gute Aussichten: „Der Königssee im Berchtesgadener Land aus anderer Sicht. Dazu muss man aber ca. 800 Höhenmeter zu Fuß ansteigen“, schreibt CP-Leser Detlef Kiebs.

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Am Tag danach beginnt das politische Aufräumen. Das Fazit des Innensenators zum Querdenker-Wochenende ist schonmal eindeutig: „Wir können nicht erkennen, dass die Polizei nicht Herrin der Lage gewesen sei“, sagt Andreas Geisel (SPD) auf Tagesspiegel-Anfrage. 2.200 Polizisten waren im Einsatz, es gab fast 1.000 Festnahmen, 60 Polizisten wurden verletzt, ein Demonstrant ist nach dem Durchbrechen einer Polizei-Kette an einem Herzinfarkt gestorben. Diese Zahlen sind – im Gegenteil – Zeichen des Kontrollverlusts.
Zum Vergleich: Am 1. Mai waren in Berlin doppelt so viele Polizisten im Einsatz, bei der Brandschutzbegehung der Rigaer Straße 1.500 Beamte. Und noch ein Vergleich: Bei den schweren G20-Krawallen 2017 gab es rund 400 Festnahmen (aber deutlich mehr verletzte Polizisten). Die Bundesregierung nahm die Ereignisse am Wochenende „mit großer Besorgnis wahr“. Geisel verteidigte seine Behörde: „Was wäre denn die Alternative zum polizeilichen Handeln gewesen? Alle 5.000 Menschen, die sich den Tag über verteilt in Berlin aufgehalten haben, einzukesseln und festzunehmen?“
„Aufgehalten“ ist natürlich ein Euphemismus. Der radikale Kern der verschwörungsideologischen Querdenker-Szene ist aggressiv und tendenziell gewaltbereit. Über Heil-Hitler-Rufe in U-Bahnen, Holocaustverharmlosung und Angriffe gegen Journalisten und Polizisten wurde ausreichend gesagt (CP von gestern). Ein weiteres Detail: Der Ex-AfD-Abgeordnete Heinrich Fiechtner rief in Berlin öffentlich dazu auf, sich an Stauffenberg zu orientieren und Attentate auf Verantwortliche zu verüben. So weit ist es. Die sogenannten Querdenker protestieren längst nicht mehr gegen die Corona-Maßnahmen, sondern für Staatszersetzung und Elitenhass. Es sind Radikale im Friedenskostüm.
Themenwechsel: Manuel Neuer läuft mit Regenbogenarmbinde auf, die Nationalmannschaft unterstützt die Kampagne „Nein zu Rassismus“, jedes Jahr vergibt der DFB den Julius-Hirsch-Preis gegen Rassismus. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hat Tennis Borussia Berlin trotzdem Trikotwerbung durch den gemeinnützigen Opferfonds CURA untersagt, der Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt unterstützt (CP von gestern). Schon Ende Juli hatte sich deshalb Sigmount Königsberg schriftlich an den NOFV gewandt.
In einer Mail wies der Antisemitismusbeauftragte der Jüdischen Gemeinde zu Berlin auf das eigene Engagement des DFB hin und schrieb dazu: „Ich würde Sie bitten, Ihre Entscheidung zu revidieren.“ Die Bitte soll mit dem Hinweis darauf abgelehnt worden sein, dass es bei der Aktion ausschließlich und einseitig um Opfer rechter Gewalt ginge. Königsberg hat dafür kein Verständnis. Er sagte dem Checkpoint: „Die Unterstützung und Solidarität mit denen, die von rassistischer, LGBTI-feindlicher, misogyner und antisemitischer Gewalt betroffen sind, stärkt die Angegriffenen und setzt klare Signale gegen die Gewalttäter.“ Das gilt beim DFB anscheinend nur, wenn es nebenher auch der Eigenwerbung dient.
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Ab in den Untergrund: Pankows Grüne haben ein Verkehrskonzept entwickelt, das als Blaupause für ganz Berlin dienen soll. Das Papier liegt dem Checkpoint exklusiv vor. Die U2 soll demnach bis Niederschönhausen (Pastor-Niemöller-Platz) verlängert werden. Auch eine Verbindung des S-Bahnhofs Wollankstraße zur Osloer Straße durch eine Verlängerung der U9 soll geprüft werden – gleichberechtigt mit einer Tram-Verbindung. Statt wie bisher geplant um 12 Kilometer soll das Tram-Netz um 30 Kilometer ausgebaut werden. Der Verkehrstakt in die Innenstadt soll auf fünf Minuten verdichtet werden. Eine zusätzliche Haltestelle soll auf der Linie U2 (Wisbyer Straße) und vier auf der Linie S2 eingerichtet werden. Das Ziel: Von Haustür zu Haltestelle in fünf Minuten.
