Franziska Giffey hat genug vom Hauptstadt-Bashing. Wer’s in Warschau nicht wusste, weiß es spätestens seit gestern Abend. Konfrontiert mit der umfragegestützten, aber zugespitzten These „Alle hassen Berlin“, kommentierte die SPD-Wirtschaftssenatorin während einer Podiumsdiskussion irritiert: „Das ist aber mal eine freundliche Begrüßung.“ Und dann riss es Giffey vor Vertretern der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer vom Sitz: „It’s time to pitch for Berlin, right?“, fragte Giffey das Publikum. Und ließ eine rund fünfminütige, spontane Wut-Werberede vom Stapel. Ein paar Highlights:
+ Weltweit gebe es nur zehn Städte, die mehr als 30 Millionen Touristen im Jahr beherbergen – Berlin sei eine davon. Sie lade alle Menschen, die glaubten, dass Berlin schlecht sei, herzlich ein.
+ Polen habe 3000 Start-ups, Berlin doppelt so viele.
+ „Wenn ich mir überlege, wie viele Bayern, wie viele Baden-Württemberger bei uns in der Stadt leben, da haben die sich alle ein bisschen selber beschimpft.“
+ „Unsere Kraft ist die Vielfalt, ist die Freiheit, ist unsere geschichtliche Verantwortung, für Demokratie und Freiheit und einen Innovationsbegriff zu kämpfen, der mehr ist, als darüber zu entscheiden, wer das meiste Geld hat.“
+ „All die, die kritisch sind, die neidisch sind, die Berlin kritisieren, die kommen gerne in unsere Stadt.“
Ergebnis: Eine beleidigte Moderatorin, Begeisterung in der 30-köpfigen Delegation, die Giffey auf ihre Reise nach Polen begleitet hat. „Franzi for president! #MBGA“, whatsappte hernach ein Berliner Geschäftsführer – also wohl „Make Berlin Great Again“. Hat Tagesspiegel-Redakteur Kevin P. Hoffmann danach noch in Erfahrung gebracht, welcher Gaul da mit Giffey durchging? Sicherlich. Hat er ihre Rede mitgefilmt, damit Sie auch gucken können? Aber ja! (Q: Instagram)
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Wir bleiben kurz in festlicher Stimmung: Nach der Absage der großen ZDF-Silvesterparty am Brandenburger Tor will ein Bündnis von Kulturschaffenden den Jahreswechsel in Berlin retten. Die Organisatoren planen eine Großkundgebung „für Frieden, Demokratie und ein verantwortungsvolles Miteinander“ mit 100.000 Menschen. Dahinter steht der Verein Warriors, der 2022 schon das große Solidaritätskonzert für die Ukraine vor dem Brandenburger Tor organisiert hatte.
„Wir können uns als Stadt nicht leisten, auch noch Silvester abzusagen“, sagt Co-Organisator Holger Werner dem Checkpoint. „Wir wollen alle dabeihaben, die in Berlin die Ärmel hochkrempeln.“ Die Demo sei schon angemeldet, Bühne und Riesenrad organisiert. „Ein großes Feuerwerk haben wir auch schon gebucht, damit die Leute ihr privates Feuerwerk vergessen und ihr Geld lieber für gute Zwecke spenden“, sagt Werner. Auf die Hilfe des Senats will er nicht setzen: „Berlin braucht das Geld.“
Und im Roten Rathaus? Ist man mit der Planung noch nicht so weit – sind ja auch noch gut zwei Monate. „Die Landesregierung führt derzeit Gespräche, wie Silvester am Brandenburger Tor in Berlin gestaltet wird“, erklärt Sprecher Michael Ginsburg auf Checkpoint-Anfrage. „Fest steht: Berlin wird das neue Jahr auch diesmal wieder am Brandenburger Tor freudig begrüßen.“ Klingt, als könnte es da eng werden...
