beginnen soll die Woche mit einer Brüsseler Spitze. Am Dienstag reist der Senat nämlich zu seiner wöchentlichen Sitzung an den EU-Hauptsitz. In der Ferne soll unter anderem der Nahverkehrsplan verabschiedet werden. Ferner geht’s darum, Präsenz bei der EU zu zeigen (hat Rot-Rot-Grün mal im Koalitionsvertrag vereinbart). Viereinhalb Stunden sind für die Sitzung der Landesregierung inklusive Gesprächs mit EU-Vertretern vorgesehen. Das ist in etwa so lange, wie An- und Abreise mit dem Flugzeug dauern. Zu viel Aufwand? Kommt auf den Blickwinkel an. Kim Jong Un fährt beispielsweise gerade 4500 Kilometer mit der Bahn und trifft dann auch nur Donald Trump.
Jedenfalls hat der Senat Glück, dass er mit der Reise in die Stadt von Jean-Claude Juncker und Manneken Pis ein Problem mit Abstand betrachten kann. Zumindest zeitweise. Dienstag und Mittwoch hat die Gewerkschaft GEW die Angestellten in Schulen, Kitas, Hochschulen und Jugendämtern zum Warnstreik aufgerufen. Am Mittwoch legen dann noch die Angestellten der öffentlichen Verwaltung die Arbeit nieder. Klingt wie der vorgezogene Feiertag zum 8. März, aber es geht um bessere Bezahlung für die Beschäftigten. Besonders Erzieher sind in anderen Bundesländern deutlich bessergestellt.
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Im temporären Literatur-Café Ahoj im Tschechischen Zentrum Berlin können Sie Prager Kaffee, Mährischen Wein, hausgemachte Kuchen und vor allem viel Kultur genießen! Eröffnung mit Lesung und Konzert am Freitag, 28.2.2019, 19:00 Uhr, Öffnungszeiten bis 3.4.2019, Mo-Sa 12:00-18:00, bei Veranstaltungen bis 21:00, das Programm finden Sie hier.
Überhaupt das liebe Geld. Wie beim Frauentag hat Berlin beim Thema Verbeamtung von Lehrern einen Sonderweg eingeschlagen. Es gehörte einst zu den wenigen Bundesländern, das nur angestellte Lehrer haben wollte, steht jetzt aber allein da. Berlin verlor etwa 450 Pädagogen pro Jahr an andere Länder, weil hohe Pension, Beihilfe zur privaten Krankenversicherung und 100 Prozent Krankengeld mehr ziehen als der coole Arbeitsort. Bildungssenatorin Sandra Scheeres will nun ihre SPD auf Beamtenkurs bringen, wie Tagesspiegel-Kollegin Susanne Vieth-Entus schreibt. Zumindest der von Parteilinken (und Verbeamtungsgegnern) dominierte Fachausschuss „Schule“ sprach sich jetzt mehrheitlich für die Rückkehr zum alten System aus, das unter Klaus Wowereit zu den Akten gelegt wurde. Der wollte noch sparen, dass es quietscht. Ach ja. Ende März ist SPD-Parteitag.
Es gibt wohl derzeit kaum ein Gespräch unter Verwandten und Freunden, das nicht nach einer Millisekunde beim Thema Mieten und Wohnen landet. Das Tagesspiegel-Datenjournalistenteam sorgt jetzt schon mal für weiteren Gesprächsstoff. Für die Langzeitrecherche „Wem gehört Berlin?“ hat es Tausende Inserate für möblierte Wohnungen ausgewertet. Das Angebot der vollausgestatteten Unterkünfte steigt ständig – wie auch die Nachfrage. Durchschnittlich 27,44 Euro pro Quadratmeter verlangen die Vermieter für diese Apartments, die nicht für Touristen gedacht sind, weil sie zwar befristet, aber deutlich länger als die Ferienunterkünfte vergeben werden.
Nicht selten liegen die Wohnungen ausgerechnet in Milieuschutzgebieten (eine interaktive Karte ist unter diesem Link zu finden). Während der Senat beim gemeinen Berliner genau hinschaut, dass dieser nicht zu viel Reibach mit den eigenen vier Wänden als Ferienwohnung macht, gelten für die möblierten Wohnungen nicht einmal die Bestimmungen des Zweckentfremdungsverbots; dem normalen Wohnungsmarkt sind sie entzogen. Mit 6500 Angeboten gehört übrigens die Immobilienfirma Berlinovo zu den größten Anbietern. Eigentümer ist das Land Berlin.
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Grandioses Fest, grandiose Gäste!
