Oder hatte Müller vielleicht auch einfach keine Zeit? Immer wieder wird der Regierende Bürgermeister ja gezwungen, sich mit noch wichtigeren Dingen als Pandemien zu beschäftigen – z.B. der Verteidigung seiner Ehre. Da (besonders da!) kennt er nämlich keinen Spaß. Über einen solchen Fall und die Folgen berichten Alexander Dinger und Uwe Müller in der „Welt“ so:
„Am 20. Februar vergangenen Jahres wird Karina F. unsanft aus dem Schlaf gerissen. Um kurz nach sechs hämmert es mit voller Wucht an ihrer Tür, die Klingel schrillt unablässig, und im Treppenaufgang des Zehlendorfer Miethauses ist das Getrampel von schweren Stiefeln zu hören. F. eilt im Pyjama zum Eingang, eine ihr unbekannte Frau stellt sofort den Fuß in die Tür und hält ihr eine Dienstmarke des Landeskriminalamtes entgegen – und einen Durchsuchungsbeschluss. (…) Die Beamten beschlagnahmten zwei Handys und zwei Tablets, F. gab freiwillig ihre Passwörter preis.“
Die Vorgeschichte: Am 14. April 2019 postete F. bei Facebook ein gefälschtes Foto, das sie bei Twitter entdeckt hatte – es zeigt Müller mit einem Schild, auf dem „Alle nach #Berlin“ steht und den Eindruck erwecken könnte, der Regierende Bürgermeister heiße hier alle Bootsflüchtlinge willkommen.
Was dann geschah, dürfte als einsamer Rekord in Sachen Justiztempo in die Berlingeschichte eingehen – Müller müsste man heißen. Der Regiermeister schrieb dem Leitenden Oberstaatsanwalt Jörg Raupach einen Brief („Persönlich!“ steht fett und mit Ausrufezeichen darüber) und stellte „mit freundlichen Grüßen“ einen „Strafantrag des Dienstvorgesetzten“. Bereits nach sensationellen drei Arbeitstagen waren auf dem Müller-Schreiben die Vergehen vermerkt (u.a. üble Nachrede und Verleumdung), und kaum war die Woche rum, teilte die Staatsanwaltschaft dem Landeskriminalamt mit: „Die Ermittlungen sind aufzunehmen.“ Es folgte nach einem Beschluss des Amtsgerichts Tiergarten die Durchsuchung bei Frau F.
Doch das war rechtswidrig, entschied eine Strafkammer des Landgerichts: Es handle sich „im Kern um den harmlos formulierten Vorwurf, der Regierende Bürgermeister interessiere sich nicht für die Hauptstadt, weshalb die Verfasserin oder der Verfasser die SPD nicht mehr wählen werde“. Das überschreite jedoch nicht „die Herabwürdigung des Gegenübers“ es handele sich dabei schlicht „um eine Meinungsäußerung“. Tatütata.
Am Ende ihrer Recherche bat die „Welt“ den Regierenden Bürgermeister um eine Stellungnahme – hier das Ergebnis: „Rathauschef Müller reagierte nicht auf die Bitte dieser Redaktion, den Vorgang zu kommentieren.“ (Die ganze Geschichte mit allen Unterlagen finden Sie hier).
Tja, vielleicht hatte Müller, siehe oben, einfach keine Zeit für solche Pillepalle-Geschichten oder eben Wichtigeres zu tun – z.B. eine Antwort auf die Fragen von Intensivpfleger Ricardo Lange zu formulieren. Die Pflegekräfte von Charité und Vivantes haben dem Senat übrigens gerade ein Ultimatum gestellt: Wenn es in 100 Tagen noch immer keinen „Entlastungtarifvertrag“ gibt, wollen sie streiken.
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Seltsame Wege geht die Justiz auch in der folgenden Geschichte: Als der Senat im vergangenen Jahr die Corona-Hilfen für Soloselbstständige auch aus der Kultur anbot, ging es mit den Infos drunter und drüber – die FAQ wurden nachgeliefert. Erst da merkten manche, dass sie gar keinen Anspruch hatten – wie z.B. der Berliner Autor Holm Friebe („Zentrale Intelligenz Agentur“): Nach wenigen Tagen überwies er das IBB-Geld (in diesem Fall 5.000 Euro) unaufgefordert und komplett zurück, versehen mit dem Bankvermerk „nicht zuschussberechtigt“. Doch jetzt, im Mai 2021, 13 Monate später, ermittelt das LKA gegen Friebe und andere, der Vorwurf: „Betrug zum Nachteil der Investitionsbank Berlin“ (die hier gar keine Anzeige erstattet hatte). Tja, es ist schon echt eine Kunst, wie das Land Berlin die Kultur, auf die doch hier alle so stolz waren (und die eine Menge Geld in die Stadt geholt hat), gleich doppelt ruiniert.
