und ein herzliches Sorry an die Fans des für heute versprochenen Björn Seeling, deren Vorfreude noch einen Tag länger währen darf. Lieber Späti als nie – das gilt mehr denn je, nachdem das Landesverwaltungsgericht entschieden hat, dass die kleinen Kiezläden sonntags schließen müssen, sofern sie nicht ausdrücklich auf Touristenbedarf und To-Go-Nahrung spezialisiert sind. Bierkästen, Milchkartons und Honig im Pfund zählen dazu eben nicht.
Das Urteil bestätigt nur die längst geltende Rechtslage, die bisher je nach Bezirk entweder leidlich durchgesetzt oder unbürokratisch ignoriert wird. Es tut vielen weh, die sich bisher selbst wehtun, um über die Runden zu kommen – nämlich den Selbstausbeutern, die teilweise sieben Tage die Woche arbeiten, von denen der Sonntag der umsatzstärkste ist. Aber eben auch illegal, was den Behörden auf Dauer nicht egal sein kann. Ihre Herausforderung wird nun, die Regeln durchzusetzen, ohne die Betroffenen zu ruinieren. Denn die zahlen die Bußgelder eher nicht aus der Portokasse.
Zugleich wird die Kundschaft zumindest mal darüber nachdenken müssen, ob es nicht doch möglich ist, den Kühlschrank zwischen Montagfrüh und Samstagabend so weit zu bestücken, dass man irgendwie über den Sonntag kommt. Diese Fähigkeit von Erwachsenen zu erwarten, ist mindestens ebenso lebensnah wie die immerwährende Verfügbarkeit der Kiezläden, an die man sich so schön gewöhnt hat. In der „taz“ gibt’s dazu und darüber hinaus ein paar lesenswerte Gedanken.
Der hinter dem Ladenschlussgesetz stehende Grundgedanke, einem möglichst großen Teil der Bevölkerung zumindest einen Ruhetag zu sichern, ist zwar alt, aber keineswegs von gestern.
Anzeige
Demokratischer Salon „demokratisch lernen“
Das Deutsche Historische Museum und Gesine Schwan laden zu vier Demokratischen Salons ein: Beim letzten Salon am 10. Juli sprechen Micha Brumlik, Simon Morris-Lange und Marina Weisband über demokratisches Lernen, das Lernen von Demokratie und Bildungsungerechtigkeit in der Weimarer Republik und heute.
10.07., 18.30 Uhr
Eintritt frei
In Berlin um die Welt: Ungarn. Lebensmittel und Produkte aus der Heimat zu bekommen, das ist für viele Expats enorm wichtig: So kann man in der heimischen Küche stets ein Stück Altbekanntes, ja ein Stückchen Zuhause rekreieren. Mit dieser Intention eröffneten Laci und Sanyi die ungarische Speisekammer Borso in der Wilmersdorfer Straße 152 in Charlottenburg. Denn sie vermissten den Geschmack von ungarischer Wurst und Paprika. Dabei unterstützen sie Kleinbauern und Winzer aus Ungarn und achten besonders auf die Qualität ihrer Waren – der Geschmack soll schließlich authentisch sein. Als jemand, der noch keine Erfahrungen mit der ungarischen Küche gemacht hat: Scheuen Sie sich nicht, die Betreiber um Rat zu fragen, mit Glück entlocken Sie ihnen feinste ungarische Rezepte und finden den passenden Wein obendrein! Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-16 Uhr, U-Bhf Bismarckstraße. Einwohner Ungarns in Berlin: 6382 (Stand Ende Dezember 2018)
Sommerspaß: Badestelle Kuhhorn an der Havel. Wer bei „Kuhhorn“ an grüne Viehweiden denkt, liegt falsch: Mitten im Grunewald liegt dieser weißbesandetete Einstieg in die Havel, so versteckt, dass sich mit etwas Glück sogar in den Ferien die Aussicht und das Bad im Wasser in Ruhe genießen lassen. Noch ein Plus: Die Badestelle in Wilmersdorf ist mit dem Fahrrad, zu Fuß über den Havelhöhenweg oder dem Bus 218 (bis zur Haltestelle Schildhorn fahren, dann der Straße bis zum Wasser folgen und links halten) gut und schnell erreichbar. Die Wasserqualität hier profitiert übrigens von der Trockenheit, weil ohne Regen auch kein Dreck aus der innerstädtischen Kanalisation die Havel verschmutzt.
Sommersport: Bikepolo/ Radpolo – für den Sport gibt es mehrere Bezeichnungen.
