am Tag, an dem ein Autoraser bei einem Rennen mit zwei anderen Irren auf dem Kurfürstendamm eine unbeteiligte 45-jährige Frau und ihre 17-jährige Tochter rammte und schwer verletzte, also am Montag dieser Woche, gingen auf dem Konto von Wieland Giebel 640 Euro ein, Verwendungszweck: „Schmerzensgeld“. Sonst nichts.
Im Mai vergangenen Jahres war ein 18-Jähriger in einem 256-PS-Wagen wild überholend durch die Anhalter Straße gerast und Ecke Wilhelmstraße in einen Radfahrer geschleudert. Giebel flog durch Luft und wurde schwer verletzt – bis heute leidet er an den Folgen. Einen Monat später, am 14. Juni 2019, schrieb der Anwalt des Rasers eine Mail an die Polizeidirektion 5, Betreff: „Illegales Autorennen“. Der Kern des Schreibens besteht aus zwei Sätzen: „Anbei übersenden wir einen Entschuldigungsbrief mit der Bitte um Weiterleitung an den Geschädigten. Des Weiteren wird dringend an die Fahrzeugherausgabe erinnert.“
Hauptsache, der Wagen ist rasch zurück im Rennen. Der Fahrer, der in dem anderthalbseitigen, handschriftlichen Entschuldigungsbrief entgegen der Zeugenaussagen von einem Sekundenversagen spricht und Giebel Einkaufshilfe anbot, wurde zu 80 Sozialstunden verurteilt. Die hat er jetzt offenbar abgeleistet, zu 8 Euro die Stunde – das Geld auf Giebels Konto wurde von einem gemeinnützigen Jugendwerk überwiesen.
Den Rasern auf dem Kurfürstendamm folgte gestern laut hupend der Forderungskorso der Politik (eine Übersicht finden Sie hier). Von Asphaltbuckeln über Tempolimits und Blitzern bis zur Vollsperrung für Privat-Pkw war alles dabei – auch ein lebenslanger Führerscheinentzug. Dazu heute unsere Frage an Sie:

„Mit den heutigen Erkenntnissen hätten wir Friseure und Einzelhandel nicht schließen müssen“, sagt Jens Spahn zum Corona-Verlauf, und Ex-CDU-General Ruprecht Polenz ergänzt: „Mit den Kenntnissen von Montag hätte ich meinen Lottoschein auch anders ausgefüllt.“ Wie sehr die wechselnden Informationen aus der Welt der Virologie die Politik unter Druck setzen, zeigt ein Blick auf die Zahl der Covid-Verordnungen für Berlin: Der Senat beschloss gestern tatsächlich die 19. Änderung seit dem 17. März. Daraus ließen sich perfekte Quiz-Show-Fragen generieren, z.B.: Von wann bis wann galt das Kinoverbot? Mit welcher Verordnung wurden die Zoos wieder geöffnet? Welches Datum trägt die Maskenpflichtverordnung für den ÖPNV? Vom kommenden Sonnabend an gilt jedenfalls in Berlin eine Maskenpflicht bei Demonstrationen und der Zwang eines Hygienekonzepts bei Familienfeiern ab 50 Teilnehmern. Schwere Zeiten also für Querdenker und Mafiosi. Übrigens: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hält ein nächtliches Alkoholverbot in München für „unverhältnismäßig“ – im Verhältnis zu Berlin mag das sogar stimmen.
