Ganze 269,5 Millionen Euro Gewinn haben Berlins landeseigene Wohnungsbaugesellschaften im vergangenen Jahr gemacht. Und zugleich mehr als 150.000 Haushalten die Miete erhöht. Seither sind nochmal 200.000 Erhöhungen rausgegangen. Wie kann das sein? Wir wollten‘s von den Unternehmen wissen. Und die Antwort klingt bei allen sechs Gesellschaften ähnlich. „Gewinne bleiben im Unternehmen und wir investieren sie unter anderem in die Klimaneutralität unseres Gebäudebestandes bis 2045. Allein dafür muss eine Milliarde investiert werden“, erklärt die Degewo, die mit 108 Millionen Euro den höchsten Gewinn erwirtschaftet hat. Zudem finanziere man damit den Neubau.
Tatsächlich ist es sogar so: Für das, was die Wohnungsbaugesellschaften leisten müssen, reichen die Überschüsse gar nicht aus. „Die in den letzten Jahren durchgeführten sowie zukünftig geplanten Maßnahmen übersteigen die aktuellen ‚Gewinne‘ in einem hohen Maß“, heißt es von der Stadt und Land. So habe man allein 2024 Investitionen in Bestandserhaltung, Ankauf und Neubau von 246,6 Millionen Euro getätigt. Banken erwarteten zudem „eine nachhaltige Ertragskraft, die sich in positiven Jahresergebnissen ausdrückt“, schreibt die WBM. Sonst gibt’s keine Kredite, und auch keine neuen Wohnungen.
Viel höher sind die Mieten ohnehin anderswo in der Stadt. Damit finanzschwache Mieter nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens fürs Wohnen ausgeben, soll dort eigentlich der vom Land gezahlte Mietzuschuss helfen. Nur den nutzt fast niemand. Gerade mal 1761 Zuschusszahlungen wurden 2024 genehmigt. Dieses Jahr waren es bis Juni nur 859. „Die Inanspruchnahme des Mietzuschusses bleibt weiterhin trotz Verbesserungen und intensiver Informationsmaßnahmen weit hinter den Prognosen zurück“, konstatiert Baustaatssekretär Stephan Machulik (SPD) in einem Bericht ans Abgeordnetenhaus. Die Investitionsbank Berlin lässt sich‘s trotzdem gut bezahlen. Für jeden genehmigten Antrag gabs 2024 im Durchschnitt 734 Euro. Mit 1,3 Millionen Euro Vergütung fließt mehr als jeder vierte ausgezahlte Euro nicht an Mieter, sondern an die Bank.
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Heimische Lebensmittel gewinnen für die Gastronomie seit Jahren zunehmend an Bedeutung. Auch beim Geflügel achten immer mehr Köche auf die heimische Herkunft. Bei Geflügelfleisch aus Deutschland können sie und ihre Gäste sich auf Qualität, nachhaltige Erzeugung und Tierwohl in der Haltung verlassen. Erfahren Sie mehr über Geflügel. Made in Germany.
Schwarz-Rot ist nicht nur der Senat. Ein Reddit-Nutzer zählt auf seinem Balkon am Tempelhofer Feld 71 (!) gepunktete Insekten und fragt sich: „Erleben wir eine Marienkäfer-Invasion?“. Klarer Fall für Käfer-Kenner Derk Ehlert! „Es handelt sich hier um asiatische Marienkäfer, die gerade in Massen unterwegs sind“. In den 1990er Jahren als biologische Schädlingsbekämpfer angesiedelt und mit mehr Appetit (auf Blattläuse und Larven) als die heimischen Marienkäfer ausgestattet, sei die Art inzwischen dominant. Man erkenne sie an einem M oder W im Nacken. „Die Tiere suchen gerade Wärme und Nähe – auch die von Menschen“, erklärt Ehlert. Berliner Lieblingsorte: sich aufheizende Stadtflächen wie der Alexanderplatz, das ehemaligen Flugfeld und beheizte Räume mit geöffneten Fenstern.
