heute vor einem Jahr wurde der erste Berliner Corona-Fall gemeldet. Zwei Wochen später mussten Theater, Clubs und Sportstudios schließen, kurz darauf auch die Restaurants, und der Regierende Bürgermeister Michael Müller proklamierte: „Krisen zu überstehen gehört zur DNA Berlins.“ Seitdem haben sich hier 128.943 Menschen infiziert, 2814 sind an Corona gestorben.
Eine interaktive Chronik des vergangenen Jojo-Jahres mit den wichtigsten Momenten und Statistiken, recherchiert und aufbereitet von Julius Betschka, Silvia Perdoni, Benedikt Branhofer, David Meidinger und Kitty Kleist-Heinrich, können Sie sich hier anschauen.
Und heute? Machen die Friseure wieder auf, pünktlich zu Beginn der dritten Dauerwelle (alle Berliner Bezirke sind zurück über der 50er-Inzidenz). „Berlin freut sich auf die neue Haareszeit“, jubelt die „Morgenpost“, die „B.Z.“ sieht die Stadt „Schnitt für Schnitt zurück im Leben“, und die „Berliner Zeitung“ hat gar „Freudensträhnen“ entdeckt. Da darf sich niemand wundern, wenn auch der vom Regiermeister für diese Woche angekündigte Stufenplan falsch verstanden wird (übrigens: „Vokuhila“ ist wieder in – als „Krisenfrise“). Jedenfalls dürfte es derzeit leichter sein, einen Termin beim Bürgeramt zu bekommen (alles ausgebucht bis zum 29. April) als einen beim Friseur.
Bei Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci ist per Anwaltspost eine Rüge wegen des Betriebsauftrags an vier Berliner Testzentren für Lehrerinnen und Lehrer eingegangen – der Vorwurf: eine rechtswidrige Direktvergabe ohne Ausschreibung (das Schreiben liegt dem Checkpoint vor). Die Kanzlei vertritt das Unternehmen Medicorum TAM, das mit coronatest.de in Berlin fünf Zentren betreibt – und nach eigenen Angaben dort zu weitaus günstigeren Preisen testet (Antigen und PCR). Medicorum verlangt, zu einer Angebotsabgabe aufgefordert zu werden und droht damit, einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer zu stellen. Für eine Antwort wurde Kalayci eine Frist bis heute, 12 Uhr gesetzt.
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„Die Hauptverwaltung nimmt die Aufgaben von gesamtstädtischer Bedeutung wahr“, heißt es im Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz von Berlin – das hat sich aber offenbar noch nicht unter allen Abgeordneten herumgesprochen. Beispiele dafür gibt es ständig und in jeder Fraktion, sie belegen die dringende Notwendigkeit einer Reform. Heute stellen wir Ihnen hier die Geschichte von Torsten Hofer vor – der erfahrene SPD-Parlamentarier, von 2002 bis 2016 Bezirksverordneter in Pankow, seitdem Mitglied des Landesparlaments der deutschen Hauptstadt, forderte vom Senat schriftlich Antworten auf folgenden Fragen von seiner Meinung nach gesamtstädtischer Bedeutung (DS 18/26431):
1) „Vor ungefähr einem halben Jahr gab es in der Platanenstraße, 13156 Berlin, eine Umleitung. Der Umleitungsverkehr wurde auf Höhe der Hausnummer 40 über den unbefestigten Zingergraben-Weg in die Uhlandstraße hineingeführt. Dabei musste der Verkehr über die schmale Zingergraben-Brücke fahren, die sich unmittelbar am Eingang in die Uhlandstraße befindet. Der Zingergraben-Weg ist so holprig, dass die Pkw mit ihren Ölwannen auf der Fahrbahn aufschlugen. Anwohnende stellten in der Folge Ölspuren auf dem Zingergraben-Weg fest – nur wenige Meter von den Zingerwiesen entfernt, die nach Naturschutzrecht geschützt sind. Viele Lkw blieben auf dem Zingergraben-Weg stecken und mussten umständlich zurücksetzen, da die Kurve zur Zingergraben-Brücke für sie zu eng war. Trotz Beschwerden von Anwohnenden wurde die Umleitung nicht kurzfristig überprüft bzw. geändert. Wer war für die Einrichtung der Umleitung verantwortlich?“
