Deutschlands Haushaltssorgen werden abermals größer. 36 Milliarden Euro weniger als bislang erwartet stehen für 2024 und 2025 laut neuester Steuerschätzung zur Verfügung. Das wird mit einem Minus von mehreren hundert Millionen Euro wohl auch in Berlin treffen. Dabei ringen CDU und SPD schon jetzt mit ihren Sparzwängen – und machen das, was die vermeintliche Harmonie-Koalition eigentlich nicht tun wollte: streiten. Während sich Innensenatorin Iris Spranger (SPD) über ihre hohen Kürzungsvorgaben für Polizei und Feuerwehr ärgert, verweist man in den Reihen der CDU neben dem 29-Euro-Ticket auf mögliches Einsparpotenzial bei den hohen Kosten der EM 2024 für Berlin. Das Sportevent steht immerhin mit 83 Millionen Euro im Etat der Innenverwaltung. Dabei hat sich insbesondere das Host City Programm über die Jahre um mehr als 20 Millionen Euro verteuert. Allein das Fanfest am Brandenburger Tor soll 17,5 Millionen Euro kosten, schon der Kunstrasen dafür schlägt mit 1,2 Millionen zu Buche.
Neueste Posse: Damit auch tatsächlich jeder mitbekommt, dass EM ist, will Spranger ein riesiges Banner auf dem Baugerüst am Haus der Statistik anbringen lassen. Das Plakat allein soll zwischen 50.000 und 60.000 Euro kosten, hieß es am Mittwoch im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses. Weitere rund 80.000 Euro muss das Land zur Verstärkung des Gerüsts ausgeben, damit es das Banner statisch überhaupt tragen kann. Beim Fußball wäre das wohl ein Eigentor.
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Jenseits des Kosovo-Serbien-Konflikts: Über das Zusammenleben in einem fragilen Frieden
Podiumsdiskussion mit Jelena Krstić, Jeton Naziraj, Dr. Marina Vulović sowie Dr. Francesco Trupia
Donnerstag, 23.05.2024 | 18:30 Uhr
Bundeszentrale für politische Bildung
(Friedrichstr. 50, 10117 Berlin)
Eintritt frei! Mehr
Die Thermometer in Berlin steigen auch heute wieder auf sommerliche 26 Grad. Heizung aus, T-Shirt an, ist schon eine Weile die Devise. Passend dazu kommt der Energiedienstleister Ista mit einer abschließenden Auswertung der Heizsaison 2023/24 um die Ecke. Doch wirklich erwärmend ist das Ergebnis für Berlin nicht. Die Hauptstadt ist weder bei den Bundesländern noch bei den Städten unter den Top 3 der „Heizhelden“. Im Ländervergleich sind die Sachsen am sparsamsten, das Städte-Ranking beim Verbrauch führt dementsprechend auch Leipzig an. Die Hauptstadt landet indessen mit einem Verbrauch von 101,4 Kilowattstunden pro Quadratmeter nur auf dem elften Platz unter den Städten. Insgesamt wurde in Berlin von September bis April weniger Heizenergie verbraucht. Allerdings war wegen der höheren Temperaturen auch der theoretische Bedarf viel niedriger, heißt es in der Auswertung. Das eingerechnet haben die Berliner fünf Prozent weniger sparsam geheizt. Oder wie es Ista formuliert: „Das geht besser!“
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Tanzen bis zum Umfallen bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci: Die Konzerte zum Tanzwut-Thementag „Straßburg1518“ und „Paris1913“ locken mit abwechslungsreicher Musik von Renaissance bis Moderne. Und am Abend machen wir bei der Tanzwut Experience die Orangerie zum Techno-Tempel für alle. Tickets & Infos:
www.musikfestspiele-potsdam.de
Womit wir auch gleich bei Berlins Bürgerämtern wären. Zu den klassischen Schwierigkeiten bei der Terminsuche gesellt sich manchmal noch ein weiteres hinzu: Die richtige Eingabe des Captchas (die Buchstaben- und Zahlenkombination, mit deren Eingabe man beweisen soll, dass tatsächlich ein Mensch vor dem Computer sitzt). Letzteres ist gar nicht so leicht, schreibt uns ein Kollege. „Erst die dritte Buchstabenfolge ist erkennbar. Nur leider war dann der einzige freie Termin an diesem Tag natürlich weg.“ Über sein Beweisfoto kann in der Tat gegrübelt werden. Ist das ein i oder eine 7? Ein h oder ein n?
