wünscht CP-Leserin Judith Wahrheit von ihrer Terrasse in Torre Pali, Apulien: „Schön, auch hier zu lesen, was in meinem 2169 km entfernten Berlin gerade so passiert“.

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Unerwartet ist es nicht, aber die Deutlichkeit überrascht doch: Die 184.000 Unterschriften für das Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co enteignen“ kommen fast ausschließlich aus den Innenstadtbezirken. Ganz vorn liegt Friedrichshain-Kreuzberg mit 32.203 Unterschriften, fast jeder vierte Bewohner des Bezirks hat unterschrieben. Es folgen Pankow (25.583) und Mitte (24.592). Deutlich weniger enteignungsfreudig sind die Bewohner der bevölkerungsreichen Außenbezirke: Marzahn-Hellersdorf (4907), Reinickendorf (4724) und Spandau (4303). Innenstadt oder Außenbezirk – häufig auch eine politische Frage.
Der CDU-Abgeordnete Mario Czaja, aus dessen Anfrage die Zahlen hervorgehen, kommentiert: „Die Enteignungs-Initiative war in den Innenstadtkiezen grünen-naher Bürgerkinder erfolgreich, nicht dort wo die allermeisten Berliner leben – außerhalb des S-Bahn-Rings.“ Neben der Sozialisierung der Bewohner, dürften aber vor allem die Wohnverhältnisse zur Unterstützung für das Volksbegehren beigetragen haben: Seit 2016 sind die Angebotsmieten in Berlin (vor allem innerhalb des Rings) um 42 Prozent gestiegen – so stark wie nirgendwo sonst in Deutschland. Die Durchschnittsangebotsmiete liegt inzwischen bei 12,80 Euro pro Quadratmeter und damit nur noch knapp hinter Stuttgart (13,80 Euro). Schwabenwitze sparen wir uns, weil eben wenig witzig ist: 13 Prozent der Miethaushalte in deutschen Großstädten leben laut Böckler-Stiftung inzwischen prekär. Es kommentiert Verdi-Chef Frank Wernecke: „Die Miete ist der Brotpreis des 21. Jahrhunderts!“
An allen Ecken wird deshalb an politischen Lösungen geschraubt: ob Mietendeckel (gescheitert), Milieuschutz (semi-erfolgreich) oder Mietpreisbremse (semi-erfolgreich). Neu ist ein weitgehendes Umwandlungsverbot, das am Dienstag im Senat beschlossen wurde. Es soll Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen verhindern. Sind Mieter jetzt vor Verdrängung geschützt? Wird der Wohnungskauf zum Ding der Unmöglichkeit? Kollege Ralf Schönball beantwortet die wichtigsten Fragen (Tplus).
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Berlin soll Bullerbü werden, zumindest ein bisschen. Das fordert Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch. „Wir haben in der Koalition viel geschafft, aber eine klare Vision, wie die Stadt aussehen soll, sind wir den Bürgern schuldig geblieben“, sagt Jarasch. Erfrischende Klarheit. Deshalb hat ihre Partei bunte Bildchen drucken lassen, die zeigen, wie sich die Grünen – kaum überraschend – die Stadt der Zukunft vorstellen (hier): Mehr Bäume, weniger Autos, mehr Fußgänger, weniger Asphalt. So soll etwa der Tauentzien zur schattigen Flaniermeile umgestaltet werden. Allerdings weist die Partei selbst daraufhin: bislang sind alles Wunschvorstellungen. Eine Antwort darauf, wie man die aus dem zaddrigen Verantwortungsgulasch aus Senat und Bezirken herausoperieren will, bleiben die Grünen noch schuldig – schöne Bilder gab es nämlich auch schon vom „Modellprojekt Friedrichstraße“. Das Wort Verwaltungsreform taugt im Wahlkampf halt schlecht als Vision.
