es hat sich ein bisschen was angesammelt über die Ostertage, das eine oder andere faule Ei ist auch dabei - und ein Schlag ins Wasser. Und mit dem beginnen wir gleich mal…
Die Freibadsaison ist eröffnet, aber das neue Bäderkonzept bleibt geschlossen: Andreas Geisel will dem Abgeordnetenhaus den angeforderten Bericht erst im November vorlegen. Ok, niemand hat erwartet, dass der Sportsenator nach dem Auftrag der Koalition vom Juni 2018 gleich übers Wasser im Prinzenbad läuft wie Jesus über den See Genezareth. Aber eigentlich sollte die erste Bahn bereits im Februar absolviert sein – beim Marathon säße Geisel jetzt schon im Besenwagen.
Die Gründe fürs Abtauchen: Der Chefposten der Bäderbetriebe ist vakant, und auf einen Unternehmensvertrag konnten sich die Beteiligten auch noch nicht einigen. Woran das liegt, beschriebt mein Kollege Ulrich Zawatka-Gerlach so: „Im Senat und in den Fraktionen, in den Bezirksämtern und im Aufsichtsrat gibt es Dutzende Schwimmsport-und Spaßbadexperten, die sich alle einbringen wollen, aber schlecht miteinander kommunizieren.“ Wir halten fest: Mit Arschbomben kennen sich in der Politik viele bestens aus - mit Synchronschwimmen eher weniger.
Apropos Bäderbetriebe – die Vorstandsvorsitzenden kommen und gehen, der Kommunikationschef bleibt (und schwimmt immer weiter nach oben): Bisher zeichnete Matthias Oloew als „Dr. des.“, doch jetzt ist die Doktorarbeit unseres früheren Tagesspiegel-Kollegen als Buch erschienen (und das „designiert“ kann wegfallen): „Schwimmbäder - 200 Jahre Architekturgeschichte des öffentlichen Bads“ (392 Seiten, Reimer-Verlag, 79 Euro). Und na klar, Plitsch-Platsch: Wir können ein Exemplar verlosen. Teilnahme wie immer per Mail an checkpoint@tagesspiegel.de, Aufgabe heute: Nominieren Sie den besten Bademeister der Stadt (Badangabe reicht, gerne mit Begründung).
Zu den trockeneren Themen des Tages:
Die Sommerzeit dauert in Berlin noch bis Freitag (23 bis 26 Grad), Sandsturm inklusive: Der Wind frischt auf, die Böden sind trocken - und in den Wäldern brennen die Bäume (sogar in Nassenheide). Aber für Sonnabend sind erste Naturlöschungen angekündigt (den Stadtältesten als „Regen“ bekannt). Wem das bis dahin zu heiß ist: Ich empfehle zur Abkühlung einen Trip auf die Balearen.
PS: Aus Umweltschutzgründen bitte mit Fahrrad und Ruderboot anreisen.
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Dvořak des 20. Jahrhunderts: Sir Roger Norrington und das DSO Berlin präsentieren ein selten zu hörendes Meisterwerk. Bohuslav Martinů schrieb seine Zweite Symphonie 1943 zum 25. Unabhängigkeitstag der Tschechoslowakei. Aus seinem amerikanischen Exil komponierte er sich Richtung Heimat und schuf ein eingängiges Werk, das durch seine enge Verbindung zur tschechischen Volksmusik vielfach an Dvořak erinnert. Wir verlosen 3x2 Karten. (Code: APR27)
Apropos Fliegen: Alena Schröder suchte für das „SZ“-Magazin im BER-Desaster „endlich das Positive“ – und fand („weil Wut auch nicht weiterhilft“) u.a. folgendes:
„Die Berliner sind von großer Gleichmut, was den BER betrifft, sie sind ohnehin nicht an funktionierende Infrastruktur gewöhnt und hoffen, dass die provinzielle Currywurst-Atmosphäre des aktuellen Flughafens Schönefeld und die katastrophale Anbindung des Flughafens Tegel an den Berliner ÖPNV den Strom von Easyjet-Touristen noch einigermaßen begrenzen wird. Und wenn nicht, dann ist doch wenigstens jeder Berlinbesucher, der mit dem Flugzeug anreist, schon mal darauf eingestimmt, mit welcher Begeisterung man in dieser Stadt Touristen empfängt.“
… und dann geht’s ja gleich weiter mit dem tollen Tegel-Bus der BVG – Martin Nejezchleba hat sich für die „Morgenpost“ reingequetscht und einen Profitipp von Flugbereiter Robert mitgebracht: „Nie mit dem Fahrer streiten.“ Logo - der Koffer passt so oder so nicht rein.
