holen Sie die Eiswürfel raus, mischen Sie sich einen großen Spritzer Zitronenlimo in ihren Espresso: Wir erwarten ein heißes Hauptstadtwochenende. Das Thermometer klettert auf bis zu 36 Grad, alle Freibäder sind ausgebucht und brandgefährlich könnte es in Neukölln zugehen: Die linke Szenekneipe Syndikat soll heute, 9 Uhr, nach jahrelangem Kampf geräumt werden. Das letzte Pils ist gezapft, nach 35 Jahren, die Nachrufe (Tplus) sind geschrieben. Schon am vergangenen Samstag bewies die linksautonome Szene, dass sie ihr „zweites Wohnzimmer“ nicht kampflos räumen wird. Steine flogen, Barrikaden brannten. Die Polizei wirkte überrascht und überfordert von der massiven Gewalt der Autonomen.
Sie wollten es diesmal besser machen. Seit gestern Nachmittag glich der Schillerkiez einer Hochsicherheitszone, zwischen Hermannstraße und Tempelhofer Feld waren Hunderte Polizisten im Einsatz. Die Weisestraße, in der sich das „Syndikat“ befindet, war abgesperrt. Nur Anwohner, die einen Ausweis vorlegen konnten, wurden durch die Polizeikontrollen gelassen. Hunderte sammelten sich am Abend im Kiez, die Hermannstraße war ab Mitternacht nicht mehr befahrbar. Ein Kiez im Ausnahmezustand, weitgehend friedlich. Eine Kundgebung direkt vor der Kneipe wurde von den Versammlungsbehörden untersagt, Widerspruch am Abend zurückgewiesen. „Aufgrund der sehr emotionalen Thematik“ glaube man, die Demonstranten würden vor der Räumung nicht von der Kneipe weichen. Das Kneipenkollektiv drohte via Twitter: „Alles was jetzt folgt hat (sic!) Innensenator Geisel und die Polizei Berlin mit ihrer Eskalationsstrategie zu verantworten.“
Tatsächlich hatte die geplante Eskalation eines harten Kerns der Autonomenszene am vergangenen Wochenende die Polizeipräsenz vergrößert, Gesprächsbereitschaft minimiert und Maßnahmen verschärft, um ähnliche Jagdszenen zu verhindern. Wozu die Autonomen bereit sind, zeigte sich in der Nacht: Auf Twitter und in Chat-Gruppen wurden Name und Foto des Neuköllner Gerichtsvollziehers auf Plakaten verbreitet. Er habe „Neukölln-Verbot“, dürfe nicht in die Nähe der Kiezkneipe gelassen werden. Sollte die Räumung erfolgreich sein, wurde für heute Nachmittag eine „Tag-X“-Demonstration angekündigt. „Provokation statt Gesprächen. Das ist Krach mit Ansage. Der Schiller-Kiez ist besetzt“, schrieb die Neuköllner Grünen-Abgeordnete Susanna Kahlefeld – und meinte damit Polizei und Innensenator. Zehn Abgeordnete von Linken und Grünen begleiteten die Proteste bis in den Morgen. Die Linke-Abgeordnete Katalin Gennburg schrieb in der Nacht: „Wir stehen an der Seite der Proteste und gegen den Ausverkauf der Stadt!“ Die Zerstörung eines Parteibüros der SPD bei den Krawallen, Steinhagel, verletzte Polizisten und Demonstranten – als hätte es all das am vergangenen Wochenende nicht gegeben. Windige Briefkastenfirmen stoppen und außerdem autonome Gewalt verhindern. Kann das so schwer sein? Wir hoffen, dass es friedlich bleibt.
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Am 8. August ab 12 Uhr eröffnet die NochMall, das neue Gebrauchtwarenkaufhaus der BSR in Reinickendorf. Entdecken Sie auf 2.500 m² attraktive Gebrauchtwaren von der Schrankwand bis zum Laptop. Oder Sie geben dort selbst gutes Gebrauchtes ab, wonach andere vielleicht suchen. Am Eröffnungstag wird es besondere Angebote geben. Das NochMall-Team freut sich auf Sie!
