Franziska Giffey besteht auf Fortsetzung der rot-rot-grünen Tradition, das Ergebnis von Volksentscheiden unabhängig vom Ausgang zu ignorieren (siehe auch „Tegel“): Die Frage der Enteignung von großen Wohnungsunternehmen (die sie strikt ablehnt) bezeichnet die SPD-Spitzenkandidatin als „rote Linie“ für Koalitionsgespräche (Q: rbb-Inforadio). Ihr Co-Vorsitzender Raed Saleh erhöht im Gespräch mit Julius Betschka den Einsatz für ein künftiges Senatsbündnis um die Erhaltung der bedingungslosen Gebührenfreiheit im Bildungsbereich (auch als Besserverdiener-Geschenk bekannt): „Wenn jemand versucht, das rückgängig zu machen, dann scheitern an dieser Stelle die Koalitionsverhandlungen.“ Ebenfalls für Saleh „nicht verhandelbar“: Investitionen („In der Krise spart man nicht“). Die Sozialdemokraten peilen offenbar die absolute Mehrheit an.
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Am 26. und 27. August begeht das Konzerthaus Berlin seinen Saisonauftakt im Jubiläumsjahr 2021 zum 200. Geburtstag mit einem Festkonzert. Chefdirigent Christoph Eschenbach leitet das Konzerthausorchester Berlin mit Werken von Weber, Brahms, Odeh-Tamimi und weiteren. Als Solisten kommen Pianist Martin Helmchen und Organist Cameron Carpenter hinzu.
www.konzerthaus.de
Hier eine Liste der Fächer, für die in Berlin „dringend neue engagierte Lehrkräfte“ gesucht werden (Ausschreibung der Bildungsverwaltung, seit 25 Jahren von der SPD geführt): Deutsch, Englisch, Mathe, Bio, Physik, Chemie, Musik, Sport, Wirtschaft, Technik, Informatik… Bewerben können sich fast alle, die irgendwann mal erfolgreich eine Uni-Abschlussarbeit (ab)geschrieben haben („Quereinstieg“). Voraussetzung: „Aufgeschlossenheit gegenüber fachlichen und didaktisch-methodischen Entwicklungen“ – da droht offenbar die nächste Reform.
Der „Willkommens-Appell“ plus Zapfenstreich für die Afghanistan-Heimkehrer (Ortskräfte waren nicht gemeint) ist offiziell abgesagt, und auch die „Allgemeinverfügung“, mit der das Regierungsviertel aus Gründen der „Ehre“ am 31.08. zur demofreien Ruhezone deklariert wurde, wurde jetzt per Amtsblatt-VÖ aufgehoben. Es darf also hemmungslos gehupt werden. In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums heißt es dazu, die Bundewehr konzentriere sich „mit voller Kraft“ auf die Evakuierung, mit anderen Worten: Für staatliches Tschingderassabumm ist gerade nicht so die richtige Zeit. Das Schreiben schließt mit einer Generalexkulpation gegenüber der wieder ausgeladenen Feiergemeinde, deren unachtsamer Zynismus sich angesichts der Lage in Kabul nicht erst auf den zweiten Blick erschließt: „Etwaige Unannehmlichkeiten bitten wir zu entschuldigen.“
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Sie sind Berlins beliebteste Pflegeprofis: die Pflegerinnen der Interdisziplinären Station und Pandemiestation des Sana Klinikums Lichtenberg. Das Erfolgsrezept des Teams? Der Zusammenhalt. Bei der Siegerehrung würdigte Sonja Optendrenk aus dem Bundesgesundheitsministerium die Pflegeprofis als „sehr gute Repräsentanten für die vielen Pflegerinnen und Pfleger im Land“. Video zur Preisverleihung
Bei der vergangenen Bundestagswahl (2017) waren wir in Berlin bundesweit die letzten mit der Auszählung, diesmal sind wir die ersten bei der Sammlung von Stimmzettelfehlern. Wegen „Dustin Hoffman“ (in Hollywood unabkömmlich) wurde nochmal gedruckt, jetzt müssen Bundestags- und Agh-Wahlscheine wieder eingesammelt werden, die an (mindestens) einen EU-Bürger verschickt wurden (die nur die BVV mitwählen darf). Das Bezirkswahlamt Mitte spricht von einem „bedauerlichen Einzelfall“. Bestellt wurden die Wahlscheine übrigens hier – vielleicht wollen Sie ja auch mal probieren, was dann passiert.