Bei der Senatskanzlei hört man die Klage nicht zum ersten Mal: „Im vergangenen Jahr gab es einige wenige Beschwerden über Captchas.“ Zuletzt seien die Codes daher sogar bereits vereinfacht worden. Dass trotzdem manchmal Captchas angezeigt würden, aus denen weder Bots noch Menschen schlau würden, lasse sich „leider nicht vollständig verhindern“. Selbst ausprobieren konnte der Checkpoint die Captchas übrigens nicht: Kein Termin frei.
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Am südlichen Stadtrand Berlins, im Stadtbezirk Berlin-Neukölln, entsteht auf den ehemaligen Buckower Feldern ein attraktives, lebendiges Stadtquartier mit rund 900 Wohnungen, einem Ärztehaus, einer Kita und Jugendfreizeit sowie einer Mobilitätsstation. Die ersten 270 Wohnungen werden voraussichtlich vom 01.07.2024 bis zum 01.10.2024 bezugsfertig. Hier findet jeder ein passendes Zuhause.
Werden Sie jetzt Erstmieter!
Wann kommt der Radweg an der Thielallee in Dahlem? Verraten will der Senat das nicht. Auf eine Anfrage der Abgeordneten Oda Hassepaß (Grüne) umkurvt Verkehrsstaatssekretärin Claudia Elif Stutz (CDU) eine konkrete Antwort gekonnt. Wir blicken daher nochmal auf die Fakten: Der umstrittene Radweg zur Freien Universität (diverse Parkplätze könnten wegfallen) stand nach langem Hickhack zuletzt auf einer Vorhabenliste des Senats für 2024. Die Anordnung liegt sogar bereits seit mehr als einem Jahr vor. Doch den Vollzug hat Senatsverwaltung „gegenwärtig ausgesetzt“. Warum, begründet Stutz nicht im Detail, sondern spricht nur von einer noch andauernden „Überprüfung“. Eile kennt die die Verwaltung jedenfalls trotz der vielen dort radelnden Studierenden nicht: „Es liegen keine Anhaltspunkte für eine besondere Dringlichkeit der Ausführung einer Radverkehrsanlage in der Thielallee vor.”
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Tauschen Sie Impulse zur digitalen Zukunft des Bau- und Immobiliensektors aus! Die 3. Ausgabe der Stadt.Raum.Mensch Reihe 2024 lädt Politiker:innen, Wirtschafts- und Wissenschaftsvertreter:innen ein, Lösungen zu diskutieren. Bereit für den Austausch? Seien auch Sie dabei am 18. Juni 2024 um 18:00 Uhr im Tagesspiegel-Verlagshaus (Berlin) - Jetzt kostenfrei anmelden
Noch wenige Stunden, dann dürfte es in Kreuzberg (noch) lauter werden: Der Karneval der Kulturen beginnt! Ab 16 Uhr startet das Straßenfest nahe des Landwehrkanals – Sonntagnachmittag ab 14 Uhr zieht der große Umzug durch den Bezirk (alle Infos zu Programm und Sperrungen hier). Viele Nachbarn sind skeptisch: „Wir wohnen an der Hasenheide und sind letztes Jahr ins Umland geflüchtet. Als wir am späten Abend zurückgekehrt sind, war es die Hölle. Im Park überall Flaschen und Scherben. Die Folgen waren noch wochenlang sichtbar”, schreibt ein Checkpoint-Leser. Eine andere Anwohnerin beschwert sich über den Lärm: „Kultur und Musik sind inzwischen verkommen zum Einheitsbass und elektronischem Klangbrei, der alles übertönt, als wolle man sich an Lautstärke überbieten, nicht aber an Kreativität und kultureller Vielfalt erfreuen.” Haben Sie eine andere Meinung – und wie bereiten Sie sich auf das Wochenende vor? Wir wollen von Anwohnern hören: checkpoint@tagesspiegel.de. Sie und alle andere bitten wir zudem hier um Abstimmung:

