diese Woche beginnt im Schein einer halben Geburtstagskerze: Heute vor sechs Monaten bohrten Bauleute im Berliner Südosten für 31 Stunden die Lichter aus. Im Nachhinein erweist sich der größte und längste Stromausfall in Berlin seit Jahrzehnten als durchaus erhellend: Alle relevanten Stellen haben ihren damaligen Einsatz aufgearbeitet und wissen, was sie beim nächsten Mal besser machen können: Das Potpourri reicht von „Katastrophenschutz-Leuchttürmen“ in den Bezirken über Lautsprecherwagen der Polizei und eine zusätzliche Kabeltrasse bei Vattenfall bis zur Überlegung der BVG, auch langfristig ein paar Diesel-Busse zu behalten.
Mit dem Geld war es in Berlin zuletzt wie mit dem Verkehr: Reichlich vorhanden, aber fließt nicht. So wurden vom Haushaltstitel „Verbesserung der Infrastruktur für den Radverkehr“ in den vergangenen beiden Jahren nur knapp 5,5 von budgetierten 10,7 Mio. Euro ausgegeben, beim (für eher Kleinteiliges bestimmten) Titel „Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs“ knapp 7,5 von 11,4 Mio. Euro. Warum? Meist durch „langwierige Vergabeverfahren, ungeplante Leitungsarbeiten, schwierige Baustellenanordnungen usw. oder durch personelle Engpässe bei den Baufirmen“, erklärt die Verkehrsverwaltung auf Anfrage. Manchmal klemme auch nur die anschließende Abrechnung, weil sich beispielsweise Bezirksämter mit den Baufirmen streiten. Womit der Verdacht bestätigt wäre, dass manches nicht so gemeint war, wie es gebaut wurde.
Über alle radrelevanten Haushaltstitel hinweg konnten laut Verwaltung bis Ende 2018 knapp 73 Prozent der Budgets ausgeschöpft werden. In absoluten Zahlen: 13,44 Mio. Euro im vergangenen Jahr, doppelt so viel wie 2017. Für 2019 sind 20 Mio. avisiert. Und in den Siwana-Fonds stehen laut Verwaltungssprecher Jan Thomsen insgesamt knapp 100 Mio. Euro zweckgebunden bereit. Die sind zwar geduldig, weil sie im Gegensatz zum laufenden Haushalt nicht alle zwei Jahre neu verhandelt werden müssen. Allerdings haben sie in der Inflation einen mächtigen Fressfeind, der sie beim Berliner Standardtempo schlimmstenfalls so weit dezimieren kann, dass es am Ende doch wieder nur für grüne Farbe reicht.
Nach dem ersten Schreck wegen des von der Grünen-Fraktion beschlossenen Verbrenner-Banns in der City ab 2030 hat Verkehrssenatorin Regine Günther in der „Morgenpost“ erklärt, was sie darunter versteht: „Wenn man nun elf Jahre vor 2030 die Menschen darauf hinweist, dass sich etwas Wichtiges verändern wird, dann bleibt genug Zeit, sich daran zu orientieren.“ Und auf Nachfrage, ob man besser ein Elektrofahrzeug kauft, wenn man langfristig mit dem Auto durch die City fahren will: „Damit wären Sie gut beraten.“ CP-Servicetipp angesichts der Lieferzeiten für neue E-Autos: Fangen Sie mit der Orientierung demnächst an.
Regiermeister Michael Müller hatte vor vier Wochen extra seinen Sommerurlaub unterbrochen, um den aus seiner Sicht zu wenig ambitionierten Stadtentwicklungsplan Wohnen von der Tagesordnung des Senats zu nehmen zwecks Nacharbeit durch Bausenatorin Katrin Lompscher. Das hätte er sich sparen können, wie ihm Linken-Landeschefin Katina Schubert jetzt via dpa ausrichtet: „Es macht keinen Sinn, mal eben noch ein paar weitere Entwicklungsgebiete auszuweisen“, wenn der Markt für Planer, Ingenieure und Baufirmen leergefegt sei. Am Dienstag steht der Plan wieder auf der Tagesordnung des Senats. „Ich gehe davon aus, dass er dann beschlossen wird“, sagt Schubert. Die Stimmung bei R2G dürfte dann mindestens auf Traufhöhe sein. Oder sie bleibt vorsorglich im Keller.
