diese Woche wird sonnig, aber von Tag zu Tag eisiger. Das in den Randbezirken und auf Parkwegen noch reichlich vorhandene Glatteis wird langsam chronisch – zumal der Tausalz-Rettungsplan von Verkehrs- und Umwelt-(!)Senatorin Ute Bonde (CDU) wohl versanden wird.
Während Bondes To-Do-Liste sonst eher von der CDU-Fraktion geschrieben wird, war es beim Tausalz umgekehrt: Bonde forderte Ausnahmen vom Salzverbot in Nebenstraßen und auf Gehwegen, woraufhin die Fraktion eine Initiative zur Ergänzung des Straßenreinigungsgesetzes beschloss, die sie schon Donnerstag ins Parlament einbringen wollte. Nur macht niemand mit: Sie sei „skeptisch hinsichtlich eines Schnellschusses“, sagte SPD-Umweltpolitikerin Linda Vierecke dem Checkpoint. Die Menschen könnten auch ohne das für Bäume extrem schädliche Salz vor Glatteis geschützt werden – etwa indem Fuß- und Radwege sowie BVG-Haltestellen beim Winterdienst priorisiert würden und die BSR sich um besonders frequentierte Trottoirs kümmere. Der Einsatz von Auftaumitteln bei extremer Glätte sei schon jetzt möglich.
Die Opposition macht ohnehin nicht mit: „Wir haben uns vor 20 Jahren aus gutem Grund gegen den privaten Einsatz von Streusalz entschieden“, sagt Oda Hassepaß (Grüne). „Bei dem Glättechaos ging es nicht um die Frage, mit welchem Mittel nicht geräumt wird, sondern darum, dass überhaupt nicht geräumt wird.“ Statt Millionenschäden an Bäumen zu verursachen, solle der Winterdienst besser koordiniert und kontrolliert werden.
Aus dem mit vielen Glätteopfern beschäftigten Unfallkrankenhaus in Marzahn hieß es am Wochenende: „Es ist nicht mehr so wild wie vor ein paar Tagen, aber die Kapazitäten sind immer noch ausgelastet.“ Der dringende Rat, möglichst vorsichtig zu laufen und nicht Fahrrad zu fahren, gelte weiter.