Berlins Intensivbetten-Ampel flackert rot – die Belegung mit Corona-Patienten liegt bei 25%, der gefährliche Sektor ist erreicht. Ein bisschen Hoffnung macht seit ein paar Tagen allerdings der Verlauf der zweiten Welle: Die Zahl der Neuinfektionen pro Tag sinkt, wenn auch (noch) nur minimal. Zu spüren ist das u.a. in den Schulen, wo die gemeldeten Quarantänefälle weniger werden. Nur in Spandau sieht es anders aus: Der Bezirk meldet jetzt die höchste Zahl von Neuinfektionen (327 im 7/100.000-Index) – und hält Berlin damit über der 200er-Grenze. Joana Nietfeld und Hannes Heine beschreiben, was in Spandau passiert ist.
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Das Coronavirus stellt pflegende Angehörige vor neue Herausforderungen: Die Pflege muss so organisiert werden, dass die Pflegebedürftigen vor einer Infektion geschützt sind. Teilweise gehören die pflegenden Angehörigen selbst zur Risikogruppe. Die Unfallkasse Berlin gibt Hinweise und Tipps zum Thema: unfallkasse-berlin.de/pflegende-angehoerige
Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid hat jetzt auch einen Podcast, und zwar beim Rocksender Star FM. In der aktuellen Folge wurde er zu den Corona-Impfungen befragt, die womöglich bereits am 14. Dezember u.a. im Terminal C von TXL beginnen sollen – oder eben auch nicht: „Wer die Verantwortung trägt, lässt sich nur erahnen“, sagt Larscheid – für eine Partie Behörden-Pingpong ist es eben nie zu früh am Tag.
Am 28. November erreichte mich übrigens per Post ein Corona-Brief des Regierenden Bürgermeisters mit dem bedeutungsschweren, fett herausgehobenen Hinweis: „Der November ist der Monat der Eigenverantwortung.“ Tja, da muss ich mich jetzt natürlich echt beeilen, morgen ist ja schon Dezember. Bin auch schon sehr gespannt, mit welcher Nikolausparole uns Michael Müller zwischen Weihnachten und Neujahr überrascht.
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Der CDU-Fraktionsvorstand bekam gestern Nachmittag Post von Sebastian Czaja, „Betreff: Einsetzung Untersuchungsausschuss ‚Diese eG‘.“ Nicht jedem in der Union gefällt die Mail des FDP-Fraktionschefs – Czaja erhebt darin den Anspruch des Oppositionsführers in dieser Sache. Hier ein Ausschnitt des Schreibens:
„Liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand der CDU-Fraktion, nach unserem Austausch, den wir mit Ihrem Fraktionsvorsitzenden Burkard Dregger und Stefan Evers hatten, begrüßen wir das gewachsene Interesse der CDU-Fraktion in der Causa „DIESE eG“ und Florian Schmidt ausdrücklich. Es bleibt für uns aber festzuhalten, dass die bisher erzielte Aufklärungsleistung primärer Verdienst der liberalen Bezirksverordneten in Friedrichshain-Kreuzberg ist. Parallel hat unsere Fraktion im Hauptausschuss maßgeblich dazu beigetragen, Transparenz zu schaffen, auf deren Grundlage der Rechnungshof eine Sonderprüfung durchführte, die wiederum weitere Verfehlungen von Florian Schmidt offenlegte. Es muss erlaubt sein für uns festzuhalten, dass wir uns hier bereits mehr Mitarbeit der CDU gewünscht hätten.“
Der Untersuchungsausschuss soll sich dem gemeinsamen Antrag von CDU und FDP zufolge beschäftigen mit:
+ den Geschäften und der Förderung der Genossenschaft „Diese eG“
+ dem politischen Handeln von Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) sowie dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
+ der generellen Umsetzung von Vorkaufsrechten
+ der rechtlichen Bewertung des Entstehens und der Umsetzung des Mietendeckels
Die Koalition kann den U-Ausschuss gegen die Stimmen von CDU und FDP nicht verhindern. Laut Antrag wird die Arbeit auf sechs Monate begrenzt, der Abschlussbericht soll bis zum 31. August 2021 vorgelegt werden – also mitten im Wahlkampf. Czaja schreibt in seiner Mail an die CDU, für die FDP habe „sachliche Aufklärung der Vorkommnisse in Friedrichshain-Kreuzberg Priorität“, er sehen den UA „nicht als Wahlkampfinstrument“.