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Tetzel, Ablass, Fegefeuer: Streifzug im Fläming
Cranachs Fegefeuer-Altar, Luthers Lieblingsfeind, Backsteingotik und Klosterflair: Mit dem Rad geht's von der Mittelalterstadt Jüterbog aus zurück in die Zeit um 1517, mit Pausen für Klemmkuchen und Kräuterlikör. Wo's lang geht, zeigt die kostenfreie App DB Ausflug, hin geht’s mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket. Jetzt informieren unter bahn.de/ausflug
Mit der Trennung von Verwaltung und Parteiarbeit nimmt’s der Senat nicht so genau – die offizielle Website berlin.de macht jedenfalls kostenlos Werbung („Wege durch den EU-Förderdschungel“) für ein Online-Beratungsangebot der Europa-Abgeordneten Martina Michels (Linke). Zu finden ist der offiziell wirkende Hinweis auf der Website der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Auch das Bezirksamt Lichtenberg hatte das Angebot der Linken-MdEP (das nach eigenen Angaben „vor allem für NGO und Kommunen“ bereitgestellt wird) bis vor kurzem verlinkt, die Europa-Beauftragte Mareen Mater erklärte das in einer Mail so: „Leider habe ich bisher keine vergleichbar gute Seite gefunden, die EU-Fördermittel unseren Bürger*innen so anschaulich erklärt.“ Tatsächlich ist das Angebot gut, Sie können es gerne hier überprüfen. Doch hier geht’s nicht um Qualität, sondern ums Prinzip: Die Website führt unter „Kontakt“ zu den sieben Linken-MdEP und ist ein Parteiangebot mit Senatssiegel. Würden das andere ebenso tun, z.B. die AfD, würde die Linke dagegen vorgehen – zu Recht.
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Lebensformen experimentiert vom 25.–27.4. im Haus der Kulturen der Welt mit der Gestaltung gegenwärtiger und zukünftiger Existenzformen. Diskussionen, Performances, visuelle und akustische Arbeiten erkunden das Bedeutungsspektrum des Begriffs „Lebensformen“ in einer Choreografie von Xavier Le Roy und Scarlet Yu (Foto) sowie Möglichkeiten kollektiver Handlungsfähigkeit.
Das Grauflächenamt Mitte unter der eifrigen Stadträtin Sabine Weißler gibt sich alle Mühe, lästige Widerständler gegen die beschlossenen Straßenumbenennungen im Afrikanischen Viertel mit Gebührenwillkür abzuschrecken - in einem Schreiben wurden die Unterzeichner eines Widerspruchs jetzt darauf hingewiesen, dass die Höhe „derzeit noch nicht beziffert werden“ kann. Aha. 1 Euro? 10? 100? 1000? Unterton: Lassen Sie diesen Unsinn lieber mal sein! Checkpoint-Vorschlag für ein kleines Sozialexperiment: Diesen Hinweis mal bei Ausschreibungen im ÖD anbringen – „Bezahlung nach Aufwand… kann derzeit noch nicht beziffert werden…“.
Es ist eigentlich nur eine kleine Geschichte, ein Briefwechsel, erstmals 1938 veröffentlicht im „Story Magazin“ – aber sie hat genug Kraft, die Welt zu verändern: „Adressat unbekannt“ heißt sie, geschrieben von Kathrine Kressmann Taylor. Ich kannte sie nicht, bis ich sie jetzt geschenkt bekam (Danke, Susanne Garavy!). Elke Heidenreich schreibt im Nachwort: „Ich würde mehr Vertrauen in dieses Land haben, wenn ich dieses Buch in den nächsten Monaten und Jahren aus vielen Jackentaschen ragen sähe. Ich träume von einer morgendlichen vollen U-Bahn in Berlin, in der Hunderte von Menschen Kressmann Taylor lesen, aufsehen und sich mit Blicken versichern: nie wieder.“ Mehr wird hier nicht verraten (76 Seiten, Atlantik-Verlag).
