nicht nur der Checkpoint hat mich diese Nacht wachgehalten, auch die Auszählung der Midterm-Wahlen in den USA hat mich zu bedenklichem Koffeinkonsum getrieben. Wer Angst vor einem Déjà-Vu der Wahl von 2020 hatte, muss jetzt stark sein: Es dauert. Der wichtige Swing State Georgia geht erst am 6. Dezember in die Stichwahl der Senatskandidaten – und Arizona und Nevada zählen wieder so langsam, dass es physisch schmerzt (wir erinnern uns an den Internet-Spott von 2020!).
Ein Blick auf die Zahlen: Zwar liegen die Republikaner bei der Wahl zum Repräsentantenhaus vorn, doch die prophezeite „Rote Welle“ ist ausgeblieben. Mit Stand vom Donnerstagmorgen stünden den Republikanern 207 und den Demokraten 189 Sitze zu (Mehrheit: 219 Sitze). Im Senat liegen die Republikaner (49) mit einem Sitz vor den Demokraten (48). Für eine Mehrheit hier gebraucht: 51 Sitze.
Zusätzlich zu den Kongresswahlen stand in mehreren Staaten das Recht zur Abtreibung auf dem Stimmzettel: Kalifornien, Vermont und Michigan stimmten für Verfassungszusätze, die das Recht garantieren. Im konservativen Kentucky stimmten Wähler:innen überraschend gegen einen Vorschlag, Frauen das Recht explizit abzusprechen.
Washington-Korrespondentin Juliane Schäuble schickt uns ihre nächtliche Wahl-Einschätzung:
„Amerika hat gewählt. Aber wie denn nun eigentlich? Wahrscheinlich, aber nicht sicher ist, dass die Republikaner künftig die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen. Gut möglich ist aber, dass die Demokraten im Senat knapp die Oberhand behalten. Fest steht aber schon mal: Donald Trump ist der allergrößte Verlierer. Er hat nun in Floridas wahlgestärktem Gouverneur Ron DeSantis erstmals seit sechs Jahren einen ernsthaften Herausforderer aus der eigenen Partei. Tritt Trump trotzdem an, und wenn ja, wann wird er dies bekanntgeben? Trump wäre nicht Trump, wenn er berechenbar wäre. Also heißt es: weiter warten.
Der amtierende Präsident wiederum vertreibt sich die Zeit mit Siegesrunden – und mit ein bisschen Spott: Am Mittwochabend erklärte er, die Kongress-Zwischenwahlen seien ein guter Tag für die Demokratie und für Amerika. Und er konnte es sich nicht verkneifen, über ein mögliches Duell zwischen Trump und DeSantis zu sagen: ‘Es wird unterhaltsam sein, zuzusehen, wie sie sich miteinander anlegen.’”
Alle Entwicklungen lesen Sie im Live-Blog und unserem Newsletter Washington Weekly.
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Eine merkwürdige Verwandtschaft – Die Autoren Daniel Kehlmann und Etgar Keret sprechen anlässlich der Ausstellung „Inside Out“ im Jüdischen Museum Berlin über das Verhältnis von Israelis und Deutschen und die Übersetzbarkeit von Kerets Texten ins Deutsche. 29.11.2022, 19 Uhr. Jetzt eines der letzten Tickets sichern
Weiter geht es auch heute – leider – mit einer neuen Entwicklung zum tödlichen Unfall auf der Bundesallee vor zehn Tagen. Nachdem eine Notärztin die „Letzte Generation“ entlastete hatte, erhebt der Abschlussbericht der Berliner Feuerwehr nun doch heftige Vorwürfe gegen die Klimaaktivist:innen. Ohne den Stau auf der A100 wäre der Rüstwagen nur eine Minute nach der Notärztin eingetroffen, heißt es in dem Schreiben. Mit dem Spezialgerät hätte die Radfahrerin schonender unter dem Betonmischer hervorgeholt werden können. Stattdessen musste der Lkw erneut über das Unfallopfer gefahren werden – eine Methode, die nicht empfohlen werde. Details und Hintergründe des Berichts hat mein Kollege Alexander Fröhlich aufgeschrieben.