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Von Montag an ist in Berlin die Impfpriorisierung aufgehoben – ohne Vorwarnung und ohne ausreichenden Impfstoff.
In den Arztpraxen wird das große Chaos befürchtet – unser Kollege Hannes Heine kommentiert: Der Senat hätte mit der Freigabe warten müssen, bis es genug Vorräte gibt. Und was meinen Sie (Link zur compass-Umfrage)?

Wer dem Berliner Durcheinander und langen Wartezeiten entgehen will, muss ein bisschen weiterfahren – hat dann aber auch die Chance, mit einem Tesla nach Hause zu kommen (noch bevor die Fabrik in Grünheide, Stand jetzt, im Oktober eröffnet): Ein Hausarzt in Buffalo (New York) verlost unter all denjenigen, die sich von ihm immunisieren lassen, ein E-Exemplar (Modell 3). Das nennt sich dann wohl Spritztour. (via Joachim Wrusch)
Am Montag können alle Kinder zurück in die Kitas – für die meisten bedeutet das: Viel ändert sich nicht (die übervolle „Notbetreuung“ heißt jetzt nur anders). Und hier eine Expertise von Anja Karliczek, Ministerin für Forschung und Bildung, zu den Folgen von Long Covid für Kinder: „Bei manchen ist das, ich sach ma, irgend ‘ne Organkrankheit, die sich dann dadurch ergibt, und bei anderen isses eben auch diese… diese… wie heißt sie, diese Schlafkrankeit…“ („Erschöpfung“, souffliert ein Sprecher) … „ja genau, diese… diese… ne. Und genau das ist natürlich etwas, das lebensbeeinträchtigend wirken kann.“ Tja, es ist doch immer wieder beruhigend zu wissen, dass sich in der Bundesregierung Profis um uns kümmern.
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Ohne Worte. Angesprochen auf die Folgen von #LongCovid bei Kindern. Und diese Frau führt das höchste Regierungsamt im Bereich Forschung und Bildung. #MECFS Mehr Missachtung und Ignoranz kann Ministerin @AnjaKarliczek den Betroffenen am #MECFSAwarenessDay nicht entgegenbringen. pic.twitter.com/AP4j9qfNr1
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Wir kommen zu unserer beliebten Rubrik „Immo-Prosa“ – heute im Wettbewerb: die „Bewocon“ (Motto: „Wohnen heißt Mensch sein“). Der Checkpoint-Jury imponierte vor allem folgender Satz aus dem Prospekt: „Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“ Na, dann schauen wir doch mal auf das Alltägliche – wir haben dafür folgendes „Bewocon“-Inserat herausgesucht: „Riehmers Hofgarten – klassischer Altbau im Herzen Kreuzbergs: 165,81 Quadratmeter für 4642,68 Euro kalt (Warmmiete 5062,68). Macht einen qm-Preis von 28 Euro – ist das nicht wunderbar?
