ich mache diese Woche kurz Urlaub vom Urlaub, um mal nachzuschauen, was sich so tut in unserer schönen Stadt - und was los ist auf meinem Schreibtisch. Und tatsächlich, da kommt trotz Sommerferien einiges zusammen… hier ein paar Beispiele:
In der Post:
1) Eine Einladung zur Feier „70 Jahre Bund der Steuerzahler“, was mich daran erinnert, dass ich da dringend noch was erledigen muss – und zwar bis zum 31. Juli (letzte Frist!).
2) Eine Einladung zum „Berliner Zukunftsdialog mit Vizekanzler Olaf Scholz“, was eine gute Gelegenheit ist, auf das Interview mit der SPD-Schattenvorsitzenden Franziska Giffey im Tagesspiegel hinzuweisen („Wenn du weit kommen willst, geh‘ gemeinsam“). Die Familienministerin hat in der Berliner SPD übrigens plötzlich viele Freunde, die ihr die Bundeskarriere gönnen. Diese haben Ambitionen, Müller als Regierendem nachzufolgen – und Giffey im Bund würde ihnen nicht mehr im Wege stehen.
3) Ein exklusiver Hinweis darauf, wer neuer Antidiskriminierungsbeauftragter der Bildungsverwaltung wird (mehr dazu gleich).
4) Das Buch „111 Orte in Straßburg, die man gesehen haben muss“, wobei ich ich nicht ganz verstehe, was ich damit soll, was mir aber nochmal deutlich macht, warum ich so gerne in Berlin lebe - 111 empfehlenswerte Orte finde ich hier in jedem Kiez (und Sie finden diese Orte mit einem Checkpoint-Abo jeden Tag nebenbei auch).
Eine anrührende Geschichte aus der sonst so hart wirkenden Stadt, beobachtet von Checkpoint-Leser Patrick: „17.30 Uhr Bahnhof Stadtmitte. Die Geiger auf der Treppe machen gerade Pause. Ein wohnungsloser Mann fragt, ob sie Hallelujah von Leonhard Cohen spielen können. Und sie beginnen zu spielen. Menschen eilen vorbei. Der Mann sitzt auf der Treppe, hört zu. Und weint. Still und nur für sich...“.
Sommerspaß: Picknick auf Insel der Jugend (nach einer Führung durch den Plänterwald) - Jeder kennt die Silhouette des Riesenrads, aber waren Sie schon mal da? Den ganzen Juli über gibt es mittwochs, freitags und am Wochenende Führungen durch den verwilderten Vergnügungspark (Tickets 5 bzw. 3 Euro, online zu buchen). Anschließend bietet sich ein Picknick auf der nahegelegenen Insel der Jugend an - immer wieder schön, über die alte Abteibrücke zu schlendern und den Blick auf Berlins Panorama zu genießen.
In Berlin um die Welt: Polen - Schon mal einen polnischen Comic gelesen? Nein? Dabei hat die Comic-Kunst in Polen lange Geschichte, die eng verwoben ist mit der Entstehung des Pressemarktes nach der polnischen Unabhängigkeit 1918. Der erste Comic erschien 1919 in der Wochenzeitschrift „Szczutek“, zu Deutsch: „Stupser“. Später wurden auch Comics vom kommunistischen Regime zu Propagandazwecken missbraucht, aber nach der Wende entfaltete sich die Szene dann so richtig. Das Polnische Institut Berlin zeigt „Ikonen der Popkultur im Original“ (Burgstraße 27, S-Bhf Hackescher Markt, bis 23. August, Di-Fr 10-18 Uhr). Sie werden staunen, was Sie da wiedererkennen - wetten? Einwohner Polens in Berlin: 58020 (Stand Ende Dez. 2018).
Sommersport: Crossboccia - Im Gegensatz zum Original wird mit weichen Bällen (z.B. Hackysack-Bällen) gespielt. Die Regeln bleiben die Gleichen: Jeder Spieler bekommt drei Bälle und muss versuchen, sie möglichst nah an den zuerst geworfenen Zielball heranzuwerfen. Der Spielort kann frei gewählt werden – also: überall in der Stadt (aber bitte auf den Gegenverkehr und Touristen mit E-Scootern achten). Einen Verein gibt es zwar noch nicht, aber ein paar Regeln – hier sind sie.
