wer heute früh die Wahlergebnisse aus Brandenburg und Sachsen mit den letzten Umfragen vergleicht, könnte auf die Idee kommen, Meinungsforschung steuerlich als Glücksspiel zu veranlagen (das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten hat zufällig die Stelle „Hauptsachbearbeitung Glücksspielwesen“ gerade neu zu besetzen). Halten wir uns an die Fakten und sehen auf die Zahlen (amtliche Endergebnisse):
Brandenburg:
SPD: 26,2 (-5,7)
AfD: 23,5 (+11,3)
CDU: 15,6 (-7,4)
Grüne: 10,8 (+4,6)
Linke: 10,7 (-7,9)
BVB / Freie Wähler: 5,0 (+2,3)
FDP: 4,1 (+2,6)
Wahlbeteiligung: 61,3
Sachsen:
CDU: 32,1 (-7,3)
AfD: 27,5 (+17,8)
Linke: 10,4 (-8,5)
Grüne: 8,6 (+2,9)
SPD: 7,7 (-4,7)
FDP: 4,5 (+0,7)
Freie Wähler: 3,4 (+1,8)
Wahlbeteiligung: 63,6
Das bedeutet:
Dietmar Woidke und Michael Kretschmer können weiterregieren, brauchen aber neue Dreier-Koalitionen (oder bilden Minderheitsregierungen). In Brandenburg hätte Rot-Grün-Rot eine Mini-Mehrheit, aus Berlin warnt aber schon der Regierende Bürgermeister: So eine Koalition ist „schwierig“. Er hat da so seine Erfahrungen.
Schauen wir auf ein paar Schlagzeilen:
„Verluste für CDU und SPD bei Landtagswahlen“ (FAZ)
„Hohe Gewinne für AfD im Osten“ (SZ)
„Erleichterung in Brandenburg und Sachsen“ (Morgenpost)
„Nochmal davongekommen“ (Berliner Zeitung)
„Massive Gewinne für die AfD im Osten, Kretschmer und Woidke bleiben vorn“ (Tagesspiegel)
„Aus Versehen! Die AfD macht den Osten bunt“ (B.Z.)
„Wahlbeben – Hält die GroKo das aus?“ (Kurier)
„Woidke peilt Kenia-Bündnis an“ (PNN)
„Kretschmer kriegt die Kurve“ (Leipziger Volkszeitung)
Alles, was der Tag zum Thema noch so bringt, könne Sie hier auf tagesspiegel.de verfolgen.
Falls es Ihnen wichtig ist, Amtsbescheide zügig zu erhalten, sollten sie lieber nicht in Pankow, Mitte oder Lichtenberg ableben – die Wartezeit auf eine Sterbeurkunde beträgt hier im Durchschnitt bis zu sechs Wochen. Kleiner Trost: Die Neugeborenen haben’s auch nicht besser - jedenfalls nicht in dieser Hinsicht (Q: Staatsekretärin Sabine Smentek / Anfrage MdA Stephan Lenz).
Und dazwischen (also zwischen Geburt und Tod)? Na, da warten die Berlinerinnen und Berliner teils so lange auf einen Termin beim Standesamt zur Hochzeitsanmeldung, dass sich in derselben Zeit anderswo die ersten Paare schon wieder scheiden lassen. Vielleicht hatte das der Neuköllner Stadtrat Jochen Biedermann im Kopf, als er bei Twitter schreib: „Du magst heiraten? Bewirb Dich als Standesbeamtin oder Standesbeamter in Neukölln!“ Wir sehen: Der Trend geht zur Selbstbedienung. Falls Sie interessiert sind (an der Ausschreibung): Hier ist sie – bringen Sie Ihren Partner / Ihre Partnerin am besten gleich mit.
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Tugan Sokhiev nutzt die außerordentlichen Klangqualitäten des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, um mit Tschaikowsky das Tor zur russischen romantischen Musik zu öffnen. Andriessens „Mysteriën“ wurden speziell für das Orchester geschrieben. Beides ist am 2.9. in der Philharmonie beim Musikfest Berlin zu erleben.