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Behörden-Pingpong, Pandemie-Edition: Ein Herr aus Berlin hat seinen Impfpass verloren, lässt die Corona-Impfung aus provisorischen Impfnachweisen eintragen. Wie aber kommen die Aufkleber nun in einen richtigen Impfpass? Es beginnt damit, dass die Ärztin das Umkleben der Impfklebchen verweigert. Das sei Urkundenfälschung. Ohne Kleber sei der Impfnachweis aber nichts wert. Auch im Impfzentrum wird ihm die Umtragung verweigert. Und nun? Wir haben uns auf Spurensuche begeben:
+ Anfrage bei der KV Berlin: „Nach § 22 Infektionsschutzgesetz (IfSG) kann und darf jede Ärztin/jeder Arzt Eintragungen aus alten Impfausweisen oder Impfbescheinigungen in einen aktuellen Ausweis übertragen. Ob es dabei möglich ist, Impfaufkleber von (alten) Impfnachweisen abzuziehen und in den gelben Impfpass wieder einzukleben oder ob die schriftliche Eintragung ausreicht, entzieht sich unserer Kenntnis.“
+ Apothekerverband: „Nach § 22 Abs. 2 IfSG darf der Apotheker nachträglich eine Impfung in einen Impfausweis (gelber Impfpass der WHO) eintragen.“
+ Gesundheitsverwaltung: „Nach §22 Absatz 2 des Infektionsschutzgesetz (IfSG) können Ärzte oder Apotheker*innen, das zuständige Gesundheitsamt muss die Nachtragung vornehmen. Für diese muss die ausgestellte Ersatzbescheinigung vorgelegt werden.”
+ Bezirksamt Pankow: „In letzter Zeit häufen sich die Anfragen an das Gesundheitsamt mit der Bitte, Impfbescheinigungen in den Impfausweis umzutragen oder Impfungen aus alten Impfausweisen in neue internationale Impfausweise zu übertragen. In der Regel werden die Antragsteller an die impfende Stelle verwiesen, damit von dort Nachtragungen in den Impfausweis vorgenommen werden können. Nur in Ausnahmefällen erfolgt eine Übertragung durch das Gesundheitsamt.“
Wir halten fest: Ärzte und Apotheker können umtragen, müssen aber nicht. Gesundheitsämter müssen, machen das aber nicht immer. Eine Frage beschäftigt uns noch: Braucht es denn diesen Impf-Aufkleber wirklich?
+ Anfrage beim Gesundheitsministerium (dahin hatte man uns letztlich verwiesen): „Eine Pflicht, diese Angabe in Form eines Aufklebers zu dokumentieren, besteht nicht. Infolgedessen ist es unerheblich, ob der Impfpass einen Impfaufkleber enthält oder nicht, solange die Impfdokumentation die Bezeichnung und Chargenbezeichnung des Impfstoffes enthält.“
Hätten wir das auch geklärt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Er hat keine Lust mehr: Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) verbietet den Aufenthalt im James-Simon-Park ab 20 Uhr. Es werde außerdem ein Musik- und Alkoholverbot geben, erklärte von Dassel. Am vergangenen Wochenende hatten Hunderte Jugendliche im Park gefeiert und nachts Polizisten angegriffen. Sie werden jetzt wohl einen Park weiterziehen – bis es ausreichend Orte gibt, an denen man legal beisammen sein kann.
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Corona I: Immerhin 24 Schulen sollen nun doch die sichereren Lolli-PCR-Tests erhalten. Ob es damit gleich zum Schulstart klappt, sei aber noch unklar, sagte ein Sprecher der Bildungsverwaltung. Kam dies Jahr einfach zu überraschend, das Ende der Ferien.
Corona II: Ab jetzt wird auch bei IKEA in Spandau und Tempelhof geimpft. Außer sonntags kann sich dort jeder ohne einen Termin impfen lassen. Von 10.30 bis 19 Uhr werden Johnson & Johnson und Moderna gespritzt. Danach gibt’s Köttbullar. Mjam.
Mehr Corona-News lesen Sie in unserem Liveblog.
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Nachtrag zur Senatssitzung am Dienstag: Das Ehrengrab für den Dichter Oskar Loerke auf dem Friedhof Frohnau wird nun doch für weitere 20 Jahre verlängert. Damit reagierte der Senat auf Proteste gegen die ursprünglich geplante Auflassung des Grabes.
