Bombe! Heute wird in Schmargendorf eine entschärft (Tausende müssen ihre Wohnung verlassen, alle Infos hier) und das Wetter wird es – aber erst am Wochenende (bis zu 24 Grad!). Bis es so weit ist, müssen Sie mit diesem Newsletter Vorlieb nehmen. Keine Sorge, der birgt natürlich ebenfalls Sprengkraft, und zwar heute nichts Geringeres als einen „Crazy Frog“-Ohrwurm, ohrenbetäubendes Schweigen der Berliner Grünen, multifaktorielles Kita-Essen, garniert mit Grüßen von SPD-Mitgliedern aus London, Moskau, New York und Co. Los geht’s!
Die Schülerräte aller ostdeutschen Bundesländer warnen vor zunehmendem Rechtsextremismus an Schulen – auch in Berlin. „Deutlich zugenommen“ habe rechtes Gedankengut an den Schulen der Hauptstadt, es sei „ein großes Problem“, sagt Jolina Leuschner, Sprecherin des Landesschülerausschusses Berlin, dem Checkpoint. „Immer mehr Schüler:innen“ handelten diskriminierend.
Leuschner beobachtet zudem Unterschiede zwischen den Bezirken. Besonders viele Vorfälle gebe es in Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg, „ob es sich dabei um Beschmierungen auf Tischen oder Hauswänden, bis zu Bedrohungen von einzelnen Personen oder ganzen Menschengruppen handelt.“ An einer Schule in Neukölln sei etwa der Schülervertretung öffentlich der Tod gewünscht worden. „Der Dritte Weg und andere ähnliche Organisationen verteilen Flyer vor dem Schultor“, sagt Leuschner. Sie fordert, dass die Politik endlich tätig wird. Worauf letztere wohl wartet?
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Anmerkung: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir den Berliner Landesschülerausschuss mit der Aussage zitiert, das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster habe „Abi macht frei” als Abiturmotto verwendet. Das ist nicht der Fall. Tatsächlich hatten Unbekannte 2019 ein Laken mit dem Schriftzug „Abi macht frei” an der Schule angebracht. Die Schule entfernte das Laken umgehend und stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, teilte die Evangelische Schulstiftung in der EKBO mit. Das aktuelle Abiturmotto der Schule lautet „ABI Baba und die 65 Räuber”. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
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Josef Hader ist zurück und präsentiert dem Publikum erneut seinen berühmten lakonischen Humor:
ANDREA LÄSST SICH SCHEIDEN – ab jetzt hier im Kino:
Bundesplatz Kino, Capitol Dahlem, CinemaxX, Delphi Filmpalast, Filmtheater am Friedrichshain, Kino International, Passage Kino, Kino Toni, Tilsiter Lichtspiele, Yorck sowie im Thalia Potsdam
ANDREA LÄSST SICH SCHEIDEN
Warten, warten, warten – wer den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen will, muss diese Urberliner Disziplin (traditionell praktiziert vor Techno-Clubs und Bürgerämtern) beherrschen. Auf einen über die 116117 vermittelten Hausbesuch warteten Patienten 2023 durchschnittlich zweieinhalb Stunden, 2022 sogar zwei Stunden und 36 Minuten. 2020 und 2021 waren die Wartezeiten mit knapp zwei Stunden und 20 Minuten noch etwas kürzer. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage von Bettina König (SPD) hervor.
Immerhin: In der Telefon-Warteschleife verbrachten Anrufer 2023 weniger Zeit. 2023 waren es im Schnitt immer noch lange 9:21 Minuten (2022: 12:32). Die Senatsverwaltung für Gesundheit „begrüßt, dass die telefonische Wartezeit (…) nach zwischenzeitlichem leichtem Anstieg (…) wieder gesunken ist“, teilte sie dem Checkpoint mit.
Aber nicht alle Zahlen verheißen Besserung: Im ersten Quartal 2024 waren im Vergleich zu den Vorjahren weniger Bereitschaftsärzte im Einsatz – zumindest unter der Woche. 2022 und 2023 waren es tagsüber durchschnittlich 5,7 Ärzte, im ersten Quartal 2024 nur noch 5,3. Auch nach 18 Uhr und nachts waren 2024 bisher weniger verfügbar. „Eine seriöse Aussage über die durchschnittliche Anzahl der im Bereitschaftsdienst eingesetzten Ärztinnen und Ärzte“ lasse sich mit Blick auf das erste Quartal 2024 „noch nicht tätigen“, teilt die Senatsverwaltung dazu mit. Wir wären nicht der Checkpoint, wenn wir nicht trotzdem eine Prognose wagten: Kürzer wird die Wartezeit für notwendige Hausbesuche wohl nicht.
