wir beginnen heute mit einer guten Nachricht: Der Regierende Bürgermeister hat den Blackout offenbar überwunden. Nach seiner außergewöhnlich kurzfristigen Absage beim Tagesspiegel-Neujahrsempfang am Dienstag (erst hieß es „terminliche Gründe“, dann: „Sie wissen ja, da ist noch einiges aufzuarbeiten“) trat er gestern Abend ganz entspannt beim IHK-Neujahrsempfang für ehrenamtlich engagierte Mitglieder auf. Er dankte den Stromausfall-Helfern, pries die Verwaltungsreform und forderte in bestem Franziska-Giffey-Stil: „Nicht immer alles schlechtreden.“
Auch ein Gastgeschenk brachte Wegner mit: Wohl wissend, dass in der IHK die härtesten Expo-Fans sitzen, zeigte er plötzlich große Sympathie für die Weltausstellung (die er bisher zugunsten von Olympia opfern wollte). Er habe einen Termin mit den Initiatoren gehabt und das Konzept als sehr interessant empfunden, teilte Wegner mit. Möglich halte er einen gemeinsamen Aufschlag mit Brandenburg, also eine Bewerbung als Metropolregion, mit einem Standort nahe am Flughafen. Das könne ein wunderbares Projekt zur Förderung der Demokratie werden, so der Regierende. Viel Beifall im Auditorium (nur im Giffey-Lager gab’s leises Grummeln, weil das ja doch eigentlich die Idee der Wirtschaftssenatorin gewesen sei). Und das erklärt dann auch die gute Laune, die Expo-Initiator David Girl tags zuvor beim Tagesspiegel-Empfang zeigt.
Über seinen Lieblingssport verlor Wegner bei der IHK kein Wort. Stattdessen äußerte er sich dazu ausführlich in einem „Spiegel“-Artikel, der nahezu zeitgleich gestern Abend online ging. Dabei war die „Kopf-frei“-Partieja nicht das eigentliche Problem, sondern Wegners unwahre Aussage über seinen Tagesablauf („in meinem Büro zu Hause eingeschlossen“, „weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt“, „den ganzen Tag am Telefon“). In vielen Kommentaren von Leserinnen und Lesern, auch im Tagesspiegel, war zu lesen: Was soll die Aufregung? Das hielten die Wegnerianer (und wohl auch er selbst) für Zustimmung. Doch oft stand da auch noch: Politiker lügen doch sowie alle. Das ist mal Fatalismus, mal Zynismus, in jedem Fall aber: gefährlich. Da könnte Wegner entgegenwirken, auch jetzt noch. Aber zu einer Entschuldigung hat es auch im Gespräch mit dem „Spiegel“ nicht gereicht.
Was ansonsten auffällt bei der Lektüre: Wegner widerspricht vehement Iris Spranger, ohne sie namentlich zu nennen. Die Senatorin hatte im Innenausschuss behauptet, sie habe versucht, den Regierenden am ersten Katastrophentag um 8:05 Uhr anzurufen, aber: „Da war noch ausgeschaltet, samstags nicht unüblich.“ Wegner nennt das „Unsinn“ und sagt: „Das ist falsch. Mein Smartphone ist nie abgeschaltet.“ Wir halten also fest: Ganz so einig sind sich die beiden dann doch nicht.
Dass er manchen Spott als „unterirdisch“ empfunden habe, sagt Weger dann noch, aber: „Bei anderen Sachen gebe ich zu: Zumindest waren sie kreativ.“ Damit ist wohl auch ein Spruch der früheren Grünen-Chefin Ricarda Lang gemeint – von ihr war auf der Plattform X zu lesen: „Immerhin Kai Wegner hatte Netz.“
Und was macht der Regierende Bürgermeister heute? Erst gibt er mittags im Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung zum Blackout ab, um 18 Uhr hält er eine Rede auf der Eröffnungsveranstaltung der Grünen Woche, und um 21 Uhr spricht er ein Grußwort auf dem Blumenhallen-Empfang des Zentralverbands Gartenbau. Das erdet.
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Auf der Tennisclub-Sitzung soll über einen neuen Grill abgestimmt werden – nur Formsache? Mitnichten! EXTRAWURST bringt den erfolgreichen Bühnenhit als pointierte Gesellschaftskomödie ins Kino. Marcus H. Rosenmüller inszeniert ein hochkarätiges Ensemble: Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer und Friedrich Mücke.
