erwärmen wir uns zum Start in die neue Woche nach den vergangenen kalt-nassen Tagen doch gleich mal an ein paar wohltemperierten Worten unserer Regiermeisterin, die einfach nichts aus den Latschen haut (alle Zitate aus dem Tagesspiegel-Interview, das Julius Betschka und Esther Kogelboom mit Franziska Giffey geführt haben):
+ Zur Frage, wem Berlin — eigentlich die „Visitenkarte Deutschlands“ (Friedrich Merz) — nach der vergeigten Wahl noch ein Vorbild sein soll: „Viele schauen längst nach Berlin. Aber man gibt das offenbar ungern öffentlich zu.“
+ Zu ihrem Besuch in einer bekannten deutschen Talkshow: „Vor der Kamera gab es Berlin-Bashing, danach kam der Moderator in die Garderobe und sagte: ‚Berlin ist doch ‘ne tolle Stadt!‘ Na toll, hätte er das nicht auch in der Sendung sagen können?“
+ Zu ihrem gegenwärtigen Berlingefühl: „Die Leute lieben das Leben hier. Und das hat auch damit zu tun, was die Landesregierung ermöglicht.“
So, alle auf Betriebstemperatur (vor allem diejenigen, die auf Wohnungssuche sind)? Ok, einen haben wir noch:
+ Franziska Giffey zum Ärger der Geberländer beim Finanzausgleich (Berlin ist mit rund 3,6 Milliarden Euro Nehmerland Nr.1) über das Drei-Milliarden-Euro-Entlastungspaket der rot-grün-roten Koalition („Das zahlen die Hessen sicher gerne“, ätzte Ex-CDU-Generalsekretär Peter Tauber): „Klingt etwas wie Neid auf Berlin!“
Bevor wir uns mal umhören, wie das mit dem Neid in Hessen und Bayern so ankommt (geben zusammen 12,6 Milliarden an die anderen Länder ab), hier noch kurz ein Blick auf die aktuellen Schulden Berlins, Moment… hier: 66 Milliarden – das ist ein neuer Höchststand. Es kommentiert die Präsidentin des Rechnungshofs, Karin Klingen: „Berlin muss sich besser auf die Zukunft vorbereiten.“ Hm, noch besser? Die „IESE Business School“ fand jedenfalls heraus, dass Berlin in puncto Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit in einem Vergleichstest unter 183 Städten auf Platz 5 landet – das reicht für die Qualifikation zur Champions League! Eine der besonderen Stärken der Stadt laut dieser Studie: „seine Einwohner (Human Resources)“. Wir reißen es also wieder mal raus.
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Gesetzliche Unfallversicherung für pflegende Angehörige
In Berlin gibt es mehr als 200.000 Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen. Dabei stehen sie unter bestimmten Voraussetzungen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – automatisch und kostenfrei.
Mehr Infos gibt es bei der Unfallkasse Berlin: unfallkasse-berlin.de/pflegende-angehoerige
So, hier kommt gerade die süffisante Reaktion von Hessens Ministerpräsident: Das Ebbelwoi-Land stellt heute sein eigenes Hilfsprogramm vor und „kann das selbst stemmen“, sagt Boris Rhein – trotz Milliardenabgaben an Überausgeber wie Berlin.
Deutlicher wird der bayrische CSU-Generalsekretär Martin Huber: „Ein Blick auf die Chaos-Hauptstadt genügt, um zu sehen: „Mitleid wäre angebracht, Neid ganz sicher nicht“, teilt er uns mit – und die Regierende Bürgermeisterin selbst bezeichnet Huber als „undankbar und unverfroren“. Der Berlin-Bavaria-Battle geht also fröhlich in die nächste Runde – aber vielleicht sind sie im Süden ja auch immer noch sauer, weil München ausgerechnet zum Oktoberfest beim großen Metropolenvergleich im Checkpoint-Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ die kürzere Wurst gezuzelt hatte (die heitere Show gibt’s zum Nachhören hier).
