wenn eine Kollegin den Job wechselt, möchte das Team ihr eine bleibende Erinnerung mit auf den Weg geben. So lautet das Checki-Gesetz und so schreibt es auch das Internetportal „herbstlust.de“, das Tipps für gelungene Abschiedskartenformulierungen präsentiert. „Denken Sie zunächst einmal darüber nach, was Ihnen der Kollege bedeutet, was seine Stärken sind und was Sie Besonderes mit ihm erlebt haben. Dann werden Ihnen gute Gedanken einfallen“, heißt es da. Und weiter: „Die wichtigsten Inhaltspunkte sind a) der Dank für die gute Zusammenarbeit und b) die guten Wünsche für die Zukunft“.
Weil die „richtigen Worte“ oft fehlen, empfiehlt „herbstlust.de“ sich über den ersten Satz hinwegzuhelfen, indem man mit einem passenden Spruch oder Zitat beginnt. In diesem Sinne: „Es heißt, jeder sei ersetzbar. Das mag für Kugelschreiber stimmen, aber nicht für Menschen.“ Liebste Nadine, wir bedanken uns an dieser Stelle für die Zusammenarbeit und wünschen eine glänzende und glitzernde Zukunft! Du wirst fehlen. An allen Ecken, Enden, Anfängen, Rundungen und sowieso immer. Statt einer Grußkarte gibt’s zum Abschied keine Karte sondern den weltweit ersten personalisierte Checki. Für das beste Multitalent! Von Herzen.
Nadine (N) und Anke (A), ein Checkilett in mehreren Akten.
I) 06/02/2019 (erste Kontaktaufnahme)
N: Liebe Anke, wie sieht‘s denn bei dir am kommenden Montag aus mit CP, kannst du schreiben? Wir suchen verzweifelt und keiner sonst kann... LG Nadine
A: Liebe Nadine, habe mein Privatleben umorganisiert und kann das ausnahmsweise am Montag machen. Ich nehme Ruhm, Ehre und viel Champagner ab sofort in Empfang
N: UND Liebe <3 Danke dir!
Heartbreaking News: Berlins letzte funktionierende Verwaltung weg! Es hatte sie gegeben – der Checkpoint hatte aus reiner Bescheidenheit nur nicht darüber berichtet: Berlins bestens funktionierende Verwaltung. Nicht nur verlässlich, sondern gleichzeitig blitzschnell; nicht bürokratisch, sondern mit Herz für die Hilfesuchenden; nicht nur mit großem Verstand, sondern dazu mit großem Verständnis bei der Sache, wenn es darum ging, Fehler zu suchen und Probleme zu lösen. Und obendrauf, wo andere Berliner Verwaltungen es inzwischen nicht einmal mehr hinbekommen, sich bei diesem Gedanken ein erschöpftes Lächeln abzuringen, arbeitete unsere nicht nur längst digitalisiert, sondern auch innovativ bis disruptiv. An ihrer Spitze: Nadine, die das alles schaffte und Berlin so zeigte, dass es sehr wohl geht. Das deutete sich schon im Namen an. Denn Nadine, laut Wikipedia eine französische Ableitung des russischen Vornamens Nadeschda, steht für „Hoffnung“. (Cristina Marina)
II) 16/12/2019
A: Jo. Wann geht‘s später los?
N: 18 Uhr gibt‘s Sekt, 18.30 Uhr Essen. Und um 19 Uhr spielst du Weihnachtslieder.
A: Auf der Blockföte?
N: Auf der nasenflöte. Und ich tanze limbo drunter her
A: <3
...
A: Im Ernst? Will Lorenz Musik machen? Ich hab nix dabei.
N: Nein. Joke
...
Schnitt, 22.45: *Laaaaaast Christmas....*
Ein Checkpoint zu Nadine? Tsssss, schwierig. Keine der klassischen Checkpoint-Rubriken passt schließlich so richtig zu Nadine. Marode Schulen? Von wegen. Nadines Einweisung ins Stadtleben-Schreiben ging jedenfalls so reibungslos wie nur was. Mathe mit dem Checkpoint? Fehlanzeige. Bei den Zahlen hatte Nadine schließlich den besseren Überblick als ich, wenn sie mich jeden Monat erneut erinnert hat, doch endlich meine Pauschalistinnen-Rechnung zu schicken. Behörden-Ping-Pong? Auch nicht, alle Fragen wurden von Nadine stets fürsorglichst beantwortet. Am ehesten vielleicht noch „Amt, aber glücklich“: Denn von wem kam der entscheidende Hinweis, um wieviel Uhr man mit höchster Wahrscheinlichkeit Bürgeramtstermine ergattert? Na also, von Nadine natürlich. (Teresa Roelcke)
III) 02/06/2020
N: 10/10.30 Uhr Abfahrt bei euch. Juti? Früher? Später? Schätze, die ganze
Aktion dauert dann so bis 15 Uhr mit Hin- und Rückfahrt und Puffer. Eher
kürzer. (19.30 Uhr waren wir daheim, Anm. d. Red.)