Bei seinen täglichen Selbstinterviews (Antwort per Bild) gab Mitte-Bürgermeister Stephan von Dassel zuletzt bekannt, was ihm hilft, nicht zu verzweifeln (Spoiler: Dick und Doof), ob er ein Querdenker ist und: Ob es für ihn als Karnevalsfreund noch politisch korrekte Verkleidungen gibt (seine Antwort ist hier zu sehen). Checkpoint-Analyse: Damit hat er beim nächsten Grünen-Parteitag einen Platz am Marterpfahl sicher.
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Unsere Hauptstadtvision zeigt, was möglich ist: Mit dem Umbau der A100 holen wir uns unsere Stadt zurück.
Klimagerechte Mobilität braucht Platz für alle Verkehrsmittel. Mit einer Bundesstraße statt A100 könnte der geplante Radschnellweg "Y-Trasse" bis zum Görlitzer Park verlängert werden und Wohnraum entstehen.
Mehr dazu: gruenehauptstadt.vision
Die Radiofrequenz 100,6 ist in Berlin legendär: Ende der achtziger Jahre teilte der „Kabelrat“ die erste Privatfunklizenz zwischen dem erzkonservativen Sender „Hundert,6“ und dem linksalternativen „Radio 100“ auf – bei der unfreiwilligen täglichen Senderübergabe um 19 Uhr verabschiedeten sich die funkenden CDU- und Baulobby-Fans mit der Nationalhymne, die studentischen Kollektivisten eröffneten ihr Programm mit dem Geräusch einer Klospülung. Im Studio von Radio 100, damals in der Potsdamer Straße, durfte fast jeder ran – ich selbst habe dort irgendwann mal mit einem Freund aus England zu selbst fabrizierten Bassloops unverständliche Gedichte vorgetragen (während Gunnar „Schuppe“ Schupelius, der sich heute hauptberuflich für die „B.Z.“ jeden Tag über irgendetwas ärgern muss (heute mal wieder über „die Corona-Verbote“) bereits in den neunziger Jahren für „Hundert,6“ zwangsempört war).
Und warum ist das heute wichtig? Na, weil „FluxFM“, der Nachnachnachfolgesender auf der Frequenz 100,6 (Motto: „So bunt wie Berlin“), an diesem Montag auch schon wieder Jubiläum feiert – der Checkpoint gratuliert dem Team um Mona Rübsamen und Markus Kühn zu zehn Jahren kreativer Radioarbeit! Was in dieser Festwoche passiert (auch live im „Fluxbau“), steht hier.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Was macht eine Metropole aus? Der Mitte-Verordnete Felix Hemmer von der kleinen FDP meint: „ein Riesenrad“. Und das sagt das Bezirksamt dazu (Trigger-Warnung: Für Düsseldorfer und Kölner könnte die Antwort ein existenzieller Schock sein): „Der Fachbereich Stadtplanung widerspricht der Aussage, dass ein Riesenrad einen Beitrag dazu leistet, dass eine Stadt als Metropole wahrgenommen wird – die Städte Düsseldorf und Köln zeigen dies eindrücklich.“
Ok, Düsseldorf… aber was Köln betrifft, steht die Stadt trotz Riesenrad und Niederlage bei den Bayern im Gegensatz zu anderen Metropolen immerhin nicht auf dem letzten Platz der 1. Fußball-Bundesliga. Und nochmal zurück nach Mitte – das BA nennt einen weiteren Grund, warum ein Riesenrad hier nichts bringt: Es hätte „einen kannibalisierenden Effekt gegenüber dem Riesenrad im Plänterwald“ (gemeint ist offenbar die vor zwanzig Jahren geschlossene Ruine an der Spree). Wobei das natürlich mal eine echte Attraktion wäre: zwei Riesenräder, die sich gegenseitig verspeisen.
Übrigens: Die Ansichten des Fachbereich Stadtplanung über Düsseldorf, Köln und Kannibalismus haben das Bezirksamt rechnerisch 90,73 Euro gekostet (verbucht wurde 1 Arbeitsstunde im Höheren Dienst).
Ein Blick in die Meldestatistik: 922 Berlinerinnen sind mindestens 100 Jahre alt (plus 139 Berliner) – ein Mann und eine Frau aus Charlottenburg-Wilmersdorf tragen sogar das Geburtsjahr 1907.