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Der Bericht zur Staatlichen Ballettschule zu den Jahren 2015-2019 (beauftragt von der Bildungssenatorin Sandra Scheeres bei den Wirtschaftsprüfern von „Hecht & Kollegen“, 25 Seiten) ist noch unveröffentlicht – aber wir schauen für Sie schon mal rein… und stellen fest: Schulleitung und Senatsverwaltung tanzten heimlich zusammen die sieben Todsünden der Haushaltsführung (frei nach Brecht/Weill). Die wichtigsten Punkte:
1. Intransparente Rechnungslegung
2. Ausgabenzuordnung nach unsachlichen Kriterien
3. Unregelmäßigkeiten bei Dienstleistungsaufträgen
4. Verstöße gegen das Vergaberecht
5. Verstöße gegen das Reisekostengesetz
6. Übergroßzügige Vergabe von Ehrenkarten
7. Jubiläumsgala ohne Verwendungsbescheid
Nicht nur die Schülerinnen wurden, wortwörtlich, auf die Spitze getrieben – das Gleiche lässt sich für die Ausgaben sagen. Und je höher das Budget stieg, desto tiefer sank die Ausgabendisziplin – und desto stärker wurde auf Leitungsebene das Verlangen nach mehr. Zusätzliche Auftrittseinnahmen wurden wichtiger genommen als der Bildungsauftrag, meinen die Prüfer. Die Nachwuchstänzerinnen wurden vor aller Augen verheizt, um die nächste Dienstreise der Erwachsenen zu finanzieren: „Auffällig ist, dass bei Fernreisen eine besonders hohe Anzahl an Lehrkräften teilnahm.“ Vor allem Schulleiter Ralf Stabel war viel in der Welt unterwegs – ohne die erforderliche Genehmigung der Senatsverwaltung. Dementsprechend stiegen die Reisekosten im Untersuchungszeitraum um das Dreifache.
Viermal hieß das Reiseziel des Schulleiters Havanna – allein im Jahr 2019. Aber allein war Stabel offenbar nicht unterwegs, obwohl kein anders Mitglied der Schule dabei war: Für zwei der Reisen wurden Ausgaben für je zwei Visa eingereicht. Übernachtungskosten rechnete Stabel pauschal ab, „sodass nicht nachvollzogen werden kann, (…) ob dafür tatsächlich Kosten entstanden sind“. Anhaltspunkte dafür, dass Abrechnungen „manipuliert oder gefälscht“ wurden, fanden die Prüfer nicht. Aber sie äußern „erhebliche Zweifel“ an einer „sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung“ (u.a. New York, Mexiko), monieren fehlende „dienstliche Notwendigkeit“ (für „erhöhte Wegstreckenentschädigung“), halten „eine private Veranlassung“ für Reisen „für nicht ausgeschlossen (u.a. Malaga) und sehen grundsätzlich Häufigkeit und Höhe der Kosten „nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Bildungsauftrag der Schule“.
Die Bildungsverwaltung hatte Stabel wegen verschiedener Missstände an der Eliteschule gekündigt – heute findet die erste Hauptsacheverhandlung vor dem Arbeitsgericht wegen zu langer Arbeitstage der Schülerinnen statt. Um die Dienstreisen geht es erstmals am Freitag im Rahmen eines Gütetermins. Unsere Kollegin Susanne Vieth-Entus hat die Vorfälle an der Staatlichen Ballettschule von Beginn an verfolgt. Ihre jüngsten Beiträge finden Sie hier und hier.
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3013 Tage nach der BER-Nichteröffnung und 60 Tage vor der Vielleicht-(Wahrscheinlich-Sicher-)Eröffnung haben Ann-Kathrin Hipp und Nadine Voß von Team Checkpoint den Probebetrieb getestet. Hier ihre 10 Erkenntnisse:
1. Wegen einer Signalstörung verzögerte sich die BER-Anreise um ca. 30 Minuten.
2. Ein großes Lob an die Spielemacher mit Liebe zum Detail. Es gab Kuscheltierhunde im Körbchen, Waffenkoffer samt Munition, Babys und meterlange Schlangen. Der Bitte, „das Spielen von eigenen ausgedachten Ereignissen“ zu unterlassen, sind wir trotz großer Versuchung nachgekommen.
3. Die Besucherterrasse bleibt ein Mysterium. Keiner kennt den Weg.
4. Der Dutyfree-Bereich ist die aktuelle Großbaustelle.
5. Mülleimer am BER sind so klein, dass kein „Durstlöscher“-Tetrapack reinpasst, große Papiertüten lassen sich zerknüllen.