Auch gestern führte die „Letzte Generation“ Protestaktionen durch: Während es an drei Orten – an der A100 – zu Straßenblockaden kam, kletterten zwei Aktivistinnen mit einem Banner auf das Brandenburger Tor.
Es werde Licht: Die Werbeplane von Neukölln ist weg! Am Dienstag hat die Werbefirma das verhüllte Haus in der Sonnenallee befreit. Der Vermieter hatte die Verhängung auf drei Hausseiten mit künftigen Sanierungsarbeiten begründet: Die Plane sollte verhindern, das Putz hinunterfiele. Fakt ist aber: Das Ding war nicht genehmigt – daher ließ das Bezirksamt das Plakat abhängen.
Einen ähnlichen Fall schildert uns CP-Leserin Birgit Hesse: Auch ein Haus an der Ecke Kant-/Kaiser-Friedrich-Straße sei seit dem Winter verdunkelt – mittlerweile mit dem 5. (!) Werbeplakat, aktuell von Apple. Unser Charlottenburg-Experte Cay Dobberke weiß: Die Genehmigung für das aktuelle Riesenposter ist schon im Juni abgelaufen. Ein Bußgeld wurde in diesem Fall noch nicht gefordert.
Weil die Werbeagentur dem Ordnungsamt aber mittlerweile mit Klagen droht (!!), arbeitet der Bezirk an neuen Maßnahmen zur Bekämpfung – zum Beispiel, werbende Firmen direkt zu kontaktieren. Revolutionär! Dass das drüben Neukölln so viel schneller geht, begründet Stadtrat Fabian Schmitz-Grethlein dem Checkpoint gegenüber mit dem „öffentlichen Druck“. Und bedauert generell: „Die Bußgelder, die gezahlt werden, sind eingepreist.“
Apropos Poster: Wir sammeln Fotos! Für die Zeitung (mehr verraten wir noch nicht!) sucht der Checkpoint Ihre schönsten und kuriosesten Berlin-Momente, à la “Dit is Berlin”. Einsendungen nehmen wir untercheckpoint@tagesspiegel.deentgegen – wir hängen sie auch nicht an Hauswände, versprochen.
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Art and the City – am 17.11.2022
um 18:00 Uhr
Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft, entdeckt die Kunst im öffentlichen Raum. Vom Denkmal über Straßen-
musik, vom Graffiti bis zu Kunstaktionen. Können Architektur und Kunst in der Stadt das Lebensgefühl verbessern? - Jetzt das kostenfreie Ticket sichern! Alles über das Projekt: emo.futurium.de
Wir machen weiter mit einer traurigen Nachricht: Kurz vor seiner Rede bei einer Gedenkveranstaltung zum 9. November ist der DDR-Bürgerrechtler und Grünen-Politiker Werner Schulz im Schloss Bellevue zusammengebrochen. Er konnte nicht mehr reanimiert werden. Mein Kollege Hans Monath hat einen bewegenden Nachruf auf den Mann verfasst, der als einziger DDR-Bürgerrechtsaktivist gilt, der sich in seiner Partei dauerhaft durchsetzen konnte – er schreibt:
„Es gibt nicht viele Politikerinnen und Politiker, die sich auf unabhängige Weise für die Demokratie einsetzen, die ihren Weg unbeirrbar gehen, sich weder von brutalem Druck noch süßem Lob korrumpieren lassen und gerade deshalb von vielen geachtet werden. Werner Schulz war einer von ihnen.“
