Kai Wegner schwimmt sich frei: Der CDU-Chef gibt sein Amt als Präsident des DLRG-Landesverbands auf. Dem Checkpoint sagte Wegner gestern, er wolle „klar Schiff machen“ und sich „voll auf die CDU konzentrieren“ – bei den nächsten Vorstandswahlen der Lebensrettungsgesellschaft im Mai 2020 tritt er nicht mehr an. Das DLRG-Führungsgremium habe er über seine Entscheidung im Spätsommer informiert. Im November hatte Wegner in einem „Xing“-Beitrag von „sogenannte Seenotrettern“ als „Schlepperhelfer“ gesprochen, der DLRG-Bundesverband ging auf Abstand. Wegners Verteidigung: Er habe sich „zu keinem Zeitpunkt gegen die Seenotrettung ausgesprochen“. Jetzt will er die dahindümpelnde CDU retten: „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig.“
Zu rechts für die Polizei: Die Behördenleitung will einen Kommissar im gehobenen Dienst loswerden – dem Ex-Funktionär der „Jungen Alternative“ werden Kontakte zu Extremisten vorgeworfen. Ein Disziplinarverfahren läuft seit dem Frühjahr, im Oktober wurde dem Probe-Beamten die Ausübung der Dienstgeschäfte verboten. Nach CP-Informationen handelt es sich bei dem Polizisten um den früheren JA-Landesschatzmeister Marc Bernicke – die AfD-Nachwuchsorganisation wird vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall geführt, weil „hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte für eine Bestrebung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“ vorliegen. Im Anschluss an seine Ausbildung war Bernicke auf dem Abschnitt 21 in Spandau eingesetzt. (Weitere Informationen zum Vorgehen der Polizei gibt’s ab 8 Uhr auf tagesspiegel.de).
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In Berlin gibt es mehr als 200.000 Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen. Dabei stehen sie unter bestimmten Voraussetzungen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – automatisch und kostenfrei. Mehr Infos gibt es bei der Unfallkasse Berlin: www.unfallkasse-berlin.de/pflegende-angehörige
Die größten Profiteure der Diätenerhöhung im Abgeordnetenhaus (von 3.944 auf 6.250 Euro ab 1.1.2020) sind nicht die Parlamentarier, sondern die Parteien – sie kassieren höhere „Sonderbeiträge“ ihrer Mandatsträger, auch der Senatsmitglieder. Wir haben uns mal umgeschaut, hier ein Überblick (in Euro pro Monat, ab 1.1.2020, Steigerung in Klammern, jeweils zusätzlich der Mitgliedsbeiträge).
SPD: Regierender Bürgermeister 692 (+48), Senator/in 621 (+43), Staatssekretär/in 407 (+28), Präsident Agh 250 (+45), Fraktionsvorsitzender 375 (+68), Abgeordnete 405 (+73).
Linke: Abgeordnete 625 (+240)
Grüne: 1250 (+462)
CDU: Erhöhung ja, Zahlen noch offen.
AfD: Noch kein Beschluss.
FDP: Abgeordnete: 625 (+240)
Ein halbes Jahr auf Bewährung und 500 Euro Geldauflage als Urteil für einen Lasterfahrer, der beim Rechtsabbiegen ein Kind totfährt (CP von gestern) – ist das nicht zu mild? Checkpointer Stefan Jacobs hat darüber mit dem Unfallforscher Siegfried Brockmann vom UdV gesprochen. Er sagt:
– Die Justiz kann der Erwartungshaltung kaum gerecht werden.
– Im Gesamtgefüge der Rechtsprechung ist das Urteil angemessen.
– Eine präventive Wirkung ist von keinem Urteil zu erwarten.
– Die meisten Autofahrer fahren schlechter, als sie glauben.
– In manchen Urteilen schien die Autofahrerperspektive durch.
– Die Polizei kann das Legalitätsprinzip nicht mehr durchsetzen.