Aus ganz anderen Gründen dürfte es am Sonntag in Prenzlauer Berg laut werden. Energie Cottbus kann im Jahn-Sportpark gegen Hertha II in die dritte Bundesliga aufsteigen. Erwartet werden bis zu 9000 Gästefans aus der Lausitz. Die Polizei plant mit 700 Beamten und Brandenburger Unterstützung. Nur ein paar Kilometer weiter östlich spielt zudem zeitgleich der BFC Dynamo im Sportforum gegen den Berliner AK. Zur Erinnerung: Vor zwei Wochen eskalierte das Spiel von Energie gegen den BFC komplett samt Wasserwerfereinsatz und mehr als hundert verletzten Polizisten. Dann doch lieber Kreuzberger Trommelgruppen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Kurze Zusammenfassung, welche Meldungen über die AfD gestern an nur einem Tag bekannt geworden sind:
+ Der AfD-Spitzenkandidat zur Europawahl Maximilian Krah könnte Geheimdienstgeld aus China erhalten haben.
+ Petr Bystron, Listenplatz zwei der Partei für die Europawahl, soll 34.000 Euro Schmiergeld von einem pro-russischen Netzwerk erhalten haben. Der Bundestag hat seine Anonymität wegen Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft München aufgehoben.
+ Auch die Immunität des AfD-Bundestagsabgeordneten Hannes Gnauck wurde wegen eines gerichtlichen Disziplinarverfahrens aufgehoben.
Tesla darf sein Werk in Grünheide erweitern. Für den Bau eines Güterbahnhofs darf das Unternehmen 50 Hektar Wald roden, hat das Grünheider Gemeindeparlament Donnerstagabend entschieden. Den ganzen Bericht von Kollege Torsten Metzner zu der turbulenten Sitzung samt Bedrohungen aus dem Publikum lesen Sie hier.
Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) geht unter die Podcaster. Am Freitagmorgen startet ihr Talk „Gewaltenteilung“ gemeinsam mit ihrem Co-Host, dem SPD-Abgeordneten Orkan Özdemir. Der Checkpoint konnte vorab schonmal reinhören: Oft werfen sich die Sozialdemokraten die Bälle zu. Doch dazwischen gibt es noch eine Überraschung: Kiziltepe will trotz des bevorstehenden Wechsels an der Spitze der Berliner SPD erneut als stellvertretende Landesvorsitzende kandidieren.
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Ab heute präsentiert das Jüdische Museum Berlin in der Ausstellung mit dem doppeldeutigen Titel jüdische Perspektiven auf Sexualität. Mit dabei sind Werke von Judy Chicago, R. B. Kitaj, Mierle Laderman Ukeles, Lee Lozano, Boris Lurie, Stéphane Mandelbaum, Benyamin Reich und Yona Wallach. Jetzt Tickets buchen!
Der lautstarke Protest hat sich ausgezahlt: Das „Tuntenhaus“ ist gerettet. Das Land hat für das Gebäude in der Kastanienallee das Vorkaufsrecht gezogen.
Hertha BSC scheint es tatsächlich geschafft zu haben, nach Lars Windhorst mit 777 Partners an einen noch windigeren Investor geraten zu sein. Jetzt wurden dem Unternehmen seine Beteiligungen am brasilianischen Club CR Vasco da Gama abgenommen und die Anteile am belgischen Team Standard Lüttich gerichtlich beschlagnahmt.