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Philo.live! startet in die zweite Runde
Vom 14.–16. November 2025 diskutieren Juli Zeh, Peter Sloterdijk, Andreas Reckwitz, Sahra Wagenknecht, Sönke Neitzel, Bernhard Schlink u.v.a. auf großer Bühne drängende Fragen unserer Zeit.
Wenn alte Gewissheiten bröckeln: Was könnte aus den Rissen erwachsen? Machen Sie sich mit uns auf die Suche! Mehr
Leider helfen wir, Sie ahnen es, nun wieder herunter vom hohen Ross der Berlin-Euphorie. Von dem Chaos, das das Update der „Integrierten Software Berliner Jugendhilfe (ISBJ-KiTa)“ bei Jugendämtern und Kitas verursacht hat, haben wir im Checkpoint ja schon mehrfach berichtet. Mit am härtesten traf es Berlins Kindertagespflegepersonen (früher „Tagesmutter“ genannt) – 259 angemeldete Stellen haben vom Land von Juli bis September keine Zuschläge für „mittelbare pädagogische Arbeit“ (kurz erklärt: Verwaltungskram) erhalten, wie eine noch unveröffentlichte Anfrage der Grünen-Abgeordneten Marianne Burkert-Eulitz ans Tageslicht beförderte.
Nach der „Migration von Altdaten sowie geänderten Prozessen“ hätten „Kindertagespflegepersonen wegen fehlerhafter Rückrechnungen im Bereich der Zuschlagsgewährung“ eine „Auszahlsumme i. H. v. 0,00 Euro“ erhalten, erklärte die Jugendverwaltung. Franziska Böttcher, eine Erzieherin, die in Friedrichshain gemeinsam mit einer Kollegin eine Tagespflegestelle betreibt, berichtete dem Checkpoint: Da fehlen über drei Monate einfach mal 5000 Euro. Halsbrecherisch für Freiberufler in dem Bereich. Und auf Nachfragen reagiert: niemand.
Die gute Nachricht: Die Oktoberabrechnungen für die Kindertagespflege enthielten, behauptet die Jugendverwaltung, „sämtliche Rückbuchungen und Korrekturberechnungen rückwirkend bis zum 01.01.2025“. Auch Böttcher hat ihre Nachzahlung inzwischen erhalten.
Die schlechte Nachricht: Es geht nicht allen so. In einer aktuellen Abfrage des Landesverbands Kindertagespflege berichtete mehr als die Hälfte von 54 teilnehmenden Kindertagespflegestellen, sie hätten ihr ausstehendes Geld immer noch nicht.
Und die ISBJ? Läuft nach Angaben von Kitaträgern immer noch holprig. „Wir merken, dass sie dran sind, und es gibt Verbesserungen“, sagte Anne Herdt vom Paritätischen dem Checkpoint. „Gleichzeitig herrscht der Eindruck, dass die Probleme nicht so richtig abreißen.“
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In den Straßen- und Grünflächenämtern der Bezirke sind zwischen 163 (Friedrichshain-Kreuzberg) und 540 (Mitte) Planstellen vorgesehen. Davon sind zwischen acht (Lichtenberg) und 64 (Charlottenburg-Wilmersdorf) nicht besetzt. Viele dieser Stellen werden fürs kommende Jahr ganz gestrichen, teilen die Bezirke auf Anfrage von Andreas Otto (Grüne) mit.
Die Konsequenzen für offene Projekte beschreibt exemplarisch das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: „Die Projekte bleiben in den nächsten Jahren unbearbeitet, obwohl dringende Anforderungen wie fristgerechte Verausgabung von Fördermitteln, Ausgleichszahlungen, Sanierung bereits abgesperrter Flächen oder Anschlussarbeiten an den Hochbau existieren.“ Bei Grün- und Spielplatzpflege, Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit und der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten (die wiederum Geld brächte) komme man nicht mehr hinterher.
Der nächste Doppelhaushalt dürfte im Umweltbereich ein Schlachtfest werden. Wenn morgen der parlamentarische Umweltausschuss übers Budget berät, wird er vor der Tür zum Parlament von Verbänden und Initiativen begrüßt, die „mit potenziellem Elektroschrott“ gegen die Streichung des für Umwelt und lokale Wirtschaft gleichermaßen nützlichen Reparaturbonus protestieren wollen.
