und wir rasen gleich los: Die Verkehrsverwaltung will auf etlichen Hauptstraßen Tempo 30 aufheben – und nimmt dabei in Kauf, dass sich die Luft dadurch wieder verschlechtern dürfte. Standardmäßig geht das Haus von Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) von einem negativen Effekt der Maßnahme aus, steht im Entwurf für den neuen Luftreinhalteplan. Die derzeit noch gültigen Grenzwerte werden zwar meist eingehalten, doch was die wert sind, fasst das Umweltbundesamt so zusammen: Sie seien „vor mehr als 20 Jahren festgelegt worden und entsprechen nicht den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Luftverschmutzung“.
Die Verbände BUND und FUSS e.V. lehnen das Vorhaben in ihren Stellungnahmen zum Luftreinhalteplan daher komplett ab. Auch weil die EU gerade viel strengere Grenzwerte auf den Weg bringt, die Berlin fast überall reißen würde. Dazu eine nette Anekdote, die FUSS e.V. in seiner Stellungnahme genüsslich ausbreitet: Berlins Verkehrsverwaltung halte den Co-Vorsitz der Arbeitsgruppe Luftqualität im Umweltforum des Städtezusammenschlusses Eurocities. Dort reagierte man auf die künftigen Schadstoff-Grenzwerte im Februar so: „Die Städte können heute kollektiv aufatmen … Saubere Luft bedeutet gesunde Bürger". Und wie halten Sie es mit der Tempo-Frage?

Geht es für Berlins Schüler ohne Mittagessen ins neue Schuljahr? In jedem Fall kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass die aktuell laufenden Ausschreibungsverfahren für das Schulessen länger dauern als geplant. Insgesamt 25 Rügen habe es gegen die in jedem Bezirk separat laufenden Vergabeverfahren gegeben, teilt Senatsbildungsverwaltung mit (Quelle: Anfrage Linke-Fraktion). Noch könne „nicht eingeschätzt werden, ob und welche zeitlichen Auswirkungen es geben könnte“. Was wir trotz der Unklarheit jedoch jetzt schon gelernt haben: An Berlins Schulen gibt es „Mittagessenausschüsse“, die sich mit genau solchen Themen befassen.
Wir steuern noch mal die Senatsverkehrsverwaltung an. Dort haben seit dem Amtsantritt von Manja Schreiner (CDU) gleich mehrere ausgewiesene Verkehrswende-Macher das Haus verlassen – dem Vernehmen nach auch wegen der neuen Leitung und deren Vorstellungen vom Berliner Verkehr. Schon im Herbst zog es nach nur einem kurzen Intermezzo den Bereichsleiter für den öffentlichen Verkehr Norman Niehoff zurück zur Stadt Potsdam. Sein früherer Posten ist seither unbesetzt. Jetzt hatte nach Checkpoint-Informationen auch noch die bisherige Leiterin der Koordinierungsstelle Rad- und Fußverkehr in der Senatsverwaltung, Lea Wisken genug und hat stattdessen seit April beim brandenburgischen Infrastrukturministerium angeheuert. Ob auch die kurzfristige Kündigung des damaligen Infravelo-Chefs Arne Petersen im September 2023 daher resultiert, ist unklar. Doch auch seine Stelle ist noch nicht nachbesetzt.
So richtig verfangen hat die Idee der Magnetschwebebahn in der Stadt bislang nicht. Nachdem der Tagesspiegel darüber berichtet hatte, ist offenbar nun auch dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) aufgefallen, dass das offensive Werben seiner Chefin Ute Bonde für die Technik vom fränkischen Hersteller Max Bögl etwas unpassend wirkt. Mit einer ursprünglich von Bonde mitorganisierten Fahrt für Abgeordnete der schwarz-roten Koalition zur Teststrecke nach Franken am heutigen Freitag will der VBB nichts mehr zu tun haben (T+). Die Durchführung der Reise liege nun beim CDU-Abgeordneten Johannes Kraft, heißt es knapp auf Checkpoint-Anfrage. Der betonte, dass die Idee zur Tour initial von ihm kam und er Bonde und den VBB um die Organisation gebeten habe. Allerdings hält sich das Interesse an der Fahrt in Grenzen. Vom Koalitionspartner SPD will niemand mitfahren, sagte Kraft. Auch die eingeladenen IHK- und BVG-Vertreter bleiben lieber in Berlin. Die Fahrt nach Franken wird damit zum CDU-internen Ausflug.
