Heiß und sonnig bei bis zu 27 °C

Berlin wächst langsamerStasi-Gedenkstätte bekommt neuen LeiterSchleppende Debatte über rechte Gewalt nach Mord an Walter Lübcke

erst mal langsam. Denn so schnell wachsen in Berlin die Häuser nicht in den Himmel. Wie rasant im Wartestand sich die Stadt im vergangenen Jahr entwickelt hat, lesen Sie seit 6 Uhr im ungekürzten Newsletter. Zur kostenlosen Anmeldung geht es hier.

Zum Lachen geht man bei der Berlinale am besten in den Keller. Doch bald könnte Berlins Festival der verfilmten Ernsthaftigkeiten eher zum Weinen zumute sein. Denn das Cinestar am Potsdamer Platz, ein von vielen Berlinern unentdecktes Großkino im Untergeschoss des Sony Centers (wegen der vielen Touristen auch als „Zoni-Center“ bekannt), steht laut Gewerkschaft Verdi vor dem Aus (via RBB; Hintergründe hier). Damit würden nicht nur 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstatt Kinokarten bald Marken am Arbeitsamt abreißen. Berlins Kinofans würden einen Ort für Filme in Originalsprache und für Premieren mit originalen Stars verlieren – und die Berlinale eine wichtige moderne Spielstätte. Ein Drama, wie es auch gut ins selten heitere Festivalprogramm passen würde: Im Keller macht der Letzte das Licht aus.

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Jetzt mal eine Portion Positives: Berlin hat stets eine eigene Note. Am Freitag feiert die Fete de la musique auf Straßen und Plätzen, in Kleingarten und auf Großbühnen – mitpräsentiert von unseren Bezirksnewslettern (kostenlose Bestellung und Übersicht hier). Auch das Jubiläum des Mauerfalls am 9. November wird entlang des alten Todesstreifens mit Klängen aus aller Welt vertont. Und immer mehr Musikerinnen und Musiker merken, dass hier die Musik spielt – und erzählen heute auf unserer Stadtleben-Seite im Tagesspiegel von ihren Inspirationen (kostenloses E-Paper hier). Wie Luca Burgio, ein junger italienischer Gypsie-Jazz-Folk-Künstler, der sagt: „Für mich ist Berlin ein Symbol für unsere Generation. Wenn du eine Geschichte über unsere Generation erzählen willst, dann musst du nach Berlin gucken.“ Okay, Leute, lasst uns tanzen.

Die Lage für Flüchtlinge hat sich in Berlin entspannt, zumindest auf den ersten flüchtigen Blick. Beim genaueren Nachfragen bekam FDP-Chef Sebastian Czaja aber beim Senat heraus, dass von den 5885 nicht belegten Plätzen in Berliner Flüchtlingsunterkünften nur 2808 auch tatsächlich zur Verfügung stehen. Macht nach Adam Checkpoint immerhin bloß weniger als die Hälfte. Die Gründe dafür sind vielfältig – unklar bleibt allerdings, ob das Land auch für Plätze zahlt, die aktuell gar nicht zur Verfügung stehen. Dazu will Czaja noch eine Anfrage stellen. Damit der Senat keine Ausflüchte suchen kann.

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Ein lauer Sommerabend an einem normalen Arbeitstag. Sie sitzen im Auto und sind auf dem Heimweg. Radiomusik im Hintergrund, die Straße ist frei, rechts parken wie immer die Autos. Plötzlich ein Ball!
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Falls Sie jetzt geladen sind, schonen Sie bitte Ihre Batterien. Denn das Wegwerfen leerer Energieträger wird immer schwieriger. Das bundesweit tätige Batterieentsorgungssystem GRS Batterien hat seit letztem Jahr die Abholung der grünen Sammelkisten im Einzelhandel limitiert. Nun werden nur noch sechs angesammelte Kisten statt bisher drei abgeholt. In Berliner Geschäften stapeln sich deshalb die etwa 30 Kilogramm schweren Boxen mit den alten abgegebenen Batterien der Anwohner – gleich neben den Stapeln der neu angenommenen Pakete. Eine Abholung unter der neuen Mindestmenge kostet nach Aussage von Händlern inzwischen 77 Euro – trotz gegenteiliger Angaben auf der GRS Homepage. Inzwischen laufen kaputte Batterien in den Geschäften aus, umweltfreundlichen Händlern geht die Geduld aus. In der Batterie-Zentrale in Hamburg immerhin hat man die Ruhe noch weg: Hier liegt eine Checkpoint-Anfrage zur neuen Praxis schon seit mehr als einer Woche im Sammelbehälter. Offenbar ist auch hier der Akku runter.