Radsport mit Elementen von Radball kombiniert mit denen von Polo. Quasi Polo beim Reiten auf Pferden – nur ohne Pferde, sondern mit Drahteseln. Die Teams von je zwei bis drei Radfahrern versuchen, den Ball mit einem Schläger an einem langen Stiel ins gegnerische Tor zu treiben. Es ist erlaubt, den Ball mit den Rädern abzufangen. Für Ältere weniger geeignet. Berlin Bike Polo trainieren aktuell in Lichtenberg.
Jottwede (Janz weit draußen): Blumberger Mühle – Darüber, was die Erhaltung von Mooren mit Klimaschutz zu tun hat, informiert eine aktuelle Ausstellung des NABU im Bildungs- und Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle. Vom Hauptgebäude – das der Form eines Baumstumpfes nachempfunden ist – geht‘s direkt ab in die Natur, wo in Garten-, Teich- und Moorlandschaften unterschiedlichste Lebensräume erkundet werden können. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann im Voraus eine Kutschfahrt durch das Naturschutzgebiet „Blumberger Teiche“ buchen. Geöffnet ist bis Oktober tgl. 10-18 Uhr, der Eintritt kostet 4 (ermäßigt: 3, Kinder: 1) Euro, ein Restaurant gibt's auch. Anfahrt: Mit dem Auto ca. 1.40 h via A11 gen Norden fahren oder mit dem Regionalexpress bis Angermünde und von dort weiter per Rad oder BiberBus.
Anzeige
Sie hat ihren Namen verdient: „Simply the Best – Die Tina Turner Story“. Nur noch bis 28. Juli gastiert die mitreißende Musical-Biografie über die „Queen of Rock“ nach ausverkaufter Europatournee in Berlin. Gehen Sie auf eine Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte und erleben Sie Tina Turners größte Hits live.
Tickets ab 24 €.
Berlin, aber Sommerloch: Der Ring des Nibelungen war im 19. Jahrhundert, der große Brockhaus trug durchs 20., aber jetzt kommt die sogenannte Kleine Anfrage „Sicherheit an Berliner Schulen IV“ des Anfragenrekordhalters Marcel „Lunte“ Luthe von der FDP: Genauer gesagt handelt es sich um 689 Anfragen, die der Senat zu einer zusammengefasst hat. Schließlich seien „die Fragestellungen und die Adressen der Einzelanfragen identisch zu der Sammelanfrage“. Luthe wollte wissen, wie viele Straftaten an Berliner Schulen (Auflistung: 22 Seiten) seit 2016 erfasst wurden. Wie schon bei den Anfragereihen I, II und III antwortet die Innenverwaltung: „Eine Veröffentlichung der adressengenauen Übersicht hat zum Schutz des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung der unter den Anschriften zum Teil lebenden und der dort beschulten Personen zu unterbleiben.“
Berliner Schnuppen
Telegramm
Nachdem wir hier am Dienstag den Frust einer Steglitzerin beschrieben haben, die sich fern aller Sharing-Angebote gerade für den Kauf eines Autos erwärmt, kam diverse Post: Die Verkehrsverwaltung betont, dass – anders als von ihrem Vertragspartner Nextbike behauptet – 140 von dereinst 750 Mietradstationen außerhalb des S-Bahn-Rings entstehen (sollen), wenn auch überwiegend nahe dran. Und Lichtenbergs BzBM Michael Grunst (Linke) kontert den Senatsvorwurf, die Bezirke würden Genehmigungen vertrödeln: Man habe sich sogar um zusätzliche Nextbike-Stationen bemüht. Und für effektives Carsharing brauche man Autos mit festen Parkplätzen. Das Gesetz dafür sei vorhanden, nicht aber die nötige Ausführungsvorschrift des Landes.
In der Nacht zu Freitag endet nach 16 Tagen der Schienenersatzverkehr im Südosten, der ein echtes Argument fürs eigene Auto war. Zu den Highlights (selbst gesehen!) gehörte das Duo aus zwei Bussen von Baumschulenweg nach Schönefeld (=16 km), in deren erstem die Menschenmassen fast erstickten, während direkt dahinter ein zweiter Bus mit demselben Ziel, aber ohne einen einzigen Passagier an Bord im Feierabendstau steckte. „Dermaßen viele Leserbeschwerden über einen Ersatzverkehr hatte ich noch nie“, resümiert Tsp-Kollege Thomas Loy, der unseren Newsletter für Treptow-Köpenick schreibt. Ab morgen wird dann der Ring nördlich vom Ostkreuz unterbrochen.