„Wird irgendwo noch ein enthusiastischer niederländischer Stadtplaner gesucht?“, fragt Tom auf Twitter. Er schließt gerade seinen Master in Stadtplanung in Groningen ab. Ganz Berlin schreit: Hiiiierr!!!
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Amt, aber glücklich: Das Gesundheitsamt Neukölln ist mit seinem Pandemiepodcast „Feierabendfunk“ für den „BdKom“-Award 2021 nominiert. Das Projekt startete im Oktober 2020 – die Ärztin Christine Wagner und der Comedian Serkan Cetinkaya führen durch die Episoden. Im Fokus steht dabei die Arbeit der Gesundheitsämter, welche Regeln gelten und welchen Nutzen sie haben. Meine Kollegin Cristina Marina schrieb im Dezember 2020 ein einfühlsames Porträt über Wagner und Cetinkaya. Jährlich werden vier herausragende Kommunikationsprojekte aus ganz Deutschland geehrt. Amtsarzt Nicolai Savaskan und seine Mitarbeiter zeigen, was Behörden können könnten. Wir gratulieren! Den „Feierabendfunk“-Podcast können Sie sich jederzeit hier anhören.
Social Media, aber unglücklich: Weil sie der CDU eins mitgeben und mit hoher Frauenquote angeben wollten, haben die Grünen-Mitte kurzerhand alle drei Männer aus einem Foto mit Annalena Baerbock rausgeschnitten.
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Während sich auf den Gruppenfotos der Union wieder alte Männer zusammendrängen...😊 pic.twitter.com/UAmLIKFjbT
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Das senkte allerdings die Migrantenquote auf dem Foto massiv – um drei nämlich. Danach gefragt, antworteten die Grünen-Mitte: „Um die drumherum geht es im Tweet schlicht nicht.“
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Der Tweet soll hervorheben, wie gestern eben diese Personen für einen Moment lang nebeneinander standen. Das war nämlich sehr schön zu sehen. Zugeschnitten sind sie besser zu erkennen. Damit soll niemand versteckt werden. Um die drumherum geht es im Tweet schlicht nicht.
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Das ist ehrlich. Es war auch schon bei der Aufstellung der Bundestagsliste der Partei zu beobachten – und zeigt, warum sich Repräsentationspolitik im Wahlkampf eher schlecht für Witzchen auf Kosten anderer eignet.
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„Das ist wie mehrfaches Organversagen“: Das Artensterben ist so bedrohlich wie die Klimakrise, nur sprechen wir viel weniger darüber. Warum es ohne Mücken keinen Kakao mehr geben wird, wie uns Berliner Feldlerchen vom Massenexodus der Vögel in Deutschland ablenken – und was trotzdem jeder einzelne tun kann, sagt der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht im Klimapodcast Gradmesser. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Berlin is healing! Nachdem die E-Roller-Anbieter sich in der Pandemie aus Mangel an Touristen langsam von den Bordsteinen der Stadt zurückgezogen hatten, vollzieht sich die Renaissance mit Wucht: Aus Fahrradständern werden im Nu Leihstationen.
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Wer findet die fünf Fehler auf diesem Bild? pic.twitter.com/2rr2n0I5Ol
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Doch nicht nur für Fahrradfahrende werden die Leihfahrzeuge zum Ärgernis. Wie vor der Pandemie kehren auch die E-Scooter auf ihr „angestammtes“ Terrain zurück. Und so werden die Fußwege in der Stadt wieder zu Parkplätzen für die motorisierten Tretroller.
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Kann nicht mal so ne law and order Partei das Thema Straßenverkehr übernehmen?!
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Oh wait… pic.twitter.com/ZuWCTt9bys
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Hier nochmal für alle die Situation am Brandenburger Tor. pic.twitter.com/asLmwi1kIZ
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Der Markt regelt das leider nicht.
Zum Schluss: Wo die Deutschen über Bratwurst als Impf-Zugabe herziehen und wahrscheinlich schon irgendein Beamter an einer Impfanreizbestärkungsverordnung ab Frühsommer 2022 drechselt, sagen die Wiener einfach „Impfzuckerl“. Und das kann doch nicht ernsthaft jemand blöd finden?
