das Land scheint unregierbar geworden, schon Mitte Oktober könnte es Neuwahlen geben. Es sei denn, die Gegner eines No-Deal-Brexit schaffen es heute, ihrem Premierminister eine weitere Fristverlängerung aufzuzwingen. Im Vergleich dazu geht es in Brandenburg und Sachsen fast gemütlich zu: Die Ministerpräsidenten äußern Freundlichkeiten über die Grünen, mit denen sie im Laufe der Woche wider Willen über Koalitionen reden werden. Dietmar Woidke erweitert im Tagesspiegel-Interview sein Wohlwollen auf den gerupften Herausforderer Ingo Senftleben: „Eine CDU-Schlachteplatte wäre kein schönes Bild.“ Substanziell ist nach dem Wahlsonntag sonst bisher wenig passiert, was auch der bundesweite Top-Trend auf Twitter zeigt: „Nazis“ wurde am späteren Montagabend durch „Brüste“ verdrängt.
Nach der Geschichte über den angeblichen Wahlbetrug bei der Kommunalwahl in Brandenburg im Mai (CP vom 24.8.) hat der Kreiswahlleiter von Oder-Spree nach dem Ausschlussprinzip ein Wahllokal in Fürstenwalde als einzig möglichen Tatort ermittelt – und bei einer Nachzählung festgestellt, dass keineswegs AfD-Stimmen den Grünen gutgeschrieben wurden. Genau das hatte ein Wahlhelfer dem Tagesspiegel berichtet und eidesstattlich versichert. Eine Wiederholung bei der Landtagswahl wäre dank Vieraugenprinzip ohnehin kaum denkbar gewesen. Die AfD hat auch in Fürstenwalde ganz regulär gewonnen, wie man auf dieser interaktiven Karte (für jeden Ort in Brandenburg) sehen kann.
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Natur trifft Architektur
VERTINO im Villenpark Potsdam-Groß Glienicke ist architektonisch ideal auf seine familienfreundliche Umgebung abgestimmt. Jede Doppelhaushälfte verfügt über ca. 173 m² Wohnfläche und 4 Zimmer plus Staffelgeschoss. Die großen Fenster und Terrassen lassen viel Licht ein. Der eigene Garten lädt zum Entspannen und gemütlichen Beisammensein ein.
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Tolle Kiste, der doppelte Panda-Nachwuchs im Zoo! Aber auch ein teures Vergnügen, wie die Bertelsmann-Stiftung und Tagesspiegel-Kolleginnen hochgerechnet haben: Zehn Mio. fürs Gehege, eine Mio. p.a. Leihgebühr für die Alttiere, 220.000 Euro fürs Futter, und nun bekommt China auch noch Geld für die Babys, die bisher übrigens ungefähr so niedlich sind wie Flaschenbürsten. Behalten darf der Berliner Zoo den Nachwuchs auch nicht unbegrenzt. Aber vielleicht dürfen wir wenigstens bei der Namenssuche mitmachen? Ach was, wir machen es einfach! Also: Mailen Sie Ihre Namensvorschläge bitte bis spätestens heute Abend an checkpoint@tagesspiegel.de, Betreff: Pandas. Zu gewinnen gibt es nichts, aber die Veröffentlichung morgen im CP ist gratis.
Tim Edler, Miterfinder und Vereinsvorstand des Flussbades am Spreekanal, verbrachte den Montagabend in rauer See: Beim „Salon im Theater“ im Coupé am Hohenzollerndamm sah er sich skeptischen Denkmalschützern und kritischem Publikum gegenüber. „80 Prozent der Zuhörer waren gegen das Flussbad“, berichtete Moderatorin Lea Rosh dem CP anschließend und bekannte sich selbst als Teil dieser Mehrheit. Hauptvorwürfe seien die nach 20 Jahren noch immer nicht bekannten Kosten und die Frage, warum Land und Bund schon mehr als zehn Mio. Euro Fördergeld – u.a. für eine große Freitreppe vor dem Humboldt Forum – bewilligt haben. Roshs Vermutung: Aus schlechtem Gewissen, weil es die öffentliche Hand selbst nicht hinbekommt, den Spreekanal sauber zu kriegen. Die Vorstellung, dass es einfach schön sein könnte, an einem Kanal mit Schilf zu flanieren und vor dem Schloss direkt am Wasser zu sitzen, war offenbar nicht mehrheitsfähig.