Apropos unverfroren: Das stimmt ja tatsächlich, und zwar im Wortsinn, wie eine aktuelle Umfrage zeigt – demnach ist der Anteil derjenigen, die in Deutschland wegen der Energiekrise nicht nur seltener und kürzer, sondern auch kälter duschen als früher, in Berlin am höchsten (deshalb müffelt es in der Stadt gerade auch noch mehr als sonst). Sogar die Flusspferde im Zoo machen mit: Sie baden neuerdings in ihrem 700.000-Liter-Becken bei nur noch 17 Grad. Wenn die Hippopotamus-Familie richtig abgehärtet ist, bekommt Sie vielleicht von Direktor Andreas Knieriem einen Ostsee-Urlaub in der Vorsaison spendiert.
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Das Konzerthausorchester Berlin und Iván Fischer spielen am 9. und 11. Dezember Gustav Mahlers dritte Sinfonie. In ihr findet vom Esel bis zu den Engeln die ganze Welt Platz, denn der Komponist setzt eine regelrechte Kosmologie in Musik. Eine beeindruckend riesige Orchesterbesetzung versteht sich da fast schon von selbst. Hier 3 x 2 Tickets für den 11.12. im Konzerthaus gewinnen.
Und tierisch geht‘s gleich weiter: Eine durchschnittliche Brüsseler Taube produziert im Jahr um die 12 kg Mist. Aber seit die Stadtregierung Verhütungsmittel ins Futter mischen lässt, hat sich das Problem an einigen Shitspots glatt halbiert, berichtet die belgische Stadträtin Zoubida Jellab (Q: Politico). In Berlin forscht man währenddessen weiterhin an der „rechtssicheren Einordnung“ der Ratten der Lüfte, bisher allerdings ohne Ergebnis: „Eine abstrakte Bewertung der Rechtslage (…) ist nicht möglich, ohne dass konkretisiert wird, in welchem Rechtsgebiet und zu welcher konkreten Rechtsfrage eine Einordnung stattfinden soll.“ (CP vom 13.10.2022). Tja, das Ei ist offenbar noch immer nicht gelegt. Wie wär’s mit dem Luftfahrtrecht - oder §324a StGB (Bodenverunreinigung)?
Weder Tauben noch Elstern haben in der vergangenen Woche den Tresor im Tierheim Falkenberg geklaut und drumherum alles verwüstet (Video hier). Beate Kaminski vom Tierschutzverein zählt am Checkpoint-Telefon auf, was jetzt gebraucht wird: „Ein neuer Tresor, und auch über Hilfe von Fliesenlegern und Elektrikern würden wir uns freuen“. Für den Tierschutzverein Berlin kam der Einbruch zur Unzeit. Die Hälfte der Mitarbeiter ist momentan an Corona erkrankt, dabei ist der organisatorische Aufwand gerade besonders hoch. Ein Lichtblick: „Wir freuen uns sehr auf unser Weihnachtsfest der Tiere am 11. Dezember“, sagt Beate Kaminsy, „es ist das erste seit Corona. Wir hoffen, dass uns viele Menschen besuchen. Es wird auch Bescherungen und Geschenke für die Tiere geben. Das ist immer sehr nett, und ich glaube, das brauchen wir jetzt erst recht.“
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"Berlin - Geschichten und Anekdoten" 800 Jahre Deutsche und Berliner Historie. Friedhelm Reis hat seinen historischen Stadtführer anhand von Originalquellen großartig recherchiert und opulent bebildert. Spannend, informativ, unterhaltsam, mit Stadtplänen, dazu Berliner Humor.
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Neuer Joker beim Betriebsstörungsbingo: „Erhöhter Krankenstand bei den Triebwagenführern“ – mit dieser (glaubwürdigen) Begründung kündigt die S-Bahn wochenlange Einschränkungen auf den Linien S1, S3 und S5 an. Ab wann das gilt? Moment… (raschelraschel, blätterblätter) hier: Das tritt nach unserer Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich!