Als wir damals Hand in Hand über die Brücke an der Bornholmer Straße liefen, endlich durch die angeblich ewig verriegelte und plötzlich offene Mauer; als wir den verunsicherten Soldaten der Nationalen Volksarmee zuprosteten, als wildfremde Menschen sich in den Armen lagen und selig „Wahnsinn“ riefen, als Berlin über Nacht begann, Stadt von Welt zu sein – als ich als 14-Jähriger mit meiner Schwester und meinen Eltern drüben ankam und meine Mutter beim Anblick der Weddinger Altbauten fragte: „Und wo ist jetzt der Westen?“ Heute lachen wir drüber – und erzählen uns Geschichten weiter, damit Geschichte in unserer Zukunft eingraviert bleibt. Hat Ihre Familie oder Ihr Freundeskreis auch eine solche Geschichte zu erzählen? Dann machen Sie mit beim Erzählwettbewerb des Tagesspiegel: Schülerinnen und Schüler interviewen ihre Großeltern zum Mauerfall. Die besten Texte werden im Tagesspiegel abgedruckt, im Abgeordnetenhaus feierlich ausgezeichnet und im Jugendtheater an der Parkaue inszeniert. Alle Informationen finden Sie hier – und viele Geschichten auf der Berliner Straße. Und in unseren Herzen.

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Das heißeste Leder der Stadt

Eigentlich wollen doch alle nur das Eine: Einen heißen Ride zum Feierabend, nach dem Club oder einfach zwischendurch. Einsteigen, aussteigen, fertig. Jetzt die App laden und mit dem Aktionscode FREIFAHRT bis zum 30.06. die kostenlose Erstfahrt sichern und gleich noch bis zu 5 Mitfahrer mitnehmen.
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Grün hinter den Ohren ist Berlins Wirtschaft schon lange nicht mehr. Trotzdem grünt auch auf dem legalen lokalen Sektor das Hanf-Geschäft. Duc Anh Dang, Veranstalter der Gras-Messe „Mary Jane“ am Wochenende in der Arena Treptow, erzählt heute auf unserer neuen werktäglichen Seite „Berliner Wirtschaft“, wie aus einer Graswurzelbewegung ein boomendes Messegeschäft wurde (das ganze Interview mit meinem Kollegen Kevin P. Hoffmann gibt’s hier). Die Schau wirbt dieses Jahr mit beruhigenden Ölen und Tees – und zum Feierabend wird mit Hanf-Bier an der Spree gechillt. Klingt nach einem entspannten Joint Venture.

Im Berliner Senat fliegt der Mietendeckel vom Topf. Rot, Rot und Grün sind sich vor der entscheidenden Senatssitzung nicht mehr grün, wer nun die Rote Karte gezeigt bekommt. Nach Tagesspiegel-Informationen sollen heute entscheidende Punkte des Gesetzes nicht beschlossen werden, weil landeseigene Firmen und Genossenschaften (auch via Anzeigenkampagne in Berlins Tageszeitungen) vor schädlichen Auswirkungen eines Mietenstopps auch für billigere Bauherren warnen. Die SPD kolportiert, die Grünen würden nicht mehr hinter dem Gesetzentwurf von Nichtbau-Senatorin Katrin Lompscher (Linke) stehen – die Grünen kolportieren dagegen, die SPD würde die Sache konterkarieren. In der Senatssitzung gibt’s wohl nun für alle auf den Deckel.