Aber eben dort, im Wahlkampf, wird das Thema „Mieten, Kaufen, Wohnen“ zwangsläufig landen – bei der Justiz ist es nach unseren Informationen jedenfalls schon mal angekommen: Die Staatsanwaltschaft prüft ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Untreue sowie Anstiftung und Beihilfe zur Untreue gegen hochrangige Politiker der Koalition: Bausenator Sebastian Scheel (Linke), Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) und Innensenator Andreas Geisel (SPD).
Apropos Mietendeckel – wie sieht es damit eigentlich aus in den Häusern der „Diese eG“? Zumindest für die Objekte Krossener Straße und Forster Straße wurde ja „ein Mietzins angesetzt, der oberhalb der Mietobergrenzen des MietenWoG Bln liegt“, wie auch der Senat in der Antwort auf eine Anfrage des CDU-MdA Stefan Evers festhielt (DS 18 / 24 193). Wird da jetzt die Miete gesenkt? Nö, wird sie nicht. Und das kommt so:
In einen Schreiben vom 26.11. (liegt dem CP vor) klärt der Vorstand der Genossenschaft (Simone Gork, Werner Landwehr, Elena Poeschl) die fragenden BewohnerInnen darüber auf, dass sich für sie „in Bezug auf die Miete durch das MietenWOG Berlin nichts ändert“ – die Häuser fallen wegen der Mittel, die „aus öffentlichen Haushalten zur Modernisierung und Instandsetzung gewährt wurden“, unter den Ausnahmepassus. „Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für die Gesundheit“. Und einem Winke-Winke rüber zum Nachbarn, dessen Miethai zum Mietguppy mutiert ist und vorschriftsmäßig zum 23.11. die Miete gesenkt hat.
Und hier noch drei Checkpoint-Empfehlungen aus dem Tagesspiegel-Angebot T+ (mit Abo kostenlos):
Die gelbe Zeitmaschine: Mit dem 100er Bus durch 30 Jahre Berlin. Links und rechts der Strecke hat sich vieles verändert, die DDR wurde überbaut, der Terror kam in die Stadt. Nur der 100er Bus hält seit 30 Jahren Kurs. Von Lars Spannagel.
Nicht einsam, nicht schrullig, nicht Tütensuppe: Das Single-Dasein gilt als ein Zustand, der überwunden werden muss. Neue Daten zeigen: Singles kommen besser durch die Krise als Familien. Woran das liegt, weiß Ariane Bemmer.
„Ich wache nicht morgens auf und überlege: Was könnten wir denn heute verbieten?“ Die „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer im Gespräch mit FDP-Umweltpolitiker Lukas Köhler über Debattenkultur, freie Marktwirtschaft und die Frage, ob Donald Trump ein Geschenk war. Ein Interview von Georg Ismar und Paul Starzmann.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Senatskanzleichef Christian Gaebler erlebte zwanzig Jahre lang als Teilhaber (und gelegentlicher Spüler) der Tapasbar „Sol y Sombra“ am Oranienplatz Licht und Schatten der Gastronomie – kurz vor der Corona-Krise stieg er aus. „Im Nachhinein ein kluger Schachzug“, zitiert ihn die „FAZ“. Wohl wahr – wäre ja zu komisch gewesen, wenn der Koordinator des Senats auch in eigener Sache Sperrstunden und Corona-Hilfen vereinbart hätte. Darauf ein San Miguel.