Neun Minuten Anrufwartezeit beim ärztlichen Bereitschaftsdienst: Was halten Sie davon?

Die Frage nach der Angemessenheit stellt sich auch bei den Neubaumieten der Landeseigenen. Bis zu 18 Euro pro Quadratmeter zahlen Mieter. Das geht aus einer Anfrage des Linken-Abgeordneten Niklas Schenker hervor. Für Neubauten geben die Wohnungsgesellschaften 18 (WBM), 17,71 (Stadt und Land), 17,38 (degewo), 17 (Howoge) und 15 Euro (Gewobag) an; die Gesobau nennt einen Durchschnittswert: 15 Euro. Zufall, dass es sich dabei exakt um den in der Kooperationsvereinbarung „leistbare Mieten“ angegebenen Wert von 15 Euro für genau diese Wohnungen handelt, den sie – wie es in der Vereinbarung etwas unklar formuliert ist – durchschnittlich insgesamt nicht überschreiten sollen?
Die Stadt und Land gibt zum Beispiel an, dass 24 ihrer 52.500 Wohnungen für mehr als 15 Euro pro Quadratmeter vermietet sind. Was die Wiedervermietung angeht, ist die Stadt und Land übrigens die langsamste der Landeseigenen: Während alle anderen mitteilen, ihre Wohnungen innerhalb von einem bis anderthalb Monaten wieder zu vergeben, brauchte sie 3,4 Monate (2023). An fehlendem Bedarf wird’s nicht liegen.
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Nancy Holt: Circles of Light
Experimente mit Sound, Bild und Objekten 1966–1986
22.3. – 21.7.2024, Gropius Bau
Circles of Light ist die bislang umfassendste Präsentation des Werks von Nancy Holt in Deutschland und umfasst u. a. Film, Video, Fotografie, Soundarbeiten, konkrete Poesie und Skulpturen aus über 25 Jahren. Der Lichthof des Gropius Bau wird von der immersiven Installation Electrical System erleuchtet, die noch nie in dieser Größe gezeigt wurde.
Ob Neubaumieten, Arzt-Wartezeiten oder Eidechsen-Population: Zu verdanken haben wir Informationen wie diese einer Praxis, über die die Berliner Verwaltungen wehklagen – parlamentarische Anfragen, die Abgeordnete an den Senat richten können. 3422 davon gab es seit der Wiederholungswahl vergangenes Jahr. Die Anzahl sei „derart hoch, dass sie in nicht unerheblichem Maß die tägliche Arbeit erschwert“, schreibt etwa die von Manja Schreiner (CDU) geführte Verkehrsverwaltung auf Anfrage des Tagesspiegels. Auch andere Verwaltungen beschweren sich – obwohl die Anfragen im Vergleich zu den letzten Jahren nicht zugenommen haben… Mit einem Abo können Sie den ganzen Text des Checkpoint-Kollegen Daniel Böldt lesen.
Also KI to the rescue. Schon im Januar hat das City Lab „Parla“ veröffentlicht: ein KI-Tool, das 10.000 parlamentarische Dokumente durchsucht und den Senats-Mitarbeitern bei der Recherche helfen soll (mehr dazu hier). Wir schmeißen vorsichtshalber schonmal die KI-Texterkennungstools an.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Die Berliner SPD streitet um kostenlose Leistungen für alle Berliner, zum Beispiel kostenlose Kitas und Schulessen. Das Kandidatenpaar für den SPD-Vorsitz, Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel, hatten die Gebührenfreiheit zur Debatte gestellt, SPD-Landesvorsitzender Raed Saleh hält dagegen. Na gut, soll sich die SPD halt streiten! Was aber sagen eigentlich andere Parteien zu der Frage, ob weiterhin unkompliziert nach dem Prinzip Gießkanne oder doch lieber gezielt gefördert werden sollte?
Nachfragen fördern lautes Schweigen zutage. Weder der Koalitionspartner CDU noch die Opposition will bisher etwas dazu sagen. „Wir haben uns entschieden, die Thematik nicht zu kommentieren“, nichtbeantwortete etwa die Sprecherin der Grünen im AGH eine Anfrage des Tagesspiegels. Man will wohl lieber der SPD beim Streiten zusehen.