Es war eine Party, die in Erinnerung bleibt: Bis spät in die Nacht feierte das Berliner Who’s Who aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft den Ball der Wirtschaft 2019 des VBKI. Wir danken allen, die dieses Fest möglich gemacht haben, und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Einen Rückblick mit großer Bildergalerie finden Sie hier und auf der VBKI-Business-App. Schön war’s!
Am Dienstag geht der Prozess um das illegale Autorennen auf dem Ku’damm weiter, bei dem die Raser einen Unbeteiligten töteten. Die Männer wurden bereits wegen Mordes verurteilt, doch der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung des Berliner Gerichts auf. Nach der Tat sind allerdings Gesetze verschärft worden. Die Berliner Polizei und Justiz gehen seither verstärkt gegen illegale Rennen vor. 414 Verfahren gab es in den vergangenen 16 Monaten, dazu 40 rechtskräftige Urteile. 150 Anklagen laufen noch. Der typische Raser fährt übrigens nicht Porsche, sondern andere Marken.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Zu den Vorwürfen der sexuellen Belästigung hat er bislang öffentlich nichts verlauten lassen. Doch heute muss der gekündigte Vize-Direktor der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen vor dem Arbeitsgericht erscheinen. Dort wird seine Klage gegen den Rauswurf verhandelt.
Allein die Vorstellung ist abscheulich: Ein möglicher Mitwisser des Breitscheidplatz-Attentäters soll in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft Hinrichtungen des IS nachgestellt haben. Unter Beteiligung von Kindern. Derweil wirft die Abschiebung dieses Mannes, der Islamist und Zuträger des marokkanischen Geheimdienstes sein soll, kurz nach dem Anschlag nicht nur eine Frage auf.
Auch nicht mit einem Porsche, sondern mit einem VW Polo war eine 80-Jährige unterwegs, die am Sonnabend einen 27-jährigen Radler in der Nähe des Hauptbahnhofs rammte und schwer verletzte. Laut Zeugen war die Frau bei „Rot“ gefahren.
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Treffpunkt Alexanderplatz – Fotoarbeiten von Thomas Billhardt
Vom 27. Februar bis zum 30. März zeigt die Berliner Sparkasse in Kooperation mit der Galerie Camera Work eine Pop-Up-Ausstellung im Alexanderhaus. Zu sehen ist ein fast lückenloses Porträt des Alexanderplatzes vom renommierten Fotografen Thomas Billhardt. Der Eintritt ist frei.
Die gefährliche Kreuzung am Alex, an der Ende voriger Woche eine Radfahrerin von einem abbiegenden Lkw getötet wurde, soll sicherer gestaltet werden. Das hat Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) zugesagt.
Noch mehr Nabe von Welt: An der Hasenheide in Kreuzberg stehen die ersten Poller für den neuen, extra gesicherten Radweg. Und die ersten Falschparker auch (Foto hier).
Der Senat denkt darüber nach, die Daten zu Bußgeldern fürs Falschparken ins Internet zu stellen (laut Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Ziller). Keine Bange, werte Kreuzungs- und Busspurblockierer – alles bleibt anonym.
Dieser Tage war Erich Kästners 120. Geburtstag. Berlin gedenkt des Schriftstellers auf die ortsübliche Art: Es gibt zwei Gedenktafeln, und beide sind fehlerhaft. Und an seiner einstigen Adresse in Charlottenburg fehlt jeder Hinweis. Ein Fall für Emil und die Detektive.
Am Lächeln der Mona Lisa versuchte sich schon so mancher - Fassadenmaler in Friedrichshain brauchten dafür auch zwei Anläufe. Ihr 16 mal 11 Meter großes Werk nach da Vinci brauchte gleich nach Fertigstellung ein Facelift. Mona sah aus, au, Backe, als lutschte sie einen Bonbon.
Vor einem Kunststück steht auch die CP-Leserin, die jüngst eine Jahreskarte für die Staatlichen Museen kaufen wollte. Als Schwerbehinderte ist sie dort in einer Kundenkartei vermerkt, womit der Erwerb ermäßigter Tickets sichergestellt ist. Wie sich jetzt herausstellt, läuft diese Berechtigung bis zum Jahr 2500. Klar, ein Vertipper. Denn wie ihr ein Mitarbeiter erläuterte, vermerke man für lebenslang Berechtigte das Jahr 2050 oder so. Kommentar unserer Leserin: „Bei meinem Geburtsjahr 1957 wäre das auch noch richtig, wenngleich sportlich.“ Korrigiert wurde die Angabe übrigens nicht.
