weil’s so schön war, gleich nochmal: Die Friedrichstraße soll autofrei werden! Bitte, wie? Diesmal wollen die Grünen den Checkpoint Charlie für Autos sperren – bis zur Kreuzung Schützenstraße. Da der Checkpoint jedes Jahr von vier Millionen Menschen besucht werde, sei eine „geordnete Verkehrsführung” an der Kreuzung ohnehin nicht möglich, heißt es im Antrag der Fraktion aus Mitte. Die eigene Empirie der Autorin bestätigt: Am Checkpoint Charlie herrscht tatsächlich Anarchie, alles läuft kreuz und quer zum Foto auf den Mittelstreifen. Sinnvoller als zwischen Französischer und Leipziger Straße wäre eine Sperrung hier allemal. Warum also nicht einfach probieren? Was meinen Sie?

Kommen wir zu ernsteren Themen: Im Prozess zur Neuköllner Anschlagsserie hat das Amtsgericht Tiergarten den Neonazi Tilo P. freigesprochen. Tilo P. wurde vorgeworfen, bei Brandstiftungen an den Autos des Linken-Politikers Ferat Koçak und des Buchhändlers Heinz Ostermann Anfang 2018 Beihilfe geleistet zu haben. P. habe mehreren Personen gegenüber zugegeben, „Schmiere” gestanden zu haben. Die Aussagen wurden jedoch später zurückgezogen – zudem gab es keine Beweise. Für rechtsextreme Schmierereien wurde P. zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt. Zuvor war gegen den ehemaligen AfD-Politiker bereits eine Freiheitsstrafe auf Bewährung von anderthalb Jahren verhängt worden, nachdem er einen Taxifahrer rassistisch attackiert und schwer verletzt hatte.
Unsere Neukölln-Expertin Madlen Haarbach kommentiert: „Ich verstehe den Freispruch. Die Tat war nicht zweifelsfrei nachzuweisen. Der Prozess hat gezeigt, dass viel früher hätte ermittelt werden müssen. In Bezug auf die Schmierereien und Volksverhetzungen hätten die Strafen härter ausfallen können – gerade, wenn man sie mit der Strafe für den Angriff auf den Taxifahrer zusammengelegt hätte.” Die rassistische Attacke bezeichnete die Richterin nur als „Verkehrsdelikt”, die Taten seien zu verschieden, um die Strafen zu verbinden. Nebenkläger Ferat Koçak überrascht der Freispruch nicht: „Es ist traurig, aber ich bin leider wenig erstaunt über dieses Urteil.” Das Verfahren sei eine Farce gewesen – und: „Unsere Angst bleibt weiter bestehen.”
Neues vom 29-Euro Ticket: Der VBB ist zu Potte gekommen. Am Donnerstag hat der Verbund die Verlängerung des Berliner 29-Euro-Tickets bis zur Einführung der 49-Euro-Variante genehmigt, ergo: bis zum 30. April 2023. Zuletzt hatte der VBB die Verlängerung kritisch gesehen, da sie den Einheitstarif mit Brandenburg gefährde. Jetzt ist alles durch – doch die nächste Kabbelei ist schon im Gang. Während Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) ankündigt, das Ticket mit dem Deutschlandticket definitiv zu beenden, will SPD-Fraktionschef Raed Saleh den Lappen dauerhaft behalten: „Ob die Fortsetzung unseres 29-Euro-Tickets im Interesse Berlins ist, entscheidet nicht Frau Jarasch, sondern das entscheiden die Berlinerinnen und Berliner am 12. Februar.“
Wo wir gerade bei Nahverkehr sind...
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A NEW DAY – eine neue Dimension von Eis-Show
Vom 1. bis 19.03.2023 ist HOLIDAY ON ICE mit der neuen Show A NEW DAY in Berlin! Diese Show setzt neue Maßstäbe und verbindet Weltklasse-Eiskunstlauf mit einer ergreifenden Geschichte zu einem grandiosen Gesamtkunstwerk. Erleben Sie die Show live im Tempodrom – für Tickets und weitere Infos hier klicken.