Außerdem bekommen die Abgeordneten einen von vielen Wissenschaftlern und Ingenieuren unterschriebenen Offenen Brief, in dem die Fachleute vor der Streichung vieler Projekte zur Klimaanpassung warnen. „Die derzeitige Förderpolitik steht im klaren Widerspruch zu den eigenen Beschlüssen und Zielen des Abgeordnetenhauses“, heißt es darin. Sie konterkariere auch von Schwarz-Rot selbst gestellte Anträge – etwa zur Schwammstadt-Entwicklung.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Als hätten wir’s hier zu Beginn der Siffsaison nicht schon schwer genug, laufen uns jetzt auch noch die Spanier davon: Ihr Exodus trägt maßgeblich dazu bei, dass im vergangenen Jahr erstmals seit 2011 mehr Europäer aus Berlin weg- als hierhergezogen sind. Tagesspiegel-Kollegin Madlen Haarbach hat ein paar spanische Ex-Berliner:innen nach ihren Gründen gefragt. Kleiner Trost: Die meisten, die uns verlassen haben, tragen immer noch ein Stück Berlin im Herzen.
„Das Beschwerdeaufkommen kann als hoch bezeichnet werden“: Sagt die Verkehrsverwaltung zur Resonanz auf das Verkehrschaos seit Freigabe der A100 am Treptower Park. Erstmals nennt sie auch Zahlen zum Ausmaß der Staus und den Folgen für die BVG und deren Fahrgäste.
Unser Text „Der König von Mitte“ über Macht, Angst und Schweigen in der Schulaufsicht hat viele Leser:innen bewegt. Kennen Sie ähnliche Fälle von Schlüsselfiguren mit (zu) weitreichender Macht in der Berliner Verwaltung? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen in einer Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. Die Antworten können nur von der Tagesspiegel-Redaktion gelesen werden. Wir freuen uns, wenn Sie uns für Nachfragen auch Ihre Kontaktdaten hinterlassen.
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Am Ku’damm erfreut derzeit ein offizielles Verbotsschild die Betrachter: „Leipnitzstraße ab Mommsenstraße gesperrt/keine Durchfahrt zum Kantstraße“. Gute Besserung! (Gesehen von Sabine Lehmann-Brauns.)
Seit 2023 wird das Planetarium am Insulaner für mehr als zwölf Millionen Euro komplett saniert. 2026 sollte es rundum erfrischt und mit neuem Mitmachkonzept wieder öffnen. Allerdings hat die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM den Neubau der zentralen Projektionskuppel (20 Meter Durchmesser und Projektionsmöglichkeit über 165 Grad) erst jetzt ausgeschrieben. Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Bauarbeiten bis September 2027 dauern sollen. Nach kosmischen Maßstäben nur ein Wimpernschlag.
Dafür wird in Neukölln wieder geschlittert: Nachdem das Eisstadion an der Oderstraße mehrere Jahre geschlossen war, soll es diese Saison wieder losgehen. Zwar mit etwas Verspätung erst am 1. November – aber immerhin!
Nach jahrelangem Streit zwischen Bezirk und Korea-Verband inklusive diplomatischer Verwicklungen hat das Verwaltungsgericht entschieden: „Ari“, die Friedensstatue auf dem Unionsplatz in Moabit, muss weg. Das Mahnmal eines sitzenden Mädchens erinnert an die „Trostfrauen“, die in Korea während des Zweiten Weltkriegs von der japanischen Armee sexuell versklavt wurden. Der Korea-Verband will nun vors Oberverwaltungsgericht ziehen.
