hier werden auch heute wieder die großen Themen unserer Zeit im Kleinen behandelt: Klima, Verkehr, Mieten und Eis. Und weil fast schon Wochenende ist, starten wir mit dem letzten Punkt.
Die rot-rot-grüne Koalition hat mal wieder etwas umgesetzt: Die Grün Berlin hat den Vertrag mit dem Eislieferanten Froneri Schöller gekündigt (Q: noch unveröffentlichte Anfrage der Grünen-MdAs Turgut Altug und Georg Kössler). Wieso, weshalb, warum? Das Eis in der Tüte gehört zu Nestlé, also dem Unternehmen, das viel Geld mit der Kapitalisierung von Trinkwasser verdient. Bisher durften in den von der landeseigenen Grün Berlin betriebenen Parks wie dem am Gleisdreieck oder dem Britzer Garten nur Eismarken von Nestlé verkauft werden. In Zukunft soll das Eis dagegen „regional, ökologisch und fair“ sein. Damit folgt Berlin übrigens dem Beispiel von Hofstetten (das liegt im Schwarzwald). Für das sonnige Wochenende aber erstmal Entwarnung: Der Vertrag mit Froneri Schöller läuft noch bis zum 31.12.2020. Es sei denn, Ihnen ist jetzt der Appetit vergangen.
32 Quadratmeter, ein Zimmer, Küche, Bad am Görlitzer Park für 900 Euro warm? Möbel machen‘s möglich! Von diesem krassen Fall – fast 30 Euro pro Quadratmeter! – berichtet CP-Leserin Carola Köhler. „So wird aus der Notlage anderer für manche ein einträgliches Geschäft, und die Politik sieht entweder tatenlos zu oder fördert es sogar durch entsprechende Gesetzeslücken bzw. Schlupflöcher“, findet sie. Fast schon günstig daher kommt da die Wohnung, die Ex-Justizministerin und Jetzt-SPD-Europaabgeordnete Katarina Barley im Intranet des Bundestags eingestellt hat: 1 Zimmer mit Küchenzeile, Bad, Flur und kleinem Balkon auf 25 Quadratmetern, beste Lage zwischen U Bernauer Straße und U Eberswalder, ebenfalls möbliert, für 550 Euro (warm!). Macht einen Quadratmeterpreis von 15,70 Euro. Über das Geschäft mit möblierten Wohnungen haben wir bereits ausführlich berichtet – das Problem gibt es immer noch.
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Noch ein Problem: Jeder zweite Berliner hat ein so geringes Einkommen, dass er oder sie Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hat. Doch diesen mehr als 1,5 Millionen Menschen stehen nur rund 116.000 Sozialwohnungen gegenüber. Seit Ende 2015 gingen Berlin mehr als 45.000 solcher staatlich geförderten Wohnungen verloren – weil die Sozialbindung auslief. Ein großer Politikfehler, findet das Bündnis „Soziales Wohnen“ aus Verbänden, Mieterbund, Bauwirtschaft und Caritas, und fordert: zwei Millionen Sozialwohnungen bis 2030. Das gab es schon mal. Ist gar nicht so lange her: 2007.
Gegen staatliche Eingriffe wie Mietendeckel oder sogar Enteignungen hat sich gestern eine neue Initiative präsentiert. Motto: „Mut Stadt Wut“; Forderungen: Beschleunigung des Wohnungsbaus, schnellere Genehmigungsverfahren, die Aktivierung von Bauland und Förderangebote zum Bau von Wohnungen für Menschen mit weniger Geld. Name: „Berlin.Kann.Mehr“. Das letzte Mal, als jemand mit diesem Spruch warb (nur ohne die Punkte), ging das nicht gut aus: Friedbert Pflüger holte bei der Abgeordnetenhauswahl 2006 für die CDU 21,3 %, was damals das zweitschlechteste Ergebnis der CDU in Berlin seit 1946 war.