Jottwede: Radtour Schwielowsee / Templiner See - Rauf aufs Rad und ab nach Potsdam: Hinter der Route „F1“ versteckt sich eine Rundtour mit Start ab Potsdam Hbf um die Havelgewässer Templiner- und Schwielowsee herum. Auf 34km Länge radelt man durch Wald- und Wasserlandschaften und kann zudem noch das Barockschloss von Caputh besichtigen, einen Abstecher in den Japanischen Bonsaigarten von Ferch oder zum Petzower Fruchterlebnisgarten machen.
Berlin, aber Sommerloch - Die seit Jahren von einem politischen Mülleimer zum anderen weitergereichte sensationelle Idee, die Berliner Stadtreinigung die Berliner Stadt reinigen zu lassen, zieht weiter ihre Kreise – jetzt ist sie mal wieder bei Bürgermeisterin Monika Herrmann angekommen: „Ich würde der BSR den kompletten Auftrag zur sauberen Stadt geben“, sagt sie (Q: „Berliner Zeitung“). Es kommentiert griesgrämig Oscar Grouch: „Ich mag Müll. Alles, was schmutzig ist, stinkig und dreckig. Ja, ich mag Müll!“.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Die Bildungsverwaltung hat einen neuen Antidiskriminierungsbeauftragten (ADB) gefunden: Der Lehrer und Experte Dervis Hizarci (u.a. Vorstandsmitglied der „Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus“) tritt seinen Job in der ersten Augustwoche an. Seine Vorgängerin Saraya Gomis hatte ihren Vertrag nicht verlängern wollen.
Was sich außerdem ändert:
1) Die Stelle ist jetzt dauerhaft eingerichtet.
2) In der Entgeltgruppe geht‘s gleich zwei Stufen aufwärts.
3) Hizarci bekommt ein kleines Team (zwei halbe Stellen, Ausschreibung hier).
4) Es wird zudem eine Antimobbingbeauftragte eingestellt (oder ein Beauftragter; Teilzeit oder Vollzeit, Ausschreibung hier).
5) Und: Zwei Schüler sollen als zusätzliche Ansprechpartner gewählt werden (zusammen mit dem Landesschülerausschuss)
Im Checkpoint-Interview sagt Hizarci zu seinen Schwerpunkten u.a.:
- „Man kann nicht sagen, dass eine Diskriminierungsform virulenter ist als die andere. Wir haben im Allgemeinen ein Diskriminierungsproblem.“
- „Als Lehrer erlebe ich zu genüge, wie Kinder und Jugendliche sich beschimpfen. Ich möchte, dass ihnen bewusst wird, was sie mit Aussagen und Worten anrichten können.“
- „Ich werde auf eine einbeziehende Kommunikation mit Schulleitern setzen. Das ist meine Art. Ich verstehe mich mehr als Mediator, der in Problemsituationen vermittelt.“
Das ganze Interview können Sie morgen im Tagesspiegel lesen (Donnerstags-Ausgabe).
Zur heutigen Frage für Knobel-Freunde: „Dieselmord im Ökowahn“ ist: a) ein durchgeknallter „Tatort“-Titel, b) ein neuer Song von Rammstein oder c) eine stinknormale AfD-Veranstaltung. Na? Richtig, nichts davon. Am nächsten kam c), aber erstens gibt es keine stinknormale AfD-Veranstaltung, und zweitens fiel sie aus – die Stadtmission gab ihren Tagungsraum im Hotel Albrechtshof dafür dann doch nicht her. Kleiner Trost für die Fraktionsspitze: „Herr Gauland kriegt bei uns ein Schnitzel und Frau Weidel einen Kaffee“ – aber keine Plattform (SM-Vorstand Joachim Lenz).
