wir hatten Besuch von Franziska Giffey und Raed Saleh – im Gespräch wird deutlich: Die designierten SPD-Landesvorsitzenden setzen sich von der Politik des amtierenden Senats ab. „Wir entwickeln ein pragmatisches bürgernahes Programm“, sagt Giffey, und: „Wir sprechen mit unseren Themen die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner an.“ Mit anderen Worten: Ihre Politik soll sich weniger aus der Summe von Partikularinteressen zusammensetzen – für Befindlichkeiten ist da kein Platz. In nahezu allen Bereichen, besonders aber bei den Themen Verkehr und Sicherheit, stellen sich Giffey und Saleh gegen die Politik von Grünen und Linken.
Hier die wichtigsten Punkte im Überblick (das komplette Interview finden Sie heute im Tagesspiegel):
+ Bauen, Wohnen, Mobilität und Verkehr (bisher zwischen Grünen und Linken aufgeteilt) wollen Giffey und Saleh zu einer Superverwaltung zusammenfassen – und bei Verhandlungen für sich beanspruchen. Saleh: „Das ist für uns ein Schlüsselressort.“
+ Als Metropolenregion soll Berlin auch „in die Breite“ wachsen. Giffey sieht Parallelen zur Entwicklung Berlins vor 100 Jahren, als die Stadt U-Bahnverbindungen „auf dem freien Feld“ plante: „Und genau das Gleiche müssen wir heute tun.“ Damit, so Giffey, würde auch der Wohnungsmarkt in den Innenstadtbezirken entlastet. Saleh fordert zudem, Berlin müsse jetzt „bauen, bauen, bauen“. Den Mietendeckel wollen beide nach fünf Jahren durch einen neuen Mietspiegel ersetzen.
+ Zu alternativen Wohnprojekten sagt Giffey: „Wer eine Stadt für alle will, der muss gegenseitigen Respekt zur Grundlage für das Zusammenleben machen. Und nicht alles, was die Bezirksbürgermeisterin der Grünen in Friedrichshain als alternatives Wohnprojekt verteidigt, ist einem respektvollen und guten Zusammenleben zuträglich.“
+ Der Szene rund um die Rigaer Straße will Saleh „Intervention, harte Regeln, harte Maßnahmen“ entgegensetzen, und Giffey sagt: „Wer durch die Stadt marodiert, alles vollschmiert, Scheiben zertrümmert, Autos anzündet, Menschen verletzt, kann das nicht damit rechtfertigen, sich für faire Mieten oder bezahlbaren Wohnraum einzusetzen.“
+ Ein „sozialdemokratischer Sicherheitsbegriff“ soll sich durchsetzen, und das bedeutet für Giffey und Saleh: „Wir schaffen Sicherheit für diejenigen, die sie sich nicht kaufen können.“
+ Der Wirtschaft wird der rote Teppich ausgerollt: „Unser Signal, unsere Botschaft an die Wirtschaft ist: Ihr seid uns herzlich willkommen.“ (Saleh) „Es geht uns insgesamt darum, eine Entwicklung voranzutreiben, in der die Wirtschaft nicht als Gegner, sondern als Partner betrachtet wird.“ (Giffey)
+ Zu den Karstadt-Plänen am Herrmannplatz: „Der Neubau nach historischem Vorbild wäre einfach großartig für die Stadt. Wir setzen uns dafür ein, dass so ein Projekt nicht als störend für den Kiez gesehen wird, sondern unter den richtigen Bedingungen eine echte Chance für den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Entwicklung des ganzen Stadtteils darstellt.“ (Giffey)
+ Zur Diskussion über eine Verwaltungsreform: Giffey hält nichts von einer Zentralisierung, Saleh nichts von einem Vetorecht der Bezirksbürgermeister. Die designierte Spitzenkandidatin hält vor allem eine bessere Bezahlung der Bediensteten und eine bessere Ausstattung der Diensträume für nötig: „Wenn Sie sich anschauen, wie die Jobcenter, die Bürgerämter und die Polizeistationen teilweise aussehen, da sagt niemand: Wow, cool hier zu arbeiten.“