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Apropos Grün: Bettina Jarasch war gestern im Bundestag und hat dort so laut telefoniert, dass es bis ins Checkpoint-Büro am Askanischen Platz zu hören war. Die Fraktionsvorsitzende war höchst erregt darüber, dass die intern verordnete „Kommunikationslinie“ zum Blackout ausgeplaudert und weiterverbreitet wurde. Denn darin lässt sich einiges über den Kurs der Grünen erkennen – lesen wir mal rein:
+ „Wir haben ein strategisches Interesse daran, dass die Debatte um Kai Wegner lange medial begleitet wird und als Führungs-/Kompetenzfrage beim Regierenden Bürgermeister hängen bleibt.“
+ Dazu sollen „alle verwertbaren parlamentarischen Ablässe“ genutzt werden.
+ Der „Focus“ soll ganz auf „CDU/Wegner“ gerichtet sein, „NICHT SPD Giffey/Spranger“.
+ Und: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
Daraus ergibt sich der Wunsch nach einer klaren Positionierung im rot-rot-grünen Lager – die SPD wird geschont, und die Aufklärung der höchstwahrscheinlich links motivierten Tat wird als störend angesehen bei der Verfolgung des eigentlichen Ziels: einen terroristischen Anschlag für parteipolitische Vorteile auszuschlachten und der CDU bzw. Wegner größtmöglichen Schaden zuzufügen. Sollten da manche noch von einem schwarz-grünen Senat nach der Wahl geträumt haben, ist das kein schönes Erwachen.
Nun wäre es naiv zu glauben, ähnliche „Kommunikationslinien“ würde es nicht auch bei anderen Parteien geben. Aber das so ungeschminkt offenbart zu sehen, ist nicht nur peinlich, sondern auch höchst nachteilig. Insofern ist die Erregung von Jarasch verständlich. „Wer gibt sowas durch?“, rief sie verärgert ins Telefon. Von uns erfährt sie’s jedenfalls nicht.
Justizsenatorin Felor Badenberg soll Spitzenkandidatin der CDU in Charlottenburg-Wilmersdorf werden – das hat der Kreisvorstand unter der Führung von Lukas Krieger gestern Abend beschlossen. Badenberg wird demnach sowohl die Bezirksliste anführen als auch im Wahlkreis 7 als Direktkandidatin antreten. Dort hatte bisher erfolgreich die Abgeordnete Stefanie Bung kandidiert. Wenn der Wahlparteitag am Sonnabend dem Beschluss des Vorstands folgt, wird Bung dem nächsten Parlament nicht mehr angehören – aus ihrem Ortsverband wurde bei der Aufstellung niemand berücksichtigt.
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Noch bis zum 8.2. zeigt DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam die Ausstellung Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau. Die künstlerischen Arbeiten werden mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen verzahnt und reflektieren, wie sich urbane Räume auf Lebensentwürfe und soziale Gefüge auswirken. Das Programm im Januar lädt dazu ein, die Inhalte zu vertiefen.
Wohnkomplex - DAS MINSK
Sie erinnern sich an die FDP? Ok, denn da gibt’s tatsächlich was zu berichten: Die Parteispitze hat den Kandidaten für die Agh-Wahl eine Zielvereinbarung vorgelegt – wer ins Parlament will, muss u. a. Folgendes unterschreiben:
+ „Ja, ich bin bereit, in der Phase der Unterschriftensammlung zur Wahlzulassung mindestens 200 Haustürbesuche zu absolvieren. In der darauffolgenden Wahlkampfphase werde ich mindestens 1.000 Haustürbesuche absolvieren.“
+ „Das individuelle Spenden-Ziel je Listenplatz beträgt mindestens 5000 € für den Landesverband. Dies werde ich entweder durch die Akquise von Spenden an den Landesverband und/oder durch eine eigene Spende an den Landesverband leisten.“
+ „Ich werde mich in den sozialen Netzwerken aktiv einbringen, durch eigene Inhalte, aber auch durch Stärkung des Teams insgesamt (teilen, liken, kommentieren). Meine Kandidatur werde ich nach außen offensiv kommunizieren und liberale Positionen proaktiv publizieren.“
Schön. Der Sektenbeauftragte von Team Checkpoint wird die Einhaltung der Gelöbnisse nach bestem Wissen und Gewissen begutachten.