Ein Gleis, sie zu knechten! Seit Ende September wird auf der Berliner Allee in Weißensee gebaut. Der Verkehr wird deshalb umgeleitet – direkt auf die Tramschienen: Weil die Schilder so chaotisch aufgehängt wurden, sind bis zum 2. Dezember 21 Autos (in Worten: EINUNDZWANZIG!) im Gleisbett gelandet. Auf Anfrage (Dirk Stettner, CDU) grummelt die Verkehrsverwaltung: „Die Anzahl der Ereignisse wird als außergewöhnlich eingestuft.” An den Schildern könne das aber nicht liegen, denn die Verkehrsführung sei „nicht ungewöhnlich”. Alte Checkpoint-Weisheit: Das eine schließt das andere nicht aus – zur Sicherheit wird jetzt trotzdem nachgebessert.
SKANDAL IN DER STABI! Ab sofort dürfen Jacken sowie „Getränke aller Art” in Flaschen mit in die Lesesäle genommen werden, posaunt die Bibliothek auf ihrem Blog (vorher gab’s nur Wasser). Das Ende des Akademikertums, wenn man den Kommentaren glauben mag:
- „Getränke aller Art, ernsthaft???”
- „Wenn das in eine Mozart-Originalhandschrift fließt, möchte ich nicht wissen, wie die Stabi reagiert.”
- „Glühwein, Milch, Kaffee auch in Ordnung? Könnte die Leitung der Stabi die Schreibtische jeden Tag abwischen?”
Ein Nutzer droht gar, aus Protest Brause in der Bib zu mischen (the horror!). Die Stabi kontert lässig: „Bei aller maritimen Neigung im Haus Potsdamer Straße wird aus der Brause in unserem Lesesaal nichts. Offene Behältnisse sind weiterhin nicht zugelassen.” Wofür Netflix, wenn man die Staatsbibliothek hat?
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LUCIA MOHOLY – DAS BILD DER MODERNE
Ihre Fotografien sind weltberühmt, ihren Namen kennen nur wenige: Mit ihren Aufnahmen der Bauhausgebäude prägte Lucia Moholy das Image der Kunstschule nachhaltig. Warum sie fast in Vergessenheit geriet, thematisiert das Bröhan-Museum in einer Sonderausstellung (gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin als Bestandteil des Berliner Programms zur Triennale der Moderne, 2022). Mehr
Berliner Tiefflieger: Seit November steht fest, dass das BER-Terminal 5 – aka der Flughafen Schönefeld – endgültig zu bleibt. Eigentlich sollte das Gebäude die kleinen Kapazitäten des BERs ausgleichen, doch das ist nicht mehr nötig – zu wenig Reisende. Blöd nur, dass die Bahnhöfe „Flughafen BER Terminal 5“ und „Flughafen BER Terminal 1-2" jetzt falsche Namen tragen: Das Terminal 5 ist passé und die Unterscheidung zwischen den Terminals 1 und 2 Unsinn. Heißt, wir benennen die Dinger um? Pff! Nö, sagt der Senat (Anfrage: Kristian Ronneburg, Linke). Darum müsse sich die Bahn kümmern – und von der liege kein Änderungswunsch vor. Wir zitieren frei nach Fußballlegende Alf Ramsey: Never change a losing system.
Mit einem Tagesspiegel-Plus-Abo lesen Sie heute exklusiv:
+++ Er hat mehr Geld als Elon Musk: Luxusmarken sind die Basis für den Reichtum des Franzosen Bernard Arnault. Tanja Kuchenbecker hat den reichsten Mann der Welt porträtiert.
+++ Die Vorgeschichte der „Cancel Culture“: Der Literaturwissenschaftler Adrian Daub hat die Sprache untersucht, mit der vor Redeverboten an Unis gewarnt wird. Eva Murašov hat ihn interviewt.