Das Thema Dieselfahrverbote ist immer für dicke Luft gut, zumal an der Stadtautobahn. Für den Trog am Kaiserdamm prognostiziert die Umweltverwaltung für 2020 ein Jahresmittel von bis zu 51 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft (auf Anfrage von Tino Schopf, SPD). Der Grenzwert liegt bei 40, aber Fahrverbote sollen trotzdem nicht angeordnet werden, weil dann die Kieze ringsum im Ausweichverkehr ersticken würden und eine Autobahnsperrung für Lieferverkehr womöglich EU-rechtswidrig wäre. Tempo 60 wurde ebenfalls verworfen, weil bei 80 km/h weniger Dreck entstehe. Was nun? Titan, hilf! Nicht in Gestalt von Bohlen, sondern als Beschichtung der Stützwand: Titandioxid wandelt NO2 in Nitrat um. Mit dem düngen wir dann die vom Abgas geschundenen Straßenbäume.
Am S-Bahnhof Schlachtensee war der Name gestern Programm, nachdem die S1 Richtung Wannsee unterbrochen wurde (gilt noch bis Donnerstagabend und auch für die S7 zwischen Westkreuz und Potsdam) und stattdessen nur hin und wieder ein Ersatzbus angebrummt kam. Laut Bahn hatten sich Fahrer krankgemeldet (Q: Abendschau). Ähnlich chaotisch ging es in den völlig überfüllten Regionalzügen zwischen Berlin und Potsdam zu, die viele Pendler stehen lassen mussten, wie CP-Leser C.-D. Sauer berichtet. Es kommentiert Verkehrssenatorin Regine Günther: „Wir möchten, dass die Menschen ihr Auto abschaffen.“ Falls auch Sie eine zuverlässige Alternative suchen: Samstag startet wieder die CP-Laufgruppe auf dem Tempelhofer Feld (11 Uhr, Neukölln, Eingang Herrfurthstr., wie gewohnt mit Getränken, Auto für die Klamotten und Lauftrainerin).
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Ein Jahrzehnt voller Helden und Schurken, voll unerhörter Sexskandale, literarischer Giganten und kleiner Ganoven. Es war einmal in Amerika: Christine Bovill präsentiert berauschende Lieder und Geschichten aus der Entstehungszeit des Jazz – samtig, rauchig und smart wie die preisgekrönte Stimme der Interpretin.
09. & 10. September |
BAR JEDER VERNUNFT
Im Juni hatte Tagesspiegel-Leser Wolf-Dietrich B. es satt, täglich um die Lieferwagen und Bundestagslimousinen zu kurven, die vor den Augen der Wachpolizisten an der Französischen Botschaft in der Wilhelmstraße die Radspur blockierten. Ein angesprochener Objektschützer erklärte sich für unzuständig, der andere drehte sich demonstrativ weg. Auf eine Mail hin an die Beschwerdestelle der Polizeidirektion 3 passierte erst lange nichts, aber kürzlich kam ein freundlicher Rückruf: Die Kritik sei berechtigt und die Objektschützer könnten jederzeit verantwortliche Beamte informieren. Man habe die Sache mit den Beteiligten besprochen – was augenscheinlich stimmt, denn „inzwischen stehen kaum noch Fahrzeuge an dieser Stelle“, schreibt Herr B. zufrieden.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Anders als zunächst im Amtsblatt und deshalb gestern auch im CP behauptet, muss der/die/das Bauleiter*in Kanalsanierung bei den Wasserbetrieben keineswegs männlich sein („das stimmt so natürlich nicht“, schreibt das Beschwerdemanagement der BWB), sondern m/w/d. Zum Beweis hing an der Mail das pdf der Ausschreibung, das übrigens vom 22. August stammt und am Montag um 9.51 Uhr geändert wurde, wie eine exklusive CP-Rechtsklick-Recherche ergab. Fünf Minuten später ging die Mail an den Tagesspiegel raus. Zufälle gibt’s, das glaubt man gar nicht!
Mehr als 200 Berliner Arbeitgeber haben sich mit dem vor allem von Regiermeister Michael Müller forcierten solidarischen Grundeinkommen solidarisiert. Dadurch stehen laut Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) 1800 Stellen zur Verfügung. Theoretisch jedenfalls, denn finanziert werden zunächst 1000. Von dem Modellprojekt sollen sowohl Langzeitarbeitslose profitieren als auch die Stadtgesellschaft, für die sie dann arbeiten.
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Die „eine“ Zukunft gibt es nicht.
So viele Menschen auf dieser Erde von morgen und übermorgen träumen, so viele mögliche Zukünfte sind denkbar. Mit unseren Entscheidungen in der Gegenwart stellen wir die Weichen für die eine oder die andere Zukunft.