Müll, Müll und nochmals Müll: Warum es Berlin nicht gelingt, seine Arrangements aus Säcken, Matratzen und Schrotträdern (Frei nach Twitter: 30 qm, 700€ kalt) loszuwerden, wollte Holger Krestel (FDP) vom Senat wissen. In dessen Antwort überbieten sich die Bezirke mit Erklärungsversuchen, warum es einfach nicht klappen will – eine Runde Bullshit-Bingo:
Charlottenburg-Wilmersdorf:
„Eine ständige ‚Überwachung‘ bestimmter Örtlichkeiten ist aufgrund des vielfältigen Aufgabengebietes, welches ein pulsierender Innenstadtbezirk wie Charlottenburg-Wilmersdorf mit sich bringt, leider nicht möglich.“
Tempelhof-Schöneberg:
„Eine Ermittlung von Täterinnen und Tätern ist nur möglich, wenn diese ‚in flagranti‘ ertappt werden. Dies ist bei nicht ganz kleinen Müllablagerungen üblicherweise aufgrund der im Beisein anderer empfundenen sozialen Kontrolle nicht der Fall.“
Steglitz-Zehlendorf:
„Der im Fernsehen gern gesuchte Adressaufkleber reicht grundsätzlich nicht als Ermittlungsansatz aus, denn er sagt nur etwas darüber aus, wem der Müll bzw. ein Teil davon mal gehört hat, aber nicht, wer ihn abgelagert hat.“
Treptow-Köpenick:
„Die Ergebnisse der bisherigen Kontrollmaßnahmen belegen, dass ‚Massendelikte‘ wie Verunreinigungen durch Zigarettenkippen und Hundekot leichter festzustellen und zu ahnden sind als illegale Haus-, Sperrmüll oder Bauabfallentsorgungen. Bei der Ahndung der letztgenannten Ordnungswidrigkeiten sind auch in Zivil allenfalls ‚Zufallstreffer‘ möglich.”
Immerhin Neukölln beruhigt:
„Das Aufspüren von sogenannten Müllsünderinnen und Müllsündern sowie das Veranlassen der Beseitigung illegaler Müllablagerungen stellt im breiten Aufgabenspektrum des Ordnungsamtes Neukölln eine wichtige Aufgabe dar.“
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18.11. 9-17 Uhr | Konferenz | Strategien gegen Verschwörungs-
ideologien und Desinformation |
Deutscher Bundestag
Zeiten der Unsicherheit sind ein Nährboden für Fake News und krude Thesen, wie Aktionen von Demokratiefeinden und die rasante Verbreitung von Desinformation im Netz zeigen. Als grüne Bundestagsfraktion kämpfen wir gegen Rechtsextremismus und Verschwörungsideologien und setzen uns ein für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit dabei, Konstantin von Notz, Lamya Kaddor u. v. a.
Ein kleiner Berg (nicht aus Müll, sondern aus Erde!) befindet sich auch auf dem Eulenspielplatz in Pankow. Der Platz ist derzeit zum größten Teil gesperrt. Warum, wollte Maximilian Meisgeier (SPD) vom Bezirksamt wissen – das schockiert: „In dem abgesperrten Bereich befindet sich ein Hang, welcher untergraben wurde und derzeit nicht verkehrssicher ist.” Ein ganzer Hang? Untergraben?! Das muss die Rache der Berliner Wildschweine sein – oder die Rückkehr des Grauflächenamts! Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) beruhigt auf Checkpoint-Anfrage: „Bei dem angesprochenen Hang handelt es sich nicht um ein ‚Werk‘ des Straßen- und Grünflächenamts Pankow.” Derzeit werde der Hügel befestigt. Sie vermutet, dass der Hang von „besonders fleißigen Buddlern” oder Tieren untergraben wurde. Was unsere Wildschweintheorie nicht ausschließen...schnell zum nächsten Thema.