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2006 gegründet, gehört das „Zentrum für Darm- und Beckenbodenchirurgie“ heute zu den größten seiner Art in Deutschland. Auf Basis neuester Verfahren und Techniken erhalten Patienten eine individuell ausgerichtete Therapie und Diagnose. Chefarzt Dr. Roland Scherer und sein Team beraten Sie in den Sprechstunden umfassend und helfen gerne weiter.
www.krankenhaus-waldfriede.de
Berlins Straßenkämpfe finden heute nicht mehr zwischen der Polizei und den Autonomen statt, sondern zwischen der Verkehrssenatorin und den Bezirken – Schauplatz gestern: die Karl-Marx-Allee. Kurz vor Fertigstellung der mehrjährigen Umbauarbeiten fällt Regine Günther (Grüne) ein, dass sie dort doch lieber eine Wiese statt Parkplätzen auf dem Mittelstreifen haben will – Mitte-Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) ist empört: „Der Jahre dauernde Partizipationsprozess wird damit auf den Kopf gestellt.“ Günther will die Anwohner „in Kürze“ darüber informieren, dass sie nichts zu sagen haben. Es kommentiert der Namenspatron der Magistrale: „Wenn der Zweck die Mittel heiligt, dann ist der Zweck unheilig.“ Amen.
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Fußball ist seit jeher auch für Rechtsextreme interessant. Hooligans und Nazis professionalisieren ihre Gewalt im Kampfsport, besonders Mixed Martial Arts (MMA) ist für sie attraktiv. Wir fragen: Welche Strategien wirken gegen Rechtsextremismus im Sport? Wie kann Prävention im Extremkampfsport gelingen? Welche Unterstützung braucht MMA dabei von der Sportpolitik?
gruene-bundestag.de
Aus der Reihe „Berlin bekloppt“:Wochenlang wurde in der Hochkirchstraße 6 kein Papiermüll abgeholt, Begründung der „Berlin Recycling GmbH“: ein „verparkter Transportweg“ – die „Rote Insel“ ist berühmt für ihre wild abgestellten Autos. Und nun? Das Unternehmen bot per Mail „eine kostenpflichtige Nachleerung oder kostenpflichtige Mehrmengenmitnahme zum nächsten Leerungstag“ an – warum ausgerechnet dann der Transportweg nicht „verparkt“ sein sollte, blieb ein Rätsel. Und prompt war der Transportweg auch beim nächsten Mal zu.
Was die Anwohner stutzen ließ: Der Hausmüll wurde trotzdem abgeholt - vielleicht verfügt die konkurrierende BSR über ein geheimes Tunnelsystem, wer weiß. Gestern fragte der Checkpoint dann mal nach, was da eigentlich los ist – und siehe da: Am Nachmittag war der Papierberg weg. Da zitieren wir als letztes Wort in dieser Angelegenheit (jedenfalls für heute) doch gerne aus einer elektronischen Antwort der Papier-Recycler: „Diese Email spart Papier. Sparen Sie mit, drucken Sie diese E-Mail nicht aus.“
In einigen PR-Abteilung ist der Glühwein offenbar schon ausgetrunken, wie ein Blick in die Spambox zeigt – schauen wir uns mal eine Nachricht von Lindt zur Edition „Santa Glamour“ an:
„Neben dem Weihnachtsmann mit klassisch-rotem Mantel präsentiert sich die neue Glamour-Edition in silber, gold oder roségold. Trotz neuem hollywoodreifem Auftritt bleiben die inneren Werte des Weihnachtsmannes erhalten. Dank neuem glitzernden Mantel wird der Lindt Weihnachtsmann zum funkelnden Blickfang und idealem Geschenk in der Weihnachtszeit für alle, die Wert auf einen glamourösen Look legen.“
Vergangene Nacht hat der Checkpoint mit einem kleinen Weihnachtsmann (125 g / 680 Kalorien) den „Santa Glamour“-Test gemacht – das Ergebnis: Hinter der roségolden-schillernden Funkelfolie à la Hollywood steckt leider auch nur ein hohler Kopf.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Einen Verwaltungsmarathon absolviert gerade das BA Mitte: Seit drei Jahren werden hier die Daten der 2016er-Studie zur Auslastung von Sportstätten ausgewertet. Da scheint der Besenwagen ausgefallen zu sein – und nicht nur der. (Q: DS 0758/V)
Neues aus dem Land der Dichter und Denker – wir präsentieren einen Lyrik-Versuch der S-Bahn: „Biste beim Einstieg als Letzter dran, mach Dich beliebt in deinem Wagen, schließe die Tür an kalten Tagen!“ Frage ans Publikum für das nächste Checkpoint-Germanistik-Seminar – ist das a) ein Schüttelreim, b) ein Schlotterreim oder c) ein Zitterreim? Ach, und hier noch die Prosa-Fassung (Edition Berlin): „Tür zu Alter! Is‘ arschkalt hier!“
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Das finden wir auch.
