Wegen chaotischer Zustände vor den Testzentren will der Senat mal wieder mit viel Geld die Kapazitäten erweitern. Bisher lief das verlässlich auf neue Millionenaufträge für die Münchner Firma 21DX hinaus, teils ohne Ausschreibung und trotz erheblicher Zweifel am Geschäftsgebaren des Unternehmens: Die Website startete als billige Farce, wegen eines Lecks waren sensible Daten von 80.000 Getesteten über Wochen frei im Netz verfügbar, und es gab Hinweise darauf, dass die Geschäftsführerin von 21DX eine Auftragsbeschreibung des Senats mitverfasst hat (Sebastian Schöbel vom rbb trug hier viel zur Aufklärung bei).
Erst im September 2020 war die Firma gegründet worden, schon ein paar Wochen später hatte sie den ersten zweistelligen Millionenauftrag des Landes in der Tasche – trotz einiger Konkurrenz aus Berlin. Zwei zentrale Fragen aber blieben bisher ohne Antwort: Warum bekam das kleine, neue Unternehmen den ersten Zuschlag? Und warum immer wieder aufs Neue, obwohl es günstigere Angebote gab – und sogar die Vergabekammer Bedenken bekundet?
Aus internen Unterlagen der Gesundheitsverwaltung, die der Checkpoint einsehen konnte, ergibt sich jedenfalls ein erstaunlich salopper, vertrauter Umgangston der Beteiligten des Millionendeals beider Seiten untereinander – und eine geschickt aufgebaute Drohkulisse nach der ersten Anbahnung. So drängte die Geschäftsführerin von 21DX, Martina Steiner-Samwer, den Senat am 20.11.2020 zu einer schnellen Entscheidung:
„Nun nimmt die Nachfrage aus dem privaten Sektor in Berlin zu und wir haben die vorhandenen Kapazitäten gedanklich noch für die Senatsverwaltung reserviert in der Annahme, dass die pandemisch wertvollste Allokation durch Sie erfolgt.“
Danach ging alles fast wie von selbst. Am 26.11.2020 war der Vertrag unterzeichnet, und bereits am 15.12.2020 vermerkte Jörg Max Haase, „Gesamtkoordinator Testung“ bei der Gesundheitsverwaltung, 21DX habe sich „als leistungsfähiges Unternehmen bewährt“. Die erforderliche Ausweitung der Testkapazitäten könne „nur durch eine ergänzende Beauftragung an 21Dx gewährleistet werden“. So kam es dann auch. Jeweils weitere „Ausweitungen“ der Testkapazitäten sah Haas am 29.12.2020 und am 08.02.2021 wortgleich wiederum „nur durch eine ergänzende Beauftragung an 21Dx gewährleistet“, auch im September 2021 ging wieder ein Auftrag an 21DX.
Die Kommunikation mit den Vertretern der Gesundheitsverwaltung hatte da längst eine andere Mitarbeiterin von 21DX übernommen: Evelyn Tichy, studierte Biologin und seit dem 19.03.2021, also nach den ersten schnellen Erfolgen, „Head of Business“ bei 21DX. Der Ton zwischen ihr und Haas ist meist locker, man duzt einander, ab und zu schickt Berlins Gesamtkoordinator auch ein Smiley nach München. Ein schöner Zufall? 21DX beantwortet dies mit: Nein, denn – unabhängig davon, ob diese Angaben im Netz überhaupt stimmen - habe man sich gar nicht gekannt.