Die Ökos trollen: Mit einem Trick will die Grünen-Fraktion im AGH die SPD dazu bringen, den A100-Ausbau zu stoppen. Die Fraktion will den Flächennutzungsplan so ändern, dass die Flächen nicht mehr zur Verlängerung der Autobahn genutzt werden dürfen, sondern für Wohnungen, Schulen und Gärten. Bisher stemmt sich die SPD-Fraktion dagegen – dabei hatte sich ihr eigener Parteitag im Juni gegen den Autobahnausbau ausgesprochen. Das Papier der Grünen ist nun exakt wortgleich mit dem, den der SPD-Landesparteitag selbst beschlossen hat, samt Grammatikfehler. Die SPD-Spitze will trotzdem nicht nachgeben – heia, Koalitionskrach!
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Berlin ist Zuhause. Für euch und Gäste aus der ganzen Welt. Airbnb setzt sich deshalb aktiv für effektiven Wohnraumschutz ein. Erfahre mehr darüber, welche Regeln wir ab dem 01.03 für alle Gastgeber:innen auf Airbnb in Berlin zur Pflicht machen:
airbnb.com/berlin-bleibt-wie-es-ist
Wir blicken 4350 Kilometer in den Süden. Noch zehn Tage, bis in Katar die Fußball-WM eröffnet wird: In Berlin wird es keine Fanmeile geben – doch ob die Deutschen tatsächlich der Versuchung des Fernsehers standhalten werden, bleibt offen. Zur Vorbereitung auf unseren Checkpoint-Podcast möchten wir daher wissen:

Berliner Schnuppen
Telegramm
Das sind die neuesten Nachrichten aus dem Krieg in der Ukraine:
+++ Russland soll den Rückzug seiner Truppen aus Cherson angeordnet haben. Das teilte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch mit. Die Ukraine bezweifelt den Abzug.
+++ Die Ukraine soll neue EU-Kredite ab 2033 zurückzahlen. Die Zinskosten werden demnach von den Mitgliedsstaaten übernommen. Für die Rückzahlung soll das Land bis zu 35 Jahre Zeit bekommen.
+++ Russland lässt die Frage einer Verlängerung des Getreideexport-Abkommens nach wie vor offen. Das Schwarzmeer-Abkommen sehe auch Erleichterungen für den russischen Export von Dünger und Getreide vor. Dabei sehe Russland laut einer Sprecherin des Außenministeriums aber keine Fortschritte.
Alle aktuellen Ereignisse können Sie in unserem Live-Blog (hier) und auf unserer Live-Karte (hier) verfolgen. Spenden für die Ukraine in Not können Sie weiterhin hier.
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26. Puppentheaterfest im FEZ für die ganze Familie
Vorhang auf und Bühne frei: 16 Std. Nonstop-Programm auf 19 Bühnen! Pettersson und Findus erleben neue Abenteuer, Kasper und der Dinosaurier bringen Puppentheaterfans zum Lachen. Inkl. Rahmenprogramm wie Puppen bauen, Zubehör basteln, Spaß haben und toben. Sa 12.11. + So 13.11., 10-18 Uhr, im FEZ
Blech I: Am Montag hat Twitter-User Martin Michel ein Video eines Staus auf der Warschauer Straße gepostet. Es zeigt, wie die Autos selbstverständlich eine dritte Spur auf dem Fahrradweg eröffnen. Am Mittwoch kommentiert die Polizei, sie habe an der Stelle 55 Anzeigen verteilt: „Bei vielen Fahrzeugführern gab es nur geringe Akzeptanz für die Maßnahmen. Es wurde festgestellt, dass es eine große Unwissenheit gibt.” Glauben die das eigentlich selbst?
Blech II: Am Dienstagnachmittag wurde in Lichtenrade ein Kind angefahren – der Autofahrer ist geflüchtet. Um 15.30 Uhr lief ein 12-jährige Mädchen über die Bahnhofstraße und wurde dabei von einem Fahrzeug angefahren. Das Auto fuhr einfach weg,eine Passantin fand das Kind auf der Straße liegend. Das Mädchen wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Jetzt sucht die Polizei Zeug:innen – und ich meine Selbstbeherrschung.
