mitten im Sommer verkündet der Regierende Bürgermeister: „Es kann Weihnachtsmärkte geben“ – na, da fällt uns ja vor Erleichterung eine Kerze vom Baum (und jedenfalls kein Zacken aus der Krone). Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Leuten draußen und mehr als 1000 drinnen bleiben allerdings bis Ende des Jahres verboten.
Eine weitere Erkenntnis der Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Politik, die einheitliche Regeln bringen sollte: Jeder wünscht sich was anderes. Fazit der Kanzlerin: „Die Länder haben sehr unterschiedliche Vorstellungen, die man am heutigen Tag nicht zusammenbringen konnte.“ Aber bis Weihnachten sind‘s ja auch noch 119 Tage. (Eine Übersicht der Beschlüsse finden Sie hier)
Heute entscheidet das Verwaltungsgericht über die Verbote der „Querdenker“-Demos – und über die politische Karriere von Andreas Geisel. Scheitert die rechtlich begründete Verfügung am politischen Begleittext des Innensenators („Ich bin nicht bereit, ein zweites Mal hinzunehmen, dass Berlin als Bühne für Corona-Leugner, Reichsbürger und Rechtsextremisten missbraucht wird“), werden entscheidende Leute auf übercoronalen Abstand zu ihm gehen. Im Interview mit Julius Betschka verteidigt Geisel seine „Haltung“ und beansprucht auch für sich „das Recht auf freie Meinungsäußerung“.
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Besondere Einblicke in die jüdisch-deutsche Geschichte
„Die Geschichte der Juden hat sich nicht geändert – aber unsere Perspektive darauf. Mit unserer neuen Ausstellung reagieren wir auf veränderte Sehgewohnheiten und auf einen neuen Forschungsstand“, sagt Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin. Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte nach 1945: Diese reicht vom Umgang mit der Zäsur des Holocaust über den Neubeginn jüdischen Lebens in der BRD und der DDR bis hin zur Migrationsgesellschaft im heutigen Deutschland.
Die Neue Dauerausstellung: Jetzt Zeitfenster-Tickets buchen
In seiner umstrittenen Erklärung hatte Geisel für den Fall großer Menschenansammlungen trotz des Verbots ein „konsequentes Vorgehen der Polizei“ angekündigt (das war übrigens der Konditionalsatz zur „Bühne“-Bemerkung) – doch die wird auch dann kaum hinterherkommen, wenn die Verbote Bestand haben: Bis gestern Abend waren nach entsprechenden Aufrufen bereits mehr als 2000 weitere Versammlungen für den Sonnabend angemeldet worden. Hm, und wer will da so alles demonstrieren? Wir haben mal nachgefragt – hier die Auskunft der Polizei: „Die Auswertung dazu dauert noch an.“
Etliche Protestler waren bereits gestern in der Stadt. Unterkünfte konnten sie über rechte Telegram-Gruppen u.a. bei „Helping Hotels“ buchen, was eine besonders pikante Note hat: Die Initiative war eigentlich gegründet worden, um besonders durch Corona gefährdeten oder nach überstandener Krankheit geschwächten Menschen eine Unterkunft zu vermitteln. Jetzt wird sie von Menschen genutzt, die Corona für eine Biermarke halten. Übrigens: Bei unserer Umfrage gestern waren 77 Prozent der Meinung: Ja, es ist richtig, die Corona-Demo zu verbieten, weil massive Verstöße gegen die Covid-19-Verordnung zu erwarten sind.
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Wir sind wieder für Sie da!
In unserem aktuellen Sommerkursplanbieten wir Ihnen eine vielfältige Auswahl von Outdoor-Kursen sowie einige Kurse im Innenbereich (mit begrenzter Teilnehmerzahl) an. Selbstverständlich alles unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Kommen Sie vorbei oder rufen Sie uns an. Wir beraten Sie gern.