Jedenfalls schickt Evelyn mal „liebe Grüße aus London, bis bald in Berlin“, mal „herzliche Grüße aus München“. „Lieber Jörg“, schreibt Evelyn zum Beispiel am 21.01.2021 und erinnert Haas daran, dass eine Zusatzvereinbarung verlängert werden muss. Nur fünf Minuten später kommt die Antwort: „Liebe Evelyn, wir verlängern (so viel in Kürze).“
Anfangs und zwischendurch wird’s schon mal förmlich, da heißt es dann „Liebe Frau Dr. Tichy, herzlichen Dank für Ihren Vertragsentwurf“ (24.11.2020) oder „Sehr geehrter Herr Haas, sehr geehrter Herr Körting, wir freuen uns Ihnen ein Angebot (…) zu unterbreiten“ (02.02.2021). Aber auch Martina Steiner-Samwer, die so erfolgreich gedrängelt hatte und dem Senat die Auftragsbeschreibung gleich mit servierte, gab sich freundschaftlich vertraut mit dem Verhandlungspartner: „Guten Morgen Jörg“, schrieb sie am 06.01.2021, „anbei das unterschriebene Exemplar.“
Am 12.02.2021 kam um 9.15 Uhr mal wieder eine Mail aus München bei Haas an: „Lieber Jörg, anbei der Auftragsbestätigungstext wie besprochen, Dir ein wohlverdientes Wochenende, Evelyn.“ Hm, ein „Auftragsbestätigungstext“, verfasst von der Auftragnehmerin? Kurz darauf verschickt Haas eine „Auftragsbestätigung“ an 21DX, ganz förmlich: „Sehr geehrte Damen und Herren, wir bedanken uns für Ihr Angebot.“
[Lesen Sie hier eine Stellungnahme der Mitgründerin und Geschäftsführerin des Unternehmens 21DX zu den Vorwürfen.]
Berlin hat die Deutsche Meisterschaft der Finanzämter gewonnen: An die Bearbeitungszeit von durchschnittlich 42,7 Tagen kam im vergangenen Jahr keine andere Stadt ran. „Tolle Leistung“, jubelt Finanzsenator Daniel Wesener, „Berlins Verwaltung ist besser als ihr Ruf“. Dazu noch schnell der Blick auf die verfügbaren Termine beim Bürgeramt (Stand heute früh): 0.
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Apropos Bürgerämter: Franziska Giffey hat im Tagesspiegel-Interview zwar nicht verraten, wann das 14-Tage-Ziel endlich erreicht sein wird, aber, wie sie es erreichen will:
„Wir brauchen dringend mehr Personal und wir müssen auch mit den vorhandenen Ressourcen flexibel umgehen. Dazu gehört auch eine Aufgabenkritik, also sich anzuschauen, an welchen Stellen wir die Bürgerämter entlasten können, zum Beispiel beim Führerscheinumtausch, beim elektronischen Aufenthaltstitel oder bei der Prüfung von Unterschriften von Volksbegehren. Und wir müssen das Nichtkommer-Management verbessern. Zurzeit werden bis zu 25 Prozent der vereinbarten Termine nicht wahrgenommen. Da sind offene Kapazitäten. Ich werde im Rat der Bürgermeister mit den Bezirken darüber sprechen, wie wir sie unterstützen können.“
Dazu folgender Hinweis: Falls Sie den Eindruck haben, diesen Teil des Interviews vor Jahren schon mal gelesen zu haben, täuschen Sie sich – das zeigt nur, dass Sie offenbar bereits länger in Berlin leben. Und wenn Sie wissen wollen, was sich für Sie mit der neuen Regierenden Bürgermeisterin alles ändert, erfahren Sie es hier. Sogar auf die Bonusfrage haben wir eine Antwort bekommen – sie lautet: „Haben Sie eigentlich auch mal schlechte Laune?“
Giffey ist übrigens auch für eine Impfpflicht – allerdings kann die wohl im Bundestag erst im Mai beschlossen werden. Die kuriose Begründung: Wegen des Karnevals (!) fällt im Februar eine Sitzungswoche des Parlaments aus. Tätää. Dabei war ein bisschen Karneval in Berlin ja schon gestern: Der 1. FC Kölle Alaaf gewann bei Hertha mit 3:1. (Mehr zum Impfen im Telegramm.)
„Not in my backyard!“ ist die Parole derjenigen, die schon eine Wohnung haben – und keine neue vors Fenster gesetzt bekommen wollen. Neubausenator Andreas Geisel will das ändern und die Stadt „verdichten“ – die Grünen-Spitze hält dagegen: „Wir können nicht jede Fläche einfach zubauen“, sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Silke Gebel heute im Tagesspiegel-Interview (gemeinsam mit der Co-Vorsitzenden Antje Kapek). Die Konfliktlinien hat hier Robert Kiesel nachgezeichnet. Und was meinen Sie?