Einmal Betriebsstörungsbingo komplett erlebte auf einer Fahrt von Spandau nach Mannheim und zurück Ex-RBB-Intendantin Dagmar Reim. Einige Auszüge der Schienen-Odyssee anhand der O-Töne der Bahnmitarbeiter, die sie dem Checkpoint übermittelt hat: „Unser Zug kann nicht die Höchstgeschwindigkeit erreichen, weil unser Lokführer nicht die nötigen Streckenkenntnisse hat.“ (Immerhin – verfahren hat er sich nicht). „Wir haben Frankfurt mit Verspätung verlassen. Der Grund dafür sind Kommunikationsprobleme.“ (Vielleicht „Aber das Navi sagt, ich soll links abbiegen!“?) Das Zwischenergebnis der Fahrt: Dagmar Reim kam erst drei Stunden nach der Bestattung einer guten Freundin in der alten Heimat an. Auf dem Rückweg ging’s so ähnlich weiter: „Korrektur: Unser Bordrestaurant hat zwar noch geöffnet, aber wir haben so gut wie keine Ware mehr.“ Das Ende der Reise nach einem Tag, der nicht wie im Flug verging: „Unser Zug hält nicht in Spandau.“ CP-Fazit: die Bahn beweist, dass man auch komplett neben der Spur übers Ziel hinausschießen kann.
Und was war gestern Nachmittag im Bahnhof Hamburg auf den Gleisen Richtung Berlin los? Es berichtet (mit Bild vom überfüllten Bahnsteig) Jan Petter vom „Spiegel“: „Die ICEs Hamburg-Berlin sind so überbucht, dass sie 20-30 Minuten lang nicht abfahren können. Die Züge fahren nur noch im Schritttempo ein, DB-Personal und Menschen ohne Reservierung sollen wieder raus. Erwachsene Menschen verstecken sich auf dem Klo oder blockieren mit Koffern.“
Es kommentiert Bahnchef Richard Lutz: „Ich verstehe manchen Unmut. Von unseren eigenen Ansprüchen sind wir derzeit weit entfernt.“ Im großen Tagesspiegel-Interview mit Heike Jahberg und Caspar Schwietering erläutert er heute, wann und wie das alles besser wird.
Der neue Tagesspiegel war inzwischen Thema in nahezu allen großen Medien, u.a. im Spiegel („Wie der Tagesspiegel die Zeitung revolutionieren will“ und in der Süddeutschen Zeitung („neues Erscheinungsbild“, „neues Konzept“, „die Zukunft“) – und natürlich auch im RBB-Medienmagazin auf Radioeins von Jörg Wagner (hier nachzuhören).
Als Überraschungsgast wurde der renommierte Zeitungsdesigner und Leseforscher Norbert Küpper (u.a. Veranstalter des European Newspaper Award) zugeschaltet – sein Urteil nach Rücksprache mit Art-Direktoren aus ganz Europa: „Das ist ein gelungenes Werk“. Wenn Sie das überprüfen wollen (worüber ich mich sehr freuen würde), können Sie das 40 Tage lang kostenlos tun. 40 Seiten Welt, 40 Seiten Berlin, als E-Paper oder auf echtem Papier – ich bin sehr gespannt, was Sie davon halten! Zur Anmeldung geht es hier.
Niederlande, Argentinien, Frankreich und England haben ihr Ticket fürs Viertelfinale der WM in Katar schon gelöst. Und Sie?

Mit Ihrem Tagesspiegel-Plus-Abo können Sie heute außerdem u.a. folgende Beiträge lesen:
+ Berlin will die Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 überwinden. Warum dieser Masterplan nicht gelingen wird, aber dennoch durchgezogen werden muss.
+ Ein teurer Rest von Leben: Vor fünf Jahren wurde Beate Flanz von einem Lkw überrollt – Stefan Jacobs hat sie besucht und beschreibt, wie sie sich heute durch ihren Alltag kämpft.
+ Die Macht der Scham: Warum Erröten hilfreich sein kann und was unsere Gefühle über unsere Persönlichkeit verraten – Teil 1 unserer Emotionen-Serie.
+ Wenn Überstunden zur Regel werden: Wer arbeitet wie viel und mit welchen Folgen? Eine Bestandsaufnahme.
+ Säuglinge in Gefahr: Wie Sie eine Infektion mit dem RS-Virus erkennen, was sofort zu tun ist und welche Behandlung hilft.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Der Krieg in der Ukraine geht in den zweiten Winter – hier die neuesten Nachrichten:
+++ Präsident Wolodymyr Selenskyj appellierte an die ukrainische Bevölkerung in seiner täglichen Videobotschaft: „Wir müssen alles tun, um diesen Winter zu überleben, egal wie hart er ist.“
+++ Die russische Regierung plant laut Insiderinformationen ein Handelsverbot mit Ländern, die sich an den von der EU verhängten Preisdeckel für Rohölexporte auf dem Seeweg halten.