www.NochMall.de
Blick nach rechts. Ein heftiges Beben erschüttert die Berliner Staatsanwaltschaft, nachdem Generalstaatsanwältin Margarete Koppers gestern den Leiter des Staatsschutzes versetzt und die Ermittlungen in der rechtsextremistischen Anschlagsserie in Neukölln an sich gezogen hatte. Hat die Staatsanwaltschaft weggesehen oder gar: Ermittlungen verhindert? Stramm rechtskonservativ sei der Leiter des Staatsschutzes, Herr F., wird über ihn in der Behörde erzählt. Er sei hart gegen alles vorgegangen, was er als linksextrem empfand. Dass er dem Hauptverdächtigen in der Neuköllner Anschlagsserie, Thilo P., bedeutet haben könnte, er selbst sei AfD-nah? Glaubt in der der Staatsanwaltschaft trotzdem kaum einer – Herr F. sei Profi. Thilo P. hatte in einer Textnachricht behauptet: „Die Staatsanwaltschaft ist auf unserer Seite. Der ist AfD-Wähler.“ Beweise dafür gibt es bislang: keine. Mittlerweile ist aber bekannt, dass die brisanten Abhörprotokolle seit November 2019 bei der Behörde schlummerten. Der ermittelnde Staatsanwalt ignorierte einen expliziten Aktenvermerk der Ermittler, meldete ihn nicht. Wem auch? Sein nächster Vorgesetzter: Herr F.
Eine Anekdote aus März 2020 zeigt, wie F. denkt: Einem Jura-Prüfling soll er gesagt haben, Hetzjagden auf Migranten habe es 2018 in Chemnitz nicht gegeben. Die angeblich schlechte Rolle des Verfassungsschutzes im NSU-Komplex sei eine Verschwörungstheorie. Im besten Fall hat die Staatsanwaltschaft also in den Ermittlungsverfahren um die rechtsextremistische Brandserie jede Sensibilität den Opfern gegenüber vermissen lassen, vielleicht einmal zu oft nach links geschaut, statt alles zu tun, die mittlerweile 70 Taten aufzuklären. Schlimm genug. Im schlimmsten Fall wurden womöglich seit Jahren Ermittlungen behindert – das gilt es jetzt aufzuklären. „Die Selbstreinigungskräfte des Apparats haben gewirkt“, sagt Justizsenator Behrendt dem „rbb“. Das wird nicht reichen. Die Linke fordert einen Untersuchungsausschuss, die Grünen denken darüber nach. CDU-Landeschef Kai Wegner fordert einen Sonderermittler. Und die FDP ein Konzept gegen rechtsextreme Umtriebe in der Justiz. Generalstaatsanwältin Koppers muss nach dem Beben aufräumen, neuaufbauen, Vertrauen wiederherstellen: in ihrer Behörde und bei den Betroffenen – im besten Fall mit einem Ermittlungserfolg.
Am Montag geht’s los: Rund 365.000 Schülerinnen und Schüler packen nach den Sommerferien wieder ihre Ranzen. Weil kaum jemand so recht weiß, wie das infektionssicher gelingen soll, hat die Werbellinsee-Grundschule in Schöneberg Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) jetzt einen Brief geschrieben: „Das Kollegium […] möchte seine große Sorge zum Ausdruck bringen, dass am 10. August der Regelunterricht in voller Klassenbesetzung beginnen soll“, heißt es im Schreiben, das dem Checkpoint vorliegt. Reisen in Risikoländer würden das Infektionsrisiko steigen lassen – „und damit auch das Risiko, das Virus in die Schulen zu tragen“. Täglich kommen an den Berliner Flughäfen 2000 Reisende aus Risikogebieten an. Auf den Mindestabstand im Unterricht wollen die Lehrer deshalb nicht verzichten. Sie schlagen vor, zumindest in den ersten zwei Wochen den Unterricht in halben Gruppen durchzuführen, mit zwölf statt 25 Schülern, um die Inkubationszeit einer Corona-Infektion zu berücksichtigen. Die Berliner GEW unterstützt den Vorschlag ausdrücklich. Und die Bildungssenatorin? Wir haben Freitag, bis die Bildungsverwaltung auf den Brief geantwortet hat, ist sicher…ach, lassen wir das.
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Über 11.000 Stunden ehrenamtlicher Einsatz in der Corona-Krise.
Die Mitarbeiter des Pflege-Prüfdienstes der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben die Zwangspause bei den Qualitätsprüfungen seit März genutzt, um in Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Gesundheitsämtern zu helfen. Mehr als 11.000 Stunden haben die Pflege-Experten im Ehrenamt geleistet. pkv.de
Neues aus der City-West: In Charlottenburg-Wilmersdorf will Judith Stückler für die CDU 2021 als Bezirksbürgermeisterkandidatin antreten und SPD-Mann Reinhard Naumann ablösen. In ihrem Bewerbungsschreiben, das dem Checkpoint vorliegt, schreibt sie, sie wolle „mit Leidenschaft eine bessere Politik für unsere Bürger gestalten”. Bislang ist sie die einzige Kandidatin. Wie gut sie Krisen managen kann, hat die Vorsitzende des Ortsverbands Charlottenburg-Nord erst kürzlich bewiesen: Im von ihr geführten Vorstand sitzt der Schrottimmobilienunternehmer Thilo Peter, den Stückler seit Jahren kennt. Er besitzt mehrere Häuser in Neukölln, in denen die Mieter in teils menschenunwürdigen Verhältnissen leben - wir berichteten (CP 31.07).