Das muss diese Innovation sein, von der alle reden: In einem Experiment will der Senat Straßenbahnen Waren durch Berlin kutschieren lassen. Das hat Verkehrsstadtsekretärin Maike Niedbal (parteilos, für die Grünen) am Mittwoch angekündigt. Ein Startdatum für die „Gütertrams” gibt es noch nicht. Es kommentiert Julius Menge, Leiter des Bereichs Wirtschaftsverkehr im Senat: „Ganz leicht wird es nicht werden.“
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Der internationale Cello Wettbewerb präsentiert 10 junge Cellistinnen und Cellisten aus 10 Ländern:
Ein hochkarätiges musikalisches Ereignis und ein zukunftsweisendes Denkmal für den großen Cellisten und Virtuosen Emanuel Feuermann – das Eröffnungskonzert mit ehemaligen Preisträgern und der Vorstellung der neuen Teilnehmer Jüdisches Museum
Berlin am 15. 11.2022 um 20.00 Uhr
Informationen & Tickets
Apropos Innovation: Treptow-Köpenick lässt den Friedhof Baumschulenweg bis Ende November von Schafen mähen – und kündigt an, dass weitere Friedhöfe folgen könnten. Schließlich mähen die Schafe „mosaikförmig, langsam und leise“: Das sei besser für Blindschleichen und Käuzchen, sagt der Bezirk. Wichtiger Hinweis: „Den Elektrozaun nicht anfassen.“ Wir verkneifen uns die Pointe.
1984, Pankow-Edition: In der Schönhauser Allee hat eine Rewe-Filiale eröffnet, die ganz ohne Kasse auskommt. In einem Pilotversuch stecken Kund:innen ihren Einkauf einfach ein und verlassen den Laden – bezahlt wird beim Rausgehen automatisch per App. Das klappt, weil hunderte Sensoren und Kameras automatisch erkennen, wer was mitnimmt. Eine Masche, Personal einzuspa-? Nicht doch! „Das Warten an der Kasse gehört zu den größten Schmerzen, die der Kunde beim Einkaufen hat“, sagt Jonas Schächter, Innovationsmanager bei der Rewe-Gruppe. Ich hätte ja gedacht, dass die betrunkenen Typen, die nachts in meinem Supermarkt Frauen belästigen, größere Schmerzen bereiten.Potato, potato.
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46 Berliner Leben
Seit über 20 Jahren erzählt die Nachrufe-Kolumne jeden Sonntag im Tagesspiegel die Lebensgeschichten verstorbener Berlinerinnen und Berliner. Sie gehen ans Herz, erheitern aber auch mit Anekdoten und geben spannende Einblicke in viele bewegte Leben. „46 Berliner Leben“ vereint Nachrufe aus den Jahren 2010 bis 2021.
Jetzt im Tagesspiegel-Shop erhältlich!
Wunderbar ehrlich gibt sich das BA in Steglitz-Zehlendorf. Das sucht voller Pathos Menschen, die anpacken: „Werden Sie Wahlretter und schauen Sie hinter die Kulissen: Nach der Wahl ist vor der Wahl“.
Stichwort Anpacken: Am Montag haben Teile der Berliner AfD Absperrungen in der Friedrichstraße in Selbstjustiz weggeräumt (CP von Dienstag). Das haben die Abgeordneten eifrig mit Namen und Video dokumentiert – praktisch für die Anzeige, die ADFC-Landesvorsteher Christian Storch jetzt gestellt hat: „Drei Abgeordnete haben auf besonders schwere Weise in den Straßenverkehr eingegriffen (vgl. § 315 StVO).“
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Wir schenken Ihnen das neue iPad 2022 mit dem neuen All Screen Design und einem 10,9" Liquid Retina Display in Ihrer Wunschfarbe. Lesen Sie den Tagesspiegel als digitale Zeitung für 34,99 € mtl. inkl. Tagesspiegel Plus und Checkpoint. Als Geschenk erhalten Sie das iPad 2022 und sparen bis zu 579 €. Zum Angebot. Nur für kurze Zeit.