In Kreuzberg wird ohnehin mehr Sternburger, pardon, „Sterni“, getrunken als spanisches Bier. Apropos Kreuzberg: Woher hat eigentlich der Bezirk, dessen politische Mehrheitsführer preußische Generäle wie Yorck, Blücher und Gneisenau von den Straßenschildern tilgen wollen (hier dazu eine Geschichte von Kerstin Decker), seinen eigenen Namen? Richtig: Vom Eisernen Kreuz auf Schinkels Nationaldenkmal im Viktoriapark, das König Friedrich Wilhelm III. errichten ließ in Gedenken an die gefallenen Soldaten der Befreiungskriege, an denen – na wer? Richtig: Yorck, Blücher und Gneisenau beteiligt waren. „Den künftigen Geschlechtern zur Nacheiferung“, heißt es in einer Inschrift. Da ist es wohl am besten, gleich den ganzen Bezirk umzubenennen: in Sterniberg.
Mit Hausverboten werden es die Bäderbetriebe in der nächsten Saison schwerer haben – ein Betroffener wehrte sich erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht, hier ein Urteilsauszug (AZ 1 L 250/20):
„Zwar hat der Antragsteller unstreitig seine Badehose kurzzeitig heruntergelassen und so provoziert, ob er zusätzlich eine Treppe in der falschen Richtung benutzt hat, ist jedoch offen. Seine Eintrittskarte hat er jedenfalls nach Aufforderung vorgelegt und eine Strafanzeige wegen Beleidigung ist durch die Antragsgegnerin nicht gestellt worden.“
Die Richter der 1. Kammer kamen zu dem Schluss: „Keine Wiederholungsgefahr“ – und so bekommt der Begriff „Freibad“ gleich eine neue Bedeutung.
„Freut Euch auf den Sommer“, fordert die „Weinbar Rutz“ ihre Fans auf (und bietet Geschenkgutscheine mit interessanten Gimmicks an)– nichts leichter als das.
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Nach der zeitlich überraschenden Ausschreibung des Chef-Jobs bei den Wasserbetrieben („ab sofort“, obwohl der Vertrag von Jörg Simon erst im Juli endet; CP v. 28.11.) hatten wir Sie in unserem Kurs „Mathe mit dem Checkpoint“ gefragt: Wie viele Badewannen (180 Liter) hätten Sie seit dem Amtsantritt Simons im November 1999 füllen können, wenn ihr Wasserhahn seitdem ununterbrochen im Sekundentakt tropfen würde (je 0,25 Milliliter)?
Und Sie haben gerechnet… allerdings schwankten die eingereichten Ergebnisse wie das Wasser in einem Pool, in den sich Obelix fallen lässt. Es galt, Schaltjahre zu berücksichtigen und Rundungsfehler, unklar blieb die genaue Uhrzeit, zu der Simon erstmal sein Büro betrat und einiges mehr. Doch unterm Strich bildete sich eine Mehrheit für das Ergebnis, auf das auch der Checkpoint gekommen war: 923,76 Badewannen hätten Sie in der Amtszeit von Jörg Simon mit einem tropfenden Wasserhahn füllen können – hier exemplarisch der Rechenweg, den Matthias Luckhardt betrat:
21 Jahre * 365 Tage + 6 Schalttage (2000, 2004, 2008, 2012, 2016, 2020) + 27 Tage (1.11.2020 bis 28.11.2020) = 7698 Tage
7698 d * 24 h/d * 60 m/h * 60 s/m = 665.107.200 Sekunden
1s/Tropfen * 4 Tropfen/ml * 1000 ml/l * 180 l/Badewanne = 720.000 s/Badewanne
665.107.200 s / 720.000 s/Badewanne = 923,76 Badewannen
Abweichungen begründete Ralf Fischer (der ebenfalls auf das richtige Ergebnis kam) mit der zweifelhaften Mengenangabe beim Wassertropfen: „Es ist in der Technik und in den Naturwissenschaften üblich, dass die letzte Ziffer durch Rundung zustande gekommen ist. Somit gilt 0,245 ml ≤ 0,25 ml < 0,255 ml, d.h. wir haben einen Fehler von 0,005ml 0,25ml = 0,02 = 2%. Damit ergibt sich ein absoluter Fehler von 18,5 Badewannenfüllungen.“
Ebenfalls richtig lagen unter dieser Prämisse Marco Schroeder, Helmut Esenwein, Eberhard Spohd, Martin Stelbrink, Karsten Ewert, Gerd Bleicher, Jonathan Herber, Hartmut Engel und Nicole Holtz, die am Ende feststellte: „Da lohnt es sich durchaus, in eine gute Dichtung zu investieren.