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Amt, aber richtig glücklich. Eine Studie hat die Google-Bewertungen von 191 Finanzämtern verglichen. Das überraschende Ergebnis: Mit durchschnittlich 4,5 Sternen hat Steglitz Deutschlands freundlichstes Finanzamt. „Seit 20 Jahren erlebe ich hier quasi ausnahmslos Hilfsbereitschaft, Kompetenz und schnelle Lösungen“, lobt etwa Franziska Bischoff und vergibt fünf Sterne. „Und ein besonderes Küsschen für den mega kompetenten Pförtner, der auch noch rrrrrichtig gut mit Kindern kann.“ Die Finanzverwaltung freut’s! Doch statt das Steglitzer Geheimrezept (oder den Namen des Charmeurs am Empfang) zu verraten, gibt es Sammellob. „Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass zehn Berliner Finanzämter unter den Top 20 zu finden sind“, schreibt ein Sprecher dem Checkpoint.
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DAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELE basiert auf dem preisgekrönten Roman von Olivier Guez und zeichnet ein schonungsloses Bild von Ideologie, Verdrängung, Verantwortung und einer Gesellschaft im Schatten ihrer Vergangenheit. Der Film folgt Mengeles Fluchtweg von Argentinien über Paraguay bis nach Brasilien, wo er zuletzt unter falscher Identität in São Paulo lebt. Mehr
Hüstel, räusper, klick. In Berlin nutzen Kränkelnde immer häufiger Online-Dienste, um Arzttermine zu vereinbaren. Wie der Checkpoint erfuhr, wurden von Januar bis Oktober rund 4,8 Millionen Termine in der Hauptstadt über die Plattform „Doctolib“ gebucht (und damit schon jetzt mehr als im gesamten Vorjahr). „Der Herbst-Effekt ist sichtbar“, schreibt ein Sprecher dem Checkpoint. „Nach der Sommerpause im August steigen die Buchungen im September an und bleiben im Oktober auf hohem Niveau“. Dem Unternehmen zufolge bieten mittlerweile mehr als 14.000 Gesundheitsfachkräfte ihre Dienste auch über Doctolib an, ebenso wie 19 Kliniken der Charité. Jede sechste Terminbuchungen entfalle auf Hausärzte (17%), gefolgt von Zahnärzten (13%) und Gynäkologen (11%). „Mehr als jeder dritte Patient bekommt innerhalb von 48 Stunden einen Termin beim Hausarzt“, heißt es.
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Di., 28.10., 19:00 Uhr: „Herkunft, Herz, Haltung – Peemöllers HEIMAT-Talk powered by DRIVE. Volkswagen Group Forum.“ Ilka Peemöller spricht mit Thelma Buabeng und Atrin Madani über Identität, prägende Erlebnisse und darüber, was Heimat für sie ausmacht. Limitierte Tickets für diesen spannenden Talk im DRIVE gibt’s hier kostenlos bei rausgegangen.de
Wir fliegen weiter. Unser Hauptstadtflughafen feierte gestern seinen 100-millionsten Fluggast. Jessica Metag startete an Bord eines Air France-Fluges vom BER nach Paris – und erhielt vor dem Takeoff neben einem freundlichen Händedruck auch einen Plüschbären und Gutscheine für Gratis-Flüge. Und das kurz vor dem fünften Geburtstag des BER. Fall Sie unter den 99.999.999 anderen Flugreisenden waren, interessiert uns Ihre Meinung. Wie würden Sie Ihren Beziehungsstatus zum Flughafen beschreiben – „frisch verliebt“ oder „ist kompliziert“? Was wüssten Sie gerne von BER-Chefin Aletta von Massenbach? Was nervt Sie besonders? Teilen Sie Ihre schönsten oder schrecklichsten (B)ERlebnisse mit uns:

Und hier noch ein paar Lese-Tipps der Redaktion:
+ Nach umstrittenen Merz-Aussagen: Was Berliner tatsächlich im Stadtbild stört.
+ Spuren führen ins Clan-Milieu: Berlin geht gegen Vermieter von Luxusautos und Fluchtwagen vor.
+ Rechtswidrige Mieterhöhungen: Vonovia ignoriert Urteil des Berliner Landgerichts.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Bis zu 5000 Euro haben einzelne Landesbeamte bislang pro Jahr zusätzlich eingestrichen. Damit ist jetzt Schluss. Der Senat streicht alle Leistungsprämien und Zulagen für die Beschäftigten der Berliner Verwaltung schon ab diesem Jahr. Damit sich Leistung nicht mehr lohnt. Die ganze Story lesen Sie hier.
Der BVG hatte Sigrid Nikutta einst den Slogan „Weil wir dich lieben“ verpasst. Bei ihrem neuen Arbeitgeber DB Cargo haben sie keine Liebe mehr für die frühere BVG-Chefin. Nikutta muss zum Monatsende ihren Chefposten räumen. Woran sie gescheitert ist, berichtet Kollege Caspar Schwietering.
