Berlin wird wieder strenger beim Infektionsschutz – insbesondere da, wo ihn nicht Behörden durchsetzen müssen, sondern beispielsweise Vorgesetzte oder Gastronomen verantwortlich sind: Von Sonnabend an gilt Maskenpflicht auch in Büros, sofern man nicht am eigenen Schreibtisch sitzt. Private Feiern in Innenräumen sind auf 25 und draußen auf 50 Personen limitiert. Damit schaltet Berlin im Handbetrieb eine Corona-Ampel auf Gelb, die es bald auch bundesweit geben soll. Zwar liegt Berlin noch knapp unter dem Schwellenwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern (bei 50 wird’s Rot), auf den sich die Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin geeinigt haben. Aber die R2G-Chefs betonten nach der Sondersitzung des Senats gestern Abend einhellig, dass die Wellen in der Großstadt eben schneller hochschwappen als auf dem Land.
Dieses Phänomen ist in den Citybezirken deutlich sichtbar. Die müssen sich nach den Worten von Regiermeister Michael Müller auf weitere Einschränkungen gefasst machen. Müller versprach, zu klären, wie der Senat Ordnungs- und Gesundheitsämter der Bezirke unterstützen kann. Für die berlintypische Schluffigkeit beim Vollzug geht die Kurve inzwischen zu schnell nach oben. Ein Sprecher der Bundesregierung präzisierte am Abend erneut den Bund-Länder-Beschluss, wonach die mindestens 50 Euro Bußgeld für falsche Angaben in den Kontaktlisten von Restaurants von den Fälschern, also den Gästen, zu begleichen seien. An welche Adresse die Bußgeldbescheide dann verschickt werden, sagte er allerdings nicht.
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Ganz klar: Wasser kommt aus der Wand. Und nach Gebrauch verschwindet es dort wieder. Das Berliner Wasser fließt durch knapp 19.000 Kilometer Rohre und Kanäle. Diese langen Netze bringen das Wasser sauber zu 280.000 Häusern und dann dreckig zum Recycling zu uns, den Berliner Wasserbetrieben, zurück. Am Ende landet alles in einem unserer sechs Klärwerke.
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Das Bezirksamt Mitte hat seine zunächst falsche und dann vage Angabe zu den Corona-Kontrollen (CP von gestern) präzisiert: Seit Ende Juni erfasste der Ordnungsdienst demnach mehr als 1000 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung, davon 40 Prozent vom Ordnungsamt und 60 Prozent von der Polizei. In dieser Woche sei ein Bußgeldbescheid über 5000 Euro gegen einen Gastronomen ausgestellt worden, der eine Art Corona-Tanzparty steigen ließ. Aber: Weil jedem Bußgeld die Möglichkeit zu Anhörung und Widerspruch vorausgeht, sind bisher kaum welche eingetrieben worden.
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Die Betreiberin der Schöneberger Cocktailbar „Fabelei“ verzweifelt mit ihrer strikten Befolgung der Schutzvorkehrungen zunehmend am Leichtsinn der gastronomischen Nachbarschaft, wie sie auf Facebook beschreibt. Als Gesetzestreue ist sie nach ihrem Eindruck die Dumme.
Wie die Infektionslage in Berlin im Vergleich zu anderen Teilen der Welt ist, illustriert CP-Leser Detlef A. mit einem eigenen Ansatz zur Ausweisung von Risikogebieten: Er setzt die Zahl der aktiven Fälle ins Verhältnis zur Gebietsfläche. Die beeinflusst schließlich die Wahrscheinlichkeit, mit der man auf eine infizierte Person trifft. In dieser Rechnung kommt Berlin-Mitte auf 7 Fälle pro Quadratkilometer, Xhain auf 8,7, Reinickendorf auf einen. Die offiziell als Risikogebiet deklarierten Kanaren kommen auf 0,9, wobei die Spanne je nach Insel von 3 bis 0,09 reicht.