Schnell mal durchgerechnet… selbst im Maximalfall (alles vom Feinsten) ist das dreimal mehr als der letzte Mietspiegel hergibt. Baustadtrat Florian Schmidt nennt das deswegen „Wucher“. Die FDP würde dagegen wohl sagen: „Das regelt der Markt.“ Aber was sagt die „Bewocon“? Im Prospekt steht schließlich was von „Offener Kommunikation“. Und tatsächlich, am Ende des Herrentags antwortete der Geschäftsführende Gesellschafter Karl Jürgen Zeller persönlich auf unsere Fragen, und zwar nüchtern:
1. „Die Bewocon agiert hier als Dienstleister im Auftrag eines Privateigentümers.“
2. „Der Eigentümer, ein privater Immobilienliebhaber, hat aktuell mehrere Tausend Euro pro qm in die umfassende Kernsanierung dieser Immobilie investiert. Die Immobilie befindet sich damit in einer Wohnungsklasse, die nicht mehr vom Mietspiegel erfasst wäre, sofern dieser weiterhin Gültigkeit hätte.“
3. „Nach geltendem Bundesrecht ist Berlins neuer Mietspiegel ungültig.“
4. „Der Eigentümer verlangt gem. den oben aufgeführten Begründungen eine regel- und rechtskonforme Marktmiete.“
Tja, da suchen wir mal weiter nach dem Wunderbaren im Alltäglichen – und landen auf dem Nachbarschaftsportal „nebenan.de“: Zwei Kilometer weiter östlich von „Riehmers Hofgarten“ wird da eine Wohnung in der Fichtestraße angeboten – und auch hier ist die Immo-Prosa preiswürdig. Anbieterin Jeanette schreibt als Warnung gleich zu Beginn, mit Lachsmiley versehen: „Wenn du sowieso schon nen Hals wegen dem Mietwucher hast les nicht weiter.“ Also dann schauen wir doch mal: Wer‘s nicht ganz so groß braucht, bekommt hier eine 56-qm-Bude für 1390 Euro (warm) – aber Achtung: „Falls dir das nicht passt nerv mich bitte nicht.“ Ok, gerne.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das Bezirksamt Mitte ist nicht ganz dicht – die haben da nämlich einen Dachschaden. Auf dem kurzen Video von Stadtrat Carsten Spallek sehen Sie den geradezu rührenden Versuch, die Flut aufzuhalten (Hinweis: Achten Sie auf die Eimerchen).
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Wasser-Einbruch im Rathaus Mitte in der Karl-Marx-Allee. Feuerwehr und THW sind vor Ort. Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir bereits einen ähnlichen Schaden. Der Vermieter hat ihn zwar beseitigt, aber richtig erfolgreich scheint es nicht gewesen zu sein 😖 pic.twitter.com/BwQElafc2f
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Erneut schwerer Wassereinbruch im Rathaus Mitte, Karl-Marx-Allee 31! IT-Mitarbeiter und Katastrophenstab haben am Vatertag kräftig das Haus gewischt und IT-Hardware gerettet. So gendergerecht ist das Bezirksamt Mitte. Am Freitag, 13.5. bleibt das Rathaus Mitte geschlossen. pic.twitter.com/K8ZBPnlpCh
„Erneut schwerer Wassereinbruch! IT-Mitarbeiter und Katastrophenstab haben am Vatertag kräftig das Haus gewischt und IT-Hardware gerettet“, schrieb später dann auch Bürgermeister Stephan von Dassel und teilte mit: „Am Freitag, 13.5. bleibt das Rathaus Mitte geschlossen.“ Das wiederum kommentierte der Pankower Bürgermeisterkollege Sören Benn trocken so: „Freitag ist der 14.5., ihr Pechmarios. ;-)“
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Da bekommt das Wort Brückentag doch gleich eine neue Bedeutung – passend dazu fordern Mitte-Baustadtrat Ephraim Gothe und der Abgeordnetenhaus-Kandidat Max Landero (SPD) in einem Beitrag für den Tagesspiegel: „Bauen wir die Waisenbrücke wieder auf!“ Für eine neue Verbindung zwischen Rathausforum und Köllnischem Park setzt sich heute auch eine Schiffsdemo ein – ob der Senat, der den Bau ablehnt, da nicht vielleicht doch noch ins Schwimmen gerät?
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Nie gab es mehr zu tun! Was die FDP behauptet, ist unser Programm: Zu viel Bürokratie hilft nicht. Freie Heilberufe schützen und Selbstverwaltung stärken – das hilft. Weil medizinischer Fortschritt unser Fokus ist und Qualität Vorrang hat.
#GesundAbMund – Mit Ihren Zahnärzten.
www.gesund-ab-mund.de
Berlin will sich offenbar am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ beteiligen – ausgeschrieben hat der Senat jedenfalls gerade das „Pflügen mit Pferd“, die „Rodung von Traubenkirschen“ sowie die „Beräumung von Schlagreisig, Mulchen, Zaunbau und Zaunrückbau“. Da haben wir hier ja sicher bald auch die dicksten Kartoffeln (kluge Bauern wissen, was das bedeutet).