Der Gegenwind für TU-Präsidentin Geraldine Rauch wird stärker. Nach Alt-Präsident Kurt Kutzler fordert nun der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland Ali Toprak, sie solle als Präsidentin der Hochschule zurücktreten. Auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach sieht in ihr „Belastung für die Technische Universität und den Innovationsstandort Berlin“. Mehr dazu von Kollege Hannes Heine lesen Sie hier.
Nicht mehr zu retten sind zahlreiche Vögel in Brandenburg. Allein in den Linumer Teichen sind mehrere Hundert Kraniche an Vogelgrippe verendet. Um die Ausbreitung des H5N1-Virus zu verhindern, wurden bis auf Weiteres alle Führungen abgesagt. Wegen der Infektion wurden auf Brandenburger Geflügelbetrieben bereits tausende Puten, Gänse und Enten getötet.
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Am 24. Oktober im Konzerthaus: Leila Josefowicz und das RSB.
Salonen zieht mit „Helix” seine teilchenbeschleunigenden Kreise, Tschaikowskys Sinfonie Nr. 4 rast mit wildem Finale und es gibt noch ein Jubiläum: Die Violinistin Leila Josefowicz stand vor 25 Jahren schon einmal mit dem RSB auf der Bühne und interpretiert dieses Mal Stravinskys „Concerto in Ré”. Roderick Cox dirigiert das Konzert. 24.10.2025 20 Uhr / Konzerthaus Berlin. Tickets ab 15 € hier
Wir fahren am Hauptbahnhof vor: Dort wollen die Verkehrsverwaltung und der Bezirk Mitte schnell noch neue Taxistände bauen, weil die Taxiplätze auf dem Europaplatz ab Anfang 2026 wegen Bauarbeiten wegfallen. Gerade suchen die Behörden noch ein Bauunternehmen für die Taxiplätze. Dabei kann es gar nicht schnell genug gehen: Sie sollen noch in diesem Jahr stehen.
Verstärkung vom Bundespräsidenten für die Berliner Unis: Neuer Geschäftsführer der Berlin University Alliance, des Exzellenzverbunds von FU, HU, TU und Charité, wird Martin Mann. Der leitet bisher im Bundespräsidialamt das Referat „Gesellschaftliche Grundsatzfragen und Transformationen“.
Kaffee zu Kampfpreisen verkauft LAP-Coffee an mittlerweile 16 Standorten in Berlin. Nun mobilisieren anonyme Aktivisten mit Papierplakaten und auf Social Media. LAP sei der „aggressive Versuch der Tech-Industrie, lokale unabhängige Cafés zu verdrängen“ und „das stinkende Sahnehäubchen auf der Gentrifizierung“. LAP fühlt sich missverstanden und vermisst Dialogbereitschaft. „Wir setzen auf Gespräche statt Eskalation und haben gegen die Plakataktion nicht geklagt“, teilt das Unternehmen auf Checkpoint-Anfrage mit – doch die Website der Unruhestifter führe kein Impressum.
Knurr, klick, haps? Heute könnte die Essensbestellung auf der Strecke bleiben. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG ruft Berlins 1900 Essenskuriere von Lieferando zum Streik auf: für faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag.
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Besondere Reisen für eine besondere Zeit: Erleben Sie die Advents- und Festtage mit Kultur, Genuss und Musik. Auch zum Jahreswechsel warten inspirierende Reiseprogramme auf Sie. Jetzt entdecken!
Kein Durchkommen? Bundesweit sind Fußgänger aufgerufen, bis zum 5. Dezember Engstellen bei der Mitmachaktion „Freie Gehwege“ zu melden. Eigentlich müssen Gehwege „Begegnungsverkehr“ ermöglichen, erklärt der Berlins VCD-Vorstand Heiner von Marschall dem Checkpoint: „Ein Rollator müsste an einem Kinderwagen vorbeikommen“. Auf dem Bordstein parkende Autos vereitelten das jedoch häufig.
Statt Wehrdienst, Gratulationsdienst: Wer hohe Jubiläen feiert (Geburtstag oder Hochzeit), dem wird vom Bezirk gratuliert. Von 966 Ehrenamtlichen im Gratulationsdienst weiß die Kulturverwaltung in Berlin (Q: Anfrage Stefan Häntsch, CDU). Am wenigsten Gratulanten sind in Spandau (46) unterwegs, am meisten in Treptow-Köpenick (187). Zu jung oder alt kann man kaum sein: In Neukölln verteilt sogar ein Teenager im Auftrag des Bezirks Geburtstagsgrüße. In Reinickendorf versehen auch 90-Jährige ihren Gratulationsdienst.