+++ Wie kommt die Lust auf Sex zurück? In der Kolumne „Die Mythen der Liebe“ klären zwei Paartherapeuten über gängige Missverständnisse auf. Diesmal: Warum Sexspielzeug allein wenig bringt, wenn es im Bett nicht klappt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das sind die neuesten Nachrichten aus dem Krieg in der Ukraine:
+++ Der ukrainische Armeechef erwartet eine neue russische Großoffensive: „Im schlimmsten Fall Ende Januar.” Die Russen würden rund 200.000 neue Soldaten dafür ausbilden.
+++ Auch das ukrainische Militär schließt eine Waffenruhe mit Russland über Neujahr aus. „Einen totalen Waffenstillstand wird es nur geben, wenn kein einziger Besatzer auf unserem Land bleibt,“ sagte Brigadegeneral Olexjy Gromow.
+++ Die EU-Staaten haben ein neuntes Paket mit Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht – unter anderem neue Strafmaßnahmen gegen Banken und zusätzliche Handelsbeschränkungen.
Alle aktuellen Ereignisse können Sie in unserem Live-Blog (hier) und auf unserer Live-Karte (hier) verfolgen. Spenden für die Ukraine in Not können Sie weiterhin hier.
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Heizungs-Check für Betriebe
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Kurzer Schock in Marzahn-Hellersdorf: Am frühen Donnerstagabend ist bei der Polizei eine Bombendrohung für das Rathaus Helle Mitte eingegangen. Der Komplex wurde umgehend abgesperrt, die Teilnehmenden einer laufenden Sitzung aus dem Haus eskortiert. Die BVV am gleichen Abend fand glücklicherweise nicht im Rathaus, sondern im Freizeitforum Marzahn statt. Knapp zwei Stunden später, um 19.47 Uhr, kam die Entwarnung.
Ein Schrecken ohne Ende bekommt ein Ende mit Schrecken: Die Anna-Lindh-Schule soll abgerissen werden. Der Bezirk Mitte sieht keine Alternative für die Grundschule am Volkspark Rehberge (All-Time-Hits: Regen, der die Wände herunterläuft / Schimmel in der Hälfte der Räume / kaputte Wasserrohre). Jetzt soll die Schule komplett neu gebaut werden – gegen den Willen des Denkmalamts, das das Fünfziger-Jahre-Gebäude lieber sanieren wollte. Ansage des Baustadtrats Ephraim Gothe: „Ich nehme den Dissensfall an.”
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Sensation aus Tegel! Seit der Schließung des Flughafens istdie Luftverschmutzung durch Feinstaub geringer! Das haben Geografie-Forschende der HU in Messungen „herausgefunden”. Wir gratulieren.
Sensation aus Pankow! Das neue Jahnstadion bekommt einen Skywalk: In einem luftigen Glasbogen kann das zukünftige Stadion von Gästen umrundet werden. Der komplett barrierefrei Sieger-Entwurf des Büros O + M Architekten wurde am Donnerstag von der Jury gekürt – gebaut wird ab 2024, aktueller Eröffnungstermin: 2027. Wer hält dagegen?
Doch nicht allet schick beim Enteignungs-Volkentscheid? Nachdem letzte Woche eine positive Einschätzung der Expertenkommission „Deutsche Wohnen und Co. enteignen” durchgesickert ist, rudert die jetzt zurück. Bei der Vorstellung ihres Zwischenberichts am Donnerstag wies Rechtsprof Florian Rödl (FU) darauf hin, dass die Vergesellschaftung zwar laut Grundgesetz umsetzbar wäre – bei der Landesverfassung könnte es aber anders aussehen. Dort sei eine solche Enteignung nicht geregelt. Zwischenstand laut Zwischenbericht: „Der Austausch der Argumente wurde noch nicht abgeschlossen.“
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Wir sind wieder da!