Stückler sind Peters Geschäfte seit spätestens 2012 bekannt, im Ortsvorstand arbeiten sie zusammen. Auch parteiintern wird diese Nähe jetzt kritisiert, weiß unser Charlottenburg-Wilmersdorf-Experte Cay Dobberke (seinen Newsletter abonnieren Sie hier). Denn statt Stellung zu nehmen, war die Bürgermeisterkandidatin in spe komplett abgetaucht. Die Kommunikation übernahm der Kreisvorsitzende Klaus-Dieter Gröhler: „Judith Stückler, Thilo Peter und ich werden uns mal zusammensetzen.“ Darum habe er selbst gebeten, sagte Gröhler jetzt. Vielsagend. Hoffentlich läuft das nicht genauso, wenn’s künftig am Charlottenburger Schloss bröckelt oder der Funkturm wankt – die CDU hat ja gute Chancen, stärkste Kraft im Bezirk zu werden. Bezirksbürgermeisterin Stückler? Leider nicht erreichbar.
„Erzähl mal weiter“ – gemeinsam mit AutorInnen und Ihnen wollen wir während der Sommerferien Fortsetzungsgeschichten schaffen. Die sechste und letzte beendet heute Berit Glanz (die vorherigen Parts lesen Sie hier).
Stalagmit
von Berit Glanz, Uwö, Doris Jagodzinski und Tammiko
Da hörte sie einen Schlüssel im Schloss und erschrak... Sie nahm die Maus und steckte sie zu den Tarotkarten in die Brusttasche. Der Feueralarm dröhnte weiter durch den Keller, wahrscheinlich hatte sie sich das Schlüsselgeräusch eingebildet. Nicht verzweifeln, der Angst keine Angriffsfläche bieten, hatte ihre Mutter immer gesagt. Immerhin war die Maus bei ihr. Sie nahm ihr Handy in die Hand und versuchte erneut, Milan anzurufen. Er antwortete nicht. Die Maus quietschte wieder, und es sah so aus, als würde sie mit der Schnauze auf die Tarotkarten zeigen. Als wüsste das Tier genau, was zu tun war. Sie setzte sich auf den Boden des Kellerverschlags und begann im Licht ihres Handys aus den Karten ein Haus zu bauen. Die Maus schaute aus ihrer Brusttasche zu. Als das Kartenhaus fertig war, setzte sie die Maus hinein. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würde sie ihr zunicken, dann verschwand die Maus. Der Feueralarm hatte aufgehört und sie saß in völliger Stille im Lichtkreis ihres Telefons und schaute auf das zusammengefallene Kartenhaus. Die Feuerschutztür öffnete sich. „Ich bin da“, hörte sie Milan rufen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Sollten Sie diesen Checkpoint gerade mit einem halbleeren Caipirinha in der Hand lesen und/oder am Pool oder im Frühstücksrestaurant eines Hotels, bitte aufgepasst: Ab Samstag gilt in Deutschland die Testpflicht für Einreisende aus Corona-Risikogebieten. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jetzt an und sprach gleich noch von einer „besorgniserregenden Steigerung der Infektionszahlen“. Die Übersicht über alle Risikoländer finden Sie hier.
Sie kommen wieder: Am 29. August wollen Gegner der Corona-Maßnahmen, Esoteriker, Verschwörungsideologen und Extremisten wieder in Berlin demonstrieren. Für die „Versammlung für die Freiheit“ wurden 17.000 Teilnehmer angemeldet. Wahrscheinlich werden am Ende aber – wie schon vergangene Woche – alle 350 Millionen Deutschen gemeinsam auf der Straße stehen und gegen das faschistische Regime demonstrieren, das es ihnen ermöglicht, trotz Verstößen gegen den Infektionsschutz zu demonstrieren.
Alles weiteren Neuigkeiten zum Coronavirus in Berlin finden Sie in unserem Liveblog.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Verkehr I: Zwei Drittel aller Unfälle zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrern geschehen an Kreuzungen und Einmündungen. Als sichere Alternative galt das „holländische Modell“ mit geschützt abbiegenden Radfahrwegen. Der renommierte Unfallforscher Siegfried Brockmann will nun bei einem Praxistest herausgefunden haben, dass diese Art Kreuzung nicht sicherer ist – und noch schlimmer: die Abbiegeassistenten von Lkw nicht anschlagen. Die Details hat Jörn Hasselmann.