Apropos Natur: Ich hab‘ ja nichts gegen Bäume – aber müssen es denn Birken sein? 42.118 Stück gibt es von den Pollenschleudern in der Stadt, und immer wieder werden neue gepflanzt (ein Grünflächenamt behauptet sogar: auf Betreiben des Denkmalamts). Die Allergikerin Pia Stendera ist der Sache nachgegangen – und fand nebenbei ein neues Heuschnupfenmittel („sensationell“). Ihren Bericht, der auch eine Kampfansage gegen die Birke mit wissenschaftlicher Unterstützung ist, können Sie hier lesen (Abo).
Aufschrift an der Tafel vor dem „Lo Spazio“ (Kreuzbergstraße 15): „Wisst ihr noch letztes Jahr um die Zeit, als wir dachten nächstes Jahr um die Zeit“… Wer denkt da nicht gleich an nächstes Jahr um die Zeit? (via Marius Mestermann).
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Aus der Spambox: „PepsiCo überrascht und begeistert Marktbesucher in Berlin mit Kartoffelchips“ – angeblich „stutzten“ die Besucher auf dem Herrmannplatz, als ihnen das Zeug „gereicht“ wurde. Wir suchen Augenzeugen dieser angeblichen Massenpsychose unter checkpoint@tagesspiegel.de.
Keine gute Idee (I): In Rummelsburg morgens um 5 Uhr ausgerechnet zwei Polizisten in Zivil auf dem Weg zu Arbeit überfallen zu wollen.
Keine gute Idee (II): Unter Drogen und Alkohol, aber ohne Führerschein in eine Polizeikontrolle zu rauschen – und dann auch noch ein Hakenkreuz am Gürtel zu tragen.
Und hier ein wichtiger Hinweis: Sollten auch Sie in Ihrem Briefkasten die Broschüre „Eine Stadt für alle“ der Berliner SPD-Fraktion finden (diese Woche war Abwurf in Tempelhof), beachten Sie bitte das Kleingedruckte: „Diese Veröffentlichung der SPD-Fraktion dient ausschließlich der Information. Sie darf nicht zum Zweck der Wahlwerbung verwendet werden.“ Lassen Sie sich also bitte bloß nicht beeinflussen, das würde sonst den Parlamentarischen Geschäftsführer Torsten Schneider dem Vorwurf der illegalen Parteienfinanzierung aussetzen – und das wollen wir ja wohl nicht, oder?
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Tagesspiegel-Weinexperte Ulrich Amling und Weinakademiker Jan Kiegeland nehmen Sie mit auf eine genuss- und lehrreiche Online Verkostung mit hervorragendem Spumante, Vino Bianco und Rosso.
Wer fährt eigentlich mit Bierbikes durch die Gegend? Wir haben das anlässlich der ausgefallenen Herrentags-Sause („Der Umsatzeinbruch ist höher als 100%“, also ein Fall für Mathe mit dem Checkpoint) den Corona-geschädigten Leiter der Bierbike-Station Berlin gefragt – Frank Büke sagt: „Wir hatten von Geschäftsleuten bis zu Proleten alles dabei“, darunter „auch B-Prominente und Regionalpolitiker.“ Prösterchen.
Spandau ist nicht nur bei Berlin weltberühmt, sondern u.a. auch in Los Angeles („Spandau Drive“), Paris („Allée de Berlin Spandau“), Kapstadt („Spandau Road“) und Iznik („Spandau Boulevard“). André Görke hat für seinen „Leute“-Newsletter eine feine Sammlung eröffnet, und wer ihm, wenn das Reisen wieder geht, ein Spandau-Souvenir mitbringen mag, ist hier herzlich willkommen (alle anderen natürlich auch).
Dass Spandau immer noch Berlins „Hidden beauty“ ist, verraten Sie aber bitte nicht weiter (angeblich gibt‘s hier noch topsanierte Altbauwohnungen für 5,56 Euro pro qm) – genießen Sie lieber diesen 7-Sekunden-Schwenk über die Haveldüne. Aber Vorsicht mit der Bank, die ist nämlich morsch – Anwohner Ulrich Klopsch schreibt uns dazu: „Die Haveldüne erfreut sich leider nicht immer der Aufmerksamkeit des Grünflächenamtes.“ Und das ist dann doch der ultimative Beweis: Spandau gehört zu Berlin (auch wenn es von hier aus nur über Brücken zu erreichen ist).