+++ Der ukrainische Generalstaatsanwalt Andrij Kostin hat vor einer „drastischen Zunahme“ sexueller Gewalt durch russische Soldaten im Ukraine-Krieg gewarnt. Betroffen seien „alle Geschlechter und alle Altersklassen (...), Kinder ebenso wie Alte“, sagte Kostin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
„Derzeit durchschnittlich ca. fünf Monate“ dauert die Bearbeitung für Entschädigungsanträge nach dem Infektionsschutzgesetz, teilt die Berliner Finanzverwaltung Betroffenen per Mail mit –es zeigen sich hier klare Symptomeder Berliner Behördenkrankheit Long Consultatio.
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Online-Fachgespräch am 12. Dezember, von 14-16 Uhr: Endlager XY ungelöst – Die Suche geht weiter.
Die Endlager-Suche für hochradioaktiven Atommüll ist eine Mammutaufgabe – mit keinem anderen Großprojekt in Deutschland vergleichbar. Für die rund 1.900 Castoren ist noch kein dauerhaft sicherer Ort gefunden. Welche Schritte stehen wann an? Was sind die Kriterien? Wie wird die Öffentlichkeit beteiligt und wer entscheidet am Schluss?
Sie kennen sich mit Schlapphüten und Sonnenbrillen aus? Sie wissen, wie man Zeitungen an der richtigen Stelle mit Gucklöchern präpariert? Dann hätten wir hier was für Sie: Der Berliner Verfassungsschutz sucht ab sofort eine Mitarbeiterin (m/w/d) für die Beschaffung zur Durchführung offener und verdeckter Ermittlungen (auch im Außendienst).
Ein fehlerfreier „Fischers Fritz“ gelingt auf Anhieb ja nur wenigen (hier ein paar lustige Beispiele). Doch jetzt bietet die Arbeitsverwaltung ein Einstiegstraining an: Soeben stellte sie eine „frischgebackene Fischwirtin“ vor (hier zu sehen, bitte fünfmal so schnell wie möglich hintereinander sprechen). Wer oder was da gebacken wird, und ob es das auch gegrillt oder gegart gibt, klären wir noch. Fest steht jedenfalls, dass erstens die einen kleine Brötchen backen und der Senat eben frische Fischwirtinnen, und zweitens, dass Maria Thamm, nach neuer Rechtschreibung „frisch gebackene Fischwirtin“ und Tochter des berühmten „Müggelseefischers“, immer donnerstags am S-Bahnhof Köpenick frischen (und nicht nur gebackenen) Fisch verkauft. Ach ja, und falls Sie sich selbst frisch zur Fischwirtin (m/w/d) backen lassen möchten: Die Anmeldefrist für die Prüfung endet am 31. Januar 2023 (siehe dazu auch den CP vom 30.11.). Der Checkpoint wünscht Petra heil!
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East meets West in einem symphonischen Konzert, das zwei Kulturen vereint: Die Berliner Symphoniker begleiten unter der Leitung von Lio Kuokman die Star-Sopranistin Juliane Banse und renommierte Solisten aus China, die bekannte Werke deutscher und chinesischer Komponisten interpretieren.
Am 14. Dezember, 20 Uhr, in der Philharmonie Berlin.
Ticketkauf unter: karten@berliner-symphoniker.de undVorverkaufsstellen
Und noch ein Ranking: Bei einem europäischen Bahnhofsvergleich landet Berlin nach Zürich mit vier anderen Städten punktgleich auf Platz 2 – die pünktliche Ankunft und Abfahrt der Züge war allerdings kein Kriterium.
Apropos Zürich: Eine Schweizer Stiftung hat den legendären Hirschhof in Prenzlauer Berg vor dem Immobilienausverkauf bewahrt – der einstige Treffpunkt der DDR-Kulturszene wird jetzt von einer Genossenschaft übernommen.