Heute dagegen kann er von solchen Zustimmungswerten nur träumen: Kai Wegner. Am Montag ist er 100 Tage Berliner CDU-Chef, um dorthin zu gelangen, stürzte er Monika Grütters. Seitdem hat er fast 300 Termine absolviert. Auch bei 30 Grad in einer zur Mensa umfunktionierten Turnhalle in der Grundschule an der Wuhlheide. Bei einigen davon hat ihn mein Kollege Robert Kiesel begleitet. Sein Porträt auf der Seite 3 im Tagesspiegel ist meine heutige Leseempfehlung für Sie.
Klimanotstand jetzt auch in Charlottenburg-Wilmersdorf. Zumindest hat den die Bezirksverordnetenversammlung gestern Abend proklamiert – mit der rot-rot-grünen Mehrheit und gegen die Stimmen von CDU, FDP und AfD, wie mein Kollege Cay Dobberke berichtet. Nach Pankow macht damit der zweite Berliner Bezirk das Klima zur Priorität, auch wenn es bisher vor allem grüne Absichten gibt: die „klimaneutrale Energieversorgung von Neubauten“, ein „Klimavorbehalt“ in allen Bezirksamtsbeschlüssen, mehr Solaranlagen für öffentliche Gebäude. Der Rad- und Fußverkehr soll „mit Priorität verbessert“ werden und das Bezirksamt 2030 keine eigenen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr einsetzen. Ein neuer „Klimaschutzmanager“ soll die Maßnahmen koordinieren. Gestrichen wurde die ursprüngliche SPD-Forderung, dass BVG-Busse in der westlichen Innenstadt „mindestens mit Hybridantrieb ausgestattet“ werden. Wäre ja auch blöd gewesen, wenn die künftig an der Bezirksgrenze kehrtmachen müssten. Mehr aus Charlottenburg-Wilmersdorf gibt’s im kostenlosen Newsletter, der heute, wie jeden Freitag, erscheint.
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Apropos Verbrennungsmotoren: Schauen wir doch mal wieder auf den Fuhrpark des Senats, da gibt es Neuigkeiten. Grünen-MdA Georg Kössler hat erneut die Dienstwagen der Regierung abgefragt, die Ergebnisse liegen dem Checkpoint exklusiv vor. Wir sehen: Kein linkes Senatsmitglied lässt sich auch nur in einem halbwegs sauberen Auto herumkutschieren, immerhin hat Europa-Staatssekretär Gerry Woop eins bestellt (Volvo S90 T8 (Plug-in-Hybrid)). Kultursenator Klaus Lederer wartet dagegen auf seinen neuen Benziner, eine Audi A6 Limousine Design 45 TFSI. Bei der SPD sind nur Finanzsenator Matthias Kollatz (Plug-in-Hybrid) und Senatskanzleichef Christian Gaebler (Elektro) klimaschonender unterwegs, Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci wartet noch auf ihre BMW 530e iPerformance Limousine mit Plug-in-Hybrid. Das gleiche Modell ist beim grünen Justizsenator Dirk Behrendt nach CP-Informationen gestern eingetroffen, er steigt als letzter grüner Senator um. „Einige scheinen die Themen Klimanotstand und Luftreinhaltung noch nicht verstanden zu haben", sagt Kössler und schielt ganz unauffällig nach links.
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Ein Tag, viele Meldungen zum Verkehr (Auswahl):
1. Die Zahl der getöteten Fahrradfahrer in Deutschland steigt deutlich.
2. Die Berliner Polizei meldet um 18.17 Uhr: „In Westend erlitt eine Radfahrerin heute Vormittag bei einem Verkehrsunfall schwere Verletzungen. Nach den bisherigen Ermittlungen und Aussagen befuhr gegen 9.45 Uhr ein 49 Jahre alter Fahrer mit einem Lkw die Königin-Elisabeth-Straße in Richtung Fürstenbrunner Weg und wollte nach rechts in den Spandauer Damm abbiegen. Dabei übersah er vermutlich die 64-jährige Radfahrerin, die geradeaus in gleicher Richtung fuhr. Die Frau wurde erfasst und stürzte unter das Fahrzeug. Sie erlitt dabei schwere Verletzungen am Rumpf und an den Beinen und wurde durch Rettungskräfte in ein Krankenhaus gebracht und stationär aufgenommen. Der Lkw-Fahrer blieb unverletzt.“
3. Für die am Dienstag von einem Lkw getötete Fußgängerin rufen mehrere Initiativen zu einer Mahnwache auf: Heute, 17.30 Uhr, Nahmitzer Damm/ Ecke Marienfelder Allee.