Apropos Wasser: Im November fielen mal wieder nur knapp 20 Liter Regen pro qm (statt der früher üblichen 50 Liter). Das werden schwierige Zeiten für den neuen BWB-Chef.
Wir bleiben noch kurz bei Zahlen: 6,6 Milliarden Euro sollen bis zum Jahr 2050 in die Charité-Standorte investiert werden – zum Vergleich: Anderswo (z.B. in Schönefeld) wurde in der gleichen Zeitspanne für das gleich Geld ein Flughafen gebaut (zwar ebenfalls mit einem Gebetsraum, aber ohne Intensivstation).
Nanu? Von den mehr als 58.000 Autofahrern, die im Tunnel Tegel seit dem Frühjahr von dem neuen Blitzer fotografiert wurden, bekamen nur 25.274 einen Bußgeldbescheid? Da fragen wir doch mal nach… hier die Erklärung der Polizei: „Durch die Art der Anbringung kommt es vor, dass die A-Säule einiger Fahrzeuge das Gesicht der Kfz-Führenden verdeckt.“ Im Klartext: Weil das 100.000 Euro teure Gerät blöderweise in einer Kurve aufgestellt wurde, produziert es vor allem Blech. Das ist zwar auch eine Kunst (und wäre mal eine Ausstellung wert), aber daraus lässt sich in Berlin leider kein Bargeld machen.
„Corona schadet Duftkerzenherstellern“ (Q: „Bild“) ist auch so eine Nachricht, über die man eigentlich nur die Nase rümpfen kann (CP-Dauerbewerber Alf Frommer hat sie dankenswerterweise mit dem Hinweis „+++ Eil +++“ versehen, sonst hätten wir sie womöglich noch übersehen). Hängt aber vielleicht auch damit zusammen, dass viele Infizierte vorübergehend den Geruchssinn verlieren.
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Brand I: In Neukölln entzündeten vier Jugendliche Feuerwerkskörper, die einen Laubhaufen entzündeten, der drei Autos entzündete.
Brand II: In der Rigaer Straße entzündeten Unbekannte ein Toilettenhäuschen, das zwei Autos entzündete (oder umgekehrt). Fast überflüssig zu erwähnen, deshalb nur für die Statistik: Die Besatzung des Polizeiwagens, wegen des Feuers alarmiert, wurde von ebenfalls Unbekannten vom Dach eines Hauses mit Steinen beworfen.
Easyjet hat in dieser Woche Kündigungen zugestellt – aber das Unternehmen hat sich nicht mal die Mühe gemacht, die Betroffenen persönlich anzusprechen: Die Anrede „Dear Mr./Mrs“ empfanden viele als Frechheit.
Und hier eine dringende Warnung für alle diejenigen unter Ihnen, die im Besitz der BER-App sind – die Flughafengesellschaft rät im App-Shop zum Update: „Mit diesem App-Update beheben wir die Probleme beim Laden der Flugliste und den daraus resultierenden Abstürzen.“ Puh… (Q: „Spiegel“)
Mit der Tagesspiegel-Spendenaktion unterstützen wir dank Ihrer Hilfe in diesem Jahr vor allem Corona-Projekte – alle wichtigen Infos dazu finden Sie hier.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Hier die Liste der Teilnehmer an der U5-Eröffnungsfeier (4.12.): Michael Müller, Regine Günther, Ramona Pop, Tamara Zieschang (Staatssekretärin BMVI), Eva Kreienkamp (Vorstandsvorsitzende BVG), Rolf Erfurt (BVG), Ute Bonde (BVG), Jörg Seegers (BVG), Oliver Collignon (Architekt Bahnhof „Rotes Rathaus“), Axel Oestreich (Architekt Bahnhof „Unter den Linden“). Wir zählen kurz durch… 10 Personen aus 10 verschiedenen Haushalten (soweit bekannt). Übrigens: Beim Projekt U5 haben die Beteiligten zum Schluss Tag und Nacht durchgearbeitet – und es gab keinen Corona-Fall und auch keine Quarantäne.