Wir kommen zur Liste der 290 Berliner Straßen und Plätze, deren Namen einen antisemitischen Bezug haben (Q: Studie von Felix Sassmannshausen für den Berliner Antisemitismusbeauftragten Samuel Salzborn).Heute ist Reinickendorf dran. Empfehlungen zur Umbenennung sind gefettet, bei den anderen Namen wird zu weiterer Forschung bzw. einer Kontextualisierung geraten (etwa mit einer Erläuterung am Schild). Wissen Sie, wo Sie wohnen?
Avenue Charles de Gaulle, Bismarcksteg, Calvinstraße, Cecilienallee, Cecilienplatz, Dahnstraße, Fontanestraße, Freiherr-vom-Stein-Straße, Friedrich-Wilhelm-Straße, Fürst-Bismarck-Steg, Fürst-Bismarck-Straße, Jahnstraße, Kettelerpfad, Kniggeweg, Kolpingplatz, Martin-Luther-Straße, Maximiliankorso, Melanchthonstraße, Reuterplatz, Reuterstraße, Roedernallee, Roedernbrücke, Roedernstraße, Schwabstraße, Stolzingstraße, Wahnfriedstraße, Walderseestraße, Wilhelmstraße.
Morgen geht’s weiter mit Spandau.
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Berliner Schnuppen
Telegramm
Nach mehreren Stromausfällen in Kreuzberg und Friedrichshain wurde es im Osten Berlins am Abend in den Wohnungen kalt: Wegen einer technischen Störung im Kraftwerk Klingenberg fiel die Fernwärme aus – betroffen waren etwa 90.000 Haushalte.
Das erinnert mich daran, das Checkpoint-Wochenrätsel aufzulösen: Silvester war es in Berlin heute schon nicht mehr vorstellbare 13,7 Grad warm.
Verliert Berlin seine Polizeipräsidentin? Barbara Slowik wird jedenfalls gerade auffällig oft im Zusammenhang mit anderen Jobs genannt – u.a. als Präsidentin der Bundespolizei.
Und hier gleich noch zwei Schulpersonalien: 1) Norman Heise bleibt Landeselternsprecher. 2) Tilmann Kötterheinrich-Wedekind wechselt vom Schulleiterposten (Ernst-Abbe-Gymnasium) in den Leitungsstab der Bildungsverwaltung.
„Schnell wie die Feuerwehr“ ist kein gutes Motto, wenn’s ums Impfen geht: Nach internen Zählungen liegt die Quote hier nur bei 80% – und das, obwohl die Einsatzkräfte es bei medizinischen Notfällen auch mit Covid-Patienten zu tun haben (z.B. in Pflegeheimen). Im Intranet kursieren Falschinformationen über die vom 15.03. an für bestimmte Berufsgruppen gültige Impfpflicht – die Feuerwehr gehört jedenfalls dazu.
Bei der Bürgeramtsbewertung ist Pankow echt (fast) das Letzte – nur 1,6 von 5 Sternen (bloß Reinickendorf glänzt mit 1,5 Sternen noch schlechter; siehe CP vom 08.01.). Aber es ist Rettung in Sicht: Das BA sucht hier jemanden für die Hauptsachbearbeitung, und zwar „mit Allzuständigkeit“. Und das ist in der Hauptstadt der organsierten Unzuständigkeit doch mal wirklich eine Meldung wert.
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Freundlicher Hinweis im Hof der Waldeyerstraße 11 (Friedrichshain): „Liebe Nachbarn aus dem 4. Stock: Euch ist der Weihnachtsbaum aus dem Fenster gefallen.“
Podcast-Tipp: Eine stark zugerichtete Leiche. Eine Prostituierte, die sich ständig widerspricht. Und ein Verbrechen, das erst nach 13 Jahren gelöst wird. In der 5. Folge von „Tatort Berlin“ sprechen Katja Füchsel und Sebastian Leber über einen Mord auf dem Kurfürstenstrich.