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In Peking sollen bis Ende 2020 mindestens 90 Prozent des Mülls getrennt werden. Das Know-How dafür liefert u.a. der Entsorger Alba, der in Mahlsdorf die Verpackungsabfälle von gut vier Mio. Berlinern und Umländern sortiert. Ich war als Reporter in der (bei Sommerwetter aromatisch anspruchsvollen) Anlage und habe den Maschinen beim Sortieren zugesehen – und beim Scheitern: An Weichspüler- oder Trinkjoghurtflaschen zum Beispiel, bei denen das PET-Gefäß in einer Ganzkörperfolie aus Polystyrol steckt und mit einem Deckel aus Polypropylen verschlossen ist oder mit Alufolie. Millionenfach fliegen solche Fehlkonstruktionen aus Gelben Tonnen oder Säcken in die Müllverbrennung, sofern niemand sie vor dem Wegwerfen in ihre Bestandteile zerlegt hat. Ich fühlte mich fast gretamäßig angesichts dieses Wahnsinns.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Schon 374 Autos sind in Berlin seit Jahresbeginn angezündet worden (zuzüglich Kollateralschäden bei Parkplatznachbarn). Mindestens zwölf brannten allein am Wochenende. Im gesamten Jahr 2018 waren es „nur“ 446 solcher Taten, die zum Beklopptesten gehören, was Menschen einfallen kann. Anders als der Kreuzberger CDU-Abgeordnete Kurt Wansner hat die Polizei offenbar keine heiße Spur zu den Tätern.
Korrektur: An dieser Stelle haben wir berichtet, dass das Studierenwerk Berlin ein Ladenlokal an eine Immobilienfirma mit fragwürdigen Ruf vermietet habe. Das stimmt nicht. Das Ladenlokal in der Potsdamer Straße 61 gehört nicht dem Studierendenwerk. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
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Betriebsstörungsbingo-Veteranen erinnern sich vielleicht noch an die „Bauzeitüberschreitung“. Die kann man auch sperriger ausdrücken – indem man sie „Bauarbeitenverlängerung“ nennt. Betrifft die S1 zwischen Birkenwerder und Oranienburg. Ja, heute, bis ca. 18 Uhr. Gute Gelegenheit, unser Bingo zu reaktivieren. Falls Sie also auf der Umfahrung mit SEV oder RE oder RB oder jwd etwas Abgefahrenes gehört haben, mailen Sie’s gern an checkpoint@tagesspiegel.de.
Kaum klagt die Bundesumweltministerin über die E-Scooter („Ich finde sie hier in der Stadt auch total nervig.“), verschwinden die possierlichen Roller im Untergrund. Zumindest zwei wurden – jeweils bemannt – am Wochenende im Tiergartentunnel gesichtet, wie sie rechts auf dem schmalen Standstreifen fahren. Den Untergrund-Elektrikern drohen nun 20 Euro Strafe. Und dem Taxifahrer, der die beiden mit seinem Handy gefilmt hat, 100.
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Jetzt gilt es die Weichen für eine europäische Frauen- und Gleichstellungspolitik zu stellen. Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der grünen Bundestagsfraktion sowie weitere grüne Abgeordnete werden hierüber mit EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager und der Autorin Francesca Cavallo diskutieren. Zum Einstieg gibt es eine Lesung mit der Autorin. www.gruene-bundestag.de/eu-frauenpower
Der Mann, demzufolge es seit 20 Jahren fünf vor zwölf ist, erwägt den Sprung in die Politik: Hans Joachim Schellnhuber, emeritierter Direktor des weltweit renommierten Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, würde einer künftigen Brandenburger Landesregierung als Berater oder sogar als Minister zur Verfügung stehen, sagte der 69-Jährige den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“. In knapp zwei Wochen wird gewählt.
Touristen können anstrengend sein (insbesondere auf E-Rollern), aber sie bringen auch was ein: 51 Mio. Euro hat Berlin 2018 dank der City Tax – in aufgeräumten Gefilden hieße sie „Kurtaxe“ – eingenommen, meldet die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf die Wirtschaftsverwaltung. Finanziert wurden davon u.a. die Weihnachtsbeleuchtung in Schmargendorf, das Marketing von Schloss Britz und die Islandpferde-WM in Karlshorst. Also gute Zwecke, im weitesten Sinne.
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CABARET – Das Berlin-Musical
Unweit des TIPI AM KANZLERAMT spielten sich vor neunzig Jahren die Originalgeschichten um das leichtlebige Nachtclubgirl Sally Bowles, den jüdischen Obsthändler Herrn Schultz und den amerikanischen Schriftsteller Clifford „Isherwood“ Bradshaw in der Schöneberger Motzstraße ab. Erleben Sie das Berlin-Musical überhaupt!
Bis 15.09. | TIPI AM KANZLERAMT
„Naturschützer rätseln über geringe Anzahl von Wespen“, hieß es Sonntag in der „Morgenpost“. Laut einer Expertin ist das Ausbleiben der Plage aber „nicht besorgniserregend“. Eine mögliche Erklärung sind die frühen Sommerferien: Die Wespen waren einfach noch nicht startklar. Oder sie warten nur, bis wir alle wieder da sind.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Die Niederlage hätte deutlich höher ausfallen können.“
Urs Fischer, Trainer des 1. FC Union, nach der 0:4-Heimspiel-Premiere seines Vereins in der Bundesliga am Sonntagabend.