A: jipiiiieh!
N: (Hüpfendes Dings)
N: versuche gerade noch, ein E-Motorboot klarzumachen statt Floß, wegen
Umwelt und so
A: Floß is aber auch geil
N: (Freudentränen) Willse lieber Floß?
A: wie sehen die e-Boote aus?
N: (Link). Das zweite. Die sehen ein bisschen easier aus
A: Ich mag das Floß
„Niemals bei Schaumkronen über den Großen Müggelsee!“ So sagen es eine alte Weisheit im Berliner Südosten und ein schriftlicher Hinweis in dem gemieteten Solarkatamaran, in dem Nadine Voß bei Schaumkronen über den Großen Müggelsee schaukelt, dass die Kufe kracht. Man hätte umkehren können, nachdem alle Inseln in Spree und Dahme gecheckt waren. Aber umkehren ist für Weicheier, Warmduscher und Warnhinweisleser, nicht für Nadine. Sie muss da durch. Das Ufer in weiter Ferne, der Gegenwind garstig, die Gischt giftig - und Nadine glücklich, weil endlich Action ist. Schlecht für die Crew, wenn solche Leute von Bord gehen.“ (Stefan Jacobs)
IV) 17/07/2020
N: Ciao Bella! Ich hoffe du hattest einen guten Urlaub!! Hier kommt gleich
die erste nervige Frage von mir: Kannst du deinen 13.8. gegen Lorenz'
12.8. tauschen? :=
A: Hallo liebste Sardine! Mittwochs nur im absoluten Notfall, da hab ich
Tennis. Also wenn noch jemand anderes...
N: Julius antwortet nicht auf meine Nachrichten, ich werde ihn nochmal
penetrieren.
Kann man das sagen, ohne sexuellen Kontext?
Sonst vergiss es bitte direkt
A: nope. das funktioniert rein sexuell
N: hoppala.
A: Ich sag‘s keinem. außer Bruno
N: Ogott, nacher nennt er mich demnächst statt Sardine „Penetrinchen“
oder so
A: auch niedlich
N: Penetration erfolgreich, anfrage hat sich erledigt
A: Glückwunsch
Bölkstoff gab es zunächst nur als fiktive Biermarke in den Geschichten um die Comicfigur Nadine (Episoden: „Nadine - volles Rooää“, „Nadine - das muss kesseln“, „Nadine - gekotzt wird später“). Nach einem lauen Sommerabend auf der Spree wurde aus dem ominösen Alkoholmythos endlich Realität: Der Bölkstoff schafft es erstmals in den Checkpoint. Denn nur was dort steht, das weiß jeder, das stimmt auch. Es ist Nadine und ihrer wunderbaren Wettlust zu verdanken, dass die Berliner erfuhren von den fünf B fürs Impfen: Bouletten, beste Rostbratwurst, Barbierbesuche, Bölkstoff und Berliner Bölkstoff. Und einem Termin mit Nora Tschirner, auf dem erst Bölkstoff und dann, ähm, Blökstoff serviert wurde – und zwar von Impfgegnern. Hatte damals versprochen, das Wort aus meinen Gedanken zu streichen. Für Nadines Abschied muss natürlich eine Ausnahme gemacht werden. Da braucht's wirklich keine Umfrage für. Mach's gut, Nadine – gekotzt wird später! PS: Es sind noch 15 Euro Wettschulden offen. (Julius Betschka)
V) 07/12/2020
N: Yo AnkiPopanke. hast du n klavier zuhause?
A: E-Piano. Why?
N: lorenz AKH und ich bilden am Dienstag ein miserables Saiten-Zupf-Trio
zu „Last Christmas“ und würden uns freuen, wenn du die Peinlichkeit
durch eine virtuose Begleitung abschwächst
A: Neee, das guck ich mir lieber mit einer Tasse Glühwein an.
N: Boah, NE Anke, du musst eh mitsingen.
A: Tonart?
N: Keine Ahnung
A: Du Vollprofi.
N: Und ich kann auch kein Schlagmuster.
A: Das wird der Oberknüller. Ich sag Bruno er soll die Glocken spielen.