Wie wollen wir leben? – Noch 2 Tage bis zur Futurium Eröffnung!
futurium.de
Anders als zu Mauerzeiten verfügt Berlin über keine eigenen Lebensmittelreserven, sondern müsste im Fall einer größeren Katastrophe auf Vorräte des Bundes zurückgreifen (Q: Innenverwaltung auf Anfrage Marcel Luthe, FDP). Lokal im Angebot sind lediglich 680.000 Einheiten eines Grippe-Medikaments und 1,2 Millionen Kaliumiodidtabletten für den Fall, dass der Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums am Wannsee vor oder bei seiner Demontage (ab 2020) überreagiert.
Reinickendorf kommt – zumindest verwaltungstechnisch: Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) hat gestern die neuen Azubis des Bezirksamts begrüßt. Genauer gesagt: die 20 Besten aus insgesamt 966 Bewerbungen. Kein Wunder, dass Industrie und Handwerk über Fachkräftemangel klagen, wenn alle ins BA Reinickendorf wollen. Mehr dazu morgen im Bezirksnewsletter von Gerd Appenzeller.
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Tagesspiegel IFA-Gewinnspiel
Hinter der heutigen Gewinnspieltür versteckt sich ein Muss für alle Mode-Fans. Gewinnen Sie mit etwas Glück einen Fashion-Gutschein inklusive Einladung zur Modenschau im Galeries Lafayette Berlin. Eine komplette Übersicht aller Preise finden Sie hier.
An diesem Dienstag übergibt – mit Wissenschaftsregiermeister Michael Müller als Gastredner – Charité-Chef Karl Max Einhäupl den Sanikasten an seinen Nachfolger Heyo Kroemer. Der übernimmt nach elf Einhäupl-Jahren einen der hellsten Leuchttürme, die wir in Berlin so haben. In diesem Sinne: Alles Gute! Gesundheit ist ja das Allerwichtigste.
Der Zwerg groovt und der Froschkönig ist einfach zauberhaft: Der Kleingartenverein Heinersdorf wurde Montagabend mit dem Berliner Naturschutzpreis ausgezeichnet – für herausragende Verdienste für Artenvielfalt, Klima und Stadtgesellschaft. Einen Ehrenpreis erhielt der 82-jährige Otto Bardella aus Rahnsdorf, der nicht nur die besonderen Bäume um seinen Kiez kennt und hegt, sondern auch „den ältesten Amphibienschutzzaun Berlins“ instand hält, wie die Stiftung Naturschutz mitteilt, die den Preis verleiht.
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Das Creative Bureaucracy Festival feiert zum zweiten Mal die besten Ideen für das Gemeinwohl und die Menschen, die sich dafür einsetzen – vom Erzieher bis zur Ministerin, von Rio de Janeiro bis Neukölln. Die interessantesten Innovatoren und ihre Lösungen: 20. und 21. September 2019 in der Humboldt-Universität zu Berlin. Jetzt Tickets sichern.
Während in Berlin der Regiermeister mit dem Wunsch nach einem 365-Euro-Jahresticket um die Ecke kommt, drängen die Brandenburger Verkehrsunternehmen im Verbund VBB auf eine kräftige Fahrpreiserhöhung zum Jahreswechsel, um über die Runden zu kommen. 4,7 Prozent sollen es laut „Berliner Zeitung“ sein. Wobei keine Pflicht besteht, dabei auch die Stammkunden zu schröpfen, die sich in immer volleren Bussen und Bahnen drängen. Die Benzinpreise befinden sich aktuell übrigens auf dem Niveau von 2007.
Die S-Bahn hat ihre Pünktlichkeit in diesem Jahr auf 96,3 Prozent gesteigert. Wahrscheinlich ist in dieser Statistik auch der extrem verfrühte Zug enthalten, der gestern am Südkreuz aufs Startsignal zu warten schien.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Guten Morgen erstmal! Ich weiß ja nicht, wie lange Sie Zeit haben. Ich werde auch fürs Rumstehen bezahlt. Deshalb mein Vorschlag: Türbereiche freimachen! Sie wollen doch vorankommen.“
Gehört im M29er von CP-Leser Hartmut M.
Tweet des Tages
Durchsage am Flughafen Tegel: Ihr Flug verspätet sich um 2 Stunden. Operative Gründe, die wir hier nicht nennen können. Dit is Berliner Uffklärung.