Die DDR-Rappelkisten, die die S-Bahn auf den Südoststrecken (S45/46/8/85) einsetzt, haben neuerdings auffallend saubere Sitzbezüge – und das kam so: Am Rande eines Termins im November 2018 habe ich S-Bahn-Chef Peter Buchner auf die oft völlig versifften Bezüge (die im Unterschied zum neueren Modell nicht abgenommen und in die Waschmaschine gesteckt werden können) angesprochen. Daraufhin nahm sich Buchner der Sache an und ließ Dampfreinigungsgeräte beschaffen, nach deren Einsatz die Sitze nicht stundenlang in der Werkstatt trocknen müssen wie nach einer echten „Nassreinigung“. Jetzt macht die S-Bahn laut Buchner auch bei der alten West-Baureihe Dampf.
Eine Gesellschaft von Rocket Internet, also dem Zalando-Imperium der Samwer-Brüder, wollte ein Wohngebäude an der Urbanstraße kaufen, aber daraus wird nichts. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne), der zuletzt auch anderen in Kreuzberg Findlinge in den Weg gelegt hat, übte laut „B.Z.“ das Vorkaufsrecht aus. Nun geht das Gebäude an die Gewobag und eine Genossenschaft.
Vor dem Spandauer Rathaus soll heute eine Regenbogenflagge gehisst werden. Die Wetterlage war zuletzt allerdings vom Shitstorm dominiert, der über die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks hereingebrochen war. Die hatte den Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes per Mail um eine Erklärung zu einem Foto von 2018 gebeten, auf dem er Arm in Arm mit dem hoch umstrittenen US-Botschafter Richard Grenell zu sehen ist. Der Verbandschef beklagte daraufhin im großen Mailverteiler Gesinnungsschnüffelei. Die lokale AfD griff das Thema dankbar auf, die asozialen Netzwerke reagierten erwartungsgemäß. Nämlich so, dass BzBM Helmut Kleebank jetzt ankündigte, den strafrechtlich relevanten Teil des Gepöbels anzuzeigen.
Amt, aber glücklich: Eveline und Helmut S. brauchten dringend eine Ehebescheinigung und schrieben dem Standesamt StegZehl deshalb Dienstagabend eine Mail. Auf die automatische Antwort, dass es – egal was – eine Weile dauern werde, folgte Mittwochfrüh die freundliche Einladung von „Ihrem Team der Urkundenstelle“, einfach vorbeizukommen und das Dokument nach Zahlung der Gebühr gleich mitzunehmen. Das wollen die Eheleute S. heute tun – verbunden „mit einer persönlichen Danksagung (Geschenk unter der Bestechungsgrenze)“.
Anzeige
URBAN SPORTS - Berlin ist eine Stadt am Wasser. Seen, Bäder, Flüsse – urbane Sportler haben eine riesige Auswahl an Playgrounds für ihr Hobby. Lesen Sie hier über die sportlichen Sommertrends wie Schwimmen, Paddeln oder Wakeboarden. Außerdem: Alle wichtigen Triatholon Termine der Hauptstadt- Region auf einen Blick.
Amt, aber nicht so richtig: (Mindestens) ein Mitarbeiter der Post-Dependance am Wittenbergplatz legt Wert auf die Feststellung, dass es sich 1.) bei dem Etablissement – anders als im CP Dienstag behauptet – nicht um ein „Postamt“ handele, sondern um eine Postbankfiliale, und dass 2.) am Montag mehr als nur zehn 10-Cent-Marken vorrätig gewesen seien. Unterdessen meldet die Nachrichtenagentur AFP, dass es wegen der großen Nachfrage nach den neuen Briefmarken zu Lieferverzögerungen komme und die Post für eine „kurze Übergangszeit“ kulant sein wolle. Danach ist sie dann wieder die Post.
Die Kulturverwaltung hat sich zur Neuausschreibung der Werkstatt der Kulturen (WdK) geäußert, die der Migrationsrat in einem offenen Brief kritisiert (CP von gestern): Durch den im Koalitionsvertrag vereinbarten Neustart „soll die Arbeit der Einrichtung erhalten, langfristig neu konzipiert und deren Ausstrahlung in die gesamte Stadt verbessert werden“. Ein künftiges Nutzungskonzept müsse „die bisherige Geschichte und die besondere Stellung des Hauses aufnehmen und berücksichtigen“. Anders als behauptet seien die Beschäftigten der WdK stets auf dem Laufenden gehalten worden, u.a. durch sechs Gespräche der Chefin Philippa Ebéné mit Kultur-StS Thorsten Wöhlert. In den nächsten Tagen wolle die Verwaltung dem Migrationsrat ein Gesprächsangebot machen.
