wir starten den Tag mit glühenden Urlaubsgrüßen von Heiner Erling aus Island: „Vulkan Fagradalsfjall, zur Zeit aktiv“.

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Bevor es hier gleich weitergeht, an dieser Stelle noch ein Hinweis in eigener Sache: Dieser Newsletter wurde ohne Gesinnungstest und mit freundlicher Unterstützung der Pressefreiheit verfasst. Besten Dank, dass auch Sie unseren unabhängigen Berlin-Journalismus weiterhin supporten! Und damit zu den Meldungen des Tages:
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) plant keine Impfpflicht. „Wir haben nicht die Absicht, diesen Weg zu gehen wie Frankreich“, sagte sie am Mittwoch bei einem Besuch im Robert-Koch-Institut mit Verweis auf das Nachbarland, wo sich Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen bis Mitte September impfen lassen müssen. Stattdessen appellierte Sie an alle, die den Piks schon hinter sich haben: „Sprechen Sie miteinander – in der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein – und werben sie für das Impfen.“ Und an die Skeptiker: „Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemanden, dem Sie nahestehen, der Ihnen wichtig ist, den Sie lieben.“
Anzeige
Übernehmen Sie Verantwortung! Wir suchen Sie für unsere Berliner Schulen. Denn auf die Zukunft kann man warten – oder sie gestalten. Bewerben Sie sich jetzt als Lehrerin oder Lehrer (m/w/d). Auch im Quereinstieg. Auf Sie wartet eine unbefristete Festanstellung und eine attraktive Vergütung. Mehr Infos unter www.machberlingross.de
Ein Pro und Contra zur Impfpflicht haben die Kollegen Stephan-Andreas Casdorff und Richard Friebe verfasst (hier zu lesen mit T+). „Solidarität beruht nicht auf Wortgeklingel, jedenfalls nicht allein, sondern auf solidarischem Handeln. So gesehen wird eine Impfpflicht zur wohlverstandenen Solidaritätsplicht“, schreibt Casdorff. „Es werden einige übrigbleiben, die nicht wollen. Eine freie, eine aufgeklärte Gesellschaft muss das aushalten“, kontert Friebe. Und was denken Sie? Uns interessiert Ihre Meinung: checkpoint@tagesspiegel.de.
Kein Wahlchaos durch Berliner Verwaltungsdesaster: 74 Tage vor der Bundes- und Landtagswahl haben die Berlinerinnen und Berliner die Sicherheit, auch mit abgelaufenem Personalausweis ihr demokratisches Grundrecht ausüben und ihre Stimme abgeben zu dürfen. Das bestätigte der Geschäftsstellenleiter der Landeswahlleiterin, Geert Baasen, am Dienstag. Egal, ob gültig oder abgelaufen – ein amtlicher Ausweis mit Lichtbild reiche aus. Neu-Berliner:innen sollten sich bis zum 15. August ummelden. Bezirksämtern bearbeiten dieses Anliegen „vordringlich“.
Marcel (Frage-)Luthe (MdA, fraktionslos) sorgt sich derweil um die Wahlurnen. „Über jeweils wie viele Wahlurnen welches Herstellers in welcher Version verfügt das Land Berlin?“, wollte er vom Senat wissen. Die Antwort: Geeignete Wahlurnen sollen nach § 51 Absatz 2 der Bundeswahlordnung „eine innere Höhe von 90 cm und einen Abstand jeder Wand von der gegenüberliegenden von mindestens 35 cm aufweisen, der Deckel muss einen Spalt haben, der nicht weiter als 2 cm sein darf, und die Wahlurne muss verschließbar sein. Es ist nicht zwingend, dass geeignete Wahlurnen über eine oder mehrere Verriegelungen verfügen müssen. Es werden unterschiedlichste Ausführungen eingesetzt, die insbesondere hinsichtlich des Materials (Kunststoff, Metall, Pappe), der Größe (z. B. 110, 120 oder 240 Liter) und ihrer Verschließbarkeit (…) wie auch bezüglich eines möglichen Herstellers voneinander abweichen können.“ Die Qual der Wahl(-Urnen). Wäre das auch geklärt.