„Wir setzen auf die Vernunft der Fahrradfahrer“, sagt Cha-Wi-Stadtrat Oliver Schruoffenegger zur Präsentation eines „Fahrradabstellanlagenkonzepts“ (9800 „Bügel“ zum Anschließen bekommt der Bezirk) – und gibt sich damit als unerschütterlicher Naivist zu erkennen. Es kommentiert Elizabeth Gaskell: „Ich achte nicht auf die Vernunft. Die Vernunft empfiehlt immer das, was ein anderer gern möchte.“
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Jüdisches Leben ist ein konstitutiver Teil unserer Geschichte und Gegenwart – diese Fülle an kulturellem und religiösem Erbe gilt es im Jubiläumsjahr 2021 auf einer Spurensuche mit Begegnungen, Lesungen und Expertengesprächen in Köln und Osnabrück zu entdecken. Jetzt auf Tagesspiegel-Reisen.
Görli I: Die Älteren unter uns erinnern sich – vor längerer Zeit wurde per Ausschreibung eine Betreiberin für die Grillwiese gesucht. Aber weil sich Würstchen nicht rauchen oder durch die Nase ziehen lassen, interessierte sich niemand für dieses ortsuntypische Geschäftsmodell. Erst im zweiten Anlauf gelang es, jemanden zu finden – aber eröffnet ist hier weiterhin nichts, die offizielle Begründung: „Das bauordnungsrechtliche Prüf- und Genehmigungsverfahren zur Aufstellung der benötigten Container für die Grillwiese ist noch nicht abgeschlossen.“ (AZ SA/641/V)
Görli II: Dagegen floriert der steuerfreie Drogenhandel auch ohne Genehmigung bzw. in stillschweigendem Einvernehmen – dass darüber überhaupt geredet wird, sieht der Bezirk nicht so gerne. Als die Reporterin Valentina Repetto dazu einen Parkläufer befragen wollte, wurden die Dreharbeiten von einer Parkmanagerin (zur Kontrolle abgestellt) kurzerhand unterbrochen – die offizielle Begründung: ausgeübte „Schutzpflicht“. Vielleicht hoffte sie ja, dass so Gras über die Sache wächst – stattdessen ist sie jetzt aktenkundig (AZ SA/637/V). Das Video finden Sie hier (die Unterbrecherstelle ist bei Minute 05:00).
Görli III: Ein polizeibekannter Drogenhändler (auch diverser Gewalttaten verdächtigt) soll eine 11-Jährigen als potenzielle Kundin angesprochen und verfolgt haben – deutlich vielfältiger als sein Warenangebot ist allerdings seine Persönlichkeit: Der Mann verfügt über 57 verschiedene Personalien.
Die BVG sucht per Ausschreibung jemanden fürs Beschwerdemanagement (4898-EX), und zwar „schnellstmöglich“ – haben Sie da etwa gemeckert?
Aus der Berlin-Serie „Manchmal dauert’s eben etwas länger“: Am 11. Januar 2018 nahm die Polizei einem damals 16-Jährigen „ein Fahrrad (Rennrad, Focus, schwarz, HS229125) zum Zweck der Eigentumssicherung“ ab. Jetzt, mehr als dreieinhalb Jahre später, teilt die Polizei dem jungen Mann mangels Adresse per Amtsblatt mit: „Dieses kann wieder ausgehändigt werden.“ Aber nur innerhalb der nächsten zehn Tage – sonst wird es „der Verwertung zugeführt“.
Jürgen Engert war für viele Medienleute in der Stadt ein Vorbild – auch wenn sich manche an dem früheren Kontraste-Moderator, SFB-Chefredakteur und Gründungsdirektor des ARD-Hauptstadtstudios rieben. „Wahrheit in Klarheit“ hat Joachim Huber seinen Nachruf auf den immer neugierigen Journalisten überschrieben – Engert ist am Sonntag im Alter von 85 Jahren gestorben.
Falls Sie am 30. September noch nichts vorhaben – da ist jedenfalls „Keine Zeit zu sterben“. Mit anderen Worten: Der neue James Bond kommt endlich in die Kinos.
Hier ein Blick auf die Ergebnisse des Halbmarathons (u.a.): Michael Müller (1:47:50), Michael Müller (2:11:35), Michael Müller (1:59:48), Michael Müller (1:39:55). Als erster kam Felix Kipkoech in 0:58:57 ins Ziel – alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden Sie heute im Tagesspiegel (Print und E-paper).