4. Radfahrer Tadzio Müller berichtet auf Twitter: „Heute am Kottbusser Damm in Berlin: ein Autofahrer versucht, mich von der Spur zu drängen, scheitert – steigt dann aus & haut mir eine auf die Fresse. Die Beifahrerin ruft mir 2mal zu: Fahren Sie schnell weiter.“
Berliner Schnuppen
Telegramm
Lange kein Betriebsstörungsbingo mehr gespielt. CP-Leserin Angelika Nietsch hätte da was für uns, gehört am Mittwoch in der S 25: „Einen schönen guten Tag wünsche ich Ihnen zur Fahrt mit der S 25 heute von Hennigsdorf nach Teltow Stadt. Aufgrund von Schienenmängeln in Tegel haben wir heute eine leichte Verspätung.“
Noch nicht zu spät ist es für die SPD in Brandenburg. Wenige Tage vor der Landtagswahl zieht sie in einer Umfrage mit der AfD gleich (22 %). Gewürfelt hat diesmal dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen. Weil bis Mitte vergangener Woche bereits 205.000 der 2,1 Millionen Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen angefordert haben, rechnet der Landeswahlleiter mit einer deutlich höheren Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren.
Kultursenator Klaus Lederer hätte deutlich früher gegen Hubertus Knabe vorgehen können. Denn der hat rechtswidrig gehandelt und gegen das Stasi-Unterlagengesetz verstoßen, als er in der Diskussion um die Ernennung des Stadtsoziologen Andrej Holm zum Staatssekretär für Wohnen Ende 2016 die Stasi-Akten Holms für Journalisten zugänglich machte. Das geht aus Unterlagen der Kulturverwaltung hervor, die nach dem Berliner Informationsfreiheitsgesetz jetzt an den Tagesspiegel herausgegeben wurden.
22 Stellungnahmen zur Bebauung am Checkpoint Charlie sind bei der Senatsverwaltung eingegangen – 18 per Online-Formular, eine per Fax und drei handschriftlich. Darunter die von Ex-Kulturstaatssekretär Tim Renner und Co. (Stichworte: größere Freifläche, mehr kulturelle Nutzung) und die von Ex-Kultursenator Thomas Flierl und Architektin Theresa Keilhacker (Stichworte: Kauf durch Berlin, Wohnen, Kita oder Schule). Die werden nun ausgewertet, im Herbst beschließt dann der Senat, was denn nun wirklich gebaut werden soll. Möglicherweise kommen sogar die Panzer zurück.
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Freude! Freude! Heute startet Kirill Petrenko, neuer Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, mit Beethovens Neunter in seine erste Spielzeit. rbbKultur überträgt ab 20.00 aus der Philharmonie im Radio. Nach dem Heimspiel dirigiert Petrenko das Konzert morgen open Air am Brandenburger Tor – ab 20.15 live im Fernsehen und auf rbbkultur.de
Mehr als 8000 Prostituierte arbeiten Schätzungen zufolge in Berlin. Doch registriert haben sich auch zwei Jahre nach Inkrafttreten des Prostituiertenschutzgesetzes erst 1704 (Q: Anfrage des CDU-Verordneten Guido Pschollkowski beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg). Der Bezirk ist für die Registrierung aller Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in der Stadt zuständig.
Den verzweifelten Lehrern, die massenhaft abwanderten, hat Schulsenatorin Sandra Scheeres nicht geglaubt, und auch nicht den Eltern, die sich immer wieder beschwerten. Es mussten erst die Sozialarbeiter an der Tempelhofer Johanna-Eck-Sekundarschule aufgeben, damit Berlins wohl umstrittenste Schulleiterin nun abgelöst wurde.
Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall ist die Stadt, ja sogar das Abgeordnetenhaus, noch geteilt: Im Westen darf nicht mehr geraucht werden. Genauer gesagt in den Innenhöfen 1 und 2 auf der westlichen (linken) Gebäudeseite. Im Osten dagegen ist das weiterhin erlaubt (Innenhöfe 3 und 4). Und auf den Parkplätzen. Wenn schon schlechte Luft, dann richtig. Aber dran denken: Nach dem neuen Bußgeldkatalog des Senats kosten weggeworfene Zigarettenstummel bis zu 120 Euro.
