jetzt auch Grüne und SPD am Roten Rathaus neben Israels Flagge die Fahne von Palästina hissen – „als Zeichen der Solidarität mit der Bevölkerung“ (gleichlautend).
Aus der Rubrik „Abgehobene Jobs“: Die Flughafengesellschaft sucht zur Verstärkung der Abteilung Unternehmenssteuerung/Management einen „Referenten für Politik und Gesellschaftsangelegenheiten“ – eine Aufgabe, die früher schon mal deutlich stressiger war.
Aus der Mailbox: „Wir bei der Berliner Tafel sind dringend auf der Suche nach ehrenamtlicher Unterstützung – wäre es möglich, dass Sie uns mit einem Aufruf im Checkpoint unterstützen?“ Na, das machen wir doch gerne! Also: Im Juli und August werden noch helfende Hände für die Sortierung von Obst und Gemüse und beim Tütenpacken gebraucht – zu allen möglichen Zeiten auf dem Großmarkt in Moabit. Anmeldungen gerne per Mail an ehrenamt@berliner-tafel.de oder telefonisch unter 030/68815003/09.
Zitat
„Die Terminverwaltung wird momentan gewartet. Bitte probieren Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.“
Regelmäßige Auskunft auf der Website von service.berlin.de zur Terminvergabe der Bürgerämter.
Stadtleben
Verlosung – Falls Sie das noch nicht mitgekriegt haben: Im Museum für Kommunikation gibt es eine neue Gastronomie. Testen könnte man das „W66“ zum Beispiel beim Brunch am Sonntag auf der Terrasse, dafür verlosen wir zwei Plätze! Geboten wird „Fruits & Flames“, also Früchte in allen Varianten, es gibt u.a. gegrillte Ananas, Pfirsich-Burrata-Crostini und Weißwein satt (ab 11 Uhr). Brunch künftig jeden ersten Sonntag im Monat. Regulär kostet das Event 39 Euro pro Person (ein Museumsticket ist nicht nötig), Leipziger Straße 16, U-Bhf Mohrenstraße
Essen & Trinken (mit Urlaubsflair) – Ferien in weiter Ferne? Gehen Sie halt in der Pause wenigstens südländisch essen. Bei „Meraki“ gibt es laut unserer Probe-Esserin Elisabeth Binder „griechische Dorfküche in dionysischen Portionen“. Vorab tunkt man frisches Brot in exzellentes kretisches Öl; dann gibt es u.a. weiße, mazedonische Riesenbohnen in Tomatensauce, Zucchini-Käse-Bällchen und hausgemachte Bauernwurst. Später gegrilltes Lammfilet, dazu reichlich mit griechischen Kräutern bestreute Ofenkartoffeln. Auf der Mittagskarte zum Beispiel gefüllte Paprika. Eine Terrasse haben sie auch. Di-So ab 12 Uhr, Ludwigkirchstraße 1, U-Bhf Spichernstr.