228 Fahrräder sind in der vergangenen Woche in Berlin verschwunden. Der Checkpoint-Klau-Counter fürs laufende Jahr (und die nun ebenfalls laufenden Ex-Besitzer) steht bei 14.058 gemeldeten Diebstählen mit einem Gesamtwert von mehr als 17 Millionen Euro. Wo besonders viel geklaut wird, sehen Sie auf unserer interaktiven Fahrraddiebstahlkarte, basierend auf Daten der Polizei.

Wenn Sie Weihnachten in der Bahn verbringen wollen oder fürs nächste Jahr schon längere Zugreisen absehen können: Ab heute können auch Tickets für die Zeit nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember gebucht werden. Senk ju for träwelling.
Drehkreuze an U-Bahn-Stationen: Ja oder nein? Unsere gestrige Publikumsbefragung hat rund 4000 Checkpoint-Leser zum Mitstimmen animiert. Das Ergebnis ist klar, lässt aber den Raum für Debatten offen: 55 Prozent dagegen, 40 Prozent dafür, fünf Prozent unentschieden. Unsere stellvertretende Chefredakteurin Anke Myrrhe hat unterdessen zusammengetragen, wie oft der Vorschlag in der Hauptstadt schon aufkam und wieder begraben wurde – und kommentiert: „Aus guten Gründen“.
Zum Weiterlesen:
+ Zugangssperren für Berlins U-Bahnhöfe? Was dagegen spricht
+ Was Berlinerinnen und Berliner zu dem CDU-Vorstoß sagen
Zitat
„Berlin ist eine von wenigen Städten in Europa, in denen es nicht ums Geld geht, sondern ums Überleben. Berlin ist sehr verwegen, ich mag die Luft hier und die Schnelligkeit.“
Herbert Grönemeyer bei der Vorstellung seines neuen Albums „Unplugged 2. Von allem anders“ am Dienstagabend im Zoo-Palast.
Stadtleben
Verlosung – Der frühe Vogel hat weniger Stress: Dieses schöne Kinderkonzert ist erst im Dezember, würde sich aber zum Beispiel gut als Geschenk für Nikolaus eignen – und später sind die „Unter meinem Bett“-Konzerte gerne ausverkauft. Das am 6. Dezember ist die Jubiläumsshow zum zehnten Geburtstag der Reihe, mit dabei sind im Kesselhaus u.a. Lisa Bassenge, Pauken & Planeten, Larissa Pesch, Deniz & Ove und die UmB-Begleitband. Wer die Kindermusiksampler noch nicht kennt, bei denen von Mine bis Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen das Who-is-who der deutschen Singer-Songwriter-Szene mitmacht, hier gibt es ein Beispiel. Wir verlosen drei Familientickets (bis vier Personen)! Regulär 27,55 Euro (für Menschen ab 14 Jahren), Kids 18,55 Euro, 15 Uhr, Knaackstraße 97, U-Bhf Eberswalder Straße
Essen & Trinken – Schwer zu sagen, warum dieses Ecklokal eine ganz eigene Behaglichkeit ausstrahlt. Sind es die warmen Kirschholz-Vertäfelungen, die gemütlichen Sitznischen oder der geschwungene Tresen, die dem smarten Look des Diners etwas Nostalgisches verleiht? Eine tragende Rolle spielt auf jeden Fall auch der auffallend herzliche Service, der es unmöglich macht, das „Onette“ nicht zu mögen. Ein Ort für viele Gelegenheiten ist es sowieso. Morgens bis Mittags gibt es Frühstück und Lunch. Klassiker sind die Kartoffelknusperchen – eine Art Rösti – etwa mit Spiegelei, Zwiebeln und Dillcreme. Obacht: Nur Filterkaffee, aber sehr guter. Abends verwandelt sich das „Onette“ in eine Weinbar. Di-So 9-15 Uhr, Do-Sa 15-22 Uhr, Grunewaldstraße 11, U-Bhf Eisenacher Straße