2) „Inwiefern ist der Zingergraben-Weg für einen derartigen Umleitungsverkehr geeignet?“
3) „Inwiefern ist der Abbiegewinkel vom Zingergraben-Weg auf die Zingergraben-Brücke für Lkw überhaupt ausreichend?“
4) „Inwiefern ist die schmale Zingergraben-Brücke zwischen Zingergraben-Weg und Uhlandstraße für das Befahren mit schweren Lkw geeignet?“
5) „Inwiefern wurde, bevor die Umleitung eingerichtet wurde, eine Vor-Ort-Besichtigung durchgeführt?“
6) „Inwiefern wurden die Anwohnenden über die Einrichtung und den Verlauf der Umleitung im Voraus informiert?“
Freundlicherweise tat die unzuständige Verkehrsverwaltung das, was Hofer auch selbst hätte veranlassen können: Sie leitete die Fragen ans Bezirksamt weiter. Und hier jetzt nach zwei Wochen harter Recherche die übermittelte Antwort, vorgetragen von Ingmar Streese, vielbeschäftigter Staatssekretär von Senatorin Regine Günther:
„Eine derartige Umleitung wurde nicht angeordnet.“
Die Grünen werden langsam unruhig: Die Umfragen bröseln, und die Spitzenkandidatin (Wowereit: „Ihr Name fällt mir gerade nicht ein“) bleibt unauffällig. Bei einer Twitter-Kampagne bekundeten nur Parteileute, die sie gut kennen, sie seien „Neugierig auf Jarasch“ – u.a., „weil sie die richtigen Antworten auf die großen Zukunftsfragen hat“. Ach so! Na dann… Bei der Nominierungsinitiative „Basis ist Boss“ sitzt die selbsternannte Brückenbauerin aber erstmal zwischen den Stühlen. Julius Betschka und Robert Kiesel beschreiben heute im Tagesspiegel, was hinter den grünen Kulissen los ist – aus der Fraktion hörten sie: „In den kommenden Wochen muss mehr kommen.“
Kommen würde gerne Christopher Lauer – und zwar zurück ins Abgeordnetenhaus, wo er bis 2016 für die Piraten saß, bevor er der SPD beitrat (CP v. 24.2.) Jetzt will er als Direktkandidat der Grünen im Pankower Wahlkreis 6 antreten – im Podcast von Holger Klein (hier zu hören) erzählt Lauer, wie er sich das vorstellt (und wie er sein Parteihopping erklärt). In den Kommentaren darunter empfiehlt ihm jemand, für die Basis „einen klassischen Brief aufzusetzen, in dem er sich vorstellt und seine Ziele benennt“. Die Entscheidung fällt allerdings bereits am Sonnabend – das schafft die Post niemals.
Das neue Klo am Hans-Rosenthal-Platz direkt neben dem Kinderspielplatz hat das Zeug zum Berlin-Klassiker: Die „barrierefreie Unisex-Modultoilettenanlage“ steht kurz vor der Bezirksgrenze auf Wilmersdorfer Gebiet, die offene Seite aber ist nach Schöneberg ausgerichtet – die CDU stellt sachkundig fest: „Die spielenden Jungen und Mädchen schauen zwar nicht direkt auf das Pissoir; aber von der Eisdiele auf der anderen Seite besteht ein guter Einblick.“ CP-Lösungsvorschlag für das drängende Problem: ein Gebietsaustausch.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Die Polizei hat die Beschaffung von 13 Stück Gruppenkraftwagen ausgeschrieben – Anforderung: „Nach Möglichkeit sind für die angebotenen Fahrzeuge Crash-Versuche nachzuweisen.“ CP-Verkehrshinweis: Polizeiwagen in den kommenden Wochen vorsichtshalber weiträumig umfahren.
Falls Sie ihre Desensibilisierung gegen Pollen und Ihre Immunisierung gegen Corona gleichzeitig auf die Probe stellen wollen: Fahren Sie nach Brandenburg, da machen die Blumenmärkte wieder auf (in Berlin bleiben sie noch zu).
Die durchschnittliche Dauer eines Berufungsverfahrens am Berliner Landessozialgericht liegt inzwischen bei 24,2 Monaten – das ist Zehnjahresrekord.