Berliner Schnuppen
Telegramm
In der Ukraine muss Schauspieler Wolodymyr Selenski nach seinem Wahlsieg gegen Vorgänger Petro Poroschenko (73 % zu 24 %) jetzt zeigen, dass ein Komiker zum Politiker werden kann – umgekehrt ist der Nachweis ja bereits mehrfach gelungen.
Es folgt ein kleines Kreuzberg-Special:
K1: Für die Beantwortung von sechs Fragen der FDP-Abgeordneten Sibylle Meister zum staatlichen Immobilienkauf in Friedrichshain-Kreuzberg bat der Senat den Bezirk um Stellungnahme – es geht u.a. um die Zahl der damit befassten MA, die Zahl der Verfahren, die Höhe von Nebenkosten und die Budgetierung. Das Ergebnis der Bemühungen: „Dem Senat liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.“
K2: Die Bergmannstraße sieht jetzt aus wie eine Gesamtschule aus den siebziger Jahren – das Bezirksamt hat „Pädagogische Punkte“ in Neongrün auf den Asphalt sprayen lassen. Das klassischste aller Berliner Fächer kann also ab sofort Open Air studiert werden: Mängellehre.
K3: Ach, und ein kleines Osterwunder gab’s im Bergmann-Kiez auch noch zu bestaunen: Es wurden Menschen dabei beobachtet, wie sie auf den Parklets Platz nahmen! Trotz des schönen Wetters! Einer von ihnen war ein Gitarrist. Die Anwohner baten ihn allerdings darum, bis zum nächsten Mal noch einen zweiten Akkord zu lernen.
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Genießt die absolute Freiheit mit unseren Hop On Hop Off-Booten, eine ganz neue Sicht auf die Stadt und nicht zuletzt die Möglichkeit, sich völlig stau- und stressfrei auf einer Sightseeing-Tour der besonderen Art zu entspannen.
Infos und Tickets unter: Reederei Riedel GmbH • Tel.: +49 30 6796147-0
www.reederei-riedel.de
Aus der Rubrik „Faules Ei“ (siehe oben): Erst wurden für die Flüchtlingsunterkunft in der Leonorenstraße im Fraenkel-Park 200 Bäume gefällt, dann konnten die Häuser nicht möbliert werden, weil die Wege unbefahrbar waren – jetzt ist das Ding angeblich wegen Rissen im Fundament nicht zu gebrauchen. Und ja, das ist eine schöne Überleitung zur nächsten Meldung:
In Berlin fehlen 141.000 Fachkräfte (20.000 mehr als im Vorjahr) – darunter ist übrigens auch der Elektriker, der unseren neuen Newsroom verkabeln soll (und, wie oben bereits erwähnt: ein Bäderchef).
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Tagesspiegel-Ostergewinnspiel
Das Tagesspiegel-Ostergewinnspiel steht heute ganz im Zeichen der Fitness. Machen Sie mit und gewinnen Sie mit etwas Glück den perfekten Trainingsbegleiter für Ihr Workout. Mit der PowerRoll XT Ultrasoft können Sie so Ihr Training individuell gestalten.
Auf die Plätze, fertig, los!
In Ausschreibungen ist der Hinweis „(m/w/d)“ inzwischen üblich, und seit Anfang des Jahres lässt sich „divers“ auch im Geburtsregister eintragen (möglich mit Arztbescheinigung über eine „Variante der Geschlechtsentwicklung“) – aber wie viele Menschen haben diese Option in Berlin bisher gewählt? Der „Queerspiegel“ hat die Bezirke befragt, das Ergebnis: Zehn Personen sind offiziell „divers“.
„Punkband Slime wird noch immer gebraucht“, meldet die „Morgenpost“ – u.a. deshalb, weil sie Polizisten immer noch „Bullenschweine“ nennt. Steht da wirklich.
