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Regenbogen über Deutschland vor heutigem FußballspielWenn der Milieuschutz Bewohner verdrängtClub wird zu Co-Working-Fläche

Regenbogen

Wir beginnen den Tag mit einem Regenbogen, von Naomi Fearn noch extra für die heutige Checkpoint-Ausgabe zum EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn gezeichnet – denn in München darf das Stadion am Abend nicht in den Farben der Vielfalt erstrahlen, die Uefa hat’s in ihrer selbstherrlichen Einfältigkeit verboten (CP von gestern).

Die offizielle Begründung: „Der Kontext dieser speziellen Anfrage“ sei „eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt“ – und die verstoße gegen die Statuten der „Union der Europäischen Fußballverbände“, die sich für „politisch und religiös neutral“ hält. Tatsächlich aber ergreift die Uefa damit Partei für eine Regierung, die in den zehn Jahren ihrer Herrschaft demokratische Institutionen geschwächt und Grundrechte sowie die Gewaltenteilung eingeschränkt hat. Ein neues Gesetz verbietet die Aufklärung Jugendlicher über Homosexualität sowie ihre Darstellung in Büchern, Filmen und Websites für U18-jährige.

Mitten in der EU werden Menschen aufgrund ihrer Sexualität unterdrückt – der Regenbogen ist dagegen ein Zeichen für Solidarität und Freiheit, für die Selbstverständlichkeit des Lebens und der Liebe: hier im Checkpoint, in den Stadien von Berlin, Köln und Frankfurt am Main, auf U-Bahnhöfen, auf Firmensignets, auf Websites, in Zeitungen, auf Social-Media-Profilen, auf der Kapitänsbinde von Manuel Neuer, fast überall – nur nicht am Münchner Stadion.

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