Verkehr II: Ähnlich hochgelobt wurden die Pop-up-Bikelanes – eine Berliner Erfindung. Klima-Aktivistin Luisa Neubauer schrieb dazu kürzlich im Magazin „taz futurzwei“: „Die Innenstädte stehen gerade leer, wir finden es total innovativ, ein paar Fahrradstreifen dahin zu malen. Aber ohne, dass wir uns dazu bewusst von der Idee zugestellter, zugeparkter, emissionsverseuchter, lärmender Innenstädte, also ungezügeltem Autoverkehr verabschieden, bleiben Pop-up-Lanes ein weiterer Verdichtungsfaktor überfüllter Verkehrsräume.“ Was meinen Sie? Verschlimmbessern wir in Berlin gerade den Status-Quo oder sind die Streifen der nächste Schritt zur Mobilitätswende? Erlebnisse von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern gern an: checkpoint@tagesspiegel.de
Achtung, Zeitenwende! Jahrelang kam der Wedding, jetzt ist er angekommen: „Mir wurde heute in meinem Weddinger Kiez in einem Café (!) von der hippen Kellnerin der Platz verweigert, weil ich nur einen Kaffee und eine Limo trinken und nichts essen wollte. Ich solle in den Bioladen nebenan gehen. Demnächst Cafébesuch nur noch mit Einkommensnachweis“, schreibt Julia Lorenz auf Twitter. Wir fordern: Wohnungsbesichtigungen nur noch mit Adelstitel! Bioläden nur noch barfuß!
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Techno auf dem Maifeld am Olympiapark? Heiße Tanznächte im Eisstadion Wilmersdorf? Konzertnächte mit Abstand im Sommergarten am Funkturm? Vielleicht bald Realität. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf will nach einem Treffen mit Vertretern der Clubcommission Berlin prüfen, an diesen Orten Partys zu veranstalten – trotz Corona. Insgesamt hatten die Clubvertreter 20 Flächen in ganz Berlin vorgeschlagen. Die Vorsitzende der Clubcommission, Pamela Schobeß, sagte auf Checkpoint-Anfrage, man sei mit weiteren Bezirken im sehr engen Austausch. Schobeß: „Der Wille ist da. Wir glauben – allen Unkenrufen zum Trotz – daran, dass noch diesen Sommer und im Herbst legale Open-Air-Veranstaltungen stattfinden werden.“
Wir bleiben Open-Air. Die Ku‘dammbühnen sagen ihr Sommerfest unter freiem Himmel ab und bis vor einigen Monaten hätte uns niemals jemand den Grund geglaubt. Intendant Martin Woelffler sagte, weil sich zu viele Gäste angemeldet hätten, müsse man nun zurückziehen – keine Chance, auf Abstand zu gehen. „Der Zuspruch ist bewegend und überwältigend“, sagte Woelffler. Im Corona-Jahr leider hinderlich. Wer Lust auf Theater hat: Ab 12. August geht der Betrieb wieder los – mit Abstand.
Schlimme Nachricht: Bei der Leiche, die am Mittwoch an der Rummelsburger Bucht gefunden wurde, handelt es sich um ein 15 Jahre altes Mädchen. Der mutmaßliche Täter, ein 41-Jähriger, stellte sich am Donnerstag der Polizei. Die Staatsanwaltschaft erließ wenige Stunden später einen Haftbefehl wegen des Verdachts auf versuchte Vergewaltigung und Mord.
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Themenwechsel. Junge Politiker müssen heute senden: Instagram, Facebook, Twitter – wer hier zur Marke wird, fällt früh auf. Die wohl erfolgreichste Parteipolitik-Influencerin ist momentan Lilly Blaudszun, 19 Jahre alt, Sozialdemokratin, 27.193 Twitterfollower (Stand: 3.36 Uhr). Seit Mittwoch macht Blaudszun über Instagram auch Werbung für eine Laptopmarke von Aldi. Viele Genossen finden das gar nicht sozialdemokratisch, andere fragen sich: Worin liegt der Unterschied zum gut bezahlen (und ebenfalls völlig legalen) Nebenjob? Cicero-Kollege Bastian Brauns hat‘s aufgeschrieben und Lilly Blaudszun hat gleich einen Teil ihres Verdiensts gespendet.
Aus der digitalen Welt auf den Rasen: Union Berlin hat sich einen Top-Verdiener geangelt. Max Kruse kommt von Fenerbahce Istanbul nach Köpenick. Sie sollten dort gut auf den 32-jährigen Stürmer aufpassen: Kruse feierte in der Vergangenheit gern und wild in Berlin. So sehr, dass ihm nachts einst 75.000 Euro verloren gingen – in bar. Passiert.
Die Idiotie greift derweil anderweitig um sich: Nachdem wir gestern über die Faltblätter berichtet hatten, die vor angeblichen Gesundheitsgefahren durch Mund-Nasen-Schutzmasken warnen, tauchten auch in Kreuzberg rund um die Gräfestraße solche Flyer auf. Darauf werden die Auswirkungen einer Maske „bei 100 Prozent gesunden Deutschen“ beschrieben. Checkpoint-Empfehlung: Die einzige Auswirkung auf gesunde Menschen sollte sein, diese Pamphlete in den Müll zu schmeißen.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wenn Sie weiterhin Waren, Dienstleistungen und Unterstützung für das Nord-Stream-2-Projekt bereitstellen, würden Sie das zukünftige finanzielle Überleben Ihres Unternehmens zerstören.“
Geopolitik á la Donald Trump trifft auf den kleinen Fährhafen Sassnitz auf Rügen.