Tickets & Informationen
Berliner Festspiele
Vergesst Babelsberg – Berlins Hollywood heißt nördliche Friedrichstadt. In meiner Wohngegend an der Kante von Mitte und Kreuzberg drehen so viele Produktionsfirmen durch, dass die umliegenden Straßen zur Dauersonderparkzone für Kabeltrucks und rollende Schminktische mutiert sind. Die „Koryphäen Film GmbH“ blockierte jetzt mit freundlicher Unterstützung des Bezirksamts ganze Straßenzüge pauschal für einen Monat (obwohl tatsächlich nur an wenigen Tagen Aktion war) – und ließ am letzten Tag nochmal abschleppen. Titel des Streifens: „Es ist zu deinem Besten“. Auf Ironie verstehen sie sich jedenfalls (soll ja auch eine Komödie werden).
Und kaum sind die Koryphäen weg, meldet sich das ZDF an: Zwei Wochen Sperrungen in den selben Straßen für einen Krimi („Das Quartett“). Wieder ein langer Zettel an der Tür, versehen mit dem Hinweis: „Außerdem kann es während der Szenen zu kurzzeitigen Behinderungen kommen, da dieser Straßenabschnitt intervallartig gesperrt werden muss.“ Tja, das könnte tatsächlich so kommen – aber anders, als das ZDF sich das vorstellt.
Die „Sonderfahrdienste“ sind eine super Sache (eigentlich) – 34 Autos stehen bereit für Menschen, die Busse und Bahnen nicht nutzen können. Und jetzt das „aber“: Alle dieseln vor sich hin (sind aber, anders als private Kfz, von Durchfahrtverboten befreit). Ob der Senat daran was ändern will? Sieht nicht so aus: „Hybrid- oder reinelektrisch betriebene Fahrzeuge stehen nicht zur Verfügung“, teilte jetzt Staatssekretär Alexander Fischer dem FDP-MdA Thomas Seering lapidar mit – dessen Kommentar: „Glaubwürdigkeit geht anders.“
Doch da kommt gerade eine elektrisierende Ausschreibung aus Charlottenburg-Wilmersdorf rein: Gesucht wird ein „Charge Point Operator“ – der Bezirk will Ladestationen für Stromautos aufstellen! Knaller, gleich mal schauen, wo das… ach, am Olympischen Platz. Scheint also eher um einen Energieschub für Hertha zu gehen (0:3 bei Schalke) als um einen ernsthaften Beitrag zur Mobilitätswende.
Apropos Hertha: Im stets formidablen „Fußballsalon“ von Christoph Biermann geht‘s morgen (3.9.) um Amateurvereine – zu Gast sind Katharina Dahme, Aufsichtsrätin beim SV Babelsberg 03, und Steffen Friede, Vorstand bei Tennis Borussia Berlin. Anstoß ist um 20.15 in der Bar des Deutschen Theaters, Schumannstr. 13 – und wir verlosen zwei Plätze auf der Gästeliste unter allen Checkpoint-Abonnenten, die uns heute bis 13 Uhr eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem Betreff „Fußballsalon“ schicken.
Berliner Schnuppen
Telegramm
An einem Wundermittel gegen unerwünschte Graffiti wird schon lange gebastelt – jetzt hat sich die S-Bahn mit einer Lösung (im doppelten Wortsinn) von Patentinhaber Jens Erdmann eingedeckt (CP v. 30.8). Dessen Rezept wird allerdings aus guten Gründen genauso geheim gehalten wie einst die Formel von Coca-Cola: Das Mittel schützt Oberflächen vor Lack, kann aber auch Lack auf Oberflächen schützen – Sprayers Traum!
Das „Café Filou“ in der Reichenberger Straße steht zum zweiten Mal vor dem Aus – vor gut zwei Jahren trotzte die Kreuzberger Bäckerei den Eigentümern Charles Skinner und David Evans noch einen neuen Mietvertrag ab, jetzt ist das Haus verkauft worden. Der Bezirk prüft, ob er von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch macht. Mehr dazu gibt’s diese Woche im „Leute“-Newsletter von Nele Jensch (kostenlose Anmeldung hier).
Kurt Krömer hält von Fußball gar nichts, wie er uns beim Interview im Garten des Einstein in der Kurfürstenstraße erzählt hat (erscheint am kommenden Sonntag im Tagesspiegel) – aber großer Handball-Fan ist er, und das liegt vor allem an Stefan Kretzschmar. Da wird es ihn freuen, dass „Kretsche“ jetzt Sportdirektor bei den Füchsen wird.