Bei der Verlängerung der A100 steht das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium allen stadtentwicklungspolitischen Bedenken zum Trotz weiter auf dem Gaspedal. Was aber, wenn der 17. Bauabschnitt vom Treptower Park zur Storkower Straße am Ende doch nicht gebaut werden sollte? Für diesen Fall will der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine Alternative in der Schublade haben und hat dafür eine städtebauliche Potentialstudie für das Gebiet „Rudolfstraße – Markgrafendamm“ in Auftrag gegeben, teilt Verkehrsstaatssekretärin Claudia Elif Stutz dem Hauptausschuss mit. Für die betroffenen Flächen soll darin ein Gesamtkonzept ohne dreispurige Asphaltpiste aber mit gesicherten Clubstandorten entwickelt werden.
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Gayle Tufts – Please Don't Stop the Music
Seit über 30 Jahren lebt die gebürtige Amerikanerin in Deutschland und hat sich mit ihrem hinreißenden „Dinglish“ in der deutschen Entertainment-Szene und im Herzen Berlins fest etabliert. In ihrem neuen, frenetisch gefeierten Programm singt und erzählt Gayle von sieben Nächten, die ihr Leben verändert haben. Nur noch bis zum 22. Mai im TIPI AM KANZLERAMT
Wegen anhaltender Anfeindungen schließt das israelische Restaurant DoDa’s-Deli in Friedrichshain. „Wir fühlen uns in Friedrichshain leider nicht mehr sicher, es ist sehr schade, aber es geht nicht anders“, sagte Inhaberin. So viel zum weltoffenen Selbstverständnis des Bezirks und seiner Bewohner. Freuen dürfen sich hingegen die Wilmersdorfer. Dort will das Restaurant neu eröffnen.
Auf, zu, auf – und jetzt wieder zu: Der Spielplatz am Platz der US-Brigade in Lichterfelde wird mal wieder geschlossen. Grund ist, dass das Gelände sehr regelmäßig zum Wasserspielplatz mutiert – regnet es stärker, kann das Wasser nicht versickern und es entwickelt sich ein spontanes Schwimmbecken (oder im Winter: Eisstadion). In den vergangenen Monaten musste der Spielplatz immer wieder getrocknet werden. Die dreiwöchige Sperrung ab dem 21. Mai soll hoffentlich die letzte sein: Ein „Bodenaustausch“ werde vorgenommen, teilt der Bezirk mit. So solle die „wiederholte Vernässung“ künftig vermieden werden. Und wenn nicht? Auf damit! Wasserspielplätze gibt’s in Berlin eh nicht genug.
Muss die Bezirkskasse aufgefüllt werden? Am Turm des Rathaus Spandau, der gerade saniert wird und eingerüstet ist, prangte seit Anfang April ein großflächiges Werbebanner: „Starkes Fundament, stolzer Beruf“, stand da. Bezirksverordneter Max Grüninger (CDU) hat nachgefragt, ob Spandau sein Gebäude in Premium-Werbeumgebung ausverkauft. Nein, sagt das Bezirksamt. Es habe sich nicht um eine „Werbeanlage für Dritte“ gehandelt, sondern um ein Plakat der Gerüstbaufirma selbst. „Anzahl, Größe, Motiv und Layout der Banner waren allerdings nicht vom Bezirksamt freigegeben.“ Daher ist die Werbung jetzt wieder ab.
Falls Sie Lust auf hochkarätig besetzte Talkrunden zu wirtschaftswissenschaftlichen Themen von Rentensystem bis zur Bildungsgerechtigkeit haben, können wir Ihnen die Veranstaltung „The wealth puzzle: Fair share or unfair divide?” am 22. Mai an der Humboldt Universität empfehlen. Mit dabei sind unter anderem Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und der Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher. Mehr Infos gibt es hier.