Tweet des Tages
Als nicht gebürtiger Berliner geht es mir immer so, dass ich die im hiesigen Einzelhandel gebräuchliche Anrede ‚Junger Mann!‘ als ‚Du Arschloch, geh woanders einkaufen!‘ übersetze. Oder versteh ick da was falsch?
Stadtleben
Neu in Moabit – Die Urbanwüsten der Europa-City dienen Berlinern meist nur zum hastig-schreckhaften Transit in charmantere Gefilde – seltsam ungewohnt also, dass ausgerechnet in gefühlter Peripherie-Tristesse hipsterige Foodtrucks ihre Luken öffnen. Grund zum Ausflug! Zwei Blocks vom Hauptbahnhof reicht seit wenigen Wochen das daily warteg Lunch und Snacks aus seinem Wagen: Auf der kleinen Karte stehen Happen aus Singapur und Indonesien, die man in der Hauptstadt oft vergeblich jagt. Drei Satayspieße samt Erdnusssauce dürfen für sieben Euro gekostet werden, alternativ lockt frittiertes Huhn mit süß-salzigem Eigelb (8,50 Euro) zum Picknick – vorneweg gibt’s Hähnchenhaut-Chips und zuckrigen indonesischen Jasmintee, zu erstehen in der Döberitzer Straße 1. Mo-Fr 11:30-19, Sa 11:30-14 Uhr, S+U-Bhf Hauptbahnhof
Geschenk – Tickets ins pechschwarze Berlin: 48 Stunden lang soll sich das alte Umspannwerk Reinickendorf vom 24.-26. September verdunkeln und Besucher als stille Schatten durch seine Räume treten lassen. Gleich mehrere dutzend Licht- und Klanginstallationen will das Lost Art Festival so Tag und Nacht ohne Ablenkungen flackern lassen – Kunstsuchende spazieren einen ganzen Kilometer entlang des Industrie-Parkours. Wer installationsfreie Intermezzi sucht, nimmt im zugehörigen Kino Platz oder besucht die Musiker der kleinen Outdoor-Bühnen. Karten (23 Euro) sind erst ab Donnerstag zu erwerben, doch Tagesspiegelleser klicken sich schon jetzt zum Shop (Code „tagesspiegel“) – Tipp der Veranstalter: Sonnenbrille und Gehörschutz ins Gepäck!
Kunstwandeln – Hör mal, wer da zwitschert! Im niemals enden wollenden Rauschen der Hauptstadt verklingen Vogelstimmen flugs im Wind. Stephan Hüsch hält sie fest: Unter den Zweigen des versteckten Sophienkirchhofs an den Hackeschen Höfen hat der Künstler ein meterlanges, weiß glänzendes Mobile aufgespannt – aus verborgenen Lautsprechern der Installation schallen dabei zarte Klarinettenklänge, die nur hört, wer aufmerksam lauscht. Hüschs Quintett „Für zwei Nachtigallen, zwei Amseln und eine Taube“ übersetzt Berliner Zwitschern in eine dissonante Partitur, die über die Ehrengräber des Hofes weht. Einen Besuchsbericht meiner Kollegin Pia Benthin lesen Sie hier – die Installation ist noch bis Ende September täglich in der Großen Hamburger Str. 29-30 zu begehen.
Last-Minute-Tickets – Im Bette der „Matratzengruft“: Neun quälende Jahre bis zu seinem Tod verlebte Heinrich Heine unter den Decken seiner Pariser Kammern. Zwischen Lehnsessel und Krankenlager entstanden dabei seine letzten Werke – durch Texte und Korrespondenzen dieser „Pariser Zeit“ wühlen sich am Abend die Schauspieler Uwe Neumann und Anette Daugardt im provisorischen Bretter-Rondell des Globe Theaters in Charlottenburg. In Szenen-Collagen rezitiert das Duo Verse des Dichters und Berichte seiner Besucher: Gespielt wird ab 19.30 Uhr, Karten erhalten Sie für 16/13 Euro hier. Noch eine Lücke im Abendkalender? Wer zusehen mag, drückt flink auf unseren roten Knopf – der Checkpoint hat 3x2 Tickets ergattert.
Grübelstoff – Vom lyrisch-intimen Nachtigallenzwitschern zum ratternden Motorengebrüll: Wie klingt Ihr ganz eigenes Berlin?
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diesmal: Was darf in keinem Klassenzimmer fehlen? Es antwortet Sebastian Czaja (FDP).