Apropos Schulessen: Leserin Lioba Zürn wollte wissen, wie viel davon eigentlich weggeschmissen wird. Die Frage haben wir gern an die Bildungsverwaltung weitergeleitet, schlauer geworden sind wir nicht. „Belastbare Zahlen (…) liegen nicht vor“, es handele sich „beim Lebensmittelabfallaufkommen (…) um ein multifaktorielles Geschehen“, schrieb Sprecher Martin Klesmann. Aha.
Ob Essen weggeworfen wird, könne nämlich „viele Gründe haben“, darunter: „Zeitmangel, Qualität der Speisen, Qualität der pädagogischen Begleitung, Räumlichkeiten, fehlende Rhythmisierung, Einfluss von Peer Groups, Verteilungsprobleme“ und mehr. Weggeschmissenes Essen sei „nicht mit der Verschwendung von Steuergeldern gleichzusetzen“. Okay.
Apropos grün: An den Bäumen erscheinen immer mehr Knospen, und passend zur Frühlingslaune geht’s heute wieder los mit dem Newsletter „Tagesspiegel Radfahren“. An jedem ersten Donnerstag des Monats präsentiert er eine Radtour in Berlin und Brandenburg. Zum Start verrät Tagesspiegel-Fahrrad-Kolumnist Michael Wiedersich seine neue Lieblings-Gravelstrecke vom Mexikoplatz bis nach Beelitz. Jetzt losradeln – hier geht’s zur Anmeldung.
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Ikaria – Die unberührte „Blaue-Zone-Insel”: Begeben Sie sich gemeinsam mit Redakteurin Annette Kögel auf Studienreise und kommen Sie dem Geheimnis des erfüllten Alterns näher.
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Am Anfang dieses Newsletters habe ich Sprengkraft versprochen – und will Sie nicht länger auf die Folter spannen. Die neue Forbes-Liste der reichsten Menschen weltweit ist da. Mit dabei: der Mann hinter Jambas Crazy Frog (Sie erinnern sich hoffentlich an den lieblichsten Klingelton der Nullerjahre! Falls nicht, klicken Sie bitte auf diesen Youtube-Link). Diese Berliner und Brandenburger sind in der Forbes-Liste vertreten (via rbb/Instagram):
+ Hasso Plattner, SAP-Mitgründer (Platz 164, 12,1 Milliarden US-Dollar)
+ Friede Springer, Verlegerin/Axel Springer (Platz 1104, 3 Milliarden)
+ Matthias Döpfner, Axel-Springer-Vorstandsvorsitzender (Platz 2410, 1,2 Milliarden)
+ Axel Oberwelland, August-Storck-Inhaber (Platz 2410, 1,2 Milliarden)
+ Oliver Samwer, Jamba-Gründer (1 Milliarde, Platz 2781)
Oops, they did it again! Im Februar hatte Sprangers Senatsverwaltung für Inneres und Sport zwei Riesenaufträge für die EM (von der seit fünfeinhalb Jahren klar ist, dass sie 2024 in Deutschland stattfinden wird) mit einer Frist von nur drei Wochen ausgeschrieben. Ein Insider vermutete damals ein „abgekartetes Spiel“. Jetzt legt die Verwaltung nach: Die soeben veröffentlichte Ausschreibung zur „Konzeption, Planung und Umsetzung eines Fan Meeting Points am Breitscheidplatz“ hat eine sportliche Frist von zwei Wochen (14. April 2024). Ist das jetzt schon Ausschreibungs-Anarchie?
Zugegeben, der Anarchie-Witz ist in dieser Woche unangebracht. Denn in der Nacht zu Mittwoch beschmierten Unbekannte das Wahlkreisbüro der SPD-Innensenatorin Iris Spranger mit Farbe. Die mutmaßlich linksextremistischen Täter malten den Schriftzug „Fuck SPD“ sowie ein Anarchisten-Symbol auf das Gebäude. Spranger sagte, sie verurteile den Anschlag auf ihr Büro aufs Schärfste. „Sachbeschädigungen sind kein geeignetes Mittel der politischen Auseinandersetzung. Selbstverständlich lasse ich mich von so einer feigen Aktion nicht beeinflussen und arbeite deshalb weiter ungetrübt für ein friedliches und sicheres Berlin.“
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Finanzbuchhalter:in (m/w/d) | Wolfgang Tillmans | Einsatzort: Berlin
Administrative*r Direktor*in (m/w/d) | Berlin Institute of Health at Charité | Einsatzort: Berlin
Referent/-in der Abteilungsleitung (m/w/d) | Unfallkasse Berlin | Einsatzort: Berlin
Zu aktuellen Jobs
Neuer Job gefällig? Die Berliner Bezirke frohlocken aktuell mit hochattraktiven Stellenausschreibungen. „Beantwortung von Beschwerden“ lautet die Arbeitsbezeichnung eines gesuchten Beschäftigten für Sekretariatsaufgaben im Straßen- und Grünflächenamt Mitte. Checkpoint-Prognose: Die Arbeit wird ihm oder ihr so schnell nicht ausgehen. Leider gibt es für die eher undankbare Aufgabe nur Lohn nach E05 TV-L (ohne Berufserfahrung 2.619 Euro brutto) – also eher ein Schmerzensgeld.