Wir unterbrechen für Tier-Content: DSDS? Pah! DSIUM ist angesagt: Deutschland sucht Igel und Maulwurf! Bislang gibt es kaum Daten zu den putzigen Tierchen – daher ruft ein breites Bündnis aus Naturschutzorganisationen (u.a. NABU) ab heute dazu auf, Exemplare zu zählen, die ihnen über den Weg trotten. Das „Igel- und Maulwurf-Monitoring“ läuft bis zum 27. Mai, Sichtungen können Sie hier online melden. Kein ganz unwichtiger Hinweis: Auch mehrere Erdhügel „gelten als Maulwurfnachweis“.
Kurzer Blick in die Ausschreibungen: Die Bildungsverwaltung sucht sieben „Niryo Ned Version 2 6-Achsen“-Roboterarme inklusive Förderband und „Vision Set“, mit dem der Roboter Dinge erkennen und mit ihnen interagieren kann. So beantworten sich die Anfragen bestimmt flotter – achso: Sind leider nur für ein OSZ Britz. Falls Sie statt Roboterarmen 400 iPads samt Taschen, Stiften und Schutzfolien zur Hand haben, bitte beim Technischen Finanzamt melden: Die Anwärter der Berliner Steuerverwaltung hätten Bedarf.
Zitat
„Die SPD gibt den Ton in der Hauptstadt-Koalition an – Kai Wegner und seine gesamte CDU sind nur Laiendarsteller auf dem politischen Parkett.“
Berlins FDP-Generalsekretär Lars F. Lindemann sieht die Berliner CDU angesichts von Haushaltskürzungen bei Polizei und Feuerwehr bei gleichzeitigem Fortbestand des 29-Euro-Tickets nur nach SPD-Drehbuch agieren.
Stadtleben
Verlosung – WIE man eine schlechte Nachricht überbringt – das kann einen riesigen Unterschied machen. Das Thema geht nicht nur Ärzte und Ärztinnen etwas an, die unliebsame Aufgabe kann uns allen zufallen. Und dann will man es schließlich möglichst gut hinkriegen. Prof. Dr. Jalid Sehouli ist Onkologe an der Charité und hat ein Buch darüber geschrieben, wie man schwere Gespräche menschenfreundlich gestaltet. Wir verlosen 2x2 Karten für die Lesung aus „Von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen“! Sie findet am nächsten Donnerstag (20 Uhr) im Pfefferberg Theater statt. Regulär kosten Tickets 16 Euro, Schönhauser Allee 176, U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz
Trinken – Früher gab’s an jeder Ecke, wonach es Berlin dürstete: spritziges, säuerliches Weizenbier – Berliner Weiße. Seitdem verlor sie immer weiter an Bedeutung. Bis Pioniere vor rund zehn Jahren begannen, sie wieder auferstehen zu lassen, ganz vorne dabei: Ulrike Genz. Die Diplom-Braumeisterin lässt mit ihrer „Schneeeule“ mittlerweile ein Universum von Sorten und Geschmäckern entstehen: die milde, frische „Marlene“ etwa, die kräftig säuerliche „Yasmin“ (mit Jasminblüten) oder „Irmgard“ (Ingwer, Zitronen, Orange, Granatapfel). Allen gemeinsam: ihre feine Spritzigkeit und besonderen, komplexen Aromen. Probieren im charmanten Weddinger „Salon für Berliner Bierkultur“ lohnt sich. Bis Ende Mai läuft zudem eine Crowdfunding-Kampagne der Brauerei, die umziehen muss. Do 18-0, Fr 18-2, Sa 15-2, So 15-22 Uhr, Ofener Straße 1, U-Bhf Rehberge
Berlinbesuch – Nach der Party ist immer auch vor der Party. Wie fühlte sich Andy Warhol, wenn der Rausch vorbei war, wenn der Pop-Art-Popstar die Perücke ablegte? Die Ausstellung „After the Party“ (bis 15.9.) will nicht nur das Privatleben von Andrew Warhola zeigen, sondern auch (nicht so) geheimen Sehnsüchten und Begierden nachspüren – anhand eines Experimentalfilms, in Polaroids, Bildern von leeren Hotelräumen oder aus seinem Haus in Montauk. Wie es sich gehört, wird heute Abend in der Fotografiska mit einer Riesenparty eröffnet (ab 20 Uhr), inklusive eines vom Künstlerkollektiv Soulmates kuratierten Ballrooms. Tickets für die Party kosten 15 Euro, Ausstellung tgl. 10-23 Uhr, Oranienburger Straße 54, U-Bhf Oranienburger Tor. Weitere Tipps fürs Pfingstwochenende hat unsere Ticketredaktion hier für Sie zusammengetragen.