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Ebenfalls auf dünnem Eis stehen die Männer, die am Donnerstag auf dem Kreuzberger Engelbecken Eishockey gespielt haben (Beweisfotos hier). Das sollten sie tunlichst sein lassen: Trotz tagelangem Frost warnt die DLRG, aufs Eis zu steigen. Die Schichten seien noch lange nicht tragfähig: „Jeder, der jetzt aufs Eis geht, ist lebensmüde.“
Die BVV Mitte steckt in einer Zeitschleife: In einer Kleinen Anfrage (0212/VI) fragt Sonja Kreitmair (SPD), wann ihre Kleinen Anfragen endlich beantwortet werden. Auf der Liste:
- Kleine Anfrage 0047/VI vom 7.2.2022
- Kleine Anfrage 0049/VI vom 7.2.2022
- Kleine Anfrage 0072/VI vom 9.3.2022
- Kleine Anfrage 0096/VI vom 12.5.2022
- Kleine Anfrage 0172/VI vom 11.10.2022
- Mündliche Anfrage 0575/VI vom 18.10.2022
- Große Anfrage 0514/VI vom 11.10.2022
Aktueller Stand des Gesuchs: Sie erraten es – unbeantwortet.
Job-Alert I: Wo wir gerade bei Effizienz sind – das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten sucht eine Sachbearbeitung für Organisationsentwicklung. Aufgaben unter anderem: „Durchführung von Organisationsuntersuchungen”, „Umsetzung der Organisationsstrategie” und „Federführung für organisatorische Angelegenheiten”. Bitte bewerben. BITTE.
Job Alert II: Traumjob für jeden, der keinen Bock auf Menschen hat – Vögel zählen! Die Umweltverwaltung braucht jemanden für „Avifaunistische Erfassungen” in fünf Berliner Vogelschutzgebieten, u.a. Grunewald, Tegeler Fließ und Müggelspree. Insgesamt macht das 4984,31 Hektar Zählgebiet – einzige Voraussetzung: ‘Nen Vogel hab- sorry, ick hör’ ja schon uff.
Tierisch kompliziert ist auch das polizeiinterne Kürzel-Ungeheuer „SpezKwDhF“. Vier davon sind zur Beschaffung ausgeschrieben. Nach Checkpoint-interner forensischer Untersuchung der 44-seitigen Ausschreibungsunterlagen kommen wir zu dem Ermittlungsergebnis, dass es sich um Spezialermittlungswagen für Diensthundeführer (zivil) handeln muss. Wau.
Flottes Gedankenexperiment zum Schluss: Stellen Sie sich vor, Sie bekommen 2900 Euro. Davon dürfen sie alles kaufen, was sie wollen. Was kaufen Sie? Richtig, sechs Gokarts! Im Projekt „Schüler_innenHaushalt” durften die Kinder der Mascha-Kaléko-Grundschule in Mariendorf selbst vorschlagen und abstimmen, wie sie die Geldsumme ausgeben. Jetzt ist die Schule um sechs Gokarts, Modell „XL – Basic blau BFR”, reicher. Es lebe die Demokratie!
Zitat
„Ich wünsche Herrn Czaja viel Spaß, wenn er über jede Gedenktafel beraten soll.“
Mitte-Bürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) über den FDP-Vorschlag, die Bezirksämter abzuschaffen und durch eine zentrale Verwaltung zu ersetzen. Das Tagesspiegel-Interview lesen Sie heute auf der Seite B4.
Tweet des Tages
Leider hat unser Zug an Leistung verloren, wir werden ihn jetzt resetten. ?
