Ab heute ist Winter, jedenfalls meteorologisch. Der Herbst war etwa eineinhalb Grad wärmer als normal – und damit in Berlin der sechstwärmste seit Aufzeichnungsbeginn 1908. Der Oktober war sogar der wärmste seiner Art. Zum Weinen ist die Niederschlagsbilanz dieses Jahres: Bis auf den Februar waren alle Monate zu trocken. Mit bisher 306 Litern pro Quadratmeter (an der Referenzstation Dahlem; langjährig normal sind knapp 600 Liter) wird 2022 nicht nur das fünfte zu trockene Jahr in Folge, sondern auch einen neuen, für die Natur fatalen Dürrerekord aufstellen.
„54 Liter fehlen noch bis zum Wert des bisher trockensten Jahres 2018“, sagt Jörg Riemann, Chefmeteorologe der „Wettermanufaktur“, die die Daten für den CP zusammengestellt hat. „Diese Menge werden wir im Dezember nicht mehr schaffen.“ Denn über Russland sitzt ein Riesenhoch, das uns zwar Kälte bringt, aber kaum Regen oder Schnee. Die weiteren Aussichten: Der Waldzustandsbericht 2023 wird noch deprimierender als der aktuelle.
Anzeige
Ihre Autoversicherung wird teurer? Jetzt schnell noch wechseln.
Die meisten Kfz-Versicherungsverträge enden zum 31.12. Wenn Ihre Versicherung die Beiträge erhöht hat, können Sie Ihr Recht auf Sonderkündigung nutzen. Lassen Sie sich jetzt beraten. Der ADAC bietet Autoversicherungs-Checks telefonisch und in den Geschäftsstellen in Mitte und Wilmersdorf an. ADAC Mitglieder erhalten bis zu 15% Rabatt.
Jetzt online Termin buchen.
Nachdem Christian Latz hier gestern über die zunehmend unpünktliche S-Bahn berichtet hat, werfen wir mal einen Blick auf den Regionalverkehr, genauer: ins Regio-Ranking des VBB für September. Insgesamt am besten schneidet die RB60 ab (Eberswalde-Frankfurt/Oder), gefolgt von der Heidekrautbahn RB27. Die beste Note von den Kunden erhält ausgerechnet die RB13 (Jungfernheide-Wustermark), obwohl sie die mit den meisten Ausfällen ist. Der Flughafenexpress FEX rumpelt auf Platz 39 von 43 Linien ins Ziel und hat die unzufriedensten Fahrgäste. Die unpünktlichste Linie war die RB26 (Ostkreuz-Küstrin), die mit der schlechtesten Gesamtplatzierung die RB66 (Gesundbrunnen-Stettin). Die einzige S-Bahn in der Liste ist die S4 auf Platz 25. Moment mal, S4? Anders, als die Nummer nahelegt, handelt es sich nicht um eine verfahrene Ringbahn, sondern um eine Leipziger S-Bahn, die bis nach Hoyerswerda fährt. Warum auch immer.
Berlins mutmaßlich aktivste Telefonkette befindet sich in der Regie der Rechtsverwaltung: In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden laut Justizsenatorin Lena Kreck (Linke) in Berlins Gefängnissen 930 Handys beschlagnahmt, davon 130 in Tegel, 186 in Moabit, 213 im Heidering, 196 in Plötzensee, 166 in der Jugendstrafanstalt, 38 im offenen Vollzug und zwei (in Ziffern: 2) in der Frauen-JVA. Die Dunkelziffer bleibt im Dunkeln. Der FDP-Abgeordnete Holger Krestel, der die Zahlen erfragt hatte, fordert den Einsatz speziell ausgebildeter Spürhunde. „Es gibt sogar welche, die versteckte SIM-Karten aufspüren“, sagt Krestel am CP-Telefon. Vielleicht lassen sich ja Synergien mit den CDU-Bürohunden schaffen. Die sollen schließlich nicht den ganzen Tag nur müffelnd unterm Schreibtisch liegen.
Anzeige
3. Dezember, 16:00 Uhr, Lesung und Musik
Ohrenküsse garantiert!
Für das Futurium haben Autor*innen des Ohrenkuss-Magazins über das Thema Mobilität geschrieben.
Wünsche, Träume und Fragen stellen die Autor*innen mit Down-Syndrom, Daniel Rauers, Johanna von Schönfeld, Julian Göpel und Natalie Dedreux, nun in einer Lesung mit musikalischer Begleitung (Anton Berman) vor. Mit Dolmetschung in Deutsche Gebärdensprache.