Vor ein paar Tagen winkte sie mir in der Charlottenstraße noch fröhlich aus ihrem Oldtimer zu... Bekannt wurde sie als Unternehmerin, berühmt als Ralleyfahrerin, berüchtigt als Berliner Original mit Kodderschnauze, die sich auch schon mal böse verplapperte. Und beliebt war sie, auch wegen ihres sozialen Engagements. 2014 startete die gelernte KfZ-Mechanikerin mit ihrem „Hudson“ zu einer dreijährigen Weltreise, jetzt, Anfang April war sie wieder unterwegs – und wurde in Afrika überfallen. Im Herbst wollte sie dennoch wieder hin, doch daraus wird nichts mehr: Heidi Hetzer ist im Alter von 81 Jahren in ihrer Berliner Wohnung gestorben. („B.Z.“)
Die „Karl-May-Spiele“ in Bad Segeberg verliehen ihm den Häuptlingsnamen „Großer Vater der Melodien“ – und das war er auch: Der Berliner Komponist Martin Böttcher begleitete Winnetou und Old Shatterhand durch zehn Filme und sorgte auch bei „Derrick“, „Der Alte“ und „Edgar Wallace“ für Suspense. Am Freitag ist Böttcher im Alter von 91 Jahren in die ewigen Jagdgründe eingezogen.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Im letzten Jahr hatte ich viel zu viel Mangold.“
Renate Künast im Gespräch mit Elisabeth Binder über ihr Leben als Charlottenburger Hobby-Gärtnerin - in ihrem neuen Buch „Rein ins Grüne – Raus in die Stadt“ (zusammen mit Victoria Wegner) beschreibt die Ex-Landwirtschaftsministerin eine „Reise durch urbane Gärten“.
Tweet des Tages
Dealer in der Hasenheide unterhalten sich, der eine niest. 'Mann, ich habe Heuschnupfen, ich vertrag‘ das Gras nicht.'
Antwort d. Red.: Übrigens: Beim „Smoke in“ im Görlitzer Park rauchten über Ostern 700 Leute mit – die Polizei umfuhr den Bereich aus allergologischen Gründen weiträuchig.
Stadtleben
Essen – Das Friedrichshainer Roots Café hat bislang vor allem mit gutem Kaffee von sich Reden gemacht. Etwas spät für Werktätige, nämlich ab 8.30 Uhr, gibt es den in mehreren Röstungen und nach souveräner Barista-Manier zubereitet – dazu diverse Kuchen und im Laufe des Tages auch Wein und Käse oder Craft Beer. Neu ist aber das Angebot an Tapas von 17 bis 23 Uhr. Zur Wahl stehen tagesaktuell variierende Sorten(etwa 5 Euro) nebst Bruschettas (4 Euro), diversen Desserts (5 Euro) und Pizzen (ab 6 Euro), sowie das Special aus Tapa & Wein oder Tapa & Bier (je 7,50 Euro). Ab 20 Uhr könnte das Ganze in eine kleine Kennenlern-Party umschlagen: Der Language Exchange steht dann nämlich auf dem Programm, bei dem sich lauter potenzielle Tandempartnerinnen zum multilingualen Sprach-Tapa-Tasting einfinden sollten. Libauer Straße 10, U-Bhf Warschauer Straße
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Liebe Checkpoint-Leser, wir haben ein besonderes Angebot für Sie: Lesen Sie den Tagesspiegel als digitale Zeitung (E-Paper), und Sie erhalten ein iPad Air 2019 oder ein iPad mini 2019 gratis dazu. Für nur 39,99 € im Monat. Zum Angebot
Berlinbesuch – „Dunkel war’s, der Mond schien helle…" Mit dem bekannten Unsinnsgedicht ist die Dunkelführung durch die düstersten Flecken Tempelhofs betitelt, bei der Kunsthistorikerin Marion Feise Einblicke in die unheimlichen Seiten des Stadtteils gibt. Eine Taschenlampe ist mitzubringen! Zur Anmeldung hier entlang, Treffpunkt ist um 20 Uhr am Kirchhofsportal der Dorfkirche Alt-Tempelhof (Reinhardtplatz,U-Bhf Alt-Tempelhof). Wem das nicht unheimlich genug ist, kann sich über die gegenwärtige politische Rolle Polens in der EU Gedanken machen. Darüber, was es bedeutet, im derzeit autoritären, protektionistischen Klima freiheitlich und progressiv zu denken, dazu gibt es heute im Baiz eine abendfüllende Veranstaltung. Ausrichtung und geschichtliche wie kulturelle Verankerungen im weitesten Sinne linker Bewegungen in Polen sollen bei Welcome to Hell?! in Vorträgen und Gesprächen vorgestellt und ihre aktuelle Relevanz für Europa beleuchtet werden.Schönhauser Allee 26a, U-Bhf Senefelder Platz