Pankow hingegen bewahrt einen kühlen Kopf. Der gesuchte Sachbearbeiter im Hitze- und Katastrophenschutz soll sich unter anderem um die „Identifizierung und Akquise kühler Räume“ kümmern. Heißer Tipp: Zumindest im denkmalgeschützten Rathaus Pankow lässt es sich auch im Hochsommer bestens aushalten.
Ist das noch Berlin? Der Tagesspiegel muss nun selbst redaktionsintern Fälle von „Amt, aber glücklich“ vermelden, gleich zwei hintereinander! Nachdem kürzlich Checkpoint-Kollege Christian Latz die netten Bürgeramtsmitarbeiter lobte, erhielt auch noch Berlin-Reporter Julius Geiler innerhalb von zwei Stunden (!) einen vorläufigen Personalausweis. Gut so, schließlich will er nächste Woche in den Urlaub fahren. Bon voyage!
Wieder was gelernt! Gestern meldeten wir die fernen Destinationen einiger Wahlbriefe der Berliner SPD für ihre Vorsitz-Abstimmung, etwa Buenos Aires, Manila und Shanghai. Am Mittwochabend um 22:50 Uhr flatterte eine E-Mail der „SPD international“ ins Checkpoint-Postfach und klärte auf: Die rund 3000 Mitglieder der Auslandsfreundeskreise und -mitglieder der SPD werden „durch die SPD Berlin organisatorisch und logistisch betreut“. Deshalb seien viele Mitglieder der-SPD-Auslands-Organisationen gleichzeitig Mitglieder des Berliner Landesverbandes. Unterzeichnet wurde die Mail vom Vorstandsteam, natürlich inklusive Wohnortsangaben: London, Moskau, Oslo, New York und mehr. Mondän!
Zitat
„Der Wortlaut steht für sich, eine nachträgliche Interpretation ist müßig.“
Antwort des Senats auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Thorsten Weiß, wie der Senat ein Schreiben des Schulleiters der Fichtenberg-Oberschule verstehe, der zu einer von Schülern organisierten Demonstration gegen die AfD schrieb: „Ich unterstützte diese Demonstration ausdrücklich.“ Dass es sich bei der Demo um „Unterricht an anderem Ort“ handele, wie es in dem Schreiben ebenfalls hieß, nahm der Schulleiter am Tag vor der Demonstration zurück.