Stadtleben
Essen – Ne Currywurst schnell auf die Hand? Nicht im Ketch'up 35, hier können Sie es sich gemütlich machen. Das Ambiente der Currywurstbude in Britz erinnert an eine Berghütte: Holzvertäfelte Wände, Stehtische mit Blümchen und davor ein kleiner Biergarten. Die Speisekarte bietet neben Currywurst und Pommes koreanisches Kimchi und Schaschlik mit Rinderleber. Betreiber Michael Kemmet hat schon als kleiner Junge seinem Onkel Otto beim Braten über die Schulter geschaut – damals noch in einer einfachen Blechhütte vor dem Rathaus Neukölln. Gradestraße 35, U-Bhf Blaschkoallee, Mo-Fr 9-1 Uhr, Sa 10-1 Uhr, So 11-24 Uhr
Trinken – Whiskey ist längst kein Alt-Herren-Drink mehr, sondern schmeckt auch Hipstern in Neukölln. Im TiER in der Weserstraße gibt es den in ausgefallenen Kombinationen: Zum Beispiel mit einer Krone aus süßem Lavendelschaum, der sich im Mund mit dem herben Whiskey-Aroma mischt. Die Barkeeper mixen die Cocktails, die es auch mit Rum, Wodka und allen anderen Spirituosen gibt, hinter einer wuchtigen Bar aus dunklem Holz. Die Luft ist rauchig, das Licht gedimmt. Besser unter der Woche kommen, am Wochenende ist es oft so voll, dass eine rote Ampel an der Tür den Eingang verwehrt. Weserstraße 42, U-Bhf Karl-Marx-Straße, Mo-So 19-2 Uhr
Berlinbesuch – Der Sommer ist dabei, sich zu verabschieden, für Minigolf-Fans brechen harte Zeiten an. Oder doch nicht? Unter dem Görlitzer Park liegt eine Schwarzlicht-Minigolfanlage. Es ist dunkel, die Bahnen leuchten in Neonfarben. Gar nicht so einfach, die Löcher zu treffen. Der Gewinner kann zum Trost ein Bier im Café über der Anlage ausgeben – im Tageslicht. Eine Runde Schwarzlicht-Minigolf kostet 7,50 Euro. Görlitzer Straße 1, U-Bhf Görlitzer Park, Mo-Do 14-22 Uhr, Fr 14-24 Uhr, Sa 10-24 Uhr, So 10-22 Uhr
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Der Tagesspiegel BERLINER – KUNST mit: Johanna Jaskowska, Selam X, Jimmie Durham, Nasan Tur, Philipp Grütering, Shirin David, Rudolf Zwirner, Monica Bonvicini, Max Rieger, Simon Fujiwara, Alexandra Bircken, Miriam Jonas, Jakob Ganslmeier, Okka Esther Hungerbühler, Johanna Dumet und Dr. Om
Am 7. September im Tagesspiegel
Geschenk – Dederon, das war zu DDR-Zeiten der Markenname für die Kunstfaser, die in den USA Nylon und in der BRD Perlon hieß. Bis heute werden daraus vor allem Kittelschürzen gemacht. Aus den Stoffresten schneidert die Betreiberin von Dederon-Design, Melanie Thamm, bunte Stoffbeutel. Daneben verkauft sie originale Produkte aus der DDR. Muskauer Straße 45, U-Bhf Schlesisches Tor, Di-Do 14-18 Uhr, Fr 12-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr
Last-Minute-Tickets – So zart wie der schwedische Singer-Songwriter Jose Gonzales zupft sonst kaum jemand die Gitarre. Dazu singt er mit ruhiger Stimme Texte, die wie Gedichte klingen. Das Konzerthaus Berlin, wo er heute Abend auftritt, findet: So kann Klassik im 21. Jahrhundert klingen. Eigentlich sind die Tickets immer schnell ausverkauft, aber für heute Abend gibt es noch freie Sitzplätze im Chorbalkon, also hinter der Bühne. Los geht es um 20 Uhr im großen Saal auf dem Gendarmenmarkt, die Tickets kosten 19 Euro. U-Bhf Stadtmitte
Noch hingehen – Die Emil-Nolde-Ausstellung im Hamburger Bahnhof ist nur noch bis 15. September zu sehen. Es geht um die Rolle des Künstlers im Nationalsozialismus: Einerseits galt Noldes Kunst im Dritten Reich als entartet, andererseits war der Maler überzeugter Nationalsozialist und Mitglied der NSDAP. Mit dieser ambivalenten Rolle beschäftigt sich die Ausstellung und präsentiert bisher nicht gezeigte Werke, die Nolde heimlich während seines Berufsverbots gemalt haben soll. Invalidenstraße 50, S-Bhf Hauptbahnhof, Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Eintritt 8/4 Euro
Das Stadtleben heute von: Julia Weiss.