+ Zur Mentalität der Verwaltung sagt Giffey: „Ich kenne unglaublich viele Menschen, die in der Berliner Verwaltung hochmotiviert sind und hervorragende Arbeit leisten.“ Aber natürlich gibt es ein Aber: „Die ehernen Grundsätze der Verwaltung ‚Das haben wir doch schon immer so gemacht‘ und ‚Da könnte ja jeder kommen‘ müssen überwunden werden. Und das ist eine Frage von Führung und Haltung.“
+ In der Bildungspolitik gibt Giffey das Ziel aus, dass Berlin „die Nummer 1 bei der digitalen Schule wird – und zwar sowohl bei der Ausstattung als auch bei der Medienkompetenz.“
Das alles birgt jede Menge koalitionäres Konfliktpotenzial, auch in der eigenen Partei, vor allem aber mit den Grünen. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann kommentierte die jüngsten Äußerungen Giffeys zur Wirtschaft so: „Dieser deutlich neoliberale Spin ist durchaus überraschend für eine sozialdemokratische Spitzenkandidatin.“ Sie meint Vorbereitungen für eine neue rot-schwarze Koalition zu erkennen. Eine klare Abgrenzung zu den Grünen wird auch deutlich im aktuellen Podcast von Saleh – sein Gast diesmal, unter dem Titel „Klartext“: der Abgeordnete Sven Kohlmeier. Die autofreie Innenstadt ist jedenfalls kein Ziel von Giffey und Saleh, eine City-Maut lehnen sie ab. Stattdessen setzten sie sich, auch hier im Einklang mit der CDU, für einen massiven Ausbau der U-Bahn außerhalb des S-Bahnrings ein – der wiederum von Grünen und Linken abgelehnt wird. Dazu würde uns auch Ihre Meinung interessieren:

Anzeige
Mit dem Rad oder zu Fuß – sichtbar auf der Straße
Sicher bei Dämmerung und Dunkelheit zur Schule? Das geht am besten mit heller Kleidung und leuchtenden Reflektoren auf Jacke und Hose. Denn so gekleidet werden Schülerinnen und Schüler von Autofahrern schneller gesehen. Mehr Infos gibt es bei der Unfallkasse Berlin – Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung der Hauptstadt:
www.unfallkasse-berlin.de
Die wichtigsten Corona-Nachrichten heute am frühen Morgen:
1) Sensationelle Idee: Um die Sperrstunde in der Gastronomie kontrollieren zu können, soll das Ordnungsamt jetzt berlinweit seine eigene Sperrstunde brechen (Forderung von Neuköllns Bbm Martin Hikel per Brief an den Innensenator) – bisher ist auf der Straße für die öffentlich Bediensteten um 23 Uhr Schluss.
2) 15 Impfstellen an Kliniken soll es in Berlin geben – das erfuhr Tagesspiegel-Reporter Hannes Heine aus dem Krisenstab. Praxen und Ämter bleiben demnach aus praktischen und rechtlichen Gründen außen vor. Um einen unkontrollierbaren „Run“ zu vermeiden, wenn der Impfstoff verfügbar ist (möglicherweise im Frühjahr 2021), soll zuvor eine Reihenfolge der Patienten festgelegt werden. Sollte diese per Eignungstest festgelegt werden, hätten wir unter Punkt 3) schon mal eine passende Aufgabe:
3) Welche Behörde (inkl. Bezirksämter) hat prozentual die höchste Zahl unbesetzter Stellen? Ok, das war leicht: natürlich das Landesamt für Gesundheitsschutz (20,3 Prozent). In absoluten Zahlen liegt bei den offenen Stellen über alle Verwaltungen hinweg in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf vorn (392), in Landesverantwortung die Feuerwehr (522). Es kommentiert Franziska Giffey (siehe oben): „Da sagt niemand: Wow, cool hier zu arbeiten.“
4) Und hier ein wichtiger Hinweis für alle Klopapier-Hamsterkäufer (erste Engpässe werden aus Marzahn und Schöneberg gemeldet): Sie können sich mit ca. hundert Meter Zellstoff zwar mumifizieren, wirkungsvolle Masken basteln können Sie damit aber nicht (und falls das Zeug wirklich mal knapp wird, dann ist wahrscheinlich unser geringstes Problem, dass das Klopapier knapp wird).