Gestern Abend spielte Musiklegende Neil Young vor 20.000 Leuten in der Waldbühne – und brachte gutes Wetter mit. Pünktlich zum Auftritt des 73-Jährigen riss die Wolkendecke auf, Young spielte in der gleißenden Abendsonne. Tagesspiegel-Kollege Hannes Soltau war dabei und hat sein Erlebnis aufgeschrieben.
Nachdem im Rotary Club Berlin einige Mitglieder am Rad drehten, weil ihr Vorstand Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in den exklusiven Club aufnehmen wollte (CP vom 24.06.), bahnt sich womöglich eine Alternative an: Dienstagabend war Kalayci zu Gast beim „Rotary Club Berlin Platz der Republik“, der laut Insidern weniger elitär und altherrisch ist. Die Senatorin jedenfalls war bis spätabends dabei.
„Wedding kommt“, heißt es ungefähr seit der Wende, aber jetzt zieht Mahlsdorf vorbei. Zumindest einzelhandelstechnisch – mit dem „Wochenmarkt 2.0“, der heute Premiere im Kiezzentrum „Pestalozzitreff“ feiert und künftig jeden Donnerstag geplant ist. Vom Wochenmarkt 1.0 bis 1.9 unterscheidet sich der Neue dadurch, dass es eine Gastgeberin gibt wie auf einer Tupperparty und dass die Kunden ihre – ausschließlich regional produzierte – Ware vorher im Internet bestellen. Man darf aber auch spontan vorbeikommen (Vielleicht gibt’s ja attraktive Retouren to go?).
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wer schickt Wölfe in den Zoo / haut Verbrechern auf den Po? Ingo, Ingo!“
Aus dem Song, mit dem die Brandenburger CDU ihrem Spitzenkandidaten Ingo Senftleben im September zum Sieg bei der Landtagswahl verhelfen will. Tsp-Kollege Alexander Fröhlich versicherte auf besorgte Nachfragen aus der Bevölkerung bereits, das Lied sei echt.
Tweet des Tages
Nächtlicher Dialog auf der Rolltreppe am S-Bahnhof Zoo: „Diese Stadt ist so fürchterlich! Finden Sie das auch?“ „Ja.“ „Ich bin so froh, wenn ich wieder im Ruhrgebiet bin! Woher kommen Sie?“ „Aus Berlin.“ „Und Sie finden die Stadt fürchterlich?“ „Natürlich.“ #ditisberlin
Stadtleben
Essen & Trinken – „Hummus Aperitivo“: So kombiniert das Universo in Neukölln heute Abend zwei hervorragende Dinge. Einerseits wird in italienischer Manier der Feierabend zelebriert. Also mit einem guten Drink. Dazu gibt’s Hummus – weil Hummus zu allem passt und man sowieso nie genug davon bekommen kann. Gemixt wird die Kichererbsenpaste im hauseigenen syrischen Feinkostladen. Der behauptet, den besten Hummus der Stadt zu machen – auf diese Diskussion lassen wir uns an dieser Stelle nicht ein. Wer möchte, kann aber gerne heute ab 17 Uhr testen gehen und sich ein eigenes Bild machen. Der Koch steht für Nachfragen zur Verfügung, ob Sie ihm sein Rezept entlocken, ist ungewiss – einen Versuch aber ist es wert. Drink und Hummusteller gibt’s für 8 Euro in der Lenaustraße 5 (U-Bhf Hermannplatz).
Neu auf der Museumsinsel ist für diese Sommersaison die Kolonnaden Bar. Sie ist eine Replik auf die Erfrischungshalle, die im 19. Jahrhundert zwischen den Säulengängen für durstige Museumsbesucher errichtet wurde. In den nächsten sieben Wochen bietet die Bar jeden Donnerstag also Getränke begleitet von Vorträgen und mit musikalischem Ausklang. Den rednerischen Anfang macht heute ab 19 Uhr Claudius Seidl von der FAS. Der Eintritt ist frei. Bodestraße 3, S-Bhf Hackescher Markt
Berlinbesuch – Für ein kleines Nahwassererlebnis kann man mit dem Schlauchboot über den Landwehrkanal schippern, oder man mietet sich ein Floß und lässt sich darauf über die Spree treiben. Der Vorteil gegenüber dem Schlauchboot: Camping-WC und Grill kann man dazu buchen. Die schwimmende Grillparty bekommt man bei Floß & los für bis zu zwölf Passagiere, und man braucht dafür nicht mal einen Bootsführerschein. Die Floßtour startet am Hafen im Treptower Park, von dort aus geht’s einfach die Spree runter (verfahren kann man sich zum Glück nicht) zum Seebad Friedrichshagen am Müggelsee. Preislich geht’s ab 130 Euro los (für 5 Personen).