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Tagesspiegel IFA-Gewinnspiel
In diesem Jahr können Sie wieder mit unserem Tagesspiegel-IFA-Gewinnspiel Preise im Gesamtwert von über 9.000 Euro gewinnen. Wir starten mit der Verlosung eines tragbaren Mini-Laserprojektors von Epson. Sehen Sie hier eine Übersicht aller Gewinne.
Viel Glück!
Ganz heiße Sache: Naomi Fearns „Berliner Schnuppen“ haben einen Ehrenplatz in der Feuerwache Gatow bekommen – die Folge über den geklauten Hydraulikspreizer gefiel den Einsatzkräften dort so gut, dass sie den Checkpoint-Comic ausdruckten. Da haben wir natürlich gleich mal einen Rahmen dazu bestellt – die Übergabe erfolgte „ohne viel Tamtam und Tatütata“, wie Spandau-Spezialist André Görke von unserem „Leute“-Bezirksnewsletter hier auch bildlich festhielt.
Wir bleiben noch kurz in Spandau und ziehen von Gatow weiter nach 14089 Kladow: Hier hat es im vergangenen Jahr 259 Verkehrsunfälle gegeben – und 113 Unfallfluchten (Anfrage MdA Peter Trapp). Wir empfehlen weiträumiges Umfahren der Risikostelle…
… und das, obwohl wir gestern bei der Premiere der Checkpoint-Radgruppe auf dem Weg nach Sacrow und Schloss Cecilienhof auch dort vorbeigerollt sind, unfallfrei. Wie es beim Start am Brandenburger Tor aussah und wie es dann weiterging, steht hier.
Übrigens: Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten will die Direktorenstelle neu besetzen (als ständige Vertreterin oder ständiger Vertreter des Generaldirektors). Hoffentlich bewerben sich da nicht heimlich die Hohenzollern.
Frage an Berlinkenner: Wo sind wir, wenn Hütchenspieler auch „Katz und Maus“ können? Na klar, am Checkpoint Charlie. Um den Betrug abzusichern, postieren sie Wachen mitten auf der Kreuzung, ganz so, als gehöre ihnen das ganze Areal. Nähert sich die Polizei, packen Sie ein. Kleiner Tipp an Polizeipräsidentin Barbara Slowik: Beim Hütchenspieler-Katz-und-Maus dürfen auch Beamte in Zivil mitmischen.
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Schreibtalente für Tokio 2020 gesucht! Bewerben Sie sich jetzt als NachwuchsreporterIn (18 -21 Jahre) für die Paralympics Zeitung und berichten Sie im internationalen Redaktionsteam von den Paralympischen Spielen vor Ort. Die Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung werden übernommen.
Aha! Neukölln sucht Tarifbeschäftigte/Tarifbeschäftigter in der Sachbearbeitung im Bereich Zweckentfremdung von Wohnraum – da könnte der oder die Neue ja gleich mal bei der landeseigenen „Berlinovo“ vorbeischauen, die mit ihren billigmöblierten Appartements zu Höchstpreisen (locker 18 Euro pro qm) auch in diesem Bezirk den mietenpolitischen Willen des Senats unterläuft (wenn auch nicht den finanziellen Willen des Finanzsenators).
Falls Sie den Kanal mal wieder voll haben: Die Wasserbetriebe suchen einen „Bauleiter Kanalsanierung“ – ist aber offenbar Männersache, gendergerecht ist die Ausschreibung jedenfalls nicht.
Die Sparkasse übertreibt es ein wenig damit, dem Anspruch des eigenen Namens gerecht zu werden: Ein Brief an ihre Adresse Breitenbachplatz 12 kam jetzt zurück mit dem Zustellervermerk „Kein Personal“ – da es sich um eine SB-Zweigstelle handelt, muss die Absenderin ihr Schreiben demnach auch gleich selbst in Empfang nehmen.
Oha: Das Abgeordnetenhaus sucht „Selbstschreibende Parlamentsredakteure (w/m/d)“ - hm, was haben die denn da bisher gemacht, abschreiben?
Die Meldung hat der Zoo Berlin heute früh um sechs Uhr morgens verschickt. Nach 147 Tagen Tragezeit hat Meng Meng am 31. August Zwillinge zur Welt gebracht. Es sind die ersten in Deutschland geborenen Panda-Babys. „Meng Meng ist Mama - und das gleich doppelt! Wir sind so glücklich, uns fehlen die Worte!“, teilte der Zoo am Montagmorgen via Twitter mit. Die junge Panda-Dame kümmere sich vorbildlich um ihre Kinder, sagte Zoodirektor Andreas Knieriem. Das ging jetzt aber schnell. Auf tagesspiegel.de berichten wir gleich ausführlicher.