Berlin heute
Verkehr – In Mitte ist die Universitätsstraße zwischen Unter den Linden und Dorotheenstraße ab 6 Uhr bis Mittwochabend in beiden Richtungen gesperrt, Fuß- und Radverkehr sind nicht betroffen. Herbert Grönemeyer spielt in der Waldbühne auf, die Heerstraße in Westend ist daher von 17.30 Uhr an stark befahren. Am Falkenhagener Feld wird bis Anfang Oktober die Fahrbahn Am Kiesteich saniert. Die Straße ist in Richtung Klosterbuschweg zwischen Falkenseer Chaussee und Im Spektefeld gesperrt.
Demonstration – Von 13 bis 16 Uhr versammeln sich etwa 500 Menschen vor der irakischen Botschaft in Dahlem, um gegen die Unterdrückung der Jesiden im Irak zu demonstrieren. Gegen die AfD protestiert das Bündnis #noafd am Jungfernstieg in Zehlendorf mit etwa 50 Teilnehmern (19 bis 21.30 Uhr).
Zu Gast ist der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi.
Gericht – Nach einem beinahe tödlichen Streit in einer Küche in einem Restaurant in Mitte kommt ein 51-Jähriger auf die Anklagebank. Er soll in einem Streit ein Küchenbeil ergriffen und mindestens zwei Mal auf den Kopf eines 51-jährigen Kollegen eingeschlagen haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 537).
Berliner Gesellschaft
Personalie – Gerd Appenzeller, Berater der Tagesspiegel-Chefredaktion, und Lorenz Maroldt, Chef-Checkpointer und Chefredakteur des Tagesspiegels, feiern ihr 25-jähriges Dienstjubiläum im Haus – Team Checkpoint gratuliert ganz herzlich!
Geburtstag – Christoph Bertram (82), Journalist und Experte für Außenpolitik / Jérôme Boateng (31), Profi-Fußballer / Peter Fox (48) Hip-Hop-Musiker und Frontman der Band Seeed / Jutta Homann (50), „hab einen wunderbaren Start ins neue Lebensjahrzehnt!” / Volker Kauder (70 ), MdB für die CDU / „Zum 11. Geburtstag für Paula Lewer alles Gute und Liebe von Oma Ilse und Opa Lothar“ / Axel Meier (71), „Frankreichliebhaber, Radfahrer und guter Freund. Einen schönen Tag, lieber Axel, wo immer Du gerade bist“ / Thomas Ostermeier (51), Regisseur an der Schaubühne / Dagmar Schipanski (76), Physikerin und Professorin für Elektronik / Anna Voy Kunith (40), Schauspielerin / Simone von Zglinicki (68), Schauspielerin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Gunter Klietsch, * 23. April 1933 / Hans Mildenberger, * 8. Mai 1932 / Heinz-Harald Roos, * 25. April 1944
Stolperstein – Stefanie Schäfer (Jhg. 1924) lebte bis Ende der 30er Jahre in der Paulsbornerstraße 93 in Wilmersdorf, bevor sie mit ihrer Mutter in die Niederlande flüchtete. Dort wurde sie nach der Besetzung des Landes durch die Wehrmacht im Lager Westerbork interniert und später nach Auschwitz deportiert, wo die Nazis sie heute vor 76 Jahren ermordeten.
Encore
Mit der AfD muss man nicht nur rechnen, sondern auch rechnen üben: René Jentzsch, Vizechef der Alternativen Mittelfranken, twitterte einen Glückwunsch an die Kameraden in Brandenburg und Sachsen mit der Anmerkung, die AfD sei „die stärkste Kraft“. Möglich wurde diese exklusive Nachricht durch Addition der Ergebnisse: 27,5% + 23,5% = 51,0%. Angesichts einer Wahlbeteiligung von fast 130 Prozent wäre vielleicht noch mehr drin gewesen, nicht nur im Promillebereich. Fürs nächste Schatzmeister-Seminar der auf Jentzschs Homepage verlinkten „AfD-Bayernakademie“ sind übrigens noch Plätze frei. CP-Servicehinweis: Pünktliche Anreise wird empfohlen, da Modul 1 mit „Grundlagen der Buchführung“ beginnt. Laut dpa waren übrigens im August 75,2 Prozent der DB-Fernzüge pünktlich. Durch den Einsatz von 25 Prozent mehr Zügen könnten Verspätungen bald Geschichte sein. Die Chancen dafür stehen 100:100.
Kommen Sie korrekt durch den Tag. Mit dem Checkpoint ist morgen früh wieder zu rechnen. Bis dahin,