Anzeige
Wie soll ein Staat, der es nicht schafft, Lüfter in die Klassenzimmer einzubauen, künftig den ökologischen Umbau der Wirtschaft steuern? Dafür brauchen wir einen handlungsstarken Staat. Dieses Buch zeigt die Defizite im Management der Krise auf und beschreibt, was sich ändern muss, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen wollen.
www.chbeck.de
Weiter geht’s mit nackten Tatsachen: Die vergangene Woche hat Berlin gezeigt, dass Frauenbrüste in Parks mitunter nicht die gleichen Rechte haben wie die von Männern – zumindest dann, wenn zwei Männer sie als „störend“ deklarieren. Den heutigen Tag der Nacktheit haben wir deshalb zum Anlass genommen, um nochmal nachzuhaken, wo man in der Stadt eigentlich wie nackt sein darf, ohne Konsequenzen zu fürchten. Die Justizverwaltung verweist auf die „rechtliche Einschätzung von Einzelfällen“ durch Gerichte. Ein von uns angefragter Juraprofessor der Freien Universität lehnt die Anfrage ab, weil er sich auf dem Gebiet nicht „kompetent genug“ fühlt. Die Bezirke erklärten sich wie folgt:
Spandau weist daraufhin, dass es grundsätzlich „kein Gesetz gibt, welches Nacktheit verbietet“. Ob die Allgemeinheit durch die Entblößung bestimmter Menschen belästigt werde (§ 118 Abs. 1 Ordnungswidrigkeitengesetz) sei eine Einzelfallentscheidung, die von vielen Faktoren abhänge. Tempelhof-Schöneberg wertet Nacktheit als Ordnungswidrigkeit, sobald sich „andere Besucher einer Grünanlage durch das Sonnennacktbaden gestört fühlen“. Steglitz-Zehlendorf verweist darauf, dass die Situation im Bereich von Liegewiesen „je nach Tageszeit, Publikum und Einsehbarkeit der jeweiligen Stelle von Straßen oder aber Wegen in einer Grünanlage unterschiedlich zu beurteilen“ ist und erklärt, „die Aufstellung eines klaren Kataloges, wo es stets erlaubt ist, sich nackt zu zeigen,“ sei nicht möglich. Charlottenburg-Wilmersdorf plädiert dafür, „mit Augenmaß in einer weltoffenen Stadt wie Berlin“ zu handeln. Pankow sieht im nackten „Sonnenbaden in öffentlichen Parks“ keinen Grund für ein Bußgeld.
Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Treptow-Köpenick und Reinickendorf hatten bis Redaktionsschluss keine Antwort parat. Das Ordnungsamt Mitte lässt immerhin mitteilen, dass eine „zeitnahe Beantwortung“ der Anfrage „aufgrund der urlaubsbedingten personellen Situation nicht möglich ist“, da neben den allgemeinen Ordnungswidrigkeiten 7.000 Corona-Anzeigen von der gleichen Abteilung zu bearbeiten seien. „Bitte wenden Sie sich daher mit Ihrer Anfrage an die Pressestellen der anderen.“ In diesem Fall können wir also aus dem obigen Pool der Antworten frei wählen.
Anzeige
BERLIN GLOBAL – Die Berlin Ausstellung im Humboldt Forum eröffnet am 20. Juli 2021! BERLIN GLOBAL zeigt auf 4000 Quadratmetern wie die Stadt und ihre Menschen mit der Welt verbunden sind. Erleben Sie die Geschichten Berlins zu Revolution, Freiraum, Grenzen, Vergnügen, Krieg, Mode und Verflechtungen in einer interaktiven Ausstellung. Reservieren Sie Ihre Zeitfenstertickets hier
Stichwort Corona-Anzeigen: 51.862 Ordnungswidrigkeiten hat Berlin seit März 2020 im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz registriert. Das zeigt eine Anfrage von Sebastian Schlüsselburg (MdA Linke). Spitzenreiter ist Mitte mit 16.782 Anzeigen; sie haben also tatsächlich viel zu tun! Xhain (5.990) und Lichtenberg (5.110) folgen. Schlusslicht ist Steglitz-Zehlendorf mit 1.616 Ordnungswidrigkeiten.
„Ist der Senat der Überzeugung, dass dem verfassungsmäßigen Gebot der Gleichstellung der Geschlechter vollumfänglich nachgekommen wird?“, fragt Maren Jasper-Winter (MdA FDP). Die Antwort, die dem Checkpoint exklusiv vorliegt, zeigt: Zumindest tut sich was. Demnach lag der Frauenanteil in der Haupt- und Bezirksverwaltung im Jahr 2020 bei 58,8 Prozent. Im höheren Dienst ist der Anteil von 57 Prozent im Jahr 2010 auf 64 Prozent im Jahr 2020 gestiegen, bei den Referatsleitungen von 26 Prozent auf 64 Prozent, bei den Abteilungsleitungen von 24 auf 41. Die vom Land zu besetzenden Mitglieder in Aufsichts- und Entscheidungsgremien sind zu 54 Prozent weiblich.