So, was fehlt…. Ach, ja, die Meldung „Zu heiß: Möpse dürfen nicht um die Wette rennen“ – mit Blick auf den Kalender (meteorologischer Herbstanfang!) wage ich die Meldungsprognose „Zu kalt: Möpse dürfen nicht um die Wette rennen“.
Apropos zu heiß: Am Wochenende ist die Klimaanlage im Terminal C3 von TXL ausgefallen – etliche Flüge wurden umgeleitet (nein, nicht zum BER, nur in andere Terminals).
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Gnadensachen sind grundsätzlich als Eilsachen zu bearbeiten.“
Aus der „Gnadenordnung“, veröffentlicht im aktuellen Amtsblatt vom 30. August (S. 5407) – was „Eilsache“ in Berlin zeitlich bedeutet, steht dort nicht.
Tweet des Tages
Die Telekom errichtet einen Mobilfunkmast – plötzlich klagte eine Anwohnerin über Kopfschmerzen. Sie sammelte über 500 Unterschriften gegen den Mast. Ein Telekomsprecher: ‚Wie schlimm muss es erst werden, wenn wir den Mast nächsten Monat in Betrieb nehmen‘.
Stadtleben
Essen & Trinken – Dass das Interieur des Restaurants von französischen Bistros inspiriert ist, erkennt der aufmerksame Gast leicht an den pastellfarbenen Tischen im Außenbereich, Hockern und Stühlen mit Wiener Geflecht und Papillon-Lampen und findet den nächsten Hinweis in der Namensgebeung: Coréen, französisch für „koreanisch“. Der perfekte Ort für alle Fans koranischen Essens: Kimchi bis zum Gehtnichtmehr, hausgemachte Mandu-Dumplings, Pajeon, herzhafte koreanische Pfannkuchen, marinierte Spare Ribs und Ramyun, koreanische Nudelsuppe mit Ei. Als Ableger des bekannten Restaurants Hanok in Charlottenburg darf natürlich das legendäre Bibimbap (9 bis 15 Euro) nicht fehlen, wahlweise als Bowl, oder noch brutzelnd in der typischen schweren BBQ-Schüssel, immer serviert mit Miso-Suppe. Begleitend gibt es eine Auswahl an Aperitifen und Weinen (3,80 bis 5,50 Euro pro Glas). Mo-Sa 12-23 Uhr, So. 17-22 Uhr. Torstraße 179, U-Bhf Rosenthaler Platz.
Berlinbesuch – 2019 häufen sich die Jubiläen, u.a. das von 100 Jahre Bauhaus, in dieser Woche gefeiert mit der „bauhauswoche berlin“. Das Zentrum des Festiviäten ist ein gläsender Pavillon auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter-Platzes, gebaut aus wiederverwendeten Fensterelementen des Bauhausgebäudes in Dessau, der steht für die Neuinterpretation der kreativen Ideen und Ansätze des Bauhauses steht. Die ganze Woche über beschäftigen sich dort Radioabende, Buchvorstellungen, Vorträge, Workshops und Open-Air-Kino mit dem Thema Bauhaus. Das Festivalzentrum ist täglich ab 10 Uhr bis Veranstaltungsende geöffnet, der Eintritt ist für alle darin stattfindenden Veranstaltungen frei. Alle Infos zum Programm finden Sie hier, u.a. gibt's dort heute das preisgekrönte Hörspiel „Audio. Space. Machine – Ein Bauhaus-Konzeptalbum“ von Wittmann/ Zeitblom zu hören. U-Bhf Ernst-Reuter-Platz
Geschenk – Noch mehr Bauhaus direkt neben dem Berghain: Wer ein richtiges Einrichtungs-Unikat verschenken will, wird bei Urban Industrial fündig. Hier wird aus jedem Fundstück und aussortierter Industrieware im Industrial-, Art-Déco- und eben Bauhausstil das volle Potenzial rausgeholt. Auf über 800 Quadratmetern findet man allerlei Lampen, eiserne Büroschränke, alte Spinde und Schulbänke, ausgemusterte Bahnhofsuhren, ehemalige Anzeigetafeln, beschlagene Truhen und jede Menge anderer verrückter Gegenstände. Montags bis samstags 11 bis 20 Uhr geöffnet, Wriezener Karree 15, S-Bhf Ostbahnhof