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Nachtrag zur Meldung „Hakenkreuzskandal im Jugendamt Pankow“ (CP vom 07.01.) – Stadtrat Cornelius Bechtler schreibt: „Es gibt keinen Hakenkreuzskandal im Jugendamt“. Zwar habe die Gruppenleiterin tatsächlich ein Tattoo auf dem Unterarm getragen, das sei aber eine Swastika, und ein Experte der Polizeiakademie habe ihm gesagt: „Die Swastika ist ein religiöses Zeichen, das in der rechten Szene keine Verwendung findet.“ Die rechte Szene wird das erstaunt zur Kenntnis nehmen, denn auch das offene Tragen einer Swastika (Hakenkreuz nach links gedreht) ist aus guten Gründen verboten. Die Mitarbeiterin hat das Tattoo nach Angaben von Bechtler inzwischen „so verändern lassen, dass keine Swastika mehr zu erkennen ist“. Eine rechte Gesinnung habe er in Gesprächen nicht festgestellt. Seine Aussage, dass er kein öffentliches Interesse habe erkennen können, sei allein auf die außerordentliche Dienstversammlung (verpflichtend in Präsenz) heute im BVV-Saal bezogen gewesen.
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„Wir schaffen die Klimaziele nicht annähernd“ Deutschland reißt die 1,5-Grad-Grenze und verpulvert viel zu schnell sein CO2-Budget. Was das bedeutet, und wie sich die Politik jetzt Emissionen schön rechnet, sagt Klimaphysiker Wolfgang Lucht. Und: Wissen Menschen, was in der Klimakrise auf dem Spiel steht, sind sie zu echten Veränderungen bereit. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Zitat
„Die Langeweile einer Flöte wird nur vom Flötenduo übertroffen“…
… sagte einst Henri Bouasse. Manchmal klingt die Flöte aber auch nur schräg, auf andere aber wiederum auch durchaus verlockend – so meinte Aristoteles: „Die Flöte hat keinen guten Einfluss auf die Moral; sie ist zu aufreizend.“ Sei’s drum, so oder so: Heute ist der Tag der Blockflöte, und wir haben schon ganz anderes überstanden (vor allem in Berlin).
Tweet des Tages
Steinmeiers Motiv für seine frühe Bewerbung um eine zweite Amtszeit: ‚Von all den großen Reden, die ich in den vergangenen fünf Jahren nicht gehalten habe, möchte ich in den kommenden fünf noch mehr nicht halten.‘
Stadtleben
Essen – Amuse-Gueule aus Köln, Hauptgang aus Hamburg und Dessert geradewegs aus den Küchen von Mitte: Ganz ohne Überschall-Jetset wandern Trüffel, Wagyu und Confit auf die heimischen Tafeln derer, die dem Nobel-Lieferdienst „voilà“ anhängen. Das Startup für Haute Cuisine lässt Michelin-Lokale aus ganz Deutschland ihre Dinnermenüs in Kühlboxen packen, um Sie durch die Republik zu senden – in Berlin schwingen unter anderem die Teams von Hendrik Otto, Cookies Cream und Dae Mon die Kochlöffel. Eine Box ergattern Sie ab 70 Euro (Skala nach oben offen), bestellt wird bis Mittwoch, geliefert am Freitag. Nur aufgewärmt und drapiert werden muss das Abendessen selbst – wohl bekomm‘s.
Karten sichern I – Der Zimtsternduft ist längst verflogen, die Tanne schon expatriiert und Geschenke ins oberste Regalfach verbannt – doch der Berliner Figuralchor stellt sich dem schwindenden Weihnachtsklima wacker entgegen: Getreu der historischen Intonation schmettert das Ensemble am morgigen Abend Händels „Messiah“ durch den Kammermusiksaal der Philharmonie. Dafür hat der Chor vier Solisten und eine Barock-Truppe eingeladen, die Erstfassung des Oratoriums zu interpretieren, das bei seiner Dubliner Uraufführung am 13. April 1742 gar nicht so weihnachtlich anmutete – musiziert wird morgen ab 19 Uhr, für Tickets (ab 18 Euro, 2G+) bitte hier entlang.