Und jetzt sind Sie dran:

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Jan Edler vom Flussbad-Projekt widerspricht in einer Mail an den Checkpoint der „abschließenden Einschätzung“ des Landesamts für Gesundheit (CP exklusiv v. 12.1.) und wirft dem Senat mangelnde Handlungsbereitschaft vor.
„Das begriffliche Verwirrspiel und die Gleichsetzung des Begriffes „EU-Badegewässer“ mit der Möglichkeit des legalen und sicheren Schwimmens sind ein ärgerlicher Berliner Sonderweg – und höchstwahrscheinlich illegal. Das größte Problem ist hier nicht in erster Linie die Wasserqualität, sondern das seit Jahren fehlende Bemühen in der zuständigen Senatsverwaltung (SenMVKU), den aktuellen Wissensstand in Entscheidungsrichtlinien, Handlungsideen und Maßnahmen umzusetzen.“
Das Flussbad-Projekt setzt auf das „Wasser-Monitoring-System“, das Phasen mit geringer Gewässerbelastung identifiziert. Das Lageso attestierte dem Spreekanal zwischen Bodemuseum und Fischerinsel dagegen „eine starke Grundbelastung verschiedener relevanter Krankheitserreger“ sowie „direkte, häufige, intensive und lang anhaltende mikrobielle Verunreinigungen durch Mischwasserüberläufe, diffuse Einträge, Fehleinleitungen und Frachten“. Konkrete Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung des hygienischen
Zustands lägen nicht vor bzw. ließen sich „im Spreekanal nachweislich nur schwer bis gar nicht umsetzen“.
Eine echte Sensation hat der Landesmusikrat zu verkünden: Laut einer brandaktuellen Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung geben 38 % der Berlinerinnen und Berliner an, zumindest gelegentlich zu singen, ein Instrument zu spielen oder digital Musik zu machen. Damit machen in unserer Stadt doppelt so viele Menschen Musik wie im Bundesdurchschnitt. Laut IKTf deckt sich dieses Ergebnis mit der überdurchschnittlich breiten Nachfrage nach Konzertbesuchen. Berlin, wie es singt und kracht!
Warum das so ist, was es für unsere Stadtgesellschaft bedeutet und wie noch viel mehr Menschen Teil dieser zweitgrößten zivilgesellschaftlichen Bewegung nach dem Sport werden können, wird der Landesmusikrat am 18. Februar um 11 Uhr im Kabarett-Theater der Stachelschweine diskutieren, u. a. mit Ullrich Fichtner vom „Spiegel“, Autor des Buchs „Die Macht der Musik“. Es wird der Auftakt zum ereignisreichen „Jahr der Amateurmusik“, zu hören sein werden „Balkan Sounds“, und auch der Checkpoint macht mit – wie und in welcher Rolle, erfahren Sie hier. Wenn Sie dabei sein wollen, können Sie sich hier unter diesem Link anmelden.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das Verkehrschaos am Treptower Park geht weiter – der Winter hat die Bauarbeiten an der Elsenbrücke ausgebremst. Die Erweiterung von zwei auf vier Fahrspuren dauert voraussichtlich jetzt doch noch bis Anfang Februar.
Passend dazu neu in den Berlin-Song-Charts: „Über 175 Brücken sollst du nicht mehr gehen“ – denn die sind marode und reif für den Abriss. D. h.: Auf jeder sechsten der Berliner Brücken ist Ihre Angst berechtigt (mehr dazu erfahren Sie hier).
Mit den Temperaturen steigt bei den Wasserbetrieben die Spannung, teilt Sprecher Stephan Natz dem Checkpoint mit. Denn wenn es taut, kommt Bewegung in die Erde – und das kann zu Rohrbrüchen führen. Füllen Sie also am besten schon mal die Badewanne und holen Sie die Gummistiefel raus. Und falls Sie im Krisenfall den Kopf freibekommen müssen, wissen Sie ja, was zu tun ist.
Hunderttausende Basketball-Fans hatten sich um Karten für das NBA-Spiel der Memphis Grizzlies gegen Orlando Magic heute in der Uber-Arena beworben. Mit dabei (im Team von Orlando): die Berliner Brüder Franz und Moritz Wagner, die selbst „einen Batzen Tickets gekauft“ haben, wie ihre Mutter Beate unserer Kollegin Inga Hoffmann erzählt hat. Wie sie die verteilt haben, was sie von der Rückkehr in ihre Heimat erwarten und wo die Familie die gemeinsamen Tage in ihrer Berliner Heimat verbringt, können Sie hier lesen.
