Berlin schüttelt die letzten Sandkörner aus den Schuhen und lüftet einmal gründlich durch: Der Herbst ist da, die Sommerferien sind vorbei, das neue Schuljahr hat begonnen. Liebe Grüße und starke Nerven senden wir an diesem freundlichen Septembermorgen an maximal aufgeregte Eltern und ihre wie Flitzebogen gespannten Kinder: Am heutigen Sonnabend werden Berlins Erstklässler eingeschult. Dass in der Hauptstadt beim Thema Schule nicht immer alles glattläuft – geschenkt. Wir verzichten ausnahmsweise auf Negativbeispiele und schauen optimistisch in die Zukunft. So wie der sechsjährige Bruno aus Schöneberg: „Meine Lehrerin ist so nett, wie fünfhunderttausend Fischfrikadellen dick sind!“ Worauf sich Bruno und andere ABC-Schützen besonders freuen, lesen Sie heute im gedruckten Tagesspiegel und im E-Paper.
Nach der Sommerpause kommt auch das politische Berlin langsam wieder im Alltag an. Fast verwunderlich, dass bei der Fülle der Aufgaben, die anstehen, ausgerechnet eine Sammlung von Büchern die Nachrichten in dieser Woche beherrschte. Kultursenator Joe Chialo (CDU) sieht die Zentral- und Landesbibliothek zukünftig im Gebäude des Kaufhauses Galeries Lafayette. Nach dieser anregenden Einleitung folgten eher kritische Kapitel: Milliardenkosten werden befürchtet, das Luxus-Kaufhaus will vielleicht doch länger als geplant im Gebäude verbleiben und sowieso: Chialos scheinbar originäre Idee ist ein lange vorbereiteter Geheimplan. Die Kollegen Daniel Böldt, Christian Latz und Ronja Merkel analysieren die Lage (T+). Unsere Prognose: Die unendliche Geschichte der ZLB ist noch lange nicht auserzählt.
Wer nicht lesen mag, soll hören. Unser Checkpoint-Podcast ist zurück aus der Sommerpause, im akustisch neuen Gewand, aber mit den gewohnten Stimmen. In der ersten Folge bringen Ann-Kathrin Hipp, Lorenz Maroldt und Anke Myrrhe sich und alle auf den aktuellen Stand: Was war, was ist und was wird in der Hauptstadt? Es geht um löwige Wildschweine, unruhige Freibäder und wacklige Bündnisse. Was Sie in den Ferien (nicht) verpasst haben, hören Sie in der aktuellen Folge von Checkpoint – der Podcast für Berlinkenner und alle, die es werden wollen. Bitte hier entlang!
Und gleich noch eine Empfehlung: Deutschlands First Lady hat neben Ann-Kathrin Hipp in der Ringbahn Platz genommen. Elke Büdenbender spricht unter anderem über ihre Aufgaben in Bellevue und den Vertrauensverlust der Deutschen in die Demokratie: „Ich bin fest davon überzeugt, dass man Menschen keine Angst machen darf.“ Warum Büdenbender findet, dass sich Frauen mehr trauen sollten und wann es Zeit für eine Bundespräsidentin ist, das hören Sie im Podcast „Eine Runde Berlin“, überall, wo es Podcasts gibt und mit einem Klick hier.
Was erwartet Berlin an diesem ersten Herbst-Wochenende? Aktivismus im Doppelpack:
Zum einen will ein breites Bündnis aus Berliner Clubs, Organisationen und Initiativen die „A100 wegbassen“. Rund 20 Clubs und Initiativen sind vom Weiterbau der Stadtautobahn bedroht. Auf der geplanten Trasse zwischen Elsenbrücke und Ostkreuz werden am heutigen Sonnabend bis zu 20.000 Menschen erwartet, auf sieben Bühnen spielen DJs und Bands. Außerdem ist eine Fahrraddemo angemeldet, mit bis zu 10.000 Demonstrierenden. Berlin bleibt laut.
Zum anderen wird es am Sonntag eine Art Demonstration mit Partitur geben: zum Abschluss des Festivals „Time to Listen“ lässt ein Klangkünstler Freiwilligen-Sprechchöre durch Mitte und Moabit schreiten. Ihre Texte: sinnig bis unsinnig, politisch bis surreal, betroffen bis persiflierend. Mehr zu diesem kreativen Protest und weitere Kunsttipps lesen Sie wie gewohnt in Wochniks Wochenende (T+).
Und nun rekapitulieren wir rätselnd die Woche. Vielen Dank an alle, die vergangene Woche mitgemacht haben – das Lösungswort war SOMMERENDE. Viel Spaß beim Checkpoint-Wochenrätsel!
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Im September wird Berlin zur Hauptstadt der Literatur: 140 Autor:innen aus über 40 Ländern werden zum 23. internationalen literaturfestival berlin erwartet, darunter u.a. Werner Herzog, Francesca Melandri, Salman Rushdie und Jeffrey Eugenides. Vom 6. bis 16. September finden 130 Veranstaltungen statt. Ein Festival für alle, die Bücher lieben.