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Neues vom Bogensee-Areal: Seit mehr als zwei Jahrzehnten rottet das in Berliner Landesbesitz befindliche Gelände in Brandenburg samt Josef-Goebbels-Villa und DDR-Kaderschmiede im Streit um Abriss oder Nachnutzung vor sich hin (T+). Jetzt könnte es doch eine Lösung für den geschichtlich bedeutsamen Lost Place geben – unter Beteiligung des Bundes. „Als Bund könnten wir uns ein Engagement vorstellen“, teilte das Bundesbauministerium auf Checkpoint-Anfrage mit. Die Gespräche zwischen Berlin und dem Ministerium befänden sich „derzeit in einer intensiven Phase“. Bis der Bund wirklich in die marode Liegenschaft (Sanierungskosten wohl mehrere hundert Millionen Euro) einsteigt, müssten allerdings „noch wichtige Voraussetzungen und Fragen geklärt werden“. Solange kann ich Ihnen einen Ausflug zu dem Gelände empfehlen. Und der schöne Liepnitzsee liegt auch gleich um die Ecke.
Es rumort heftig bei den Reinickendorfer Genossen: SPD-Kreischef Jörg Stroedter bekommt bei den anstehenden Kreisvorstandswahlen einen Gegenkandidaten aus dem linken Lager. Gegen den Abgeordneten tritt der ehemalige BVV-Fraktionschef Gilbert Collé an, wie dieser am Donnerstagabend bekannt gab. „Die Diskussion im Zuge des Mitgliederentscheids zur Neubesetzung der Landesvorsitzenden der SPD hat auch in Reinickendorf viele Dinge in Bewegung gebracht“, teilte Collé dem Checkpoint mit. Nach 14 Jahren unter dem amtierenden Vorsitzenden sei im Kreisverband ein „starker Wille zur Erneuerung“ zu spüren. Für seine Kandidatur hat er nach eigenen Angaben die Unterstützung des linken Parteiflügels sowie eine Mehrheit in der SPD-Abteilung Heiligensee, die die meisten Delegierten auf dem Kreisparteitag stellt – und aus der Stroedter kommt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Auf diese Meldung hat die halbe Region gewartet: Die Beelitzer Spargelsaison ist nun offiziell eröffnet und wegen des verhältnismäßig warmen März gleich fulminant gestartet. Bis zum 24. Juni gibt es jetzt nur noch eine Frage: mit Butter oder Hollandaise?
Korrektur: Im gestrigen Checkpoint haben wir in einer Meldung über wachsende rechtsextremistische Tendenzen den Berliner Landesschülerausschuss mit der Aussage zitiert, das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster habe „Abi macht frei” als Abiturmotto verwendet. Das ist nicht der Fall. Tatsächlich hatten Unbekannte 2019 ein Laken mit dem Schriftzug an der Schule angebracht. Die Schule entfernte das Laken umgehend und stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, teilte die Evangelische Schulstiftung in der EKBO mit. Das aktuelle Abiturmotto der Schule lautet übrigens „ABI Baba und die 65 Räuber”. „Der gesamte 12. Jahrgang ist entschieden gegen solche Sprüche und gegen jeglichen Rechtsextremismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus”, sagte eine Abiturientin der Schule. The kids are alright. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Das Aus für die Galeries Lafayette könnte schneller kommen als bislang gedacht. Laut „B.Z.“ könnte das Luxuskaufhaus bereits am 31. Juli seine Türen schließen.
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Gute Nachrichten für Radfahrer: Der seit vergangenem Sommer in der Schwebe hängende Radweg auf der Grunewaldstraße in Schöneberg kann jetzt doch endlich gebaut werden (T+). Und auch in Neukölln geht es voran. Die Hermannstraße erhält nun auch zwischen Leinestraße und Werbellinstraße einen mehr als zwei Meter breiten und baulich geschützten Radweg.
In Berlins Freibädern kommt auch in diesem Jahr kein Gras in die Tüte. Kiffen ist zwischen Beckenrand und Pommesbude verboten, erklären die Bäderbetriebe. Wir warten auf die erste Freibad-Schlägerei in diesem Jahr. Vielleicht kommt dann doch noch die Idee, die aufgeheizten Gemüter per Joint zu besänftigen.