„Wir sind ein Berlin“ lautet der neue Stadtslogan – dabei hatte die von der Senatskanzlei beauftragte Agentur Jung von Matt eigentlich etwas anderes vorgeschlagen. Doch der historisch hübsch mit dem Freiheitsversprechen aufgeladene Satz „Wir sind ein Berliner“ fiel bei den internen Runden im Roten Rathaus durch – die zeitgeistige Begründung: Geht gar nicht, das ist ja nicht gendergerecht! Also wurde die leicht mutige, selbstironische Variante verworfen und stattdessen zurückgegriffen auf eine alte Neujahrsansprache des Regierenden Bürgermeisters von 2018 – damals hatte sich Michael Müller aufschreiben lassen: „Wir sind ein Berlin“, und: „Berlin bleibt die Stadt der Freiheit und Vielfalt.“ Für die neue Kampagne, die im September das hedonistische „be berlin“ ablösen wird und die Stadt jahrelang begleiten soll, wurde daraus: „Wir sind ein Berlin“, und: „Berlin ist die Stadt der Freiheit, Toleranz und Vielfalt.“
Und, haben Sie den Unterschied bemerkt? Na klar: Jetzt sollen wir auch noch tolerant sein. Aber gut, warum nicht, lassen wir die Kampagne ruhig mal laufen und, logo, den neu designten Stadtbären (dem die Krallen gezogen wurden) dazu lächeln. Aber eine Meinung wird man ja noch haben dürfen (siehe oben: Andreas Geisel): Ann-Kathrin Hipp hat sich seit der ersten tastenden Suche des Senats nach einem neuen Leitbild mit dem Entstehen der Kampagne beschäftigt, was sie davon hält, können Sie hier lesen.
Und dann sind wir natürlich auch gespannt darauf, Ihre Meinung zu erfahren:

Die Senatskanzlei will bei ihren Recherchen für das neue Leitbild der Stadt übrigens festgestellt haben: „Die Berliner wollen nicht immer den Eindruck einer ‚Failed City‘“ haben – ok, aber woher hat die Senatskanzlei diese Erkenntnis? Na, schauen wird doch mal vorab in die noch unveröffentlichten Antworten auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Ziller zur „Evaluierung von Kundenzufriedenheit“ mit dem Service-Portal des Senats: (DS 18 / 24 358) – die wesentlichen Aussagen:
+ „Eine regelmäßige Zufriedenheitsumfrage bei den Nutzerinnen und Nutzern des Berliner Service-Portals findet nicht statt.“
+ „Eine statistische Erhebung der Kundenzufriedenheit liegt nicht vor.“
+ „Eine für alle passende Evaluation des Gesamtangebotes muss erst noch gefunden werden.“
+ „Die Entwicklungen sind derzeit sehr volatil.“
+ „Die Kundenbefragungen in den Bürgerämtern befinden sich im Stadium der Pilotierung.“
Übrigens: Online verfügbare Termine (berlinweit) zur Wohnungsanmeldung, Passverlängerung oder Beantragung eines Personalausweises, Stand heute früh: keine, für niemanden. Wie Sie sehen, hat die Senatskanzlei also auch hier mal wieder recht – beim Warten im Bürgeramt sind wir Slogan-konform alle gemeinsam „ein Berlin“.
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„Endlich genug Platz für unsere ganze Familie.“
Neu im Verkauf: die BUWOG Lotsenhäuser in Grünau – das neue Zuhause für Familien. Großzügige Eigentumswohnungen mit 4-5 Zimmern in einem nachhaltigen Quartier. KfW-40-Standard (Niedrigstenergiehaus). Z.B. 4 Zimmer, ca. 102 m², 504.000 Euro ohne Provision direkt vom Bauträger.
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Frage für Berlinkenner, was ist leichter: einen Termin im Bürgeramt zu bekommen – oder eine konkrete Auskunft der Wirtschaftsverwaltung in Sachen Ermittlungen gegen die IBB? Sie ahnen es… Wir wollten wissen, ob die Senatorin handschriftliche Änderungen an den Entwürfen zu den am 27. März erstmals online gegangenen Antragsformularen für Corona-Soforthilfen vorgenommen hat (und wenn ja: ob durch Verzicht auf Nachweispflichten Missbrauch begünstigt wurde). Erst nach mehreren Anläufen und dem Hinweis auf die Auskunftspflicht kam eine grundsätzliche Antwort: „Es entspricht selbstverständlich der politischen Leitungsverantwortung, Vorschläge der Verwaltung persönlich abzuzeichnen und ggf. abzuändern, handschriftlich und / oder elektronisch.“

Gesucht und gefunden: Für die Rubrik „Wer sucht was?“ meldete sich Marion Geisler (linkes Bild vorne links) beim Checkpoint, sie ist Teil der „Omas on Stage“. Die Gruppe von 25 Frauen im Alter von 60-80 Jahren enstand über den Verein „Omas gegen Rechts“, suchte für ihre Theateraufführung eine Choreografin – u.a. für eine Saturday-Nightfever-Gruppenchoreografie und ein Elvis-Presley-Solo von Marion Geisler. Tanzlehrerin Sabine Neske-Krüger (rechtes Bild) reagierte – wir haben beide befragt. (Fotos: privat)
Wie wars?
