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Randale in Berlin – und der Regierende schweigtJustizsenator wegen „Spitzelsystem“ in der Kritik„Berliner Schnuppen“ feiern Jubiläum

Wahnsinn ist man in Berlin eigentlich gewöhnt. Doch die Allianz, die am Wochenende durch die Straßen der Stadt zog, lässt selbst hartgesottene Checkpoint-Schreiber nicht kalt. Regenbogen- neben Reichsflaggen. Rentner neben Rechten. Rastafaris neben Glatzköpfen. Impfgegner neben Antisemiten. Friedensaktivisten neben Putin-Fans. Verschwörungstheoretiker neben Hooligans. Und dann war da nach Checkpoint-Informationen auch noch ein Jäger mit einer scharfen Waffe. Bis zu 50.000 demonstrierten am Samstag bis tief in die Nacht gegen die Corona-Politik, vor allem aber gegen „das System“. Ohne Abstand. Ohne Maske. Teils gewalttätig. Mindestens 33 Polizisten wurden verletzt, mehr als 300 Menschen festgenommen, darunter auch „ein Autor veganer Kochbücher“ und ein Jäger. Mehrere hundert Demonstranten, darunter teils bekannte Reichsbürger, Mitglieder der Jungen Alternative, Ex-NPD-Kader, aber auch „Corona-Rebellen“, durchbrachen Absperrungen und stürmten auf den Reichstag. Ihr Eindringen ins Hohe Haus scheiterte nur, weil sich drei Polizisten Hunderten entschlossen in den Weg stellten, um das zentrale Symbol unserer Demokratie zu schützen.

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Besondere Einblicke in die jüdisch-deutsche Geschichte
„Die Geschichte der Juden hat sich nicht geändert – aber unsere Perspektive darauf. Mit unserer neuen Ausstellung reagieren wir auf ver­änderte Sehgewohnheiten und auf einen neuen Forschungsstand“, sagt Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin. Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte nach 1945: Diese reicht vom Umgang mit der Zäsur des Holocaust über den Neubeginn jüdischen Lebens in der BRD und der DDR bis hin zur Migrationsgesellschaft im heutigen Deutschland.
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Politiker aller Lager (außer der AfD natürlich, die an den Demonstrationen teilnahm) äußerten sich entsetzt und erschüttert. Von einem „unerträglichen Angriff auf das Herz unserer Demokratie“ sprach der Bundespräsident. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte: „Nach diesen Szenen sollte der Letzte verstanden haben, dass es auch Grenzen des Anstands gibt, wie weit man mitträgt, wer mit einem mitläuft.“ Und Innenminister Horst Seehofer: „Der Staat muss gegenüber solchen Leuten mit null Toleranz und konsequenter Härte durchgreifen.“ Dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller waren die Geschehnisse in seiner Stadt am Samstag kein Wort wert.