Berlin, deine heruntergewirtschafteten Spielplätze. Diesmal: der Spielplatz hinterm Albert-Schweitzer-Heim in Blankenburg (pars pro toto). Da liegen Glasscherben neben dem Buddelkasten, Zigarettenstummel und Müll herum. Was unternimmt das Land, fragt MdA Torsten Hofer (SPD, DS 18/20345). Das Bezirksamt Pankow antwortet: „Unterhalt und Pflege können nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen durchgeführt werden. Eine Feinreinigung von Zigarettenstummeln, Kronkorken oder Glassplittern kann im Rahmen der Regelpflege leider nicht gewährleistet werden.“ Und: „Die seit Jahren stetig zunehmende Nutzung öffentlicher Kinderspielplätze (...) führt zu einer stärkeren Beanspruchung und Verunreinigung, der jedoch weder durch eine bedarfsgerechte Anpassung des Personalschlüssels, noch einer Aufstockung der Unterhaltsmittel begegnet werden konnte.“
Porn in the USA! So heißt ein neues Seminar, das die FU Berlin ab dem Wintersemester anbietet. Die Dozentin Madita Oeming lieferte gleich eine Lektion in „Mit Rechten reden“ mit: Auf Twitter konterte sie Beatrix von Storch („vorsätzliche Schädigung des Steuerzahlers und gezielte Verdoofung der Akademiker“) so: „Sie sind herzlich eingeladen, vorbei zu schauen. Es wird viel um Sexismus, Rassismus, Anti-Feminismus, konservative Ängste, Digitalisierung, hate speech & stigmatisierenden Mediendiskurs gehen – sicherlich auch was für Sie?“
Die Berliner Polizei darf wieder Asylheime betreten, um Ausländer abzuschieben. Der Streit zwischen Sozialsenatorin Elke Breitenbach und Innensenator Andreas Geisel ist aber noch nicht vorbei.
Ein großer Dank an alle Leserinnen und Leser, die sich für das Checkpoint-Semesterticket registriert haben. Die Yorck-Kino-Jahreskarte hat Windried W. aus Lichterfelde gewonnen. Die Verlosung ist damit zwar beendet, doch das Abo gibt es dauerhaft: SchülerInnen, Studierende und Azubis lesen den ungekürzten Checkpoint, auch am Wochenende, sechs Monate lang für 15 Euro. Wer mitmachen will: Hier geht’s lang.
Läuft in Mitte – zumindest mit der Checkpoint-Laufgruppe. Die kommt mal wieder in den Wedding (war schon im Volkspark Rehberge – und verlief sich direkt!) und probiert eine neue Strecke aus. Dieses Mal geht es 6 bzw. 12 Kilometer an der Panke entlang in Richtung Pankow. Treffpunkt ist am Samstag, 24. August, um 11 Uhr an der Total-Tankstelle an der Chausseestraße (Nahe U-Bahn Schwarzkopffstraße). Wie immer bringen die Kollegen Getränke und ein Auto für Wechselklamotten mit. Außerdem wird SCC-Lauftrainer Ivo zu Beginn ein kleines Technik-Training anbieten. Weitersagen, vorbeikommen, mitlaufen und Teil von Team Checkpoint werden.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Berlin ist ein Modell dafür, wie eine Stadt aus den Trümmern wachsen kann, die Teilung überwindet und heute als Ort der Freiheit wahrgenommen wird. Und ich finde: Berlin ist auch ein Modell für eine starke, engagierte Zivilgesellschaft.“
Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, im Tagesspiegel-Interview über Ehrenamt, Vorbilder und Bürgerbeteiligung. Darin verrät sie auch, dass Berlin bald einen gesamtstädtischen BürgerInnen-Haushalt bekommen könnte.