In Mitte ist die Leitung des Standesamtes zu besetzen – Sie erinnern sich: Hier sind die Wartezeit auf die Ausstellung einer Geburtsurkunde berlinweit am längsten, zuweilen campieren Heiratswillige bereits am Vorabend für einen Termin vor der Tür. In der Job-Ausschreibung verspricht das Bezirksamt: „Wie bieten eine gute Work-Life-Balance.“
Wir bleiben noch kurz in Mitte, wo es gestern rund ums historische Zentrum überall aussah wie Sau.
Das Ordnungsamt versuchte derweil, seinem Namen auf andere Weise gerecht zu werden – und befestigte unter der Liebknechtbrücke an einem komplett verrosteten Einkaufswagen, der aus der Spree gezogen worden war, mit Kabelbinder einen „Gelbpunkt“, auf dem es heißt: „Die Eigentümerin / der Eigentümer dieses Fahrrads wird aufgefordert, dieses innerhalb von drei Wochen nach dieser Aufforderung vom öffentlichen Straßenland zu entfernen. Bei Nichtbeachtung werden wir das Fahrrad nach Fristablauf kostenpflichtig entfernen“:
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Achtung, Achtung, der Eigentümer dieses Fahrzeuges wird vom Ordnungsamt Mitte aufgefordert, es innerhalb von drei Wochen zu entfernen. Andernfalls wird es abgeschleppt. pic.twitter.com/RS3QlMgdZl
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Wie das Bezirksamt am späten Vormittag mitteilte, muss sich der oder die Eigentümerin nun leider von ihrem vierrädrigen Gefährt trennen. Es sei bereits der BSR zur sofortigen Beseitigung gemeldet:
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Den/die Besitzer/in dieses schnittigen Gefährts müssen wir leider enttäuschen: Der Gelbpunkt ist hier fehl am Platz und der Wagen bereits zur sofortigen Beseitigung der @BSR_de gemeldet.😅 @TspCheckpoint https://t.co/rDUqsoYzjk
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Das Naturkundemuseum sucht einen „Science Officer (w/m/d)“. Hm, und was macht so ein Science Officer? Schauen wir mal in die Aufgabenbeschreibung (Auszüge)…
Der Science Officer ist demnach „wesentliche Säule“, „unverzichtbare Partnerin“ und „Bindeglied“.
Der Science Officer ist außerdem beschäftigt mit „Erarbeitung“, „Entwicklung“, „Weiterentwicklung“, „Umsetzung“, „Erstellung“, „Beschreibung“, „Steuerung“, „Beratung“, „Planung“, „Überwachung“, „Durchsetzung“, „Förderung“…
… und wenn er das alles gut macht, kommt er vielleicht sogar mal in die Zeitung.
Oberstaatsanwalt Ralph Knispel wirft der Politik komplettes Versagen bei der Kriminalitätsbekämpfung vor („Der Rechtsstaat ist am Ende“, CP vom 27.2.) – er würde alles anders machen, wenn er dürfte. Aber würde er denn auch wollen? Im Gespräch mit Alexander Fröhlich ziert er sich erst („Das ist eine theoretische Frage“), sagt dann aber doch: „Wenn es ein ernst zu nehmendes Angebot gibt, würde ich das machen.“
Über die „Impfkampagne“ wird viel geschimpft – meistens zurecht. Aber es gibt auch Mails wie diese hier von einem „vorzeitig Impfberechtigten (Jahrgang 1943)“: „Alle waren sehr freundlich, überaus hilfsbereit, zuvorkommend, nicht hektisch, einfach nur wohltuend.“ Wenn das die Folge einer Behördenmutation ist, wird vielleicht doch noch alles gut.
Eigentlich sollte heute im Senat weiter übers Klima verhandelt werden, doch weil am kommenden Montag frei ist (Frauentag ist Feiertag) und die Grünen deshalb einen Slot für ihren Fraktionsvorstand brauchten, wurde der Termin verschoben (vielleicht sind aber auch alle beim Friseur). Dagegen findet der Urania-Klima-Talk in der Tagesspiegel-Reihe „Stadt im Gespräch – Berlin im Wandel“ heute Abend wie geplant statt: mit Fachleuten auf dem Podium und Robert Ide als Moderator. Die Debatte wird ab 19.30 Uhr live gestreamt unter www.urania.de/livestream-die-klimaneutrale-stadt - und Fragen können Sie auch stellen.