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Der Tagesspiegel BERLINER – KUNST mit: Johanna Jaskowska, Selam X, Jimmie Durham, Nasan Tur, Philipp Grütering, Shirin David, Rudolf Zwirner, Monica Bonvicini, Max Rieger, Simon Fujiwara, Alexandra Bircken, Miriam Jonas, Jakob Ganslmeier, Okka Esther Hungerbühler, Johanna Dumet und Dr. Om
Am 7. September im Tagesspiegel
Last-Minute-Open-Air – Wer sich schon zum Wochenbeginn wieder nach einer Auszeit sehnt oder noch Energieüberschuss vom Wochenende hat, kann heute zum „Hallo Montag Open Air“ in der Ipse gehen. Auf dem Line-Up stehen Ben Hauke, Glenn Astro, Ines Afs und Luise Chen, Durst und Hunger sollten vor Ort kein Problem sein. Der Eintritt ist frei, losgetanzt wird ab 14 Uhr. Vor dem Schlesischen Tor 2, U-Bhf Schlesisches Tor.
Last-Minute-Diskussion – Für eine funktionierende Klimapolitik benötigt es vor allem eine postfossile Wirtschaft. Darum geht es heute in der Diskussion „Feinde oder Verbündete?" mit Luisa Neubauer von Fridays For Future und Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender der EnBW. Diese ist ein ehemals klassischer Energiekonzern, der seit dem Atom-Ausstieg an einer erneuerbaren Zukunft arbeitet. Moderiert von Peter Unfried, Chefredakteur der taz FUTURZWEI, wird erörtert, was Fridays For Future von Wirtschaftsunternehmen verlangt und wie diese umsteuern wollen und können. Das Ganze findet in der taz-Kantine, Friedrichstraße 21, um 17.30 Uhr statt, U-Bhf Kochstraße / Checkpoint Charlie. Um Anmeldung wird gebeten unter stiftung@taz.de
Noch hingehen – In der zweiten Ausstellung der Reihe „111/99 – Fragen zur Gestaltungssprache der Moderne“ geht es um die Frage, welche formalen Eigenschaften das handwerkliche oder künstlerische Einzelstück hat und welche die industrielle Massenware. Bei der Produktion von Alltagsgegenständen ist eine Zerrissenheit zu erkennen zwischen dem Wunsch nach individuellem Ausdruck und der Notwendigkeit, den Bedürfnissen der Massen gerecht zu werden. Die Ausstellung „Einzelstück oder Massenware?“ ist noch bis zum 9. September im Museum der Dinge zu sehen. Oranienstraße 25, Mo 12-19 Uhr, Do-So 12-19 Uhr. U-Bhf Kottbusser Tor
Verlosung – Gestern ist das Israelische Filmfestival SERET gestartet, bis zum 10. September sind in verschiedenen Kinos der Stadt israelische Filme zu sehen, die dem Publikum die Vielfalt Israels, aber auch seine Konflikte näherbringen wollen. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf Vaterschaft und Traumata in der Familie und den „Auswirkungen der Kriege von gestern und heute“. Der Film „Chained“ (heute 19 Uhr, Hebräisch mit dt. Untertiteln) erzählt die Geschichte eines zeugungsunfähigen Polizisten, der wegen sexueller Belästigung vor Gericht steht. In „Redemption“ (4. September, 19 Uhr, ebenfalls Hebräisch mit dt. Untertiteln) trommelt ein ehemaliger, nun orthodox lebender Rockmusiker seine Band für eine letzte gemeinsame Tour zusammen, um die Krebsbehandlung seiner 6-jährigen Tochter bezahlen zu können. Wir verlosen bis 12 Uhr je 2x2 Tickets für beide Vorstellungen im Moviemento (Kottbusser Damm 22).
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Carmel Schnautz einen angenehmen Wochenstart.