Mit Anhang – Damit in Woche eins der Ferien gleich mal die Fronten geklärt sind, empfiehlt sich ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung „Zocken. Gamen. Suchten.“ Bei der Schau im Jugendbereich der Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda (bis 16.9.) geht es interaktiv um Social Media, Gaming und Glücksspiel. Mittels Quizzen, Videos und Spielen kann man sich niedrigschwellig ans Thema herantasten – und hinterher bei einer Cola die Modalitäten der Gerätenutzung für die kommenden Wochen besprechen. Eintritt frei, Mo-Do 10-19 Uhr, Fr 10-17 Uhr, Sa 10-15 Uhr, Frankfurter Allee 14A, U-Bhf Frankfurter Tor
Für umme – Große Portion Fun zum Feierabend: Beim Tanzkurs im Park am Gleisdreieck steht heute Lindy Hop auf dem Stundenplan – ein ernstzunehmendes Vergnügen, aber wer das zum ersten Mal macht, schleudert seine Gliedmaßen chaotisch in der Gegend herum, trust us. Anfänger zappeln draußen (18 Uhr), Fortgeschrittene parallel im Café Jules B-Part. Danach Swing-Konzert (19-22 Uhr), auch zum Tanzen, dazu Drinks und Snacks. Im Sommer jeden Dienstag, freier Eintritt zum Konzert (Spenden erwünscht); der Tanzkurs kostet 15 Euro, Luckenwalder Straße 6b, U-Bhf Mendelssohn-Bartholdy-Park
Sommerhappen – Neues 3-Zutaten-Gericht: Eis ohne Eismaschine. Sie können dieses vegane Sorbet wahlweise als Dessert, Nachmittagsnack oder als sinnvolle Kinderbeschäftigung verkaufen. Man braucht für eine Familienportion 500 g Beeren (zum Beispiel Himbeeren oder Erdbeeren, frisch oder TK), 150 g Zucker, eine Bio-Zitrone. Zitrone waschen und die Schale abreiben, dann eine Hälfte auspressen. Saft und Abrieb mit den Früchten, dem Zucker und 100 ml Wasser im Standmixer (Pürierstab geht auch) mixen, bis eine glatte Masse entsteht. In einer flachen Form gefrieren, nach 90 Minuten geht die Masse schon als Sorbet durch und kann ausgeteilt werden.
Kiekste
Turmfalken-Stellplatz auf dem Tempelhofer Feld. Entdeckt von Leserin Drea Berg. Merci! Weitere Berlin-Beobachtungen gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A10 (Östlicher Berliner Ring): In den folgenden Nächten (29./30.7. und 30./31.7.) ist die Autobahn, jeweils von 20 bis 5 Uhr, in Fahrtrichtung Dreieck Spreeau zwischen der Anschlussstelle Freienbrink und dem Dreieck Spreeau gesperrt.
Kantstraße (Charlottenburg): Die Einbahnstraßenregelung der Fasanenstraße zwischen Kantstraße und Hardenbergstraße wurde gedreht. Bis 2027 ist die Straße in Richtung Kantstraße gesperrt.
Märkische Allee (Marzahn): Bis Mitte August ist die Fahrbahn stadtauswärts zwischen Allee der Kosmonauten und Poelchaustraße auf zwei Fahrstreifen verengt und verschwenkt.
Unter den Linden (Mitte): Bis Ende September ist Richtung Brandenburger Tor das Linksabbiegen an der Kreuzung Neustädtische Kirchstraße/Glinkastraße nicht möglich.
Dammweg (Neukölln): Die Straße ist bis auf Weiteres stadteinwärts in Höhe Aronsstraße gesperrt.
Martin-Luther-Straße (Schöneberg): Bis Ende Oktober ist die Fahrbahn in beiden Richtungen in Höhe Fuggerstraße auf einen Fahrstreifen je Richtung verengt und verschwenkt. Das Linksabbiegen an der Kreuzung ist nicht möglich. Die Querung der Straße ist gesperrt.