Schöne Filmgeschichte von Verena Mayer in der SZ über Berlin als Kulisse für alle möglichen Orte (von Bagdad über Paris und Las Vegas bis Moskau) und Zeiten (vor allem die 20er und 60er des vergangenen Jahrhunderts). Es gibt da allerdings ein Problem für Location-Scouts wie Stefan Wöhleke: „Immer wieder passiert es ihm, dass ein Gebäude, das er für die erste Staffel gefunden hat, bei den Dreharbeiten für die dritte nicht mehr existiert.“ Ausgerechnet die Serie „Charité“ wurde deshalb gleich in Prag gedreht.
Und jetzt Sie: Was war wohl der Anlass für die Recherche? Richtig: Heute beginnt die Berlinale – allerdings nur als Insiderfestival, unter Ausschluss der analogen Öffentlichkeit. Das war übrigens auch der Anlass dafür, dass gestern um 18 Uhr viele Kinos hell erleuchtet waren: als Überlebenszeichen.
Rot wird dagegen heute dagegen das Einkaufszentrum am Tempelhofer Hafen angestrahlt – als „mahnendes Zeichen für die schwierige Lage der Händler“.
„Hey Flo, sympathischer Musiker aus Thüringen!“, steht auf einem Zettel in der Schönhauser Allee, den Steffi nach einem Treffen am 20.2. auf der Greifswalder Ecke Danziger in Pankow auf einen Stromkasten geklebt hat, „wenn du immer noch Lust auf einen Spaziergang mit Bier oder Kaffee hast, kannst du mir gerne schreiben.“ Hey Flo, damit wir hier nicht Steffis Telefonnummer veröffentlichen müssen, nimm die Adresse checkpoint@tagesspiegel.de, wir leiten das dann gerne weiter.
Nachtrag zu Meldung „Grünkohlkönigin Giffey“ (CP v. 27.2.): Da doch einige Leserinnen etwas sauertöpfisch auf die Meldung zur verlängerten Amtszeit von Majestät Franziska I. reagiert haben, stellen wir hiermit klar: Grünkohl in Oldenburg und Rotkohl in Berlin passen gut zusammen. Von einer Regierenden Bürgermeisterin erwarten wir allerdings, dass sie dreimal hintereinander fehlerfrei und schnell „Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid“ sagen kann.
Zitat
„Der Wohlfühleffekt ist weg.“
Ein Berliner Rentner kommentiert den Corona-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff bei einer Reise zu den Kanarischen Inseln (Q: RTL) – der Checkpoint richtet umgehend ein Mitleidsspendenkonto ein.
Tweet des Tages
Nirgends kommt man modernem Theater derzeit so nah wie beim Umsteigen im U-Bahnhof Hermannplatz.
Stadtleben
Dinner to go – Wenn Inzidenzen an den Nerven zehren und Zoom-Meetings die Gemüter plagen, will Comfort Food verputzt werden. Besonders, wenn dieses das Ende des Kopfzerbrechens verspricht: Knapp abseits der Frankfurter Allee angelt Zero Stress Pizza dafür ein triefendes Gebäck nach dem nächsten aus dem Ofen. Zwischen offenen Wänden und kiezgerechtem Steampunk-Interieur kredenzen die einstigen Foodtruck-Betreiber vegane Pizzen mit wunderlichen Namen wie „Hungry Pirate“ (Stressfreiheit ahoi!) oder „Pornokartoffel“. Für Karnivoren kommen Bacon und Salsiccia obendrauf – eine Pizza gibt’s ab sieben Euro, abgeholt wird in der Colbestraße 3. 16-22 Uhr, U-Bhf Samariterstraße, Bestellungen unter der 0152/15374316.
Noch mehr Komfort-Küche serviert mein Kollege Felix Denk in unserer Genussredaktion: Für groovige Bacon Apple Gouda-Sandwiches bitte hier entlang.
Präsent & Nachtisch – Zuckriges im Überfluss: Wem es im Homeoffice an Süßem mangelt, klickt sich derweil nach Prenzlauer Berg. Mitten im hipsterigen Kollwitzkiez hat das Start-Up Muya seine Zelte aufgeschlagen und gießt bunt gesprenkelte Pralinen, dass sich ihre Schachteln stapeln – ganz so, wie es sich in der Hauptstadt gehört: bio, vegan und instagramtauglich. Neben klassisch-schokoladigen Sorten sind auch abenteuerliche Pralinen zu haben, die metallisch-glänzend von Salz und Passionsfrucht strotzen. Eine Box erstehen Sie ab 10,90 Euro hier, Fanatiker ergattern gleich ein Jahres-Abo – frohes Schnabulieren!