Und wie kommt eigentlich die BVG durch die Corona-Krise? Wir haben mal nachgefragt – hier sind die Antworten:
+ Fahrgastzahlen: Zu Beginn der Pandemie waren sie auf 30% des Üblichen gefallen, heute liegen sie bei 70 bis 75%.
+ Maskenpflicht: Die Tragequote liegt zwischen 95 und 99%, harte Verweigerer sind selten geworden.
+ Corona-Krankenstand: Von den mehr als 15.000 Angestellten sind seit Beginn der Pandemie etwa 60 MA erkrankt (Ursprung laut BVG „nicht auf das berufliche Umfeld zurückzuführen“).
Und noch ein Nachtrag zur Meldung „Verkehrsverwaltung streicht Buslinie zur Charité“ (CP v. 23.11.) – die BVG schreibt dazu:
„Ganz so stimmt es nicht. Wir bieten auch im Jahr 2021 eine hervorragende Anbindung der Charité am Campus Mitte – genauer gesagt: das Angebot wird sich sogar verbessern.“ Die Darstellung nach dem Wegfall der Buslinie 245 von Alexanderplatz über Charité zum Hauptbahnhof (Auslastung im Streckenbereich der Klinik knapp 30%) im Einzelnen:
+ Die Linie 245 wird von Westen kommend bis zum Robert-Koch-Platz verlängert (170 m vom Bettenhochhaus) und fährt in einem dichteren Takt.
+ Die Linie 147 verbindet weiterhin den Abschnitt Unter den Linden - Charité – Hauptbahnhof, wird Mitte Dezember bis zum Wedding (Leopoldplatz) verlängert und bekommt am Wochenende einen
vorgezogenen Betriebsbeginn.
+ Die Linie N5 wird die erste Nachthaltstelle an der Charité anfahren.
+ Die Linie U5 mit dem neuen Bahnhof Bundestag ist 460 m entfernt.
Zitat
„Wer okay ist, darf mitmachen in Berlin“
Headline zum Text von „visitBerlin“-Chef Burkard Kieker heute im Tagesspiegel (Serie „75 Visionen für Berlin“). Und okay ist, wer das Berliner Grundgesetz auswendig kennt (hier in der Kiekerschen Auslegung): „Toleranz ist das Rezept, das wir hüten und verteidigen müssen.“
Tweet des Tages
Pfff, Nikolaus? Wenn ich von ‘nem Fremden mit Vollbart gemaßregelt werden will, bestell‘ ich in Prenzlauer Berg bei ‘nem Barista einen ‚normalen Kaffee mit Milch‘.
Stadtleben
Essen to go – Gerade einmal zwei Tage vor Beginn des Lockdown Light stieß das Friedrichshainer Café Lekker seine Glastüren auf. Bisher durften die knallbunten Räume samt Krabbelecke daher noch kaum von Besuchern erobert werden, doch Gebäck und Glühwein gibt’s auch to go – und lassen die ferne Öffnung ersehnen! Neben Cookies, Kaffee und veganer Eiscreme wecken Belgische Waffeln die Vorfreude, die mit kandierten Nüssen, Beeren und Datteln verputzt werden wollen, vorneweg gibt’s Stullen und Couscous. Den heißen Wein to go schenkt das Café in rot, weiß und mit diversen Schüssen in die Tassen – auf zum heiteren Herbstspaziergang! Mo-Fr 8-18, Sa-So 9-19 Uhr, Dolziger Straße 1, S-Bhf Storkower Straße
Das ganze Stadtleben – mit Tipps für Last-Minute-Adventskalender und knusprige Vanillekipferl – gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo.