Telegramm

Er war der wohl umstrittenste Innensenator der Stadt – und einer der markantesten Figuren der CDU West-Berliner Prägung: Am Sonnabend ist Heinrich Lummer im Alter von 86 Jahren in einem Pflegeheim in Zehlendorf gestorben. In seiner Amtszeit bekämpfte er Hausbesetzer bis aufs Blut, später driftete er nach rechts außen ab. Eine Galionsfigur des Berliner Konservatismus, der sich einst im strengen Antikommunismus vereinte (Nachruf von Bernd Matthies hier). Ein Mensch auch, der sehr lange an den Folgen eines Schlaganfalls leiden musste.

Nach der Festnahme eines offensichtlich rechtsextremen Tatverdächtigen hat der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke die öffentliche Aufmerksamkeit, die schon von Anfang an angezeigt gewesen wäre. Alarmierend allerdings, dass Siemens-Chef Joe Kaeser beim öffentlichen Nachdenken über „politisch (motivierte) Morde in großem Stil“ nicht etwa gleich die NSU-Neonazi-Zelle einfiel oder die 170 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990, sondern die RAF von „scharf links“. Mit einem Auge kann man Gefahren nicht gut sehen.

Nachricht von gestern: Neun ehemalige SPD-Chefs sorgen sich in einem Brief an die Basis um ihre Partei. Vielleicht liegt aber das Problem eher an der Spitze – bei der Zahl: neun.

Nachricht aus dem Morgen: Youtuber Rezo will nicht mit der CDU-Spitze reden, solange die nicht sagt, worüber sie mit ihm reden will. Ansonsten versucht Vielleicht-Kanzlerkandidatin-Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer unfallfrei zu twittern. Vor der Wahl wird das wohl nichts mehr.

Spinner sind in Berlin eine Menge unterwegs – auch Eichenprozessionsspinner. Um die Schädlinge zu bekämpfen, wurden wohl auch Bäume rund um die Plansche am Plänterwald chemikalisch beregnet. Nachdem Kinder plötzlich Hautausschlag bekamen, musste das Badebecken gesperrt werden, die Polizei ermittelt. Ein Griff ins Chlor.

Ein Schlag ins Wasser ist auch der Hauptsponsor bei Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Union: Aroundtown, ein auswärtiger Immobilienhai im Bundesliga-Strafraum, erzürnt weiter die Fanseele des Klubs, der sich gerne anders gibt als er längst schon geworden ist. Und was sagt der umstrittene Sponsor zur Debatte um die nicht mehr stolze Köpenicker Trikotbrust? „Wir rufen zurück“, lautete gestern die Antwort auf Checkpoint-Anfrage. Offenbar erst in der Nachspielzeit.

Gut zu wissen: Hunde üben ihren treuen Blick per Augenaufschlag. Sie haben dafür sogar einen speziellen Muskel, fanden britische Forscher heraus. So Schnauze sind sonst nur Berliner.

Schlecht zu wissen: Ein Berliner Taxifahrer wurde bei einer Polizeikontrolle mit 2,85 Promille am Steuer (dafür ohne Führerschein) erwischt. Ihm gelang nur noch der Fahrerfluch.

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Nonstop Seechillen
Kurzurlaub in Berlin? Den gibt’s in 16 Berliner Freibädern schon ab 3,50 € pro Besuch. Und wer die Sommer-Mehrfachkarte zückt, geht 20 mal lächelnd an der Schlange vorbei direkt ins Wasser. Die Karte ist an der Kasse der teilnehmenden Bäder für 70 Euro erhältlich. Auf geht’s an den Wannsee – Badefreuden, Sonne und Sandburgen satt!
www.berlinerbaeder.de

Bestes Wissen: Muriel Olivia Henrich hat mit 898 von 900 möglichen Punkten das beste Abitur Berlins geschafft (Urkunde hier). Die 17-Jährige holte am Dahlemer Arndt-Gymnasium nahezu in allen Fächern eine 1 plus. Hier hatte schon vor drei Jahren Antonia Arndt das perfekte Abitur geschafft. Und hinterher verraten: „Ich habe immer sofort nach dem Unterricht die Schularbeiten gemacht.“ Davon kann man noch lernen.