Tweet des Tages
Die Frau, die grad am Bahnhof Friedrichstraße SOFORT nach Verstärkung rief & schonmal anfing, den Jungen alleine aus dem Gleisbett zu ziehen, der hinter seinem runtergefallenen Handy hergesprungen war (nächster Zug in 1 Minute) - Superheldin. Alles gut ausgegangen. Gottseidank.
Stadtleben
Essen – Zwei Tipps für Britz sind noch bei uns eingetrudelt, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen: Das „Ristorante Venezia“ empfiehlt CP-Leser Bernd M. des schönen Ambientes wegen und lobt den „herausragend freundlichen und zuvorkommenden“ Service. Ein Blick auf die Speisekarte verrät, dass es ein breites Angebot an u.a. Pizza, Pasta und Antipasti (zwischen 4,90 und 11,90 Euro). Rudower Straße 12, täglich von 12 bis 23 Uhr geöffnet (U-Bhf Parchimer Allee). An Italienern scheint es in Britz nicht zu mangeln, denn gut versteckt am Treseburger Ufer 54 liegt die „Pizzeria Forchetta & Company“ mit kleiner Terrasse, „auf der man im Sommer nicht nur das Essen, sondern auch ganz gemütlich einen der leckeren Weine genießen kann“, wie uns CP-Leserin Gabriele K. versichert. Di-So 12-23 Uhr, U-Bhf Grenzallee
Trinken & Schenken – Leute-Newsletter-Kollegin Corinna von Bodisco hat letztens zum Einläuten der temporären Spielstraße in der Böckhstraße 50 eine „griechische Insel“ entdeckt. Im „Tee.Salon.Iki“ gibt es Kräuter, Tees, Honig und andere naturbelassene Produkte aus Griechenland zu entdecken, „unter anderem den sehr cremigen Joghurt“, wie sie schreibt. Der Betreiber, Panagiotis Manologlou, brüht den Gästen die rund 40 verschiedenen Kräutersorten, die im Salon zu finden sind, als Tee auf oder packt sie zum Mitnehmen ein. Jedes Kraut hilft bei anderen Beschwerden, Lindenblüten z.B. werden bei Erkältungskrankheiten empfohlen, Nanaminze wirkt antibakteriell und die Passionsblume ist angstlösend und hilft bei Einschlafstörungen. Auf der Internetseite finden Sie auch ein Kräuter-ABC mit den jeweiligen Heilwirkungen. Alle Produkte werden ausschließlich von Kleinproduzent*innen bezogen, zurzeit aus Nordgriechenland (Region Makedonien) und von der Insel Kreta. Geöffnet Di-So 11-19 Uhr. U-Bhf Schönleinstraße.
Berlinbesuch – Morgen, am 24. August, findet wieder die Lange Nacht der Filmfestivals statt. Um 19 Uhr präsentiert das Uranium Film Festival den Film „Uranium Derby“ von Brittany Prater im Original mit deutschen Untertiteln. Der Film handelt von einer jungen Frau, die die geheime Beteiligung ihrer Heimatstadt am Manhattan-Projekt untersucht und dabei offenlegt, dass das Thema Atommüll „erfolgreicher begraben ist als der Abfall selbst“. Bei dem Festival werden drinnen und draußen nonstop ab 15 Uhr über 100 Filme gezeigt, außerdem spielen Berliner Bands, so wie Honolulu Transport oder Ostberlin Androgyn. Der Eintritt kostet 12/8 Euro. In den Kinos des ZUKUNFT am Ostkreuz, Laskerstraße 5, S-Bhf Ostkreuz
Last-Minute-Tickets – Der Produzent, DJ und Funk-Synthesizer Harvey Sutherland aus Melbourne bewegt sich etwas abseits des modernen Techno. Wer also heute Abend tanzen, aber nicht unbedingt raven gehen will, kann dem Urban Spree einen Besuch abstatten. Hier legt der Australier, dessen Musik nicht recht in Kategorien wie Soul, Disco oder Funk passen will, heute auf. Er versucht immer eine „eigene Klangwelt“ zu erschaffen, wie er mit seinem neuen Projekt „Amethyst“ zeigt. Los geht’s um 20 Uhr in der Revaler Straße 99, Tickets kosten im Vorverkauf 15,75 Euro. S/U-Bhf Warschauer Straße