6. Zwei Steckdosen (+-) gibt es pro Gate.
7. In eine Schlange stellt sich Berlin frühestmöglich auch dann, wenn es nicht mal einen Flug geschweige denn ein Urlaubsziel zu erreichen gibt.
8. Wenn die Flugzeugpiloten auch nur halb so berlinerisch witzig sind wie die Busfahrer, wird’s super: „Lassen Sie nix liegen, Sie bekommen es nicht wieder!“ und „Chaos ist was anderes, das ist Testbetrieb“. Na dann.
9. Zollbeamte sind extrem gut gelaunt, solange nur Probebetrieb herrscht.
10. Antalya und Friedrichshafen liegen manchmal nur eine Busdrehung und 5 Minuten auseinander.
Und wenn Sie genau wissen wollen, ob Nadine als Baby-Komparsin ihre bereits eingecheckten Eltern wiederfindet und Ann-Kathrin ihre Waffen durch die Security bekommt: Dieses kurze Video hier gibt Antworten auf allerletzte Fragen vor der Eröffnung (noch 59 Tage…).
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Berliner Schnuppen
Telegramm
Die Berliner Grünen haben sich per Umfrage unter 358 Mandats- und Amtsträger*innen testen lassen – hier das Ergebnis: Sie sind zu 80 % akademisch gebildet, zu 80 % weiß und zu mehr als 50 % weiblich, haben zu 35 % eine Migrationsgeschichte und bezeichnen sich zu 25 % als schwul, lesbisch, bi, trans oder nicht-binär. Ach ja, und zu 30 % haben die Berliner Grünen etwas gegen interne Umfragen – 252 Antworten kamen zurück.
Das „Meldesystem für demokratiefeindliche Tendenzen“, das Justizsenator Dirk Behrendt für die Bediensteten der Gefängnisse angeordnet hat, macht den Beamtenbund „fassungslos“ – er sieht darin ein „Spitzel- und Denunziationssystem nach DDR-Vorbild“. Der Landesvorsitzende Frank Becker hat deshalb gestern „mehr als verärgert“ einen Brief an den Regierenden Bundestagskandidaten geschrieben – seine Forderung: Michael Müller möge „dem Treiben des Justizsenators umgehend ein Ende setzen“. Horido. Die Datenschutzbeauftragte des Landes hat die Justizverwaltung übrigens um eine Stellungnahme gebeten.
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Um 23:38 Uhr landete gestern Elon Musk mit seinem Privatjet in Schönefeld. Christian Bergner schreibt dazu: „Fun Fact: Die Triebwerke seines Business Jets Gulfstream G650 wurden in Blankenfelde-Mahlow/Dahlewitz entwickelt und gebaut, keine 20 km entfernt vom BER.“ Tja, und wer war dort mal Manager? Richtig: Ex-BER-Chef Karsten Mühlenfeld. So klein ist die Welt.
Der Berliner Bauunternehmer Christoph Gröner (Motto: „Es gibt kein Recht auf Wohnen in Kreuzberg“) war auf Shoppingtour in Mitte: Vier Häuser hat er hier gekauft, berichtet Nicolas Šustr im „ND“ – offenbar für jede Jahreszeit eins (auch wenn für die Mieter jetzt überall der Herbst beginnt).

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
In unserer Rubrik „Wer sucht was?“ wird es heute laut und rhythmisch. Julia Mundry schreibt uns:
„Wir sind die ,Green-Igelz‘, die Samba-Band von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin. Unter der Leitung unseres brasilianischen Multitalents „Furiosa Dada“ spielen wir mit viel Lebensfreude Samba-Rhythmen z.B. auf Demonstrationen, beim Karneval der Kulturen und beim Berlin-Marathon.“
„Wir suchen einen großen Raum, z.B. eine Turnhalle oder ein Vereinsheim, in dem wir proben und laut sein dürfen! Er muss genügend Abstand für ca. 15 Personen und Belüftungsmöglichkeiten bieten. Corona hat uns leider aus unserem Keller-Proberaum vertrieben, und unsere Outdoor-Proben auf dem Tempelhofer Feld gehen ihrem natürlichen Ende entgegen. Selbstverständlich bedanken wir uns mit mindestens einem Auftritt – und die sind jedes Mal mitreißend!“
Wenn Sie helfen können, melden Sie sich bitte bei uns unter checkpoint@tagesspiegel.de. Und natürlich nehmen wir auch weiterhin Suchanfragen entgegen – schreiben Sie uns einfach in einer Mail, wer Sie sind und wen oder was Sie suchen.
