die wichtigsten Themen Berlins sind auch in dieser Woche: Autos, Flughäfen und Häuser.
Beginnen wir mit einem Blick in die senatsinterne „amtliche Kostenschätzung“ zum Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“: Die Stadtentwicklungsverwaltung kommt auf Entschädigungskosten zwischen 28,8 und 36 Milliarden Euro, plus diversen Neben-, Bewirtschaftungs- und Finanzierungskosten (einmalig bis zu 3 Mrd, laufend in dreistelliger Millionenhöhe p/a). Staatssekretärin Sandra Obermeyer (parteilos, für die Linke) informierte inzwischen die mitzuständigen Verwaltungen Finanzen und Inneres über die Schätzung, die als „grob“ bezeichnet wird. Die Initiative selbst rechnet mit 7,3 bis 13,7 Mrd.
Im Gespräch sind auch „alternative rechtliche Möglichkeiten“, um die Kosten zu drücken. So will Linken-Fraktionschef Udo Wolf eine Entschädigung per Gesetz unterhalb des Verkehrswertes festlegen - finanziert über Kredite landeigener Unternehmen, deren Eigenkapital durch Landeszuschüsse erhöht wird. Damit lässt sich auch gleich die Schuldenbremse austricksen. Eine Vergesellschaftung nennt Wolf im Tagesspiegel-Interview „Ultima Ratio“, zu seiner persönlichen Situation sagt er: „Ja, ich wohne im Eigentum.“
Überraschung! Die Investitionsbank Berlin stellt fest: „Miet- und Kaufpreise steigen mit Höchstgeschwindigkeit“ – im Gegensatz zu den Löhnen und Gehältern (zur Einigung im ÖD-Tarifstreit mehr weiter unten). Eine Folge davon: Ausgerechnet in der Stadt des Wandels kommt der Umzug zum Erliegen, ein Wohnungswechsel wird zum unbezahlbaren Luxus. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher hat unterdessen ein neues Problem entdeckt: Leider ist es „nicht möglich, Häuser aus der Brötchenfabrik zu bestellen“. Hätte man ihr das nicht schon eher sagen können?
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Treffpunkt Alexanderplatz – Fotoarbeiten von Thomas Billhardt
Vom 27. Februar bis zum 30. März zeigt die Berliner Sparkasse in Kooperation mit der Galerie Camera Work eine Pop-Up-Ausstellung im Alexanderhaus. Zu sehen ist ein fast lückenloses Porträt des Alexanderplatzes vom renommierten Fotografen Thomas Billhardt. Der Eintritt ist frei.
Von einem Piloten zum nächsten, und schon sind wir am BER. Dort basteln Bosch (Brandmeldung) und Caverion (Sprinkler) maßgeblich am „modernsten Flughafen Europas“ (Eigenwerbung, 2012) - aber werden sie diesmal rechtzeitig fertig? Das wollten auch die Berliner Abgeordneten am 14. März im Ausschuss von den beiden Firmen wissen – doch die haben abgesagt. Es kommentiert Gerd Appenzeller im Tagesspiegel: „Wenn jemand einer Einladung vor ein parlamentarisches Gremium nicht folgt, ist er entweder dumm oder arrogant oder hat ein schlechtes Gewissen.“ Abgesagt hat übrigens auch der TÜV. Und FBB-Chef Engelbert Lütke Daldrup? Der bleibt nach außen cool und gibt sich im kleinen Kreis trotzig: „Irgendwas werden wir im Oktober 2020 eröffnen.“ Zur Not einen Flugsimulator.
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Am 10. März treffen im Haus der Berliner Festspiele im Rahmen des Festivals „Palast der Republik“ unterschiedlichste Musiker*innen aufeinander, die in einer Art Live-Mixtape miteinander musizieren. Der von André de Ridder kuratierte „Musikpalast“ bringt u.a. Astronautalis, Tyondai Braxton, Buke and Gase, Anna Calvi, Anja Plaschg (Soap&Skin) & stargaze zusammen.
Verbreitet Daniel Barenboim ein „Klima der Angst“? Ex-Staatsoper-Intendant Jürgen Flimm verteidigt den Dirigenten der Staatskapelle im Tagesspiegel: „Wie soll das gehen, bitteschön? Monster auf den Fluren, arme bleichgesichtige, magere Mitarbeiter drücken sich verzweifelt in Ecken und Nischen, wenn die Imperatoren mit ihren Prätorianern über die Bühne stiefeln? Wissen die Neunmalklugen nicht, dass sie dadurch alle lieben und fleißigen Mitarbeiter beleidigend der bleichen Untätigkeit zeihen?“ Es kommentiert unser Gastautor Wolfgang Amadeus Mozart: „Bei der Oper muss schlechterdings die Poesie der Musik gehorsame Tochter sein.“
Berliner Schnuppen
Telegramm
Die Türkei verweigert unserem Korrespondenten Thomas Seibert die Akkreditierung – nach 20 Jahren, ohne Begründung. Doch auch Erdogan muss wissen: Er kann Journalisten einsperren oder ausweisen lassen, aber nicht ihre Unabhängigkeit.
Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst: Bis 2021 gibt’s plus 8 %, die Zulage für angestellte Lehrer wird um 75 Euro erhöht – für das Land Berlin bedeutet das Mehrausgaben von 880 Mio Euro.
Arnulf Barings Buch „Machtwechsel“ über die Ära Brandt hat mich damals fasziniert – so spannend kann Politik sein! Mein Freund und Kollege Werner van Bebber hat bei Baring studiert, hier erinnert er sich an seinen Professor, der jetzt im Alter von 86 Jahren in Berlin gestorben ist (einen Link auf den Baring-Nachruf von unserem früheren Herausgeber Hermann Rudolph finden Sie weiter unten).
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Egal ob Abnehmen, Muskeln stählen oder das Herz-Kreislauf-System in Schwung zu bringen – am Anfang stellt sich immer wieder die Frage: Wo bekomme ich das beste Fitness-Training, um motiviert zu trainieren und tatsächlich meine Ziele zu erreichen? Am besten beim bundesweiten Testsieger in der persönlichen Trainingsbetreuung: Holmes Place. Mehr dazu...
Der neue Zentrale Omnibusbahnhof sollte 2019 fertig sein und 14 Mio kosten – jetzt wird für 34 Mio das Jahr 2022 angepeilt. Dazu der Kommentar der Verwaltung: „Die Baumaßnahmen liegen aktuell im Zeit- und Kostenplan.“ Betonung auf „aktuell“, bitte.
Neues aus der Reihe „Berlin, aber Schnauze“: Mit den Worten „Ich bin der neue Pfarrer hier bei euch in Spandau“ stellte sich Viktor Weber dort vor - und bekam zu hören: „Nein, bist du nicht. Du bist ein Hipster aus Kreuzberg und gehörst da auch hin.“ Amen.
Wir bleiben kurz in Spandau: Das Bezirksamt „möchte seinen Beschäftigten die Möglichkeit geben, sich während der Dienstzeit massieren zu lassen.“ Fehlt nur noch „eine Masseurin/ein Masseur“ (der Pfarrer ist ja schon da) – falls Sie kneten können: Das „Interessenbekundungsverfahren“ ist eröffnet.
Aber wenn Sie’s mehr mit Müll haben: Bei der BSR ist nach dem Wechsel von Tanja Wielgoß zu Vattenfall jetzt der Chefposten offiziell ausgeschrieben, mit der Suche beauftragt ist Regina Ruppert von der „Selaestus Personal Management GmbH“, Motto: „Das Team mit Leidenschaft für Karrieren“.
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Im Wettbewerb „Schnellste Halbzeitbilanz“ hat Burkard Dregger die Nase vorne - der CDU-Fraktionschef stellt fest: „Wir treiben die Koalition vor uns her“. Aber wo ist nochmal vorne, wo sich alle im Kreis drehen?
Bei der Jagd nach Senatsmitgliedern traute sich Dregger übrigens jetzt zum zweiten Mal in den Görlitzer Park, diesmal sogar ohne seinen Personenschützer Boris Palmer – er fand aber nur Dealer und wurde prompt für einen Drogenkäufer gehalten („Can I help you?“). Nichts wie weg…
Heutige Träger des Ordens „Amt, aber glücklich“ sind die Polizisten, die in der Nacht zum Sonnabend in der Schönfließer Straße (P’Berg) die Geburtstagsparty eines 15-Jährigen vor einer Belagerung durch 50 randalierende Jugendliche retteten - der dankbare Vater beschreibt den Einsatz so: „Ruhig, präzise, beruhigend, mit der unausgesprochenen Botschaft: Wir kennen das, und wir können das.“
Im Ministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur: Powerpoint-Vortrag mit Windows 7. Dann plötzlich ein Pop-Up: „Windows ist kein Originalprodukt“. (Q: „Berliner Liste“)
Aus der Reihe „Checkpoint Charmy“: Im Bus 118 teilt ein Mann den Fahrgästen mit, dass der Fahrer sein Kumpel Konrad ist und heute Geburtstag hat. Daraufhin singt der ganze Bus: „Happy Birthday, lieber Konrad…“
Der Bundesrechnungshof (Außenstelle Potsdam) kann auf drei Stockwerken das Licht nicht löschen. Tag und Nach brennen hier seit Monaten 33 Flurlampen, alle Reparaturversuche scheiterten. Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht, ist bestimmt erhellend.