Noch hingehen – Anlässlich des Jubiläums von 25 Jahren Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Peking haben sich junge Künstler*innen aus beiden Städten zusammengefunden und ihre Werke im Museum für Fotografie ausgestellt. Auch Werke des in beiden Städten lebenden Künstlers He Xiangyu sind zu sehen, er bespielt momentan auch den Chinesischen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Die jungen Menschen, die in den beiden Großstädten leben, „bewegen sich völlig selbstverständlich zwischen eigener Herkunft und Tradition sowie einem durch Architektur, Konsum und Medien bestimmten globalen Lebensstil“. „Berlin Peking Visual Exchange" ist nur noch bis zum 25. August in der Jebensstraße 2 zu sehen, Di-Mi 11-19 Uhr, Do 11-20 Uhr, Fr-So 11-19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 10/5 Euro, S/U-Bhf Zoologischer Garten
Verlosung – Heute und morgen findet der „Rotary-Kindertag“ statt. Die Rotary Clubs in und um Berlin laden über 2500 Kinder in den Berliner Zoo (S-Bhf Zoologischer Garten) ein, mit vielen Mitmachaktionen soll die Leselust geweckt, die Freude an der Bewegung gefördert, und eine gesunde Ernährung schmackhaft gemacht werden. Neben dem Besuchen der Tiergehege gibt es Highlights wie u.a. Torwandschießen, Malen und Gesichter schminken. Wir verlosen für Samstag 5x4 Tickets - wer möchte? Bei Interesse bitte die Anzahl von Kindern und Begleitpersonen angeben.
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Carmel Schnautz einen aufregenden Freitag.
Berlin heute
Verkehr – Bis Montagmorgen, ca. 5 Uhr, ist es nicht möglich, von der Yorckstraße (Kreuzberg) in die Katzbachstraße einzufahren, von der Katzbachstraße aus geht's nur nach rechts in die Yorckstraße Richtung Mehringdamm. Die Baustellensperrung der Perleberger Straße (Moabit) wird bis zum Mittag wieder aufgehoben. Im Anschluss ist die Birkenstraße zwischen Perleberger Straße und Lübecker Straße im Einmündungsbereich der Perleberger Straße für etwa 2,5 Wochen gesperrt. Die Edisonstraße (Oberschönweide) ist bis Mitte September in beiden Richtungen zwischen Wilhelminenhofstraße und Siemensstraße gesperrt. Auf der Mühlenstraße (Pankow) steht ab 7 Uhr bis Dienstag in Richtung Breite Straße vor der Florastraße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Aufgrund eines Konzerts in der Zitadelle Spandau (Haselhorst) von „Feine Sahne Fischfilet“ (Beginn 19 Uhr) kann es im Bereich Am Juliusturm und Zitadellenweg zu Staus kommen und Roland Kaisers Auftritt in der Waldbühne (Westend) um 20 Uhr sorgt ebenfalls für viel Verkehr im Umkreis. Bei der Linie S25 herrscht ab 22 Uhr bis Montag ,1.30 Uhr zwischen Schönholz und Hennigsdorf Ersatzverkehr mit Bussen. Im selben Zeitraum sind auch die Linien S41/42, S8 und S85 zwischen Gesundbrunnen und Greifswalder Straße unterbrochen. Die S8 und S85 fahren zudem nicht zwischen Bornholmer Straße und Frankfurter Allee.
Demonstration – Von 7.20 bis 7.50 Uhr wird mit etwa 100 Teilnehmern an der Landsberger Allee Ecke Ebertystraße für einen „Sicheren Schulweg“ demonstriert. Am Invalidenpark findet sich von 12 bis 14 Uhr wieder der „Fridays for Future“-Klimastreik mit ca. 500 Demonstrierenden ein. Am Samstag rollt der diesjährige Zug der Liebe „für ein tolerantes Zusammenleben ohne Rassismus und Rechtsextremismus“ mit ca. 9500 Teilnehmern von 13 bis 22.30 Uhr durch die Stadt, er startet an der Puschkinallee und endet am Markgrafendamm. Von 10 bis 17 Uhr fährt ein Bikeraufzug mit etwa 1500 Teilnehmern aus Jühnsdorf, Brandenburg, nach Berlin rein und einmal quer durch alle Bezirke unter dem Motto „Gemeinsam fahren – gemeinsam kämpfen für unsere Rechte“. Am Sonntag findet der „Official Animals Rights March 2019“ unter dem Motto „Vereint für Tierrechte“ von 10 bis 14 Uhr mit ca. 5000 Teilnehmenden statt. Der Aufzug geht vom Senefelder Platz zum Neptunbrunnen und wurde vom Tierrechtsaktivismusbündnis angemeldet. Von 14 bis 17 Uhr veranstaltet das Netzwerk Fahrradfreunde Tempelhof-Schöneberg eine „Kidical Mass“-Fahrraddemo mit ungefähr 100 Teilnehmenden, die vom Tempelhofer Damm zum Rathaus Schöneberg fährt.
