Abendliche Schneeschauer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt

Müller mahnt zur GeduldGrüne drehen sich bei der U-Bahn im KreisMitte ist Berlins vermülltester Bezirk

wir schauen zu Beginn mal schnell ins Kino-Programm (ist ja schließlich Berlinale; mehr dazu im „Encore“) – und lesen auf der Ankündigungstafel des (geschlossenen) Bundesplatz-Kinos: „Schnee von heute – Wegen des großen Erfolgs Verlängerung! 2. Woche“. Tatsächlich könnte es heute nochmal zu einem kleinen Flockdown kommen, bevor es taut (max. 5 cm, siehe auch „Das Eis wird dünner“). Der Kino-Lockdown dauert dagegen noch an.

Bei „Berlin direkt“ im ZDF warnte der Regierende Ministerpräsidentenvorsitzende Michael Müller gestern Abend trotz sinkender Inzidenz (F‘hain-Xberg und T‘hof-S‘berg sind unter 50, Steglitz-Z’dorf bei 32,6) vor zu großer Hoffnung auf baldige Wiedereröffnung von Kultur und Kommerz: Die Werte müssten erst stabil unter 35 liegen, und zwar großflächig. Osterurlaub hält Müller immerhin „für denkbar“ – aber das kann auch bedeuten, dass er vielleicht wieder nur im Kopf stattfindet, als schöne Fantasie.

Viel hängt ab vom Tempo, mit dem sich die hoch ansteckenden Virusvarianten verbreiten – in Berlin tauchen sie inzwischen bei jeder zehnten Neuinfektion auf (Q: Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci). Müller meint seine Mahnung zu mehr Geduld also durchaus ernst – auch wenn er zuletzt öfter lächelnd zu sehen ist, wie am Sonnabend bei Phoenix. Der Comic-Künstler Matthias Lehmann, der das politische Leben Müllers zu zeichnen versuchte, stellte beim Gespräch jedenfalls fest: „Sie kommen sehr entspannt rüber.“

Die Sondersitzung des Berliner Parlaments gestern zu den Corona-Verordnungen hatte einen unerwarteten Höhepunkt: Als der NPD-nahe Abgeordnete Andreas Wild (noch Mitglied bei der AfD, früher Fan von CDU, FDP und Grünen) von einer Diktatur schwafelte, unterbrach ihn Präsident Ralf Wieland und klärte ihn darüber auf, dass er in einer Diktatur hier wohl kaum würde reden dürfen.