Bei seinem Ausflug in die Verkehrspolitik („Jahreskarte für 365 Euro“) wurde Michael Müller beim politischen Schwarzfahren erwischt: Die am Verkehrsverbund beteiligten Unternehmen (u.a. die BVG) wollen im Herbst eigentlich eine Preiserhöhung beschließen – und VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel sagt: „Eine Lösung nur für Berlin kann nicht isoliert betrachtet werden, denn sie hat auch Auswirkungen auf die Fahrgäste in Brandenburg.“ Ebenso wie für den Fahrastverband IGEB ist für Henckel nicht der Fahrpreis das Wichtigste, sondern das Angebot – und das ist in Berlin (anders als beim Müller-Vorbild Wien) eher zurückgeblieben.
Fall Sie mit Ihrer Zeit nichts anzufangen wissen, können Sie in Berlin also auf den Bus warten – oder Sie legen sich ein Auto zu – pro Jahr verbringt jeder Berliner Kfz-Lenker 62 Stunden mit der Suche nach einem Parkplatz.
Sie können allerdings auch 62 Stunden auf einen Termin zur Anmeldung ihres Autos in der Kfz-Zulassungsstelle warten. Für Neuberliner: Das ist Turbo-Tempo – vor einem Jahr waren es noch sechs Wochen.
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URBAN SPORTS - Berlin ist eine Stadt am Wasser. Seen, Bäder, Flüsse – urbane Sportler haben eine riesige Auswahl an Playgrounds für ihr Hobby. Lesen Sie hier über die sportlichen Sommertrends wie Schwimmen, Paddeln oder Wakeboarden. Außerdem: Alle wichtigen Triatholon Termine der Hauptstadt- Region auf einen Blick.
Nach der Meldung über immer mehr Mädchen, die schon im Alter von 11, 12, 13 Jahren Billig-Ecstasy zu 1,50 Euro das Stück wie Smarties schlucken (CP von gestern), folgte natürlich der amtliche Hinweis auf die doch eigentlich so vernünftige, entkriminalisierende, sichere Berliner Drogenpolitik. Und jetzt stellen Sie sich bitte kurz Sechstklässlerinnen vor, die sich easy-peasy im Park oder auf dem Schulhof von ihrem Taschengeld mit Pillen eingedeckt haben und ihr Tütchen zum „Drug-Checking“tragen („Guten Tag, wir haben Ihr Flugblatt gelesen…“). Im Rahmenlehrplan ist Drogenaufklärung übrigens erst ab Klasse 9 vorgesehen.
Die Checkpoint-Frage des Tages aus der Rubrik „Political Animal“: Was hat die Bremer Bürgermeisterwahl mit Berlin zu tun? Richtig: Die Hansestadt schickt uns einen neuen Chef ihrer Landesvertretung beim Bund in die Hauptstadt (es wird Olaf Joachim, bisher Chef der Senatskanzlei). Die bisherige Bevollmächtigte Ulrike Hiller, einzige Staatsrätin mit Kabinettsrang, macht ihren Job zwar gut, hat aber aus Sicht des künftigen SPD-Bürgermeisters Andreas Bovenschulte einen gravierenden Mangel: Sie ist mit ihm verheiratet – zu familiär soll es im neuen Senat offenbar nicht zugehen.
Und hier die Mängel der Bremer Landesvertretung in der Hiroshimastraße 24 (Tiergarten): Wassereintritt im Gebäudesockel, bröckelnde Fassade, desolate Wärmedämmung, marode Terrasse, Eingang nicht barrierefrei… jetzt wird aber erstmal saniert – „zur Abwehr von Folgeschäden“.
Apropos Polit-Paare: „Liebe Grüße an den besten Ehemann und Vater, Christian Zander, Geschäftsführer der CDU-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg zum 41sten von seiner grünen Frau“ – so stand es Ende April in unserer Checkpoint-Geburtstagsrubrik, gratuliert hatte Martina Zander-Rade, Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion. Für ihren Tagesspiegel-Newsletter „Leute“ hat Sigrid Kneist in der Serie über politische Familien mit den beiden gesprochen und geklärt, wem gegenüber sie loyal sind – Auflösung hier.