„Gesichter für ein gesundes Miteinander“ heißt ein neuer Wettbewerb der DAK für ehrenamtliches Engagement in drei Kategorien, u.a. werben als Schirmherren die Ministerpräsidenten Ramelow, Kretschmann und Bouffier für eine Teilnahme – und da ich selbst Jurymitglied bin, freue ich mich auf viele gute Bewerbungen, besonders aus Berlin. Alle weiteren Infos gibt’s hier.
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Zu den erfolgreichsten Medien-Neugründungen der vergangenen Jahre gehören unsere „Leute“-Bezirksnewsletter mit inzwischen weit mehr als 200.000 Abonnentinnen und Abonnenten. Und heute starten wir im Tagesspiegel (Print und E-Paper) in die Verlängerung: Zunächst gibt es jeden Mittwoch zwölf Seiten aus dem Südwesten der Stadt – und dann sehn wir mal weiter. Prognose: Das wird noch groß!
Nachtrag zur Meldung „Keine E-Ladesäulen vor dem Hotel Zoo Berlin am Kurfürstendamm 25“ (CP v. 28.8.) – der Geschäftsführer hatte 2018 eine Finanzierung angeboten. Dazu schreibt uns der Sprecher der Verkehrsverwaltung Jan Thomsen: Es gibt inzwischen eine Säule nebenan (Ku’damm 26) und eine schräg gegenüber (Meinekestraße 1), und: „Beide Ladesäulen sind durch das Land finanziert worden. Das entspricht der üblichen Vorgehensweise, weil das Land in der Ausbauphase der Elektromobilität konzeptionell für größtmögliche Abdeckung sorgen will. Würde nur auf private Anfrage reagiert, gäbe es schnell Ungleichgewichte.“ Zwei Standorte seien hier nicht sinnvoll, „weil die Versorgung nunmehr hinreichend ist und auch die Parkraumbewirtschaftung mit zwei Ladesäulen an dieser Stelle zu sehr beeinträchtigt würde.“ Es kommentieren Mando Diao: „I got a long long long way to go…“
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Überall gibt es plauderhafte Menschen, aber jene Form der Plauderhaftigkeit, die ‚Sprechanismus‘ heißt, gibt es nur in Berlin.“
Theodor Fontane (aus „Wie man in Berlin so lebt“)
Tweet des Tages
Jetzt fahre ich schon als Radfahrer Umwege, um durch die Friedrichstraße radeln zu können. Crazy times…
Antwort d. Red.:
Stadtleben
Essen – Bis gestern Abend lockten die Yorck-Kinos mit Filmen an der frischen Luft ans Kulturforum am Potsdamer Platz. Ein Besuch lohnt sich wegen der angrenzen Museen aber immer. Und: Der Imbiss-Kiosk Chez Ahmet bietet eine kleine grüne Oase, die bei Studierenden schon lange die Rettung in der Mittagspause ist – Essen zwischen 20 Cent und 3,50 Euro. Über die Theke gehen typische Imbisshappen wie Wurstgerichte, Panini und auch Türkisches wie Börek oder Lahmacun. Potsdamer Straße 37, Mitte, Mo-So: 10-20 Uhr, U-Bhf Mendessohn-Bartholdy-Park.
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Tagesspiegel-Podcast "Gyncast"
Folge 9: Wir haben Lust! Die Anatomie der Erregung
Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir einen Orgasmus haben, was hat die Nebenniere mit Liebe zu tun und gibt es den G-Punkt wirklich? Im neuen Gyncast dreht sich alles um weibliche Lust - damit Frauen endlich so viele Höhepunkte erleben wie Männer.