Der Jemen-Krieg ist die derzeit größte humanitäre Katastrophe der Welt. Deshalb hat sich Deutschland Exportbeschränkungen für Rüstungsgüter auferlegt. Dennoch genehmigte die Bundesregierung bisher in diesem Jahr Geschäfte mit todbringenden Waffen mit am Krieg beteiligten Ländern wie Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien im Wert von mehr als einer Milliarde Euro (via „Zeit Online“/ dpa). Wer soll damit Frieden machen?

Immer noch lesenswert nach der heftigen Debatte um verwischte Gegenwarten und zukünftige Neuaufstellungen des Jüdischen Museums Berlin: Der aktuelle Aufsatz des Historikers Michael Wolffsohn über die Frage, wie jüdische Geschichte in Berlin wieder stärker sichtbar werden kann – nachzulesen hier.

Endlich amtlich: Der virtuelle Service-Assistent der Berliner Behörden, der Bürgerfragen automatisch beantwortet, heißt ab sofort Bobbi. Stellen wir also gleich die erste Aufgabe: „Alexa, frag Bobbi, wann Jelbi kommt.“ Antwort von Bobbi: „Zu Ihrer Anfrage liegen mir leider keine näheren Informationen vor.“ Is‘ wohl noch nicht dit Jelbe vom Ei.

Fast zum Schluss noch dieses Happy End: Ein falscher George Clooney ist in Thailand festgenommen worden. Der italienische Hochstaplerund seine Frau hatten bei Investoren zwei Millionen Euro mit der Behauptung ergaunert, eine George-Clooney-Kleidermarke aufzubauen. Da bleibt einem vor Staunen nicht nur der oberste Hemdknopf offen stehen.

BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:

3073

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.

Zitat

„Zwischen Kapitalismus und Demokratie besteht ein unauflösliches Spannungsverhältnis; mit beiden konkurrieren nämlich zwei entgegengesetzte Prinzipien der gesellschaftlichen Integration um den Vorrang.“

Jürgen Habermas 1981 in der „Theorie des kommunikativen Handelns“. Der weltberühmte Philosoph und Soziologe wird heute 90 Jahre alt.

 

Tweet des Tages

S-Bahn Poesie: Am Ostkreuz geht die Sonne auf, Am Südkreuz nimmt sie ihren Lauf, Am Westkreuz wird sie untergeh'n, Am Nordkreuz DAS HEIẞT GESUNDBRUNNEN.

@PaulDerFischer

Stadtleben

Der Norden Moabits ist nicht gerade berühmt für gemütliche Lokale mit guten Speisen und Laissez-faire-Ambiente. Wo es das dennoch gibt, erfahren Abonnenten im Checkpoint.

Berlinbesuch – Besonders die kleinsten Wutbürger haben es bekanntlich schwer, denn sie wissen oft nicht recht, wohin mit der angestauten Zerstörungskraft. Immer soll man sich zusammenreißen, beim Spazierengehen nicht pöbeln, beim Essen nicht schmatzen und sogar, wenn man aus der Zivilisation aus- und in die Natur einbricht, nicht kokeln, keinen Müll hinterlassen und auch sonst keinen Spaß haben. Menno. Heute aber nicht. Bei KAWUMM lautet die Devise Zerstörung: Implodierende Galaxien, einstürzende Hochhäuser – macht kaputt, was euch nicht kaputt genug ist! Befreiungsfantasien sind ebenso willkommen wie elterliche Beschützungsinstinkte. Für Erwachsene und Kinder ab 3 jahren gegen 8/ 5 Euro. Um 15.30 Uhr im TAK Theater, Prinzenstraße 85 F, U-Bhf Moritzplatz

Geschenk – Zum Thema Toleranz gibt es, wen wundert's, zahllose Publikationen. Gemein haben die meisten einen Appell: Etwas, das einen sowieso nicht stört, einfach in Ruhe zu lassen, hat mit Toleranz nichts zu tun. Etwas, das einem wirklich auf die Nerven geht, auszuhalten, schon eher. Basisdemokratischer Skill. Nun hat auch Joachim Gauck ein Buch dazu geschrieben. Was er dazu denkt, kann man nicht nur darin lesen, man kann ihn heute Abend auch direkt fragen. Die Buchvorstellung des Bundespräsidenten a.D. findet um 18 Uhr auf der Kulturbühne bei Dussmann statt, Friedrichstraße 90, U-Bhf Friedrichstraße. Eintritt frei