Was bis dato noch fehlt, sind familienfreundliche Siegel und Zertifikate, die laut Senat „durchaus auch im Öffentlichen Dienst einen vielseitigen und anregenden Beitrag leisten, um Unternehmenskulturen familienfreundlich zu entwickeln“. Von 20 Senatsverwaltungen und Dienststellen haben nur fünf eine Zertifizierung durchgeführt und erhalten, acht planen das nicht einmal. Und von den zwölf Berliner Bezirksämtern sind nur zwei zertifiziert. „Das ist uns viel zu unambitioniert“, kommentiert Jasper-Winter. Der Senat gibt zumindest an, ein landesweites Siegel implementieren zu wollen. Irgendwann.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Glücksspiel Wohnungssuche: Um eine „diskriminierungsfreie Vermietung“ zu gewährleisten, greifen die landeseigenen Wohnungsgesellschaften degewo und der HOWOGE auf einen digitalen Zufallsgenerator zurück. „Sobald das Inserat abgelaufen ist und Besichtigungstermine feststehen, kommt ein Zufallsverfahren (…) zum Einsatz“, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage von Tommy Tabor (MdA AfD). Sollte nach der Besichtigung weiterhin Interesse bestehen, werden Kriterien wie Einkommen und Haushalts-Größe abgefragt und bewertet. Bei gleicher Eignung entscheidet ein zweites Los. Chance 1 zu 1 Million. Glücksspiel kann süchtig machen.
Berlins höchstem Wohnhochhaus am Alexanderplatz soll die Spitze gekappt werden: Statt 150 Meter will die scheidende Senatsbaudirektorin Regula Lüscher nur noch 130 Meter für das Projekt des US-Entwicklers Hines genehmigen. Der Fernsehturm komme dadurch besser zur Geltung.
Die Urteile zum Diebstahl der „Big Maple Leaf“ (Berlins schwerster Goldmünze) sind rechtskräftig. Der in Leipzig ansässige 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes hat die Revision der zwei Angeklagten zurückgewiesen.
Anzeige
Diversity United. Contemporary European Art.
9.6.-19.9. / Flughafen Tempelhof, Berlin, Hangar 2+3
Eine Ausstellung der Stiftung für Kunst und Kultur, Bonn
90 Künstler:innen, 34 Länder, 1 Kontinent im Dialog: Diversity United zeigt das künstlerische Gesicht Europas. Mit Werken von Yael Bartana, Olafur Eliasson, Katja Novitskova, Anselm Kiefer, Alicja Kwade, Wolfgang Tillmans u.v.a. Infos und Tickets unter diversity-united.com.
Wir unterbrechen für eine kurze Aufräumansage: Anlässlich des World Cleanup Days am 18. September ruft Friedrichshain-Kreuzberg dazu auf, im Bezirk für mehr Ordnung zu sorgen. „Ob im kreativen Kostüm, mit Tanz, ein gemeinsam organisiertes müllfreies Picknick nach der Cleanup-Aktion oder andere müllfreie Ideen, die auf die Müllproblematik im Kiez hinweisen: bis zum 22. September können Fotos von Cleanup-Aktionen eingereicht werden.“ Die drei kreativsten und nachhaltigsten Aktionen erhalten „interessante Preise“.
7.940 E-Autos wurden zwischen Januar und Ende Juni in Berlin zugelassen (Q: Berliner Morgenpost).
Der Anteil der Stromer an allen neu zugelassenen Fahrzeugen in der deutschen Hauptstadt steigt damit auf 25,3 Prozent. Elon Musk gefällt das.
Anzeige
Gut informiert durch den Sommer!
Lösen Sie jetzt Ihren Gutschein ein und lesen Sie den Tagesspiegel 4 Wochen gratis. Unsere Redaktion gibt Ihnen den besten Überblick – über alles, was in Berlin und der Welt passiert. Überparteilich, preisgekrönt, 7 Tage die Woche.
Ihr Gutscheincode: T21-OZ3-5AL
Jetzt Gutschein einlösen.