Marion Geisler: „Wir haben ein gutes Gefühl. Wir sind uns sehr sympathisch.“
Sabine Neske-Krüger: „Die Begegnung mit Frau Geisler war sehr nett, sie stellte mir ihr geplantes Projekt vor, ich konnte ihr Vorschläge unterbreiten zum geplanten Auftritt mit der Gruppe und für ihr Solo.“
Was war Ihr erster Eindruck?
Marion Geisler: „Wir hatten sofort einen Draht zueinander.“
Sabine Neske-Krüger: „Frau Geisler und ich hatten einen positiven Eindruck gegenseitig. Die Probentermine werden noch abgestimmt.“
Gab's Kaffee dazu?
Marion Geisler: „Es gab Kaffee und Torte.“
Sabine Neske-Krüger: „Ja, wir tranken jede einen Kaffee und aßen ein Stück American Cheesecake (passend zu Elvis Presley!)“
Mit welchem Gefühl sind Sie gegangen?
Marion Geisler: „Wir waren neugierig aufeinander und freuen uns auf eine Zusammenarbeit.“
Sabine Neske-Krüger: „Mit einem guten Gefühl. Beide Seiten sind sehr optimistisch eingestimmt, was das Gelingen angeht.“
Gibt's eine Fortsetzung?
Marion Geisler: „Es gibt eine Fortsetzung. Es wird noch etwas dauern – ich habe mir eine hässliche Sommergrippe eingefangen, aber ich bin ganz gespannt, wie es mit uns weiter geht.“
Sabine Neske-Krüger: „Ja, jetzt beginnt die Arbeit. Choreografien erstellen, Probentermine durchführen für Gruppe und Soloperformance. Und natürlich viel Spaß!“
Sind Sie auch auf der Suche nach etwas oder jemandem? Dann schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de, wer Sie sind und was Sie suchen, egal was es ist. Wir helfen beim Finden.
Berliner Schnuppen
Telegramm
In Sachen Neutralitätsgesetz hat der Senat um eine Schelle geradezu gebettelt – das Bundesarbeitsgericht tat ihm den Gefallen und bestätigte den Entschädigungsanspruch einer Frau, die wegen ihres Kopftuchs nicht Lehrerin werden durfte. Für die Richter ein klarer Fall von Diskriminierung.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Und hier ein weiterer Beitrag zur Entschleunigung: Im April 2018 bot der Geschäftsführer des Hotels Zoo Berlin der Verkehrssenatorin schriftlich an, zwei Ladesäulen für E-Autos am Kurfürstendamm zu finanzieren – Regine Günther antwortete am 24.7.2018: „Ich versichere Ihnen meine Unterstützung, dass die Ladesäule zügig umgesetzt wird.“ Falls Sie dort mal vorbeikommen sollten (Hausnummer 25) – suchen Sie nicht danach, die Säulen stehen bis heute nicht (und die Verkehrsverwaltung sucht für uns gerade heraus, warum nicht).
Neues aus der Digitalhauptstadt des Universums: Mehr als fünf Monate nach Beginn der Pandemie hat das Abgeordnetenhaus den Innenausschussraum mit Plexiglasscheiben ausgestattet. Logische Folge: „Eine digitale Teilnahme ist nicht mehr möglich.“
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Start in die neue Konzertsaison!
Beethoven und die Musik unserer Zeit ist das Leitmotiv des Festivals. Zu Gast in der Philharmonie sind neben Berliner Orchestern u.a. das Ensemble Modern, das Klangforum Wien und das Ensemble Musikfabrik sowie Interpret*innen wie Igor Levit, Marco Blaauw, Christian Gerhaher, Tamara Stefanovich, Jörg Widmann, Tabea Zimmermann und viele mehr.
Informationen und Tickets
Eklat in der BVV Neukölln: Die fraktionslose AfD-Verordnete Anne Zielisch bezeichnete Besucherinnen gestern Abend als „Kopftuchgeschwader“, SPD, Linke und Grüne verließen aus Protest die Sitzung.Obwohl der BVV-Vorsteher die AfD-Frau des Saales verwies, blieb sie sitzen – bis volle anderthalb Stunden später, pünktlich zum Sitzungsende, die Polizei kam. Nicht zum ersten Mal steht Zielisch im Mittelpunkt eines BVV-Streits.