Zitat
„Da fällt mir nur eins ein: Rotzgöre.“
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post (Ehrenmitglied im überparteilichen „Palmer“-Club, dem neben dem Tübinger Bürgermeister u.a. auch Hans-Georg Maaßen und Dieter Dehm angehören) beschimpfte am Donnerstag auf Twitter Greta Thunberg, weil sie einen Tweet der BDS-Unterstützerin Naomi Klein geteilt hatte (Israel wurden darin „Kriegsverbrechen“ vorgeworfen). Der Abgeordnete Post schrieb weiter: „Klima-Greta twittert gegen Israel! Hoffentlich öffnet das einigen die Augen. War eh‘ peinlich, was der für ein Einfluss zugeschrieben wurde.“
Wie die Klima-Bewegung „Fridays for Future“ sich im Nahost-Konflikt verzettelt, haben hier Georg Ismar und Felix Hackenbruch recherchiert. Post löschte seinen Tweet später wieder und erklärte das so:
„Meine inhaltliche Kritik an Greta behalte ich bei. Für das verwendete Wort „R....göhre“ entschuldige ich mich.“
Tweet des Tages
Macht Euch keine Sorgen, in gut sechs Wochen werden die Tage endlich wieder kürzer.
Stadtleben
Anschauen – Wir alle lügen uns in die Tasche. Aber vielleicht auch nur deswegen, damit etwas in der Tasche ist, von dem wir als Proviant zehren können? Im Theater unterm Dach feiert am Sonntagabend um 20 Uhr das Stück SEASON ONE von Florence Minder seine (Online-)Premiere. Dabei geht es mit beißendem Witz um genau diese Geschichten, die wir für unser eigenes Leben brauchen, und um die Narrative, die wir in Zeiten von Netflix und Fernsehserien adaptieren. Anmeldung per Mail unter theateruntermdach@gmail.com.
Miterleben – Wir zehren aber natürlich nicht nur von den Geschichten, die wir über uns selbst erfinden, sondern auch von denen, die wir erleben. So geht es auch der kleinen Prinzessin Lora, die es raus aus den Schlossmauern zieht, um dort ohne Aufsicht ihres königlichen Vaters einige Abenteuer zu erleben... Im Livestream präsentiert das Theater Zitadelle das 40-minütige Puppentheater „Bei Vollmond spricht man nicht“, für Menschen ab 4 Jahren. Heute um 15 Uhr und morgen um 11 Uhr.
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Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“, Folge 25: Wo wurde ich gezeugt, Mama? Zum 1. Geburtstag des Podcasts hat der „Gyncast“ drei besondere Gästinnen. Die Mütter der Macherinnen erzählen von Zeugung, Schwangerschaft und Geburt. Worum sie ihre Töchter heute beneiden und warum Dr. Mandy Manglers Mutter gern Zwillinge gehabt hätte, erfahren Sie in der neuen Folge der unzensierten Sprechstunde. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de
Beherbergen – So viel zur Nahrungskette der Geschichten, die wir brauchen. Nahrung brauchen auch Insekten, und bekanntermaßen haben sich die lieben, kleinen, summenden Bienchen in den letzten Jahren arg dezimiert, weil das Nektarangebot nicht mehr so recht ihren Anforderungen genügt. Höchste Zeit also, dass wir zum Beispiel wilde Wiesenblümchen pflanzen, um ihnen Kost und Logis zur Verfügung zu stellen. Das Pflanzen, Blühen und Summen kann man dann auch gleich noch dokumentieren und damit bis Ende Juli am bundesweiten Wettbewerb „Wir tun was für Bienen“ teilnehmen.
Farbenfroh essen – Nicht ausgeschlossen allerdings, dass Ihnen die Blüten am Ende selbst so appetitlich erscheinen, dass Sie in direkte Konkurrenz zu Ihren Hausbienen treten, was den Konsum der angepflanzten Blumen angeht. Viele Blütenblätter kann man schließlich essen. Damit am Ende genug Blumen für alle da sind, können Sie es bei der Aussaat auch ganz gezielt auf essbare Blüten anlegen. Oder natürlich mit den Bienen verhandeln, wer welche Blume bekommt.
Grübelstoff – Von welchen Blumen haben Sie denn schon mal die Blütenblätter gekostet?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Upasika Trommsdorff und neue Freundschaften.