Noch hingehen – Immer wieder die gleiche Geschichte: Charlotte Berend, später Charlotte Berend-Corinth, gehörte zu den bekanntesten Malerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Nach ihrer Heirat mit dem erfolgreichen Maler Lovis Corinth – dessen Schülerin und Modell sie war – konzentrierte sie sich vor allem auf ihre Familie sowie die Karriere ihres Ehemanns. Nun, ja. Heute gilt Lovis als einer der großen deutschen Impressionisten und Charlotte „nur“ als Muse und Nachlassverwalterin. Zum 100. Todestag von Corinth geht die Ausstellung „Im Visier!“ der komplizierten Geschichte der Corinth-Sammlung der Nationalgalerie nach (noch bis 2.11.) und zeigt, wie inkonsistent die Kriterien der Aktion „Entartete Kunst“ waren. Und sie rückt auch Charlottes Talent ins rechte Licht. Di-So 10-18 Uhr, 14/7 Euro, Bodestraße 1-3, U-Bhf Museumsinsel
Berlinbesuch – Wie klingt der Fortschritt? Vielleicht nach Brahms? Das erkundet am Freitag ein Konzert im Lokschuppen des Deutschen Technikmuseums. Mitten zwischen Lokomotiven und Eisenbahnwagen aus dem 19. Jahrhundert geht es um „Klassik in den Epochen des technischen Fortschritts“, die Violinistin Julia Yoo Soon Gröning und der Pianist Lion Hinnrichs spielen Werke von Brahms, Debussy, Dvorak und Strauss. Start 18.30 Uhr, Karten 39/29 Euro, Trebbiner Straße 9, U-Bhf Gleisdreieck
Grübelstoff – Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass es nicht an Ihnen liegt, aber die Zahl der Buchläden sinkt, und zwar dramatisch. Aus Anlass der heute startenden Buchmesse eine suggestive Frage: Gibt es in Ihrem Umfeld etwa jemanden, der oder die Bücher nicht im gut sortierten Kiez-Geschäft um die Ecke kauft, sondern im Internet?
Kiekste
Last call „Festival of Lights“: Heute endet das luminöse Lichtfest in der Hauptstadt. Noch können Sie also etliche Sehenswürdigkeiten, historische Gebäude und Plätze im strahlenden Glanz erleben. Dank an Leserin Nicole Mikisch. Weitere „Highlights“ aus Berlin gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): In den folgenden Nächten bis 16./17.10. ist die Autobahn, jeweils von 21 bis 5 Uhr, in beiden Richtungen zwischen den Anschlussstellen Heckerdamm bzw. Jakob-Kaiser-Platz und Hohenzollerndamm gesperrt (Arbeiten starten ab 20 Uhr).
Alexandrinenstraße (Kreuzberg): Bis Ende Oktober ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Gitschiner Straße und Brachvogelstraße für den Kfz- und Radverkehr gesperrt.
Invalidenstraße (Mitte): Bis Anfang November ist die Fahrbahn Richtung Alt-Moabit zwischen Chausseestraße und Hessische Straße auf einen Fahrstreifen verengt.
Holzmarktstraße (Mitte): Bis 18 Uhr steht vor An der Schillingbrücke nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Kapelle-Ufer (Mitte): Die Fahrbahn wird zwischen dem Alexanderufer und der Reinhardtstraße von 8 bis 17 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt.
Pistoriusstraße (Pankow): Bis Ende November für beide Richtungen nur ein gemeinsamer Fahrstreifen Höhe Jacobsohnstraße zu Verfügung. Die Anbindung Jacobsohnstraße ist für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Neuköllner Straße (Rudow): Bis Mitte November ist die Fahrbahn in beiden Richtungen zwischen Groß-Ziethener Chaussee und Am Hanffgraben auf einen Fahrstreifen verengt.
Yorckstraße (Schöneberg): Bis morgen, jeweils von 8 bis 16 Uhr, ist die Fahrbahn in beiden Richtungen zwischen Bautzener Straße und Katzbachstraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Platanenallee (Westend): Bis Ende Dezember ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Kastanienallee und Reichsstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Reichsstraße (Westend): Bis vsl. 24. Oktober 2025 ist die Fahrbahn Richtung Spandauer Damm in Höhe Steubenplatz auf einen Fahrstreifen verengt.