Gebrauchtes in brauchbar und schick – und das auf 180 Quadratmetern. Im Bikini Berlin hat jüngst der „Re-Use Superstore“ eröffnet, wo 13 Upcycling-Designer ihre Produkte präsentieren. Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) freute sich bei einem Besuch über „mehr Sichtbarkeit für gute Abfallvermeidungskonzepte“. Wir auch.
Vielleicht könnten die Upcycler ja hiermit weitermachen: Das Bundesfinanzministerium verkauft insgesamt 18 Erste-Hilfe-Wandschränke mit Inhalt. Sie stammen aus dem Jahr 2002 sind „nicht mehr abschließbar“, die Erste-Hilfe-Koffer leer, „ohne Befestigungsmittel“, außerdem „gebraucht, verschmutzt, Kratzer, Gummis in den Türen porös“ und mit Rückständen von Aufklebern und Farben. Hoffentlich kommt da nicht jede Hilfe zu spät.
Heute startet die Pasta-Week. Mehr als 40 italienischen Restaurants servieren ihre Pasta-Highlights zum Einheitspreis von 18 Euro, inklusive Wein und Pistazien-Creme-Absacker. Eine Woche nehmen sich Italiens Kulinarikexperten Zeit, um den Berlinern ihre Pasta-Sünden auszutreiben. Alles „True Italian”, betont der Veranstalter. Checkpoint-Tipp: Fragen Sie nicht nach Carbonara mit Sahne.
Nachtflugverbot am BER war gestern: Nun wird in Treptow-Köpenick ein Nachtfahrverbot für Mähroboter diskutiert. Die Bezirksverordnete Jennifer Schrodt (Tierschutzpartei) fordert, dass die autonomen Rasenmäher nach der Dämmerung nicht mehr im Garten unterwegs sein dürfen. Sie seien eine „Gefahr für Kleinsäuger, insbesondere für Igel“, heißt es in dem Antrag. Eine Studie habe gezeigt, dass keiner der getesteten Mähroboter in der Lage gewesen sei, Jungigel rechtzeitig zu erkennen. Nun muss der Umweltausschuss über den Vorschlag beraten.
Zitat
„Lasst euch nicht erzählen, dass wir hinten sind. Wenn wir mal hinten sind, ist eben hinten vorne.“
Erinnert an Pippi Langstrumpf. Aufgeschnappt aber bei Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) zur Frage, ob Berlin ein führender KI-Standort ist.
Stadtleben
Verlosung – Vielleicht sitzen Sie ja gerade mit einem Ferienkind auf dem Sofa und lesen vor? Hier kommt neues Lesefutter – druckfrische Comics für Grundschulkinder. Überproportional vertreten sind in diesem Herbst Tiere (etwa „Einmal kurz nicht aufgepasst!“ über zwei Großstadt-Waschbären) und Fantastisches („Hilda und Hörnchen: Der Eismann erwacht“, vom Berliner Reprodukt Verlag), aber auch ein 3D-Knaller („Lasse Langbein“). Wir verlosen drei Überraschungspakete! Sie eignen sich für Kinder ab 6 Jahren, bewerben kann man sich beim Checkpoint-Postfach.