Tweet des Tages
stelle freunde einander nur noch vor wenn die chance besteht dass sie zeitnah ein paar werden, zusammenziehen und ich IN EINE DER BEIDEN WOHNUNGEN EINZIEHEN KANN
Stadtleben
Lesereise – Heute geht es auf die Scilly-Inseln vor der Küste Cornwalls – mit einer Empfehlung von Gabriele Seebode aus der Buchhandlung Auerbach in Steglitz für anglophile Krimifans: „Detective Inspector Ben Kitto ist auf der Insel Bryher aufgewachsen, lebt und arbeitet aber schon sehr lange in London. Gerade möchte er Abstand gewinnen von unschönen Ereignissen und einfach nur seinem Onkel beim Bootsbau helfen. Diesen Plan durchkreuzen das Verschwinden und der Tod einer jungen Frau. Kitto muss in einer überschaubaren Gruppe Verdächtiger ermitteln, die er fast alle seit seiner Kindheit kennt. Bis auf die attraktive Nina, die nicht nur ihm den Kopf verdreht, sondern auch Shadow, dem Hund, der ihm seit seiner Rückkehr auf Schritt und Tritt folgt. Lebendige Dialoge, stimmungsvolle Landschaftbeschreibungen und ganz viel Spannung!“ „Nachts schweigt das Meer“ von Kate Penrose (Fischer, 2019) ist der Auftakt der Scilly-Reihe, von der mittlerweile drei Bände erschienen sind – und es gehören fünf Inseln zur Gruppe.
Urlaub ganz nah – Authentische Fish & Chips knuspern Fernwehgequälte in Prenzlauer Berg. Hier buhlen gleich zwei Lokale um die Gunst der Kulinariker: Zwischen weißen Keramikkacheln kredenzt die Fischfabrik Scholle, Hecht und selbst Garnelen mit Malzessig und Pommes Frites (ab 4,30 Euro, Danziger Straße 24). Schlappe zehn Minuten entfernt wartet der Fischladen (Schönhauser Allee 128) mit dick geschnittenen Chips, Seegras-Beilage und weißem Wels auf, eingewickelt in englisches Zeitungspapier (ab 6,90 Euro). Checkpoint-Tipp: Wen die Qual der Wahl überfordert, probiert sich einfach durch beide Imbisse – und lässt sich danach samt Lektüre auf dem grünen Helmholtzplatz nieder.
Mehr Ideen für den Urlaub vor der Haustür finden Sie auf tagesspiegel.de.
Wine & Dine – Heiße Sommernächte zelebrieren Weinkenner an diesem Wochenende in Charlottenburg: Noch bis zum Sonntag lädt Il Calice zum Winzerfestival auf den Walter-Benjamin-Platz. Unter bunten Regenschirmen, die seit kurzem über den Stadtschwärmern schweben, nippen die Gäste an Rosé und Rotwein, lauschen Live-Jazz und knabbern an frischem italienischen Streetfood. Rund um den historischen Kiosk stellen dutzende Winzer ihre Tropfen vor, die gleich vor Ort verköstigt werden – Weine und Speisen gibt es ab drei Euro. Piazza-Flair inmitten von Berlin! Fr 16-21, Sa 15-21, So 15-20 Uhr, U-Bhf Adenauerplatz

Rausfahren und durch Säulengänge wandeln, während langsam die Sonne versinkt: Im nächtlichen Potsdam ruft das Schloss Belvedere am Pfingstberg zur pittoresk-romantischen Mondnacht. Statt tagsüber in praller Sonne flanieren hitzegeplagte Kulturconnaisseure im Abend-Zwielicht entlang der weiß erleuchteten Arkaden. Schwindelfreie erklimmen die Türme und blicken bis weit über Havel und Stadt, Alltagserschöpfte ergattern ein Glas Wein und sehen den Fledermäusen beim Flattern zu. Eintritt ins Schloss gibt’s für 6/4,50 Euro, alle Infos erhalten Sie hier. Nicht verzagen, wer diesmal den Abend verpasst: Die nächste Mondnacht lockt am 4. September. 18-23 Uhr, Pfingstberg, Neuer Garten, 14469 Potsdam (Foto: SPSG, Andreas Fink)
Noch Hingehen – Marilyn in rot-blau-gelb bewundern Besucher des Kulturforums: Noch bis zum 16. August thront Andy Warhols berühmtes Kunstwerk an der Wand des Kupferstichkabinetts. „Pop on Paper“ zeigt Comic-Strips und Grafiken, eine knalliger als die nächste. Wer die grell-bunte Sammlung bestaunen möchte, flitzt von Dienstag bis Samstag in die Galerie (10-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr). Tickets gibt’s für 8/4 Euro hier, ein Zeitfenster ist notwendig. Nicht vergessen: Maske ins Gepäck – Zeit, die peppigste Bedeckung auszuführen! Matthäikirchplatz, S+U-Bhf Potsdamer Platz