Nahverkehr – S-Bahn – S5: Von 22 bis 1.30 Uhr fahren die Züge zwischen Mahlsdorf und Warschauer Straße nur im 20-Minutentakt.
S7: Von 22 bis 1.30 Uhr fahren die Züge zwischen Ahrensfelde und Westkreuz nur im 20-Minutentakt.
S9: Von 1.30 bis 4 Uhr verkehren einige Züge nicht bis zum fahrplanmäßigen Endbahnhof, sondern enden/beginnen bereits früher.
Demonstration – Für heute sind 15 Demos angemeldet (Stand 14.10., 16 Uhr), u.a. „Presseaktion zur Klage Resch ./. Meta Platforms Ireland Limited gegen Hass und Gewalt auf Facebook“: 20 Protestierende, Dt. Umwelthilfe, Elßholzstraße 30 (9.45-11.15 Uhr)
„Kundgebung und Übergabe der Petition CCS Stoppen an MdB Lorenz Gösta Beutin“: 15 Menschen, Urgewald, Paul-Löbe-Allee 1 (12.45-14 Uhr)
„Für den Erhalt des Grünen Dreiecks Späthfelde!“: 100 Demonstrierende, BGDS, Chris-Gueffroy-Allee 52 (17-18.30 Uhr)
„Kein Schwerlastverkehr in der Kastanienallee – Gesundheit und Sicherheit für die Anwohner und vor allem die Kinder - Überarbeitung der Verkehrsplanung ist dringend erforderlich“: 150 Protestierende, Kastanienallee 15A (17-20 Uhr)
„Protest wegen der politischen Krise in Peru und gegen die Korruption in Kongress und Regierung“: 30 Menschen, Pariser Platz 1 (18.30-20.30 Uhr)
Gericht – Nach einer Massenschlägerei vor knapp fünf Jahren kommt es zum Prozess gegen sechs Angeklagte. Die 22- bis 36-Jährigen sollen mit mindestens 14 weiteren Mittätern vor einem Spätkauf in Berlin-Neukölln eine Gruppe von Männern attackiert und erheblich verletzt haben – Wasserpfeifen, Möbelstücke, Messer und Reizgas seien eingesetzt worden. Hintergrund sei ein Streit im Zusammenhang mit Drogengeschäften und Schutzgelderpressungen gewesen (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A700).
Universität – Die Europa-Universität Viadrina startet mit einem neuen Format ins neue Semester: der Viadrina Debate. Teilnehmer:innen der ersten Ausgabe sind heute Prof. Dr. Lena Ulbricht, Professur für Politikwissenschaft an der Universität Hildesheim und Dr. Ulf Buermeyer, Jurist und Publizist, Co-Host des Podcasts „Lage der Nation“, es moderiert Prof. Dr. Philipp Hacker, Professur für Recht und Ethik der digitalen Gesellschaft an der Viadrina. Es geht um das Thema „Machtverschiebung durch KI: Wer profitiert, wer verliert?“. Start 16 Uhr, Auditorium Maximum, Logenstraße 4, 15230 Frankfurt (Oder)
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Jochen Beyse (76), Schriftsteller, in seinem Roman „Rebellion“ geht es um einen Mann, der in einer leicht vergammelten Berliner Wohnung sein Leben auf den Prüfstand stellt / „Unsere liebe Carola aus der Spielerunde hat heute Geburtstag. Sabine und Dieter gratulieren ganz herzlich und freuen uns auf die kommende Feier“ / Christian zu Dänemark (20), dänischer Thronfolger, ältester Sohn von König Frederik X. und dessen Frau Mary / Marion Platta (65), Politikerin (Die Linke), bis 2021 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses / „Solveig Seifert (80), liebevolle Nonna für Arthur, Kulturliebhaberin mit Herz, Nordlicht mit Stil: Glückwünsche von Deiner Familie“ / Noa Selimhodzic (22), israelische Fußballerin, bis vor Kurzem im Mittelfeld bei Turbine Potsdam / Niko Kovač (54), ehem. Fußballspieler, u.a. Hertha BSC; Cheftrainer bei Borussia Dortmund / Wolfram „Tom“ Sello (68), Publizist, 2017 bis 2023 Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin / Katharina Wackernagel (47), Schauspielerin („Contergan – eine einzige Tablette“) und Regisseurin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Dr. Elmar Budde, * 13. Juni 1935, verstorben am 21. September 2025 / Horst Fiolka, * 3. Mai 1939, verstorben am 1. Oktober 2025 / Peter Schepp, * 1. November 1942, verstorben am 2. Oktober 2025 / Horst Knop, * 12. November 1937, verstorben am 27. September 2025