Stadtleben
Essen & Trinken – Die Kürbissaison nimmt in der Pizzeria „60 seconds to Napoli“ kein Ende: Das Lokal belegt traditionelle Holzofenpizza speziell bis Ende Dezember u.a. mit karamellisierten Zwiebeln, Hokkaido-Kürbis, Südtiroler Bacon und Fenchel-Salsiccia oder mit Parmesancreme, Mangalitza-Schinken, Kürbisblüten und Olivenstaub. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, probiert die neapolitanischen Delikatessen täglich von 11.30 Uhr bis Mitternacht an Ort und Stelle: Oderberger Straße 61, Prenzlauer Berg, U-Bhf Eberswalder Straße
Berlinbesuch – Die Neuköllner Oper zeigt mit dem Bühnenstück „Ich heb' dir die Welt aus den Angeln“ ein dokumentarisches Musiktheater über Olga Benario (für 17 Euro). 1925 zieht sie aus ihrem Münchener Elternhaus aus ins „rote Neukölln“ und wird zur Widerstandskämpferin. Wer sich ideal auf das Stück vorbereiten möchte, dem empfiehlt sich ein Besuch der Ausstellung „Olga Benario – Annäherungen an eine Revolutionärin“ in der Galerie Olga Benario auf der Richardstraße 104, die eine Stunde vor Vorstellungsbeginn öffnet (oder auf Anfrage). Bis 22. Januar 2023. Karl-Marx-Straße 131, U-Bhf Karl-Marx-Straße
Last-Minute – Das Theater der Universität der Künste „UNI.T“ bringt Maxim Gorkis Stück „Kinder der Sonne“ aus dem Jahr 1905 auf die Bühne. Auch, wenn die Gründe für gesellschaftliche Unruhen und ausbrechende Krankheiten heute andere sind, sehnt sich eine Gruppe jünger Intellektueller und Künstler nach einem besseren Leben. Das Ensembleprojekt beginnt heute Abend um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 12/erm. 6 Euro. Fasanenstraße 1B, Charlottenburg, U-Bhf Ernst-Reuter-Platz
Karten sichern für utopisches Rätselraten – Im ehemaligen Luftschutzbunker Charlottenburg stehen die Hangar Games in den Startlöchern: In Form eines interaktiven, multimedialen Theater-Escape-Room-Konzepts soll im Jahr 2436 eine Gruppe ausgewählter Menschen in die Ferne aufbrechen, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Wer sich zu den Pionieren zählen darf, entscheiden die besagten Spiele mit nervenaufreibenden Einzel- und Gruppenmissionen. Karten ergattern Sie für 23,50 Euro. Wir verlosen 2x2 Karten für heute Abend um 20 Uhr! Weitere filmreife Zusammenkünfte finden bis zum 29. Dezember statt. Kaiserdamm 102, Charlottenburg, U-Bhf Kaiserdamm
Grübelstoff mit Blick in die Zukunft – Science-Fiction zeigt ganz ungeniert Potenziale scheinbar ferner Technologien, mitunter sind die Ideen auch ganz „out of the box“. Im technischen Umschwung und unbegrenzten Möglichkeiten von morgen stellt sich die Frage: Brauchen wir mehr Science-Fiction?
Ein Päckchen Berlin
Noch 8 Tage bis Weihnachten und wie wäre es mit ausgefallenen Geschenken, die auch noch Gutes bewirken? Als ein gemeinsames Projektder Berliner Blindenanstalt und des Designbüros „Vogt + Weizenegger“ fertigen Menschen mit und ohne Behinderung in der imaginären Manufaktur u.a. Präsente aus Papierwaren sowie Nützliches und Schönes aus Keramik, Textil oder Holz. Mit handwerklich hohem Anspruch, Sinnhaftigkeit und überwiegend regionalen Rohstoffen entsteht eine kunstvolle Palette an Design- und Alltagsgegenständen, die auch im angeschlossenen Laden verkauft werden. Mit einem Klick geht's zur Verlosung eines Querbeet-Päckchens der Manufaktur.
(Foto: Naomi Fearn)
Berlin heute
Verkehr – Mitte: Mögliche Verkehrsstörungen von 10.45 bis 12.45 Uhr zwischen Werderscher Markt, Unter den Linden, Heinrich-von-Gagern-Straße und Willy-Brandt-Straße.
Nahverkehr – S-Bahnlinien 45, 46, 47, 8, 85 und 9: Streckenunterbrechung von 22 Uhr bis Montagmorgen, 1.30 Uhr zwischen Baumschulenweg (Treptower Park) und Flughafen BER, Terminal 1-2/Grünau/Spindlersfeld. Als Ersatz verkehren mehrere Buslinien und ein Pendelverkehr im 15-Minutentakt zwischen Baumschulenweg und Treptower Park.