Last-Minute-Theater – (ein Tipp von Ticket-Kollege Ingolf Patz) Das wird die glamouröseste Veranstaltung des neuen Kulturorts Strandbad Plötzensee. Um 20.15 Uhr geht es bei der Wahl von „Miss Wedding 2020“ um alles: Denn nur eine kann das Gesicht von Achmed’s Döner Diner werden. Mit dem Sonnenuntergang im Rücken verpasst das Prime Time Theater der Filmvorlage Miss Undercover die liebevolle Trash-Behandlung, die die alberne Krimikomödie mit Sandra Bullock verdient hat. Bombenstimmung ist garantiert, das Publikum steht aber auch vor einer schwierigen Entscheidung: Soll eine der Bewerberinnen gewinnen, deren Ziel „Weltfrieden“ lautet oder das hässliche Entlein, das „Döner für alle“ ruft?
Karten sichern – Für Nächte, die erschaudern lassen: Auf eine Jagd nach dem Paranormalen begeben sich Mutige auf dem Schöneberger Südgelände. Die Schauspieler der Shakespeare Company laden zum immersiven Horror-Theater – im Gleisbett, im Tunnel, im Birkenwald. Vor wenigen Tagen feierte „Dark im Park“ seine Uraufführung in finsterer Natur, in der die Geister des Geländes beschworen werden sollen. Wagemutige Hauptstadthelden besuchen das Stück bis zum 15. August, Karten erstehen Sie für 25 Euro hier. Auch Sie kann nichts schrecken? Checkpointlesern spendiert das Theater zwei Tickets für den heutigen Abend – Treffpunkt um 22.45 Uhr am S-Bahn-Tor. Wer traut sich für uns in die Nacht?
Sommertipps – Handtuch geschnappt und losgesaust! Wer sich im flirrenden Hitzesommer sehnlichst in kühle Fluten träumt, klickt sich fix auf die Tagesspiegel-Homepage: Hier hat mein Kollege Björn Seeling die Hochsommertipps der Stadt gesammelt – vom Biergarten bis zum Badesee. Wo ist die Eiscreme handgemacht, wo sind noch Freibad-Tickets zu haben? Antworten verrät Ihnen dieser Link. Behalten Sie einen kühlen Kopf – trotz Tropenhitze.
Insel-Check
Team Checkpoint hat die Segel gehisst und alle Berliner Inseln besucht – es sind mehr als 50. An dieser Stelle und auf Instagram stellen wir Ihnen täglich eine davon vor. Und oben drauf gibt’s unser Inselquartett – zum Ausschneiden für lange Autofahrten in den Ferien und Sommer-Sehnsucht im Winter.
Eigentlich müsste die Rote Insel längst Grüne Insel heißen. In der früheren sozialdemokratischen Bastion haben bei der letzten AGH-Wahl noch 26,8 Prozent ihr Kreuz bei den Roten gemacht, die Grünen erhielten auf der Insel (weil von S-Bahn-Gleisen abgeschnitten) mehr als 40 Prozent. Immerhin wohnt Juso-Chef Kevin Kühnert noch hier, doch allen Sozialismus-Forderungen zum Trotz schreitet die Gentrifizierung voran. Vor dem portugiesischen Café stehen die Hipster für ihren „Zartbitter Hafer Porridge“ oder die „Acai-Bowl“ Schlange, an jedem Laternenmast hängen verzweifelte Wohnungsgesuche, die Kitas sind auf Jahre voll. Jetzt will auch noch Tesla den Gasometer bebauen. Es wird eng für die alten Schöneberger, die stolz sind auf ihre Geschichte. Marlene Dietrich wurde auf der Insel geboren, Hildegard Knef verbrachte hier ihre Kindheit, August Bebel und Theodor Heuss waren auch mal da. Inzwischen scheint nur in der Kiezkneipe „Inselnest“ in der Leberstraße – benannt nach dem Sozialdemokraten und NS-Widerstandskämpfer – noch die Zeit still zu stehen. Der 24-Stunden-Schuppen besticht mit fairen Preisen und den immergleichen Gästen. Zwischen Billiardtisch, Jukebox und Tresen tröpfelt das Leben seit 30 Jahren vor sich hin. Doch wie lange noch? Immer öfter bleibt der Laden am Ende des Monats, wenn den Gästen die paar Groschen für ihre Molle fehlen, leer. Die Insel verschwindet immer mehr im tosenden Großstadtmeer – nicht nur politisch.