Stolperstein – Frieda Rosenthal (*1891) war Näherin von Beruf, später arbeitete sie im Amt für Sozialfürsorge, 1924 wurde sie in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt. 1933 wurde sie als Fürsorgerin entlassen, in den folgenden Jahren war sie Teil einer Widerstandsgruppe in Friedrichshain. 1936 wurde sie von der Gestapo verhaftet, verhört und misshandelt. Trotz des hohen Drucks weigerte sie sich, Namen aus dem Widerstandskreis zu nennen. Nach einer Gegenüberstellung am 15. Oktober 1936 war sie der Überzeugung, „infolge mangelhaften Personengedächtnisses einen Menschen falsch belastet“ zu haben. In derselben Nacht erhängte sich Frieda Rosenthal. An sie erinnert ein Stolperstein in der Fanningerstraße 53 in Lichtenberg.
Encore
Apropos Auslandsreisen! Nachdem Franziska Giffey so vorgelegt hat, erwarten wir jetzt auch vom Regierenden Kai Wegner einen heißblütigen Auftritt. Der weilt nämlich gerade in Windhoek. Zur Einstimmung haben wir Avril Coetzee, Geschäftsträgerin der Botschaft von Namibia in Berlin, um landeskundliche Nachhilfe gebeten.
Was könnte Berlin von Namibia oder Windhoek lernen?
Etwas mehr Gelassenheit, gerade in Anbetracht der kalten, nassen und dunklen Berliner Novembertage, die uns bald bevorstehen.
Für Berlinerinnen und Berliner, die Lust haben, namibische Kultur kennenzulernen: Wohin gehen Sie in Berlin für ein kleines Stück Namibia?
Im kulturellen Bereich können wir uns auf die Vorführungen des namibisch-deutschen Musiktheaters „People of Song“ freuen, das am 23. und 24. November 2025 in Berlin aufgeführt wird. Ebenso gibt es im Humboldt-Forum eine Namibia Dauerausstellung, die unsere gemeinsame schwierige Kolonialgeschichte beleuchtet. In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Besuch des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte in Potsdam, wo sich BerlinerInnen noch bis 2. November die Ausstellung „Signale der Macht. Nauen, Kamina, Windhoek“ anschauen können.
Und können Sie ein Gericht oder ein Getränk empfehlen, das man auch in Berlin findet?
Da Restaurants in Berlin nur gelegentlich unsere exzellenten namibischen Fleischprodukte anbieten, kann man sich ein kleines, aber ultimatives Stück Namibia nach Hause holen und als Snack überall genießen: Biltong – luftgetrocknetes Rindfleisch. Biltong kann online im „namshop“ in Deutschland bestellt werden, ebenso das nach deutschem Reinheitsgebot gebraute Bier „Windhoek Lager“.
Weltgewandte Recherche und Hinweise gab es heute von Valentin Petri, Robert Ide und Stephan-Andreas Casdorff, eine Tour durchs Stadtleben hat Antje Scherer für Sie geplant, den Checkpoint auf den Weg schickt Jaqueline Frank. Morgen übernehmen hier Jessica Gummersbach und Sönke Matschurek die Reiseleitung!
Zu guter Letzt ein kleiner Bildungstest: Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den…?
Herzliche Grüße