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Bei den Kiezterroristen in der Rigaer 94 kann man nach Ansicht von Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) und Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (dito) vom Brandschutz schon mal eine Ausnahme machen (CP von gestern). Nachdem die jahrelangen vergeblichen Warnungen von Bezirksbeamten und Polizei publik wurden, lässt nun der Senat prüfen, ob die Duldung der rechtswidrigen Zustände durch den Bezirk rechtens ist. Schmidts Lichtenberger Amtskollege Kevin Hönicke (SPD) gab schon mal den Kohlmeier: „Kann in Friedrichshain jetzt generell gebaut werden, ohne Brandschutz oder Rettungswege zu beachten? Oder gilt das nur für Ausgewählte bei dem Grünen Stadtrat?“, fragte er publikumswirksam via Twitter. Wenn das so weitergeht, muss die Linkspartei zum nächsten Koalitionsausschuss Blauhelme entsenden.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Ein heute 32-Jähriger, der am Steuer eines BMW vor fünf Jahren laut Gutachten mit mindestens Tempo 94 über eine rote Ampel an der Kreuzung Oberbaumbrücke/ Warschauer Straße raste und einen Fußgänger totfuhr, ist gestern vom Amtsgericht Tiergarten zu 120 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt worden. Dasselbe Gericht verurteilte gestern laut RBB auch einen Studenten, der sich bei einer Demo von „Extinction Rebellion“ auf der Marschallbrücke angekettet hatte, wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu 90 Tagessätzen. Finde den Fehler.
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Naturparadies Spandau – Wohnen am Wasser.
Wie wäre es mit einer kleinen Bootstour durch die romantischen Kanäle von Klein-Venedig? Die ließen sich von Ihrer neuen Wohnung aus sogar direkt auf dem Wasserweg erreichen: im Wohnensemble HAVELKIESEL am Westufer der Havel. Z.B. 2 Zimmer, ca. 67 m², EG mit Garten, 319.000 Euro. Ohne Provision direkt vom Bauträger. Jetzt informieren!
Der Personalrat der JVA Heidering (liegt in Brandenburg, wird dennoch von Berlin betrieben) hat dem Justizsenator einen weiteren Brandbrief geschrieben, damit Dirk Behrendt (Grüne) endlich den chronischen Personalmangel behebe. In dem Brief wird Behrendt an ein Versprechen von 2019 erinnert, wonach der zuvor falsch berechnete Stellenbedarf in dem Gefängnisneubau bei der Personalanmeldung für den nächsten Haushalt korrigiert werden sollte. Für ein persönliches Gespräch – möglichst mit greifbaren Ergebnissen – stehe man gern zur Verfügung.
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Der Familiennachzug ist einer der wenigen legalen Einreisewege für Schutzbedürftige. Doch es gibt große Hürden. Die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt MdB, die Sprecherin für Flüchtlingspolitik Luise Amtsberg MdB und Expert*innen u. a. aus dem Auswärtigen Amt diskutieren über Erleichterungen beim Geschwisternachzug.
Anmeldung:
gruene-bundestag.de/wearefamily
Am Montag hat die Polizei mit 200 Leuten samt Ordnungs- und Finanzamt im Dong-Xuan-Center vorbeigeschaut, gestern veröffentlichte sie die Bilanz des Einsatzes in dem Lichtenberger Asia-Großmarkt: 143 auf Infektionsschutz kontrollierte Geschäfte, „diverse“ Coronaschutz-Verstöße, elf vereitelte Fluchtversuche sowie „eine Vielzahl gewerbe-, aufenthalts- und arbeitsrechtlicher Verstöße“. Ein Lebensmittelgeschäft wurde wegen unsachgemäßen Umgangs mit lebenden Tieren zeitweise geschlossen, eine artgeschützte Schildkröte in die Tierklinik gebracht, sowie „100 Fische und zahlreiche Schalentiere an einen Amtstierarzt übergeben“. Hoffentlich hat er genug Weißwein und Zitrone im Haus.
Der Hubschrauber, den sich die Berliner mit der Bundespolizei teilt, ist ein echter Vielflieger: 784 Einsätze hat er im vergangenen Jahr absolviert (Q: Innenverwaltung auf Anfrage Paul Fresdorf, FDP). Im Jahr davor waren es 772, davor 717, wobei der Bundesanteil mit knapp 450 Einsätzen fast konstant blieb, während die Berliner Polizisten immer öfter abgehoben sind. Die Anschaffungskosten haben sich Bund und Land geteilt, „die Flugzeit wird präzise nach Minuten abgerechnet“. Laut Verwaltung gibt es eine Stundenpauschale, deren Höhe leider nicht genannt wird.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Heute ist internationaler Tag des Übersetzens. Bei dessen Erfindung 1991 wurde als Datum laut „Kleinem Kalender“ der Namens- bzw. Todestag von Hieronymus gewählt, der das Alte Testament aus dem Hebräischen ins gesprochene Latein übertrug und als Schutzheiliger der Übersetzenden gilt. Apropos übersetzen: Am kommenden Wochenende (Sa./So., ca. 11-19 Uhr) setzt letztmalig in dieser Saison der Ruderkahn „Paule III“, auch bekannt als BVG-Fährlinie F24, zwischen Rahnsdorf und den Müggelheimer Spreewiesen über.