5) Die Weihnachtsmarktbetreiber haben eine Studie in Auftrag gegeben, der zufolge sich Weihnachtsmärkte „durch ihre ruhige und besinnliche Atmosphäre“ auszeichnen (also nach Auffassung der Weihnachtsmarktbetreiber trotz Corona geöffnet werden können). Immerhin wissen wir jetzt, dass die Studienlieferanten noch nie auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Roten Rathaus waren (oder sie bereits im Herbst in Glühwein baden).
6) Die krasse Besuchsregelung für Krankenhauskinder (nur 1h pro Tag) geht angeblich auf einen „bedauerlichen Übertragungsfehler“ zurück: Nach einem Checkpoint-Bericht (16.10.) über die Einschränkung kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci in einem Schreiben an die Kliniken an, dass die am Sonnabend in Kraft getretene Verordnung in diesem Punkt geändert wird (Lockerungen für Patientinnen und Patienten unter 16 Jahren). Längere Besuche sind demnach ab sofort wieder sanktionsfrei möglich.
7) Wegen des großen Erfolgs mit dem BVG-Streik (Berlin rückte sich in den wenigen fahrenden Bahnen abstandslos auf die Pelle) weitet die Gewerkschaft das Experiment auf die landeseigenen Krankenhäuser Charité und Vivantes aus. Verdis Motto in der Virenzeit (kein Witz): „Jetzt seid ihr dran“.
8) Berlins Neuinfektionszahl pro 100.000 Einwohner erreicht die 90 (Grenzwert für verschärfte Maßnahmen: 50), obwohl am Wochenende einige Bezirke gar keine Angaben machten. Deutschlandweit liegt Berlin als Landkreis damit auf Platz 24 – u.a. hinter etlichen Orten südlich der Weißwurstgrenze.
Anmerkung der Redaktion: In der Newsletterfassung dieser Meldung war ein Zahldreher. Mit einem Corona-Impstoff ist wahrscheinlich nicht vor dem Frühjahr 2021 zu rechnen.
Anzeige
10 gute Gründe für ein sicheres Gefühl
In Zeiten von Corona ins Krankenhaus – das macht vielen ein mulmiges Gefühl. Wir kennen die Sorge, sich mit dem neuartigen Corona-Virus anzustecken und die Fragen zur Sicherheit vor einer Ansteckung. Mit dem Helios-Sicherheitskonzept haben wir 10 gute Gründe für ein sicheres Gefühl in unseren Kliniken aufgestellt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Sie kennen das sicher: Auf dem Spielplatz ruft eine Mutter (manchmal auch ein Vater) nach der Tochter oder dem Sohn, und die Hälfte aller Kinder dreht sich um (am Kollwitzplatz ca. zwei Drittel). Wenn Sie das künftig vermeiden wollen, schauen Sie am besten auf die Liste der beliebtesten Vornamen, die 2019 vergeben wurden (die „Morgenpost“ hat das hier bis Platz 20 nach Bezirken gegliedert und sehr schön aufbereitet): Bei den Mädchen führen berlinweit Marie, Sophie und Charlotte, bei den Jungs Alexander, Noah und Paul.
Allzu originell sollten Sie’s allerdings auch nicht versuchen – hier deshalb dazu gleich noch die Liste der vom Standesamt abgelehnten Namenswünsche: Knirpsi, Bandito, König, Urmel, Wildchild, Popcorn, Westend, Mickilauda, Ferrari, Chaotica, Eisenstein, Pinocchio, Batman, Peanut, Shaggy und Ohlove. Einiges davon klingt allerdings sowieso weniger nach einem Namen als vielmehr nach der Einladung zu einem Hausbesuch des Jugendamts.