Den Tag, an dem der Landesrechnungshof seinen Jahresbericht veröffentlicht, beginnt man sinnvollerweise mit Baldrian oder einem Glühwein. Gestern war es wieder so weit. Kurzer Auszug: Berlins Schulden sind um 2,2 auf 66 Milliarden Euro gewachsen. Von 33.000 Tablets für Lehrer sind 13.000 nie angeschaltet worden. Nur in jeder 25. Schule, Kita oder Uni wurde der Brandschutz geprüft wie vorgeschrieben. Fast 74.000 von 93.000 gemeldeten Zweitwohnungen sind wegen Ausnahmeregeln von der Steuer befreit. Nicht geprasst, sondern gespart wird im Rettungsdienst: Weil rechnerisch mindestens 1000 Stellen und 66 Wagen fehlen, sind nicht – wie vorgesehen – 90 Prozent der Rettungswagen binnen zehn Minuten am Einsatzort, sondern nur 55 Prozent.
In der RBB-Abendschau gab es gestern ein höfliches schwarz-grünes Spitzenkräfteduell zu der Frage, ob Fahrräder, Scooter et al. künftig – wie von der Verkehrsverwaltung geplant – auch auf Autostellplätzen stehen sollen (CP von gestern). „Wo sollen Autofahrer/innen künftig noch parken?“, fragte CDU-Landeschef Kai Wegner und beklagte das „Gegeneinander statt Miteinander“, wenn Autos einfach Stellplätze weggenommen würden. Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) konterte, man müsse den Fußgängern auf den Gehwegen endlich den nötigen Platz schaffen und es müsse aufhören, dass sich alles auf dem Gehweg dränge, was kein Auto sei – Motor- und Lastenräder beispielsweise. Mit der Neuregelung habe man im Übrigen „nur klargestellt, was geltendes Recht ist“.
Vier Monate nach dem Großbrand auf dem Sprengplatz Grunewald sind weder die Ursache noch das Ausmaß der Schäden im Wald klar. Die Umweltverwaltung teilt auf CP-Anfrage mit, dass auch die Forsten das seitdem abgesperrte Gelände noch nicht betreten dürften. Deshalb wisse man auch nicht, inwieweit aufgeforstet werden müsse – aber da es nur auf dem Boden gebrannt habe, sollte sich der Wald auch selbst ganz gut regenerieren können. Der zusätzliche Zaun im Wald soll wieder verschwinden. Wann, vermochten auf Anfrage allerdings weder Polizei noch Staatsanwaltschaft zu sagen. Für Adventsspaziergänge empfehlen sich jedenfalls andere Routen.
Anzeige
BIKINI BERLIN lädt zum verkaufsoffenen Sonntag am 4. & 18. Dezember Besucher*innen dazu ein, dem Shopping-Trubel zu entfliehen und beim Flanieren durch die X-Mas Installation Energie zu tanken, die mit der Künstlerin Isis Maria entstanden ist.
In der Einpackstation können dann geshoppte Geschenke mit dem Weihnachtspapier eingepackt werden.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wir schauen in die von Russland terrorisierte Ukraine.
+++ Die ukrainische Armeeführung geht davon aus, dass Russland nach den schweren Angriffen der vergangenen Wochen eine „Raketenpause“ einlegt, um Nachschub heranzuschaffen und neue Angriffe vorzubereiten.
+++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entscheidung des Bundestages, den von Stalin vor 90 Jahren herbeigeführten „Holodomor“ („Mord durch Hunger“) als Völkermord einzustufen, als „Entscheidung für Gerechtigkeit, für Wahrheit“ begrüßt.
+++ EU-Bürger unterstützen weiter überwiegend eine Aufnahme der Ukraine in die EU und auch Waffenlieferungen an das Land – die Zustimmung ist abernach mehreren Monaten Krieg leicht zurückgegangen.
Die neuesten Entwicklungen in dem Krieg erfahren Sie jederzeit in unserem Liveblog.
Nachdem im Oktober das Verwaltungsgericht den Weg nach Berlin freigemacht und die Einwände des Bezirksamtes Mitte zurückgewiesen hat, steht laut Museumsbetreiber Enno Lenze („Berlin Story“) jetzt ein zerstörter russischer Panzer bereit, um vor Russlands Botschaft Unter den Linden ausgestellt zu werden. Wegen der aufwändigen Logistik – der Schwertransporter ist vier Meter breit und muss durch drei Länder fahren – wird der Panzer nach Auskunft von Lenze wohl erst Ende Februar aufgestellt.