Aus der bundesweiten Unfallbilanz 2018: 445 tote Radfahrer, 63 mehr als im Vorjahr. Dazu folgende aktuelle Berliner Polizeimeldung aus Westend: Beim Verlassen eines Discounter-Parkplatzes im Fürstenbrunner Weg rammte ein Mercedesfahrer einen Radler, ein zweiter stürzte beim Ausweichversuch und wurde dabei schwer am Kopf verletzt.
Keine gute Job-Idee: Cannabis-Influencerin – die Polizei sagt Danke, aber nicht per Herzchen: Eine 29-jährge Neuköllnerin bot ihr Dope live bei Instagram an, die Beamten verschafften sich per Richterbeschluss einen Gästelistenplatz zum „Meet & Greet“. Beschlagnahmte Requisiten: 300 Gramm Cannabis (z.T. portioniert), Handelsutensilien, Bargeld, Laptop, Tablet, Handys und ein Schlagring. Checkpoint-Tipp: Im Görli wär‘ das nicht passiert.
Berliner Sommerfreuden (I): Agnes Taegener vom rbb hat einen Mirabellenbaum entdeckt – mitten auf dem Parkplatz von Lidl in Hellersdorf (Foto hier). Guten Appetit!
Berliner Sommerfreuden (II): In den Ferien gibt’s offenbar keine Probleme (oder wie Michael Müller sagen würde: keinen Schuh, der drückt) – jedenfalls macht sogar die „Kummer-Nummer“ der CDU-Fraktion vom 15. bis 29. Juli einen auf Urlaub (danach wieder unter 23 25 28 37 oder per E-Mail an kontakt@kummer-nummer.de zu erreichen - Q: „Berliner Woche“).
Was soll die SPD bloß machen mit der Kandidatur Ursula von der Leyens als EU-Kommissionspräsidentin? Das hatte Stefan Jacobs Sie hier am Montag gefragt – und mehrere Hundert teils ausführliche Antworten bekommen (CP von gestern). Tja, die Sozialdemokratie kann eben doch noch Leidenschaft wecken – auch wenn z.Zt. keine Begeisterung daraus erwächst. Jetzt hat sich unser Hauptstadtbüro-Leiter Georg Ismar Ihre Antworten noch einmal genau angeschaut und zusammengefasst – seine Analyse finden Sie hier.
Die Bahn lässt ihre 1.-Klasse-Kunden am Hauptbahnhof endgültig im Regen stehen (wenn er denn mal wieder kommt – also nicht der Zug, der Regen): Die vorgefertigten Teile zur Dachverlängerung wurden an eine Recyclingfirma verkauft – möglicherweise ein gutes Geschäftsmodell auch für andere Bahn-Memorablien (z.B. Klima-Anlagen und Bord-Bistros).
Falls Sie wissen wollen, ob auch Berliner auf den „Todeslisten“ der rechtsextremen Gruppe „Nordkreuz“ stehen und ob die Betroffenen darüber informiert wurden (insgesamt 25.000 Namen und Adressen sind dort vermerkt): Wir haben gefragt, aber die Polizei Berlin gibt dazu keine Auskunft.
Nichts, was in Berlin nicht verschoben wird: Das Berliner Unternehmen PTScientists wollte 2021 ein Landegerät auf den Mond schießen – doch jetzt ist erstmal der finanzielle Treibstoff alle, die Folge: eine irdische Insolvenz.
Neue Woche, neue Strecke! Nach dem Ausflug nach Potsdam startet die Checkpoint-Laufgruppe am Sonnabend, 11 Uhr, im Volkspark Jungfernheide. Treffpunkt ist an der Ecke Halemweg/Heckerdamm, gleich an der U7-Station Halemweg direkt am Parkeingang. Wie immer zwei Gruppen (6/12 km), weitere Runden sind möglich. Wir bringen Getränke, ein Auto für Wechselklamotten und eine Lauftrainerin vom SCC mit. Die Strecke im Detail kann man sich bereits jetzt in der Facebook-Gruppe anschauen.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wir finden genug gute Juristen, die nach Berlin kommen wollen.“
Justizsenator Dirk Behrendt erwartet keine Probleme bei der Besetzung von Stellen für Richter und Staatsanwälte. (Q: Interview in der „Morgenpost“)
Tweet des Tages
Kaum in Berlin angekommen und ich werde von JÜNGEREN gesiezt????