Anzeige
Der Berliner Büromarkt ist leergefegt, die Vorvermietungsquote enorm. Wer freie Flächen benötigt, muss jetzt handeln. Eine Option: das UHLAND 187 im Herzen von Charlottenburg. Das im Bau befindliche Objekt ist so dynamisch wie Sie: Ausstattung, Quadratmeterzahl und Platzaufteilung richten sich ganz nach Ihren Vorstellungen. Jetzt informieren auf www.uhland187.de
Als „Kunstfigur“ beschreibt in der „FAS“ Markus Wehner mit offenbar unbeherrschbarer Freude am reproduzierten Oberflächenklischee eine Berliner Politikerin, und Sie erraten sicher, um wen es geht: „Nimmt sie den Mund-Nase-Schutz ab, kommt ein knalliger Lippenstift zum Vorschein. Sie trägt einen Pulli mit Tigermuster, eine mit Goldnieten besetzte Designertasche und weiße Sneakers der Marke Alexander McQueen, die 425 Euro kosten.“ Tja, offenbar wird in Frankfurt erwartet, dass Berliner Sozialdemokratinnen im Trainingsanzug von „KiK“ um Wählerstimmen betteln, und zwar erst dann, wenn die Männer es erlauben. Andernfalls stürzen sie ihre Partei, wie hier Sawsan Chebli die SPD, mit einer Kandidatur „in eine schwere Krise“. Was wiederum die FAS, deren Redakteure nach Checkpoint-Informationen ihre Artikel in grauen Socken mit Loch und Biene-Maja-Unterhosen schreiben, sicher sehr traurig macht.
Anzeige
Kofferraum neu gedacht.
Praktisch. Flexibel. Vielseitig. Alltagstauglich.
auftragsrad® Store ist Ihr kompetenter Ansprechpartner in Sachen neuer Mobilität und Transportlösungen im Herzen Berlins, direkt am Checkpoint Charlie.
Jetzt Probefahren! Hier vereinbaren:
www.auftragsrad.store
Zur Frage für Berlinkenner:Schienenersatzverkehr an einer Tramhaltestelle in Wedding. Ein Mann will von der Busfahrerin wissen, wann Sie abfährt. Wie lautet die korrekte Antwort? Na klar: „Wenn meine Pause vorbei ist.“ (Q: „Berliner Liste“)
Ok, das hätten wir – wie wär’s mit einer Zusatzaufgabe? Bitteschön: Berlin kommt mit den Pkw-Anmeldungen nicht hinterher, die Wartezeiten sind exorbitant. Und was fordert die Polizeipräsidentin (lt. „Morgenpost“)? Zugegeben, schon schwieriger, aber lösbar: natürlich eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder. Übrigens: Heute ist zufällig der „Gib deinem Fahrrad einen Namen“-Tag – vielleicht lässt sich die Sache ja so ganz einfach lösen.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Die Verblechung Berlins nimmt zu – innerhalb von fünf Jahren stieg die Zahl der angemeldeten Autos um 60.000 auf jetzt mehr als 1,2 Millionen (Q: „Berliner Zeitung“). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wuchs die Zahl der Einwohner um 150.000, inkl. führerscheinlose EW wie Babys. Es kommentiert Marie Antoinette: „Wenn Sie keine Parkplätze haben, sollen sie doch Tram fahren!“
Tja, bloß blöd, dass die Tram in Berlin ähnlich rar ist wie Süßgebäck in Frankreich kurz vor der Revolution – zentrale Streckeneröffnungen hängen den Plänen um Jahre hinterher (Q: „Morgenpost“). Die versprochene Verkehrswende ist offenbar zwischen Hauptbahnhof und Moabit entgleist.
Anzeige
Wir schenken Ihnen den Tagesspiegel zur US-Wahl!
Lesen Sie die Zeitung am Wochenende und täglich digital. Inkl. Tagesspiegel Plus und Checkpoint.