Korrektur – CP-Leser Hans Marquart (Sänger und Gitarrist, u.a. bei „Gebrüder Blattschuss“) hat den am 28.2. für Michael Müller eingebauten Fehler („Nicht alles, was im Checkpoint steht, stimmt“) gefunden: Das Album heißt „Sgt. Pepper’s Lonley Hearts Club Band“, nicht „The Sgt. Pepper’s…, und die Band heißt nicht „Beatles“, sondern „The Beatles“.
Aus der Berliner Werbekampagne der „Mitteldeutschen Flughafen AG“ (Leipzig, Halle, Dresden): „Lieber 2 Stunden fahren als 13 Jahre warten“. Der Konter von FBB-Sprecher Hannes Hönemann: „Niemand fährt von hier zwei Stunden nach Dresden oder Leipzig, weil ein schlechter BER-Witz lockt.“ Oder? Oder!
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Manche Politiker möchten behandelt werden wie rohe Eier. Und was macht man mit ihnen? Man haut sie in die Pfanne.“
Mit diesem Hallervorden-Zitat eröffneten die Moderatoren Daniel Finger und Sven Oswald gestern die Abschluss-Gala der „eat!Berlin“ – am Abend zuvor bei der „Checkpoint-Night“ im Axico (auch im Rahmen der Gourmet-Messe von Bernhard Moser) waren wir aber ganz brav (lustig war’s trotzdem!).
Tweet des Tages
6 Uhr morgens, kein Checkpoint in der Inbox. Berliner laufen orientierungslos durch die Straßen. Kinder weinen. Der ÖPNV bricht zusammen, denn welchen Sinn hat das überhaupt ohne Betriebsstörungsbingo? In der Ferne heulen Sirenen.
Antwort d. Red.: Um 6.45 Uhr war am vergangenen Freitag der Ausnahmezustand beendet – der Checkpoint konnte ausgeliefert werden. Schuld war… Moment… sagen wir mal: ein Oberleitungsschaden.
Stadtleben
Essen & Trinken Das Interieur am Pariser Platz 6a ist so dezent, die Deko so sparsam gewählt, dass die Qiez-Kollegen die zweite Dependence des Italieners Mama Trattoria mit der Ikea-Kantine vergleichen. Viel mehr als die hellen Holztische braucht es auch nicht, denn die hohen Decken und tiefhängenden Lampen geben dem Laden einen modernen und industriellen Touch und somit doch etwas Szeniges. Wer seine Pizza Diavolo oder die Spaghetti Bolognese doch in etwas besonderer Atmosphäre verspeisen möchte, geht in den zweiten Stock, von wo aus man aufs Brandenburger Tor blickt. Sich mal wie ein Touri in der eigenen Stadt fühlen, das ist hier definitiv drin - nach zwei Gläsern Hauswein gelingt das vielleicht sogar ironiefrei. Laktose- und glutenfrei sind die Speisen auf Wunsch übrigens auch, sogar die Pana Cotta mit Blaubeeren und karamellisierten Walnüssen. Tägl. 11.30-23.30 Uhr, S/U-Bhf
Berlinbesuch nach dem Schlemmen in der Mama Trattoria einfach einen Hauseingang weiterlotsen: In der Allianz Kulturstiftung am Pariser Platz 6 spricht nämlich Galal Alahmadi, diesjähriger Stipendiat der "Torschreiber am Pariser Platz" für Exil-Schriftsteller, beim Literarischen Abend über sein Schaffen. Eine Hörprobe aus seinen Gedichtbänden wird es natürlich auch geben (mit Übersetzung). Mit dem 1987 in Saudi-Arabien geborenen Jemeniten zusammen auf dem Podium sitzt seine Vorgängerin und Lyrikerin Rascha Habbal, es moderiert Shelly Kupferberg. Um Anmeldung unter kulturstiftung@allianz.de wird gebeten. S/U-Bhf Brandenburger Tor
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Rainald Grebe & Die Kapelle der Versöhnung
Das Wigwamkonzert
Brandneue Songs und Klassiker, Halbgares, Improvisiertes und Abgehangenes.