Update zur Pannentanne von gestern: Habemus Weihnachtsbaum! Nachdem die Tanne am Dienstag nicht durch den Tunnel Britz kam – 90 cm zu viel auf der Hüfte –, wurde der Baum Mittwochnacht auf einem umgebauten Wagen doch noch zum Breitscheidplatz kutschiert. Um Punkt 10.25 Uhr stieg dann an der Gedächtniskirche weißer Rauch auf: Das Ding steht!
Was noch nicht steht: Die Einheitswippe vor dem Stadtschloss. Doch das ändert sich bald – nach nur vier Jahren Verspätung (oder auf Berlinerisch: quasi pünktlich) soll das Einheitsdenkmal 2023 eingeweiht werden. „Die Lieferprobleme scheinen überwunden“, gab das zuständige Architekturbüro gestern bekannt. Ist das nun eine freudige oder bekloppte Nachricht? Entscheiden Sie selbst.
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Was gegen die Klimakrise zu tun ist, ist bekannt. Warum passiert trotzdem nicht genug? Das wollten sehr viele Menschen im Wissenschaftsjahr 2022 wissen. Ob hier Experten und Wissenschaftlerinnen etwas falsch machen, was sich ändern kann und sollte, darum geht es in dieser Folge des Tagesspiegel Klima-Podcasts Gradmesser.
Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Zum Abschluss ein wichtiger Sicherheitshinweis, der die Berlinredaktion am Nachmittag in Aufruhr versetzt hat: Die Sonorische Wüstenkröte bitte NICHT ABLECKEN! Ist zugegeben auch schwierig in Berlin, denn der Hüpfer wohnt im US-Staat Arizona. Hier warnen die Behörden jetzt davor, die Kröten anzusabbern: Ohrenspeicheldrüsen und Warzen der Tiere sondern ein Gift ab, das eine psychedelische Wirkung besitzt. Ob das Abschreckung oder Einladung ist, sei hier mal dahingestellt – für den besten Kröten-Mugshot des Jahrzehnts geht es jedenfalls hier entlang.
Zitat
„Der Umgang der Menschen miteinander in dieser Politikwelt ist für mich nicht mehr akzeptabel. Es finden persönliche Angriffe unwidersprochen statt, die geleistete Arbeit wird negiert und es wird kein Wert auf das Gemeinsame gelegt.“
Stefanie Fuchs (Linke) hat ihr Mandat im Abgeordnetenhaus niedergelegt – mit nachdrücklicher Begründung. Mein Kollege Robert Kiesel hat den Fall aufgeschrieben.
Tweet des Tages
ich habe die alten pelzmäntel meiner verstorbenen oma behalten, falls ich mal ins kadewe muss.
Stadtleben
Essen – Mit ihren nachhaltigen Foodboxen „Nimmmahl“ haben Bini Lee und José Antonio Miranda Morillo auf dem Höhepunkt der Pandemie kulinarischen Erfindergeist bewiesen. Nun haben die beiden gegenüber von ihrem Restaurant ein Deli eröffnet, das ebenso wie die Küche des „Kochu Karu“ spanische und koreanische Einflüsse verbindet. Zum Mitnehmen gibt es hier in Gläschen etwa eine wunderbar seidig-tiefe Creme aus fermentiertem Tofu oder lauwarmen Kartoffelsalat mit weißem Kimchi und Manchego. Neben den Produkten aus eigener Produktion bietet das Deli saftigen Bellota-Schinken, spanischen Käse und Chicharron de Cadiz, einen langsam gerösteten Schweinebauch aus der Heimat von Küchenchef José. Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-15 Uhr, Eberswalder Straße 16, U-Bhf Eberswalder Straße
Karten sichern – Im Pfefferberg Theater gastiert diesen Freitag und Sonnabend, jeweils um 20 Uhr, die mehrfach preisgekrönte Produktion „Leo“. Das Stück, zwischen visueller Comedy und zeitgenössischem Zirkus, spielt mit der Wahrnehmung der Zuschauer:innen. Vor den Augen des Publikums entsteht ein faszinierender Trickfilm um einen einsamen Kerl, der nach einer unglaublichen Erfahrung seine kühnsten Träume auslebt.Regie führt der kanadische Kino- und Theaterschauspieler Daniel Brière, die Idee zu Leo hatte Multitalent und Darsteller Tobias Wegner. Karten für die Vorstellungen am Freitag und Sonnabend gibt es ab 24 Euro hier. Für die Vorstellung am Freitag verlosen wir außerdem 2x2 Tickets.