Zitat
„Ihre Katze, das Mistvieh, und die Sozialdemokratie – das waren Ihre Themen. Der Lehrplan kümmerte Sie eher nicht.“
Sechs Tagesspiegel-Autorinnen und -Autoren schreiben längst überfällige Briefe an ihre alten Lehrer.
Tweet des Tages
Fahren mit dem Zweijährigen U-Bahn. Er, ganz außer sich: 'So viel Tunnel!'
Stadtleben
Stadt – Was ist ein Stadt ohne ihre Nachbarschaft? Berlins Kieze wären gewiss nicht dieselben, ohne die stabile Alltagssäule, sich mit einem Nutellabrot bei Nacht und Nebel mit dem Nachbarn aufs Dach setzen und über Nichtigkeiten sinnieren zu können. Um die geht es allerdings nicht auf dem Kanal von Kim-Noemi Adam, vorgestellt in unserer „Leute“-Nachbarschafts-Rubrik aus Spandau. Die Wahlspandauerin spricht dort über Themen rund um Nachhaltigkeit, Natur und Netflix-Verzicht und verzeichnet unter dem Namen freiraumreh inzwischen immerhin rund 53.000 Abonnent:innen. Nichtsnutzigkeit geht anders.
Land – Auf einen Ausflug in die „preußischste aller preußischen Städte“ – willkommen in Neuruppin! In nur zwei Stunden mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichen Sie die Fontanestadt und mit ihrer Heidelandschaft einen Teil des Nationalen Naturerbes. Mit einem nachdrücklich netten Netzauftritt der Stadt macht die Ausflugsplanung umso mehr Freude: Ob über die Brücke nach Nietwerder, Paddeln im Norden der Rhin oder auf der Suche nach Nippes in der Altstadt – in Neuruppin werden alle fündig. Selbst auf der Suche nach dem Mississippi, nah am Wasser erlebbar auf einem der Floße von Tom Sawyer Tours.
See – Man könnte sagen, er sei einer der klarsten Seen rund um Berlin. Auch, dass er 2,18 Hektar groß sei und südlich von Schönefeld liege. Oder eben, dass er norwestlich von Berlin liegt und ein angelegtes Waldbad ist. Fakt ist: Den Brandenburger Nymphensee gibt es gleich zweimal – einmal in Rangsdorf und einmal in Brieselang. Wer es sortiert, klar und mit sanitärer sowie gastronomischer Infrastruktur wünscht, wähle letzteren. Wer indes gerne mit Hecht, Barsch, Karpfen und Wels schwimmt, rudert oder paddelt, wähle die unbekanntere Variante im Süden. Für eine Nachmittagstour bieten sich beide Seen an, für das ungestörte Nickerchen eher der Süden, für das Nürnberger Würstchen nach dem Baden der Nordwesten.
Familie – Das Gute an Geburtstagen in Sommermonaten ist das Draußenseinkönnen. Diesem Vorteil gegenüber dem November mit Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung kann gehuldigt werden mit einem improvisierten Norwegen-Trip: Wie wäre es mit einem Wikinger-Geburtstag? Ob Jung oder Alt, eine Runde Tautrekking, zu Deutsch Tauziehen, Wikingerschach namentlich „Kubb“ plus Nektarinenbowle und Nusskuchen hat schließlich noch niemandem geschadet. Inspiration für die Nahrung des Nordens gibt es hier. Um auch das musikalische Niveau gegen Nörgler zu verteidigen, folgen Sie den Beatles in die „Norwegian Woods“.