Berlin und Brandenburg bauen gemeinsam die Erreichbarkeit der Bürgerhotline 115 aus. Künftig heißt es nicht mehr nur in Potsdam, sondern überall in unserem Nachbarbundesland: ein Anschluss unter dieser Nummer. Am anderen Ende der Leitung landet man in jedem Fall bei Servicecenter des ITDZ Berlin. Bürgeramtstermine für Brandenburger werden dort aber nicht vermittelt. Erstmal gibt es nur die Info zu Zuständigkeiten und Kontaktdaten der Brandenburger Verwaltung.
Wenn Sie beim Lesen dieses Checkpoints zufällig im Pendelverkehr der U6 im Wedding hängen, haben wir leider schlechte Nachrichten für Sie. Die BVG kann noch immer nicht mitteilen, wann die durch einen Kabelbrand verursachten Einschränkungen ein Ende finden werden. „Eine exakte Prognose ist angesichts der Vielzahl der zerstörten Kabel, die es zu ersetzen und anschließend natürlich auch zu testen gilt, aktuell leider noch nicht möglich“, teilt Sprecher Jannes Schwentu dem Checkpoint mit. Es bleibt beim vagen Ziel für das Ende der Arbeiten „voraussichtlich bis Mitte April“.
Berufspendler mit Feierabendbier in der Hand aufgepasst: Im Hamburger Hauptbahnhof gilt seit dieser Woche ein Alkoholverbot. Plant die Deutsche Bahn sowas auch an den Berliner Stationen, wollten wir wissen. Die Antwort: nein. „Für Berlin ist kein solches Verbot vorgesehen“, teilte ein Sprecher mit.
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Wie sieht eine wettbewerbsfähige und attraktive Standortpolitik aus Sicht der Akteur:innen der deutschen Gesundheitswirtschaft aus?
Diese und viele weitere Fragen möchten wir Mittwoch, 26.6., von 15-17:15 Uhr mit Ihnen diskutieren.
Seien Sie dabei!
Im Tagesspiegel-Verlagshaus oder live im Stream.
Hier kostenfrei anmelden.
Stellenmarkt I: Bei Meetings und Konferenz öffnen Sie Ihr Portemonnaie immer nur sehr verstohlen, weil die anderen viel größere Visitenkarten haben? Vielleicht sollten Sie einfach auf diesen Job wechseln: Die Senatsverwaltung für Finanzen sucht derzeit Personal für eine überpräzis benannte Stelle namens „Leitung Stabsstelle Digitale Transformation, Multiprojektleitung, Vertretung der/des Ressort-Digitalisierungsbeauftragten (ReDiB) – zugleich – Koordination Beauftragte/r E-Government, OZG-Koordinator/in, Barrierefreiheits-Beauftragte/r für barrierefreie IKT zur Erfüllung des BIKTG Berlin, Verfahrensverantwortung E-Akte und Beschäftigtenportal, Verantwortliche/r für Informationstechnik (IT) der Abteilung, OpenData-Beauftragte/r”. Visitenkartengröße dann wohl DIN A4.
Stellenmarkt II: Damit die Finanzverwaltung ihre Fachkräfte zukünftig mit mehr als Bandwurmtiteln locken kann, sucht sie auch eine „Expertin bzw. Experte in der strategischen Personalgewinnung“. Unabdingbar für die Stelle sind laut den weiteren Informationen Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, sowie Lern- und Organisationsfähigkeit („erledigt Aufgaben zeitnah und termingerecht”). Berlin goes future.
Stellenmarkt III: Oder wie wäre es mit etwas morbidem Charme? Dann wäre diese Stelle vielleicht was für Sie: „Mitarbeit in der Verwaltung der landeseigenen Friedhöfe und Bestattungsannahmen“. Neben der Errechnung von Beerdigungskosten und Verhandlungen mit Bestattungsinstituten, erwartet Sie dort auch der „Schriftwechsel in allgemeinen Grabangelegenheiten nichttechnischer Art“. Was sich dahinter verbirgt? „Mängelmeldungen“ - hoffentlich nicht von Untoten.