Insgesamt weniger Autoverkehr wollen die „Queer_wuhl_ant:is“, die aktuell in der Wuhlheide einen Baum besetzen, um gegen den Ausbau der Tangentialverbindung Ost zu protestieren: „Auch wir sind Teil dieser Stadt, wir atmen die gleichen Abgase ein, sehen kranke Bäume und vertrocknete Bäume und fürchten uns vor der Zukunft“, heißt es in einem Blogpost der queeren Gruppe. Statt einer rückwärtsgewandten Verkehrspolitik fordern sie den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.
„Wir leben in einer Welt, wo der Nahverkehr leider oft noch als Add-on zum Auto gesehen wird“, sagt derweil BVG-Chefin Eva Kreienkamp. Im Tagesspiegel-Interview mit meinem Kollegen Christian Latz hat sie darüber gesprochen, wie sie den Berliner Nahverkehr aus der Krise steuern will (T+).
Anzeige
Für gute Laune in den Sommerferien: Entdecken Sie jetzt unsere tollen Ideen für sonnige Tage und gesellige Spiele für regnerische Stunden. Spiel & Spaß für die ganze Familie – Jetzt im Tagesspiegel-Shop.
Auf dem Alice-Salomon-Platz startet heute eine Kinder-Kirmes samt Achterbahn, Entenangeln und „Party Scheune“. Hoffen wir mal, dass die Delta-Variante die Einladung nicht liest.
„Biohacker aus Deutschland entwickeln Schokolade zum Riechen“, wirbt derweil eine Pressemitteilung im Spam-Ordner. „Dopamin und Endorphine pur“ verspricht die „Schokoladendroge“. Berlins Dealer halten sich sicher schon bereit.
Zitat
„Manche sagen einem auch ins Gesicht, dass sie einen scheiße finden. Damit muss man eben umgehen.“
Schauspieler und Regiedebütant Daniel Brühl im Gespräch mit Tagesspiegel-Kollege Andreas Busche (der zuvor einen Verriss über Brühls Komödie „Nebenan“ geschrieben hatte).
Tweet des Tages
John F. Kennedy: Ich bin ein Berliner! Irgendjemand aus der Menge: Here we call it Pfannkuchen!
Stadtleben
Stadt – „K“ wie Komödie, Karpfengewässer, Kino in Kleinmachnow oder etwa die Kichererbse – K-Tage schreien nur so nach kulturellen wie kulinarischen Kapriolen. Innerstädtisch lassen sich diese heute um 20 Uhr bei Shakespeare Company und in Form des „Kaufmann von Venedig“ begutachten. In einem klug konturierten Sommerstück bringt Intendant Michael Günther mit einer Crew von sechs Schauspieler:innen in 19 Rollen das Spannungsfeld zwischen Kalkül und Kapitalismus auf die Bühne. Hier geht es zur Kasse, ein „Zweiernest“ ist nur buchbar für Menschen aus einem Haushalt und verfügbar ab 30 Euro. Bloß keine Kabalen!
Land – Gerade einmal eine gute Fahrradstunde von Kreuzberg entfernt, liegt Kleinmachnow südwestlich von Berlin, besonders schön über den Grundwald zu erreichen. Ein besonders komfortables Ausflugsziel ist das gekonnt kuratierte Kino Neue Kammerspiele. Neben Glanzstücken wie beispielsweise dem morgigen „Kajillionaire“ mit Miranda July (18 Uhr), finden hier auch Figuren wie „Jim Knopf“ ihren Platz (11 Uhr). Wer die Kultur vor Ort aber kulinarisch oder via Konzert unterstützen will, kommt auf Kölsch und Kässpätzle in der Kneipe vorbei. Das bedeutet natürlich nicht, dass man es sich nicht genauso gut mit dem Kanu auf dem Machnower See gemütlich machen kann.
Gewässer – Nachdem die halbe Stadt vermutlich diverse Rezepte von Yotam Ottolenghi nachgekocht und ein komplettes Küchenregal voller Salzzitronen stehen hat, braucht es für diese auch ein Anwendungsgebiet: Kabeljau und Karpfen sind hier ausgesprochen gute Lösungen, bestenfalls frisch aus dem Wasser. In den Krautbänken am Müllroser See lässt sich herrvorragend Karpfen fischen, ebenso am südlich gelegenen Katharinensee. Kabeljau oder Dorsch, wie man die Jungfische nennt, gibt es wiederum vor Rügen und in der freien Ostsee zu angeln. Zum Glück inzwischen wieder in aufgestocktem Bestand.