„Mitten im Lockdown im letzten Jahr besuchte mich ein Eichhörnchen auf meiner Terrasse im 5. Stock, guckte in alle Blumentöpfe, stattete dem vielgenutzten Vogelhäuschen einen Besuch ab, aß genüsslich mehrere Pfoten Sonnenblumenkerne, trank kurz aus der Vogeltränke und verschwand über das Balkongitter. Seitdem lege ich jeden Abend vier Walnüsse und ein paar Haselnüsse raus. Ein zweites Eichhörnchen kommt inzwischen zum gedeckten Tisch hinzu. Sie trinken, knabbern, sonnen sich manchmal im Geflecht des Blauregens und vergraben einen Teil der übrigen Nüsse in den Blumentöpfen… Die Vögel stört das alles nicht. Die Blumen auch nicht.“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Hellersdorf/Wartenberg: Von 18 bis 22 Uhr kommt es aufgrund eines Fahrzeugkorsos zu Verkehrseinschränkungen entlang der Wegstrecke Hellersdorfer Straße, Alte Hellersdorfer Straße, Stendaler Straße, Landsberger Allee, Ringenwalder Straße, Blumberger Damm, Raoul-Wallenberg-Straße, Märkische Allee, Mehrower Allee, Bitterfelder Straße, Pablo-Picasso-Straße, Falkenberger Chaussee, Wartenberger Straße, Falkenberger Chaussee, Egon-Erwin-Kisch-Straße und Warnemünder Straße.
Regionalverkehr: Zwischen 6.30 und 9.45 Uhr sowie zwischen 14.45 und 18.15 Uhr fallen die Züge der Linien RE 1, RB 21 und RB 22 zwischen Friedrichstraße und Wannsee/Potsdam Griebnitzsee aus. Als Ersatz nutzen Sie bitte die S-Bahnen.
Demonstration – Von 16.30 bis 22 Uhr fährt der Autokorso Berlin mit etwa 200 Teilnehmenden in „Kritik an den Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz“ von der Alten Hellersdorfer Straße zur Warnemünder Straße. Am Samstag fordern etwa 500 Personen in einem Aufzug, der von 10.30 bis 14.30 Uhr vom Werderschen Markt 1 zum Pariser Platz führt: „Familien gehören zusammen – Jetzt Blockade beenden!“. Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung hat 800 Personen für einen Aufzug unter dem Motto „150 Jahre Paragraf 218 StGB – Uns reicht es; 150 Jahre Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ist genug“ angemeldet, von 11 bis 12 Uhr zwischen dem Platz der Republik und der Paul-Löbe-Allee. „Solidarisch gegen Rechts“ wollen etwa 400 vom SBgR/VVN angemeldete Personen zwischen 14 und 19 Uhr in einem Aufzug vom U-Bahnhof Spandau zum Vorplatz des Bahnhof Spandau ziehen. 250 Personen erwarten die Anmelder:innen zu einem Aufzug „Zum Gedenken der Alnakba, der Palästinensischen Vertreibung“, von 16 bis 19 Uhr vom Oranienplatz zum Hermannplatz. Das Geradedenken Kollektiv erwartet zwischen 17 und 21 Uhr rund 200 Personen in der Hasenheide 96A zu einem „Geradedenken//Rave – Demo-Rave gegen Verschwörungsideologien und rechtsoffene Rave-Events“. Von 20 bis 22 Uhr zieht eine mit 500 angemeldeten Personen „World Wide Demonstration“ vom Platz des 18. März vor das Bundeskanzleramt. Am Sonntag gibt es eine weitere Kundgebung zur „Al Nakba“, angemeldet mit 200 Personen von der Arabischen und palästinensischen Vereinigung in Berlin am Hermannplatz im Zeitraum von 12 bis 19 Uhr. Etwa 1.000 Personen demonstrieren von 13 bis 21 Uhr in der Köpenicker Straße 141 im Rahmen einer „Soziokulturellen Kundgebung gegen Verdrängung von subkulturellen Freiräumen“.