Krankhafte Tierliebe oder schon qualvolle Zucht? Die Veterinäraufsicht des Bezirks Reinickendorf hat am Mittwoch im Märkischen Viertel 31 Katzen in einer Wohnung sichergestellt. Die nichtkastrierten Katzen hätten sich unkontrolliert vermehrt und unter tierschutzwidrigen Umständen im Badezimmer und der Loggia gelebt. Dort hätten sie kein Tageslicht bekommen, zudem habe es an Wasser- und Futternäpfen gefehlt. Viele der Tiere seien Schottische Fallohrkatzen, die als „Qualzucht“-Rasse gelten und unter massiven gesundheitlichen Problemen leiden. Die Veterinäraufsicht hat die Katzen an das Tierheim Berlin übergeben. Der Halterin droht nun ein Tierhalteverbot nach dem Tierschutzgesetz.
Zitat
„Jeder Milliardär ist am Ende auch ein Versagen der Politik.“
Yannick Haan, Kreisvorsitzender der SPD-Berlin-Mitte zur neuen Forbes-Reichenliste.
Stadtleben
Verlosung – Am 10. April feiert der Musikfilm „I dance, but my heart is crying“ im Babylon Kino Mitte seine Weltpremiere. Der Film erzählt die Geschichten zweier Berliner Plattenlabels, die noch bis 1938 Musik jüdischer Künstler produzierten. In der Reichspogromnacht zerstörten die Nazis die Lager der Firmen, ihre Musik galt seitdem als verschollen. 70 Jahre später konnten zwei Plattensammler jedoch die Tonträger jüdischer Emigranten zusammentragen und das Werk der Labels rekonstruieren: „I dance, but my heart is crying“ lässt die Stücke neu arrangiert wieder erklingen – und zeichnet ein berührendes Porträt der jüdischen Musikszene während der Nazi-Zeit. Zu der Erstaufführung werden nicht nur Regie und Produktion, sondern auch Gäste aus Kultur und Politik erwartet. Beginn des Abends ist um 19 Uhr, letzte Karten erhalten Sie für 10 Euro hier – oder umsonst bei uns: Der Checkpoint verlost 2x2 Plätze auf der Gästeliste.
Essen – Es gibt verkannte Delikatessen – zum Beispiel ein richtig guter Cookie nach US-amerikanischem Vorbild. Im Idealfall nehmen die gewölbten Kekse eine Entwicklung, so Tagesspiegel-Kollege Thomas Platt: von innen weich, fettig und feucht über mürbe Zonen bis zu einer knusprigen Oberfläche. Diese Kriterien erfüllen zum Beispiel die Cookies der Oslo Kaffeebar oder die Erzeugnisse von „Round & Edgy“ und „OOH! Cookies“ (alle Mitte): Extrem gehaltvoll und knusprig seien sie, „chewy“ obendrein. Beim Testsieger von „Herr Koch & Frau Bäckerin“ in Schöneberg komme alles Gute zusammen: normannische Butter, echte Vanille und stilgerecht eingesetztes Karamell. „Vergleichbar mit der Verlagerung des Schärfebereichs in einer Filmszene, wird der Fokus nacheinander auf die verschiedenen Texturen gerichtet.“ Zu kosten in der Eisenacher Straße 86. Di-Fr 8-20 Uhr, Sa 9-18 Uhr, U-Bhf Eisenacher Straße
Noch Hingehen – Drei Tage noch wandeln Besucher unter den beeindruckenden Laserstrahlen der „Vektor“-Ausstellung im Kraftwerk in der Alten Köpenicker Straße 70: Die gigantische alte Industriehalle taucht Künstler Christopher Bauder („Dark Matter“) in seiner bisher größten Indoor-Installation in changierende Neonfarben. Die unzähligen Laser bewegen sich rhythmisch zu einem Soundtrack und lassen immer neue Lichtformationen entstehen, durch die sich die Gäste frei bewegen können. Tickets für die kinetische Kunstausstellung kosten heute 18/14 Euro und am Wochenende 20/16 – heute stehen die Türen von 10 bis 16 Uhr offen, Samstag von 12 bis 23 und Sonntag von 12 bis 22 Uhr.