Unter dem Motto „Baut uns Wohnungen“ sucht der Lichtenberger Baustadtrat Kevin Hönicke Geschichte von Menschen, die (Sie ahnen es sicher schon) Wohnungen suchen. Der Checkpoint konnte gestern einen ersten Blick auf die Einsendungen werfen. Das Ergebnis ist zwar erwartbar, aber doch erschütternd („durch die Straßen laufen und in die beleuchteten Fenster reinschauen, wie ein Tier, das auf der Jagd nach Nahrung ist, ständige Unruhe, weil man nicht weiß, was wird“) – vielleicht leitet SPD-Mitglied Hönicke die Schicksale ja mal eine Etage weiter nach oben an seinen Parteifreund und Bausenator Andres Geisel (weitere Einsendungen nimmt der Stadtrat unter kevin@hoenicke.berlin entgegen).
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zapf umzüge wünscht stressfreie Feiertage.
Und falls Sie dann das Weite suchen: Nutzen Sie die freie Zeit und planen Sie schon jetzt Ihren Umzug mit unserer Online-Preisanfrage. Oder vereinbaren Sie einen Termin mit dem zapf-Umzugsberater. Gern auch virtuell. TERMIN SICHERN
Bildungsschrott I: Die Bezirksämter Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg haben
die vorgeschriebenen Brandsicherheitsschauen in Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen nicht ordnungsgemäß durchgeführt – in 581 von 607 geprüften Bildungseinrichtungen wurde der Turnus nicht eingehalten, in 158 Bildungseinrichtungen gab es in den vergangenen zehn Jahren keine einzige Prüfung. (Q: Landesrechnungshof).
Bildungsschrott II: Das BA Mitte lässt die Rechnungen von Handwerkerleistungen an der Anna-Lindh-Schule liegen – die Folge: Die betroffenen Firmen lassen die Aufträge für Reparaturen liegen.Ein Patt auf Kosten der Kinder.
Versteigerte das Berliner Aktionshaus Villa Grisebach einen geklauten Kandinsky? Unsere Kollegin Ronja Merkel hat sich angeschaut, was dafür spricht und was dagegen – ihren Bericht können Sie hier lesen. Es kommentiert der Künstler selbst: „Die Kunst ist ein kompliziertes Phänomen.“
Der Berliner Florian Lennert arbeitet als Mobilitätsexperte an der utopischen Megacity „Neom“ in der Wüste Saudi-Arabiens mit. Für den Westen könnte das Projekt zum Albtraum werden – für die Bewohner der künstlichen Neun-Millionen-Stadt aber auch. Hier werfen Sie jedenfalls schon mal einen Blick in die Zukunft.
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Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller am 9.12. in der Urania:
„Manchmal hab ich mich vermisst“ – so beginnt jene 2021 erschienene mehrschichtige Collage, in der Müller Verstörendes gelingt: Sie verschränkt die Träume und Ängste im Verhör der Beamten mit der absurden Sprachwelt einer Lagerbürokratie. Im Gespräch soll der Genese dieser hochaktuellen Collagen nachgegangen werden, die zu mehr Mitmenschlichkeit auffordern.
In der aktuellen Folge unseres Checkpoint-Podcasts „Berliner & Pfannkuchen“ geht es um die Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten – für die niemand die Kosten übernehmen will. Behördensprecher Thilo Calbitz teilte uns dazu gestern Abend noch mit: Weder die Polizei noch die Innenverwaltung sehen sich in der Verantwortung, „Sicherheitsmaßnahmen baulicher oder technischer Art finanziell zu tragen“. Die Bezirke wollen damit erst recht nichts zu tun haben. Ob Sie dennoch mit ruhigem Gewissen Ihren Glühwein trinken können, erfahren Sie hier (Spoiler: nicht unbedingt und überall).
Amt, aber glücklich ist Checkpoint-Leserin Michaela Wintrich – sie schreibt: „Unser Sohn wurde am Samstag geboren. Am Montag haben wir alle Unterlagen für die Geburtsurkunde per Email eingereicht. Am nächsten Morgen bekamen wir einen Anruf aus dem Amt, die Dame beglückwünschte uns freundlich, hatte eine Rückfrage und sagte dann, dass die Urkunden damit von ihr ausgestellt werden und in die Post gehen. Freitag waren sie bei uns. Freundlich, entspannt, schnell – ich bin Fan von Standesamt Schöneberg!“
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Aus der Welt. Aus der Weltstadt: Mit dem neuen Tagesspiegel lesen Sie jetzt zwei Zeitungen in einer: 40 Seiten aus Berlin. 40 Seiten aus Deutschland und der Welt.