Text: Felix Hackenbruch
Berlin heute
Verkehr – Herrfurthplatz (Neukölln): Aufgrund einer Demonstration (s.u.) ist zwischen 17-20 Uhr rund um den Platz mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Betroffen sind u.a. Herrfurthstraße, Weisestraße, Hermannstraße, Hermannplatz, Sonnenallee, Karl-Marx-Straße und Flughafenstraße.
Bahnhofstraße (Blankenburg): Zwischen der Unterführung der A114 und der Rudelsburgstraße ist heute Nacht in beiden Richtungen nur eine Spur verfügbar (19-7 Uhr).
Regionalverkehr: Auf den Linien RE5 und RE7 kommt es von 21.30 Uhr bis Montagmorgen (4 Uhr) zu Fahrplanänderungen. So fährt zwischen Zossen und Wünsdorf-Waldstadt bzw. Baruth ein Ersatzverkehr mit Bussen. Die Züge der Linie RE5 halten nicht am Hauptbahnhof, Potsdamer Platz, Südkreuz und Lichterfelde Ost, dafür an Ostkreuz und Schönefeld Flughafen.
Demonstration – „Keine Zwangsräumungen während der Corona-Pandemie“ fordern heute 400 Personen, die vom Herrfurthplatz quer durch den Schillerkiez ziehen (17-20 Uhr). Auch an der Ecke Herrfurthstraße/ Weisestraße protestieren 200 Teilnehmende von 6-24 Uhr „Gegen Gentrifizierung und Verdrängung aus der Innenstadt“. Wenige Blocks weiter demonstrieren 200 Personen unter dem Motto „Polizeigewalt und Zwangsräumungen – Nein Danke“ (Selchower Straße/ Ecke Weisestraße, 6-11 Uhr). Die Grüne Jugend Neukölln campiert bereits seit gestern Nachmittag am Syndikat in der Weisestraße 56: Sie fordert „Versammlungsfreiheit und linke Freiräume erhalten“ (bis 9 Uhr, 100 Teilnehmende). Gegenüber dem Auswärtigen Amt am Werderschen Markt 1 kommen 50 Personen zusammen, die unter dem Motto „Stopp mit den Hinrichtungen im Iran – eilige Protestaktion nach der Hinrichtung eines Demonstranten im Iran“ protestieren (12-16 Uhr, angemeldet durch die Exiliranische Gesellschaft Berlin).
Am Samstag ziehen 1000 Teilnehmende im Rahmen einer Demonstration mit dem Titel „Frieden, Freiheit und Wahrheit“ vom Alexanderplatz zur Straße des 17. Juni und zurück (14-22 Uhr). Vom Olympischen Platz durch die Innenstadt bis zur Alten Försterei saust am Nachmittag ein „Motorradkorso gegen Wochenendfahrverbote und Einschränkungen“, es werden 1000 Teilnehmende erwartet (14-16 Uhr). Mit einem Aufzug vom Rosa-Luxemburg-Platz zur Chausseestraße demonstrieren außerdem 350 Personen unter dem Motto „Steinkohle ist Blutkohle“ (10-16 Uhr). Vor dem Kanzleramt treffen sich 200 Protestierende zu einem „Müttermarsch – Aufmerksam machen auf die Bedürfnisse von Müttern, insb. Alleinerziehenden“ (17.30-19 Uhr). Auf dem Pariser Platz demonstrieren außerdem 200 Teilnehmende „Zur Unterstützung der Menschen in Serbien“ (18-21 Uhr). In Steglitz ruft die Bürgerinitiative Kranoldkiez auf den Marktplatz in der Ferdinandstraße: Sie fordern den „Erhalt des Marktes“ (10-14 Uhr, 100 Personen).
Am Sonntag ziehen 2000 Kunstschaffende vom Kudamm bis zum Potsdamer Platz. Ihr Motto lautet: „Künstler! Hilfe! Jetzt!“ (13-19 Uhr). Vom Neptunbrunnen bis zum Pariser Platz marschieren 500 Teilnehmende im Rahmen eines Aufzugs mit dem Titel „Belarus Solidarität Manifestation“ (13-16 Uhr). Vor der Israelischen Botschaft kommen 300 Personen zur Kundgebung „Verteidige die israelische Demokratie. Eine Demonstration der Solidarität mit den Demonstranten in Israel“ (12-15 Uhr).