Gericht – Gegen vier Männer, die ein älteres Ehepaar um seine Immobilie im Wert von drei Millionen Euro gebracht haben sollen, beginnt der Prozess. Die 35- bis 55-Jährigen sollen das mit einem Mehrfamilienhaus bebaute Grundstück mithilfe gefälschter Ausweise und fingierter Eigentümer-Vollmachten erschlichen haben. Sie hätten auch das Grundbuchamt getäuscht. In den Schwindel seien Männer aus dem Clan-Milieu involviert gewesen (13 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Klaus Jürgen Bade (77), Historiker, Migrationsforscher und Publizist / Gerd Conradt, „Freund und Filmemacher, Glückwünsche von Ingrid, Niko und Mecki“ / Vera „Veruschka“ Anna Gottliebe Gräfin von Lehndorff (82), Schauspielerin und Model / Gerhard Haase-Hindenberg (68), Schauspieler, Regisseur, Publizist und Buchautor / Max Kaase (86), Politikwissenschaftler / Oliver Polak (45), Comedian und Autor / Jens Sparschuh (66), Schriftsteller / Jörg-Otto Spiller (79), SPD-Politiker (1999-2008 finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion)
Sonnabend –Trixi Hecker (50), Lehrerin / Judith Hermann (51), Journalistin und Schriftstellerin / Peter Kastschajew (31), Berliner FDP-Pressesprecher und Referent für Kommunikation und Kampagne / Michael Lentz (57), Schriftsteller / Susanne Opgenhoff (60), „eisgekühlten Champus für die Wahl-Kleinmachnowerin“ / Ronald Pofalla (62), Infrastruktur-Vorstand der Deutschen Bahn / Claudia Roth (66), Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, für Die Grünen im BT, ehem. Vorsitzende der Partei / Bob Rutman (90), bildender Künstler, Musiker und Komponist / „Lieber Manfred Schäfer, Anneliese wünscht dir für deinen heutigen 70. Geburtstag alles Liebe und bald wieder eine schöne Reise und behalte deinen Humor!“ / Martin Sonneborn (56), Bundesvorsitzender von Die Partei, Mitglied im Europäischen Parlament, Satiriker / Peter Strieder (69), ehem. SPD-Senator für Stadtentwicklung / Margaretha Sudhof (62), SPD-Staatssekretärin in im Bundesjustizministerium / Ulrike Claudia Tscharre (49), Schauspielerin / „Bester Vaddern, allet Jute zu deinem Ehrentag – hoffe, du enterst mit deinem neuen Schiff bald Berlin! Wir klönen später am Telefon❤“ / Dunja Wierowski, „Liebe Dunja, sei ganz heftig gedrückt und mach dir einen schönen Tag. Wir grüßen aus Klöden, Mo und dein Vater Hawe!“
Sonntag – Sermet Agartan (31), Musikproduzent und Komponist / Klaus Mindrup (57), für die SPD im BT / Volker Perthes (63), Direktor der Stiftung für Wissenschaft und Politik
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Björn-Michael Birkner, verstorben am 4. Mai 2021 / Hilde Keller / Karl-Heinz Lassner, * 24. August 1929 / Peter Roggenbach,* 22. Juli 1940 / Benjamin Steinmaus, verstorben am 21. April 2021, Berliner Wasserbetriebe / Christian Weinrich, * 25. Mai 1963
Stolperstein – Toni Leiser (geb. Maschke) wurde 1880 in Berlin geboren. Die Grafikerin lebte in der Schöneberger Martin-Luther-Straße 107. Am 5. August 1942 deportierten die Nationalsozialisten sie nach Theresienstadt, wo sie sie am 14. Mai 1943 umbrachten.
Encore
Und zum Schluss noch ein Happy End – ein solches erlebte jedenfalls der Freund eines Checkpoint-Lesers, der als Neuberliner aus Thailand nicht wusste, dass er im 29er-Bus wegen Corona kein Ticket kaufen kann. Sie ahnen, wie die Geschichte weitergeht? Na klar: Kontrolle und Knolle (60 Euro). Beim Kundenservice blieb der Bearbeiter hart, doch als unser Leser beim Hinausgehen erwähnte, das müsse er dann wohl mal uns erzählen, kam die Wende – und mit ihr ein Blick in den Pass. Das Ergebnis: Es blieb bei 7 Euro Bearbeitungsgebühr. Das Ende der Geschichte: „Wir bedankten uns und mein Freund versprach, den BVG-Mann in sein buddhistisches Abendgebet einzuschließen – und ich ihn in mein christliches.“ Da kann ja dann wohl nichts mehr schiefgehen.
Immer dran geglaubt, dass wir auch heute fertig werden, haben Thomas Lippold (Recherche), Teresa Roelcke (Stadtleben) und Florian Schwabe (Frühproduktion). Morgen früh holt Sie hier an dieser Station dann Ringbahn-Podcasterin Ann-Kathrin Hipp ab für eine frühe Runde durch die besten Nachrichten von Berlin. Bis dahin,