In dem Papier heißt es: „Unser Konzept ist in Pankow entstanden und bezieht sich auf Pankow. Aber es ist beispielhaft dafür, wie wir Grüne uns Verkehrswende für ganz Berlin in allen Bezirken vorstellen.“ Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete und -Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar war beteiligt: „Bis 2030 sollen sich die Fahrgastzahlen im ÖPNV verdoppeln. Dazu liegt jetzt ein konkretes Konzept für den Berliner Nordosten mit seinem massiven Bevölkerungswachstum vor.“ Gelbhaar fordert dafür eine massive Erhöhung der Fördermittel vom Bund um eine Milliarde Euro. Klingt ambitioniert. Aber vernünftiger als Verbotsideen ohne ausreichende Alternativangebote.
Hefte raus! Am 9. August geht in Berlin die Schule wieder los. Schnell hat die Bundesregierung in den vergangenen Tagen noch neue Regeln für Reiserückkehrer beschlossen. Das Timing ist mal wieder klasse: Denn die meisten Berliner sind natürlich längst aus dem Urlaub zurückgekehrt. Gestern dann wurde noch so eben vor Schulbeginn ein bundesweites Impfangebot für Kinder ab 12 Jahren beschlossen. An Studienlage und Stiko-Empfehlung hat sich zwar kaum etwas geändert, aber es sollte nun auch nicht aussehen, als hätte man gar nichts getan in den Sommerferien. Also, Spritzen-Timing!
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Auch im Berliner Senat wird heute das Thema Corona dominieren (wegweisende Beschlüsse werden nicht erwartet). Die Linke fordert besseren Schutz für die Schüler: „Wir haben seit Wochen auf die PCR-Lolli-Tests gedrungen und es gab zwischendurch auch hoffnungsvolle Zeichen“, sagte Linksfraktionschef Carsten Schatz dem Checkpoint. „Dass darauf jetzt verzichtet wird, finde ich eigentlich unerhört“. Stattdessen wird es in Berlin in den ersten Wochen für jeden Schüler drei Schnelltests pro Woche geben – die Bildungsverwaltung war gegen die PCR-Tests. Es soll – jetzt, nach sechs Wochen Ferien – einen Modellversuch an einer Kita und einer Schule geben. Schatz: „Es gibt längst Studien aus NRW und Bayern, die Wirksamkeit und Machbarkeit belegen. Durch PCR-Tests wissen wir schon vor Symptombeginn, ob jemand infiziert ist. Antigen-Tests schlagen im Schnitt erst zwei Tage später an.“ Er fordert, dass die sichereren PCR-Tests in Berlin einmal pro Woche durchgeführt werden. Dagegen spricht wahrscheinlich nur: die Zeit.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Spurensuche im Clan-Milieu: Nach einer Schießerei in Wedding am vergangenen Freitag mit drei Schwerverletzten verfolgen die Ermittler zwei Theorien. Streit um Geld innerhalb eines Clans und eine versuchte Entführung eines Großfamilien-Sprosses. Die Kollegen Alexander Fröhlich und Pascal Bartosz mit den Details – und Parallelen zur Hinrichtung von Nidal R.
Viel Lärm um Nichts? SPD-Finanzsenator Matthias Kollatz will die 20.000 Wohnungen von Vonovia und Deutsche Wohnen trotz der gescheiterten Fusion „zeitnah“ kaufen. Bis Monatsmitte sollen die Bestände geprüft sein. Vonovia startet unterdessen einen zweiten Anlauf: Für 53 Euro pro Aktie will man sich die Deutsche Wohnen nun freundlich einverleiben. Frohes Feilschen.
Freund, Feind, Parteifreund, SPD-Parteivorsitzender: Norbert Walter-Borjans greift in den Wahlkampf ein. Der CDU wirft er wegen des Festhaltens an Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan „eine menschenfeindliche Linie von Populisten“ vor. Leider hatte Walter-Borjans vergessen, vorher mal in seiner Partei rumzufragen: Berlins SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey will – Stand jetzt – ebenfalls Straftäter nach Afghanistan abschieben, genauso SPD-Innensenator Andreas Geisel. Auch Außenminister Heiko Maas hielt Abschiebungen ins Kriegsgebiet Afghanistan noch Anfang Juli für richtig. Ob Walter-Borjans das auch für menschenfeindlichen Populismus hält, konnten wir nicht rausfinden. Die Pressestelle der SPD hat auf unsere Anfrage bisher nicht reagiert.