Wir wollen Berlin darin unterstützen, Wohnraum effektiv zu schützen. In Kooperation mit Hamburg funktioniert das bereits. Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit den Gastgebern auf Airbnb für einen einfachen und digitalen Registrierungsprozess wie in Hamburg ein. Erfahre mehr: airbnb.com/das-finden-wir-auch
Aufforderung im „Obi“-Baumarkt: „Bitte Ware, die Sie nicht finden, in den Eimer legen“ – wir wünschen viel Erfolg. Es kommentiert die „Obi“-Reklame: „Alles ist machbar.“
Wichtiger Hinweis zur Stellenausschreibung „19_229_Gart“ des Bezirksamts Neukölln: Bei der Aufgabenbeschreibung „Genaue Inaugenscheinnahme u.a. des Mobiliars“ sind nicht etwa am Straßenrand abgestellte Sofas, Tische, Schränke und Küchen gemeint, sondern Parkbänke (zu erkennen an den demolierten und bemalten Latten).
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Pünktlich zum Nikolaus ist für die Kleinen hinter dem heutigen Türchen etwas ganz Besonderes versteckt: ein ultra leichtes Kinderfahrrad von woom. Probieren Sie Ihr Glück!
Altmietverträge mit Kantinenbetreibern sind haltbarer als in der „Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt“ vorgesehen – trotz Verbots werden im Abgeordnetenhaus und in Senatsverwaltungen weiter Einwegbecher angeboten. Jetzt kündigt die BIM immerhin an, „dass überprüft wird, beim Abschluss von neuen Verträgen (…) abfallvermeidende Anforderungen aufzunehmen“ – nach CP-Informationen sind noch rechtliche Fragen zu klären. (Q: Für Aussage BIM Staatssekretär Stefan Tidow auf Anfrage MdA Georg P. Kössler, noch unveröffentlicht).
Welche Kliniken sind die besten? Das fragen wir seit 2005 regelmäßig die niedergelassenen Ärzte Berlins, denn die wissen genau, was sie ihren Patienten empfehlen – und warum. In diesem Jahr haben sich 2400 Mediziner an unserer Umfrage beteiligt und ihre favorisierten Häuser für mehr als 60 verschiedene Fälle benannt. Mein Kollege Ingo Bach überreichte gestern im Tagesspiegel-Haus am Askanischen Platz den 50 renommiertesten Chefärztinnen und Chefärzten ihre Urkunde „Beste Empfehlung“ – und präsentierte das neue Tagesspiegel-Magazin „Kliniken Berlin 2020/2021“ (von heute an u.a. im Tagesspiegel-Shop).
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Let's celebrate 15 Jahre HOLY SHIT SHOPPING
Auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk? Am 7. + 8.12. verwandelt sich die Arena in den größten Indoor-Weihnachtsmarkt der Stadt. Hochwertige Lifestyle-Produkte präsentiert von 350 Designlabels.