Stadtleben
Verlosung – Als König der Diebe ist er bekannt. Normalerweise treibt er sich im Sherwood Forest im Herzen Englands herum. Ab dem 10. April kommt „Robin Hood“ in den Admiralspalast. Die Neuinterpretation des Musicals wird mit Musik vom irischen Sänger und Komponisten Chris de Burgh begleitet. Tickets bekommen Sie ab 34,90 Euro. Zwei Freikarten für die Premiere um 19.30 Uhr gibt's hier bei uns zu gewinnen. Bis 20. April. Friedrichstraße 101, S/U-Bhf Friedrichstraße
Essen – In der Hackerstraße 1 können sich die Gäste des Friedenauer Eckcafés „Babka und Krantz“ mit den berühmten Babkas, süße Hefezöpfe, vollstopfen bis sie nicht mehr können. Die jüdische Hefezopf-Manufaktur ist bereits berlinweit bekannt für das köstliche Hefegebäck. Doch nicht nur Süßmäuler kommen hier auf ihre Kosten, serviert werden außerdem Bagels und Brötchen, Dinkel-Ciabatta und Koriander-Fenchel-Mischbrot, Rogelach-Halbmonde und Babushkas zum Sortiment der Meisterkonditorei. Die zu empfehlenden „Kräntzchen“ werden mit etwa 20 unterschiedlichen Füllungen angeboten. Unsere Genuss-Redaktion hat die Geschichte des gehaltvollen gefüllten Hefezopfes hier genauer beschrieben und gibt zwei Rezepte von Chefkoch Yotam Ottolenghi preis. Di-So 8-17 Uhr. Hackerstraße 1, U-Bhf Walther-Schreiber-Platz
Last-Minute-Tickets – Eine Krankheit verändert den Blick von Angela auf die Welt. Was bedeutet es, am Leben zu sein? Was macht Angela zu Angela? Woher kommt sie und wohin geht sie? Ist das noch das normale Leben oder „a strange loop“. Die multimediale Bühnenarbeit „Angel (a strange loop)“ von Susanne Kennedy und Markus Selg zeigt Angelas Krankheit als Endlosschleife, an deren Ende sie den Tod auslagert. Das Gastspiel ist der zweite Teil einer Trilogie, der auf „Jessica – An Incernation“ folgt, und im vergangenen Jahr Premiere hatte. Im Mai soll der dritte Teil seine Uraufführung an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz haben. Heute: 19.30 Uhr (12-40/erm. 9 Euro). U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz
Noch Hingehen – Dem spanischen Fotografen und Regisseur Eugenio Recuenco sieht man sein Faible für kreative Umsetzungen in seinen Inszenierungen an. Im Bild zu sehen: „Las Mil Y Una Noches“, also Motive aus „Tausendundeine Nacht“. Die Galerie „Camera Work“ zeigt etwa 20 hauptsächlich großformatige Fotografien aus drei Schaffensdekaden des Künstlers – von 2006 bis 2023.Die Werke sind noch bis zum 13. April ausgestellt. Kantstraße 149, S-Bhf Savignyplatz
Grübelstoff – Seit wenigen Tagen ist das neue Hanfgesetz in Kraft. Damit dürfen Erwachsene nun legal und öffentlich Joints rauchen. Glauben Sie, dass die ganze Stadt demnächst in eine „Gras-Wolke“ umhüllt sein wird? Oder welchen Geruch nehmen Sie aktuell am meisten auf der Straße wahr?
Kiekste
Tokio, Osaka, Friedrichshain-Kreuzberg – überall blüht derzeit die Kirsche. „Arigato“ an Leser Christoph Knoch! Weitere Bilder aus Berlin gern an: checkpoint@tagesspiegel.de. Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem KIEKSTE-Wettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Frankfurter Allee (Lichtenberg): Stadtauswärts zwischen Buchberger Straße und Paul-Gesche-Straße (Lichtenberger Brücke) ist von 9 bis 14.30 Uhr der linke Fahrstreifen gesperrt.
Mühlendamm (Mitte): Richtung Alexanderplatz hinter der Fischerinsel stehen bis Mitte Mai nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung.
Leipziger Straße (Mitte): Bis Anfang Mai steht ab dem Morgen in Richtung Potsdamer Platz nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Das Abbiegen in die Wilhelmstraße ist nicht möglich.
Mecklenburgischen Straße (Schmargendorf): Wegen einer Weltkriegsbombe wird ein Sperrkreis eingerichtet. Zum Redaktionsschluss lagen noch keine weiteren Details vor.