Das Artensterben ist so bedrohlich wie die Klimakrise, nur sprechen wir viel weniger darüber. Warum es ohne Mücken keinen Kakao mehr geben wird und wie uns Berliner Feldlerchen vom Massenexodus der Vögel ablenken – was jeder Einzelne dagegen tun kann, sagt der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht im „Gradmesser“. Zu unserem Klimapodcast mit Ruth Ciesinger geht‘s hier entlang.
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Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“, Folge 28: Blasenentzündung, Pilz und Co: Wenn die Vagina aus dem Gleichgewicht gerät. Kommt die Zystitis vom kalten Steinboden und der Pilz von mangelnder Hygiene? Helfen Cranberries wirklich, kann zu viel Trinken schaden und warum kriegen Männer diese lästigen Krankheiten nicht? Dr. Mandy Manglers unzensierte Sprechstunde klärt auf. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de
Wer sich einbürgern lassen will, braucht Geduld (CP von gestern). In Mitte, so die Statistik, soll‘s verhältnismäßig schnell gehen: 4 Monate. Erfahrungen eines Checkpoint-Lesers: „Der frühestmögliche Termin war in neun Monaten. Da ging es nur um die Beantragung des Formulars. Innerhalb einer Woche hat mein Partner das ausgefüllt. Die Bearbeitung dauerte noch einmal sieben Monate.“ Laut Checkpoint-Supercomputer macht das: 16 Monate. Amt, aber unglücklich.
SPD-Entenkümmerer Peter Groos hat Nachricht vom Bezirksamt Treptow-Köpenick erhalten: Er wollte wissen, was sich tun ließe, um die Enten an der Kiefholzstraße vor dem Autoverkehr zu schützen (CP vom 30.07.). Siehe da: „Das Bezirksamt wird prüfen, ob die Möglichkeit einer verkehrsrechtlichen Anordnung durch SenUVK IV B gemäß Paragraf 45 Straßenverkehrsordnung in Form eines Zeichens 101 StVO in Verbindung mit einem Zusatzzeichen (Achtung, Enten) besteht.“ Achso, alles klar: Ente gut, alles gut.
Kaum süß, dafür weitreichend: Heute soll im Senat die sogenannte Umwandlungsverordnung von Bausenator Sebastian Scheel nach der Beratung im Rat der Bürgermeister beschlossen werden. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen wäre dann kaum noch möglich. Künftig soll das im gesamten Stadtgebiet nur noch gehen, wenn 1. der Bezirk zustimmt und 2. mindestens zwei Drittel der Wohnungen an Mieter des Hauses veräußert werden. Ein Paradigmenwechsel.
Zitat
„Dann und wann buche ich einen Mietwagen, fahre die gespeicherten Navi-Adressen ab, steige aus, tue, als heiße ich Carsten, bummle ein bisschen hier und dort, steige wieder in meinen Mietwagen ein und bringe ihn zurück nach Hause.“
Der Schriftsteller Saša Stanišić erklärt, worauf man beim Mietwagen fahren besonders achten sollte.
Tweet des Tages
Wer anderen vorschreibt wie man Satzzeichen benutzen muss ist ein ,ndant.