Wir verlosen 3 x 2 Freikarten. Teilnahme per Mail an: hello@holyshitshopping.de
Stichwort: holy
Nachtrag zur Meldung „Seniors for Future“ (CP v. gestern): Annette Ahme weist darauf hin, dass sie als Initiatorin zu zweit ist – an ihrer Seite steht die Autorin Jenny Schon (leidenschaftliche Stadtbürgerin und Leserinnenbriefschreiberin).
Für die aktuelle Ausgabe unseres Magazins „Tagesspiegel Berliner“ hat Sebastian Lörscher sechs Obdachlose portraitiert - mit Zeichenstift und Laptop. Seine Geschichte „Verlust ist mein Lebenselexier“ finden Sie hier.
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Einen schönen 6. Dezember mit LINDNER Esskultur!
Wir wünschen Ihnen zum Nikolaus viel Freude und so viel Geschick wie unser weihnachtlicher Erdbeerwichtel bei vielen Anlässen zeigt! Er ist ein Meister der Verwandlung. Aus guter Laune wird Euphorie, aus guten werden beste Freunde und aus einem Wichtel werden zwei, drei …
https://www.instagram.com/lindneresskultur/
Die Berliner Sinologin Dagmar Schäfer (Max-Planck-Institut und TU) wird mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet – der wichtigste deutsche Forschungsförderpreis ist mit 2,5, Millionen Euro dotiert.
Sensation: Seit dem Verkündungstag des BER-Eröffnungstermins sucht die Flughafengesellschaft einen „Senior BI Architect & Data Scientist (m/w/d)“, Anforderungen u.a.: „Hohes Verantwortungsbewusstsein und Vertrauenswürdigkeit“. Die meinen es diesmal wohl wirklich ernst.
Tage bis zum Geburtstag von Flughafenchef Engelbert „ELD“ Lütke Daldrup (der im kommenden Jahr zufällig auf den Tag der BER-Eröffnung fällt): 330.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wir sind doch noch drin im Pokal, oder?“
Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann offenbart bei der Pressekonferenz vor dem Frankfurt-Spiel einige Wissenslücken über unsere Stadt. Team Checkpoint bietet gerne ein bisschen Nachhilfe an – bei einer „Runde Berlin“ mit der Ringbahn für unseren neuen Podcast, Auftaktthema: „Neuanfang“. Besser lässt sich Berlin nicht kennenlernen!
Tweet des Tages
Im Folgenden ein Thread der Verkehrsinformationszentrale @VIZ_Berlin, beginnend am Freitag vor einer Woche: 29.11, 14:35 Uhr: „Auf der Mollstraße in Mitte beginnen um ca. 16:00 Uhr Fahrbahnsanierungsarbeiten. Bis Montagmorgen, ca. 05:00 Uhr ist die Straße in Richtung Torstraße zwischen Otto-Braun-Straße und Prenzlauer Allee GESPERRT.“ 2.12., 06:14 Uhr: „Die Mollstraße ist heute leider noch immer Richtung Torstraße ab der Otto-Braun-Straße gesperrt. Der Baufirma hatte einen Schaden an einer Maschine und es kam zur Verzögerung. Vsl. heute Abend ist sie wieder frei.“ 2.12., 20:01 Uhr: „Schlechte Nachrichten aus Mitte. Die Mollstraße bleibt voraussichtlich noch bis morgen, ca. 20:00 Uhr, Richtung Torstraße zwischen Otto-Braun-Straße und Prenzlauer Allee GESPERRT.“ 3.12., 06:06 Uhr: „Die Mollstraße in Mitte bleibt voraussichtlich noch bis heute Abend, ca. 20:00 Uhr Richtung Torstraße zwischen Otto-Braun-Straße und Prenzlauer Allee GESPERRT.“ 3.12., 16:29 Uhr: „Schlechte Nachrichten aus Mitte. Die Mollstraße bleibt bis morgen Richtung Torstraße zwischen Otto-Braun-Straße und Prenzlauer Allee weiterhin gesperrt.“ 4.12., 06:34 Uhr: „Die Mollstraße in Mitte bleibt voraussichtlich bis Freitagnachmittag Richtung Torstraße zwischen Otto-Braun-Straße und Prenzlauer Allee GESPERRT.“ 5.12., 16:50: „Es gibt leider erneut schlechte Nachrichten von den Bauarbeiten auf der Mollstraße in Mitte. Aufgrund zweier defekter Asphaltfertiger, Schäden im Unterbau und den schlechten Wetteraussichten muss die Baumaßnahme bis Sonntagmittag verlängert werden.