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1. Der Senat ist zurück aus der Sommerpause und kündigt eine Gesetzes-Offensive an. Nach „Das Beste für Berlin“ und „Das Beste für Berlin. Machen“ folgt nun:
S) „Das Beste für Berlin. Fertigstellen“
E) „Aufbruch für Berlin“
N) „Berlin. Aber noch besser“
2. Auch Kultursenator Joe Chialo startet durch: Er möchte die Zentral- und Landesbibliothek im Gebäude des Kaufhauses Galeries Lafayette unterbringen. Die Reaktionen aus der schwarz-roten Koalition fallen eher verhalten aus. Finanzsenator Stefan Evers sagte:
L) „Im Haushalt ist das Thema nicht vorgesehen, das ist auch nicht verwunderlich.“
A) „Wenn man das nicht finanziell durchplant, wird es der nächste BER.“
B) „Das Geld, was für dieses Projekt nötig wäre, hat Berlin auch in fünf Jahren nicht.“
3. Für alle Schülerinnen und Schüler hat in dieser Woche in Berlin der Unterricht begonnen. Zumindest fast: Die Wolkensteingrundschule in Pankow verlängert die Ferien um eine Woche, unter anderem, weil …
T) „… fast alle Lehrenden jeweils mehr als 50 Kartons auszupacken haben“.
I) „… das Dach nach dem regnerischen Sommer undicht ist“.
F) „… in den Ferien zu viele Lehrkräfte gekündigt haben“.
4. Apropos Schulstart: Der ADAC Berlin-Brandenburg ermahnt alle Eltern, …
D) … „die Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen und abzuholen“.
E) … „die Kinder ihren Schulweg selbstständig bewältigen zu lassen“.
S) … „die Kinder auf dem Weg zur Schule niemals unbeaufsichtigt zu lassen“.
5. Aufatmen derweil bei Pendlerinnen und Pendlern am U-Bahnhof Alexanderplatz: Die U2 fährt nach mehr als zehnmonatiger Sperrung wieder durch. Als Dankeschön fürs Durchhalten verteilte die BVG …
P) … Baldriantee.
U) … kostenlose Fahrkarten.
R) … Müsliriegel.
6. Berlin geht bei der Personalsuche neue Wege: Was bietet das Land an, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden?
N) Wohnungen für Beschäftigte
A) Eine Drei-Tage-Woche
M) Ein Ein-Euro-Ticket für den ÖPNV
7. Das Oberverwaltungsgericht Berlin hat derweil entschieden, dass Anwohner einer Villengegend in Wannsee den Neubau der Bundesbank in ihrer Nachbarschaft akzeptieren müssen. Die Befürchtung der Kläger:
G) Beeinträchtigung durch jahrelangen Baulärm
E) Wertverlust ihrer Anwesen wegen Zuzug von Beamten
T) Trubel durch anreisende Bundesbank-Beamte
8. Update von Deutschlands berühmtesten Nicht-Radweg: Die unmittelbar vor Eröffnung gestoppte Radroute auf der Ollenhauerstraße in Reinickendorf ist aktuell …
L) … geöffnet.
A) … nicht geöffnet.
T) … eine temporäre Auto-Spur.
9. Radlos ist man in Berlin häufig: Eine kiezgenaue Datenanalyse des Tagesspiegel Innovation Lab zeigt, in welchen Gegenden besonders viele Fahrräder gestohlen werden. Die aktuellen Hotspots:
E) Im Neuköllner Reuterkiez und auf der Museumsinsel
H) Im Friedrichshainer Nordkiez und rund um den Bahnhof Zoo
X) Im Kreuzberger Wrangelkiez und rund um den Alexanderplatz
10. Große Party in Schönefeld: Gemeinde und Flughafengesellschaft verabschieden sich am heutigen Sonnabend feierlich …
M) … von den BER-Milliarden.
I) … von dem Terminal Nr. 5.
B) … vom Generalshotel. (B)
Notieren Sie die richtigen Buchstaben und senden Sie das Lösungswort an checkpoint@tagesspiegel.de. Einsendeschluss ist Sonntag, 23.59 Uhr. Unter allen Nachrichten mit der richtigen Antwort verlosen wir einen original Checkpoint-Jutebeutel. Viel Glück!
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Am Rande der weltberühmten mittelalterlichen Stadt Montepulciano, umgeben von unberührter toskanischer Natur, liegt Precise Tale Poggio Alla Sala. Das Landhotel in der Toskana, besteht aus sechs majestätischen Gebäuden, die von grünen Gartenbereichen mit drei Außenpools, einer Sonnenterrasse, einem beheizten Innenpool und einem Spa umgeben sind.
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Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Perlen vor die Säue, anders kann man es nicht sagen. Ein Leben voller Kunst, ein ausgebildeter Feinsinn – bei den Besten gelernt! –, makelloses Huf- und Hauerwerk, das alles fließt in jede Bodenumwälzung ein, die ich vornehme. Nur um abermals mitzuerleben, wie irgendwelche Banausen ohne jeglichen Sinn für Dimension, Proportion, Komposition mir nichts, dir nichts alles umgestalten. Umgestalten! Ein viel zu freundlicher Ausdruck für das, was diese Gestalten tun. Es gibt, sapperlot nochmal, Konstanten in dieser Welt! Ein Zentimeter ist ein Zentimeter, das ist keine Auslegungssache. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie sich doch mal das Zollstockmuseum in Bestensee an. Ein Raum voller Zollstöcke. Voller Proportion. Komposition. Dimension. Zum Üben von Augenmaß. Bevor man, nun ja, gestaltend tätig wird, Sie wissen schon. Anschließend gibt es dann auch nichts mehr zu Motzen – stattdessen radeln Sie einige wenige Kilometer nach Motzen. An der Badestelle am Motzener See können Sie sich abkühlen. Und die Skulptur einer Badenden bestaunen, vom Bildhauer Harald Müller. An der kommt das alles nämlich auch zum Tragen. Also Augenmaß, Proportion, Komposition, Sie wissen schon. Ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“
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