Geschenk – Auf die oft gestellte Frage, was sich hinter dem genialen Meisterwerk verberge, vor dem das Museumspublikum andächtig die Luft anhält, soll Kasimir Malevich sinngemäß geantwortet haben: eine Wand. Eine ganz ähnliche Stoßrichtung hat auch die Veranstaltung heute Abend am studentischen Nachhaltigkeitsbüro der HU. Hier geht es um das Hinter von Modelabels und Markennamen, oder anders gefragt: Wer hat meine Kleider wirklich gemacht? Auch hier könnte man an der PR-, Marketing- und Image-Wand stehenbleiben. Genau das wollen die Veranstalter aber nicht tun und laden für 18.30 Uhr in Raum 2097 an der Humboldt Universität zum Screening des Films „Behind the Label“ sowie zur anschließenden Diskussion. Eines der beliebtesten Geschenke hierzulande ist schließlich der Shopping-Gutschein samt gemeinsamem Einkaufsbummel – wieso dem kurzweiligen Ereignis nicht mit Hintergrundwissen eine nachhaltige Note verleihen? Der Eintritt ist frei. U-Bhf Friedrichstraße
Noch hingehen – Dada, mal im Ernst – schon dieser Einstieg hat etwas Surreales. Und auch das passt, denn Max Ernst ist nie lange stillgestanden, wie in der Sammlung Scharf-Gerstenberg zu sehen ist. Die Ausstellung „Zeichendieb“ zeigt dabei nicht einfach, was gerade an Ernst-Werk zuhanden war, sondern lädt zum Detektivspielen ein: Im Vordergrund stehen nämlich die vielfältigen Zeichen, Symbole und Verweise, die Ernst in der Welt entdeckt und in seine Werke eingebaut hat – unter Verschleierung ihrer Ursprünge. Die Fährtensuche führt also in Entstehungszeit und -welt der Werke und ein Stück weit weg von der Schloßstraße 70 (U-Bhf Richard-Wagner-Platz). Am Abend des 28. April wird sich die Spur wieder verlieren, dann schließt die Ausstellung nämlich. Di-Fr, 10-18 Uhr, Sa-So 11-18 Uhr, 12/ 6 Euro
Rausrudern – für kurzentschlossene Eltern: Wer selbst keinen Urlaub hat und wem anlässlich der Osterferien gelangweilte Kinder (zwischen 10 und 18 Jahren) den Ausnahmezustand in die Bude tragen, der schicke sie doch einfach weg. Der Märkische Ruderverein bietet einen heute (!) beginnenden Ferienruderkurs (Details und Anmeldung hier) an, der alle kindliche Langeweile vertreibt, die Bindung an die Natur stärkt und der sportlichen Ertüchtigung zugute kommt, Freundschaften ermöglicht, Abenteuerlust befriedigt und neue Skills vermittelt. Und das alles bis einschließlich kommenden Sonntag tägl. von 14 bis 18 Uhr gegen 40 Euro Teilnahmegebühr am Siemenswerderweg 40 (S-Bhf Pichelsberg/ Bus M49 Pichelswerder).
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Thomas Wochnik einen schönen Tag.
Prominent verraten
Der prall gefüllte Aktenkoffer ist der ständige Begleiter unserer gesuchten Berlinerin der Woche. Die 41-Jährige hat in ihrem Job viel zu tun und zu sagen.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie. Alle bisherigen Fotos und Hinweise finden Sie hier.
Berlin heute
Verkehr – Ab 7 Uhr bis Mittwochabend, 22 Uhr, ist auf der A100 (Stadtring) in Richtung Neukölln die Ausfahrt Gradestraße gesperrt, ebenso die Einfahrt Oberlandstraße. Die Greifswalder Straße (Prenzlauer Berg) ist ab 6 Uhr in Richtung Weißensee bis Mittwochabend hinter der Straße Am Friedrichshain auf einen Fahrstreifen verengt. Die Ollenhauerstraße (Reinickendorf) ist in Richtung Wittenau zwischen Humboldtstraße und Pfahlerstraße bis Mitte Mai auf einen Fahrstreifen verengt. Auf der Heiligenseestraße (Heiligensee) wird eine Baustellenampel zwischen Bläßhuhnweg und Bekassinenweg eingerichtet.