Das Gedicht kannten vorher nur Insider und die Studierenden der Alice-Salomon-Hochschule in Hellersdorf, wo die „avenidas“ von Eugen Gomringer die Fassade zierten. Nach Sexismusvorwürfen kamen die Verse weg. Jetzt sind sie wieder da: an einem Plattenbaugiebel der Hellersdorfer Wohnungsgenossenschaft „Grüne Mitte“.
Noch mehr Nachrichten aus den Kiezen liefern die „Leute“-Newsletter des Tagesspiegels. Die heute erscheinende Ausgabe aus Treptow-Köpenick widmet sich beispielsweise noch einmal dem großen Stromausfall im Berliner Südosten.
Vom Blackout zum Goldjungen. In Hollywood sind zum 91. Mal die Academy Awards verliehen worden, auch bekannt als Oscars. Der deutsche Beitrag „Werk ohne Autor“ blieb ein Werk ohne Preis.
Wenig preisverdächtig sind meistens die Filme, für die immer wieder ganze Straßen für ein paar Innendrehs abgesperrt werden, letztens erst ein Stück Mehringdamm in Kreuzberg für einen ZDF-Streifen. „Dreht euren Quatsch woanders!“, fordert deshalb Tagesspiegel-Kollege Sebastian Leber.
Nach seiner Wahl zum Reinickendorfer CDU-Kreisvorsitzenden im Jahr 2001 ließ er sich gern als „Kennedy von der Spree“ bezeichnen, jetzt hat Frank Steffel den Posten aufgegeben. Ihm folgt Bezirksbürgermeister Frank Balzer nach – und vermutlich auch gern in den Bundestag.
Im Tierpark wird ja mächtig umgebaut, unter anderem bleibt im Alfred-Brehm-Haus kein Stein auf dem anderen, aber das putzmuntere Eisenbärenbaby stiehlt allem im Augenblick die Show. Kein Wunder, dass es schon zehn Bewerbungen um die Namenspatenschaft gebe (laut „Berliner Zeitung“).
Wenn einer etwas abreißt, dann kann er was entdecken. Die Demontage einer Gartenlaube in Mahlsdorf förderte einen alten Eisenbahnwaggon zu Tage, berichtet der „Ostkreuzblog“. Das Uralt-Fahrzeug war wohl in der Zeit vor der Elektrifizierung der S-Bahn im Einsatz. Dass es dort den heutigen Wagenmangel beheben soll, ist aber nur ein Gerücht.
Mut zur Selbstironie haben die Berliner Flughäfen gezeigt. Via Twitter verbreiteten sie ein Zitat des römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ Kommentar eines Twitter-Nutzers: „Genau - zum Beispiel in den endlos langen Warteschlagen in TXL.“
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Es ist, als verbrenne man innerlich.“
Aus dem Tagesspiegel-Interview mit Fußballer Daniel Engelbrecht, 28, der 2013 mit einem Herzstillstand auf dem Spielfeld zusammengebrochen war.
Tweet des Tages
Nichts gegen Prenzlauer Berg, aber man hat immer Körner im Essen.
Stadtleben
Essen & Trinken im Black Pug macht alle zufrieden: Ob Veggie, Pescetarier oder bekennender Fleischesser. Das Restaurant, wo niemand mit seinen Essgewohnheiten verzichten, oder Kompromisse eingehen muss, ist also in der Motzstraße 28 in Schöneberg (U-Bhf Nollendorfplatz) gefunden. Jetzt muss man nur noch Lust auf üppige Burger haben - ob mit Guacamole, Jalapenos und Chilli-Cheese-Soße oder etwas außergewöhnlicher mit Anis-Zwiebel-Reduktion und Alioli. Figurbewusste Cleaneater können sich aber auch eine Salatbowl von der Karte aussuchen. Und zu guter Letzt: Durstig bleibt hier auch niemand, die mit weichem, gelbem Licht in Szene gesetzte Bar bietet Biere, Spirituosen, Weine und Longdrinks nach Belieben. Di-Do 12-23 Uhr, Fr 12-24 Uhr, Sa-So 10-24 Uhr
Berlinbesuch möchte nachhaltiger leben, weiß aber nicht, wo anzufangen? Wie wär's mit nachhaltigem Modekonsum? Im Kulturlabor Trial & Error e.V. lernt man bei einem Workshop, wie man seine T-Shirts „upcycelt", also aus alten, langweiligen Oberteilen coole und neudesignte macht (19-21 Uhr). Vorher wird beim Vortrag „Wohin mit unserer Kleidung?" erklärt, wie Klamotten recycelt werden, die anschließende Diskussionsrunde stellt die Frage in den Raum, ob es so etwas wie eine nachhaltige Modebranche geben kann. Der Eintritt ist frei, der Workshop kostet 5 Euro. Ab 16 Uhr, Braunschweiger Straße 80,S-Bhf Sonnenallee
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Nur noch bis zum 31. März!