Karten sichern II – Eine gewaltige Dosis Eskapismus serviert dieser Tage die „Alte Münze“ am Molkenmarkt: In raumgroßen Projektionen lässt die Ausstellung „Monets Garten“ Wellen und Rosen des Künstlers über Wände flackern, verschwimmen, neu verschmelzen – und die düstere Prägeanstalt gar nicht mehr so edgy erscheinen. Flimmernde Fixpunkte der Installation bilden Atelier, Garten und Teich des Malers, durch deren zugeordnete Lichträume die Besucher wandeln. Am Mittwoch feiert die immersive Installation ihre Weltpremiere in Produktionshalle, Loft und Galerie der „Münze“, bevor die Schau bis zum 15. März (tgl. 10-21 Uhr) in der Hauptstadt gastiert – Karten ergattern Sie für stolze 20 Euro hier oder beim Checkpoint: Wir vergeben 5x2 Ticketcodes.
Schlittern – Wer auf Flughäfen skilangläuft, fährt auch Schlittschuh am Sandstrand – so oder so ähnlich muss der Gedankengang gelautet haben, der Treptow-Köpenick die größte Eisbahn des Berliner Südostens beschert hat. Mit stattlicher 1000 Quadratmeter-Fläche reiht sich das Strandbad Grünau seit Dezember in die Liste geliebter Hauptstadtkuriosa ein: Direkt an den Ufern der Dahme gleiten Sportliche durch den Ring, Eisschollen im Blick und Sand im Rücken – akute Erschöpfung behandeln Apfelpunsch und Lagerfeuer. Donnerstag bis Samstag schallen DJ-Klänge über die Fläche, dienstags tagt die Schlittschuhschule. Kufen scharf? Tagestickets erstehen Sie nur im Vorverkauf für 6,50 Euro, Leihschuhe reservieren Sie hier. Hals- und Beinbruch! Tgl. 10-21 Uhr, Sportpromenade 9, Tramstation Strandbad Grünau
Grübelstoff – Einmal frost-fantasieren, bitte: Auf welchem Berliner Prachtplatz – oder entlang welcher Allee – würden Sie gern eine Runde übers Eis pirouettieren?
„Wir sind die Neuen“
60 der insgesamt 147 Parlamentarier sind in dieser Legislaturperiode neu im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Checkpoint stellen wir sie vor.
Name: Martin Pätzold (CDU)
Beruf: Professor
Alter: 37 Jahre
Wahlkreis: Lichtenberg (WK 2)
Berliner Lieblingsort: Malchower See
Eine Sache, auf die ich mich 2022 in Berlin freue: „Ich freue mich darauf, mich weiter für eine Verlängerung der S-Bahnlinie 75 nach Westkreuz bis zur besseren Ärzteversorgung vor Ort in Hohenschönhausen einzusetzen.“
Foto: Laurence Chaperon
Berlin heute
Verkehr – Regattastraße (Grünau): Sperrung im Bereich der Anbindung Königseestraße, Fuß- und Radverkehr frei. Umleitungen sind ausgewiesen (bis 19. Januar, danach folgen weitere Bauabschnitte).
Karl-Liebknecht-Straße (Mitte): Zwischen Dircksenstraße und Alexanderstraße steht in Richtung Prenzlauer Allee nur eine Spur zur Verfügung, der Stauraum vor der Kreuzung Alexanderstraße ist jedoch wieder mehrspurig befahrbar.
Sachsendamm (Schöneberg): Zwischen Gotenstraße und Priesterweg ist in Richtung Dominicusstraße nur ein Fahrstreifen verfügbar (bis Mitte Februar).
Blumberger Damm (Biesdorf): Zwischen Cecilienstraße und Kornmandelweg ist in Richtung Köpenicker Straße nur eine Spur frei (bis Ende Januar).
Tiergarten: Zwischen 11-15 Uhr führt eine Demonstration vom Brandenburger Tor über die Straße des 17. Juni zur Paul-Löbe-Allee.
Spandau: In der Altstadt kann es infolge eines Demonstrationszugs zu Verkehrsstörungen kommen (17-20.15 Uhr).
Hellersdorf: Aufgrund einer Demonstration ist rund um Alice-Salomon-Platz, Stendaler Straße, Hellersdorfer Straße und Neue Grottkauer Straße mit Verkehrsstörungen zu rechnen (17.30-22 Uhr).
Dorotheenstraße (Mitte): Nächtliche Sperrungen zwischen Wilhelmstraße und Friedrich-Ebert-Platz (je 0.30-6 Uhr, bis Donnerstagmorgen).