Antwort d. Red.: Wir halten Sie auf dem Stehenden. Hinweis an die Verkehrsverwaltung: Leider wurde bei den Sanierungsarbeiten vergessen, auf einer der jeweils 5 Spuren pro Richtung einen Radstreifen aufzupinseln.
Stadtleben
Essen & Trinken – Die geselligen Abende nehmen in der Vorweihnachtszeit dramatisch zu: Überall Glühwein, Braten, Plätzchen (gefühlt). Wer zwischendurch auch mal leichte Kost vertragen kann, plant die Familienfeier im Enzo Sushi in der Marienburger Straße 38 in Prenzlauer Berg (Tram-Station Marienburger Straße). Die kleine Sushi-Bar wirkt mit ihren dunklen Wänden und gekonnt inszenierten Lichtakzenten schick und dennoch familiär. Für Nigiri mit Thunfischbauch, Lachs-Avocado-Maki und Ebi-Tempura Inside-Out mit flambiertem Lachs und Trüffel-Mayo legt man zwar deutlich mehr auf den Tisch als üblich – der nette Service und die exzellente Qualität sind es aber wert. Ausnahmsweise raten wir hier zudem zu alkoholfreien Drinks: Die kunstvoll dekorierten Haus-Limonaden Dark Passion (Passionsfrucht) und No Cheat Day (Gurke, Apfel, Basilikum) können es durchaus mit handelsüblichen Cocktails aufnehmen. Di-Fr 12-15 & 18-23 Uhr, Sa 17-23 Uhr, So 17-22 Uhr, an den Weihnachtsfeiertagen und Silvester / Neujahr geschlossen
Mehr Genuss Wer gerade in der Adventszeit sein Portemonnaie schonen will, kann auch einfach selber kochen! Die Kollegen der „Mehr Genuss“-Redaktionempfehlen am Samstag im Tagesspiegel (auch als E-Paper) Kochbücher für Genießer. Außerdem erfahren Sie, wo die Walnüsse vom Nikolaus-Teller herkommen.
Plätze sichern An Weihnachten selbst kochen, sich dafür zu Silvester einen Restaurantbesuch gönnen? Das Brauhaus Südstern (Hasenheide 69, U-Bhf Südstern) bietet zum Jahreswechsel ein ausgiebiges Buffet, geeignet für alle Glaubensrichtungen in Sachen Fleisch-Konsum. Außerdem gibt‘s Mitternachtspfannkuchen, natürlich Sekt und Live-Musik (55 Euro). Plätze reservieren können Sie unter info@brauhaus-suedstern.de.