Das TIPI AM KANZLERAMT präsentiert zum letzten Mal Paul Linckes Meisterstück „Frau Luna“. In umwerfender Besetzung wird einmal mehr unter Beweis gestellt, dass der Berliner in Sachen Luftfahrt nicht erst seit heute von typischem Größenwahn und mangelndem Sachverstand gleichermaßen beseelt ist ...
Frau Luna-Countdown:
23 Vorstellungen
Geschenk Spaziert man in das seit 1969 familienbetriebene Fotofachgeschäft Foto Meyer in der Welserstraße 1 in Schöneberg, hat man die Wahl: Schenkt man hochwertig entwickelte Bilder (vereint die Geschenkkategorien "nostalgisch" und "persönlich")? Denn auch die passenden Fotobücher und -alben werden auch vor Ort angeboten. Oder beschert man dem Beschenkten eine Erfahrung? Das Fotostudio bieten nämlich auch Workshops an. Dafür muss man kein Fotografie-Profi sein, wie etwa für „Digitale Fotografie für Einsteiger" (4. Mai, 79 Euro). Auch Bildbearbeitung, Porträtfotografie und "Street & Architekture"-Kurse werden angeboten. Mo-Sa 10-19 Uhr, U-Bhf Viktoria-Luise-Platz
Karten sichern für das diesjährige Festival „Literatur: Berlin", bei dem vom 23. März bis zum 6. April verschiedenste Autor*innen aus dem In- und Ausland ihre Bücher und Neuerscheinungen präsentieren. Es wird Buchpremieren geben, wie die von Regina Scheers „Gott wohnt im Wedding" im Palais der Kulturbrauerei am 26. März (20 Uhr, Karten kosten 10 Euro), und auch Diskussionen stehen auf dem Programm. So am 2. April im Museum der Kulturbrauerei, wo es mit den Autorinnen Jana Simon, Ines Geipel und Andrea Römmele um eine innerdeutsche Bestandsaufnahme zu „30 Jahre Mauerfall. Wie hat Deutschland sich verändert?" geht (19 Uhr, der Eintritt ist frei). Karten gibt's ab 7 Euro. Das ganze Programm finden Sie hier.
Last-Minute-Lesung in der Uslar & Rai Buchhandlung: Ein Jahr, 1000 Euro pro Monat, einfach so. Michael Bohning gründete 2014 das Start-up „Mein Grundeinkommen", mit dem er genau das bereits über 250 Menschen ermöglicht hat. Da kann man schon mal Bilanz ziehen. Und zu lesen gibt es sie in dem neuem Buch von Bohning und seiner Kollegin Claudia Cornelsen „Was würdest du tun? Wie uns das bedingungslose Grundeinkommen verändert". Ab 19.30 Uhr lesen die beiden in der Schönhauser Allee 43 (U-Bhf Eberswalder Straße) aus ihrem Buch, für das sie 24 Grundeinkommen-GewinnerInnen getroffen haben. Der Eintritt ist - natürlich - frei.
Noch hingehen in die Berlinische Galerie, um „Freiheit. Die Kunst der Novembergruppe 1918-1935" zu besichtigen. Die Ausstellung stellt eine zeitgeschichtliche Rekonstruktion dar, bei der die Entstehung einer immer gespaltenen und heterogenen Künstlergruppe bis hin zu ihrem jähen Ende im Nationalsozialismus nachvollzogen wird. Noch bis zum 11. März sind in der Alten Jakobstraße 124-128 Kunstwerke aus dem Expressionismus, Dadaismus, dem Kubismus, der Neuen Sachlichkeit u.v.m. zu sehen. Der Eintritt kostet 10 Euro. Mo & Mi-So 10-18 Uhr, U-Bhf Moritzplatz
Maria Kotsev wünscht hiermit einen guten Start in die Woche!
Prominent verraten
Der Verleger, Buchautor und Redner Florian Langenscheidt hat diese Woche fotografische Hinweise hinterlassen (hier gleich zwei Mal im Selfie) – richtig geraten und die Checkpotts gewonnen hat Leserin Angela Chambers – herzlichen Glückwunsch! Auf den „Mehr Berlin“-Seiten gibt's morgen noch mehr Fotos zu sehen.