Anzeige
Was hat die Suche nach dem „besten Kebab der Stadt“ mit diplomatischen Beziehungen zu tun? Der Film „Deset u pola“ von Danis Tanovic findet Antworten! Freuen Sie sich auf dieses besondere Kinoerlebnis im Rahmen der Veranstaltungsreihe 13 Horizonte als Hommage an 30 Jahre diplomatische Beziehungen zu 13 Ländern Osteuropas, Südkaukasus und Zentralasiens. Zu sehen am 07. Dez. 2022 um 19 Uhr im IL KINO Berlin, Nansenstraße 22
„Einbürgerung beschleunigen – Teilhabe stärken“, lautet das Thema, über das das Abgeordnetenhaus auf Antrag der Koalition in seiner Aktuellen Stunde heute debattiert. „Eine Frechheit und ein Hohn denen gegenüber, die seit Jahren auf ihre Einbürgerung warten“, findet das Maren Jasper-Winter. Die FDP-Abgeordnete hatte im Mai in Erfahrung gebracht, dass sich in den Bezirken weit mehr als 10.000 Anträge auf Einbürgerung stapeln und die Bearbeitung teils Jahre dauert. Was wiederum im Sinne der FDP-Bundesspitze zu sein scheint, mit der für die Ampelkoalition beim Thema Einwanderung gerade kein Staat zu machen ist.
Selbst auf die Tagesordnung des Plenums gesetzt hat die FDP einen Antrag, die Tempo-30-Schilder auf jenen Hauptstraßen wieder abzuschrauben, auf denen die Grenzwerte für die Luftbelastung inzwischen eingehalten werden. Besser im Sinne des Gemeinwohls dürfte sein, die 30er-Schilder hängen zu lassen und nur das Zusatzschild „Luftreinhaltung“ durch „Verkehrssicherheit“ zu ersetzen.

Dass sich Verkehrsberuhigung lohnt, zeigt sich im Parklet-Pop-Up-Versuchslabor Friedrichshain-Kreuzberg: In beiden Bezirksteilen ging die Zahl der Verkehrsunfälle seit dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 um mehr als 20 Prozent zurück – und damit deutlich stärker als in Berlin insgesamt (minus 13 Prozent). Gefragt hatte das Kreuzberger CDU-Urgestein (nicht zu verwechseln mit den Kreuzberg Rocks) Kurt Wansner, dem die Politik seines Heimatbezirks seit jeher ein Graus ist.
Martin Ecknig ist seinen Job als Chef der Berliner Messe los – sofort, unverzüglich, wie die Messe am Mittwochabend bekanntgab. Zu den Gründen wurde offiziell Stillschweigen vereinbart. Laut „Berliner Morgenpost“ geht es um Compliance-Verstöße, also Deals unter Freunden.
Auf Reddit wird mal wieder diskutiert, welcher Bahnhof in Berlin der schlimmste ist. Die U-Bahnstationen in Kreuzberg und Nordneukölln (U8!) liegen vorn, aber auch der U-Bahnhof Alex und das gefährlich enge Uralt-Provisorium von S2/25/26 an der Yorckstraße werden genannt. Davon unabhängig schreibt CP-Leserin Merja R., dass die Zustände am Bahnhof Neukölln unerträglich seien. Dort müssen sich auch hunderte Schüler täglich ihren Weg durch die Verwahrlosung bahnen. Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) berichtet im Deutschlandfunk von „zig Beschwerden jeden Tag“ und erklärt, dass es so nicht weitergehen könne.
Für Berghain-Freaks, Zugezogene und zukünftige Senatorinnen: Unser Adventskalender für Sie als Abonnent/in der CP-Vollversion ist eröffnet! Ab sofort verlosen wir jeden Tag ein Geschenkpaket aus einer Berliner Manufaktur. Heute gibt’s ordentlich Kaffee aus der Rösterei „19 grams“ in Mitte – zu ergattern unterm Stadtleben in der Rubrik „Ein Päckchen Berlin“.
Anzeige
Lassen Sie sich von unserer großen Auswahl an Geschenkideen inspirieren und finden Sie das richtige Geschenk für Ihre Liebsten. Ob für Groß oder Klein - hier werden Sie auf jeden Fall fündig!