Demonstration – Der Fuss e.V. erwartet zwischen 17.30 und 18 Uhr etwa 50 Teilnehmer im Invalidenpark zum „Protest gegen Elektroroller auf Gehwegen“. Zwischen 17 und 19 Uhr erwartet der VVN-BDA-Köpenick e.V. 50 Teilnehmer zur „Gedenkkundgebung anlässlich des Tages der Befreiung Köpenicks vom Nationalsozialismus am 23. April 1945“ in der Bahnhofstraße / Gelindenstraße und am Platz des 23. April. Der Verein European Initiative rechnet mit 30 Teilnehmern zur „Demonstration für christliche Werte in unserer Gesellschaft“ am Pariser Platz. 20 Teilnehmer hat die Evangelische Kirchengemeinde Hohenschönhausen Nord zur „Mahnwache für den Frieden“ an der Zingster Straße / Falkenberger für 17 bis 18 Uhr angemeldet.
Gericht – Der Prozess um den Diebstahl der 100 Kilogramm schweren Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum wird fortgesetzt. Vier junge Männer sind angeklagt. Sie schweigen zu den Vorwürfen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 817).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Monika Barkey (57), „Vorzeigeblutspenderin des Jahres und leitende Mitarbeiterin einer Lehranstalt in Lippstadt (Venedig Westfalens)“ / Mark Cundari (29), Eishockeyspieler bei den Eisbären Berlin / Mathias Stumpf (33), ehemaliger Radsportler und Polizeimeister / Marion Titze (66), in Berlin lebende Schriftstellerin / Jeff Tomlinson (49), deutsch-kanadischer Eishockeyspieler und -trainer; bis 2004 bei den Eisbären Berlin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Marion de Boor, * 4. November 1958 / Adalbert Rang, * 5. März 1928, emer. Professor an der Universität van Amsterdam und der Universität der Künste / Ute Spering-Fischer, * 11. Juni 1926, Domorganisitin / Dr. med. Marina Werling, * 5. Mai 1973, Mitarbeiterin im Fertility Center Berlin
Stolperstein – Klaus Bonhoeffer, Widerstandskämpfer und Jurist, Sohn des Psychiaters und Neurologen Karl Bonhoeffer, lebte in der Alten Alles 11 in Charlottenburg. Mit seinen Schwägern Hans von Dohnanyi, Rüdiger Schleicher, Justus Delbrück und dessen Vetter Ernst von Harnack sowie mit seinem 5 Jahre jüngeren Bruder Dietrich, dem Theologen, wirkte er aktiv und konstruktiv mit am Widerstand gegen das Naziregime und der Vorbereitung eines Staatsstreichs. Heute vor 74 Jahren wurde er zusammen mit seinem Schwager Rüdiger Schleicher von einem SS-Sonderkommando erschossen.
Im Tagesspiegel
In Deutschlands Wäldern brennt es immer öfter. Wie am Ostermontag, als es im Brandenburger Landkreis Oberhavel über mehrere Stunden gebrannt hat. Wo ist die Gefahr besonders groß? Ist die Feuerwehr ausreichend vorbereitet? Lesen Sie heute die Fragen und Antworten von Anne Armbrecht zu Waldbränden auf Seite 2 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Zum Schluss noch eine weitere Straßenumbenennung: Der Kurfürstendamm wird zum „Business Improvement District“ – jedenfalls während der Ladenöffnungszeiten, so will es die „AG City“. Eine Kurzform gibt’s auch schon, nicht so schön wie „Ku’damm“, aber immerhin: „BID“. Jeweils zwei „Guards“ sollen das Berliner und das internationale Publikum auf Kosten der Anrainer dann dazu verführen, sich zu angemessen zu benehmen – also: ordentlich Geld auszugeben. Anderswo in der Stadt geht das natürlich auch weiterhin unordentlich.
Morgen früh begrüßt Sie hier auch ohne Guards und „BID“ ganz ordnungsgemäß Ann-Kathrin Hipp. Bis dahin,