Stadtleben
Stadt – „R“ wie rarer Rundgang richtet sich rund um Reepschnur: Die Berlinerin Claudia Skoda ist Strickdesignerin und Ikone der West-Berliner Undergroundszene seit den 70ern. Die ihr gewidmete Sonderausstellung „Claudia Skoda. Dressed to Thrill“ im Kulturforum zeigt auf multimediale Weise das Schaffen der „Self-made Woman“. Heute um 18.30 Uhr können Sie – wenn das Forum für alle anderen Besucher:innen bereits geschlossen ist – gemeinsam mit der Kuratorin Marie Arleth Skov die Werke in den Blick nehmen. Online-Buchung erforderlich (15 Euro). Eine weitere Führung findet am 17. August statt. Treffpunkt: Eingang Kunstbibliothek/Garderobe, Matthäikirchplatz 6, Tiergarten, S/U-Bhf Potsdamer Platz
Land – Das ehemalige Ribbecker Rittergut ist stets von Birnen übersät: Ob im Fontane-Museum des Schlosses Ribbeck und seinem Birnengarten oder der Kirche Ribbeck, deren Eingang der Stumpf des vielfach literarisch erwähnten Birnbaums ziert. Samstags und sonntags starten am Kirchplatz um 14 Uhr szenische Führungen durch den Dorfkern. Bei Regen wird sich im Theater der Frische getroffen. Nach dem Vertreten der Beine folgt das verdiente Sitzen im Waschhaus mit süßer Stärkung in Form von obsthaltigem Kuchensortiment. Führungen: April-November, 5/10 Euro. Am Birnbaum 2, Nauen
Bach – Zum Wandern eignet sich das Seegebiet rund ums Rudower Fließ. Für 9,2 Kilometer führt der Bach vom U-Bahnhof Rudow entlang des Tieflandbachs zum Dreidörferblick, durch den Südpark und schließlich zum Landschaftspark Rudow-Altglienicke. Das kleine Gewässer wurde aufgrund seiner Entstehung als eiszeitliche Schmelzwasserrinne auch „Tränendrüse Rudows“ getauft.
Familie – Karten sichern für Grimms „Rumpelstilzchen“: Am Donnerstag findet um 10 und 16.30 Uhr eine Vorführung des Volksmärchens im Puppentheater Felicio statt (ab 6 Euro). Kinder ab 3 Jahren lauschen dem Männlein, das als Beziehungsmagnet zwischen König und Müllerstochter ums Lagerfeuer tanzt. Telefonische Kartenvorbestellung ist unter der (030) 4673530 möglich. Schivelbeiner Straße 45, S/U-Bhf Schönhauser Allee
Tier – Auf der Rehwiese am Nikolassee ziert eine mehr als 250 Jahre alte dicke Eiche den Weg. Eine angrenzende rote Bank lädt nach einem Wandertag vom Schlachtensee über die Wiese bis zum Wannsee zum Verweilen ein. Für den Augenschmaus sorgen neben charmanten Jugendstilvillen auch Federvieh wie Turmfalken, Mäusebussarde, Grünspechte und Höckerschwäne. Namensgebend für die Wiese waren allerdings die vor dem Anlegen der Kolonie Nikolassee im Jahr 1901 dort grasenden Rehe. S-Bhf Nikolassee
Genuss – Das puristische Lokal Royals & Rice ergänzt klassische vietnamesisch-japanische Küche um kreativ-moderne Komponenten. Auf Holzbänken machen Sie es sich unter Lichterketten im Hinterhof gemütlich, während (non-)vegane Delikatessen zum Schlemmen einladen. Von Sommerrollen über Sushi mit Kokos-Limonen-Guacamole-Topping bis hin zum flüssigen Pendant in Form von hausgemachten Limonaden oder Arabica-Kaffee aus Vietnam. Mo-So 12-22 Uhr, Torstraße 164, U-Bhf Rosenthaler Platz
Soundtrack des Tages – Das Lied „Relax“ von der Band „Frankie Goes to Hollywood“ aus dem Jahr 1983 sorgt für noch mehr Entspannung in den letzten Ferientagen.
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diese Woche: Was tun Sie gegen Verdrängung? Es antwortet heute: Klaus Lederer (Linke).
Foto: DIE LINKE.Berlin
Berlin heute
Verkehr – Wisbyer Straße/Schönhauser Allee (Prenzlauer Berg): Ab dem Morgen ist in Richtung Osloer Straße die Überfahrt zur Bornholmer Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt (bis Mitte August). Eine Umleitung ist ausgewiesen.
Blumberger Damm (Biesdorf): Sperrung in Richtung Landsberger Allee zwischen Altentreptower Straße und Warener Straße heute und morgen zwischen 6.30 und 16.30 Uhr, am Donnerstag durchgängig von 6.30 Uhr bis Freitag, 12 Uhr. Im Anschluss bleibt der Bereich für ca. zwei Wochen in beiden Richtungen einspurig befahrbar.
Alexanderplatz (Mitte): Verkehrseinschränkungen von 14 bis 17 Uhr entlang Karl-Liebknecht-Straße, Unter den Linden bis zum Platz der Republik (s. Demonstration).
Berlinickeplatz (Tempelhof): Verkehrseinschränkungen von 17 bis 18 Uhr zwischen Berlinickeplatz, Schöneberger Straße und Alboinstraße (Auffahrt zur A100) (s. Demonstration).