Tiere – Nicht alle Lebewesen empfinden sommerlichen Niederschlag per se als nervig. Da wäre beispielsweise die Nacktschnecke, die sich in Berlin dieser Tage besonders freuen darf. Manchmal ist ein Perspektivenwechsel alles. Die braunen Wegschnecken sind nämlich nicht bloß Nascher von Nachtschattengewächsen, sondern ausgewiesen nichtschmeckende Naturelle. Wussten Sie, dass die Nacktschnecke so gut wie keine natürlichen Feinde hat, weil sie unter Stress ihrem Schleim einen so unappetitlichen Geschmack verleiht, dass sowohl Strauß wie auch Journalist sie ausspucken muss und tagelang die Lust am Essen verliert? Gewieft. Wer außerdem imstande ist, „Liebespfeile“ aus Kalziumkarbonat in potenzielle Partner zu schießen, wird sowieso allgemeinhin unterschätzt.
Essen – Es komme, wie es wolle, manchmal geht es eben doch an die Nieren. In manchen Fällen allerdings schmackhafter als in anderen, beispielsweise in dem von sauren Nierchen. Die traditionelle Schöneberger Variante, original mit Weißbrot und Salat, ist einfach nachzukochen. Wer sie serviert bekommen möchte, suche den Goldenen Stern auf, denn die eigentlich bayerische Küche hat eine dezidierte Kalbsleber „Berliner Art“ auf der Karte, also mit geschmorten Zwiebeln, Apfelspalten und Stampfkartoffeln (12,80 Euro). Und wer es so richtig auf Nose-to-Tail abgesehen hat, wähle zuvor noch die Leberknödel, dann wären die auch verwurstet. Täglich von 11 bis 22 Uhr am Bayerischen Platz 4, U-Bhf Berliner Straße
Soundtrack des Tages – An alle Rügen-Reisende, wer immer an einem Sanddorn-Eis schleckt oder die Tage an einem Ort für FKK verbringt – wer schafft es dabei, nicht an Nina Hagen zu denken? Mit „Du hast den Farbfilm vergessen“ (Liveauftritt, 1985) bleiben die Sommer auf ewig nackig und nass.
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diese Woche: Was tun Sie gegen Verdrängung? Heute: Bettina Jarasch (Grüne).
Foto: Markus Kamrad
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): In Fahrtrichtung Neukölln ist die Auffahrt Kurfürstendamm-Schwarzbacher Straße auf die Autobahn in der Zeit von 22 Uhr bis 5 Uhr gesperrt.
Blumberger Damm (Biesdorf): Zwischen 6.30 und Freitag, 12 Uhr wird in Richtung Landsberger Allee durchgängig gesperrt. Im Anschluss bleibt der Bereich für ca. zwei Wochen in beiden Richtungen nur einspurig befahrbar.
Dovestraße (Charlottenburg): Die Straße ist bis Ende August in beiden Richtungen zwischen Salzufer und Morsestraße verengt.
Nahverkehr: Die Linie S1 ist in der Nacht zwischen 23.50 Uhr und ca. 1.30 Uhr zwischen Schönholz und Hohen Neuendorf unterbrochen. Es fahren Busse als Ersatz.S2: Die Linie ist in der Nacht zwischen 23.50 Uhr und ca. 1.30 Uhr zwischen Pankow-Heinersdorf und Bernau unterbrochen, auch hier gibt es SEV.
Demonstration – Mit 30 Teilnehmenden ist die zwischen 11 und 13 Uhr stattfindende Kundgebung „Direkte Demokratie – Volksabstimmung“ am Platz der Republik 1 angemeldet. Die „Übergabe von Unterschriften an die Senatsinnenverwaltung“ ist von 15 bis 17.30 Uhr mit rund 50 Personen in der Klosterstraße 47 geplant. Zwischen 16.45 und 18.30 Uhr versammeln sich am Steinplatz 1 ca. 20 Menschen zur „Erinnerungen an Opfer des Stalinismus“. 20 angemeldete „Bürger sagen ihre Meinung zu Corona-Maßnahmen“, und zwar zwischen 17 und 19 Uhr am Tempelhofer Damm. „Solidarität mit Menschen auf der Flucht entlang der Balkanroute, für globale Bewegungsfreiheit und gegen das europäische Grenzregime“ fordern rund 200 Menschen von 18 bis 22 Uhr in der Ratiborstraße 14F. Zwischen 21 und 23 Uhr findet heute und morgen am Ernst-Zinna-Weg 1 eine „Gedenkveranstaltung“ statt, voraussichtlich mit ca. 30 Teilnehmenden.