Wann geht’s los?
N: 19 Uhr. Aber das Lied kommt erst, wenn ich besoffen bin.
A: Dann musst du vorglühen. Das Kind muss ins Bett.
N: Na gut. Ich setz mich um 18 Uhr ran und bin 19 Uhr volltrunken am
Start. Feliz Navidad krieg ich auch noch hin.
Das ganze Leben ist ein Film. Und Nadine Voß sitzt immer gerne im Kino. Bei der Einführung der Checkpoint-Kinogruppe haben wir gar nicht in die Röhre, sondern ganz schön auf die Leinwand geguckt. Und getalkt. Und gelacht. Und später an der Bar weitergemacht. So begann eine kleine, feine Tradition. Und auch wenn zwischendurch die Rollen wechselten, so waren wir doch nie von der Rolle. Ich wünsche woanders ein Happy End! Und ich grüße Sie! (Robert Ide)
VI) 22/02/2021
N: Und die wichtigste frage des tages: möchtest du eine umfrage machen?
A: ich möchte so vieles, doch ich kann ja nichts
VII) 11/08/2021
A: Naaaaaaaaain!!!!! :gebrochenesherz:
VIII) 20/09/2021
A: wie findeste das: Haben Sie schon gewählt?
Ja, meine Stimme ist längst im Kasten / Nein, live ist's am Schönsten
N: ja supi. schreibt man am schönsten klein oder groß?
A: klein natürlich! danke
N: lom und akh sagten groß. :freudentränen: jetzt umschwung auf klein
A: Link Duden „Superlative mit am, nach denen man mit wie? fragen kann,
schreibt man klein <§ 58 (2)›. (In diesen Fällen ist am nicht zu an
dem auflösbar.)
N: haha ja, hat lorenz gerade auf referiert, die sache mit dem „wie“. Gut,
dass wir beim Leitmedium arbeiten
A: solange sich alle einig sind
Berliner Schnuppen
Telegramm
Nadine und der Checki und die Tiere – eine Liebesgeschichte (T+)
Nadine Voß – 15. Apr. 2020 14:55 Uhr
darf ich dann über kleine tiere berichten? ich hab ja schließlich auch eine eigene agenda
Nadine Voß – 15. Apr. 2020 14:57 Uhr
Die Sprecherin für kleine Tiere berichtet: „Füchse, Faxen, Sensationen! Schauen Sie sich diese kleinen süßen Fuchsbabies an! Never more niedlich“ Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an nadinelovesanimals@hotmail.com

Nadine Voß –17. Apr. 2020 13:20 Uhr
„Die Sprecherin für kleine Tiere kommentiert“

Nadine Voß – 22. Apr. 2020 16:32 Uhr
Die Sprecherin für kleine, behinderte, benachteiligte und junge Tiere sowie für Fassaden und Hinterhöfe kommentiert: Donnerstag ist Kinotag! Nachdem das Fassadenkino „Window Flicks“ letzten Samstag Premiere feierte und eine Hinterhofwand in Prenzlauer Berg in den „Himmel über Berlin“ verwandelte (CP vom 20.04.), flimmert das Projekt zur Unterstützung der Berliner Programmkinos ab jetzt immer donnerstags und samstags über die Fassaden der Stadt. „Loving Vincent“ oder „The Artist“ in Ihrem eigenen Hinterhof sehen und dazu stilecht mit der Tüte der „Popkornditorei Knalle“ knistern? Alle Infos zu Projekt und Teilnahme gibt’s hier.

Nadine Voß – 19. Apr. 2021 11:06 Uhr
die grünen und ich arbeiten ja eng zusammen, wegen der tiere

Nadine Voß – 19. Jan. 2021 15:39 Uhr
die sprecherin für kleine tiere
dass diese auch eine expertin für kleine tiere, versteht sich von selbst
anders könnte sie gar nicht den harten anforderungen der branche gerecht werden

Nadine Voß – 23. März 2021 09:30 Uhr
Ich bin ab sofort Sprecherin für kleine, geistig und körperlich beeinträchtigte Tiere und Schwarzfahrer:innen

Nadine Voß – 23. März 2021 09:32 Uhr
Ich bin ab sofort Sprecherin für kleine, geistig und körperlich beeinträchtigte Tiere und Menschen, die sich aus ideologischen oder ökonomischen Gründen kein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr kaufen

Nadine Voß – 5. Juli 2021 14:22 Uhr
krass die vielen tiere im dienstplan
viele tiere und ein robert
Nadine Voß – 16. Dez. 2021 13:33 Uhr
ist gut
und vlt noch was reales?
ich überlege wer mir immer eine freude macht
oder ein tier
ein richtiges
beverly
die ist eigentlich meine berlinerin des jahres
Nadine Voß – 28. Jan. 20022 12:23 Uhr
ich bin doch pressesprecherin für kleine ud behinderte tiere als freelancerin
Zitat
„Ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie diesen Weg mitgetragen haben in den letzten Jahren und ich bitte Sie, weiter für unsere Stadt zu brennen, weiter sich für unsere Stadt zu engagieren.“
Ex-Berlin-Chef Michael Müller (Q: hier)
Tweet des Tages
Tschüß Nadine! Bisganzbald!