Demonstration – Von 8 bis 18 Uhr zeigen auf der Willy-Brandt-Straße 1 etwa 300 Demonstrierende „Solidarität mit den Bürgerprotesten und den Stopp von Hinrichtungen im Iran“. Auf dem Platz der Republik 1 gedenken ca. 100 Menschen von 12 bis 14 Uhr dem „Genozid, am 3. August 2014 in Sinjar (Shengal)“. Zum gleichen Thema findet eine Gedenkfeier mit ca. 1000 Teilnehmenden von 14 bis 17 Uhr am Alexanderplatz/Gontardstraße und entlang Unter den Linden statt, sowie eine Kundgebung von 18 bis 21 Uhr auf dem Pariser Platz 1 mit etwa 300 Personen. Auf der Petersburger Straße 86 demonstrieren von 13 bis 20 Uhr etwa 20 Aktivist:innen „against the police who abuse their power by confiscating expensive equipment from street performers“. Von 14.30 bis 16 Uhr versammeln sich ca. 10 Protestierende auf dem Hermann-Ehlers-Platz für eine „Mahnwache zur Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen“. „Wo ist der Radweg?“ fragen sich von 17 bis 18 Uhr ca. 50 Demonstrierende zwischen dem Berlinickeplatz und der Alboinstraße/Autobahnauffahrt (ZK).
Gericht – Nach einer Einbruchserie müssen sich drei Männer verantworten. Die 25- bis 31-Jährigen sollen in Berlin und anderen Orten systematisch in Privatwohnungen eingebrochen sein. Mehr als 30 Taten mit einer Beute im Wert von 110 000 Euro sind angeklagt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 736).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Wilhelm Bender (77), Wirtschaftsmanager / Marica Bodrožić (48), Schriftstellerin / Christoph Geiser (72), Schweizer Schriftsteller / Wolfgang Nagel (77), ehem. Berliner Bausenator (1989-1996) / Stefan Peno (24), Basketballspieler bei Alba / „Herzlichen Glückwunsch, liebe Annelie Reuter. Annelie geht nun immer geübter allein durchs Leben. Ihr Lächeln und ihren Humor hat sie nie verloren und die Liebe zu ihrem Tennissport und ihren Sportpartnern_innen auch nicht - Achim Melchior“ / Katrin Schmidberger (39), für die Grünen im AGH / Kristina Schröder (44), ehem. Bundesfamilienministerin (2009-2013) / Robert Stadlober (39), Schauspieler
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Erhard Funk, * 20.Juli 1937 / Klaus Mordaschewitz, * 2. September 1936 / Marianne Remy, * 3. Oktober 1941 / Monika Schildberger, * 25. Januar 1929 / Alfons Schimanski, technischer Mitarbeiter des Kombibad Mariendorf
Stolperstein – Bis zum Zeitpunkt ihrer Deportation lebte Pessa Paulina Blech (geb. Goldberg) in der Manteuffelstraße 49 in Kreuzberg. Heute vor 79 Jahren wurde sie mit dem „35. Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Am 15. Juli 1943 starb sie dort, vermutlich aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen im Lager.
Encore
Wir richten den Blick gen Osten: 3.125 Kilometer entfernt von hier befindet sich die russische Siedlung Berlin (russisch: Берли́н). Das Dorf liegt am Südufer des Flusses Tschernuschka, unweit der Stadt Tschebljansk. Die Menschen hier leben von Landwirtschaft – oder der russischen Armee. Eine Grenzkaserne steht neben dem Ort, die kasachische Staatsgrenze verläuft nur drei Kilometer entfernt. Der Ort – deshalb sind wir diesmal nicht extra hingefahren – hat strenge Besuchsregeln, ist wegen der Grenznähe für Fremde gesperrt. Seinen Namen soll die Ortschaft zu Ehren der russischen Kosaken erhalten haben, die 1760 während des Siebenjährigen Krieges die preußische Hauptstadt besetzten (Details hier). Die ersten Einheiten rückten über das Cottbusser Tor vor. Kosaken und Kreuzberg, das war aber nur eine Kurzzeit-Liaison – wie so oft in Berlin. Nach vier Tagen rückte die russische Armee wieder ab.
Recherchiert hat heute Thomas Lippold, Sophie Rosenfeld die Stadtleben-Tipps zusammengestellt und Kathrin Maurer alles versandfertig gemacht. Morgen begrüßt Sie hier wieder Ann-Kathrin Hipp. Wir beide spielen diese Woche nämlich fröhliches Checkpoint-Pingpong. So long,