Last-Minute-Konzert – Wie klingt das Humboldt-Forum? Durch Eko, ein digitales Instrument, können die Klänge der Sammlung des Ethnologischen Museums auditiv erlebbar gemacht werden. Eko arbeitet mit künstlicher Intelligenz und Widerhall und erschafft eine abgewandelte Klangwelt, die sich auf die Kernelemente der 150.000 Aufnahmen des Archivs stützt. Teil der neuen Komposition sind Klänge aus Asien, Afrika und Ozeanien, die mit dem Original gegenübergestellt werden. Hannes Fritsch, der sich seit 15 Jahren auf digitale Soundinstallationen spezialisiert hat, gibt Einblicke ins Verfahren, erklärt auf welche Algorithmen zurückgegriffen werden und beantwortet Fragen der Zuschauer. Das Konzert ist Teil der Veranstaltungsreihe Späti, die alle zwei Wochen die Tore öffnet und zur Zusammenkunft einlädt. Die Veranstaltung beginnt um heute 16.30 Uhr im Foyer des Forums, der Eintritt ist frei.
Grübelstoff – Was würden die Humboldts eigentlich zum Humboldt-Forum sagen – und gäbe es wohl Streitigkeiten zwischen den Brüdern Alexander und Wilhelm?
Kiekste
„Hier ein Foto des Eichhörnchens ‚Chicco‘, das im vierten Stock in Mitte sein Mittagessen mit wunderbarem Blick auf den Fernsehturm sucht“, schreibt uns Leserin Andrea Grabner zu diesem possierlichen Wesen. Danke schön! Weitere entzückende Tier-Bilder mit Berlin-Bezug erreichen uns jederzeit per checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem KIEKSTE-Wettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Tiergarten: Für den am Sonntag stattfindenden Halbmarathon werden erste Sperrungen eingerichtet (Abbau erfolgt jeweils bis Montag, 6 Uhr):
- Ab 6 Uhr: Straße des 17. Juni in beiden Richtungen zwischen Yitzhak-Rabin-Straße und Behrenstraße
- Ab 18 Uhr: Straße des 17. Juni in beiden Richtungen ab Großer Stern, sowie Ebertstraße, John-Foster-Dulles-Allee, Yitzhak-Rabin-Straße, Scheidemannstraße/Dorotheenstraße, Heinrich-von-Gagern-Straße, Annemarie-Renger-Straße und Paul-Löbe-Allee
Köpenicker Straße (Biesdorf): Die Straße ist in beiden Richtungen zwischen Zimmermannstraße und Heesestraße für den Kfz-Verkehr unterbrochen. Eine Umleitung ist eingerichtet (7 Uhr bis Samstagabend).
Rothenbachstraße (Heinersdorf): In Richtung Granitzstraße ist in der Kreuzungszufahrt zur Prenzlauer Promenade die Fahrbahn auf zwei Fahrstreifen verengt (für ca. zwei Wochen).
S-Bahn: Die S2 ist von ca. 22 Uhr bis Montagmorgen, ca. 1.30 Uhr zwischen Buch und Bernau unterbrochen. Es fahren Busse als Ersatz.
Demonstration – Bitte beachten Sie, dass es generell zu kurzfristigen Absagen oder Verboten kommen kann. Heute sind 15 Demos angemeldet (Stand: 4.4., 14 Uhr), u.a. „Israelis in Berlin fordern ein Ende des Krieges! Für sofortigen Waffenstillstand, Freilassung der Geiseln und eine diplomatische Lösung für eine nachhaltige Zukunft in Israel-Palästina“: 100 Personen, Werderscher Markt (16-18 Uhr)
„Protest gegen die Hausdurchsuchungen palästinensischer Aktivisten und deren Unterstützer durch die Berliner Polizei“: 100 Teilnehmende, Adalbertstraße (18-19.30 Uhr)
„Stimmen aus Gaza“: 40 Menschen, Panoramastraße (16-18 Uhr)
„Andauernde Menschenrechtsverletzungen in der Region Xinjiang (XUAR) gegen Uiguren, Volksrepublik China: Anlässlich 34. Jahrestag der Unruhen in Baren (Aktu Bezirk)“: 20 Personen, „Ilham Tohti Initiative e.V.“, Märkisches Ufer (15-16.30 Uhr)
„Mahnwache gegen rechtsextremistische Tendenzen in Politik und Gesellschaft“: 15 Teilnehmende, „Omas gegen rechts Berlin“, Alexanderplatz (15-16 Uhr)
Sonnabend – Morgen sind 26 Demos angemeldet, u.a. „Solidarität mit Palästina“: 1.000 Personen, Neptunbrunnen bis Axel-Springer-Straße/Zimmerstraße (13-17 Uhr)