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Last-Minute-Tickets – Am Anfang des Internets war das Wort (und sei es ein Zahlwort), weil eben der „plain text“, die bloße, unformatierte Schrift, die einzige Information war, die übertragen werden konnte. Die digitale Poesie ist sogar noch ein wenig älter, wenn man ihre Anfänge auf den Rechenmaschinen der 50er Jahre berücksichtigt, etwa mit Max Bense oder Theo Lutz. Mittlerweile hat sie zwischen medienspezifischen Textformen, ASCII-Art, Glitch und vielem mehr eine Vielzahl von Ausprägungen erfahren. Ein loses Quartett aus Dichterinnen und Künstlern performt heute Abend Datenschemen & Zeichensprachen in der AdK am Heanseatenweg, um mithilfe digitaler Poesie die Sprache als Herrschaftstechnik nebst Strategien des Widerstands zu erkunden. 21.30 Uhr, S-Bhf Bellevue, Eintritt 10/ 7 Euro

Noch hingehen – „Crying Girl on the Border“, „weinendes Mädchen an der Grenze“, heißt das Gewinnerfoto des diesjärigen World Press Photo AwardJohn Moore heißt sein Fotograf. Das Mädchen darauf weint, während seine Mutter von einem Grenzsoldaten an der Grenze USA-Mexiko durchsucht wird. Dieses und andere Bilder, die die Jury als herausragende Dokumente unserer Zeit eingestuft hat, sind noch bis 23. Juni im Willy-Brandt-Haus zu sehen. Stresemannstraße 28, U-Bhf Hallesches Tor. Eintritt frei

Verlosung I – „Auf die Bühne!“, lautet der Aufruf der MaLisa Stiftung an die Frauen der Welt, denn die öffentliche Rede war schon bei den alten Griechen die wichtigste Methode zum Mitmischen in der Demokratie. Dennoch ist aber das Bühnengeschehen nach wie vor eine Männerdomäne. Maren Kroyman, Gudrun Gut, Julia Engelmann und LEA teilen ihre Bühnenerfahrungen miteinander und mit dem Pubikum. Anschließend zeigen die Hoe-mies live, wie es gehen kann. 18 Uhr im YAAM – und wir verlosen 5x2 Tickets unter interessierten Checkpoint-Abonnenten (bis 12 Uhr).

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Verlosung II – Schon seit 50 Jahren erinnert der Christopher Street Day immer wieder an die Notwendigkeit sexueller Selbstbestimmung. Zeit für einen Rückblick – oder besser eine Zwischenbilanz. Was sich seit 1969 alles verändert hat und was (noch) nicht, darüber reden um 20 Uhr in Clärchens Ballhaus Moderator Tarik Tesfu, Filmemacher und Autor Rosa von Praunheim, Spiegel-Redakteurin Hannah Pilarczyk und Rapperin Sookee - wir vergeben bis 12 Uhr 3x2 Freikarten unter Checkpoint-Abonnenten.

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Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Thomas Wochnik einen guten Tag.

Prominent verraten

1976 nach West-Berlin gezogen, ist er ein „großer Freund der S-Bahn“. Über den Anhalter Bahnhof sagte er Folgendes: „Ein historischer Ort, der bei mir viele Emotionen auslöst. Ich fand es immer sehr schade, dass man den Bahnhof abgerissen hat. Obendrein der Ort, wo die Wannsee-Bahn abfährt, die ich sehr mag. Wobei mich der See eigentlich gar nicht interessiert. Aber der Weg.“

Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.

Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt?
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Berlin heute

Verkehr – Die A100 (Stadtring) ist in Fahrtrichtung Wedding von der Anschlusstelle Schmargendorf bis zu den AS Jakob-Kaiser-Platz / Heckerdamm (A111) von 22 bis 5 Uhr gesperrt. In diesem Bereich sind u.U. schon ab 21 Uhr auch alle Ein- und Ausfahrten geschlossen. Von 22 bis ca. 1.30 Uhr ist außerdem der Verkehr der S5 zwischen Fredersdorf und Strausberg-Nord eingestellt.