Nur 11. & 12. April im
TIPI AM KANZLERAMT
Geschenk Was Selbstgemachtes. Darüber freuten sich die Eltern vermeintlich am meisten. Doch spätestens seit man aus dem Schulalter raus ist, wird diese Geschenkoption entweder aus Zeit- und Kreativitätsmangel, oder zu hohen Ansprüchen immer seltener gewählt. Doch möglicherweise kann Eric, Besitzer der Kreuzberger Druckerei Glastrix, ganz neue Optionen in der Welt der Geschenkideen eröffnen: Der Druckermeister teilt in Workshops (60 Euro) nämlich regelmäßig seine 20-jährige Erfahrung im Bedrucken von Glas und Holz. Nach zwei Stunden spaziert man also mit einem professionell bedruckten 40x40cm-Glas, das nun das Lieblingsfoto aus dem letzten Urlaub o.ä. schmückt, aus der Lausitzer Straße 10 - im besten Fall hat man bei Soft Drinks oder Bier auch noch nette Workshop-MitstreiterInnen kennengelernt. Die nächsten Termine sind heute und morgen, je ab 17 Uhr. U-Bhf Görlitzer Bahnhof
Karten sichern für die Premiere von "The Quiet" im HAU Hebbel am Ufer am Donnerstag. Jefta van Dinther ist kein neues Gesicht an dem Kreuzberger Spielhaus, regelmäßig gastiert er am HAU mit seinen Tanztheaterstücken. Diesmal hat er eine "beunruhigenden Choreografie des Gewöhnlichen" kreiert, ausgeführt von fünf Frauen in den Hauptrollen. Das Thema: Erscheinungsformen der Zeit - vom "sich Zeit lassen" über das "Aus-der-Zeit-Fallen". Sich Zeit lassen mit dem Kartenkauf sollten Interessierte jedoch nicht, denn für die Premiere gibt es nur noch begrenzt Plätze. Weitere Termine sind am Freitag, Samstag (je 20 Uhr) und Sonntag (17 Uhr). Karten gibt's ab 13 Euro.
Last-Minute-Tickets ergattern Sie noch für die Bar jeder Vernunft, wo ab 20 Uhr Irmgard Knef, Alterspräsidentin des deutschen Kabarett-Chansons, das Publikum mit ihrem Solo-Programm "Ein Lied kann eine Krücke sein - Solo for One" zu betören versucht. Um "das Leben und die Liebe" soll es an diesem Abend in der Schaperstraße 24 (U-Bhf Spichernstraße) gehen, doch auch politische Bestandsaufnahmen und Zukunftsprognosen in ruppig-charmantem Berliner Ton muss man nicht missen. Karten gibt's ab 12,50 Euro.
Noch hingehen in die Berlinische Galerie, wo noch bis zum 11. März Raphaela Vogels raumergreifende Videoskulpturen namens "Son of a Witch" zu sehen sind. Humorvoll und doch unheimlich und obskur sind die Figuren und Motive aus ihren Filmen, mit denen sie Themen wie die weibliche Körperlichkeit oder etwa die Technik als Männerdomäne behandelt. Der Eintritt kostet 10 Euro. Mo & Mi-So 10-18 Uhr, Alte Jakobstraße 124-128, U-Bhf Moritzplatz
Das Stadtleben zum Wochenstart von: Maria Kotsev.
Prominent verraten
Überall in der Hauptstadt trällert die Nachtigall. Auch im Kiez von unserem gesuchten Berliner der Woche. Seine Frau ist übrigens Teil eines Bürgerforschungsprojektes über Nachtigallen und über Ecken mit dem Evolutionstheoretiker Charles Darwin verwandt.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Berlin heute
Verkehr Auf der U1 heißt es wieder freie Fahrt! Auf der U9 gibt es von Sonntag bis Donnerstag nachts (23-3.50 Uhr) noch Einschränkungen zwischen dem Zoologischen Garten und der Güntzelstraße - es fahren Ersatzbusse, in dem Fall sogar bis Berliner Straße, da der Bahnhof Güntzelstraße nicht barrierefrei ist. Jeweils der linke Fahrstreifen ist auf der Otto-Braun-Straße in Prenzlauer Berg in beiden Richtungen zwischen Mollstraße und Am Friedrichshain gesperrt. Stadteinwärts kann man nicht links in die Mollstraße abbiegen - bis Mitte April. Und ebenfalls in Prenzlauer Berg ist die Fahrbahn der Greifswalder Straße ab 9 Uhr in beiden Richtungen in Höhe Hufelandstraße / Marienburger Straße auf eine Spur verengt. Auch hier ist das Linksabbiegen (in beide Richtungen) nicht möglich, Fahrradfahrer und Fußgänger teilen sich im Übrigen einen gemeinsamen Weg. Auf der A10 ist der rechte Streifen der AS Michendorf in Richtung AD Nuthetal von 12-15 Uhr gesperrt. Auch gesperrt ist dort die AS Rüdersdorf in Richtung AD Spreeau (bis 12. April), eine Umleitung besteht über die AS Hellersdorf und die AS Erkner. Weitere Verkehrsinfos finden Sie hier.