Foto: FDP Berlin
Berlin heute
Straßenverkehr – Ganz Berlin: Auch die S-Bahn ist vom Bahnstreik betroffen. Daher muss bis zum Mittwochmorgen mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen gerechnet werden.
A111 (Reinickendorf-Zubringer):Sperrung der Auffahrt Seidelstraße in Richtung stadtauswärts (bis Mitte September).
Kopernikusstraße (Friedrichshain): Sperrung der Fahrtrichtung Warschauer Straße ab der Libauer Straße, Fuß- und Radverkehr frei (bis Anfang September).
Berliner Allee (Weißensee): Sperrung zwischen Indira-Gandhi-Straße und Parkstraße in Richtung stadtauswärts, stadteinwärts ist eine Spur befahrbar. Eine Umleitung ist ausgewiesen – es ist mit Stau zu rechnen. Der Fuß- und Radverkehr darf passieren, Radfahrende dürfen zur Verkehrsentlastung die Bizetstraße in beiden Richtungen entlangfahren.
Goerzallee (Lichterfelde): Vor der Königsberger Straße ist der rechte Fahrstreifen in Richtung Hindenburgdamm gesperrt (bis Mitte Oktober).
Weißenseer Weg (Alt-Hohenschönhausen):An der Kreuzung Weißenseer Weg/Konrad-Wolf-Straße/Hohenschönhauser Straße ist nur eine Spur pro Richtung verfügbar, es kommt zu Verkehrsbeeinträchtigungen (bis Mitte September).
Schöneberger Straße (Kreuzberg): Zwischen Hallesches Ufer und Hafenplatz ist für beide Richtungen wechselseitig nur eine gemeinsame Spur befahrbar (bis Mitte September).
Skalitzer Straße (Kreuzberg): Zwischen Manteuffelstraße und Mariannenstraße ist je Richtung nur ein Fahrstreifen verfügbar (ab 8 Uhr bis Mitte Dezember).
Huttenstraße (Moabit): Um 10 Uhr beginnt hier ein Demonstrationszug, der bis zur Turmstraße führt. Für 30 Minuten kann es zu Verkehrseinschränkungen kommen.
Hardenbergplatz (Charlottenburg): Ab 11 Uhr startet auf dem Platz eine Demonstration, die bis zur Augsburger Straße zieht. Für 30 Minuten ist mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.
Müggelheimer Straße (Köpenick): Wegen eines Straßenfestes in der Köpenicker Altstadt kommt es zu Verkehrseinschränkungen (ab 10 Uhr).
BVG: Bis zum 11. Oktober (3.10 Uhr) fahren die Tramlinien M4, M13 und 12 nicht zwischen Sulzfelder Straße und Antonplatz, bitte steigen Sie auf die Ersatzbusse um.
Regionalverkehr: Von 23.50 bis 4.15 Uhr fallen einige Züge der Linien RE7 und RB14 zwischen Berlin-Charlottenburg/Berlin Zoologischer Garten und Berlin Friedrichstraße/Berlin Ostbahnhof aus, bitte nutzen Sie hier die S-Bahnen.
Statt der Bahnen des RB22 fahren in den kommenden zwei Nächten von 21.35 bis 1.35 Uhr zwischen Flughafen BER – Terminal 1-2 und Königs Wusterhausen bzw. in der Nacht vom 23. auf den 24. August zwischen Flughafen BER – Terminal 5 und Königs Wusterhausen ersatzweise Busse. Bitte planen Sie die spätere Ankunft sowie die frühere Abfahrt der Busse in Königs Wusterhausen ein (15-22 Minuten). An den Haltestellen Flughafen BER – Terminal 1-2 bzw. Flughafen BER – Terminal 5 haben Sie Anschluss an die Züge nach Potsdam.
Die meisten Bahnen des FEX werden heute Nacht (22.55 bis 5.30 Uhr) über Berlin Südkreuz umgeleitet, die Halte in Berlin-Gesundbrunnen und Berlin Ostkreuz entfallen. Bitte steigen Sie hier auf die S-Bahnen und anderen öffentlichen Verkehrsmittel um und beachten Sie die abweichenden Fahrpläne des Ersatzverkehrs.