Demonstration – Für heute sind 15 Demonstrationen (Stand 3.4., 10 Uhr) angemeldet, u.a. „Landwirtschaft, Bauernverband, Ampelregierung“: 50 Demonstrierende, Bauernmahnwache Berlin, Straße des 17. Juni 100 (0-24 Uhr)
„Für den B-Plan-Kompromiss, Grünerhalt und Spielplatzerhalt“: 30 Menschen, Ossietzkystraße 26 (6-12 Uhr)
„Aufklärung rechter Straftaten“: 15 Personen, Bürgergruppe „BASTA“, Tempelhofer Damm 12 (8.30-9.30 Uhr)
„Gegen Eigenbedarfskündigungen“: 20 Teilnehmende, Hardenbergstraße 1 (16.30-19 Uhr)
„Mahnwache für Rundfunkfreiheit“: 20 Protestierende, Bürgerinitiative „Leuchtturm ARD“, Masurenallee 8 (18-20 Uhr)
Gericht – Der Prozess gegen einen Ex-Stasi-Mitarbeiter wegen Mordes vor 50 Jahren geht weiter. Der heute 80-Jährige soll 1974 einen polnischen Staatsbürger am damaligen Grenzübergang Bahnhof Berlin-Friedrichstraße erschossen haben. Er soll als Angehöriger einer „Operativgruppe“ des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit mit der „Unschädlichmachung“ des Opfers beauftragt worden sein (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 217).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Pierre Besson (57), Schauspieler, u.a. am Maxim-Gorki-Theater / Michael Burda (65), US-amerikanischer Ökonom, Professor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität / Cristo Cabrera (39), spanischer Basketballtrainer, Cheftrainer der Frauenmannschaft von Alba Berlin / „Dieter Crößmann (70), gehörte bis zum vergangenen Wochenende zur ganz alten Garde Berliner Taxifahrer (seit über 45 Jahren) und ist nun auf Rente gegangen.“ / Angelica Domröse (83), Schauspielerin, u.a. im Film „Die Legende von Paul und Paula“ und Regisseurin / Jochen Gerz (84), Konzeptkünstler / Elias Hauck (46), Cartoonist / Nadine Keßler (36), Weltfußballerin des Jahres 2014 / Sami Khedira (37), ehem. Fußballnationalspieler, zuvor bei Hertha BSC / Ilko-Sascha Kowalczuk (57), Historiker / Peter Kurth (67), Schauspieler, insbesondere als Darsteller in der Kriminalfilm-Reihe „Tatort“ / Bastian Pastewka (52), Schauspieler und Comedian / „Siegfried Redeker aus Berlin-Spandau, wird heute stolze 90 Jahre alt! Deine Tochter, dein Schwiegersohn und deine Enkel freuen sich auf diesen Tag mit dir und gratulieren herzlich!“ / Michael Ruetz (84), Künstler, Autor und Fotograf / Xenia Seeberg (57), Schauspielerin, u.a. in der Seifenoper „Geliebte Schwestern“ / Gerd Wameling (76), Theater- und Filmschauspieler, Hörspiel- und Hörbuchsprecher, Mitglied der Schaubühne am Lehniner Platz von 1974 bis 1992, Professor am Studiengang Schauspiel an der Universität der Künste
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Olaf Buhl, * 16. Juli 1943, langjähriger Lehrer am Schadow-Gymnasium Zehlendorf / Ralf Weiß-Christensen, * 14. August 1952 / Wolfgang Corsepius, * 8. April 1940 / Prof. Dr. med. Alfred Georg Hildebrandt, * 11. Februar 1937 / Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, * 4. Juni 1954, langjähriger Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande / Martin Scholz, * 28. Dezember 1950 / Elke Strohecker, * 17. Dezember 1964, Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Stolperstein – Louis Zander (Jg. 1870) war als Tischler und später als Klavierbauer tätig. Darüber hinaus gründete er das Welt-Kino in Berlin und war Inhaber des „Kino Colosseum“. Mit seiner Ehefrau Selma Steinheimer Zander wollte er zu seinen drei Söhnen in die Vereinigten Staaten auswandern. 1943 wurde das Ehepaar stattdessen von den Nazis nach Theresienstadt deportiert. Dort verhungerte Louis Zander heute vor 81 Jahren. Selma Steinheimer Zander wurde weiter nach Auschwitz verschleppt und dort am 16. Mai 1944 ermordet. Auf der Straße Alt Moabit 86 in Moabit erinnert ein Stolperstein an Louis Zander.
Encore
Zum Schluss eine persönliche Notiz: Vor fast genau drei Jahren schrieb ich meinen ersten Checkpoint. Dieser hier war mein vorerst letzter. Es hat mir großen Spaß gemacht, ich hoffe, Ihnen von Zeit zu Zeit auch welchen bereitet zu haben. Sie finden mich weiterhin beim Tagesspiegel, genauer: im Innovation Lab. Dort werde ich wie gehabt auch zu Berlin recherchieren – mithilfe von Datenanalysen, neuen Recherchemethoden und visuellen Darstellungsformen. Die Ergebnisse werden selbstverständlich an den Checkpoint durchgekabelt. Insofern: Auf ganz bald!
Für diesen Newsletter recherchiert haben Florian Schwabe, Teresa Roelcke und Anna Thewalt, das Stadtleben hat Ihnen Sophie Rosenfeld serviert. In der Frühproduktion feiert Jasmine Dellé Premiere – unterstützt von Florian Schwabe. Morgen lesen Sie an dieser Stelle von Christian Latz.