Demonstration – Für heute sind 19 Demos (Stand 15.12., 14 Uhr) angemeldet, u.a. „Flüchtlinge und Familienzusammenführung“: 40 Teilnehmende, Jemenitische Gemeinde in Berlin und Brandenburg e.V., Werderscher Markt 1 (11-14 Uhr)
„Mahnwache für Demokratie und Toleranz“: 15 Protestierende, Omas gegen Rechts Berlin, Birkenstraße (16-17 Uhr)
„Ein Jahr obdachlose Bühne – Kundgebung gegen Obdachlosigkeit und strukturelle Gewalt“: 20 Menschen, Leopoldplatz (17.30-19.30 Uhr)
Sonnabend – „Friedenskundgebung mit Aufzug gegen alle Diktatoren“:5000 Personen, Platz des 18. März – Wittenbergplatz – Platz des 18. März (13-19 Uhr)
„Solidarität mit den Revolutionären im Iran und Verurteilung der Hinrichtungen von Demonstranten durch das Mullah-Regime“: 1000 Protestierende, Gruppierung Echo Iran, Pariser Platz – Reichstagsufer – Pariser Platz (13.30-16 Uhr)
„Mit Lichterkette und Weihnachtskostüm für mehr Sicherheit für Radfahrende in die Pedale treten“: 20 Radler:innen, Changing Cities e.V. Reinickendorf, Eichborndamm 215 – Scharnweberstraße – Eichborndamm 215 (17-19 Uhr)
Sonntag – „German light against russian darkness“: 50 Personen, Washingtonplatz 1 (12-21 Uhr)
„Mahnwache für eine im Berliner Straßenverkehr getötete 15-jährige Fußgängerin. Gedenken an die im Jahr 2022 im Berliner Straßenverkehr getöteten Fußgänger:innen“: 50 Demonstrierende, VCD Nordost, Leonorenstraße (15-15.30 Uhr)
„Lichterlauf für die Seenotrettung – Ein Zeichen für das Menschenrecht auf Leben für jede*n und gegen das Ertrinken!“: 250 Läufer:innen, Sea-Eye Berlin, Kottbusser Straße 1/Skalitzer Straße – Paul-Lincke-Ufer – Maybachufer/Kottbusser Damm (16-19 Uhr)
Gericht – Gegen einen Revierförster kommt es zum Berufungsprozess wegen fahrlässiger Tötung. Der 43-Jährige soll bei der Kontrolle von Bäumen in Grunewald die Umsturzgefahr eines etwa 100-jährigen Spitzahorns übersehen haben. Der Baum stürzte auf das Auto einer Frau, verletzte sie tödlich. In der ersten Instanz wurde der Förster freigesprochen. Die Nebenklage legte Berufung ein (9 Uhr, Ortstermin in Grunewald).
Universität – Die Berlin University Alliance unterstützt mit ihrem Projekt AthropoScenes die Theaterproduktion „the world flames like a disco kugel“ vom RambaZamba Theater und dem Theater des Anthropozäns. Das Stück schaut auf eine Welt, in der Dürre und Wasserverschmutzung zum Untergang der Menschheit geführt haben. Tickets gibt’s für 21/erm. 10 Euro. Schönhauser Allee 36-39, Prenzlauer Berg, U-Bhf Eberswalder Straße
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Paul van Dyk (51), DJ und Hörfunkmoderator / Ute Finckh-Krämer (66), SPD-Politikerin / Jürgen Klemann (78), CDU-Politiker und ehemaliger Schul- und Bausenator (1991-96, 96-99) / Ulrike Krumbiegel (61), Schauspielerin / Thomas Oppenheimer (34), ehemaliger Eishockeyspieler bei den Eisbären / Ina Paul (87), Dramaturgin, Schriftstellerin und Lyrikerin / Catherina Pieroth-Manelli (56), für die Grünen im Abgeordnetenhaus / Fabio Reinhardt (42), Grünen-Politiker, ehemalig für die Piratenpartei im AGH (2011-16) / René Redzepi (45), dänischer Koch / Edward Ruscha (85), US-amerikanischer Maler, Fotograf und Filmemacher / „Jürgen Sander zum 80. Deine Volleyballkameraden“ / Jenny Schon (80), „Sinologin, Stadthistorikerin, Autorin“ und „Dichterin, Schriftstellerin, Stadtführerin, Umweltschützerin, Frau mit Herz und Verstand. Noch viele, viele Jahre Schöpferkraft, Fantasie und Gesundheit wünschen Renate, Norma und die Mitglieder vom Berliner Stadtkatzen e. V.“ / Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin (90), russicher Komponist