„Kundgebung gegen den Al-Quds-Tag: Gegen jeden Antisemitismus! Solidarität mit Israel und Freiheit für den Iran!“: 300 Teilnehmende, „Organisationsteam gegen den antisemitischen Al-Quds-Marsch“, Adenauerplatz bis Wittenbergplatz (12-17 Uhr)
„Gedenken an den Mord des Burak Bektas am 5.4.2012 in der Rudower Straße – Forderung nach Aufklärung“: 100 Menschen, „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burat Bektas“, Rudower Straße (15-18 Uhr)
Sonntag – Übermorgen sind 20 Demos angemeldet, u.a. „Gedenkveranstaltung – 6 Monate nach dem Hamas Angriff auf Israel“: 300 Personen, „Deutsch-israelische Gesellschaft Berlin und Brandenburg e.V.“, Sderotplatz (13-14.30 Uhr)
„Gedenkmarsch zur Erinnerung an die Opfer des Völkermords an den Tutsi in Ruanda 1994“: 100 Menschen, „Ibuka Deutschland Erinnerung und Gerechtigkeit e.V.“, rund um die Landesvertretung Thüringen in der Mohrenstraße (12-13.30 Uhr)
„Mahnwachen gegen Antisemitismus – Erinnern und Mahnen an die Opfer der antisemitischen Massaker vom 7. Oktober (…)“: 100 Teilnehmende, „Initiative Mahnwachen gegen Antisemitismus“, Brunnenstraße (18-20 Uhr)
Gericht – Ein Autofahrer, der den Unfalltod eines 81-jährigen Pedelec-Fahrers verursacht haben soll, kommt auf die Anklagebank. Der 44-Jährige soll die Bundesstraße B 2 mit überhöhter Geschwindigkeit befahren und dadurch auf Höhe einer Einmündung einen Unfall mit dem Senior verursacht haben (10.40 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 2108).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Franziska van Almsick (46), ehemalige Schwimmerin, seit 2010 stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Sporthilfe / Andreas Bouchalakis (31), Fußballer bei Hertha BSC / Bora Ćosić (92), Schriftsteller („Bel Tempo“) / Andreas Gram (69), ehemals für die CDU im AGH (1991-2016), ab 2011 als Vizepräsident, „die ‚üblichen Verdächtigen‘ gratulieren dem brillanten Analytiker des innen- und außenpolitischen Geschehens sehr herzlich zum heutigen Ehrentag und wünschen weiterhin nur das Beste zwischen Berlin und Usedom im Kreise der Familie, der Freunde und der Juristerei“ /„Charlotte K., Mutter, Ärztin, Schauspielerin: in jeder Rolle bewundert, herzlichen Glückwunsch zum besonderen Geburtstag.“ / Peter Kurth (64), deutscher Jurist und ehemaliger CDU-Politiker und Finanzsenator in Berlin (1999-2001) / Robert Lohr (57), Schauspieler, Engagements u.a. am Maxim-Gorki-Theater / Carola Pinnow (68), „Leidenschaftliche Meisterköchin, bemerkenswerte Freundin und humorvolle Kulturbegeisterte – deine Töchter schicken dir die herzlichsten Geburtstagswünsche und wünschen wunderbare Reisen, außergewöhnliche Erfolge und unvergessliche Erlebnisse“, „Ganz tolle Freundin, supertolle Frau. Alles, was gut ist und auf deiner Wunschliste steht, kommt in diesem neuen Lebensjahr auf dich zu. Du wirst das Beste draus machen. MG“, „Happy Birthday, liebe Carola! Für Dein neues Lebensjahr wünsche ich Dir von Herzen Gesundsein, Zufriedenheit, Lebensfreude und ganz viele Glücksmomente, Johanna“ / Irmgard Schwaetzer (82), Politikerin (FDP), u.a. ehemalige Bauministerin (1991-1994) sowie ehemalige Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (2013-2021) / „Tüvvel, wir wünschen unserer Sonnenkäfer-Mama so viel Glück, wie der Regen Tropfen, so viel Liebe, wie die Sonne Strahlen und so viel Freude, wie der Himmel Sterne hat“
Nachträglich: „Liebe Sylvia, wir gratulieren herzlich zum Geburtstag und wünschen Dir alles Glück der Welt. Du bist die beste Nachbarin überhaupt. Tausend Dank für alles. Deine Sudis“