Noch hingehen – Es ist bestimmt ein komisches Gefühl, wenn das eigene Leben in allen (oder doch ziemlich vielen) Facetten im Museum hängt. So wie das aktuell bei Wolf Biermann im DHM der Fall ist. Er habe sich bei der Ausstellung komplett herausgehalten, hat der heute 86-Jährige in einem Interview erzählt. In „Wolf Biermann. Ein Lyriker und Liedermacher in Deutschland“ stehen seine Lieder und Texte im Zentrum und die Frage, wie sich Nationalsozialismus, Kommunismus und Demokratie in seine Lebenswege eingeschrieben haben. Zu sehen noch bis 2. Juni, es gibt Führungen für Erwachsene und Kinder. Eintritt 7/3,50 Euro, täglich 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, Unter den Linden 2, S-Bhf Hackescher Markt
Grübelstoff – Und wieder ein Feiertag: Der Mai ist einfach wundervoll! Falls Sie nicht arbeiten müssen: Was fangen Sie mit dem langen Wochenende an? Ausschlafen, Karneval der Kulturen oder lieber endlich was von der langen To-do-Liste streichen? Und können Sie auf Anhieb erklären, was an Pfingsten eigentlich gefeiert wird?
Kiekste
Herzzerreißend. Ob’s wohl ein Happy End in Lichterfelde Ost gab? Unklar. Dank jedenfalls an Christiane Simons! Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem KIEKSTE-Wettbewerbin Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Torstraße (Mitte): Bis 24. Mai ist der Straßenabschnitt zwischen Bergstraße und Gartenstraße/Kleine Hamburger Straße in beiden Richtungen jeweils auf einen Fahrstreifen verengt und verschwenkt. Zusätzlich gibt es Abbiegebeschränkungen.
S-Bahn – S45, S46, S47, S8, S85 und S9: Von 22 Uhr durchgehend bis 24. Mai kommt es zu umfangreichen Einschränkungen im Streckenbereich zwischen Flughafen BER/Grünau und Baumschulenweg.
Folgende Streckenverbindungen sind unterbrochen:
* Altglienicke/Grünau/Spindlersfeld <> Schöneweide <> Baumschulenweg
* Treptower Park <> Warschauer Straße (S9-Kurve)
Regionalverkehr – RE5: Von 22.30 Uhr bis Sonntagabend, 23.30 Uhr, fallen die meisten Züge zwischen Oranienburg und Berlin Hbf/Berlin Südkreuz aus.