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Ob die knapp fünfminütige Flusskreuzfahrt mit „Paule III“ auch nächstes Jahr für 1,90 Euro zu bekommen sein wird, will heute der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes VBB entscheiden. Laut Morgenpost stehen die Zeichen auf Tariferhöhung – was ein Bruch der Koalitionsvereinbarung wäre, derzufolge eine Arbeitsgruppe „die künftige Fahrpreisgestaltung erarbeitet. So lange werden die Fahrpreise eingefroren.“
Den Grundstein für größtmögliches Verständnis der verbliebenen Kundschaft hat das streikende BVG-Personal ja bereits gestern gelegt. VBB-weit liegt die Auslastung der Züge übrigens werktags rund 30 und an Wochenenden etwa 10 Prozent unter dem Niveau vor der Coronakrise. Die BVG – die übrigens ab morgen eine neue Chefin hat (Abo) – schätzt ihr Minus durch den Kundenschwund fürs gesamte Jahr auf 100 Millionen Euro. Im Tagesspiegel-Wirtschaftsteil steht übrigens heute, dass Pendler fahrerlosen Bussen aufgeschlossen gegenüberstehen.
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Urlaub in Berlin! Stillen Sie Ihre Reisesehnsucht mit unserem Erlebe Deine Stadt Herbstspezial! für alle BerlinerInnen und BrandenburgerInnen. Genießen Sie vom 02. Oktober bis 02. November 2020 zwei Tage in den schönsten 3 - 5-Sterne-Hotels Berlins. Als besonderes Highlight erhalten Sie zudem die Rabattkarte Berlin WelcomeBackCard mit bis zu 50% Rabatt bei über 70 teilnehmenden Attraktionen.
Wer von längeren Strecken träumt, darf von Samstag an wieder auf die Besucherterrasse des Flughafens Tegel – in (ab morgen) online zu buchenden einstündigen Zeitfenstern bis 7. November, bevor dort der Letzte das Licht ausmacht und tags darauf um 15 Uhr ein Airbus von Air France als letzte Maschine von TXL nach Paris starten soll. Ihr Ziel: Charles de Gaulle. So hieß der französische Staatspräsident, als am 2. Januar 1960 das erste zivile Flugzeug in TXL landete, ebenfalls von Air France. Je ne baguette rien.
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup findet die Entstehungsgeschichte des BER zu peinlich für eine Eröffnungsfeier. Aufmachen will er ihn aber auf jeden Fall. Und drei Wünsche hat er auch: 260 Millionen Euro, um über den Rest des Jahres zu kommen, einen ICE-Anschluss und mehr Langstreckenverbindungen, die er allerdings zunächst dem besten Bundesauspuffminister seit Alexander Dobrindt abtrotzen muss.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Das ist kein Kampfeinsatz im Inland, sondern konkrete Hilfe und Arbeitsunterstützung.“
Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) in der Spätabendschau zur Weigerung des BA Friedrichshain-Kreuzberg, sich von Soldaten beim Corona-Krisenmanagement helfen zu lassen. Die Bezirks-SPD hat für die morgige BVV-Sitzung einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, um die bezirksamtliche Selbstverteidigung zu beenden.
Tweet des Tages
‚Weniger saufen, weniger Party und ruhig öfter lüften hier.‘ Merkel und Söder haben aus Deutschland mein Jugendzimmer 1994 gemacht.
Stadtleben
Essen - Viel zu schade für eine Tortenschlacht sind die süßen Kreationen bei Mr. Minch Torten in Kreuzberg (Yorckstraße 15). Die Torten sind hier so gut, dass man sich noch nach fünf Schichten Sahnefüllung ganz leicht fühlt. Oder zumindest beschwingt. Wem das trotzdem zu viel ist, findet aber auch Altbewährtes wie einen Streuselkuchen. Mo - Do 12 - 18.30 Uhr, Fr - So 10 - 18.30 Uhr. U-Bhf Mehringdamm
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Am Anfang war die Preisanfrage!
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Trinken – Was riecht denn da so gut? Man kann, wenn man nur dem Geruch folgt auch mal aus Versehen im Waschsalon schräg oben drüber landen, denn, dass auf dem im Hinterhof gelegenen Penny Parkplatz eine Kafferösterei mit gemütlichem Café versteckt ist, hätte man wohl nicht gedacht. Sind die Findungsschwierigkeiten überwunden, kann man im Zazza (Ohlauer Straße 38) einen Cappuccino genießen und dem Kaffee beim Rösten zuschauen. Wer wegen Corona lieber draußen bleibt, geht besser in die Filiale in der Schönleinstraße (tgl. 8.30 - 20 Uhr). Da sitzt man nicht vor Autos, sondern auf gemütlichen Sesseln inmitten vom Kreuzberger Gewusel – und der Kaffee schmeckt genauso gut. Mo - Sa von 12 - 18 Uhr. U-Bhf Schlesisches Tor
Das ganze Stadtleben gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo.