Demonstration – Im Rahmen einer „Streikkundgebung und Streikdemo“ ziehen 1000 Personen von der Vivantes-Geschäftsstelle in der Aroser Allee 72-76 zum Virchow-Klinikum im Wedding (9.30-14 Uhr, angemeldet durch die Gewerkschaft Verdi). „Für den Erhalt aller Arbeitsplätze im Gasturbinenwerk Berlin“ kommen zunächst 500 Teilnehmende rund um das Siemens- Gasturbinenwerk in der Huttenstraße 12 zusammen, später demonstrieren 1000 Personen mit einem Zug vom Hardenbergplatz zur Augsburger Straße (10-10.30 Uhr/11-13 Uhr, angemeldet durch die IG Metall). Auch in der Nobelstraße 1 in Berlin-Baumschulenweg protestiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Region Berlin-Brandenburg mit einem „Warnstreik“, es werden 100 Teilnehmende erwartet (10-14 Uhr). Für „Wahlrechte für Nicht-Deutsche“ ruft derweil die Partei Die Linke Berlin auf das Tempelhofer Feld: Hier sind 30 Demonstrierende angemeldet (19-21 Uhr). An der Friedrichsbrücke lädt die SPD Berlin Mitte zur „Diskussion zur aktuellen Debatte um den James-Simon-Park“ (13.30-14.30 Uhr). Auf dem Pariser Platz protestieren zehn Personen zur „Verurteilung der massiven Menschenrechtsverletzungen im Iran“ und fordern den „Stopp der Hinrichtungen“ (14-20 Uhr).
Gericht – Der Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder um mutmaßliche Straftaten wie versuchte schwere räuberische Erpressung und Freiheitsberaubung zum Nachteil von Rapper Bushido wird fortgesetzt – weitere Zeugen werden erwartet (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Carmen-Maja Antoni (76), Schauspielerin / Gerhard Cerny (77), Schriftsteller / Inge Deutschkron (99), deutsch-israelische Autorin und Journalistin / Lucie Hollmann (28), Schauspielerin / Friederike Kempter (42), Schauspielerin / Dr. Gero Neugebauer, „Politologe und unermüdlicher Beobachter und Kommentator politischen Geschehens, beste Wünsche zum 80. Geburtstag!“ / Nachträglich: „Liebe Heidi, zu Deinem 60. gratulieren Dir die drei F aus F in de Palz von Herzen und drücken Dich aus der Ferne. Frauke, Frank und Frida“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Bernd Babel, verstorben am 6. August 2021, ehem. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin / Gert Bazin, * 26. Dezember 1936, Tonmeister / Edeltraut Gerl, * 8. Mai 1938
Stolperstein – John Löwenthal (Jg. 1862) lebte mit seiner Frau Emilie Löwenthal (Jg. 1873) in der Charlottenburger Bleibtreustraße 34-35. Er war in der Bekleidungsindustrie tätig. Nachdem dem Paar weithin sein Besitz genommen worden war, musste es in den 1940er Jahren in die Wohnung Ernst Oppenheimers (Jg. 1869), dem Bruder Emilies, umziehen. Am 29. Juli 1942 verschleppten die Nationalsozialisten alle drei nach Theresienstadt – nicht einen Monat später, heute vor 79 Jahren, wurde John Löwenthal dort ermordet. Auch Emilie Löwenthal und Ernst Oppenheimer wurden im Ghetto ums Leben gebracht.
Encore
Was unterscheidet eigentlich wohlklingende Straßenmusik von störenden Geräuschen? Rein rechtlich: nichts – vor dem Immissionsschutzgesetz sind alle gleich unerwünscht. Dennoch gehen die Bezirke recht unterschiedlich mit den „Musikantinnen und Musikanten“ um, wie eine Übersicht der Umweltverwaltung auf Anfrage des CDU-Abgeordneten Danny Freimark zeigt. So erlaubt Tempelhof-Schöneberg sogar Lautsprecher – aber nur dann, wenn die Musik „nicht laut“ ist (also so eine Art Kiffen ohne Inhalieren). In Pankow dagegen „dürfen Musikerinnen und Musiker auch mit Tonwiedergabegeräten oder besonders lauten Musikinstrumenten spielen“ – wenn sie angemeldet sind. Einige sind sich alle in nur einem Punkt: „Pauken und Trompeten“ will auf der Straße niemand hören.
In der Checkpoint-Band haben heute Thomas Lippold (Recherche), Lotte Buschenhagen (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion) mitgespielt, morgen früh geigt Ihnen Robert Ide hier was. Und vergessen Sie bitte nicht, bis Freitag, 13 Uhr, Ihre Berlinerinnen und Berliner der Woche zu nominieren (inkl. Institutionen) – wir verleihen an jedem Sonnabend die Preise in Gold, Silber und Blech. Bis dahin,