Anzeige
„Eine Runde Berlin“: Im Wahl-Jahr trifft „Tagesspiegel Checkpoint“-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp Berlins Spitzenkandidat:innen zum Podcast-Interview in der Ringbahn. Diese Woche zu Gast: Bettina Jarasch von den Grünen. Ein Gespräch über Spießigkeit, Sprache und den Bewusstseinswandel der Berliner:innen. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Familie – An dieser Stelle geht's heute um einen Ort, den alle Familienmitglieder in ihrer Kindheit und Jugend durchlaufent: das Klassenzimmer. Der zur Berlinale 2021 eingeladene und für seine Produktion ausgezeichnete Dokumentarfilm von Maria Speth „Herr Bachmann und seine Klasse“ skizziert eine sechste Klasse mit zwölf Nationalitäten und wird zum Finale der Reihe „Über das Lernen – Wie sich die Gesellschaft ihre Subjekte baut“ gezeigt. Los geht es heute um 19 Uhr, Tickets kosten 8,50 Euro.
Tier – À propos „Kabeljau & Dorsch“ – das sind nicht bloß zwei ausgesprochen schmackhafte Fische, sondern auch ein seit nun 2013 beständiges Berliner Label für jungen Literaturvermittlung. Das hat jetzt ein digitales Literaturmagazin herausgebracht, in das sich ein Blick zu werfen lohnt: „&SHY“ ist der Name und das Anliegen ist die Reflektion unserer Beziehung zum Bildschirm. Es kommt interaktiv, multimedial und multilingual daher. „Mistaking Glass for Skin“ heißt die jüngste Ausgabe. Doch sehen Sie selbst!
Essen – Über die letzten Jahrzehnte hat sie sich auf die Teller geschlichen und ist weder aus der ostmediterranen noch aus der vegetarischen Küche hierzulande wegzudenken: die Kichererbse. Ihre wohl populärste Darreichungsform ist der Hummus – eine kleine Wissenschaft für sich, bei deren Gelingen Genuss-Kollege Kai Röger gerne weiterhilft. Inzwischen ist es außerdem ein offenes Geheimnis, dass die Sonnenallee die Seidenstraße der Kichererbsen-Kenner ist. Wer einen der besten Hummus-Variationen der Stadt erleben will, bestellt sich bei dem libanesischen Azzam eine Portion, welche Fladenbrot, Tomaten, Minze, Oliven und saurem Gemüse beinhaltetund gerade einmal 4 Euro kostet, lediglich übertroffen von einem warmen Musabaha.
Soundtrack des Tages – Der Pandemie geschuldet, ist es nun bereits zwei Jahre her, dass der letzte Most Wuthering Heights Day in Berlin stattgefunden hat; und auch dieses Jahr zum 17. Juli wurde ihm leider nicht stattgegeben. Zum Glück ist Kate Bushs Evergreen „Wuthering Heights“ jedoch zeit- und raumlos. Oder sollte man besser „Everred“ sagen? Kein Juli ohne dieses Lied.
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diese Woche: Worauf könnten Sie in Berlin gut verzichten? Heute: Franziska Giffey (SPD).
Foto: Bertold Werkmann - stock.adobe.com
Berlin heute
Verkehr – Zeltinger Straße (Frohnau): Die Straße ist in beiden Richtungen zwischen Ariadnestraße und Zeltinger Platz bis Freitagnachmittag gesperrt. Der Fuß- und Radverkehr kann die Baustelle passieren.
Karl-Marx-Straße (Neukölln): Zusätzlich zu den bestehenden Arbeiten zwischen Weichselstraße und Fuldastraße wird nun der Abschnitt zwischen Flughafenstraße und Erkstraße auf einen Fahrstreifen je Richtung verengt und verschwenkt, weshalb die Anbindung der Boddinstraße unterbrochen ist. Das Rechtsabbiegen des LKW-Verkehrs von der Erkstraße auf die Karl-Marx-Straße ist wieder erlaubt. Die Gesamtmaßnahme ist bis 2024 geplant.