Trinken – Seit fast zwei Wochen ist Berliner Mostsaison. Obstbesitzer*innen können bis Mitte Oktober ihre reifen Äpfel, Birnen und Quitten zu Direktsaft pressen lassen. Verarbeitet wird ab 100 Kilogramm Äpfel oder 100 Kilogramm Äpfel und Birnen je zur Hälfte gemischt. Nach etwa zehn Minuten ist das Obst in Standbeuteln oder Mostkisten mit Zapfhahn verpackt und 90 Tage haltbar. Termine für Pankow, Wildau, Bernau und Borgsdorf sind hier einsehbar und eine Anmeldung erforderlich (telefonisch unter 0176-96321928 in der Zeit von Mo-Fr 8-17 Uhr oder online). Zum Jubiläumsmarkt 300 Jahre Baumschule Späth am 19. und 20. September ist die Mostquetsche direkt am Eingang Ligusterweg tätig. Obstbesitzer*innen können sich den Traditionsmarkt kostenfrei ansehen und direkt am Eingang parken. Späthstraße 80/81, Baumschulenweg, Treptow-Köpenick, Busstation Baumschulenstraße/Königsheideweg.
Berlinbesuch – Lachen ist gesund: Es lockert die Muskeln und setzt Glückshormone frei. In Potsdam wird heute von 15 bis 16 Uhr „Lachyoga für jederman“ unter freiem Himmel auf der Wiese gegenüber des Bildungsforums (Am Kanal 47) eine Stunde gelacht, bis Sie fröhlich und entspannt nach Hause gehen können. Trainerin Anne Ludwig bittet Sie darum, an bequeme Kleidung, etwas zu trinken und ein Sitzkissen oder eine Matte zu denken. Die Teilnahme ist kostenlos, keine Anmeldung nötig.
Hingehen – Die Mühle am Schloss Sanssouci soll der Legende nach ständig geklappert und den König Friedrich II. gestört haben. Seit 1995 ist sie ein Museum und kann von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Wer Lust hat, nimmt sich fürs Abendbrot ein frisches, aus Sanssoucimehl gebackenes Brot mit. Neben Roggen und Weizenmehl ist Dinkel gerade in der Produktion. Für den süßen Zahn gibt es Mohnhörnchen. Täglich von 10-18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr, Maulbeerallee 5, Potsdam, Busstation Schloss Sanssouci. Foto: Mühlenvereinigung, Torsten Rüdinger
Geschenk – Kleine Menschen früh für Tetris begeistern: Die Kinderzimmermöbel der Kölner Labels bekind sind zum Stapeln und Mitwachsen gedacht. Analog zum Ordnungsprinzip der Kinderstuben (Drehen, Wenden, auf den Kopf stellen) werden aus den schnieken Holzteilen (ab 155 Euro) Kinderstühle, Hocker, Schreibtisch oder Sitzbänke. Auf jeden Fall besser als Spielzeug, das verstaubt.
Plätze sichern – Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité wird umgebaut. Damit die bisherige Dauerausstellung trotzdem zu sehen ist, können Besucher des Campus Mitte am Bauzaun entlang des Virchowwegs an 90 Stationen „Dem Leben auf der Spur“ sein. Ein Luftbild inmitten der rund 60 Meter langen Ausstellung informiert außerdem über die Charité von oben. Am übernächsten Dienstag (15. September) findet anlässlich des 150. Geburtstags der Ärztin Rahel Hirsch eine Fest- und Gedenkveranstaltung statt. Sie war von 1903 bis 1919 an der Charité tätig und erhielt 1913 als erste Medizinerin in Preußen den Professorentitel. Das Projekt „GeDenkOrt.Charité – Wissenschaft in Verantwortung“ lädt alle Interessierten ein, um 15.30 Uhr an der Büste von Rahel Hirsch auf dem Charité-Gelände (Campus Mitte, Vorplatz der Charité Campus-Klinik) dabei zu sein. Anmeldung bis zum 10. September hier.