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Der krassesten TV-Rauswurf der Berliner Fernsehgeschichte ist bei Kurt Krömer zu sehen – das Ende seines qualvollen Gesprächs mit dem Comedian Faisal Kawusi, der u.a. rassistische Bemerkungen und Witze über Vergewaltigungsopfer macht: „Du erzählst nur Scheiße!“ „Und das heißt?“ „Dass du Dich jetzt verpissen kannst!“
Weil Kawusi sitzen blieb, verließ Krömer Minuten vor dem Ende seiner Sendung selbst den Raum.
Gewonnen! Sonnabend fragten wir, wie viele Zweitwohnungen in Berlin ausnahmsweise von der Steuer befreit sind. Von 93.000 Wohnungen sind es, Antwort c), fast 74.000. Hier lesen Sie es nach.
Zitat
„Ich freue mich, dass wir endlich im Abgeordnetenhaus sind. Das war schon immer mein Traum.“
Christian Specht, Initiator und Präsident des Berliner Behindertenparlaments, bei der Eröffnung der ersten Live-Sitzung am Wochenende. Senatsmitglieder und Abgeordnete hörten sich die Wünsche und Sorgen der 100 Teilnehmenden an und sagten Verbesserungen bei Barrierefreiheit und Inklusion zu.
Tweet des Tages
Ich mag ja Marzipankartoffeln, aber die Dinger zu pellen treibt mich fast in den Wahnsinn.
Stadtleben
Essen & Trinken – Fancy Happen hat das Happa! Seit Anfang November servieren die Köchinnen Sophie Hoffmann und Nina Petersen veganen Lunch im Wrangelkiez. Auf dem Menü stehen wenige, tägliche wechselnde Gerichte mit Zutaten aus der Region: Spätzle, Zitrussalat, Pastinakensuppe oder wie heute Lasagne (Lasagnemontag!). Jeden Freitagabend kredenzt das Lokal zudem schicke 5-Gänge-Menüs (49 Euro), die schon jetzt auf Wochen ausgebucht sind. Verständlich, denn zwischen den rosaroten Wänden und dem einfachem Holzmobiliar diniert es sich herrlich gemütlich – und auch noch fast abfallfrei, wie das Restaurant verspricht. Für Tickets zu den Dinnern hier geklickt, fürs Mittagessen ist keine Reservierung möglich. Mo-Do 12-15 Uhr, Fr 19-23 Uhr, Schlesische Straße 35a, U-Bhf Schlesisches Tor
Rausfahren – Für einen Baum ist es noch zu früh? Auf keinen Fall, sagt der Werderaner Tannenhof: Hier können sich Sportliche schon seit November ihren Weihnachtsbaum schlagen. Zwischen Weihnachtskitsch und Brandenburger Weite suchen Großstädter die Plantage ab, fällen die Lieblingstanne und bringen den Baum zum Spitzen und Einnetzen. Wer mag, bleibt noch zum Schlittschuhlauf – oder fährt zum Spaziergang zur Insel Werder. Preise nach Gewicht, 9-19 Uhr bis zum 23. Dezember, Lehniner Chaussee 19, 14542 Werder (Havel)
Karten sichern – Mütter und Töchter Berlins, vereinigt euch im Heimathafen! „Madre“ folgt einer erfolgreichen Agenturleiterin, der nur eines fehlt: eine Mutter. Als sie eine ältere Witwe mit kennenlernt, deren Rente nicht ausreicht, macht sie ihr ein Angebot – und die beiden gründen eine atypische Familie. Das humorige Stück der mallorquinischen Dramatikerin Marta Barceló ist noch bis Mitte Januar auf der Heimathafenbühne zu sehen. Karten erstehen Sie für 18,50 Euro hier – Mütter und Töchter, die zusammen kommen, zahlen nur 13 Euro pro Person. Wir haben 2x2 Tickets für die Vorstellung am 9. Dezember (19.30 Uhr) zu vergeben: Wer hinwill, schreibt uns eine Mail.