Geschenk – Schon mal mit Schwarzkümmelöl gekocht? Ja, das gibt’s! Ebenso wie Aprikosenkernöl. Findet man im Ölwerk in der Charlottenburger Gervinusstraße 19, wo die Bio-Öle vor Ort kaltgepresst und in schicke 100ml-Fläschchen abgefüllt werden. Ganz billig sind die Feinkostöle nicht – eine solche Flasche fängt bei 3,50 Euro an und lässt sich bis zu 11,90 Euro kosten. Ausschlaggebend für letzteren Preis ist sicher der ägyptische Kreuzkümmel aus biologischem Anbau, aus dem das Öl extrahiert wird. Di-Fr 10.30-19 Uhr, S-Bhf Berlin-Charlottenburg
Last-Minute-Diskussion – Als „friedliche Revolution“ wird der Mauerfall gemeinhin beschrieben und hat so seinen Platz im kollektiven Gedächtnis Deutschlands. Doch wurde die Wende auch von Minderheiten so gesehen? Einen Blick auf „Jüdische Perspektiven auf die Deutsche Vereinigung“ möchte das ZWST deswegen geben und fragt: Wie erlebten Jüdinnen und Juden sowie andere Minderheiten in Ost und West die historische Umwälzung und die darauffolgenden Ereignisse? Das besprechen Sharon Adler von Aviva Berlin und Leah Carola Czollek vom Institut „Social Justice and Radical Diversity”. Los geht’s um 19 Uhr, eine Anmeldung ist nötig – denn erst in der Anmeldebestätigung wird der Veranstaltungsort mitgeteilt. Der Eintritt ist frei.
Noch hingehen – Ein Ensemble ohne Stammbühne, ohne Garderobe und Requisitenfundus – „Shakespeare2Go“. Das Konzept: Die neunköpfige Theatertruppe unter der Leitung von Andreas Neu zieht mit ihrem Programm von Bühne zu Bühne. Und die Spielstätten sind meist alles andere als konventionell. Heute spielen sie das letzte Mal ihr Stück „Miranda oder Total Eclipse of the Heart“ – in der Tanzbar „Zum Schmutzigen Hobby“ am RAW-Gelände. „Wir können überall spielen und vor jedem Publikum“, verriet Neu der Tagesspiegel-Autorin Magdalena Thiele. Bewiesen hat das Ensemble das spätestens, als es in Adlershof in einem Flugzeugmotoren-Prüfstand spielte. Na gut, ohne angeschaltete Turbinen. Aber nichtsdestotrotz: Ein Besuch in der Revaler Straße 99 heute um 20.30 Uhr lohnt sich allemal! Der Eintritt ist auf Spendenbasis.
Verlosung – Wir sind im Chicago der 20er Jahre. Und es macht seinem Ruf als Gangsterstadt alle Ehre. Roxie Hart, die verführerische Nachclubsängerin, erschießt ihren Liebhaber, als er sie verlassen will. Im Gefängnis trifft sie auf die berüchtigte Mörderin Kelly und heckt mit ihr einen filmreifen Plan aus. So nimmt das Broadway-Musical „Chicago“ auf der Bühne des Admiralspalasts seinen Lauf. Ständige Begleiter: Eine Menge Jazz. Für die heutige Premiere (ab 19.30 Uhr) des verführerischen Musicals verlosen wir 1x2 Tickets (bis 12 Uhr).
Das Stadtleben heute von: Maria Kotsev
Prominent verraten
Raus aus der Komfortzone! Die Figuren in den Werken des gesuchten Berliners sind oft konfliktbehaftet. Seinen jüngsten Film präsentierte er 2018 auf der Berlinale.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt?
Gewinnen Sie eine „Checkpott“-Kaffeetasse.