Demonstration – Für heute sind neun Demos angemeldet (Stand 28.7., 15.30 Uhr), u.a. „Die Botschaft muss geschlossen werden“: zehn Demonstrierende, O.I.P.M., Podbielskiallee 69 (0-24 Uhr)
„Beendet die Abschiebung jesidischer Flüchtlinge aus Deutschland“: 30 Teilnehmende, Jesidische Kultur und Gemeinschaft, Konrad-Adenauer-Straße 1 (10-18 Uhr)
„Die Verfolgung von FALUN DAFA / FALUN GONG-Praktizierenden in China beenden. Die Diktatur der Kommunistischen Partei Chinas auflösen“: fünf Protestierende, Falun Dafa Verein, Jannowitzbrücke (10.30-13 Uhr)
„Aufklärung für den Frieden“: 20 Menschen, Schildbürger, Luisenhain (16.30-18.30 Uhr)
„Drag saves lives“: 300 Teilnehmende, John-F.-Kennedy-Platz (19-21.30 Uhr)
Gericht – Nach beinahe tödlichen Schüssen in einer Bar in Berlin-Wilmersdorf müssen sich zwei 54- und 24-jährige Männer wegen versuchen Mordes verantworten, eine 37-jährige Frau ist wegen Beihilfe mitangeklagt. Der 54-Jährige habe das Opfer (27) für den Tod seines Bruders verantwortlich gemacht. Erst sei es zu einem Streit gekommen, dann habe der ältere Angeklagte den 24-Jährigen angewiesen, den 27-Jährigen zu erschießen. Der Mann sei lebensgefährlich verletzt worden (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A217).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Catherine Chikosi (34), Schauspielerin und Sprecherin (u.a. in der Serie „Bettys Diagnose“) / „Der AIDA-Veteran wünscht der Powerfrau Adelina Hnaino alles Gute zum Jubeltag! Lass es richtig krachen! Das Anstoßen holen wir nach!“ / Jenny Holzer (75), US-amerikanische Konzeptkünstlerin, im Bundestag ist am Nordeingang ihre Arbeit „Installation für das Reichstagsgebäude“ zu sehen / Sten Nadolny (83), Schriftsteller („Die Entdeckung der Langsamkeit“), wurde für sein Werk unter anderem mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet / Eric Sindermann (37), ehemaliger Handballer (u.a. PSV Tegel Berlin), Reality-TV-Teilnehmer „Promi Big Brother“ und Modedesigner / „Liebster Tilman: Zum 71. wünschen wir dir alles Gute! Freuen uns auf weitere Jahre mit Dir … deine Pauline, Stella, Ami und Noah und natürlich Willy“ / Ulrich Tukur (68), Schauspieler (u.a. „Das Leben der Anderen“), spielt in der Wiesbadener „Tatort“-Reihe den Ermittler Felix Murot; tritt auch als Musiker zusammen mit den „Rhythmus Boys“ auf, nächstes Konzert am 30.8.
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Jörg Ewert, * 28. Dezember 1937, verstorben am 11. Juli 2025 / Imma Hillerich, * 23. Mai 1954, verstorben am 2. Juli 2025 / Artur Prozell, * 23. Juli 1933, verstorben am 11. Juni 2025
Stolperstein – Jeanne Behar wurde, heute vor 105 Jahren, am 29. Juli 1920 in Paris geboren. Ihr Vater Nissim, der aus der Türkei stammte, war auf der Suche nach Arbeit nach Frankreich gezogen; als das nicht gelang, kehrten er und seine Frau Lea samt Familie nach Berlin zurück. Jeanne, ihre Eltern und ihre ältere Schwester wurden am 14. Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert und dort von den Nazis ermordet. An Jeanne Behar erinnert ein Stolperstein in der Kantstraße 154a in Charlottenburg.
Encore
Fernsehturm, East Side Gallery, Reichstagskuppel & Co: Team Checkpoint empfiehlt in den Ferien an dieser Stelle 36 Berlin-Klassiker, die von Touris geliebt und von Berlinern meist gemieden werden. Für alle, die einen Blick über den Kiezrand wagen und ihre Stadt neu entdecken wollen. Heute: ein Aufenthalt im Historischen Hafen.
Berlins offizielles Touristenportal „Visit Berlin“ schreibt: „Kühle Drinks, ein sanftes Schaukeln, und einer der spektakulärsten Panorama-Blicke Berlins.“ So ist es. Das östliche Ende der Fischerinsel, wo einst die erste Siedlung der späteren Stadt Berlin auf Pfahlbauten entstand, ist zudem ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Spaziergang entlang der Spree bis zur Museumsinsel.
Sicher in den Hafen gebracht haben die MS Checkpoint heute Alexander Fröhlich, Isabella Klose, Christoph Papenhausen (Ausguck), Antje Scherer (Bordunterhaltung) und Jaqueline Frank (Maschinenraum). Morgen legen hier Daniel Böldt und Jessica Gummersbach mit Ihnen ab.