Im „Colosseum“ ist jetzt auch der Abspann durch – die Erben von Kino-König Artur Brauner haben den Pachtvertrag „außerordentlich fristlos“ gekündigt und erhalten die Erste-Sahne-Immobilie unverzüglich vom Insolvenzverwalter zurück. Doch Zeit für eine Partie Behördenpingpong bleibt uns gerade noch, also: Warum fiel niemandem auf, welch brisanter Bauvorbescheid das Bezirksamt da zum Umbau in ein Bürohaus erteilte? Na, mal sehen…
1) Linkspartei, SPD und CDU halten Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) für verantwortlich. 2) Die Grünen halten das gesamte Bezirksamt für verantwortlich und unterstellen dem für Kultur zuständige Bürgermeister Sören Benn (Linke) sowie Wirtschaftsstadträtin Rona Tietje (SPD), sie hätten die Brisanz der Angelegenheit nicht erkannt. 3) Benn und Tietje weisen das zurück erklären, für Kinos seien sie nicht zuständig, die Verantwortung liege beim Stadtplanungsamt. 4) Einig sind sich alle in einem: Das hat eine „erhebliche Bedeutung für die Stadtgesellschaft“, mit anderen Worten: Der Senat soll was tun.
Ex-Linken-Fraktionschef Udo Wolf kandidiert in Pankow für den Bundestag – Stefan Liebich, der hier das Direktmandat geholt hatte, tritt nicht mehr an.
Ex-SPD-MdA Thorsten Karge kandidiert für gar nichts mehr: Per Brief erklärte er nach mehr als dreißig Jahren seinen Parteiaustritt – aus Ärger über die „Parteikultur“ des Reinickendorfer Kreisvorsitzenden Jörg Stroedter und den „Kurs nach Links“.
Ex-AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz hatte bei der verfassungsfeindlichen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ die Mitgliedsnummer 1330, sagt der Verfassungsschutz (sagt „Kontraste“) – klingt nach Mitläufer (aber auch das hatte er bei seiner Aufnahme in die AfD verschwiegen).
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Heute starten die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Kirill Petrenko mit Arnold Schönbergs “Verklärte Nacht” und Brahms 4. Sinfonie in die neue Spielzeit. Zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder mit Publikum. Sie können auch zu Hause dabei sein: ab 20 Uhr auf rbbKultur und 22:30 Uhr im rbb Fernsehen.
Mehr unter: rbb-online.de
Matthias Lilienthal kommt nach seinem Gastspiel in München mit einer großen Idee zurück in seine Heimatstadt Berlin: Theater im Olympiastadion („Hertha baut doch sowieso eine neue Arena“). 1977 gab’s das sogar schon einmal, mit Grübers „Winterreise“ von der Schaubühne bei minus 20 Grad. Lilienthal erinnert sich: „Ich war 17 Jahre alt und könnte nicht sagen, dass ich etwas verstanden hätte. Otto Sander aß eine Currywurst und nuschelte etwas über Terroristen, die Hölderlin-Texte liefen über die Anzeigetafel. Wie im Wenders-Film ‚Der Himmel über Berlin‘ spürte man das Einsamkeitsgefühl einer Stadt, die ihre Funktion verloren hatte.“
Wir sind nicht nur die Größten, wir haben auch den kleinsten: Auf gerade mal 450 qm Grundfläche entsteht in Pankow (Breite Straße) ein neuer Ikea-Laden – weniger bietet keiner. Nur ein Gerücht ist es allerdings, dass die neuen Möbellinien „Klippanchen“ und „Billylein“ heißen.
Ein Berliner Forscherteam hat Tausende Gewalttaten gegen jüdisches Leben in Deutschland belegt – in den Jahren vor 1938, bevor die großen Pogrome begannen. Wissenschaftler der FH Potsdam entwickelten daraus eine interaktive Karte fürs Jüdische Museum, die wir hier schon mal zeigen können.
Was macht eigentlich Florian Havemann, Richter, Künstler, Sohn des prominentesten DDR-Oppositionellen, Prototyp der Ost-Moderne und eine der schillerndsten Geheimnisgestalten? Robert Ide hat Havemann in seiner abgerockten Kreuzberger Bude und in seinem Pankower Atelier besucht – was er dort entdeckte, beschreibt er hier.