30 Tage gratis. Wenn Sie danach weiterlesen, erhalten Sie 150 €!
Hier geht es zum Angebot
Als „Spaziergang durch die Luftfahrtgeschichte“ beschreibt die FBB auf ihrer (guten) BER-Website die Straßennamen am neuen Flughafen – ein bisschen mehr deutsche Geschichte hätte den Tafeln allerdings gutgetan: Mindestens sechs der zwanzig Personen waren entweder Mitglied der NSDAP oder profitierten von einer besonderen Nähe zum Regime. Davon ist dort allerdings (noch) nichts zu lesen.
Zwölf Tage vor der BER-Eröffnung laden wir Sie hier zu einem ganz besonderen Ausflug nach Schönefeld ein: Wir haben gemeinsam mit der Berliner Firma Vragments eine exklusive 3-D-Besichtigung unseres Lieblingsflughafens vorbereitet – inklusive Pannendokumentation der vergangenen Jahre. Für das Modell haben wir Prüfberichte, Bilder, Baupläne und Akten ausgewertet sowie zahlreiche Gespräche mit Ingenieuren und Forschern geführt. Falls Sie mitkommen wollen auf unseren virtuellen Spaziergang durch vierzehn Jahre Baugeschichte – hier ist Ihr Ticket.
Anzeige
Auf dieser exklusiven Tagesspiegel-Reise begleitet Sie Autor Harald Martenstein ein paar Tage auf der MS Emily Bronte. Das luxuriöse 5-Sterne Superior Schiff mit erfahrenen Reiseführern macht diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Jetzt auf Tagesspiegel-Reisen.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Musikwünsche werden von uns mit Freude ignoriert.“
Aushang in der Kiezkneipe „Zur Linde“ (Sophie-Charlotten-Straße 97)
Tweet des Tages
Nach dem Motto ‚Wer hat noch nicht? Wer will nochmal?‘ habe ich den Dienst damit verbracht, Covid-Kranke aus der Klinik mit den derzeit meisten Covid-Fällen Berlins (ja, die Familienfeiern) in geeignete Level-II-Häuser zu verlegen. Es grüßt Reiseverkehrskauffrau Feldmann.
Antwort d. Red.: (Christiane Feldmann ist internistische Intensiv-Assistenzärztin im Urban-Krankenhaus)
Stadtleben
Essen – Gut, dass man Abstand halten soll: Denn wie der Name schon verrät, dreht sich hier viel um die beliebte Knolle: den Knoblauch. Im Knofi in Kreuzberg (Bergmannstraße 98) wird türkische Feinkost aufgetischt und das super frisch: Orientalisches Ragout vom Lamm mit Gemüse, Gurken-Minze-Salat und Fladenbot lässt sich nicht nur vor Ort genießen, das meiste gibt‘s to-go. Tgl. geöffnet von 9-0 Uhr, U-Bhf Gneisenaustraße.
Anzeige
Future Medicine Science Match 2020 – 7 Nov 2020
The most innovative international scientists and research organizations present and discuss their projects using Artificial Intelligence in Translational Medicine @ Future Medicine Science Match 2020. Don't miss the last chance to submit your short abstract presenting your AI research project. Find more information here.
Trinken – In zwar gemütlichen, aber engen Cafés wollen Sie vorerst nicht sitzen? Kein Problem, denn dieser YouTube-Kanal nimmt Sie mit in die Welt der Kaffeenerds. Die Videos sind zwar auf Englisch, aber leicht verständlich. Nach der Videolektüre braucht man aber schon fast keinen Kaffe mehr, weil James Hoffmann vor beinahe niedlicher Motivation nur so sprudelt. Kaffeekochen im Wissenschaftsformat für zu Hause gibt’s hier.
Geschenk – Alte Jeans auf dem Kopf? Schöner, als man denkt: Die Mützen und Hüte aus recycelten Jeansfasern oder z.B. Kaffesäcken machen echt was her. Die modischen Kopfbedeckungen, die es in jeder Form und Farbe gibt, sind nicht nur schick, sondern nachhaltig und – natürlich – eine Berliner Idee. Für warme Ohren hier klicken.