Regionalverkehr: In den kommenden beiden Nächten (je 23.45-1.20 Uhr) sind die Linien RE7 und RB14 zwischen Berlin Zoologischer Garten und Berlin Friedrichstraße bzw. Berlin Ostbahnhof unterbrochen, bitte steigen Sie auf die S-Bahn um.
Demonstration – Heute ziehen diverse Corona-„Spaziergänge“ durch das gesamte Stadtgebiet: Zu einer „Lauf-Demo“ durch Mitte sind 800 Teilnehmende angemeldet (18.30-21.30 Uhr), zum Demonstrationszug „Einigkeit und Recht und Freiheit“ durch die Altstadt Spandau 140 (17-20.15 Uhr). Dazu kommt eine hohe Zahl unangemeldeter Versammlungen, die über Aufrufe in sozialen Medien publik werden – etwa am Schloss Charlottenburg, Rathaus Tempelhof, Rathaus Lichtenberg oder am Bahnhof Köpenick. Demgegenüber stehen mehrere Gegenanmeldungen: „Für die kritische Vernunft und die Demokratie, mit Abstand gegen Rechts, Antisemiten und Verschwörungsprediger!“ treten 200 Personen den Demonstrierenden in Spandau entgegen („Nu is jleich zappendusta!“, 17-21 Uhr), „Nein zu Verschwörungsdenken und Spaziergängen mit Nazis!“ sagen 100 Protestierende in Marzahn (17.30-22 Uhr). Weitere Kundgebungen sind im Gethsemanekiez, in Alt-Köpenick, Alt-Marzahn, am Alexanderplatz und im Reuterkiez angemeldet. Ohne Corona-Bezug demonstriert derweil der „Tigray-Verein in Deutschland“: Zur Versammlung „Gegen Drohnenattacken, Massenverhaftung und humanitäre Blockade in Tigray durch Äthiopien“ ziehen 500 Personen vom Platz des 18. März zum Kanzleramt (11-15 Uhr). Zu einer „multikulturellen Freundschaftsfahrt“ kommen zudem 65 Teilnehmende in der Föhrer Straße im Wedding zusammen (13-16 Uhr).
Gericht – Zwei Jahre nach einem Einbruch in die Asservatenstelle des Hauptzollamtes Berlin muss sich ein 38-Jähriger verantworten. Er soll am Abtransport der Beute – laut Anklage etwa fünf Millionen beschlagnahmte Zigaretten und tonnenweise Wasserpfeifentabak – beteiligt gewesen sein (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 704).
Berliner Gesellschaft
Geburstag – Friederike Aust (79), Schauspielerin und Synchronsprecherin / Emma Maroldt (17), „Allerbeste Checkpoint-Tochter“ / Özcan Mutlu (54), Grünen-Politiker, ehem. MdB, Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Berlin / Winfried Schäfer (72), Ex-Trainer von Tennis Borussia / Carsten Schatz (52), Fraktionsvorsitzender der Linken im AGH
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Herbert Bauer, * 4. Juni 1939 / Irmgard Eitel-Scheffler, * 1. August 1941, Studiendirektorin i.R. / Bernd-Ulrich Pieschel, * 5. Januar 1951 / Hannelore Riebschläger, * 6. Juni 1941
Stolperstein – Dagmar Ullrich wurde am 26. Oktober 1941 in Neukölln geboren. Am 10. Januar 1943 – heute vor 79 Jahren – ermordeten die Nationalsozialisten die Einjährige in der „Nervenklinik Wiesengrund“. Neben Dagmar Ullrich wurden 80 weitere Kinder im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“-Aktionen in der Einrichtung getötet. Seit 2004 liegt am Ort der Klinik am Eichborndamm 238 in Wittenau ein Stolperstein zu Dagmars Gedenken.
Encore
990 Einkommensmillionäre gibt es in Berlin – doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Und wo wohnen die meisten? Na klar, in Charlottenburg-Wilmersdorf. Dass dort auch die meisten Lotto-Gewinner der Stadt leben, ist aber sicher nur ein glücklicher Zufall. (Q: „B.Z.“)
Diesen Checkpoint bereichert haben Lotte Buschenhagen (Recherche, Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Morgen regelt hier Stefan Jacobs den Nachrichtenverkehr. Bis dahin,
