Samstags heiter bis wolkig, Schauer möglich, sonntags klar bei bis zu 16°C

Auswirkungen der Energiekrise: Schließt Berlin bald Hallenbäder? Nach Tod eines schwarzen Obdachlosen: Berliner Polizei sieht sich Gewalt- und Rassismusvorwürfen ausgesetzt Berliner Gasversorger Gasag feiert 175. Geburtstag

beginnen wir diesen „heiter bis wolkigen“ Samstag mit einem kurzen Überblick über die nicht immer heiteren, aber wichtigen Berlin-Nachrichten:

+++ Auswirkungen der Energiekrise: Berlin zieht Schließung von Hallenbädern in Betracht. Wenn Energie noch knapper wird, könnten in Berlin Schwimmhallen geschlossen werden. Zunächst soll anderweitig gespart werden – der Spielraum dafür ist gering.

+++ Nach dem Tod eines schwarzen Obdachlosen sieht sich die Berliner Polizei Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Ein psychisch kranker Mann ist rund drei Wochen nach einem Polizeieinsatz gestorben. Die Berliner Opferberatungsstelle Reachout wirft der Polizei „massive brutale Gewalt“ und Rassismus vor. Ein Todesermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

+++ Von der Gaslaterne zum Wasserstoff in Berlin: Explosionen, Kriege und Revolutionen – die Gasag feiert 175. Geburtstag. Kriege und Revolutionen, Energieknappheit und Eigentümerwechsel, Teilung und Einheit: Die Geschichte des Gasversorgers ist so vielfältig wie Berlin.

Auf tagesspiegel.de informieren wir Sie gewohnt zuverlässig über alle Entwicklungen in und rund um Berlin.

Während schon am Heizen gespart und darüber debattiert wird, wie dunkel die Stadt im Winter werden darf, lassen wir es mit dem Festival of Lights nochmal richtig krachen. Zwei Wochenenden umfasst das Lichtspektakel, bei dem 35 Sehenswürdigkeiten bei Nacht spektakulär inszeniert werden.

Mein Wochenende mit

Durchgecheckt

Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.

„Wer dem Sommer bereits nachweint, erinnere sich: unerträgliche Hitze, Schweißgeruch, klebrige Hufe. Dazu Körper, die jedwede Tätigkeit verweigern und eine in beigebraunen Tönen welkende Natur, ausgetrocknete Wiesen und Bäume, die schon bei mittleren Böen umknicken. Nee, nee, wenn Sie mich fragen: Ein Glück, dass das vorbei ist. Schon immer war mir diese Eigenheit haarloser Zweibeiner schleierhaft, sich bei den erstbesten Sonnenstrahlen ungeniert ins Licht zu setzen, bis sie rot glühen. Jetzt, das ist meine bescheidene Meinung, ist die richtige Zeit, um mehr von der Natur zu haben als Signalfarben. Neulich erst bin ich bei Meseberg (Altmark) bei nahezu jedem Hufschritt vor aufgeschreckten Rehen erschrocken – so zufrieden, wie jetzt, habe ich sie selten gesehen. In Dutzenden liegen sie dort auf Feldern und sinnieren über die Geschichte des auf das 14. Jahrhundert zurückgehenden Orts, der altmärkischen Wischen und Höhen und der historischen Bockwindmühle am Kattwinkel. An den Toren der kleinen Höfe bellen den Flaneur Hunde an, grüßen Hühner und Gänse und hier und da findet man Fallobst im Überfluss, denn genau jetzt rasselt es überreife Äpfel, Birnen, Zwetschgen und mehr von den Bäumen. Ich gehe mal den Herbst genießen und empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“

Lese­empfehlungen

Nicht nur „ein Stück Stoff“: Die Berliner Solidarität mit den Protesten im Iran ist groß. Weshalb sie nicht nach einmaliger Bekundung abebben, sondern die Proteste selbst überdauern erklärt Grünen-Politikerin Gollaleh AhmadiAnna Thewalt (T+) hat sie gesprochen

Vater-Sohn-Geschichten bewegen bekanntlich Herzen, weshalb sie nicht nur allerlei hervorragenden Romanstoff abgeben – die Beispiele sind zahlreich. Die besten Romane schreibt allerdings immer noch das Leben selbst – vor allem, wenn der Vater Willy Brandt heißt, sein Sohn Lars Brandt die Geschichte erzählt und Susanne Kippenberger (T+) die aufschreibt. 

Apropos Lesen: Sieben Millionen Menschen in Deutschland, 320 000 in Berlin können es nicht. Weshalb es sich bei ihnen um Alltagshelden handelt, erklärt Autor Sebastian Fitzek Boris Buchholz (T+)

Klassismus ist in Berlin kein Fremdwort, und nicht erst seit der aktuellen Inflation. Trotzdem gibt es noch immer einige Rechtschreibprogramme, die es für falsch geschriebenen Klassizismus halten. Das könnte sich mit der Verleihung des Literaturnobelpreises an die französische Autorin Annie Erneaux ändern. Gerrit Bartels (T+) über die vielleicht zurzeit relevanteste „Ethnologin ihrer selbst“.

Wochen­rätsel

Gewonnen! Die Taxi-App Apcoa, zuständig für die interne Kommunikation der Betreiber, schickte in letzter Zeit desöfteren „alle verfügbaren Fahrzeuge mit einer gültigen Ladeberechtigung“ zum Flughafen BER. Dabei dürfen von den 5600 Berliner Taxis nur 500 mit einer Lizenz am BER Fahrgäste aufnehmen – alle anderen fahren ohne Kunden zurück nach Berlin. So kommen pro Jahr…

a) …10.000 unnötige Leerfahrten zustande.
b) …50.000 unnötige Leerfahrten zustande.
c) …100.000 unnötige Leerfahrten zustande.

Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, ist im Vorteil!

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Encore

Berliner Hausnummern (XLI)104 Mails – Spam exklusive – flattern an einem ruhigen Tag ins Checkpoint-Postfach, davon 21 PR-Mails, vier Themenhinweise, vier Geburtstagswünsche, ein Lob und zwei Beschwerden. Waren besonders kontroverse Beiträge, Tippfehler oder falsche Straßenangaben in der aktuellen Ausgabe, verdoppelt sich die Zahl der Mails – das Weihnachtsrätsel sprengt jegliche Zählung.

Übrigens: Nicht alles, was im Checkpoint steht, stimmt. Im gestrigen Checkpoint stand, Bausenator Andreas Geisel habe die Missbilligungsanträge von CDU und FDP überstanden. Das stimmt so nicht: Es waren Missbilligungsanträge von CDU und AfD. Wir missbilligen die Fehlzuschreibung von Missbilligungsanträgen entschieden.

Diesen Wochenend-Checkpoint hat Ihnen Lionel Kreglinger (Frühproduktion) auf den Bildschirm gezaubert, am Montag lesen Sie an dieser Stelle von Lorenz Maroldt. Haben Sie ein schönes Wochenende!

Ihr Thomas Wochnik