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Nachtrag zur Exklusiv-Meldung „Wasserbetriebe hielten Bericht über Sicherheitsmängel“ zurück (CP v. 24.8.) – BWB-Chef Jörg Simon sagt dazu: „Das hätte schneller gehen können. Unsere Fachleute hatten zum Teil ein unterschiedliches Verständnis der Ergebnisse.“ Die Aufsichtsratsvorsitzende, Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, wurde „im Nachgang“ informiert.
Kleine Erinnerung an unseren nächsten Laufgruppentermin: Am Sonnabend gibt’s ein Techniktraining mit SCC-Events-Coach Nathalie Baron. Treffpunkt: 11 Uhr in der Schöneberger Hauptstraße 87 direkt vor der SMS Sportpraxis. Umkleiden und Toiletten können genutzt werden, Getränke bringen wir mit, und auch Anfänger sind herzlich willkommen.
Jahrelang ging am BER das Licht nicht aus – bis gestern: Ausgerechnet beim Probebetrieb mit Komparsen wurde es dunkel, angeblich lags an der Hauptleitung. Die simulierte Ankunft wurde abgebrochen – Tage bis zur Eröffnung: 64.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Die Kolleginnen und Kollegen der Polizei Berlin könnten mittlerweile einen eigenen Club aufmachen, so viele Boxen und Turntables wurden bei illegalen Partys in der Hasenheide beschlagnahmt.“
Bürgermeister Martin Hikel gestern Abend in der BVV Neukölln – der Bezirk investiert rund 83.000 Euro, um die zerstörte Rasenfläche wiederherzustellen.
Tweet des Tages
Wenn du in Berlin erzählst, dass dein Nachbar ein Bankräuber ist und gerade geschnappt wurde, fragen die Leute halt als erstes, ob dann jetzt die Wohnung frei wird und es ist einfach ein einziges Hamsterrad.
Stadtleben
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Waschbare und vielfach verwendbare Mund- und Nasenmasken aus regionalen Manufakturen. Schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen. Jetzt im Tagesspiegel-Shop erhältlich.
Streetfood futtern – In Friedrichshain: Kurz vor den Türmen des Frankfurter Tors hat Rubens Arepas die Tore geöffnet. Bei minimalistischem Interieur füllt der Imbiss Maisfladen, dass sie zu bersten drohen – die venezolanische Spezialität wird traditionell zu allen Mahlzeiten verputzt und kombiniert Fleisch, Gemüse und Avocado mit frittiertem Brot. Alle Arepas dürfen für sechs Euro verkostet werden, unser Favorit: der vegetarische Domino mit Bohnen, Schafskäse und Kochbananen. Ob es sich tatsächlich um die besten Fladen der Stadt handelt – so das Versprechen –, testen Hungrige in der Warschauer Straße 81. Di-So 18-22 Uhr, U-Bhf Frankfurter Tor
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Wie lange braucht es nach 367 Tagen in türkischer Haft, um wieder im Berliner Alltag anzukommen? In der neuen Podcastfolge „Eine Runde Berlin“ spricht der Journalist Deniz Yücel mit Ann-Kathrin Hipp über seine Zeit im Gefängnis, die Macht des Schreibens und AKP-Anhänger in Deutschland. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Austern schlürfen – Aufgepasst, wer sich in ferne Metropolen sehnt: New Yorker Klasse und Pariser Flair verspricht das Popup La Perla in Kreuzberg. Gerade erst schloss die Torteria La Lucha die Türen, nun ist ihr Team zurück an der Bar – und lädt zum Meeresfrucht-Diner. Austern mit Blick auf den Landwehrkanal schnabulieren die Gäste nun ab 16 Euro, American Prawns gibt es für 10. Zu edlen Muscheln und Krabbencocktails reicht das Lokal Champagner und Wein, die die Garnelen komplementieren. Zunächst soll das Popup drei Wochen lang öffnen – darüber hinaus hält sich La Lucha bedeckt. Glück hat der, der einen Terrassenplatz erwischt: Wir empfehlen frühes Erscheinen! Do-Sa 17-22 Uhr, Paul-Lincke-Ufer 39/41, U-Bhf Kottbusser Tor

Mit kunstaffinem Berlinbesuch quer durch den Süden der Stadt flanieren: Nicht in Kreuzberg, sondern in Marienfelde prangt die neuste Street Art Berlins: Seit einer Woche zieren haushohe Collagen die Fassaden entlang der Marienfelder Allee, die um die Blicke der Spazierenden buhlen – mal gleiten Fische über graue Wände, mal schweben Kinder den Passanten entgegen. „Paste Up History“ lässt Persönlichkeiten aus der Historie des Viertels einmal über die Häuser klettern und ihre Geschichten sichtbar werden. Alle Standorte erkunden Sie hier, zum Künstlerduo geht es unter diesem Link. Achtung, Prokrastinierer Berlins: Die Werke sind nur für zwei Monate zu sehen. (Foto: Mannstein + Vill)
Das ganze Stadtleben – mit täglich neuen Ideen für den spontanen Urlaub vor der Haustür – gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo.