Last-Minute-Tickets – (ein Tipp von Sandra Luzina) Zu einem amüsanten Streifzug durch die Geschichte des Schlagers laden Katharina Thalbach und Thomas Quasthoff heute Abend um 20 Uhr an der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater.Für das Programm „Kurz, knapp und knackig“ haben der Schauspielstar und der gefeierte Bariton 70 Lieblingslieder aus sechs Dekaden ausgewählt, die an zwei Abenden präsentiert werden. Heute geht’s von der Stunde Null bis zu den 70er Jahren. Verstärkt wird das famose Duo von Andreja Schneider, die man von den Geschwistern Pfister kennt. Christoph Israel begleitet die drei Schlagerfans am Klavier.Tickets für 28 Euro gibt es hier.
Karten sichern – „Meine Theorie ist, dass Literatur unentbehrlich für die Gesellschaft ist, so wie Träume unentbehrlich für unser Leben sind“, sagte die US-amerikanische Schriftstellerin Joyce Carol Oates und leitet damit das Programm des 20. internationalen Literaturfestivals in Berlin (9.-19. September) ein. Lesungen, Gespräche und Workshops vereinen Schriftsteller*innen und Expert*innen aus 50 Ländern, um sich über zeitgenössische Entwicklungen der Literatur, politische Themen und wissenschaftliche Diskurse mit dem Publikum auszutauschen. Tickets hier.
Karten gewinnen – An die Leinwände, fertig, los! Die Gemüseküche des Bonvivants in Schöneberg lädt zum Action Painting ein. Jeden Samstag und Sonntag können sich foodverliebte Kuntsinteressierte von 10-15 Uhr durch den Wochenendbrunch der Bistro-Bar schlemmen und anschließend ein eigenes Kunstwerk gestalten. Nennt sich Brunch + Art und wird durch einen Elektromotor unterstützt, der mit Hochgeschwindigkeit über einer Leinwand rotiert – so oft, bis Sie das Kunstwerk für fertig erklären. Wir verlosen bis 12 Uhr zwei Plätze für einen Termi ihrer Wahl – aber Achtung: zur Berlin Art Week am 12. oder 13. September wollen alle. Schnell sein lohnt sich also. Golzstraße 32, U-Bhf Kleistpark.
Insel-Check
Team Checkpoint hat die Segel gehisst und alle Berliner Inseln besucht – es sind mehr als 50. An dieser Stelle und auf Instagram stellen wir Ihnen täglich eine davon vor. Und oben drauf gibt’s unser Inselquartett – zum Ausschneiden für lange Autofahrten in den Ferien und Sommer-Sehnsucht im Winter.
Die nördlichste Insel im Tegeler See, Hasselwerder, sieht aus der Luft mit etwas Fantasie aus wie ein grinsender Mund. 300 Meter lang und 60 Meter breit hat man die Insel mit dem Boot in wenigen Minuten einmal umrundet, im Norden liegt ein kleiner Steg. Zwischen Bäumen stehen noch einige verlassene Lauben, früher gehörte dem Reeder Walter Haupt die Insel – die Datschen wurden an Feriengäste vermietet, zelten war erlaubt. Heute ist die Insel Landschaftsschutzgebiet. Wer gerade kein Boot zur Hand hat, stellt sich am Besten mit einem Fernglas auf die Greenwichpromenade und hält nach Vögeln Ausschau. Im Winter machen Prachttaucher und andere seltene Flügeltiere auf Hasselwerder Pause. Sie kommen aus Island und Norwegen, fliegen nach Süden und landen nur hier. Vielleicht haben sie das Grinsen gesehen?
Text: Julius Betschka
Berlin heute
Verkehr – Bismarckstraße (Charlottenburg): In Richtung Ernst-Reuter-Platz stehen aufgrund von Leitungsarbeiten zwischen Krumme Straße und Weimarer Straße bis Anfang November nur drei Fahrstreifen zur Verfügung.
Kreuzung Siemensstraße/ Nicolaistraße (Lankwitz): Ab 9 Uhr regelt für ca. eine Woche eine Baustellenampel den Verkehr.