Berlinbesuch – Farbe bekennen gegen Corona-Tristess: Ein menschlicher Regenbogen, natürlich mit Abstand, sorgt heute für bessere Laune. Im Rahmen der interkulturelle Woche Berlin halten 20 Menschen ihren Teil des gebastelten Regenbogens in die Höhe – es entsteht eine lebendige Skulptur. Bei der Installation geht um Verbundenheit, trotz des räumlichen Abstands und Zusammenhalt. Heute um 17 Uhr, gegenüber des Märkischen Zentrums am Wilhelmsruher Damm, kann man zugucken.
Karten sichern – Genauso bunt wird es im Kino: Heute startet der Film „Die Misswahl – Der Beginn einer Revolution“ und entführt in die farbenfrohe Welt der 70er. Mit Keira Knightley in der Hauptrolle wird die Geschichte einer Gruppe Frauen, die den „Miss Globe“ Wettbewerb stören wollen. Feminismus greift der Streien ebenso auf wie Rassismus, denn zum ersten Mal in der Geschichte gewinnt eine schwarze Frau die Misswahl. Wir verlosen Karten – das Kino wählen Sie aus. Lust bekommen?
Geschenk – Darf es eine pinke Plastik-Haarsträhne zum anpinnen sein? Oder ein leuchtender Schlüsselanhänger? Plastikgeruch inklusive, versteht sich. Aber sein wir mal ehrlich: Die Produkte sind Nebensache, das eigentliche Erlebnis ist der Kaugummiautomat selbst. Ein besonders tolles Exemplar dieser Automaten, mit tollen Inhalten, steht in der Marzahner Promenade, auf Höhe des S-Bahnhofs.
Noch hingehen – In Kleingartensiedlungen schlummern unentdeckte Geheimnisse. Das gilt nicht nur heute, sondern vor allem nach der Potsdamer Konferenz 1945. Die Ausstellung „Zwischen Gartenlaube und Russenmagazin“ erzählt die Lebensgeschichte dreier Potsdamer in eben dieser Zeit am Pfingstberg und greift dabei auch den Zeitgeist einer plötzlich gespaltenen Gesellschaft auf. Noch bis zum 31. Oktober kann man die Ausstellung im Belvedere am Pfingstberg und Potsdams schönste Aussicht bewundern.
Last Minute – (Ein Tipp von Ingolf Patz) Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde wieder überraschend schnell zwischen den Ruinen getanzt. Mit dem zunehmenden Bekanntwerden der Gräuel der NS-Zeit begannen sich die Deutschen jedoch für diese Lebensfreude zu schämen und beides zu verdrängen. Die Trümmerfrauen sollten das Bild der Zeit bestimmen. Harald Jähner, der bereits in seinem Bestseller „Wolfszeit“ das Nachkriegsjahrzehnt eindrücklich beschrieb, zeigt heute bei der Vorstellung des zugehörigen Bildbandes seine „Beweisfotos“: Drahtseilakte über Trümmern, Schweine im Kinderwagen, Bürgern beim Plündern und Städter beim Ackerbau. Pfefferberg Theater, 20 Uhr, Tickets: 17,20 €
Berlin heute
Verkehr – S2/S25: In den Nächten bis zum 1./2. Oktober sind die Linien jeweils von 22 bis 1 Uhr zwischen Nordbahnhof und Bornholmer Straße unterbrochen. Alternativ einfach die S1 nehmen.
Adlergestell (Adlershof): Stadtauswärts beginnen am Morgen Fahrbahnsanierungsarbeiten, die bis Mitte November andauern werden. Zwischen Rudower Straße/Dörpfeldstraße und Köpenicker Straße/Glienicker Weg steht nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Kurfürstendamm (Charlottenburg): Stadtauswärts zwischen Joachimsthaler Straße und Uhlandstraße von 8 bis ca. 17 Uhr gesperrt, ebenfalls gesperrt ist die Fasanenstraße in beiden Richtungen zwischen Kantstraße und Kurfürstendamm.
Bülowstraße (Schöneberg): Zwischen Potsdamer Straße und Dennewitzplatz steht bis Ende November nur jeweils ein Fahrstreifen zur Verfügung.