Auf der Wunschliste der Wagner-Brüder soll auch ein „richtiger Döner“ stehen – bei den „36 Boys“ am Görlitzer Bahnhof bekommen Sie den allerdings nicht: Nach zwei Jahren hat der Laden der ehemaligen Kreuzberger Jugendgang (auch Sternekoch Tim Raue war dort Mitglied) wieder geschlossen. Gab wohl zu viel Konkurrenz. Wie wär’s mal mit einem Barbershop?
Apropos Spezialitäten: Nach mehr als 1,5 Jahren Zwangspause wegen einer Kernsanierung ist die Markthalle Pfefferberg wieder geöffnet. Morgen steigt hier eine große Party.
Huch, schon Ostern? In einigen Supermärkten werden die Eier knapp. Rewe und Kaufland verweisen auf die Folgen der Vogelgrippe – und den Protein-Hype: Aktuell steige der Pro-Kopf-Verbrauch um acht Eier jährlich. Es kommentiert Torwart-Legende Oli Kahn: „Eier! Wir brauchen Eier!“
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Erleben Sie die Magie der Opernfestspiele in Verona! Wählen Sie zwischen Verdis „La Traviata“ oder „Nabucco“ in der stimmungsvollen Arena unter freiem Himmel. Ein stilvolles Rahmenprogramm rundet Ihre Kulturreise ab.
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Wie ein Ei dem anderen gleichen sich nicht nur Kai Wegner und Mario Basler, sondern auch Armin Laschet (CDU) und Boris Pistorius (SPD): Das Team der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas veröffentlichte jedenfalls auf Instagram ein Fotomit Laschet und schrieb dazu: „Es war mir eine Freude, den Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zu treffen.“
Unverwechselbar ist dagegen der singende Marathonläufer bzw. laufende Singer und Teilzeitberliner Harry Styles (Pseudonym: Sted Sarandos) – in Berlin aufgetauchte geheimnisvolle Plakate weisen auf ein bald erscheinendes, von Berlin inspiriertes neues Album hin. Eine Meldung mit Endorphin-ausschüttender Wirkung – nicht wahr, liebe Ann-Kathrin?
Nicht die Landesbibliothek zieht ins Lafayette-Gebäude an der Friedrichstraße, sondern die Bertelsmann-Musiktochter BMG – das Haus bekommt eine bepflanzte Dachterrasse, eine Fahrradgarage mit Umkleiden und soll „Lumina“ heißen (wird aber wohl nie so genannt werden).
Ob Galeria am Alex jemals anders genannt wird, ist ebenfalls fraglich. Sicher ist seit gestern aber, dass es bis mindestens Anfang 2027 ein Kaufhaus bleibt – und sich dann den Platz nach neuestem Verhandlungsstand immer wahrscheinlicher mit der Landesbibliothek teilt (die Recherche von Teresa Roelke finden Sie hier).
Der Immobilienmarkt lässt Sie auch abseits von Friedrichstraße und Alex mit tausend Fragezeichen zurück? Wibke Werner und Sebastian Bartels vom Mieterverein sowie Maren Kern vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen geben Ihnen gerne Antworten. Schicken Sie Ihre Fragen einfach an checkpoint@tagesspiegel.de.
Um einen Mordfall von 1988 im Spandauer Stadtforstvielleicht doch noch zu lösen, bittet das LKA um Unterstützung: Gesucht werden Hinweise zu einer jungen Frau aus der Berliner Musikszene – Beschreibung und Foto finden Sie hier unter diesem Link.
Überraschende Wende im Fall der kuriosen Kaffeewette (CP von gestern): Die Senatskanzlei teilt die rechtlichen Bedenken des BA Friedrichshain-Kreuzberg und verdonnert die anderen 11 Bezirke zum Rückzug. Die Kältehilfe soll jetzt auf andere Weise unterstützt werden – wie, das erfahren Sie hier.
Die Hertha-Fans sind auch in der Winterpause aufstiegsreif: Per Song fordern sie von Manager Benjamin Weber Verstärkungen für die Mannschaft (hier zuhören).