Berlin heute
Verkehr Die gute Nachricht zuerst: Die Bauarbeiten auf der U7 zwischen Blaschkowallee und Parchimer Allee sind eine Woche früher fertig als geplant, ab heute gilt also: freie Fahrt auf der ganzen Linie. Eine Baustelle geht, die nächste kommt: Bis nächsten Sonntag fährt die U1 nicht zwischen Uhlandstraße und Gleisdreieck, die U3 nicht zwischen Spichernstraße und Warschauer Straße. Somit ist die U2 diese Woche die einzige Ost-West-Verbindung. Der Tunnel Ortsteil Britz auf der A100 ist zwischen 21 und 5 Uhr in beiden Richtungen zwischen AS Gradestraße und AS Buschkrugallee gesperrt, ebenso die Einfahrt Grenzallee zur A 100 in Richtung Wedding. Auf der Berliner Straße in Prenzlauer Berg werden Bäume gefällt - zwischen 7 und 16 Uhr gibt's dort also in Richtung Pankow zwischen Thulestraße und Eschengraben nur eine Spur. Nur eine Geradeausspur in Richtung Flughafen Tegel gibt's auf der Beusselstraße in Moabit (8-13 Uhr). Und in Reinickendorf wird die Fahrbahn des Kurt-Schumacher-Damms/Scharnweberstraße auf zwei Fahrstreifen verengt (Mo-Fr, je 7-14 Uhr) - dafür gibt's danach eine modernisierte Ampelanlage.
Demonstration Unter dem Motto „Der Kälte zum Trotze, für Drugstore und Potse" demonstrieren rund 20 Teilnehmer den ganzen Tag über in der Potsdamer Straße 180. Noch bis zum 4. März wollen sie sich täglich hier zur Kundgebung treffen. Seit Dezember wird in Reinickendorf An der Heide / Kehrwieder täglich von 10 bis 17 Uhr „Gegen Mieterverdrängung durch so genannte energetische Sanierung und Luxussanierung und für unverfälschte Denkmalflege" protestiert, etwa sechs Teilnehmer werden erwartet.
Gericht Wegen Drogenhandels kommt ein 29-Jähriger auf die Anklagebank. Er soll mit Komplizen mindestens ein Kilogramm Heroin portioniert und für rund 67 000 Euro weiterverkauft haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 618).
Berliner Gesellschaft
Gestorben - Silke Kellner, * 4. August 1945 / Margret Rothe-Zappel, * 10. März 1931 / Christa Schuder, * 26. Oktober 1921 / Wolfgang Stockhaus, * 2. Februar 1928
Stolperstein - Günter Bannat (Jhg. 1920) wurde wegen Widerstands gegen das Naziregime als „Vorbeugehäftling“ verhaftet und in das „Arbeitserziehungslager“ Großbeeren bei Teltow eingewiesen. Dort wurde er heute vor 76 Jahren ermordet. Er lebte am Einsteinufer 11 in Charlottenburg.
Im Tagesspiegel
Die Lastwagen, die tonnenweise Lebensmittel und Medikamente von Kolumbien nach Venezuela bringen sollen, werden von einer Menschenkette entlang der Strecke gesäumt. Sie sind lebende Schutzschilde, schreien „Ende der Diktatur“. Doch ein paar Stunden später ist die Euphorie verflogen. Lesen Sie die Reportage von Tobias Käufer heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Seit Peter Alexanders „Die kleine Kneipe“ werden ja gern Hymnen auf Wirtshäuser gesungen. Loblieder auf Supermärkte sind eher selten. In Prenzlauer Berg haben sich jetzt aber mal Kunden singend bei ihrem Laden bedankt, der wegen eines Neubaus abgerissen wird. Bevor jetzt jemand die geringschätzig die Augenbraue hebt, der sollte wissen, dass es sich bei dem Markt um einen besonderen handelt. Im Kiez ist die frühere Kaufhalle aus DDR-Zeiten auch mal als „Flirt-Kaiser’s“ (vor der späteren Übernahme durch Edeka) bekannt gewesen. Manche sagten mit Blick auf die bunte Deckenbeleuchtung allerdings auch „Disco-Kaiser’s“. Jedenfalls verschwindet jetzt ein Stück Kiezgeschichte. Und da darf man auch mal trällern.
Hoffentlich singt Ihnen heute jemand ein Loblied. Morgen bringt Ann-Kathrin Hipp die neuesten Hits aus der Stadt.
Bis bald