Demonstration – Zu der Kundgebung zur „Aufklärung über Hygienekonzepte, Aktuelle Lage der Nation, Was kann tun, um Veränderungen herbeizuführen“ treffen sich zwischen 11 und 15 Uhr 10 Personen in der Oberweißbacher Straße. Zur selben Uhrzeit, aber am Pariser Platz, erheben 20 Demonstrierende das Wort mit dem Slogan „Save lives, not patents! Coronaimpfung für alle – Patente aufheben“. „Cuba Si – Yankee No!!! Vorwärts Revolutionäre auf die Straße!!!“ lautet in mehrfacher Wiederholung das Motto der „Frente Unido America Latina“, die rund 50 Mitstreiter:innen erwartet. Vor der Botschaft der Kubanischen Republik in der Stavanger Straße 20 werden zwischen 17 und 19 Uhr ca. 60 Menschen erwartet, die an der Kundgebung „Demonstration für die Freiheit von Kuba. Sofortige Beendigung der gewalt gegen das kubanische Volk. Sofortige Freilassung der inhaftierten Demonstraten und politischen Gefangenen. Wir fordern den Rücktritt des diktatorischen kubanischen Regimes“ teilzuehmen angegeben haben. Am Rathaus Neukölln versammeln sich von 19 bis 21 Uhr etwa 100 Menschen zur „Kundgebung für Freiheit, für Khaleda Jarrar in Israel, Mitglied des palästinensischen Legislativrates“.
Gericht – Der Prozess gegen zwei Brüder, die einen Kokain-Lieferservice betrieben haben sollen, wir fortgesetzt. Die 24- bis 26-Jährigen sollen von Februar 2019 bis September 2020 mit Drogen gehandelt haben. Mitangeklagt wegen Beihilfe ist ein 36-Jähriger (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 219).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Lieber Bruni, zu Deinem 70. Geburtstag wünsche ich dir viel Gesundheit, Zufriedenheit, Glück und auch zukünftig unbeschwerte gemeinsame Reisen. Dein Achim“ / „Oliver Bürgel (52), Landesgeschäftsführer der Berliner Arbeiterwohlfahrt (und sympathischer Unterstützer des Hamburger SV“ / Chin Un-suk (60), Komponistin / „Alles Gute zum Geburtstag Timo Grießmann, die 30 rückt unausweichlich näher!“ / Stefanie Fuchs (46), für Die Linke im AGH / Roland Jahn (68), Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR / „Hella Kauffmann, liebe Helllamou, am 14. Juli wirst du ephtomindaephta, eine stolze Zahl, davon sind wir einige Jahrzehnte gemeinsam gegangen. Ich wünsche dir beste Gesundheit und uns gemeinsam mit unseren Familien und Freunden auch für die Zukunft weiterhin gute und schöne Jahre. Dein "little" aus dem schönen und warmen Griechenland“ / Ulrike Kolb (79), Schriftstellerin / Svenja Leiber (47), freie Schriftstellerin / Ainārs Rubiķis (43), Dirigent und Generalmusikdirektor der Komischen Oper / Patricia Schlesinger (60), Intendantin des RBB sowie Vorsitzende des Aufsichtsrats der ARD-Produktionsfirma Degeto Film / Christina Seifert (59), Stimmbildnerin und seit 1986 festes Mitglied des Rundfunkchores Berlin / Stefan Tidow (54), Politiker (Bündnis 90/ Die Grünen), Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Christel Hengst, * 8. März 1940 / Johannes Nilges, * 3. Oktober 1932 / Wolfgang Roth, * 26. Januar 1941, Politiker (SPD) und ehem. Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB)
Stolperstein – Ernst Richard Hoff wurde an Heiligabend 1876 in Breslau geboren. Der Architekt ist ab dem Jahr 1939 nicht mehr im Berliner Adressbuch verzeichnet, da er verhaftet, ins KZ Sachsenhausen gebracht und dort heute vor 79 Jahren ermordet worden ist. In Erinnerung an ihn liegt in der Xantener Straße 15 in Charlottenburg-Wilmersdorf ein Stolperstein.
Encore
Zum Schluss werfen wir heute einen Blick nach New Berlin (Wisconsin) am Lake Michigan, das 2017 vom „Money Magazine“ auf Platz 11 der 100 besten Orte, um in Amerika zu leben, gewählt wurde. Die aktuellen News: 1) Die Lichter im Malone-Basketballpark werden aufgrund von Wartungsarbeiten bis zum 19. Juli ausgeschaltet. 2) Demnächst startet eine „Car And Truck Show“ für den guten Zweck. 3) Ein 45-Jähriger steht vor Gericht, nachdem er mit dem Auto vor Polizisten geflohen ist, um einem Alkoholtest zu entgehen. Hat, wie Sie der Meldung entnehmen können – nicht geklappt.
Mit diesem Mix verabschieden wir uns und wünschen einen ereignisreichen Tag. Das Stadtleben wurde heute von Juliane Reichert verfasst, die Recherche von Lotte Buschenhagen übernommen und der Frühdienst von Kathrin Maurer. Morgen begrüßt Sie an dieser Stelle Nina Breher. Machen Sie’s gut.