Gericht – Nach einer Großrazzia vor neun Monaten beginnt der Prozess gegen sechs Männer und zwei Frauen wegen Handels mit Amphetamin, Kokain und Marihuana. Als ein Hauptverdächtiger gilt ein 50-Jähriger, der dem Rockermilieu nahestehe. Sieben der Angeklagten hätten auch versucht, ein Drogenlabor einzurichten (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 129).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Carmen-Maja Antoni (74), Schauspielerin / Gerhard Cerny (75), Schriftsteller / Inge Deutschkron (97), deutsch-israelische Autorin und Journalistin / Lucie Hollmann (26), Schauspielerin / Friederike Kempter (40), Schauspielerin / Dr. Klaus Neye (70), Kardiologe
Sonnabend – Alexander „Sascha“ Anderson (66), Schriftsteller / Anna Carlsson (46), Schauspielerin / Hermann Gerbaulet (71), Konsul von Jamaika und Ehrenvorsitzender des Berliner Trabrennvereins e.V. / Helga Korthaase (81), Politikerin (SPD) / Patrick Schiffer (36), „Küchenchef im Josl: Weiterhin viel Glück und Erfolg wünschen H&B!“ / Stefan Schlede (79), Politiker (CDU) / Wolfgang Schumann (70), „liebe Grüße aus der Schweiz“
Sonntag – Maxim Biller (59), Schriftsteller / Dr. Eckart von Hirschhausen (52), Arzt, Komiker, Moderator und Autor / Sandra Maischberger (53), Journalistin und Fernsehmoderatorin / Kyle Russell (26), Volleyballspieler bei Berlin Recycling Volleys / Harald Wolf (63), Politiker (Die Linke)
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Prof. Dr. Friedrich Holl, * 1. Dezember 1949 / Sophie Morawietz, * 25. Mai 1921 / Prof. Dr. Joachim Ronneburger, * 4. November 1941
Bleibtreustraße 34-35, Charlottenburg – hier lebte John Löwenthal (1862). Am 29. Juli 1942 wurde er gemeinsam mit seiner Frau Emilie und deren Bruder Ernst Oppenheimer ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er wurde am 23. August 1942 ums Leben gebracht.
Encore
Eine ausgestreckte Hand kann helfen. Manchmal reicht aber auch ein hochgeworfenes Seil. So war es am Donnerstag in Friedenau. Aber der Reihe nach: Drei Tage saß ein weißes Kätzchen am Ludwig-Barnay-Platz in einem Baum fest, in 10 Metern Höhe. Bis eine Anwohnerin ein Foto davon auf Facebook postete, das Corinne Grzésik, die in der Nähe eine Malschule betreibt, dazu motivierte, einen Baumkletterer zu engagieren. Die Feuerwehr hatte abgewunken. Als nun der Mann am Donnerstagvormittag in den Baum steigen wollte und besagtes Seil hochwarf, fasste sich das Kätzchen ein Herz, sprang auf einen unteren Ast und kletterte auch die nächsten Meter ganz allein herunter. Der Einsatz kostete trotzdem 238 Euro, die Nachbarschaft legte zusammen.
Vielleicht geben Sie sich heute auch einen Ruck – das kann ungeahnte Kräfte entfachen. Morgen kämpft sich hier Lorenz Maroldt wieder für Sie durchs Geäst.
Bis bald, Ihre