Jetzt mitmachen
Berlin heute
Verkehr – Auf der A10 (Südlicher Berliner Ring) zwischen Dreieck Nuthetal und Michendorf ist zwischen 7 und 18 Uhr der rechte Fahrstreifen in Fahrtrichtung Dreieck Potsdam gesperrt. Auf der Stralauer Allee (Friedrichshain) ist in Richtung Mühlenstraße vor der Warschauer Straße die rechte Spur bis voraussichtlich Ende Juli gesperrt. Im Rahmen des Classic-Open-Air-Festivals am Gendarmenmarkt (Mitte) findet um 19.30 Uhr ein Konzert des Filmorchesters Babelsberg statt. Ab 18.30 Uhr kann es zu Verkehrseinschränkungen kommen.
Demonstration – Ungefähr 120 Menschen demonstrieren heute zwischen 18 und 20.30 Uhr „Gegen die Räumung des Späti Oranienstraße 35“ vor genau diesem Späti. Die Anti-NATO-Gruppe Berlin-Brandenburg fordert gemeinsam mit ca. 20 Teilnehmern „Schluss mit der aggressiven Politik der NATO“ vor der US-Botschaft am Pariser Platz. In der Littenstraße, gegenüber vom Amtsgericht, gibt es von 9.30 bis 13 Uhr eine Kundgebung zur „Mietenwahnsinn-Prozessbegleitung“.
Gericht – Drei Männer, die ihre minderjährigen Söhne von Rumänien nach Berlin geholt und hier zum Betteln sowie zur Prostitution gezwungen haben sollen, kommen auf die Anklagebank. Die Kinder sollen 13 Jahre alt gewesen sein (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 817).
Universität – Um 12 Uhr diskutieren die Studierenden der FU am Korea-Institut „Trumps historische Schritte“. Gemeint ist damit das jüngste Treffen zwischen ihm und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un an der innerkoreanischen Grenze. Der Eintritt ist frei. Otto-von-Simson-Straße 11, U-Bhf Dahlem-Dorf
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Alpa Gun (39), Rapper / Brigitte Maria Bertele (45), Regisseurin und Schauspielerin / Dr. Thomas Discher (56), stellv. Kreiswahlleiter in Tempelhof-Schöneberg, „rechtschaffener Recht Schaffender am JFK-Platz; Gratulerar RA4 a.D." / „Die AIDA Crew wünscht dem guten Geist der Abion Villa Nadine Keddi alles Gute“ / David Kross (29), Schauspieler / Wolf von Lojewski (82), Fernsehjournalist / Birgit Meineke (55), Schwimmerin in der DDR / Cornelia Schleime (66), Künstlerin / Sebastian Turner, Medienunternehmer, Herausgeber des Tagesspiegel
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Costa Cordalis, * 1. Mai 1944, Schlagersänger / Barbara Franziska Fox, * 9. Juni 1936 / Christiane Immenkötter, * 22. März 1944 / Hans-Ulrich Kamke, * 4. August 1952 / Hans Wall, * 17. März 1942, Berliner Unternehmer und Gründer der Wall AG
Stolperstein – Willy Hadroszek (Jhg. 1894) lebte in der Arndtstraße 25 in Kreuzberg, bevor er heute vor 77 Jahren nach Sachsenhausen-Klinkerwerk deportiert und noch am selben Tag von den Nazis wurde.
Im Tagesspiegel
Gerichtsverfahren können gegen Geldauflagen eingestellt werden – Richter und Staatsanwälte verteilen dadurch viel Geld an gemeinnützige Vereine. In Berlin waren es 2018 rund 2,3 Millionen Euro. Doch das System sei korruptionsgefährdet, warnen Kritiker. Lesen Sie den Beitrag von Niklas Liebetrau heute auf Seite 13 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Die Wiener Linien lassen in diesem Monat testweise vier U-Bahnzüge beduften. Die Aktion soll die Öffis in schweißtreibenden Zeiten attraktiver machen. Alle Aromen seien allergiegetestet. Die Fahrgäste können online über ihr Geruchserlebnis abstimmen; das Pilotprojekt startet mit den Noten „Relax“, „Energize“, „Fresh White Tea“ und „Happy Enjoy“. Nach der Resonanz richten sich dann Ausmaß und Umfang der Beduftung im nächsten Sommer. Die Gerüche werden übrigens über die Klimaanlage verströmt. Wer sich fragt, ob das nicht auch was für die BVG wäre: Berlin hat keine klimatisierten U-Bahnen, sondern nur stinknormale.
Haben Sie einen schönen Tag. Die Luft ist ja auch ohne künstliche Farb- und Konservierungsstoffe gerade ganz angenehm. Morgen betört Sie hier Björn Seeling.