Demonstration – Für heute sind 22 Demos angemeldet (Stand 16.5., 15 Uhr), u.a. „Die Bedrohung von Wagenplätzen durch Gentrifizierung“: 400 Menschen, Hauptstraße 1, Rigaerstraße, Markgrafendamm (12-20 Uhr)
„March for Freedom, Love & Rigtheousness“: 15 Teilnehmende, Alexanderplatz (15-19.30 Uhr)
„Kundgebung zum Idahobit (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und trans-Feindlichkeit) – Junge Queers kämpfen International gegen Sexismus, Krieg und Kapital!“: 70 Protestierende, U-Bhf. Nollendorfplatz (16.30-20.30 Uhr)
„Israelis in Berlin fordern ein Ende des Krieges! Für sofortigen Waffenstillstand, Freilassung der Geiseln und eine diplomatische Lösung für eine nachhaltige Zukunft in Israel-Palästina“: 100 Menschen, Werderscher Markt 1 (17-18.30 Uhr)
„Break The Silence #FreeCongo – Das Schweigen brechen – an die Menschen im Kongo erinnern!“: 20 Demonstrierende, BIPoC for Future, Rosenthaler Straße 44 (17-20 Uhr)
Sonnabend – Angemeldet sind 22 Demos, u.a. „Internationaler Tag gegen Elektrokrampf-Therapie- Behandlung“: vier Menschen, Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte, Neue Bergstraße 6 (14-16 Uhr)
„Duchenne Awareness: Gleichstellung und Inklusion von Menschen mit Behinderung, insbesondere Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind“: 70 Demonstrierende, Deutsche Duchenne Stiftung, Potsdamer Platz (14-17 Uhr)
„Protest gegen den Gesetzentwurf in Georgien, der als sogenanntes russisches Gesetz NGOs mit westlicher Finanzierung als ausländische Agenten verleumdet und somit die Zivilgesellschaft gefährdet“: 400 Teilnehmende, Friedrichstraße 24, Unter den Linden (15-18.30 Uhr)
„Gegen Ausbeutung und Unterdrückung – für den Sozialismus“: 150 Menschen, U-Bhf. Schlesisches Tor, Kottbusser Tor, Oranienplatz (16-18 Uhr)
„Ein Aufruf zum Rücktritt der rechten Regierung in Israel und Premierminister Netanyahu, und zur Unterstützung der Demonstranten zu diesem Thema in Israel“: 15 Protestierende, Schloßplatz 1 (18-19 Uhr)
Sonntag – Angemeldet sind 16 Demos, u.a. „The Distinguished Gentleman‘s Ride (Berlin). Gemeinsam für Männergesundheit und Suizidprävention“: 400 Menschen, The D. G. R., Bebelplatz, Friedrichstraße, Oberbaumstraße, Greifswalder Straße (10-15.30 Uhr)
„Rechte und Möglichkeiten der ‚klein‘-Musiker!“: 200 Teilnehmende, Schlesisches Tor (14-18 Uhr)
„Lichterkette gegen Hass und Hetze“: 100 Menschen, Florastraße (18-18.30 Uhr)
Montag – Angemeldet sind 18 Demos, u.a. „Wir sind für die Freiheit von Julian Assange (...) Wer der Meinung ist, dass es kein Verbrechen sein sollte, Verbrechen aufzudecken, ist herzlich eingeladen an diesem Tag mit uns für die Freiheit Julian Assanges zu demonstrieren“: 20 Demonstrierende, Unter den Linden (10-16.30 Uhr)
„Diktator Ilham Aliyev muss die Unterdrückung religiöser Menschen beenden und politische Gefangene freilassen (...)“: zehn Menschen, DAS – Wähle das demokratische Aserbaidschan, Willy-Brandt-Straße 1 (10-24 Uhr)
„Gegen die Massentierhaltung“: fünf Teilnehmende, Frankfurter Tor (14-17 Uhr)
Gericht – Einem 32-Jährigen, der in einem Gerichtssaal aus Unmut über seine Verurteilung randaliert haben soll, wird der Prozess gemacht. Er habe die Richterin beleidigt, einen Computer und einen Drucker zu Boden gestoßen sowie mehrere Gesetzeskommentare in Richtung der Richterin und der Protokollführerin geworfen. Beide blieben unverletzt (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 371).