Stadtleben
Essen – Das Café Tschüsch in Neukölln kocht seit 2011 alternatives nord-indisches Essen. Alles ist vegetarisch oder vegan, die Zutaten frisch und hochwertig. Wegen der Schärfe muss niemand Angst haben – der Schärfegrad rangiert von „nicht“ über „mittel“ zu „scharf“. Scharf ist dann auch wirklich scharf! Zu empfehlen ist besonders die klassische Dal-Suppe mit Brotbeilage (5,20 Euro). Auch die leckeren Spinat- und Currygerichte mit Reisberg und Salatbeilage sind zum Sattwerden. Die Gerichte sind eigentlich für fast jeden Geldbeutel zu stemmen, doch für Menschen mit sehr wenig Geld gibt es optional den „Soli-Preis“ für alles außer Getränke und Desserts. Fuldastraße 12, U-Bhf Rathaus Neukölln, Mi-Do 17-22.30 Uhr, an den anderen Tagen variieren die Öffnungszeiten
Trinken – Über die Aussicht von der Monkey Bar, angesiedelt in der 10. Etage des 25 Hours Hotels Bikini Berlin, kann man nicht meckern. Sie ist sogar namensgebend: Man blickt nämlich direkt runter auf die Affengehege des Zoos. Ein Gesprächsthema ist somit gesichert, fehlt nur noch die passende Musik: Heute kommt die ab 20 Uhr von der Schweizer Sängerin Jen Dale mit einer Mischung aus Soul, Jazz und Pop, bevor DJ Stimulus übernimmt und ordentlich einheizt (auch hier ist der Name Programm). Einen angenehmen Pegel hält man mit einem der vielen, kreativ gemixten Cocktails, die in der Budapester Straße 40 angeboten werden. Einen kleinen Haken gibt es jedoch: Urban Soul, Garden & Tonic und Berlin Buck haben ihren Preis – unter 12 Euro ist da nichts zu machen. Tägl. 12-2 Uhr, S/U-Bhf Zoologischer Garten
Berlinbesuch – Obwohl es sich diese Woche eher wie Herbst anfühlt, soll es ja zumindest heute trocken bleiben. Warum also nicht einen Abstecher in den Botanischen Garten machen: Hier gibt es heute eine Führung zum Thema „Heavy Metal Fans – Pflanzen mit Hunger auf Schwermetall“. Es geht aber nicht wirklich um Musik, sondern um Pflanzenarten, die Schwermetalle im Boden weit besser tolerieren als andere Gewächse. Sie nehmen die giftigen Stoffe über die Wurzel auf und reichern sie in Konzentrationen an, die für andere Pflanzen tödlich wären. Klingt spannend? Dann kommen Sie zu 17 Uhr zum Eingang Königin-Luise-Platz, die Führung kostet 6 Euro, zusätzlich zum ermäßigten Eintritt von 3 Euro.
Geschenk – „Eine Liebeserklärung an die Berliner Kulinarik und ein Portrait der Hauptstadt mit ihrer erstklassigen Food-Szene“ ist das Kiezkochbuch von Stefanie Laufs und Antje Friedrich. Die Autorinnen von „Aus Kiez und Küche – So isst Berlin“ haben über ein Jahr lang Mühe und Zeit investiert, um Berliner Köch*innen zu überreden, ihnen ihre Lieblingsrezepte zur Verfügung zu stellen. Dabei ist ein wahres Kiezkochbuch entstanden, bei dem das Leckerste Berlins zum Nachkochen zusammengefasst ist. Neben 30 Rezepten, Interviews mit Restaurantinhabern und Chefköchen, umfasst das Buch auch Fotografien aus der geliebten Hauptstadt. Wenn Sie also wahre Berlinfans beschenken wollen, dann geht’s für 19,95 Euro hier entlang.