Noch hingehen ins Charlottenburger China-Restaurant Lee Wah. Die Betreiber Kim Nung Li, Kwong Loy Lee, Fuk Tai Li und Kin Cheung Li servieren am Sonnabend zum letzten Mal am Kurfürstendamm 92. Aber Achtung: Über Gentrifizierung kann an dieser Stelle nicht geklagt werden – aufzuhören, war die willentliche Entscheidung der deutsch-chinesischen Familie. Nach 49 Jahren geht damit zwar eine Kiez-Institution verloren, aber Kim Nung Li schließt eine spätere Rückkehr in die Gastronomie nicht aus, wie der gelernte Restaurantfachmann Leute-Autor Cay Dobberke erzählte. Tägl. 12-23 Uhr, U-Bhf Adenauerplatz
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Berlinbesuch mit ins Café Moskau (Karl-Marx-Allee 34, U-Bhf Schillingstraße) nehmen: Die Location hat Kultstatus und ist nur noch selten für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine der wenigen Gelgenheiten ergibt sich am Samstag, wenn dort ab 22 Uhr die Aftershow-Party zu den European Film Awards steigt. Das Highlight: Das „Babylon-Berlin“-Team wird u.a. mit Liv Lisa Fries, Tom Tykwer und Achim von Borries vertreten sein, Juliette Binoche und Antonio Banderas werden ebenfalls auf der Tanzfläch eerwartet. Für diesen einmaligen Abend verlosen wir 5x2 Tickets – wer möchte?
Geschenk – Selbstgemacht geht über gekauft, heißt es immer. In heutigen Zeiten könnte es aber auch heißen: klimafreundlich geht über Massenproduktion. In den Neuköllner Arcaden werden diese beiden Maximen am Wochenende zusammengebracht: Bei „Berlin schenkt fürs Klima“ werden klimafreundliche Kulinarik-Geschenke gefertigt. Aus geretteten Lebensmitteln von „Restlos Glücklich" – also solchen, die noch bedenkenlos gegessen werden können, aber im Supermarkt im Müll gelandet wären – werden Marmeladen, Pestos und Chutneys gekocht, gestampft und gerührt: „Klima-Glück im Glas“ heißt das dann. Kleine Lehrstunden zu CO2-Emissionen in der Lebensmittelproduktion gibt’s obendrauf. Bis Sonntag tägl. 12-17 Uhr, Karl-Marx-Straße 66, U-Bhf Rathaus Neukölln
Karten gewinnen – Wer lieber Filme guckt, statt sich auf Aftershow-Parties herumzutreiben, für den haben wir zwei Vorstellungen im Delphi Lux: Das georgische Liebesdrama „Als wir tanzten“ (Sa, 14 Uhr) von Regisseur Levan Akin und Nora Fingscheidts vielbesprochener Streifen „Systemsprenger“ (So, 15 Uhr) werden am Wochenende in der Kantstraße 10 (S/U-Bhf Zoologischer Garten) im Rahmen der European Film Awards auf die Leinwand gebracht. Für beide Vorstellungen verlosen wir jeweils 2x2 Karten.
Last-Minute-Tickets bekommen Sie noch für Komische Oper, wo um 20 Uhr Isabelle Faust auf der Violine und Marie-Elisabeth Hecker auf dem Violoncello im Doppel-Sinfoniekonzert Johannes Brahms‘ letztes Orchesterstück zum Besten geben. Karten gibt’s ab 12 Euro. Behrenstraße 55-57, U-Bhf Französische Straße
Alle Stadtleben-Tipps der Woche finden Sie auf checkpoint.tagesspiegel.de.
Das Stadtleben zum Freitag von: Maria Kotsev
Ein Türchen Berlin
Noch 18 Tage bis Weihnachten und bis es so weit ist, hier ein paar Ideen, was Sie mit Ihren Liebsten unternehmen können, um dem Weihnachtstrubel zu entkommen, denn das schönste Geschenk – egal zu welcher Jahreszeit – istZeit miteinander. Am Sonntagentführt das Deutsche Theater in die wundersame Welt des kleinen Königs Dezember. Gemeinsam mit dem niedergeschlagenen „Insbürogeher“ begibt sich der Monarch auf einen abenteuerlichen Weg durch sein Zimmer, schaut in die Sterne, philosophiert über die Unsterblichkeit. Was ist wirklich, was nur Traum? Tickets für die Dezembervorstellungen sind natürlich längst ausverkauft (im Januar sieht es besser aus!) - für die Vorstellung diesen Sonntag um 16 Uhr haben wir zwei Freikarten ergattern können. Kleine und große Majestäten schreiben dafür einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Bild: Naomi Fearn
Berlin heute
Verkehr – Richardplatz (Neukölln): Zugunsten des traditionellen Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarktes ab 6 Uhr bis Sonntag (24 Uhr) gesperrt. Besucher reisen am besten mit den Öffis an – auf der Karl-Marx-Straße wird immer noch schwer gebaut.