Kipferl at Home – Ran an den Schneebesen: Wenn vor dem Fenster die Kälte klirrt – oder drinnen der Lockdown-Koller droht –, ist es Zeit, den Plätzchenteig auszurollen! Zimtsternnovizen und Kipferldebütanten holen sich dabei virtuelle Hilfe: Per Livestream wird in den Kursen der Bake Nights geknetet, gerührt und schnabuliert. Einen digitalen Backworkshop ergattern Hobby-Konditoren ab 29 Euro unter diesem Link – neben klassischen Weihnachtsplätzchen können auch Baumkuchen, Scones und Macarons kredenzt werden. Ausstecher zur Hand? Dann fix auf unseren Button geklickt: Wir verlosen 3x2 Gutscheine für einen Kurs Ihrer Wahl.
Der Livestream hakt? Feines Gebäck gibt’s auch in unserer Genussredaktion, die sich jüngst an Cynthia Barcomis Bananenbrot wagte – hier geht’s zum Rezept!
Geschenk – Noch eine Nacht, bevor der letzte Monat des Jahrs anbricht – und gespannt hinters erste Kalendertürchen gelugt werden darf. Doch was tun, wenn auf dem Küchentisch noch gähnende Leere klafft? Statt panisch ins übervolle Kaufhaus zu flitzen, klicken sich Verspätete auf die Seiten der berlinbekannten Rösterei 19grams: Hier warten noch wenige Kaffeekalender auf muntere Abnehmer (ab 70 Euro), alternativ wollen auch die edlen Espresso-Abos als Weihnachtsgeschenke erworben werden (ab zehn Euro/Monat). Ist auch hier der Vorrat ausverkauft – oder Kaffee in den heimischen Schränken schon in Massen vorhanden –, weiß unsere Berlinredaktion zu helfen: Für flotte Kalenderideen zum Selberbasteln (unser Favorit: die Tetra-Pak-Seilbahn!) folgen Sie einfach diesem Link.
Rätseln – Kampf dem Fernweh! Mit weiten Streifzügen durch die Straßen von Google Street View lässt es sich auf tollkühne Roadtrips träumen. Wer es gern kompetitiv hält, kombiniert die virtuelle Reise mit einer Prise Tüftelei: Die Rätsel-Plattform „Geoguessr“ lässt seine Spieler mitten auf eine der Straßen der Erde plumpsen, die es dann zu erraten gilt – vom sibirischen Feldweg bis zum französischen Prachtboulevard. Wo finden sich Hinweisschilder, was verrät der Sonnenstand? Zur digitalen Spritztour bitte hier entlang.
Grübelstoff – Stuck und Giebel ragen aus den vielen Altbauten Berlins, vor denen Flaneure staunend verweilen. Stadtbalkone und hoch thronende Dachgeschosswohnungen laden zum Bewundern und Tagträumen: Durch welche Straße spazieren Sie am liebsten – und welches Haus würden Sie lieber heute als morgen beziehen?
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Die rechte Spur der Ausfahrt Detmolder Straße (Richtung Wedding) ist bis Mitte Dezember gesperrt.
Havemannstraße (Marzahn): Sperrung zwischen Wörlitzer Straße und Rosenbecker Straße in beiden Richtungen, Fuß- und Radverkehr darf passieren (bis Anfang Dezember).
Langhansstraße (Weißensee): Sperrung zwischen Prenzlauer Promenade und Heinersdorfer Straße, der Radverkehr wird auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg umgeleitet (bis Ende Dezember).
Wagner-Régeny-Straße (Adlershof): Sperrung zwischen Rudower Chaussee und Hans-Schmidt-Straße in beiden Richtungen, Fuß- und Radverkehr frei (bis morgen, 12 Uhr).
Jean-Jaures-Straße (Wittenau): Sperrung in beiden Richtungen, Fuß- und Radverkehr darf passieren (bis Ende Januar 2021).
Blankenburger Straße (Heinersdorf): Auf Höhe Frithjofstraße ist in beiden Richtungen nur eine gemeinsame Spur befahrbar, eine Baustellenampel regelt den Verkehr.