Last-Minute-Ausstellung – „Gaia Reborn: A Future Utupia" ist seit Mai eine Ausstellung im Urban Nation und wird von Direktorin Yasha Young und Danijela Krha Purssey, Chefredakteurin vom australischen Beautiful Bizarre Magazine kuratiert. Das Museum richtete 2019 den Fokus auf Umwelt und Nachhaltigkeit und feiert das „Jahr der Erde“. Dabei zeigt die Ausstellung Werke von 50 internationalen Künstler*innen aus den Bereichen Pop, Surrealismus, Lowbrow und Urban Contemporary Art. Sie zeigen mit ihren eigens für dieses Event kreierten und weltweit einzigartigen Kunstwerken auf, wie wichtig es ist, unseren Planeten zu bewahren. Die Ausstellung ist nur noch bis heute zu besuchen. Der Eintritt ist frei. Di-So 10-18 Uhr, Bülowstraße 7, U-Bhf Bülowstraße.
Noch hingehen – Einen letzten Abstecher nach Japan kann man in der Ausstellung „Tokyo Blurred“ noch bis zum 12. Juli machen. Der Fotograf Peter Brune wuchs in der DDR auf und entdeckte 1994 bei einer Asienreise seine Liebe zu Japan. Seit 25 Jahren spürt er mit der Kamera seinem Japan nach. Seine Bilder erzählen Geschichten fernab aller touristischen Klischees. Zu seinen Lieblingsmotiven gehören der Himmel über Tokyo, oder die Atmosphäre in den kleinen Seitengassen, „die ihn manchmal an die Hinterhofromantik der DDR erinnern“. Brunes Fotografien werden in der Mori-Ogai-Gedenkstätte, Luisenstraße 39 (S/U-Bhf Brandenburger Tor), ausgestellt. Mo-Fr 10-14 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro.
Carmel Schnautz wünscht Ihnen mit diesen Stadtleben-Tipps einen angenehmen Mittwoch.
Prominent verraten
„Habe leider keinen grünen Daumen, aber dafür mein Freund und Nachbar. Da wir beide viel unterwegs sind, ist es umso schöner, wenn wir in seiner Oase zum Chillen aufeinandertreffen.“ Unsere Berlinerin ist Schauspielerin und machte 2003 ihr Fernsehdebüt in der Serie „Lindenstraße".
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt?
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Berlin heute
Verkehr – Der rechte Fahrstreifen auf der Alexanderstraße in Mitte ist in Richtung Alexanderplatz zwischen Magazinstraße und Grunerstraße gesperrt, ebenso die Anbindung Magazinstraße (bis Ende Juli). Auch an der Kreuzung Rhinstraße / Allee der Kosmonauten (Marzahn) ist die rechte Spur der Rhinstraße Richtung Am Tierpark sowie auf der Allee der Kosmonauten stadteinwärts gesperrt. Und auf dem Malchower Weg (Alt-Hohenschönhausen) steht in beiden Richtungen zwischen Degnerstraße und Tamseler Straße abwechseln nur eine Spur zur Verfügung, eine Baustellenampel soll Ordnung schaffen. Und ab 20 Uhr (bis Donnerstag, 3 Uhr) fahren die U-Bahnlinien U1 und U3 nicht zwischen Warschauer Straße und Kottbusser Tor. Es gibt Schienenersatzverkehr.
Demonstration – Die IG Metall versammelt ca. 150 Demonstrierende zur „Tarifauseinandersetzung Schnellecke 2019“ im Grützmacher Park in Spandau (13-15 Uhr). Vor den Schönhauser Allee Arcaden betreibt Anonymous for the Voiceless von 17.15-20 Uhr eine „Videoaktion zur Aufklärung gegen die Tierindustrie“ mit etwa 15 AktivistInnen. Und das Wahlkreisbüro der Linken-Abgeordneten Franziska Brychcy veranstaltet von 18-19.30 Uhr ab der Waldtrautstraße eine Fahrraddemo zum Hindenburgdamm – die Forderung: „Spekulativen Leerstand in Steglitz-Zehlendorf beenden“.