Gericht – Weil er gegenüber Behörden falsche Angaben über die angebliche Unterbringung von geflüchteten Personen in einer von ihm betriebenen Unterkunft gemacht und so dem Land Berlin einen Schaden von knapp 210 000 Euro verursacht haben soll, wird einem 29-Jährigen der Prozess wegen Betrugs gemacht. Bei dem von ihm angegebenen Ort habe es sich um eine bewohnbare Gewerbeeinheit gehandelt, für die eine baurechtliche Nutzungsgenehmigung für eine Übernachtungsherberge nicht vorgelegen habe (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 135).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Dirk Behrendt (50), Justizsenator (Grüne) „Zum heutigen Geburtstag, lieber Sohn Dirk Behrendt, die herzlichsten Glückwünsche. Ein halbes Jahrhundert hast Du nun erreicht und es werden noch etliche interessante Jahre folgen, das denke ich. Bleibe gesund und weiterhin so tatkräftig. Deine Mama“ / Salomon Kalou (36), ehem. Stürmer bei Hertha / Stefan Lehnberg (57), Schauspieler, Autor und Regisseur / Volker Liepelt (73), ehem. Staatssekretär für Wirtschaft (CDU) / Paul Lufter, freier Redakteur beim Tagesspiegel: „Herzliche Grüße von der Redaktion und alles Gute!“ / Georg M. Oswald (58), Jurist und Schriftsteller / Jürgen Reents (72), Gründungsmitglied der Grünen, ehem. Chefredakteur der Tageszeitung „Neues Deutschland" / Dennis Schmidt-Foß (51), Synchronsprecher (u.a. von Eddie Murphy) / Frank Terletzki (71), ehem. DDR-Fußballnationalspieler / „Fröhlichkeit und sein Laissez-faire-Stil vermitteln den Eindruck des nicht Ernsthaften. Falsch, kann ich aus vielen Jahren des Miteinander in freundschaftlicher Umgebung bezeugen. Herzlichen Glückwunsch, bleibe wie du bist, Hans-Joachim Melchior“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Dr. Christoph Demke, * 3. Mai 1935, Landesbischof der Evangelischen Kirche i.R. / Gertrud Hochreither, * 11. Juni 1933 / Peter Neusel, * 19. November 1941 / Christa Vielhauer, * 3. Juni 1936 / Berndt Westhoven, * 3. November 1933
Stolperstein – Die gebürtige Berlinerin Hilde Coppi (geb. Rake) engagierte sich wiederholt in Widerstandsaktivitäten und beteiligte sich an Zettelklebeaktionen, bis sie im Jahr 1942 in hochschwangerem Zustand mitsamt Familie festgenommen wurde. Heute vor 78 Jahren wurde sie in Plötzensee hingerichtet. In Erinnerung an sie liegt in der Tegeler Seidelstraße 23 ein Stolperstein.
Encore
Heute verschlägt es uns 5700 Kilometer weiter in den Süden: nach Guinea in Westafrika. Im äußersten Nordosten des Landes liegt das Dorf Berlin. In dreißig Lehmhütten leben rund 300 Menschen, ein handbemaltes, grünes Ortsschild verkündet am Ortseingang den prominenten Namen. Die Einwohner verdienen ihr Geld unter anderem mit der Goldsuche, graben die Erde teils mit den Händen um. Wie es sich dort lebt, hat der Münchner Dokumentarfilmer Holger Preusse bei einem Besuch in unserem westafrikanischen Schwesterdorf aufgezeichnet. Entdeckt hatte den kleinen Ort die Afrikanistin Anke Nehrig auf einer Forschungsreise.
Für uns hat heute Thomas Lippold nachgeforscht. Die besten Ausgehtipps der Stadt hat Juliane Reichert gesammelt, Florian Schwabe den Checkpoint pünktlich in ihrem Posteingang geparkt. Morgen schlägt Ann-Kathrin Hipp hier wieder auf. Bis bald,