Werderscher Markt (Mitte): Wegen einer Demonstration (siehe unten) kommt es zwischen 10 und 14 Uhr zu Sperrungen.
Innenstadtgebiet (v.a. Mitte / Charlottenburg): Ein Fahrradkorso fährt ab 16:30 Uhr vom Invalidenpark zum Messedamm, Höhe Jafféstraße, wo sich weitere Demonstrierende anschließen (siehe unten). Im Bereich Theodor-Heuss-Platz, Masurenallee und Messedamm (zwischen Kaiserdamm und Jafféstraße) muss deshalb auch mit Sperrungen gerechnet werden.
S-Bahn: Die Linien S3, S5, S7, S75 und S9 sind ab 22 Uhr bis Montag (1.30 Uhr) zwischen Warschauer Straße und Alexanderplatz unterbrochen – es fahren Ersatzbusse. Und wegen Bauarbeiten fallen Züge der Linien S25 und S26 zwischen Teltow Stadt und Priesterweg aus (ab 22 Uhr bis Montag, 1.30 Uhr). Auch hier fahren Ersatzbusse.
Demonstration – In der Turmstraße 91 fordern rund 50 Personen von 8.45 bis 16 Uhr „Straffreiheit für alle Besetzer*innen“. Etwa 500 Demonstrierende gehen von 10 bis 14 Uhr „gegen Menschenrechtsverletzungen – für Recht und Freiheit in Äthiopien“ auf die Straße und laufen vom Auswärtigen Amt am Werderschen Markt zum Bundeskanzleramt. Fridays For Future veranstaltet einen Fahrradkorso mit 300 Aktivist*innen vom Invalidenpark zur Jafféstraße (12-16 Uhr). Um 16 Uhr startet eine Zubringer-Demo ab dem Theodor-Heuss-Platz mit 1000 Teilnehmenden, organisiert von den Naturfreunden Berlin, und endet am Messedamm / Jafféstraße. Am Samstag demonstriert das Berliner Taxigewerbe vor dem Park Inn Hotel in der Alexanderstraße von 9-12 Uhr für Chancengleichheit. Die Bürgerinitiative Sport- und Schulstandort Osterweg läuft mit 300 Menschen von der Billy-Wilder-Promenade zur Osterweg und fordert den „Bau einer Sporthalle und einer Schule“ (12-14 Uhr). „Gegen Gentrifizierung“ sprechen sich von 15-20 Uhr bei einer Demo vom Görlitzer Park zum Kottbusser Tor etwa 400 Personen aus. Und am Sonntag äußern die Naturfreunde Berlin von 13-15 Uhr bei einem Aufzug vom Wittenbergplatz zum Kurfürstendamm / Uhlandstraße den Wunsch einer „Ku’damm-Tram“.