Stadtleben
Essen – Für unverwechselbares Nadiner Flair müssen sich Stadtschwärmer nur wenige Schritte vor ihre Haustüren wagen! Die angestammte Kiez-Dönerbude mag auf den ersten Blick kaum Voss'sche Züge tragen – doch wer näher hinsieht, weiß: Berliner Witz und heiter-flotte Aufmunterung ist beiden zu eigen. Wie Nadine ist auch der Hausdönermann stets für seine Stammkundschaft da, Prä-Kebab-Sorgen weilen höchstens Minuten. Zieht der Stammdöner um, ist Haushaltstrauer angesagt – wenn uns das nicht bekannt vorkommt? Alles Liebe, Nadine! (Lotte Buschenhagen)
Fischen – Es muss ja nicht gleich Sardinien sein (obwohl das passenderweise eine Insel ist). Wer die sympathischsten aller Kleinstfische von all ihren Seiten kennenlernen möchte, muss natürlich nach Schöneberg reisen, einmal den Berg runter in die Grunewaldstraße 79. Hier gibt es (kein Witz!) die Sardinen-Bar, in der einst ein frisch Geborenes zum ersten Ausflug mitgenommen wurde (kein Witz!). Hier bist du ausnahmsweise nur eine unter vielen – etwas, das dir sonst niemals passiert. Doch da die anderen in ihren Büchsen bleiben, stichst du wie immer fröhlich heraus. Und mal ehrlich: Kann es je genug Sardinchen geben? Ich lad dich ein! (Anke Myrrhe)
Anstoßen – Wie eine Cocktail-Connaisseuse, der es besonders auf die Ausgewogenheit der einzelnen Spirituosen ankommt, stimmt die Truffle Pig Bar alle Getränke harmonisch aufeinander ab. Im versteckten Hinterzimmer des Kauz & Kiebitz an der Seite des Barchefs klügelt die Gästin in der Neuköllner Speakeasy-Bar wie ein Trüffelschwein originelle Kreationen für alle Geschmacksknospen aus. Mi-Sa 20-2 Uhr, Reuterstraße 47 (Sophie Rosenfeld)
Berlinbesuch – „Nadine“, die ikonische Krimikomödie von 1987, kommt in diesem Jahr erneut in die Berliner Kinos – allerdings ist noch ungewiss, wann und wo genau. Über das Meisterwerk schrieb Roger Ebert seinerzeit, die Hauptdarstellerin sei „unbezähmbar“ und „zielstrebig“und habe außerdem „ein großes Herz“. Auch Szenen, in denen es eigentlich nicht viel zu lachen gebe, meistere die Grande Dame des Charakterfachs problemlos – und ringe ihnen Witz und Unterhaltung ab. Wir freuen uns sehr über die Reprise des bahnbrechenden Filmklassikers – und auf ein baldiges Wiedersehen mit „Nadine“. (Kathrin Maurer)
Karten sichern – Lange galt sie als Geheimtipp, doch mit den Jahren hat sich die Rixdorferin Nadine Voß in das Herz ihres Publikums musiziert. Sie gilt als eine Virtuosin des Nasenflötens. Legendär ist ihre Adventsguerilla im Kürbiskostüm vor dem Rathaus Neukölln. Das Konzert im Februar musste von der Bar Kleinod nur zwei Tage nach Vorverkaufsbeginn hochverlegt werden. Also: Schnell sein und Karten für Nadines Nasenflötengala im Estrel Hotel sichern. Sonnenallee 225, Sa, 4.2., ab 19 Uhr. (Sarah Borufka)
Mein Wochenende mit…Kevin: „Immer so ein Theater um die Hauptstadt, Berlin dies, Berlin das… Jeder Frischling weiß doch: Das Beste an Berlin ist in Wahrheit das Beste von anderswo. Import – Export. Zum Beispiel, um beim Theater zu bleiben, das Theatertreffen: Woher kommen denn die Ensembles zu Berlins ältestem Theaterfestival angereist? Eben. Und woher überhaupt die Idee eines Theaterfestivals? Richtig, aus Recklinghausen. Die Ruhrfestspiele, auch wenn sie erst seit 1965 so heißen, sind nämlich in Wahrheit älter als das Berliner Theatertreffen. Auch wenn das schon seit 1964 so heißt. Das ist verwirrend, zugegeben. Ist