Zu Gast ist heute der neue Ministerpräsident von Finnland, Antti Rinne.
Gericht – Einem mutmaßlichen „Reichsbürger“ wird der Prozess gemacht. Der 54-Jährige soll vor zwei Jahren nach der sogenannten Malta-Masche fiktive Forderungen in Millionenhöhe an die Berliner Senatsverwaltung für Justiz geschickt und damit gedroht haben, einen Mahnbescheid über diese Summen in Malta zu erwirken. Die Anklage lautet auf Erpressung und versuchte Nötigung (9.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 101).
Universität – Um 18 Uhr findet heute die Eröffnung der Abschlussausstellung Bildende Kunst (bis zum 14. Juli) der UdK, Hardenbergstraße 33 (U-Bhf Ernst-Reuter-Platz), statt. Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Gisela von der Aue (70), ehem. SPD-Justizsenatorin (2006-11) / Jürgen Becker (87), Schriftsteller / Christoph Blase (57), „PR-Berater und Historiker, alles Gute vom H3-Team“ / Herbert Blomstedt (92), Dirigent, Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker / Ulla Kock am Brink (58), Fernsehmoderatorin / „Meinem Allesglück, Mechthild Hagen, zum 53. Geburtstag!“ / Martina Krogmann (55), Unternehmensberaterin und ehem. CDU-Politikerin / Karl-Heinz von Liebezeit (59), Schauspieler / Michael Schottenberg (67), Schauspieler und Regisseur, ehem. Direktor des Wiener Volkstheaters / Regina Thoss (73), Sängerin und Rundfunkmoderatorin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Bernhard Funk, * 29. März 1935 / Wolfgang Hentschel, * 7. August 1941 / Lutz Pinkus, Abteilung Leitung, Planung und Strategie beim Bundesfinanzministerium / Hannelore Sandow, * 20. März 1928
Stolperstein – Siegfried Jacobsohn (Jhg. 1884) wurde heute vor 78 Jahren in Buchenwald ermordet. Vor seiner Deportation dorthin am 12. Juni 1941 war er in der Sicherungsverwahrung Potsdam, im Zuchthaus Brandenburg und Zuchthaus Luckau, sowie dem Untersuchungsgefängnis Moabit inhaftiert. Grund der Haft war ein „Vergehen gegen die Kriegswirtschaftsordnung“. Der Stolperstein ist vor seinem ehemaligen Kaufhaus in der Dietzgenstraße 20 in Niederschönhausen verlegt, das in der Reichspogromnacht demoliert worden war.
Im Tagesspiegel
Sieben Minuten zu Fuß sind es zur Grundschule. Teresa Faraj will ihre Tochter trotzdem nicht hinschicken:
der schlechte Ruf, all die Problemkinder! Dann beschließt sie, etwas zu ändern. Für ihre Tochter, die Schule
und den ganzen Kiez. Lesen Sie das Portrait von Maris Hubschmid heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Zum Schluss eine kleine Ruhestörungswarnung, auf die Abendschau-Moderatorin Eva-Maria Lemke hinweist (die allerdings zur Sache selbst sagt: „Ich glaube, ich bin zu alt für die Einladung“): „Am 11ten hab‘ ich Geburtstag, also gibt’s am 10ten: Saufen auf den Parkletts, bis die Parkläufer kommen! Bringt Eure Bluetooth-Boxen mit, Sauf gibt’s im Edeka und Drogen kann man sicher bei den Parkläufern kaufen. Es geht los, sobald ich geduscht bin, kommet oh Hurra.“ Scheint eine saubere Party zu werden.
Kommen Sie gut durch einen Tag, der sich hoffentlich ebenfalls gewaschen hat – bis morgen für an dieser Stelle,