Last-Minute-Tickets – Hurra, Wochenanfang! Wen der Montag noch nicht zu Freudensprüngen motiviert hat, dem empfehlen wir einen Ausflug zu den Wühlmäusen: Im „Blauen Montag“ kommt in dem Kabaretttheater ein buntes Team aus Künstlern zusammen, das vom Leben in der Hauptstadt erzählt. Zur Dezemberausgabe heute Abend treten unter anderem der Pianist Stephan Graf von Bothmer, der Lesebühnenpoet Spider Krenzke und der queere A-cappella-Chor Rosa Cavaliere aufs Parkett. Durch den Abend führt Arnulf Rating, los geht’s um 20 Uhr. Letzte Tickets ergattern Sie ab 28 Euro unter diesem Link – oder beim Checkpoint: Wir verlosen 2x2 Plätze.
Grübelstoff – Wenn Gas und Strom gespart werden wollen, muss die Weihnachtsstimmung auswärts eingeholt werden. Doch blinkende Lichterketten lassen Ruhesuchende erschaudern: Besinnlich ist das nicht. Welcher Berliner Ort fängt die Weihnachtsidee am besten ein – fernab von Kitsch und Kommerz?
Ein Päckchen Berlin
Noch 19 Tage bis Weihnachten! Höchste Zeit, den Süßkramvorrat aufzustocken. Statt Lebkuchen und Schokolade (oder besser: obendrauf!) empfehlen wir Mandelgebäck: In der Linienstraße 141 formt Loti Pantón edelste Macarons, die zum Essen beinah zu schade sind. Simples Schokolade-Vanille-Erdbeer-Gebäck ist hier nicht zu finden, stattdessen erfindet der Laden jede Saison neue Sorten. Derzeit lockt die Weihnachtskollektion mit zwölf Macarons, mit dabei: Spekulatius-Eierlikör-Zitrone, Marzipan-Stollen und Raclette-Whiskey-Pekannuss. Eine Box mit der ganzen Sammlung ist für 32 Euro zu haben – oder für umme beim Checkpoint! Wer knabbern mag, schreibt an checkpoint@tagesspiegel.de.
(Bild: Naomi Fearn)
Berlin heute
Verkehr – S-Bahn: Wegen des hohen Krankenstands verkehren diverse Linien im längeren Takt. Ganz gestrichen werden die Linien S26 und S85. Alle Informationen finden Sie hier.
Unabhängig davon verkehrt auf der S1 in der Nacht ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Zehlendorf und Schöneberg (22-1.30 Uhr) sowie Birkenwerder und Oranienburg (23-1.30 Uhr).
Straßenverkehr: Tiergartentunnel (Tiergarten): Vollsperrung bis Freitag (18 Uhr).
Landsberger Allee (Marzahn): In Höhe der Landsberger-Allee-Brücken steht stadteinwärts nur ein Fahrstreifen zur Verfügung (ca. eine Woche).
Landsberger Allee (Lichtenberg): In Höhe Zechliner Straße ist die Fahrbahn auf eine Spur verengt (bis Freitag, je 9-15 Uhr).
Straße Alt-Tempelhof (Tempelhof): Zwischen Reinhardtstraße und Tempelhofer Damm ist in Richtung Germaniastraße nur ein Streifen verfügbar (bis 20. Dezember).
Hindenburgdamm (Steglitz): Auf dem Straßenzug Wolfensteindamm/Hindenburgdamm steht zwischen Birkbuschstraße und Klingsorstraße/Augustastraße in beiden Richtungen nur jeweils ein Fahrstreifen zur Verfügung. Die Anbindungen der Nebenstraßen Haydnstraße, Flotowstraße und Gelieustraße sind für den Kfz-Verkehr gesperrt (bis 2023).
Regionalverkehr: Auf der Linie RE3 fallen in den folgenden Nächten bis Donnerstagmorgen einige Züge zwischen Eberswalde Hbf und Berlin Hbf aus (21-4.45 Uhr). Bitte nutzen Sie die Busse zwischen Eberswalde Hbf und Bernau (b Berlin) sowie die S-Bahnen der Linie S2 zwischen Bernau (b Berlin) und Berlin Hbf.