Berlinbesuch – Nicht nur warme Ohren, sondern warme Hände sind erwünscht. Es gibt zwar noch keine Handschuhe aus recycelten Beinkleidern – aber ein Kaffebecher tut es auch. Ist auch viel leckerer, als so ein Handschuh. Und vielleicht lassen die Kontrolleure Sie ja auch ohne Ticket einfach weiterfahren bei ihrer Ringbahntour, wenn Sie mit dem original S-Bahn Kaffeebecher glänzen können. Vielleicht, aber auch nicht.
Noch machen – Es ist Zeit, angemessen den Herbst zu begrüßen. So langsam wird‘s nämlich wirklich kalt. Also: Auf in die Daunenjacke, Thermoskanne und Kuscheldecke einpacken und den letzten Sommergefühlen beim wunderschönen Sonnenuntergang mit Blick über die Stadt verabschieden. Einen schönen Blick haben Sie bekanntermaßen vom Teufelsberg (S-Bhf Heerstraße).
Last-Minute-Tickets – (EIn Tipp von Sandra Luzina) Was bedeutet es heute, ein Mann zu sein? Dieser Frage geht die neue Ausstellung „Masculinities: Liberation through Photography“ im Gropius Bau nach (zu sehen bis zum 10. Januar). Gezeigt werden Arbeiten von über 50 internationalen Künstler*innen aus den 1960er Jahren bis heute. Die Stereotypen vom starken, dominanten Mann werden von den Fotografen immer wieder unterlaufen und gebrochen. Auch feministischen und queeren Perspektiven gibt die Ausstellung Raum. Zu sehen sind etwa Aufnahmen von Peter Hujar und Sunil Gupta, die ihre schwule Community fotografierten. Die Künstlerinnen kehren den männlichen Blick um und machen den Männerkörper zum Objekt. Die Schau präsentiert neue Sichtweisen auf den Mann. Und sie zeigt: Geschlecht ist immer auch Performance. Niederkirchner Straße 7 (S/U-Bhf Potsdamer Platz), Mi-Mo 10-19 Uhr, Tickets 15/10 €
Karten sichern – Klassikstars und die es noch werden wollen: Die Bundespreisträger*innen von Jugend Musiziert treffen auf Mischa und Lily Maisky. Das gemeinsam einstudierte Programm erklingt diesen Freitag in der Schinkel-Kirche von Schloss Neuhardenberg. Das Konzert ist Teil der Reihe „Meisterschüler-Meister“ – es erwarten Sie Stücke von Schubert, Schumann und Schostakowitsch. Tickets für die meisterhaften Klänge gibt’s hier – oder Sie versuchen ihr Glück und klicken den roten Button.
Berlin heute
Verkehr – A103 (Steglitz Zubringer): Ab 7 Uhr ist die Auffahrt Sachsendamm stadtauswärts gesperrt– bis zum 23.Oktober.
A10 (Südlicher Berliner Ring): Die Anschlussstelle Glindow ist bis vsl. 23. Dezember in beiden Richtungen gesperrt.
A100 (Stadtring):
In den Nächten bis Mittwoch wird von 21 bis 5 Uhr die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen von der AS Gradestraße bis AS Buschkrugallee gesperrt werden. Zusätzlich sind in dieser Zeit auch die AS Buschkrugallee in Fahrtrichtung Neukölln (Süd) und die AS Grenzallee in Fahrtrichtung Wedding (Nord) gesperrt.
Platz der Vereinten Nationen (Friedrichshain): Ab 6 Uhr, bis voraussichtlich 7. November muss der Kreuzungsbereich für den Autoverkehr gesperrt werden. Der Tram, Fuß- und Radverkehr ist von der Sperrung nicht betroffen.
Johannisthal/Baumschulenweg: Ab ca. 7 Uhr ist die Südostallee in Richtung Sterndamm zwischen Südostalleebrücke und Kiefholzstraße gesperrt. Die Sperrung bleibt bis Freitag bestehen. Der Auto- und Radverkehr wird umgeleitet.
Urbanstraße (Kreuzberg): Es beginnen um 6 Uhr Bauarbeiten. Dafür wird die Fahrbahn bis Ende Oktober 2020 in Richtung Bülowstraße zwischen Grimmstraße und Geibelstraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Sonnenallee (Neukölln): In Höhe Saalestraße ist in beiden Richtungen jeweils ein Fahrstreifen gesperrt.