Essen & Trinken – „Ich war, wer ich sein möchtest – jetzt bist du dran.“ Dieser Satz der israelischen Schauspielerin, Sängerin und Aktivistin für Transgender-Rechte Gila Goldstein ist das Motto des neuen Restaurants „Gila & Nancy“, das ein Ort der Toleranz sein will. Für die Küche zeichnet der Spitzenkoch Eyal Shani verantwortlich. Am Gendarmenmarkt serviert die Küche levantinische Gerichte mit saisonalen Produkten und viel Gemüse. Etwa Spitzkohl-Cake mit Lammbrühe und Crème fraîche oder Spinat-Parmigiana. Amüsement gibt es aber nicht nur auf den Tellern. Auf der runden Bühne in der Mitte sorgt queeres Cabaret für Unterhaltung, unter anderem mit den Dragqueens Destiny Drescher und Yvonne Nightstand. Di-Sa 17-24 Uhr, Anton-Wilhelm-Amo-Straße 30, U-Bhf Stadtmitte
Last-Minute-Karten – Wenn der Jungwolf seine Familie verlässt, geht er auf Wanderschaft. Sein Ziel: die Gründung eines eigenen Rudels. So ist auch „Wolf“, die Produktion des preisgekrönten australischen Ensembles Circa aufgebaut. Das Stück stellt die Frage: Was lauert in den dunklen Wäldern unseres Inneren – und was passiert, wenn wir damit auf die dunklen Seiten der anderen treffen? Der erste Teil besteht aus Solo-Darbietungen, dann findet das gesamte Ensemble zueinander. Es wird düster, aber auch sexy und fröhlich – zeitgenössischer Zirkus, Akrobatik, Tanz und DJ-Beats. Heute um 20 Uhr, nächste Vorstellungen Fr/Sa/So, Chamäleon in den Hackeschen Höfen, Karten ab 37 Euro, Rosenthaler Straße 40/41, U-Bhf Weinmeisterstraße
Noch hingehen – Zurückgelassene Rucksäcke, ausgebrannte Autos, Handyvideos: Mit einer aufwühlenden Ausstellung erinnern die Veranstalter des Nova Music Festivals an den 7. Oktober 2023. Beim Überfall der Hamas auf Besucher:innen des Nova-Festivals im Süden Israels ermordeten Terroristen Hunderte Festivalbesucher, vergewaltigten und verschleppten Dutzende Geiseln. Für die Ausstellung (noch bis 16.11.) wurde das Festivalgelände rekonstruiert; zu sehen sind Zeugnisse der Geschehens, persönliche Erinnerungsstücke und Berichte von Überlebenden, abgeschlossen wird sie mit einem Raum der Heilung. Hier lesen Sie eine ausführliche Ausstellungskritik. Di-Do und Sa/So 11-20 Uhr, Fr 11-18 Uhr, ab 7,40 Euro, Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke 5, U-Bhf Platz der Luftbrücke
Grübelstoff – Falls Sie es bisher geschafft haben, im Supermarkt die Adventskalender zu ignorieren, hier die brutale Wahrheit: in zwei Monaten ist Weihnachten! Wird bei Ihnen jedes Jahr aufs Neue verhandelt, wer wann wo mit wem feiert? Oder haben Sie ein festes Ritual und müssen da im Vorfeld nicht groß nachdenken?
Kiekste
Jetzt, wo die garstig-graue Jahreszeit in Berlin dräut, sind wir für jede Sekunde Sonne dankbar. Und ganz besonders für diese strahlende im Werk von Monika Neises Enkel Jannis. Sonnige Grüße! Weitere heitere Hauptstadtbilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Von 21 bis 5 Uhr ist die Autobahn in Fahrtrichtung Wedding zwischen den Anschlussstellen Sonnenallee bzw. Späthstraße und Kreuz Schöneberg gesperrt.
Märkische Allee (Marzahn): Bis 15 Uhr steht in Richtung B1/5 zwischen Bentschener Weg und Waldbacher Weg nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Michael-Brückner-Straße (Niederschöneweide): Stadteinwärts ist die Fahrbahn in Höhe Sterndamm bis auf Weiteres auf einen Fahrstreifen verengt.
Nahverkehr – S-Bahn – S1: Von ca. 22 bis 1.30 Uhr besteht Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Botanischer Garten und Schöneberg. Zwischen Wannsee und Botanischer Garten sowie zwischen Friedenau und Nordbahnhof verkehren die Züge jeweils im 20-Minuten-Takt.
Demonstration – Für heute sind 14 Demos angemeldet (Stand 22.10., 16.45 Uhr), u.a. „Streikkundgebung Lieferando Berlin“: 120 Demonstrierende, Gewerkschaft NGG, Rotherstraße 17, Oberbaumbrücke, Rotherstraße17 (13-18.30 Uhr)
„Herbst der Gegenwehr – Sozialstaat sichern!“: 20 Menschen, Förderverein gewerkschaftliche Arbeitslosenarbeit, Müllerstraße 147 (13.30-16 Uhr)
„Stoppt Hinrichtungen im Iran“: zehn Protestierende, Grünfeld-Ecke (14-17 Uhr)
„Schritttempolauf auf den verkehrsberuhigten Straßen im Klausenerplatz-Kiez“: 30 Menschen, Kiezbündnis Klausenerplatz, Kläre-Bloch-Platz, Christstraße, Kläre-Bloch-Platz (16-17.30 Uhr)
„Was ist mit Rojîn Kabaiş passiert?“: 60 Teilnehmende, Alexanderplatz, Schlossplatz, Pariser Platz (17-19.30 Uhr)
Gericht – Ein Vater muss sich nach einem Angriff auf zwei Männer verantworten. Der 50-Jährige und neun weitere Mittäter hätten auf die Köpfe der Opfer eingeschlagen – auch mit einer Eisenkette. Einer der Attackierten habe sein Augenlicht auf einem Auge verloren. Hintergrund der Tat sei ein Streit zwischen einem Sohn des Angeklagten und einem Mitschüler an einer Oberschule gewesen (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 219).