Sonnenalleebrücke (Neukölln): Da die Fahrbahn zwischen Ziegrastraße und Saalestraße saniert wird, ist ab ca. 9 Uhr bis Ende Oktober in jeder Richtung nur eine Spur frei.
Demonstrationen – Unter dem Motto „Colosseum muss bleiben“ versammeln sich ca. zehn Teilnehmende in der Fischerstraße 36, angemeldet durch ver.di (16.45-17.40 Uhr). Bei einem „Protest gegen die bulgarische Regierung“ protestieren von 17.30-19.30 Uhr ca. 50 Teilnehmende am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. Eine Mahnwache am Washingtonplatz erinnert an den „Jahrestag des Todes von Alan Kurdi“, angemeldet durch den Verein Sea-Eye (18-20 Uhr, ca. 50 Teilnehmende). Die Initiative Hermannplatz hat mit ca. 150 Teilnehmenden eine Kundgebung unter dem Motto „Recht auf Stadt“ auf dem Hermannplatz angemeldet (18.30-22 Uhr).
Gericht – Fortsetzung im Prozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder u. a. wegen schwerer räuberischer Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue. Der 44-jährige Clan-Chef soll von dem Rapper Bushido unberechtigte Geldzahlungen verlangt haben, als dieser die geschäftlichen Beziehungen im Jahr 2017 aufgelöst hatte, zuletzte hatte Bushido im Prozess als Zeuge ausgesagt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Universität – Die Freie Universität veranstaltet von 10-14 Uhr einen Workshop zum Thema: "Das Klimafrühstück – Wie unser Essen das Klima beeinflusst". Digital wird KATE e.V. die Zusammenhänge näherbringen und altersgerechte und partizipative Methoden des Globalen Lernens vermitteln, sodass angehende Pädagog*innen diese anschließend im Unterricht anwenden können. Der Workshop richtet sich somit primär an Lehramtsstudierenden, Interessierte sind ebenfalls herzlich willkommen. Anmeldung erforderlich.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Silke Alsweiler-Lösch, Freundeskreis der Deutschen Oper / Inken Becher (42), ehem. Fußballspielerin / Rainer Thiele (70), „für ein neues Lebensjahr-(zehnt) mit vielen schönen Erlebnissen wünscht dir eine alte Freundin Kraft und Gesundheit!“ / Nicolette Krebitz (48), Schauspielerin und Regisseurin / „Ganz herzliche Glückwünsche an meine allerliebste Schwester, Heike Werner, zum 59.! Bleib so wie du bist, wir haben dich sooo lieb!“ / Jack White (80), (bürgerlich Horst Nußbaum), ehem. Fußballspieler und Musikproduzent
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Gisela Keyler, * 8. Juli 1937 / Josef Kloppenborg, * 26. Januar 1935 / Wilfried Knobel, * 26. Dezember 1943 / Prof. Dr. Heinrich Poos, * 25. Dezember 1928, Komponist und Musikwissenschaftler
Stolperstein – Heute vor 78 Jahren wurde Betty Bibo (JG. 1867) mit dem sogenannten „55. Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 8. März 1943 ermordet wurde. Ein Stolperstein in der Witzlebenstraße 2 in Charlottenburg erinnert an sie.
Encore
Nach dem „Sturm auf den Reichstag“ könnte die nächste Querdenker-Demo baden gehen: Die für den „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober geplante Kundgebung soll nach Konstanz verlegt werden, meldete der RBB am Dienstagabend unter Berufung auf Initiator Michael Ballweg. „Das ist zum Beispiel als Menschenkette um den Bodensee vorstellbar“, wird Ballweg zitiert. Bei 1,5 Meter Abstand zueinander bräuchte er dafür 182.000 Teilnehmer, die nichts gegen nasse Füße haben. Die Republik ist gerettet.
Einen kühlen Kopf in all der Aufregung haben für diese Checkpoint-Ausgabe Sophie Rosenfeld und Carlotta Cölln mit dem Stadtleben sowie Florenz Gilly bei der Produktion bewahrt – kommen Sie gut durch den Tag,