Geschenk – Zu gut für die Tonne! Snacks aus gerettetem Obst und Gemüse knuspern die Kunden des Dörrwerks: Das Berliner Start-Up verwandelt ungewollte Früchte in Riegel, Chips und Esspapier. Auf dem Gelände des alten Gaswerks Mariendorf trocknet das Werk Äpfel, Ananas, Beeren und Mangos – unser Favorit: Fruchtkonfetti (ca. 2 Euro)! Für Retter-Geschenke bitte hier entlang.
Urlaub ganz nah – Kaum eine Altstadt, die vor ihren Fängen gefeit ist: Die berüchtigte Kette der Hard Rock Cafés schmückt die touristischen Zentren der Welt und lässt Reisende zu ihrem Kult-Logo pilgern. Wer den Trott der Touristen misst, erkundet eine Berliner Dependance: Neben dem Café am Kurfürstendamm darf ab heute auch ein Shop am Checkpoint Charlie besucht werden. Der bisweilen umstrittene Standort wirbt mit Berliner Bands und exklusivem Merch – zu finden in der Friedrichstraße 206.
Noch Hingehen – (ein Kunsttipp von Birgit Rieger) „Amerika is dying slowly“ wollte der Berliner Künstler Matthias Mayer seine Ausstellungsreihe im Weddinger Projektraum Spor Klübü eigentlich nennen als er sie 2019 plante. Aber dann klang das plötzlich so wahr, dass er sich für einen hoffungsvolleren Titel entschied. „Re-imagining America“ heißt nun die Reihe, die Betrachtungen von Künstlern versammelt, die wie Mayer selbst mal eine Weile in New York gelebt haben und dann nach Berlin gezogen sind. Könnten wir nicht alle gemeinsam etwas lernen, aus unseren Träumen und Erfahrungen, anstatt immer dieselben Abgesänge zu singen, auf New York, auf Berlin, auf das freie Leben? Noch bis Samstag ist der Beitrag von Hans Hs Winkler zu sehen (Spor Klübü, Freienwalderstr. 31, Wedding, ab 15 Uhr). Am 4. September geht es weiter mit Khan of Finland.
Plätze sichern – Für Klavierklänge auf dem Bebelplatz: Mit niemand Geringerem als Lang Lang begrüßt die Staatsoper am 6. September die neue Saison. Tickets für die „Staatsoper für alle“ waren binnen Minuten ausverkauft, doch wer gewieft ist, wählt die Nummer des Hotel de Rome – und blickt aus luftiger Höhe aufs Spektakel. Die Logenplätze der Dachterrasse sind für einen Mindestverzehr von 60 Euro pro Person zu haben, den Gäste mit Champagner, Spritz und Pizza aus dem neuen Steinofen erfüllen. Handy gezückt und in die Tasten gehauen: Reservierungen nimmt die Bar unter der 460 609-1270 entgegen. Nicht verzagen, wer keinen Tisch mehr ergattert – das Konzert wird live gestreamt.
Last-Minute-Konzert – Ohne Musik sei das Leben ein Irrtum, proklamierte Nietzsche. Mit auch, sagen Katharina Uhland und Florian Thunemann – und musizieren dennoch. Als stolzes Zwei-Personen-Orchester erklimmen beide am Abend die Bretter der Globe-Bühne: Mit Megafon und Loopstation singt das Duo von Abschiedsbriefen, Liebeswirren und niedlichen Tieren. Getreu ihrem Namen „kleineReise“ zieht das Ensemble von Stadt zu Stadt und reist nach einem Intermezzo in Berlin zügig weiter aufs windige Fehmarn. Wer Sie in der Hauptstadt sehen will: Startschuss für das Konzert „Weltwürger*in“ fällt um 19.30 Uhr, Tickets gibt es für 18 Euro hier – und wir verlosen 3x2 Freikarten.