aber trotzdem so, sagt Nadine. „Dat is eijentlich janz einfach“, sagt sie. Die weiß sowas, die arbeitet nämlich bei der Zeitung. Außerdem ist Nadine Nasenflöten-Virtuosin. Dass Brandenburg ein eigenes Wildschwein-Nasenflötenorchester hat, ist ihrem Einfluss und Unterricht zu verdanken. Nadine gehört nämlich zu jener seltenen Sorte von Zweibeiner:innen, die drögem Alltag Herz verleihen, die Menschen und Tiere zusammenbringen. Ist so. Dass sie manchmal komisch redet — falsches Berlinern quasi, aber souverän — liegt übrigens daran, dass sie auch ein Recklinghäuser Original ist. Wie die Ruhrfestspiele. Oder Hape Kerkeling, falls Sie den kennen – vermutlich nicht. Aber Nadine, die kennen Sie natürlich. Die ist famos. Mit das Beste an Berlin. Die empfehle ich. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“ (Thomas Wochnik)
Encore
Zum Schluss beschäftigen wir uns heute aus gegebenem Anlass nochmal mit der Kunst des Abschieds (siehe oben). Dass wir es hier mit einem profunden Problem zu tun haben, zeigt sich schon an der Zahl der Ratgeber, die dazu erschienen sind. Quintessenz: Man kann’s nur falsch machen – die Wahrscheinlichkeit, dass der oder die zu Verabschiedende irgendwas missversteht oder fehlinterpretiert, liegt bei 99,9 Prozent.
Dazu kommen die geheimen Codes, die auch bei Arbeitszeugnissen nur den Eingeweihten fiese Feinheiten verraten, die bei oberflächlicher Betrachtung verborgen bleiben – oder gar in die Irre führen. „War stets bemüht“ ist eine höfliche Vernichtung, „War stets bemüht, den nicht allzu hohen Anforderungen wenigstens halbwegs gerecht zu werden“ ist dagegen eine offensichtliche Vollkatastrophe. „Hat zur Verbesserung des Betriebsklimas beigetragen“ schillert dagegen gefährlich: Für die einen entlarvt das die Säufer und Schwätzer, die anderen sind dankbar und meinen es ernst.
Beim Abschied flüchten sich viele deshalb in komische Kalauer: „Auf Wiedertschüss“, „Auf Video sehen“, „Bis Baldrian“, „Bis Dannimannski“, „Bis Danzig“, „Bis Denver“, „Schicht im Schacht“, „Tschau mit Au“, „Tschö mit Ö“, „Tschüssikowski“, „Wirsing“ - herrje…
„Niemals geht man so ganz“ klingt dagegen ganz nett. Aber was wollen einem die Kollejen damit sagen? „Du bist uns immer herzlich willkommen?“ Oder „Komm bloß nicht ständig rum und stör‘ uns bei der Arbeit“? Und was meinen die mit „Irgendwann ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen, um sich neuen Herausforderungen zuzuwenden“? Vielleicht „Geh jetzt mal anderen auf die Nerven?“ Oder „Hier hast Du alles erreicht“?
„Du hast dir den Ruhestand verdient“ empfiehlt die „Wirtschaftswoche“ als angemessene Freundlichkeit. Passt nur nicht immer. „Die Arbeit wird ohne Dich nicht mehr dieselbe sein“ – heißt: „Endlich kommen wir mal voran“? Und ganz gemein, aber auch zu finden im Baukasten der Abschiedsreden: „Trotzdem werden wir dich vermissen“.
Alles unbrauchbarer Schrott. Der Einzige, der hier wirklich hilft, ist Theodor Fontane: „Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen“, hat er gesagt. Und damit lässt sich doch was anfangen: WIR HABEN DICH ALLE SEHR LIEB!
P.S. Auf dass das Leben dir noch mindestens so schöne Momente schenkt, wie uns damals, als an einem grauen Minusgrade-Nachmittag innerhalb nur weniger Stunden 1.000 Leute und Merkel und Robbie Williams auf dem Tempelhofer Feld zusammenkamen, um mit uns Bananen zu essen, Tee zu trinken und eine Runde zu laufen.