Ein neues Detail im überarbeiteten Berliner Schulgesetz: Wer oft fehlt, soll mal eben von der Schule zum Gesundheitsamt geschickt werden können. Alles Weitere dazu finden Sie hier.
Zitat
„Je berlinischer man ist, je mehr schimpft und spöttelt man auf Berlin …“
… stellte einst Theodor Fontane fest, fügte aber hinzu: „Dass dem so ist, liegt nun aber nicht bloß an dem Schimpfer und Spötter, es liegt leider wirklich auch an dem Gegenstande, also an unserem guten Berlin selbst.“
Stadtleben
Verlosung – Sie fühlen sich immer noch nicht ganz angekommen im neuen Jahr? Starten Sie einfach später. So wie das Berliner Akkordeonorchester Euphonia, das sein Neujahrskonzert auf den 24. Januar legt. Das Ensemble will das „Instrument des Jahres 2026“ mit einem Programm von Johann Strauß bis hin zu zeitgenössischer Musik aus der Schublade Quetschkommode holen. Wir verlosen 3x2 Karten, bewerben kann man sich übers Checkpoint-Postfach. Konzertsaal der UdK, ab 18/14 Euro, 19.30 Uhr, Hardenbergstraße 33, S-Bhf Zoologischer Garten
Essen & Trinken – Das Restaurant im Hotel „Château Royal“ hat einen neuen Küchenchef und eine neue Linie: mediterran. Unserem Gastro-Kritiker Bernd Matthies hat der Besuch offensichtlich gefallen, über das Tatar vom Knurrhahn urteilt er „köstlich!“, über die Königswachtel vom Grill und Fischgerichte fallen Worte wie „Geniestreich“ und „perfekt“. Günstig ist es allerdings nicht, also nüscht für jeden Tag. Tgl. 12-14.30 und 18-22 Uhr, Neustädtische Kirchstraße 3, S-/U-Bhf Friedrichstraße
Noch hingehen – Die Arbeiten von Ligia Lewis kreisen um Themen wie Race, Gender oder Gewalt. Dabei verbindet die kosmopolitische „Zeremonienmeisterin“ (aus der Laudatio für den Deutschen Theaterpreis) Performance, Live-Installation und Film. Nur noch bis Sonntag ist ihre Ausstellung „I’M NOT HERE FORRRRR …“ im Gropius Bau zu sehen, inklusive einer extra für den Lichthof kreierten Performance. Do/Fr 12-19, Sa/So 10-19 Uhr, 15/10 Euro, Niederkirchnerstraße 7, U-/S-Bhf Potsdamer Platz
Last-Minute-Lesung – Nachdem die „heißen Jahre“ lange ein absolutes Tabu waren, ist dieses Thema in der Popkultur angekommen. Heute gastiert das Literaturhaus Berlin mit einer Veranstaltung zu den Wechseljahren in der Bibliothek am Luisenbad (19 Uhr). Eingeladen ist die Autorin Miriam Stein („Die gereizte Frau“), die ihre persönliche Geschichte mit einer feministischen Gesellschaftskritik verbindet. Außerdem dabei sind Jule Ronstedt sowie Silke Burmester. 9/6 Euro, Badstraße 39, U-Bhf Pankstraße
Grübelstoff – Urlaube, Festivals, runde Geburtstage – haben Sie Ihr Jahr schon durchgeplant oder gibt es noch ein paar Lücken im Kalender?
Kiekste
Zwischen 50 Grautönen und im dichten Nebel wäre er fast verschwunden. Nur seine Lichter verraten ihn: den Fernsehturm. Vielen Dank an Checkpoint-Leserin Sabine Skott. Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Tiergartentunnel: Vollsperrung bis Freitag jeweils in der Nacht von 21.30-5.45 Uhr in beiden Richtungen zwischen Reichpietschufer und Heidestraße.
Wundtstraße (Charlottenburg): Die Straße ist bis Freitag, 14 Uhr, in beiden Richtungen zwischen Kaiserdamm und Riehlstraße gesperrt.
Regionalverkehr – RE4: Von 7.45-15 Uhr werden mehrere Züge zwischen Spandau und Buschow umgeleitet, die Halte Staaken, Dallgow-Döberitz, Elstal und Wustermark entfallen.