Der Zoo bleibt nach dem vor zwei Wochen festgestellten Vogelgrippe-Fall voraussichtlich bis zum Jahresende geschlossen. Die gute Nachricht: Der betroffene Hammerkopf ist weiterhin das einzige Tier, bei dem das Virus nachgewiesen wurde. Zoodirektor Andreas Knieriem hofft inständig, dass auch die noch ausstehenden Zweittests negativ ausfallen und er keine Bestände töten lassen muss.
„Messer machen Mörder“, lautet eine Weisheit bei der Berliner Polizei. Laut „B.Z.“ wurden in sechs Wochen von Anfang September bis Mitte Oktober stadtweit 84 Straftaten mit Messern begangen – darunter teils lebensgefährliche Körperverletzungen. Eine beunruhigende Zahl aus Sicht der unbewaffneten Mehrheit.
Anzeige
Deutschland hat eine neue Zeitung. Berlin auch: Der neue Tagesspiegel bietet Ihnen jetzt zwei Zeitungen in einer: 40 Seiten aus der Welt. 40 Seiten aus der Weltstadt. Gedruckt, digital oder beides. Testen Sie den neuen Tagesspiegel mit ihrem persönlichen Vorteilscode „TSP-40-NPE” jetzt 40 Tage gratis.
Gutschein einlösen
In Rixdorf ist nicht nur Musik, sondern auch ein von der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichneter Weihnachtsmarkt: Während anderswo das Einweggeschirr aus den Mülleimern quillt, als gäbe es kein Morgen, wurden durch das seit Jahren etablierte Mehrwegkonzept des Marktes schon mehr als eine Million Einwegbecher vermieden. Das ist ein Stapel, der von Rixdorf bis nach Ruhleben zur Müllverbrennungsanlage der BSR reicht.
Die ehemalige Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) hat der „taz“ ein Interview zum Wiederholungswahlkampf („Ich finde nur die Jahreszeit blöd dafür“) und zu ihren Ambitionen („Ich gehe nicht in den Senat, da bleibe ich bei“) gegeben. Ihrer Meinung nach wäre es weder in Ordnung, die ganze Stadt schon wieder mit Plakaten zuzuhängen, noch komplett darauf zu verzichten – weil manche dann gar nicht merken, dass wieder Wahl ist.
Zitat
„In den Ämtern werden erstaunliche Abwehrkräfte frei.“
Tim Edler, Mitinitiator des Flussbad-Projektes am Spreekanal, über die mühsame Zusammenarbeit mit manchen Behörden. Mehr dazu steht im neuen Bezirksnewsletter für Mitte (Gratis-Abo hier).
Tweet des Tages
Mehr als 60 Einsatzkräfte haben kurz nach 6 Uhr an Wohnungstüren in Spandau, Moabit, Gesundbrunnen, Prenzlauer Berg, Mariendorf, Köpenick & Hellersdorf geklingelt.
Antwort d. Red.: Antwort auf Twitter: „Und dann über die Sprechanlage was Versautes gesagt und gekichert.“ … Mal ernsthaft, habt ihr vielleicht noch weiterführende Informationen?