Sonnabend – Claudia Biene (49), Leichtathletin / Robert Dornhelm (75), österreichischer Filmregisseur / Ari Folman (60) israelischer Filmregisseur / „Horst Dieter Hanke, 18.12.1942“ / Allan Conrad Praskin (74), amerikanischer Jazz-Musiker / Charlotte Schwab (70), Schweizer Schauspielerin / Christoph Süß (55), Kabarettist / Armin Mueller-Stahl (92), Schauspieler, Maler und Schriftsteller / Jürgen Tarrach (62), Schauspieler
Sonntag – Miki Andō (35), ehemalige japanische Eiskunstläuferin / Dorothea Dieckmann (65), Schriftstellerin / Kathy Hurwitz (70), „es gratulieren ganz herzlich die üblichen Verdächtigen“ / Horst Krause (81), Schauspieler / Daniel Richter (60), Künstler / „Irmgard Schadach (73). Der umtriebigen Finanzchefin des Gofenberg Chors herzlichen Glückwunsch. Ohne dich wären wir im wahrsten Sinne des Wortes ärmer. Manfred Füger im Namen des gesamten Chors!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Urs Bircher, * 12. August 1947 / Dr. Lutz Göbel, * 26. September 1937 / Prof. Dr.-ing. Dr. h.c. Max Helmut Reihlen, *14. August 1934 / Klaudia Spickermann, * 11. Mai 1945, gestorben am 12. Dezember 2022 / Peter Wagner, * 28. Dezember 1942 / Horst Wildgrube, * 27. Juni 1930
Stolperstein – Margarete Scherk (geb. Cohn, 1872) zog 1932 mit ihrem Mann Heinrich Scherk in die Aschaffenburger Straße 24 in Wilmersdorf. Nach seinem Tod blieb Margarete weiterhin Geschäftsführerin des Unternehmens „Gebrüder Scherk“, das unter anderem eine Papierhandlung, Kontorutensilien, Buch- und Steindruckerei war. 1942 deportierten die Nationalsozialisten sie nach Theresienstadt, wo sie im Alter von 71, heute vor 79 Jahren, ermordet wurde.
Encore
Am Montag haben wir an dieser Stelle nach Masterplänen gesucht, um Berliner:innen zu nerven (Frage via Reddit): „Sie wurden von der Berliner Verwaltung angestellt, um so viele Menschen wie möglich zu ärgern. Dafür können Sie nur eine Maßnahme einführen oder verändern. Was tun Sie?“
Ein Best-of Ihrer Ideen, voilà:
- „Bürgeramtstermine nur ohne Voranmeldung, aber mit Wartenummer. Um es noch lustiger zu machen, könnte zwischen 9 und 10 Uhr eine Ziehung der Nummern stattfinden, die dann tatsächlich einen Termin kriegen.”
- „Zur Steigerung der Attraktivität halten Fern- und Regionalzüge nur noch am Bahnhof Alexanderplatz.”
- „Alle Ampeln im gesamten Berliner Stadtgebiet abschalten und das Chaos genießen.”
- „Eine Zuständigkeits-Lotterie im Eingangsbereich einrichten.”
- „PKW dürfen nur noch auf der A100 und den anderen Stadtautobahnen kostenlos parken.”
Oder – oh Graus:
- „Alles so lassen, wie es ist. Das ist die einzige Antwort, die wirklich zu Berlin passt.”
Darauf ein ärgerfreies Wochenende! Für diesen Checkpoint waren neben mir Thomas Lippold (Recherche), Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion) zuständig – ganz ohne Lotterie. Am Montag begrüßt Sie hier Lorenz Maroldt. Kommen Sie gut in den Tag!