Demonstration – Wie Anke Myrrhe am Freitag im Checkpoint berichtete, findet heute die „Anti SUV Aktion“ am Kurfürstendamm vor dem Apple Store von 16 bis 18 Uhr statt. Die Generationenstiftung demonstriert hier mit ungefähr 100 Teilnehmern. Vor der ehemaligen Kurt-Held-Schule in der Görlitzer Straße 51 findet von 17 bis 20 Uhr eine Nachbarschaftsversammlung mit ca. 70 Teilnehmenden zur „Rekommunalisierung der Kurt-Held-Schule“ statt. Das Climate Reality Project demonstriert zwischen 18.30 und 19.30 Uhr am Pariser Platz mit etwa 40 Teillnehmern „Für mehr Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg“.

Zu Gast ist der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj.

Gericht – Ein mutmaßlicher Drogendealer, der am U-Bhf Hallesches Tor mit Haschisch gehandelt haben soll, kommt auf die Anklagebank (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 736).

Berliner Gesellschaft

Geburtstage – Ella Endlich (bürgerlich Jacqueline Zebisch) (35), Pop- und Schlagersängerin / Wolfgang Gerke (62),  „Kriminaldirektor und Segler aus Leidenschaft“ / Daniela Imhoff, „BFF, Alles Liebe zum Butzeltag!“ / Kay Matysik (39) Volleyball- und Beachvolleyballspieler / Katja Primel (47), Hörspiel- und Synchronsprecherin / Hanns Zischler (72), Schauspieler, Schriftsteller und Dramaturg

Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.

Gestorben Ingeborg Fidesser, * 5. Juli 1930 / Dr. med Michaela Gütig, Psychoanalytikerin, Gründungsmitglied des IPB / Vera Kätsch, * 18. Oktober 1957 / Dr. Lothar Molz, * 5. Mai 1940

Stolperstein – Martha Simson (geb. Levèvre, Jhg. 1875) lebte mit ihrem Mann Leopold, einem Papiergroßhändler, sowie Tochter, Sohn und zwei Enkelkindern ab 1933 in der Landshuter Straße 35 in Schöneberg. Zuvor hatte die Familie in der Kreuzberger Lankwitzstraße 2-3 gewohnt, bis Leopold Simson gezwungen wurde, seine Papieragentur- und Kommissionsfirma aufzugeben und fortan als Handelsvertreter für Papier zu arbeiten. Am 11. August 1942 wurde das Paar nach Theresienstadt deportiert. Leopold überlebte die Torturen, Martha starb heute vor 75 Jahren.

Im Tagesspiegel

Der großflächige Stromausfall in Südamerika zeigt auch die Störanfälligkeit moderner Gesellschaften. Wie gut ist Deutschland auf einen Blackout vorbereitet? Lesen Sie die Fragen des Tages von Sebastian Christ, Christian Schaudwet und Jakob Schlandt heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper

Encore

So, jetzt schnell noch Zeugnis ablegen und in den Urlaubshimmel kommen – falls Berlins Flughäfen nicht wieder bauchlanden. Übermorgen sind Sommerferien (hier noch flugs die Tagesspiegel-Schuljahresbilanz), und heute schon gibt die Berliner Rapperin Haiyti eine musikalische Party auf Ibiza. Ihr neues Video „Coco Chanel“ hat sie in der Strache-Villa gedreht –  auf dem Sofa, auf dem sich Österreichs Regierung von Gestern selbst in den Rücktritt schwadronierte (via „Monopol-Magazin“). Künstler Paul Spengemann war beim Dreh dabei und berichtet: "Wir waren geschockt von der Banalität des Ortes." Das kann einem bei der Rückkehr nach Berlin zum Glück nicht passieren.

Schon morgen geht’s hier glücklicherweise mit Anke Myrrhe weiter. Wird bestimmt heiter. Ich verabschiede mich wolkig ans Mittelmeer – und ich grüße Sie,

Robert Ide

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Seit 2014 berichten wir exklusiv aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir stellten Berlins marode Schulen vor, bis die Politik reagierte. Wir standen vor dem Bürgeramt, bis es wieder Termine gab. Wir recherchieren hartnäckig und gründlich.

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