Demonstration Rund 200 Teilnehmer treffen sich von 14-16 Uhr am Pariser Platz zur Kundgebung "Angekündigte Schließung des Werkes Infinera", organisiert von der IG Metall. Vor dem Gerichtsgebäude in der Turmstraße treffen sich etwa 20 Menschen unter dem Motto "Taking Israel to court in Berlin" (8-9.30 Uhr). Und vor dem Bezirksamt Kreuzberg-Friedrichshain in der Yorckstraße versammeln sich von 15-16 Uhr ca. 50 Demonstranten zusammen mit der GloReichen Nachbarschaft gegen die "Bebauung Ratisborstraße 14".
Gericht Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der 30-jährigen Melanie R. in einer Grünanlage wird mit den Plädoyers gerechnet. Der 39-jährige Bulgare soll die Frau erstickt haben, um eine versuchte Vergewaltigung oder einen versuchten Raub zu verdecken (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 701). Und wegen Störung einer Veranstaltung in der Humboldt-Universität, zu der eine Holocaust-Überlebende und israelische Politiker eingeladen waren, müssen sich drei 30- bis 42-jährige Israelgegner vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten (9.00 Uhr, Turmstraße 91, Saal 571).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag - Maike von Bremen (38), Schauspielerin und Sängerin / Jonas-Philipp Dallmann (50), Architekt und Schriftsteller / Patrick Femerling (44), Basketballspieler / Bernard Haitink (90), Dirigent / Sibyll-Anka Klotz (58), Grünen-Politikerin / Aribert Reimann (83), Pianist / WestBam (54), DJ und Labelinhaber / Lena Altman (39), „wunderbare Tochter, liebevolle Mama“ / Harald Altrogge (70), „Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Beobachten der Aurea borealis in Norwegen!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben - Arnulf Baring, * 8. Mai 1932, Historiker, Publizist und ehem. FU-Professor / Dr. Kurt Graff, * 6. Dezember 1925 / Ivan Sardi, * 7. Juli 1930 / Erna Schmale, * 3. Febraur 1929
Stolperstein - Margarete Gross (Jhg. 1866) wurde im September 1942 aus dem Sammellager Große Hamburger Straße nach Theresienstadt ins angebliche „Altersghetto“ deportiert, wo sie heute vor 75 Jahren ermordet wurde. Sie lebte in der Wielandstraße 30 in Charlottenburg.
Im Tagesspiegel
Sie hatten großen Erfolg, bis zu der Schlagzeile: „Bratwurst-Museum zieht auf KZ-Gelände.“ Da war ein Kulturgut plötzlich politisch – und Vereinsgründer Uwe Keith in Not. Doch die Freunde der Thüringer Bratwurst wissen: Das ist noch nicht das Ende. Lesen Sie die Reportage von Kerstin Decker heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Zum Schluss noch ein tagesaktueller Beitrag zu Rosenmontag aus der Reihe „Was Berliner nicht sagen“, heute von Markus Schulz („Grüße aus dem Rheinland, bin gleich auf der Flucht“): „Ich gehe jetzt zum Karneval. Helau.“ Auch Michael Müller kommentierte das närrische Geschehen, konkret einen Auftritt von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer – die hatte einen Witz machen wollen über Latte Macchiato trinkende Berliner Männer, die die nicht wissen, ob sie beim Pinkeln sitzen oder stehen sollen – und deshalb „Toiletten für das dritte Geschlecht“ eingeführt haben. Tätä. Dazu der Regierende Bürgermeister: „Ein Karnevalsgag kann gut oder schlecht sein, komisch oder eher mäßig - aber auch hinter Humor steht immer eine Haltung. Es ist ebenso irritierend wie bedauerlich, dass Annegret Kramp Karrenbauer offenbar in Diskriminierungsfragen eine dem Amt und der Funktion angemessene Haltung fehlt.“ Es gibt nur einen Trost: Am Aschermittwoch ist alles vorbei.
Aber jetzt müssen Sie erstmal den Montag überstehen – unser Rat: Lassen Sie den Fernseher aus, nehmen sie keine Anrufe mit rheinischen Vorwahlnummern oder so genannte Kamelle an, und falls Sie gerade im Jecken-Epizentrum sind: Halten Sie Türen und Fenster geschlossen. Morgen früh sagen wir Ihnen hier, wie es weitergeht. Bis dahin,