Geschenk – Die Streaming-Plattform „La Cinetek“ hebt sich von anderen Anbietern ab, denn der Katalog besteht ausschließlich aus Filmempfehlungen von Regisseur*innen aus aller Welt. Diese pflegen auch Streaming-Listen und machen es Nutzer:innen so einfach, in die Welt des gehobenen Kinos einzutauchen. Für Menschen, die schon alles haben, ist ein Gutschein für das vielseitige Programm genau das Richtige, vor allem, wenn sie ohnehin überzeugte Filmfans sind und wenig bekannte Highlights entdecken wollen. Für alle, die neugierig geworden sind, verlosen wir 3 Gutscheine im Wert von 10 Euro. Bitte schreiben Sie uns hier mit einer E-Mail-Adresse, die wir zur Zusendung des Codes weitergeben dürfen.
Last-Minute –Eine der Forderungen der DDR-Revolution lautete: „Visafrei bis Hawaii“. Zwar endete die weite Welt für DDR-Bürger:innen meist am Balaton, doch auch hier war Tourismus ein wichtiger Lebensfaktor. Das spannende Thema, wie es sich in einem eingemauerten Land reiste, ist Gegenstand der Diskussion „DDR-Tourismus – Reisen in Grenzen“ der Bundesstiftung Aufarbeitung, die heute ab 18 Uhr stattfindet. Von den kleinen Freiheiten des Wegfahrens erzählen Autorin Claudia Rusch („Meine Freie Deutsche Jugend“) sowie Detlef Berg, früherer Reiseleiter beim Tourismusbüro „Jugendtourist“. Und Hasso Spode, Leiter des Historischen Archivs zum Tourismus, zeigt auf, ob der DDR-Tourismus das System stabilisiert oder destabilisiert hat. Es moderiert Tagesspiegel- und Checkpoint-Autor Robert Ide. Der Eintritt in der Kronenstraße 5 in Mitte (U-Bhf Stadtmitte) ist frei, einen Livestream gibt es ab 18 Uhr hier.
Grübelstoff – Reisefreiheit ist ein Privileg, das in Ländern wie Deutschland selbstverständlich ist. Erst durch die Pandemie mussten auch wir Einschränkungen beim Entdecken anderer Länder hinnehmen. Was bedeutet Ihnen das Reisen – und was war die Reise Ihres Lebens?
Berlin heute
Verkehr – Tauentzienstraße (Charlottenburg): Der Straßenzug ist in Richtung Adenauerplatz zwischen Nürnberger Straße und Joachimsthaler Straße bis Mitte Januar 2023 gesperrt.
Rohrdamm (Siemensstadt): Von 22 bis 23 Uhr Verkehrseinschränkungen.