A111 (Reinickendorf-Zubringer): Die A111 is von 21 bis 5 Uhr in Richtung stadteinwärts zwischen Waidmannsluster Damm/Hermsdorfer Damm und Am Festplatz gesperrt. In der Zeit von 0 bis 5 Uhr wird die Sperrung bis zur AS Schulzendorfer Straße zurückgezogen. Alle Ein- und Ausfahrten sind zwischen den Anschlussstellen gesperrt. Es wird ab 20 Uhr mit den Absperrmaßnahmen der Zufahrten begonnen.
Demonstrationen – Für die „Unterstützung der gläubigen Christen in Russland, insbesondere der Stepanovs mit vielen Kindern in Archangelsk“ gehen von 7.30 – 19.30 Uhr Unter den Linden 100 Demonstranten auf die Straße. Für den „Warnstreik Krankenhaus TVöD- Runde VKA2020“ von 9 – 12.30 Uhr, angemeldet von ver.di, laufen 500 Menschen von der Spandauer Straße bis zum Pariser Platz. An der „Aktion zur Gesundheitsminister*innen Konferenz“ von 12 – 15.30 Uhr nehmen vor dem Hotel Bristol 300 Teilnehmer*innen teil, angemeldet von ver.di. „Deutschland ist ein Land der Freiheit“ deklamieren 2 Personen von 12 – 18 Uhr am Platz Großer Stern. Für „Solidarität mit der Bevölkerung in Armenien und im Berg Karabach für den Frieden in der Region“ versammeln sich von 15 -17.30 Uhr 300 Menschen in der Willy-Brandt-Straße, der Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V. hat dazu aufgerufen. 250 Personen fordern: „Strategiekonferenz? Nur mit Betroffenen!“. Angemeldet von der Berliner Obdachlosenhilfe e.V. (10 -18 Uhr, am Platz der Luftbrücke).
Gericht – Der Prozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder um mutmaßliche Straftaten zum Nachteil des Rappers Bushido geht weiter – voraussichtlich mit der Befragung des Musikers. Der Clan-Chef (44) soll nach der Trennung der Geschäftsbeziehung zu dem Rapper unberechtigte Zahlungen gefordert haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Götz (81) „Wer mit Ausbruch des Krieges geboren wurde, kann das nur mit der Quersumme 7 wieder gut machen. Ich liebe Dich, Ute“ / Hartmut Jäckel (90), Jurist und Politikwissenschaftler; ehem. Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung / Claudio Jupe (72), für die CDU im AGH / Lothar Kolditz (91), Chemiker / Stefan Lindemann (40), ehem. Eiskunstläufer / „Ich wünsche Isabell Mieth alles Gute, sie soll alsbald wieder gesund werden“ – Achim Melchior / Désirée Nick (64), Entertainerin, Tänzerin, Schauspielerin und Autorin / Urszula Usakowska-Wolff (66), Kunstjournalistin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Marianne Barz, * 2. November 1936 / Michael Höppner, * 11. Juni 1951 / Klara Gabriele Rieger, * 21. August 1935 / Sidney Selby, * 28. Juli 1931
Stolperstein – Heute vor 78 Jahren wurde Margarete Oppler aus ihrer Charlottenburger Wohnung in der Giesebrechtstr 19 nach Treblinka deportiert, wo sie später ermordet wurde.
Encore
Bei Google bringt es ja inzwischen jeder Humbug auf drölfzigtausend Treffer, aber eines der schönsten Worte kommt gerade mal auf 414: „Sohlmahd“. Sieht aus wie die klingonische Version von Soulmate, aber klingt nach Wohltat oder Solbad, jedenfalls nach Wellness. Ist es im weitesten Sinne auch, nämlich Fußpflege für die „zahlreichen Kleingewässer im Landschaftsschutzgebiet Hönower Weiherkette“, die laut Bezirksamt MaHe über die Dürrejahre 2018ff. trockengefallen und zugewuchert sind. Im Oktober soll „die Gewässerunterhaltung“ (nicht zu verwechseln mit einer Beachparty) der Umweltverwaltung die Sohlen von Untersee, Kraut- und Weidenpfuhl mähen. Damit wir sie wieder als Seen sehen, sobald sie eine Handbreit Wasser über der Sohle haben. Es kommentiert Shaun das Schaf: „…!“
Für diesen Checkpoint hat auch Masha Slawinski recherchiert. Das Stadtleben stammt von Carlotta Cölln; verpackt und versandt wurde das gesammelte Werk von Kathrin Maurer. Morgen begrüßt Sie hier wieder Lorenz Maroldt, der sich gestern wegen der Endlagersuche übrigens mächtig aufgeregt hat.
Genießen Sie den versprochenen Spätsommertag!