Diese Infos reichte die Polizei in den folgenden Stunden nach: Durchsucht wurden mehrere Wohnungen wegen überwiegend rechtsextremistischen und antisemitischen Hasspostings im Internet. Im Abschlusstweet schrieb die Polizei: „,Die Würde des Menschen ist unantastbar‘ – auch im Netz, sonst klopft unser LKA demnächst mal bei Ihnen.“
Stadtleben
Essen & Trinken – Warum muss es immer Kreuzberg sein? Fantastischen Chianti trinken Nachtschwärmer auch in der Gastrobar Grado Babo in Friedenau. In den Räumen des ehemaligen Amarcord kredenzt das Lokal Wein, Cocktails und eine Handvoll veganer italienischer Gerichte (Checkpoint-Tipp: Spinat-Cannelloni!). Während sich die Nachbarn im Sommer um die Plätze auf der Terrasse streiten, ist es im Winter still in der Bar. Zu Unrecht, denn die Tische an den riesigen Fenstern sind herrlich behaglich – und die Betreiber so herzlich, wie man es aus Berlin selten kennt. Hin da! Mo-Sa 17-22 Uhr, Handjerystraße 55, U-Bhf Friedrich-Wilhelm-Platz
Berlinbesuch zum schickesten Ballhaus der Hauptstadt entführen – Seit Mitte November lädt das Clärchens wieder zu seinem winzigen, edlen Weihnachtsmarkt im Biergarten des Hauses. Ab heute gibt es hier nicht nur Glühwein und „Frozé“ (gefrorenen Rosé-Wein!), sondern auch Raclette, Suppen, Eingekochtes und Geschenke – an der warmen Feuertonne, versteht sich. Vom Ballhaus geht es weiter zum Nachtspaziergang rund um den Hackeschen Markt: Was kann Berlin romantisch sein! Di-Fr 17-23, Sa-So 12-23 Uhr, Auguststraße 24/25, S-Bhf Oranienburger Straße
Karten sichern – Was passt besser zum Winter als isländischer Indie-Folk? Am 6. Dezember gastiert die Band Árstíðir auf ihrer traditionellen Weihnachtstour in Berlin. Auf dem Programm steht ausnahmsweise nicht das Rockprogramm der Gruppe, sondern intime skandinavische Adventslieder – und isländische Weihnachtsgeschichten! Los geht’s um 20 Uhr im Frannz Club (Einlass: 19 Uhr), letzte Tickets erstehen Sie für ca. 27 Euro hier. Für Checkpoint-Leser haben wir 2x2 Plätze auf der Gästeliste ergattert – wer möchte hin?
Last-Minute-Tickets – Nichts Geringeres als das Buch Genesis nehmen sich die diesjährigen UdK-Absolventen des Studiengangs Musical vor. Nach der Premiere im Sommer steht „Paradise lost“ ab sofort wieder auf dem Spielplan der Neuköllner Oper: In zweieinhalb Stunden folgt das Stück den Parallelen zwischen Altem Testament und einer fiktiven Musical-Produktion eines Stadttheaters in der Provinz – vom Regisseur mit Gott-Komplex bis zum Goldenen Kalb. Spontan-Tickets für die Wiederaufnahme um 20 Uhr gibt es für 22 Euro hier. Wer heute verhindert ist, muss nicht trauern: Das Stück läuft bis zum 7. Januar.
Grübelstoff – Bei angemessen eisigen Temperaturen bricht das letzte Zwölftel des Jahres an. Zeit, das erste Adventskalendertürchen zu öffnen und zu grübeln: Welches Berliner Haus besitzt eigentlich die schönste Tür der Stadt – und welche Geschichten verbergen sich wohl dahinter?
Ein Päckchen Berlin
Noch 23 Tage bis Weihnachten! Bis zum Fest können Sie Ihnen an dieser Stelle täglich ein Geschenkpaket aus einer Hauptstadt-Manufaktur ergattern – frei nach dem Motto „Ein Päckchen Berlin“. Wir starten mit einer stattlichen Portion Koffein: Wach durch den Weihnachtsstress sausen die Kunden der 19 grams-Kaffeerösterei in Mitte. Die Kaffeefanatiker haben sich darauf spezialisiert, ihre Bohnen ethisch und nachhaltig zu importieren – etwa aus Sambia, Argentinien oder aus Indien. Unser Favorit: Die Weihnachtsröstung samt Trauben, Schokolade und Karamell! Um auch Ihre Wintermüdigkeit zu vergraulen, verlosen wir eine Geschenkbox aus vier Probierpackungen der Rösterei. Dazu müssen Sie uns nur verraten, ob Sie lieber Filterkaffee oder Espresso hätten: Bewerbungen bitte an checkpoint@tagesspiegel.de.
Bild: Naomi Fearn
Berlin heute
Verkehr – Kreuzung Friedrichstraße/Chausseestraße/Torstraße (Mitte): Bei den Reparaturarbeiten beginnt ein neuer Bauabschnitt. Ab 10 Uhr ist die Überfahrt von der Torstraße kommend in beiden Richtungen wieder möglich. Bis Mitte Januar bleibt jedoch die Friedrichstraße in beiden Richtungen zwischen Johannisstraße und Torstraße gesperrt, ebenso wie die Chausseestraße Richtung Invalidenstraße.
Uhlandstraße (Wilmersdorf): Sperrung in Richtung Kurfürstendamm zwischen Güntzelstraße und Hohenzollerndamm, Fuß- und Radverkehr frei (bis Weihnachten). Eine Umleitung ist ausgewiesen.