Schreiben – Und der nagenden Einsamkeit trotzen: Um älteren Menschen während der Krise das Alleinsein zu erleichtern, ruft die Young Caritas Jugendliche an den Schreibtisch. Schon 8500 Briefe sind bei der Sammelaktion eingegangen, die Heimbewohnern aufmunternde Zeilen ins Haus flattern lässt – ob Rätsel, Gedicht oder simpler, tröstender Gruß. Höchste Zeit also, all das edle Briefpapier hervorzukramen, das bisher so brav aufgespart wurde: Infos zu Aktion und Adressen finden Sie unter diesem Link, zu bunter Inspiration geht es hier entlang.
Theaterluft schnuppern – Rauf auf die Bretter! Weil die Türen der Theater fest verschlossen bleiben, holt die Volksbühne ihr Publikum digital auf die Spielfläche – per Virtual Reality. In seiner frisch uraufgeführten Produktion „Anthropos, Tyrann“ erzählt das Ensemble den Mythos des Ödipus, der plötzlich auf Klimakrise und Virenchaos der heutigen Welt trifft: Für die Aufnahme wirbelten Darsteller und Kulissen rund um eine 360-Grad-Kamera, sodass sich die Zuschauer zu Hause mitten im Bühnengeschehen wiederfinden. Heute Abend ist das Stück ab 19 Uhr im Stream zu bewundern, eine Teilnahme ist mit VR-Brille, Computer und Smartphone möglich. Karten gibt’s für acht/fünf Euro unter diesem Link – oder bei uns: Wir verlosen drei Zugangscodes.
Grübelstoff – Furchtbar fern, doch mitten auf der Bühne: „Anthropos, Tyrann“ lässt sein Publikum all die schwere Theatertechnik bestaunen, die Zuschauern sonst verborgen bleibt. Welchem Berliner Haus würden Sie gern einmal hinter die Kulissen spähen?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Barbara Schiffer und die Marmeladenvielfalt.
„Stachelbeer-, Johannisbeer-, Erdbeer-, Heidelbeer-, Sauerkirsch-, Mirabellen- und Beerenmix-Marmelade... Noch nie haben wir so viel Marmelade eingekocht wie im letzten Jahr. Was für ein Geschmackserlebnis! Familie und Freunde waren begeistert. Und als der Vorrat viel zu schnell aufgebraucht bzw. verschenkt war, haben wir jetzt sogar Tiefkühlobst verarbeitet. Die Marmelade aus dem Supermarkt mögen wir nicht mehr.“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – A114: Sperrung der Ein- und Ausfahrt Schönerlinder Straße in Richtung AD Pankow (bis Ende April).
Breite Straße (Pankow): Sperrung zwischen Mühlenstraße und Wollankstraße in Richtung Grabbeallee, eine Umleitung ist ausgewiesen. Besonders im Bereich Rathaus Pankow kann es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen kommen, Fuß- und Radverkehr darf passieren. (bis Mitte März).
Lindenstraße (Köpenick): Sperrung zwischen Freiheit und Bahnhofstraße in Richtung An der Wuhlheide, Fuß- und Radverkehr frei (bis Mitte März).
Gosener Landstraße (Müggelheim): In beiden Richtungen ist abwechselnd nur eine gemeinsame Spur befahrbar, es kommt eine Baustellenampel zum Einsatz (bis Ende März).
Ruhlebener Straße (Spandau): Auf der Dischinger Brücke ist zwischen Kloster- und Grunewaldstraße stadteinwärts nur ein Fahrstreifen frei (9-15 Uhr, bis Freitag).
A10: Zwischen AS Rüdersdorf und AS Erkner kommt es aufgrund einer Baustelle in beiden Richtungen zu diversen Verkehrsstörungen.
Westend: Aufgrund eines Autokorsos durch die City West ist mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen (18.30-20.45 Uhr).