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Happy Birthday to me. Liebe Christina, lächeln und winken. Kopf hoch, du machst das schon. Kannst stolz auf dich sein :)“ / „Christine Hammer (47), Bilderrahmen- und Stilexpertin aus der Westfälischen Straße, liebste Mama und beste Ehefrau sowieso. Happy Birthday Axel + Marc“ / Benedict Hollerbach (23), Fußballprofi, Offensivspieler beim 1. FC Union / Udo Lindenberg (78), Rockmusiker, („Mädchen aus Ostberlin“, „Sonderzug nach Pankow“), Träger des Verdienstordens des Landes Berlin / Marcelinho (49), ehemaliger brasilianischer Fußballprofi, von 2001–2006 bei Hertha BSC / „Hella Schacher, acht Jahrzehnte hast Du mit Deinem Stahlross alles gemeistert. Weiter so! Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag am Pfingstmontag von der Sander-Crew“ / Gerlinde Unverzagt, Journalistin und Autorin, „Happy Birthday, dein ‚Brüdi‘ wünscht alles Liebe und vor allem eine schnelle Genesung“ / Marianne Freifrau von Weizsäcker (92), sie war u.a. Kuratoriumsmitglied des Berliner Evangelischen Johannesstiftes und des Vereins der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten
Sonnabend – „Pfingstmontag ist es soweit: Anna wird 47 und ist fit wie ein Turnschuh. Wir freuen uns, sie zu feiern, und gratulieren herzlich. Papa und Suse“ / „LLjancitomylove, auch in diesem Jahr wirst du ein wunderbares Jahr „reifer“ – happy Birthday zu 50+“ / „Lieber Klausi, ich denke jeden Tag an dich und heute ganz besonders! Deine K....“ / Gunter Sonneson (81), Sänger, Schauspieler, Musicaldarsteller, „Glückwunsch aus der Ferne vom Puwi“
Sonntag – „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag wünschen wir unserer absoluten Lieblingsschwiegertochter Christiane, die gerade erst als Mutter dreier unserer zahlreichen Enkel gefeiert wurde und nun schon wieder Party macht! Kurt & Marion Tews“ / Maja Lasić (45), Politikerin (SPD), MdA Berlin, war bis 2023 Bezirksstadträtin für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur in Mitte
Montag – „Alles Gute zu Deinem Geburtstag, liebe Margitta. 69 Jahre gemeinsam. Und im zarten Alter von 80/79 Jahre fahren wir weiter jeden Tag Rad (ohne E, Naturkraft). Eine Freude mit Dir, immer weiter, immer weiter. Dein Jörg“ / Jana Pallaske (45), Schauspielerin (u.a. „Engel & Joe“ an der Seite von Robert Stadlober) und Sängerin, u.a. sang sie als Bonnie Riot in der Berliner Punkband Spitting Off Tall Buildings
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Prof. Dr. phil. Dr. rer. pol. Dr. h.c. Wolfram Fischer, * 9. Mai 1928 in Tannenberg (Schlesien) / Birgid Kasper, * 14. März 1958 / Monika Koch, geb. Dürschlag, * 6. September 1941 / Rosmarie Mani, * 29. März 1933 / Mariele Höfer Szepes, * 26. Mai 1933 / Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ziegler, * 27. Juni 1932, verstorben am 2. Mai 2024
Stolperstein – Flora Aronsbach, geb. Flieg, kam am 29. Juni 1869 in Berlin zur Welt. Nach ihrem Schulabschluss arbeitete sie als Schneiderin. Sie war verheiratet mit dem Buchbinder Leo Aronsbach, das Paar hatte drei Töchter. Am 17. März 1943 wurden Flora und Leo ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Flora wurde dort laut der Opferdatenbank Yad Vashem am 17. Mai 1943 ermordet, auch wenn auf ihrem Stolperstein das Ghetto Auschwitz steht. Er erinnert in der Großen Hamburger Straße 29 in Mitte an Flora Aronsbach.
Encore
Ziemlich lange blieb ein Plakat vom Hoffest des Regierenden Bürgermeisters aus dem vergangenen Jahr direkt vor dem Roten Rathaus hängen, das auf Foto- und Videoaufnahmen bei der Veranstaltung hingewiesen hatte (CP vom 25.4.). Umso zügiger ist es dann allerdings vom Mast eines Straßenschilds verschwunden, nachdem wir im Checkpoint darauf hingewiesen hatten. Warten wir also einfach ab, was in diesem Sommer außer Klatsch und manchem Kater vom Hoffest bleiben wird.
Das Stadtleben kam heute von Antje Scherer und in der Produktion war Jasmine Dellé zur Stelle. Morgen lesen Sie hier von Jessica Gummersbach.
Machen Sie es gut!