Berlin heute
Verkehr – Von 10 Uhr bis zum 25. Oktober ist auf der A10 (Nördlicher Berliner Ring) die AS Oberkrämer in Fahrtrichtung AD Barnim gesperrt. Auf der Prenzlauer Promenade (Pankow) ist stadteinwärts vor der Thulestraße bis Mitte September nur eine Spur frei. Bis Mitte September gibt es auf der Hauptstraße (Rosenthal) in Höhe des Wördenwegs nur einen gemeinsamen Fahrstreifen für beide Richtungen. Bis zum 5./6. September kommt es nachts im Tiergartentunnel aufgrund von Reinigungsarbeiten zur Vollsperrung der jeweils betroffenen Tunnelröhre. Die Brücke an der Kreuzung Treskowallee/Edisonstraße (Oberschönweide) ist von 9 bis 20 Uhr stadteinwärts gesperrt. Im Anschluss kommt es im gesamten Kreuzungsbereich bis ca. 2 Uhr zu Abbiegebeschränkungen und Spurreduzierungen. Auf der Landsberger Allee (Alt-Hohenschönhausen) stehen ab 6 Uhr bis Mitte September stadtauswärts in Höhe Zechliner Straße nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Von 4 Uhr bis 6. September, 1.30 Uhr fährt die S1 nicht zwischen Wannsee und Schlachtensee. Im selben Zeitraum verkehrt die S7 nicht zwischen Westkreuz und Potsdam Hbf. Außerdem wird die Linie bis zum 3. Oktober täglich zwischen 10.30 und 13 Uhr (am Wochenende zwischen 10 und 15 Uhr) zwischen Ahrensfelde und Springpfuhl unterbrochen.
Demonstration – Von 17 bis 19.30 Uhr demonstrieren etwa 100 Menschen auf dem Pariser Platz unter dem Motto „Stopp die Naturvernichtung in der Türkei – Gegen die Vernichtung der Wälder“. Vor dem polnischen Institut in der Burgstraße zeigen von 16 bis 18 Uhr ungefähr 35 Menschen ihre „Solidarität mit dem sozialen und kulturellen Zentrum ,Rozbrat' in Poznan“. Vor der Franz-Carl-Achard-Grundschule in der Adolfstraße demonstriert die Jugend Antifa Kaulsdorf unter dem Motto „Keine Nazi-Lehrer in Kaulsdorf – Plessow verpiss dich“. Auf dem Pariser Platz findet von 11.30 bis 14 Uhr eine Kundgebung von Greenpeace zu „Kein Tiefseebergbau“ mit ca. 15 Teilnehmenden statt.
Gericht – Im Prozess gegen eine 41-Jährige, die auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz eine ihr unbekannte Frau in das Gleisbett gezerrt hatte, könnte es zum Urteil kommen. Der 17-jährigen Geschädigten war es gelungen, sich vor Eintreffen einer Bahn zu retten (13 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 701).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Inken Becher (41), ehem. Fußballspielerin / Manuela Dulgeris „der gute Geist des Umwelt- und Naturschutzamtes Steglitz-Zehlendorf“ / Nicolette Krebitz (47), Schauspielerin / Jack White (79), (bürgerlich Horst Nußbaum),ehem. Fußballspieler und Musikproduzent / Nachträglich: Karsten Volklandt (51), „für den besten Mann der Welt, mit einem Herz aus Marzipan. Alles Gute zum 41.!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Oliver Baldus, * 22. September 1967 / Christian Freiherr von Hammerstein, * 22. April 1933 / Professor Dr. Ulf Stahl, * 10. Januar 1944
Hektorstraße 16, Halensee – Hier wohnte Nachle Mandel (Jhg. 1868) gemeinsam mit ihrer Tochter und Enkeltochter. Sie wurde am 17. August 1942 vom Anhalter Bahnhof nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 2. September, laut Totenschein an Herzschwäche infolge einer Lungenentzündung.
Encore
Erster Gedanke bei der Meldung „Papst bleibt im Fahrstuhl stecken“: Huch – was macht der Heilige Vater denn in Berlin? Und dann fährt der noch S-Bahn! Hm, Blitzbesuch bei Union (3:1 gegen Borussia Dortmund)? Einsegnung am BER? Oder heimlich shoppen im Q 206? Nichts davon: Es geschah in Rom, kurz vor dem Angelusgebet (die Ursache: kleine Stromschwankung).
Ich wünsche Ihnen einen schwankungsfreien Start in die neue Woche, morgen begrüßt Sie hier Stefan Jacobs – bis dahin,