Demonstration – Für heute sind 27 Demos angemeldet, u.a.
„Mehr Geld für gute Arbeit – Warnstreik der Beschäftigten der dgs (degewo-Gebäudeservice)“, 140 Teilnehmende, Verdi, Mehrower Allee 52 (7-16 Uhr)
„Wir wollen auf die Bodengesundheit aufmerksam machen“, 100 Personen, „Conscious Planet – Rette den Boden“, Pariser Platz (12-15 Uhr)
„Nieder mit der AfD, Nieder mit dem Faschismus“, 80 Menschen, Schloßstraße 38 (16.30-19 Uhr)
„Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung, Demokratie“, 60 Demonstrierende, Wilmersdorfer Straße bis Savignyplatz (18-20.30 Uhr)
„Deutschland in der Krise“, 50 Teilnehmende, AfD Bezirksverband Steglitz-Zehlendorf, Hermann-Ehlers-Platz (17-18.30 Uhr)
Gericht – Ein 42-Jähriger, der seine Ehefrau und deren damals 19-jährige Tochter in einem Streit mit einem Messer verletzt haben soll, kommt wegen versuchten Mordes auf die Anklagebank. Er soll aus Verärgerung über die von der Frau ausgesprochene Trennung gehandelt haben (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 217)
Berliner Gesellschaft
Geboren – „Hallo Neuberliner Erdenbürger Anton Leonard, sei herzlich willkommen und lerne im Regen tanzen! Glückwünsche an deine Eltern Julia und Philipp.“
Geburtstag – Marcus Eriksson (29), Basketballspieler bei Alba Berlin / Karl-Theodor zu Guttenberg (51), ehem. Politiker (CSU), heute Lobbyist und Unternehmensberater / Marion Kracht (60), Schauspielerin / Christof Loy (60), Opern- und Schauspielregisseur / Teoman Öztürk (55), ehem. Basketballspieler bei Alba Berlin / Notker Schweikhardt (62), für die Grünen im AGH / Daniel Wesener (47), Senator für Finanzen / „Den feurigen Zwillis aus der Ringbahnstraße alles Beste zum zweiten Schnapsgeburtstag! Ihr seid super!“
Nachträglich: Eva-Maria Maus (65), „Mit leichter Verspätung: Ganz liebe Grüße zum Geburtstag, Dein Fredi“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Marianne Baltzer, * 24. März 1935 / Eberhard Höpping, * 23. August 1941 / Norbert Paß, * 6. Mai 1950 / Silvia Sandow, * 11. Dezember 1927 / Detlef Zoëga, Ingenieurbüro IBB Zoëga + Danai
Stolperstein – Charlotte Sachs (Jg. 1896) lebte in der Helmstedter Straße 12 in Wilmersdorf. Am 24. August 1942 deportierten die Nazis die Lehrerin vom Anhalter Bahnhof ins Ghetto Theresienstadt. Heute vor 80 Jahren – am 4. Dezember 1942 – starb sie dort infolge von Unterernährung und mangelnder ärztlicher Versorgung. Als offiziellen Todesgrund gab das Ghetto eine Lungenentzündung sowie eine Herzschwäche an.
Encore
Zum Schluss heute noch ein schneller Blick auf unsere „Berliner Liste“ (ab sofort täglich auf den Checkpoint-Seiten im Tagesspiegel) … hier, der ist gut:
Kreuzberg, italienischer Weihnachtsmarkt. Ein Mann am Glühweinstand: „Wenn es gut läuft, dann werde ich wohl noch vor Weihnachten geschieden.“
Ok. Und wenn es schlecht läuft, dann sagen Sie uns doch bitte rechtzeitig Bescheid. Wir kommen gerne Heiligabend für eine fetzige Reportage vorbei.
Ganz anders, aber auch sehr gut lief es heute bei Lotte Buschenhagen (Stadtleben) und Florian Schwabe (Produktion). Morgen früh schaut hier Stefan Jacobs nach, was uns die Katze vor die Tür gelegt hat.