Last-Minute-Tanz – (ein Tipp von Ticket-Kollegin Sandra Luzina) Herzklopfen ist garantiert beim Gala-Abend „From Berlin with Love I“, mit dem das Staatsballett Berlin in die neue Saison startet. Alle Ersten Solotänzerinnen und -tänzer der Compagnie treten bei dieser Love-Parade in der Deutschen Oper auf (19.30 Uhr) – in Soli, Pas de deux oder Pas de quatre. Zur Boyband formieren sich Daniil Simkin, Dinu Tamazlacaru, Alejandro Virelles und Marian Walter in den „Variations for Four“ von Anton Dolin. Sogar ein Sextett wird dargeboten in diesem coronakonformen Programm: Drei Paare, die auch privat liiert sind, tanzen einen Auszug aus Heinz Spoerlis Ballett „Ein Sommernachtstraum“. Auch Gaststar Polina Semionova wird eine getanzte Liebesbotschaft überbringen.
Insel-Check
Team Checkpoint hat die Segel gehisst und alle Berliner Inseln besucht – es sind mehr als 50. An dieser Stelle und auf Instagram stellen wir Ihnen täglich eine davon vor. Und oben drauf gibt’s unser Inselquartett – zum Ausschneiden für lange Autofahrten in den Ferien und Sommer-Sehnsucht im Winter.
Die Rohrwallinsel umgibt städtisches Flair: Die Dahme schlängelt sich an dieser Stelle noch durch die urbanen Ausläufer Köpenicks, die Inselufer sind gesäumt von Wochenend-Häusern, die Rasenflächen davor kultiviert geschnitten und überzeugend dekoriert. Einsame Insel? Fehlanzeige. Dafür Grün, wohin man sieht: In den Bäumen, Büschen und im Unterholz sind auffällig viele Vogelarten zur finden wie z.B. Nachtigallen, Gelbspötter oder gar ein Waldkauz. Für Wildtierexperte Derk Ehlert daher ein „akustisch interessanter Ort“. Welche Berliner Insel kann das schon von sich behaupten?
Text: Nadine Voß
Berlin heute
Verkehr – Spichernstraße (Wilmersdorf): Aufgrund von Leitungsarbeiten ist zwischen Schaperstraße und Bundesallee in Richtung Bundesallee nur eine Fahrbahn verfügbar (bis Ende Oktober).
S-Bahn: Die Linien S5, S7 und S75 sind ab 22 UhrZwischen Springpfuhl und Ostkreuz unterbrochen, zum Ersatz fahren Busse (bis Montag, 1.30 Uhr).
Demos – finden auch heute statt. Bei Redaktionsschluss war nur nicht klar, welche und wie viele (siehe oben).
Gericht – Gegen sechs mutmaßliche Mitglieder einer Bande, die 155 Vietnamesen nach Deutschland eingeschleust haben soll, beginnt der Prozess. Die Geschleusten seien vor einer Weiterreise in andere Länder in einem sogenannten Safehaus in Lichtenberg festgehalten worden – bis zur Zahlung des Schleusungsentgeltes von bis zu 20.000 Euro (13 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 500).