Demonstration – Für heute sind 22 Demos angemeldet (Stand 14.1., 18 Uhr), u.a. „Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder“: 150 Menschen, DBB, Leipziger Straße 3 (8-14.30 Uhr)
„Aktion anlässlich der Ersten Lesung des 13. SGB II Änderungsgesetzes (Neue Grundsicherung)“: 30 Demonstrierende, AWO, Paul-Löbe-Allee 2 (8.30-10.30 Uhr)
„Protect the Protest in Iran/Solidarität mit den mutigen Menschen in Iran“: zehn Teilnehmende, Amnesty International, Podbielskiallee 67 (9-10.30 Uhr)
Solidaritätskundgebung mit Antifaschist*innen in Haft“: 200 Menschen, Unter den Linden 76, Französische Straße, Werderscher Markt 1 (17.30-21 Uhr)
„Luxemburg-Liebknecht-Ehrung“: 150 Teilnehmende, Olof-Palme-Platz, Lichtensteinallee, Tiergarten (Karl-Liebknecht-Stele) (18-20.30 Uhr)
Gericht – Der Mordprozess gegen Palliativarzt Johannes M. geht mit der Befragung von Zeugen weiter. Der Angeklagte (41) soll zwischen September 2021 und Juli 2024 zwölf Frauen und drei Männern bei Hausbesuchen jeweils einen tödlichen Medikamentenmix verabreicht haben. In dem seit sechs Monaten laufenden Prozess schweigt der Mediziner bislang zu den Vorwürfen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A700).
Universität – Die Humboldt-Universität erinnert heute mit einem Gesprächskonzert plus Kurzfilm an die Pianistin Prof. Annerose Schmidt (1936–2022). 19 Uhr, Am Kupfergraben 5
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Meret Becker (57) Schauspielerin („Comedian Harmonists“) und Sängerin, im Berliner „Tatort“ spielte sie bis 2022 die Kommissarin Nina Rubin / Thomas Drechsel (39), Schauspieler („Elementarteilchen“, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“) / „Unsere Freundin Ulla Ohlms wird am 77 Jahre alt. Herzliche Glückwünsche aus der K57“ / Ronald Zehrfeld (49), Schauspieler („Babylon Berlin“, „Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste“), war als Jugendlicher aktiver Judoka (Gewinn der DDR-Jugendmeisterschaft)
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Dr. Felix Escher, * 8. März 1945, verstorben am 1. Januar 2026 / Ingrid Finkelnburg (geb. Ramm), * 2. Dezember 1937, verstorben am 24. Dezember 2025 / Ingrid Weiß (geb. Thiele), * 6. Mai 1936, verstorben am 11. Dezember 2025
Stolperstein – Sophie Eichelbaum geb. Sklower (*1862) lebte mit ihrer Familie in Ostpreußen und zog nach dem Tod ihres Mannes nach Berlin, wo ihre Töchter und Verwandte lebten. Während vier ihrer fünf Kinder emigrieren konnten, wurde Sophie von den Nazis in ein Sammellager in der Auguststraße gebracht. Dort starb sie am 15. Januar 1943, noch vor ihrer bevorstehenden Deportation in ein Vernichtungslager. An Sophie Eichelbaum erinnert ein Stolperstein in der Joachim-Friedrich-Straße 57 in Halensee.
Encore
Mit sportlichen Vorsätzen ist es so eine Sache: Sie sollten ambitioniert, aber nicht überzogen sein, gut in den Alltag passen – und nicht mit wichtigen Terminen kollidieren. So gesehen verlief der Start ins neue Jahr auch für Union-Trainer Steffen Baumgart eher suboptimal: Wegen eines Waldlaufs verschwitzte er am Mittwoch im wahrsten Sinne des Wortes seinen ersten öffentlichen Termin nach der Vertragsverlängerung – zur Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg (heute 20.30 Uhr) erschien er mit einer halben Stunde Verspätung. Immerhin, er entschuldigte sich: „Ich hoffe, man verzeiht mir das.“ Na aber sicher! Hauptsache, der Kopf ist klar.
Mit klarem Kopf und heißem Herzen liefen heute Anne Roggensack, Björn Seeling, Anke Myrrhe und Alexander Fröhlich mit ihren Recherchen und Hinweisen ebenso zu Höchstform auf wie Antje Scherer mit dem Stadtleben. Den Frühsport in der Produktion übernahm Clara Kreuzberg, und morgen gehen hier Anke Myrrhe und Valentin Petri für Sie an den Start.
Bis dahin,