Gericht – Der Prozess gegen einen Judotrainer wegen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen im Verein wird fortgesetzt. Übergriffe auf sieben Jungen werden dem Mann zur Last gelegt (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 504).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Lutz-Werner Brandt (82), Architekt, Designer, Grafiker, Bühnenbildner und Fassadenkünstler / Sabine Conrad (60), „Die großartigste Ehefrau, Mutter und Oma, die die Welt je gesehen hat“ / Manfred Dorn (82), „Deine Kinder wünschen dir von Herzen weiterhin alles Gute“ / Sabine Hark (58), Soziologin, leitet das Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU / Steffen Krach (41), Politiker (SPD), Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung der Senatskanzlei / Gesine Lötzsch (59), für die Linke im BT / Robert Seethaler (54), Schriftsteller und Schauspieler / Jordan Torunarigha (23), Fußballer bei Hertha BSC / Nachträglich: „Unserem wahren Freund und Paten Pontow alles Liebe zum Geburtstag. Bleib gesund. Es möge ein gutes Jahr werden! G.H. L.“
Samstag – Sören Benn (52), Bezirksbürgermeister von Pankow (Linke) / Vladimir Darida (30), Mittelfeldspieler bei Hertha BSC / Christine Heer, „Der Tine aus Spandau alles Liebe zum runden Geburtstag“ / Uwe Heinelt (52), Illustrator und Comiczeichner / Jan Josef Liefers (56), Schauspieler / Markus Pauzenberger (55), ehem. für die SPD im AGH (2006-11) / Dietmar Peters (71), ehem. Eishockeyspieler / Bernd Pohlenz (64), Zeichner und Cartoon-Künstler / Lena Stolze (64), Schauspielerin / Philipp Teschke (17), „Glückwunsch an einen tollen Sohn! Viel Erfolg und Energie für das neue Lebens- und Schuljahr, Dein Papa“ / Gernot Wolfram (45), Journalist und Schriftsteller
Sonntag – Hermann Beil (79), österreichischer Theaterdramaturg und -regisseur / Annegret Kramp-Karrenbauer (58), Bundesvorsitzende der CDU, Bundesverteidigungsministerin / Petra Pau (57), im BT für den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf (Linke), Vizepräsidentin des Bundestages / Otto Rehhagel (82), ehem. Fußballspieler und -trainer, 2012 Trainer bei Hertha BSC / Michaele Schreyer (69), ehem. EU-Kommissarin (1999-2004, Grüne) / Anne Tismer (57), Schauspielerin, u.a. an der Schaubühne, Mitbegründerin des Ballhaus Ost / Georgi Wassilew (74), Fußballspieler und -trainer, in den Jahren 1998-2003 und 2006-2007 Trainer bei Union Berlin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Rebeccah Blum, * 18. Juni 1967 / Viola Kennert, * 6. August 1952, Superintendentin i.R. und stellv. Vorsitzende des Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. / Dr. Ralph Schmiechen, * 23. Juni 1930 / Hildegard Schop, * 12. Mai 1929
Stolperstein – In der Thomasiusstraße 18 in Moabit erinnert ein Stolperstein an Moses Strauss (Jg. 1866), der am 28. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde. Nur wenige Tage später – heute vor 78 Jahren – wurde er dort ermordet.
Encore
Wir hatten neulich über einen Zehlendorfer Fuchs geschrieben, der mehr als 100 Schuhe stahl (CP 27.07). Irre Geschichte. Das Tier und sein Beutezug machten Schlagzeilen in halb Europa. Wie langweilig, muss sich die Wildschweinfamilie gedacht haben, die am Mittwochabend im Grunewald spazieren lief. Die Sau und zwei Ferkel schnappten sich kurzerhand den gelben Beutel eines älteren Herren, der sich auf der FKK-Wiese am Teufelssee sonnte, und liefen im Schweinsgalopp davon. Weil 100 Schuhe was für Anfänger sind, griff der kriminelle Clan gleich höherpreisig zu und erwischte laut einer Zeugin mit dem Beutel auch den Laptop des Mannes.
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Fotos zeigen, wie das Opfer den Großkriminellen nackt und zur Riesenfreude aller Beobachter hinterherhechelt. Der Mann soll’s mit Humor genommen und schallend über die Aufnahmen gelacht haben, berichtet die Fotografin. Innerhalb weniger Stunden hatten es die Bilder bis nach Russland, Polen und in die Ukraine geschafft: Wo die Geschichte teils als russisch/polnisch/ukrainisch ausgegeben wurde. So säuisch ist aber nur Berlin. Checkpoint-Ehrenwort.
Mir bleibt nur, einen angenehmen Freitag zu wünschen und den Kaffeepuristen unter Ihnen zu beichten: Der Getränketipp mit dem Limonaden-Espresso war ernst gemeint. Das Berliner Stadtleben hat heute Lotte Buschenhagen für Sie aufgeschrieben, Caspar Schwietering hat den Checkpoint produziert. Und morgen lüftet Lorenz Maroldt hier wieder durch.