Demonstration – Für heute sind 19 Demonstrationen (Stand 30.11., 14 Uhr) angemeldet, u.a.
„Für bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in der Psychotherapeut*innen-Ausbildung“: 70 Teilnehmende, Meyerinckplatz (14-20 Uhr)
„Kinderrecht im Iran“: 50 Personen, Marienstraße (13.30-18.30 Uhr)
„Freiheit für Julian Assange! Presse- und Meinungsfreiheit als Grundlage für Demokratie und Frieden“: 35 Demonstrierende, Pariser Platz bis Britische Botschaft (18-20 Uhr)
„Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember“: 30 Teilnehmende, Pariser Platz (14-16 Uhr)
„Freihandelsabkommen EU-Kanada stoppen! Nein zu CETA!“: 30 Personen, „Naturfreunde Berlin“, Platz der Republik (9-10.30 Uhr)
Gericht – Der Prozess um die tödliche Messerattacke gegen eine sechsfache Mutter aus Afghanistan geht weiter. Ihr wegen Mordes angeklagter Ehemann (42) soll sich wegen der Trennungsabsichten der 31-Jährigen in seiner Ehre gekränkt gefühlt haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 500).
Zu Gast im Kanzleramt ist der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Detlev Buck (60), Regisseur und Schauspieler / Wolf-Rüdiger Eisentraut (79), Architekt / Ole Kreins (43), ehemalig für die SPD im Abgeordnetenhaus, heute Referent in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie / Martina Michels (67), Sprecherin der Linken im Europaparlament / Tim Renner (58), Musikproduzent, Autor und ehemaliger Berliner Kulturstaatssekretär / Jürgen Starnick (85), ehemaliger Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz / Evelyn Thiel (76), „Liebe Geburtstagsgrüße von Brigitte und Annette.“
Nachträglich: „Besser Späti als nie: Niklas Gummersbach (28), Servicechef, Handwerkerkönig, revolutionärer Neudenker der Tarp-Situation, Lieblingsbruder. Fühl Dich gedrückt!“ / David Joram, Sportredakteur Deutsche Presseagentur, „Mit der beliebt-bekannten Verspätung gratulieren wir von Herzen nachträglich und wünschen nur das Beste für das neue Lebensjahr!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Hermann Jedowski, * 7. Juni 1932 / Horst Peters, * 15. Mai 1934, Diplom-Bibliothekar / Dr. Stephan Schwabe, * 28. Januar 1934 / Egon Wolleh, * 27. Mai 1931 / Dorothea Zückler (geb. Kürzel), * 5. Oktober 1932
Stolperstein – Hans Ackermann wurde am 26. Januar 1901 geboren. Ab 1929 war er Teilhaber des erfolgreichen Textilgeschäfts Markendorf & Ackermann im heutigen Kreuzberg, das auf Plüsch-Produkte spezialisiert war. 1936 flüchtete er vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam, 1942 wurde er in Belgien verhaftet und in Mecheln interniert. Nach wenigen Monaten deportierten die Nazis Ackermann nach Auschwitz, wo er heute vor 79 Jahren ermordet wurde. An seinem ehemaligen Wohnort in der Sächsischen Straße 62 in Wilmersdorf liegt zu seinem Gedenken ein Stolperstein.
Encore
Eine mir unbekannte PR-Agentur fragt gerade per Mail, ob mich die Einladung zur Eröffnung des 3000. Pepco-Stores in Europa erreicht habe. Mist, die war gestern Abend am Potsdamer Platz! Worum handelt es sich eigentlich?
„Pepco ist ein europäischer Einzelhändler, der Bekleidung für die ganze Familie und Haushaltsprodukte anbietet.“ Vielleicht lohnt es tatsächlich, mal vorbeizuschauen: Ich ziehe bisher immer nur mich sowie die Handbremse und die Klopapierrolle auf der Hutablage im Auto an, aber Bekleidung für Haushaltsprodukte ist eine interessante Idee. Der Kühlschrank freut sich zu Weihnachten bestimmt über ein Paar warme Socken. Oder zwei.
Das Tempo angezogen bei der Recherche für diesen CP hat Thomas Lippold. Das Stadtleben hat Lotte Buschenhagen aufgebrezelt, das Gesamtwerk frühmorgens angekleidet hat Kathrin Maurer. Morgen zieht sich Julius Betschka hier warm an. Machen Sie’s gut!