Sonnabend – Dr. Gertrud Achinger (90), „Als Gründerin und Seele der Berliner ZeitZeugenBörse e.V. (ZZB) wünschen wir Dir zu Deinem runden Geburtstag noch viele aktive Jahre! Danke für die außerordentlichen Ideen und Aktivitäten! Bleibe weiterhin so fit! Das Team der ZeitZeugenBörse“ / Jennipher Antoni (48), Schauspielerin („Unser Lehrer Doktor Specht“) und Hörspielsprecherin / Christopher Franke (71), Musiker und ehemaliges Mitglied der Gruppe „Tangerine Dream“ / Oliver Korittke (56), Schauspieler („Die Musterknaben“) und Fernsehmoderator / Thomas Koschwitz (68), Radio- und Fernsehmoderator (ehemals u.a. 105‘5 Spreeradio, 104.6 RTL) / Gisbert „Pitti“ Piatkowski (71), Gitarrist und Rockmusiker / Christoph Wapler (55), für die Grünen im AGH / Uljana Wolf (45), Lyrikerin („Muttertask: Gedichte“)
Sonntag – Sabine Bangert (69), Politikerin und Journalistin, ehemals für die Grünen im AGH (2011-2021) / Martin Buß (48), ehemaliger Hochspringer, Weltmeister / Paul Fresdorf (47), Politiker, ehemals für die FDP im AGH (2016-2023) / Katrin Lompscher (62), Politikerin (Linke), u.a. ehemalige Senatorin für Stadtentwicklung (2016-2020) / „Brigitte Müffke, stets kreative Ehefrau, Mutter, Großmutter und Nachbarin sowie treue Tagesspiegelleserin :)“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Erwin Günther, * 7. Januar 1950 / Hans-Joachim Heinze, * 21. März 1934, Vorsitzender Richter am Landgericht a.D., Generalstaatsanwalt beim Landgericht i.R. / Thomas Kobis, * 19. September 1957 / Eugen Kontschieder, * 22. Oktober 1969, ehemaliger Bezirksverordneter in Neukölln (SPD) / Eva Meske, * 20. Dezember 1933, Oberstudienrätin a.D. / Heinz Meske, * 18. Juni 1932, Stadtamtmann a.D. / Univ.-Prof. em. Dr. Ing. Joachim Lindner, * 29. März 1938, Bauingenieur und langjähriger Hochschullehrer an der TU Berlin
Stolperstein – Eva Pruzanska (geb. Pasch, Jg. 1876) wohnte in der Damaschkestraße 23 in Charlottenburg. Ursprünglich kam sie aus Polen. Seit wann sie in Berlin lebte, ist nicht bekannt. Im August 1942 deportierten sie die Nationalsozialisten in einem Waggon, der an einen Zug nach Prag angehängt war, nach Theresienstadt. Das Ghetto wurde ihr zuvor als „Altersheim“ beschrieben. Knapp acht Monate nach ihrer Ankunft, am 5. April 1943, wurde Eva Pruzanska dort ermordet.
Encore
Im einstigen Königreich Siam verschenkte der König mitunter weiße Elefanten an in Ungnade gefallene Untertanen. Sie mussten die Dickhäuter pflegen, durften die heiligen Tiere jedoch nicht zur Arbeit einsetzen – und gingen darüber oft bankrott. Warum diese Geschichte? Weil geschenkte Elefanten nicht immer als echter Freundschaftsdienst gemeint sind. Das gilt auch für die 20.000 Elefanten, die Botswanas Präsident Mokgweetsi Masisi kostenlos nach Deutschland bringen will aus Ärger über Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) und strengere Importregeln für Jagdtrophäen.
20.000 Elefanten. Wie man die wohl einsetzen könnte? Etwa als umweltfreundliche Lasttiere im Berliner Stadtzentrum. Oder als Highlight einer neuen Safari auf dem Tempelhofer Feld. Wobei es dort eher eng werden könnte für die Tiere, meint Forscherin Anja Linstädter: Mit so vielen Elefanten „wären die Felder und Wälder in halb Brandenburg platt“.
Ein echtes Geschenk waren heute die Recherchen und Texte von Florian Schwabe und Valentin Petri. Für das Stadtleben hat Lotte Buschenhagen nur nach dem spannendsten gejagt und die Produktion hat Lea-Marie Henn übernommen. Morgen geht für Sie Jessica Gummersbach hier auf Großstadt-Safari. Machen Sie es gut!