Westend: Aufgrund einer Demonstration kann es rund um Messegelände, Kantstraße, Kaiser-Friedrich-Straße und Wilmersdorfer Straße zu Verkehrseinschränkungen kommen (19-21 Uhr).
Demonstration – Am Treptower Park kommen 50 Personen zu einer „Meinungskundgebung zum medizinischen Hintergrund von Corona“ zusammen (15-17 Uhr). Weitere 30 Coronaskeptiker protestieren mit einem Autokorso unter dem Motto „Coronapanik stoppen – Mittelstand schützen“ rund um das Messegelände und die Kantstraße (19-21 Uhr). Zu einer Kundgebung mit dem Titel „Kohleausstieg und Klimaschutz in der Tschechischen Republik und in Deutschland“ kommen 20 Teilnehmende vor der Tschechischen Botschaft zusammen (15-17.30 Uhr). Vor dem Pakistanischen Botschaftsgebäude in der Schaperstraße demonstrieren acht Personen „in Solidarität mit Amar Fayaz“ (9-11 Uhr, angemeldet von den „Marxistischen Studierenden Berlins“).
Gericht – Der Prozess gegen einen Judotrainer wegen Kindesmissbrauchs wird fortgesetzt. Dem 42-Jährigen werden Übergriffe auf Kinder und Jugendliche im Sportverein zur Last gelegt. Er habe über Jahre hinweg das Vertrauensverhältnis ausgenutzt, so die Staatsanwaltschaft (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 129).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Henner Bunde (56), ehem. CDU-Wirtschaftsstaatssekretär (2012-19) / Thomas Hettche (56), Schriftsteller und Journalist / Heinz Rudolf Kunze (64), Schriftsteller, Rocksänger, Liedermacher / Nadja Zivkovic (42), CDU-Bezirksstadträtin in Marzahn-Hellersdorf / David Joram (31), Ex-Tagesspiegler und weltbester Käsekuchenbäcker „Hoch sollst du leben! TSP A-HU! Deine Raclette-und-Siedler-Gang“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Fred Berndt, * 6. August 1944 / Isabella Biletzki-Ernst, verstorben am 11. November 2020, Lebenswelten e.V. / Fritz Diekhof, * 17. Juni 1966 / Jürgen Hey, * 25. August 1933 / Michael Griesch, * 31. Dezember 1941 / Cornelia Merettig, * 11. Dezember 1940
Stolperstein – Trude Sperling (Jg. 1892) wohnte in der Traunsteiner Straße 8 in Schöneberg. Am 25. November 1941 wurde die Haushaltshelferin von der Gestapo in die Synagoge in der Levetzowstraße 7-8 (Moabit) gebracht, die als Sammellager für Deportationen genutzt wurde. Zwei Tage später verschleppten die Nationalsozialisten sie mit mehr als 1000 weiteren Personen nach Riga. Unmittelbar nach der Ankunft wurden sämtliche Insassen des Deportationszuges von Angehörigen der SS sowie lettischen Freiwilligen im Wald von Rumbula erschossen. Am heutigen Tag jährt sich das Datum dieses Massenmords zum 79. Mal.
Encore
Zum Schluss noch der Hinweis von Fabienne Hurst auf eine skandalöse Sendung im „Deutschlandfunk Nova“ (den ich eigentlich sehr schätze) – darin der unfassbare Satz: „Die Fledermaus ist ein sehr soziales Tier, von dem wir uns ruhig mal ‘ne Scheibe abschneiden könnten.“ Boah… Na, wenn das mal kein Fall ist für den Berliner Tierschutzsenator – Dirk Behrendt, bitte übernehmen Sie!
Und ich gebe ab an Felix Hakenbruch, der hier morgen früh mit Ihnen durch die Berliner Nachrichten flattert. Das Stadtleben bereitete Ihnen heute Lotte Buschenhagen zu, serviert wurde Ihnen der Checkpoint von Kathrin Mauer. Kommen Sie gut in die erste meteorologische Winterwoche des Jahres, bis dahin –