Gericht – Ein 50-jähriger Mann, der in einem Seniorenheim in Friedrichshain den damals 41 Jahre alten Arbeitskollegen seiner Ehefrau mit einem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt haben soll, muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 537).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Fred Breinersdorfer (73), Jurist und Schriftsteller / Dirk Dobbrow (53), Schauspieler, Schriftsteller und Dramatiker / Jörg Heinrich (50), ehem. Fußballer und bis Juni Co-Trainer bei Borussia / Markus Kuhn, „an den besten Nikolaus und Papa von Cleo und Artur“ / Tobias Marquardt, „alles Liebe zum Geburtstag und toi, toi, toi für Februar!“ / Lennart Moser (20), Torhüter bei Union Berlin, derzeit ausgeliehen an Energie Cottbus / Marius Müller-Westernhagen (71), Rockmusiker / „Meinem wunderbaren runden Stern am wässerigen Himmel zum Birthday alles Gute und immer eine Handbreit Wasser unterm B - Kiel.“
Sonnabend – Nicola Birkner (50), Seglerin / Sigrid Damm (79), Schriftstellerin / Torsten Hannusch (54), „Unternehmer und Marathonläufer, alles Gute wünschen die Junioren Runner Berlin!“ / Sebastian Scheel (44), Staatssekretär für Wohnen (Linke) / Uwe Vorkötter (66), ehem. Chefredakteur der Berliner Zeitung (2002-06, 2009-12), Chefredakteur von "Horizont" / Jürgen Walter (76), Sänger und Komponist
Sonntag – Lars Düsterhöft (38), für die SPD im AGH / Christian Gaebler (55), Chef der Senatskanzlei / Hans-Ulrich Jörges (68), ehem. in der Chefredaktion des Stern (2007-17) / Nikolaus Karsten (50), ehem. für die SPD im AGH / Michael Naumann (78), Journalist und Verleger, ehem. Staatsminister für Kultur (1999-2000), ehem. Geschäftsführer des Rowohlt Verlags (1985-95) / Teesy (29), Rapper / Natascha Wodin (74), Schriftstellerin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Hans-Christoph Jacobs, * 3. November 1965 / Peter Andrew Neumann, * 1949, „Berlins bekanntester und treuester Rockmusik-Fan. Er besuchte bis zu 250 Konzerte im Jahr.“ Ein Nachruf von Nadine Lange / Horst „Hotte“ Rapsch / Jürgen Westermann
Stolperstein – Seesener Straße 28, Halensee: Hier lebte Ernst Behrend (Jhg. 1882), der u.a. im Reichsarbeitsministerium tätig war, anschließend im Reichsversicherungsamt. Außerdem wurde er 1929 zum Senatspräsidenten ernannt, in dem er bis 1933 blieb. Er wurde in „untergeordnete Beschäftigung“ versetzt, 1935 zwangsweise in den Ruhestand. Um weiterer Verfolgung zu entgehen, beging Behrend heute vor 81 Jahren Suizid.
Encore
Zum Schluss heute mal ein Blick mit der „B.Z.“ ins Amtsgericht – und schon haben wir eine Geschichte aus dem prallen Berliner Leben.
Die Protagonisten: Auf der einen Seite Heidi (41), Fußpflegerin; ihre Schwester Ella (27), Friseurin; und Klara (26), Spielhallenaufsicht. Auf der anderen Seite: Karsten (50), Techniker; und Hubert (53) Kaufmann.
Der Schauplatz: „Real“ in der Müllerstraße.
Die Story, gestern von den Beteiligten erzählt im Gericht: Heidi und Klara machen sich an der Tiefkühltruhe über eine Geflügelkeule lustig. Ella fährt Roller mit dem Einkaufswagen und schießt knapp an Karsten vorbei. Karsten sagt zu Hubert: „Hat mich der Pferdearsch gerade berührt?“ Ein paar Sekunden später fallen die Damen über ihn her: „Das Handy fliegt runter, die Brille durch die Luft. Der Pferdearsch grätscht mir ins Knie. Ich liege am Boden, Hubert blutet am Kopf. Ein Büschel lange, dunkle Haare liegt auch am Boden.“ Ella (empört): „Das waren meine Extensions!“. Hubert: „Die Damen stoben erst auseinander, als Personal dazu kam. Meine Platzwunde ließ ich an der Fleischtheke versorgen.“
Epilog: Heidi, Ella und Klara zahlen 500 Euro an die Justizkasse. Karsten und Hubert wohnen nicht mehr in Berlin. Sie sind zurück in die Provinz gezogen.
Ich wünsche Ihnen einen schlagfertigen, aber gewaltfreien Start in den Tag – morgen begrüßt Sie hier Laura Hofmann. Bis dahin,