Universität – Auf Jagd durch die Nacht begibt sich das FU-Projekt Blühender Campus am Samstag: Anlässlich der 24. Batnight saust Stadtökologin Tanja Straka samt Detektor den Fledermäusen der Uni hinterher. Wer mitsuchen will: Zur Anmeldung geht’s hier.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Christoph Ahlhaus (51), ehem. Bürgermeister Hamburgs (CDU) / Ai Weiwei (63), Künstler / Stefan Arndt (59), Filmproduzent und CEO bei „X Filme Creative Pool" / „28.08.1749: Johann Wolfgang von Goethe, dem Dichterfürst und Wissenschaftler und ALLEN die mit ihm Geburtstag haben, die gesundesten Glückwünsche zu diesem BESONDEREN TAG.“ / Marianne Groß (78), Schauspielerin und Synchronsprecherin / Monika Helbig (67), ehem. für die SPD im AGH, ehem. Staatssekretärin / „Die Veteranen der AIDA-Crew senden Maike Hölger die besten Wünsche zum Geburtstag“ / Udo Lauer, Hauptstadtfotograf / Uwe Lehmann-Brauns (82), Politiker (CDU), ehem. Vizepräsident des AGH / Kathrin Maes, „Alle guten Wünsche und danke für nunmehr 30 Jahre Freundschaft seit der ersten Begegnung auf dem Schulweg! Dein Thomas.“/ Petra Schmidt-Schaller (40), Schauspielerin / Eike Hagen Schweikhardt (48), Schauspieler und Kameramann / Heidelinde Siebner, „zum 75., Rauschendes Fest & große Gratulationscours!!!“ / Martin Temme, „Lieber Martin, alles Gute und viel Gesundheit zum Geburtstag von Mutter und Vater“ / Horst Vetter (93), ehem. FDP-Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz / Charlotte Wemmer (18), „Der besten Tochter der Welt alles Liebe zur Volljährigkeit von Deiner Mama“
Sonnabend– „Andreas Berg (endlich 60), Aktivist, Top-Programmierer, Indien- Aficionado und begnadeter Koch von indischen Chutneys. Sabine B. wünscht dir „Happy Birthday“, alles Gute und vor allem immer gute Laune!“ / Eva Cancik-Kirschbaum (55), Altorientalistin / Daniela Düttmann, „der Sylt Freundin und der Dame mit zwei Laptop, herzliche gesunde Glückwünsche und viel Meeresrauschen, wünscht die Frühstückrunde.“ / „Dieter Hapel (69) gratuliert seiner Ehefrau Helli Hapel zum 70. Geburtstag und wünscht einer tollen Frau weitere gesunde und kreative Jahre“ / Felix von Jascheroff (38), Schauspieler, Sänger und Synchronsprecher / Rainer Pottel (67), ehem. Leichtathlet in der DDR und ehem. Trainer / Rotraud Schindler (80), Schauspielerin und Komödiantin
Sonntag – Stefan Bollinger (66), Politikwissenschaftler am Otto-Suhr-Institut der FU / Barbara König (51), seit 2016 Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (SPD) / Siegfried Lorenz (75), Opernsänger / Christoph Meyer (45), MdB seit 2017 (FDP) / André Niklaus (39), ehem. Leichtathlet / Hans Eike von Oppeln, „half 1990 die beiden Rechtssysteme zusammen zuführen. Auch half er, das Classic Open Air am Gendarmenmarkt aus der Taufe zu heben.“ / Wolf Roth (76), Schauspieler / Marcus Weichert (45), Politiker (CDU) / „Meinem allerliebsten RechthaBÄR zu seinem Geburtstag die Besten Grüße aus dem Westend“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Lothar Afflerbach, * 23. September 1941 / Prof. Dipl-Ing. Robert Demel, * 1957, Architekt und Professor an der Beuth-Hochschule / Berni Fleiß, * 27. März 1965 / Gisela Schiedel, * 8. September 1929
Stolperstein – Dr. Gustav Posner (Jg. 1885) wohnte gemeinsam mit seiner Frau Margarete und seiner Schwester Elsa in der Charlottenburger Sybelstraße 44. Ende August 1942, unmittelbar vor ihrer Deportation, nahmen sich alle drei Bewohner das Leben – zunächst Gustav, zwei Tage später Elsa und einen weiteren Tag darauf auch Margarete Posner.
Encore
Berlin war schon immer ein wenig anarchisch veranlagt, Versuche der Obrigkeit, dagegen vorzugehen, scheiterten bereits im Ansatz. So ist der Gehweg heute z.B. ein nahezu rechtsfreier Raum ohne Regeln – doch das war nicht immer so. Im Jahr 1929 wurde die lokale Verkehrsordnung durch den Paragraf 47 ergänzt: „Sie haben die rechte Seite der Gehbahn innenzuhalten und einander nach rechts auszuweichen.“ Aber nach rechts auszuweichen kam in Berlin noch nie so richtig gut an.
Kommen Sie gut in den Tag, ob zu Fuß, auf dem Rad oder Roller, in Bus oder Bahn oder auch mit dem Auto. In diesem Checkpoint steckt u.a. die Arbeit von Masha Slawinski (Recherche), Lotte Buschenhagen (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Morgen früh begleitet Sie hier Stefan Jacobs ins Wochenende – bis dahin,