Universität – Unter der Überschrift „Puppen & Stifte“ präsentieren der Studiengang Szenisches Schreiben der UdK und die Abteilung Puppenspielkunst der Hochschule Ernst Busch neue Texte fürs Theater und erste szenische Ideen für die Umsetzung. Nächste Ausgabe am Sonnabend, 19 Uhr, Schaubude Berlin, Greifswalder Straße 81-84, Karten kosten 8 Euro
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Gesine Cukrowski (57), Schauspielerin („Der letzte Zeuge“), Co-Gründerin der Initiative „Let’s Change the Picture“, die Frauen ab 47 im deutschen Film und Fernsehen sichtbarer machen will. / „Friedrich Detlev Hardegen, Gründer zweier Stiftungen: herzliche Glückwünsche zum runden Geburtstag“ / „Liebe Katrin, die allerbesten Wünsche zu Deinem Geburtstag senden Dir Gitti und Günter aus Rudow. Schade, dass wir nicht dabei sein können“ / Prinz Pi (bürgerlich Friedrich Kautz, 46), Rapper („Keine Liebe“), 2025 erschien sein neues Album „West-Berlin“, Konzert in der Columbiahalle im Oktober 2026 / Falk Richter (56), von 2006 bis 2010 Hausregisseur an der Schaubühne, war Gastprofessor für Regie an der Hochschule Ernst Busch / Katrin Sass (69), Schauspielerin („Good Bye, Lenin!“, „Weissensee“), für ihre Rolle in „Bürgschaft für ein Jahr“ erhielt sie auf der Berlinale 1982 den Silbernen Bären / „Heute feiern wir Westeckers vielstimmig unseren TILMAN und freuen uns neben den besonderen Fotografien auf viele Musik- und Kunstempfehlungen!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Helmut Berg, * 1. Oktober 1952, verstorben am 26. September 2025 / Heide Gabriel (geb. Füllner), * 25. März 1936, verstorben am 5. September 2025 / Ellen Hoffmann, * 14. September 1937, verstorben am 9. Oktober 2025
Stolperstein – Johanna Hulda Altmann geb. Levin (*1881) war mit dem Kaufmann Salo Altmann verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder. Über eine Berufsausbildung von Johanna ist nichts bekannt, sie trug aber – vermutlich, nachdem ihr Mann seinen Beruf nicht mehr ausüben durfte – zum Einkommen bei, indem sie bei einem Altpapierhändler arbeitete. Johanna und ihr Mann wurden am 17. März 1943 von den Nazis nach Theresienstadt deportiert, Johanna wurde dann am 23. Oktober 1943 in Auschwitz-Birkenau ermordet. An Johanna Hulda Altmann erinnert ein Stolperstein in der Mommsenstraße 67 in Charlottenburg.
Encore
„Alle Bücher sind zu dick. Nur dieses nicht“, pries Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki im Jahr 2000 das Telefonbuch. Damals musste Berlins 3200 Seiten starke Ausgabe noch in zwei Bänden erscheinen. Und heute? Schmale 600. „Die konkrete Zahl der Einträge kommunizieren wir – ebenso wie die Auflagenhöhe – grundsätzlich nicht“, hält die Deutsche Tele Medien sich gegenüber dem Checkpoint bedeckt. Hat vielleicht damit zu tun, dass sich das Telefonbuch aus Werbeanzeigen finanziert. Aber so viel wird verraten: „Das Verhältnis verschiebt sich tendenziell hin zu mehr Geschäftskundeneinträgen“. Festnetz war gestern.
Immer erreichbar für diesen Checkpoint waren Valentin Petri und Tilmann Warnecke. Beim Stadtleben war Antje Scherer am Apparat und in der Frühproduktion hat Jasmine Dellé den Hörer abgenommen. Morgen klingeln Sie hier Lorenz Maroldt und Jessica Gummersbach wach. Machen Sie es gut