Berliner Allee (Weißensee): Stadtauswärts ist die Fahrbahn bis vsl. Mitte November zwischen Buschkrugallee und Rennbahnstraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Demonstrationen – Vor dem Vivantes Krankenhaus Neukölln nehmen 70 Menschen an der „Streikkundgebung zum Warnstreik der TÖVD-Rund/ Klinikum Neukölln“ teil. (5.30 – 14.30) Eine „Streikversammlung im Rahmen der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes“ findet mit 60 Mitstreiter*innen in der Aroser Allee statt. (8 – 12 Uhr). Am Roten Rathaus beteiligen sich 20 Teilnehmende an der Aktion: „Hände weg von unseren Kindern: Niederlegung von Plüschtieren als Symbol für die physische und psychische Schädigung von Kindern wegen der Coronamaßnahmen“ (12.05 – 14.05).
Gericht – Weil er am 1. Mai 2020 in Kreuzberg aus einer größeren Personengruppe heraus pyrotechnische Rauchbomben gezündet haben soll, kommt ein 39-Jähriger auf die Anklagebank. Zudem soll er eine Fahnenstange bei sich getragen getragen haben, an deren Ende ein Hammerkopf befestigt war (11.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 863).
Berliner Gesellschaft
Geburtstage – Eva-Maria Hagen (86), Sängerin, Schauspielerin und Autorin / Martin Heckmanns (49), Schriftsteller, Bühnenautor und Dramaturg / Lothar Heinke (86), ehem. Chefreporter beim „Morgen“, langjähriger Lokalreporter beim Tagesspiegel – „Wir gratulieren herzlich, lieber Lothar!“ / Jürgen Milewski (63), ehem. Fußballer / Marion Pinkpank (47), Moderatorin und Synchronsprecherin / Heide Schmidt „Ein gut gekühltes Glas Weißburgunder auf Dich, liebe Heide! Ich freue mich auf viele gemeinsame Opernbesuche und Plauderzeiten., deine Barbara“ sowie „Herzliche Grüße an eine gute Freundin von Sylvia“ / Max Simonischek (38), Schauspieler / Karl Thöne, „Der Pragmatiker – Herzliche und GESUNDE GLÜCKWÜNSCHE zu einem BESONDEREN TAG, von Udo Lauer Hauptstadtfotograf und den Widderfreunden.“ / Eroll Zejnullahu (26), Fußballspieler bei FC Carl Zeiss Jena / nachträglich: Dr. Ulrike Stein, „Alles Gute zum Geburtstag und einen sonnigen Sonntag wünschen die entfernten Bekannten!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Helmut Bleck, * 3. August 1929 / Uwe Benites Ponce, geb. Klötzsch, * 3. Dezember 1962 / Hermann Waterkotte, * 22. August 1956 / Wulf Wittmann, * 5. November 1941
Stolperstein – Elisabeth Schmidt wurde heute vor 80 Jahren in der Heilanstalt Görden im Alter von 4 Jahren ermordet. Zu ihren Gedenken liegt ein Stolperstein in der Höchste Straße 14 – 16 in Friedrichshain.
Encore
Ein Forschungsprojekt der TU hat sich die Folgen des Lockdowns mal genauer angeschaut – und berichtet laut „B.Z.“ über ganz erstaunliche Erkenntnisse: Angeblich haben wir alle (also jedenfalls wir alle in Berlin) während der Zeit der härtesten Beschränkungen exakt 69 Minuten weniger gearbeitet und 27 Minuten länger geschlafen – pro Tag! Und damit dürfte dann auch erwiesen sein, was schon meine Oma immer behauptet hat: Gähnen ist ansteckend.
So, das war’s für heute. Das Stadtleben bereitete Ihnen Carlotta Cölln zu, serviert hat alles zusammen Florenz Gilly, und morgen früh bezieht hier für Sie Ann-Kathrin Hipp den Checkpoint. Kommen Sie gesund in die neue Woche – bis dahin,