Demonstration – „Nein zu EU-Mercosur-Freihandelsabkommen!“, 25 Teilnehmende, Die Naturfreunde Berlin, Willy-Brandt-Straße 1 (10-11 Uhr)
„Die ehemaligen angolanischen Vertragsarbeiter der ehemaligen DDR fordern ihren noch nicht gezahlten Lohn von der angolanischen Regierung“, 100 Personen, Werderscher Markt 10 (10-14 Uhr)
„Versammlung: Ersatzfreiheitsstrafe – keine halben Sachen“, 20 Personen,Bündnis für Abschaffung der Ersatzfreiheitsstrafe, Behrenstraße 21 (11.30-15 Uhr)
„Containern ist kein Verbrechen“, 20 Teilnehmende, Campact e.V., Behrenstraße 21 (14.30-17.30 Uhr)
„Verteidigung der Demokratie in Peru“, 15 Teilnehmende, Pariser Platz (18-20 Uhr)
Gericht – Weil er das Berliner Holocaust-Mahnmal beschädigt haben soll, muss sich ein 62-Jähriger wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe verantworten. Er soll mit zwei Hämmern an einer der Beton-Stelen vier Ecken abgeschlagen haben (9.30 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 3007).
Universität – Im Rahmen der Lesungsreihe Kosmos an der Humboldt-Universität spricht Prof. Harald Grethe über den Angriffskrieg auf die Ukraine und seine Implikationen für die nationale und internationale Agrar- und Ernährungspolitik. Ab 19 Uhr, Unter den Linden 6 - Hauptgebäude, Senatssaal, mehr Infos finden Sie hier.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Derry Scherhant (20), Fußballspieler bei Hertha BSC / Roland Emmerich (67), Filmproduzent, Regisseur und Drehbuchautor
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Ilse Breimair, * 28. Oktober 1943 / Babette Borchardt, verstorben am 26. Oktober 2022 / Daniel Koch, verstorben am 3. November 2022 / Wolfgang Heller, * 14. Juli 1954 / Beate Stöwe, * 21. Oktober 1966 / Kerstin Wendler, verstorben am 26. Oktober 2022, Staatsanwältin / Heidi Zerning, * 13. Juni 1940
Stolperstein – Werner Burthz wurde am 5. Dezember 1929 in Berlin geboren. Im Alter von sieben Jahren wurde Werner Burthz in die Wittenauer Heilstätten (heute Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik) aufgenommen. Begründet wurde dies mit einer körperlichen und geistigen Behinderung, jedoch scheint auch eine Rolle gespielt zu haben, dass die Eltern überfordert waren. Von dort wurde der Junge zwei Wochen später in das Kinderheim Reitwein in Brandenburg verlegt.
Encore
Berlin, Hauptstadt der Grantigkeit? Ein Mythos, sagt Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne). In Folge 20 unserer Berlinerisch-Serie erklärt er seinen Lieblingsspruch „Komm‘ Se rin, könn‘ Se rauskieken“.
„Von wegen schroff und abweisend: Für mich ist das berlinerische ‚Komm‘ Se rin, könn‘ Se rauskieken‘ die schönste Einladung, die man Menschen überhaupt aussprechen kann. Berlin, die weltoffene Metropole mit über dreihundert Jahren Zuwanderungsgeschichte, lädt ein zum Verweilen. Hier kannst Du ankommen, um zu bleiben. Die Stadt selbst bleibt immer in Bewegung. Das bringt neue Begegnungen und ganz eigene Erfahrungen mit sich, bis hin zum Perspektivwechsel. Sich darauf einzulassen, die Dinge auch mal von einer anderen Warte aus zu betrachten, macht uns klüger und unser Zusammenleben besser. Und es fördert jene Empathie und pragmatische Herangehensweise, die es in herausfordernden Zeiten wie diesen ganz besonders braucht.”
Hochpragmatisch hat Thomas Lippold für diesen Checkpoint recherchiert. Zum Perspektivwechsel lädt Sarah Borufka mit ihrem Stadtleben ein, zu herausfordernden Uhrzeiten hat Lionel Kreglinger den Newsletter verpackt und verschickt. Voller Empathie empfängt sie an dieser Stelle morgen Daniel Böldt.
Bis bald!