Demonstration – Vor dem Roten Rathaus demonstriert die IG Metall Berlin „gegen den Abbau von Arbeitsplätzen“ bei Siemens und Daimler, es sind 500 Personen angemeldet (12-13 Uhr). Unter dem Motto „Das Gastgewerbe tanzt für eine Perspektive“ protestieren 200 Teilnehmende auf dem Platz des 18. März (11.30-12.30 Uhr, angemeldet durch den „Leaders Club Deutschland“). Auf dem Alexanderplatz kommen 20 Demonstrierende der Bewegung „Berlin for Future“ zu einer Kundgebung mit dem Titel „Aufforderung an Regierung und Parlament für eine konsequente Klimaschutzpolitik“ zusammen (17.30-18.30 Uhr). Vor der Botschaft der Volksrepublik Bangladesch halten 20 Personen eine „Mahnwache für den Autor Mushtaq Ahmed“ ab (15-17 Uhr).
Gericht – Zweiter Tag im Prozess gegen den mutmaßlichen Serienvergewaltiger Sinisa K. Dem 30-Jährigen werden sechs Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung sowie räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er habe die Opfer meist auf entlegenen Wegen attackiert (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 700).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Klaus Uwe Benneter (74), Jurist, ehem. Generalsekretär der SPD (2004-05) / Didi Danquart (66), Filmemacher und Drehbuchautor / Pepe Danquart (66), Filmregisseur / Andreas Geisel (55), Innensenator (SPD) / Florian Hübner (30), Fußballer bei Union / Manfred Karge (83), Schauspieler, Dramatiker und Regisseur / „Zum 14. Geburtstag wünschen wir unserem Casey Keller alles Liebe und Gute. Liebe Grüße, Opa Klaus und Monika“ / Stephan Kimmig (62), Theaterregisseur / „Liebe Luzie (12), lieber Jochen (83), alles Gute für das neue Lebensjahr wünschen Euch Ruth und Markus mit Emmy“ / Stephan Georg Sassenroth (65), ehemaliger Chef des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes (WPD) beim AGH / Swen Schulz (53), für die SPD im BT / Hannelore Sikorski, „weltbeste Schwiegermutter“ / Maxi Warwel (38), Schauspielerin / Nachträglich: „Liebe Sonja Fusati, gigantische Erfinderin und Triebfeder der Victress-Gala, nachträglich zum 50. das gewaltig Beste vom Vorsitzenden Deines Fanclubs“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Knut Eckardt, * 21. Februar 1943 / Dr. Horst Christian Etmer, * 5. Oktober 1928 / Jörg-Werner Haß, * 18. Februar 1943 / Renate Miethe, * 6. Mai 1932, Kunst- und Porzellanmalerin / Christa Westphal, * 18. Dezember 1931
Stolperstein – Harry Gersten (Jg. 1890) war Inhaftierter des sogenannten „Arbeitserziehungslagers Wuhlheide“ der Gestapo. Am 1. März 1943, heute vor 78 Jahren, wurde er von den Nationalsozialisten ermordet – in der Leonhardtstraße 10 in Charlottenburg liegt seit 2011 ein Stolperstein zu seinem Gedenken.
Encore
Gibt es im Zoo ein Rind mit dem Namen „Wernher von Braun“? Ein Ausschnitt aus der alten RBB-TV-Serie „Panda, Gorilla & Co“ legt das nahe. Dort ist zu hören, wie ein Tierpfleger ruft: „Wanda, Wernher, Walli, Walki, kommt mal alle mit. Walli, Walki, artig sein. Wernher! Wernher von Braun, Wernher von Braun, kommt mal alle mit.“ Und dazu die Stimme aus dem Off: „Die aus dem Südschwarzwald stammenden Rinder haben lustige Namen.“ Der Wernher-von-Braun-Experte Christopher Lauer (siehe oben) fand das weniger lustig – aber der RBB rüstete ab: „Wir haben mit unserem Tierpfleger dazu gesprochen, er hat sich damals unbedarft zu dieser Bemerkung hinreißen lassen und war sich des politischen Hintergrunds absolut nicht bewusst. Er bedauert seine unüberlegte Wortwahl sehr.“ Und somit kann endlich auch über diese Sache Gras wachsen.
Für die heutige Checkpoint-Ausgabe haben wieder Lotte Buschenhagen und Thomas Lippold die Stadt abgegrast, Florian Schwabe hat die Ernte in Ihrem Postfach deponiert. Morgen früh schaut hier Ann-Kathrin Hipp für Sie nach, was los ist im besten Berlin der Welt. Bis dahin,