Tweet des Tages
Von mir aus kann der Weltuntergang beginnen. Ich habe vorhin den Biomüll rausgebracht & die Wohnung ist auch sauber!
Antwort d. Red.: (Anm. d. Red.: Dass „Weltuntergang“ letzte Nacht auf Twitter bundesweit trendete, hatte womöglich mit dem Wetter zu tun. Auch bei Potsdam richtete ein Mini-Tornado Sonntagabend große Schäden an.)
Stadtleben
Essen – Hat man ihn einmal in Berlin gegessen, will man ihn in keiner anderen Stadt mehr probieren: den altbewährten Döner. Sobald es aber um die konkrete Lieblingsbude geht, scheiden sich die Geister. Macht man eine Spontanumfrage im Freundeskreis, dürften Klassiker wie Imren in Neukölln oder der Konak Grill in der Reichenberger Straße in Kreuzberg häufig auftauchen. Aber wohin, wenn man mal außerhalb des Rings unterwegs ist und der Dönerhunger ruft? Civans Imbiss in Zehlendorf beweist, dass man auch unweit von Grunewald und Villenvierteln üppigen und schmackhaften Döner findet, bei dem nicht an Salat gegeizt wird und die Soßen nicht nach Geschmacksverstärkern schmecken. Für Vegetarier gibt's als Alternative standardmäßig Falafel. Nicht überall zu finden sind jedoch die heiß frittierten Zucchini-Puffer, die definitiv eine Empfehlung wert sind. Clayallee 352, S-Bhf Zehlendorf, Mo-Sa 10-22 Uhr, So 11-21 Uhr
Trinken – Wer sich noch nicht ganz damit abgefunden hat, dass das Wochenende schon vorbei ist, sollte sich nach getaner Arbeit heute in die französische Brasserie Lamazère am Stuttgarter Platz 18 begeben. Das gediegene, aber familiäre Lokal feiert nämlich seinen sechsten Geburtstag mit einem Sommerfest, zu dem es – wie sollte es anders sein – seine besten Tropfen entkorkt. Wem es am Montagabend eher nach Gin Tonic steht, hat Glück gehabt: Spreewood Distilliers sponsern an der Außenbar den Sprit für die beliebten Cocktails. Checkpoint-Tipp: Am besten mit vollem Magen aufkreuzen, die Essenstickets sind nämlich leider schon ausverkauft. Ab 17 Uhr, S-Bhf Charlottenburg
Berlinbesuch – In unserer Techno-Hauptstadt wurde „Raving Iran" zum Hype und die Feiermeute stand freitagabends in der Kino- statt in der Club-Schlange. Der heimlich gedrehte Dokumentarfilm portraitiert die Techno-DJs Anoosh und Arash aus Teheran, die für ihre Liebe zur elektronischen Musik das Gesetz brechen und ihre Freiheit riskieren. Wer den Streifen von Regisseurin Susanne Regina Meures 2016 in den Kinos verpasst hat, hat heute um 21.15 Uhr im Freiluftkino Kreuzberg die Möglichkeit, das nachzuholen. Karten kosten 7,50 Euro. Auf Farsi mit deutschen und englischen Untertiteln, Mariannenplatz 2, U-Bhf Kottbusser Tor
Geschenk – Ausgefallene Cosplay-Kostüme und abgefahrene 3D-Games: Auf der Gamescom in Köln präsentieren die großen Hersteller neue Spiele, Technologien und Konsolen. Gleichzeitig ist die Gamescom genauso Szene-Treffpunkt wie Fachmesse, richtet sich also an die Fangemeinde mit zahlreichen Ständen zum Zocken und Ausprobieren, aber auch an ein Fachpublikum mit Talks und Kongressen. „Debatt(l)e Royal" heißt die diesjährige Fachdiskussion, zu der u.a. die Generalsekretär*innen Linda Teuteberg (FDP), Lars Klingbeil (SPD) und Paul Ziemiak (CDU) geladen sind. Themen werden neben Umweltpolitik und Urheberrechtsreform natürlich auch das Rezo-Video sein. Für den Kongress am 21. August in Köln verlosen wir 3 Tickets (bis 12 Uhr) wer will?
Last-Minute-Diskussion – Die Ausstellung „Fazit" an der Berlinischen Galerie schließt mit einer Diskussion, in der wir endlich ein Fazit brauchen: die über die Klimakrise. „Fühlen, Denken und Handeln" lautet das Motto des Abends, unter dem Maja Göpel (Scientists for Future), Harald Welzer von der Futurzwei Stiftung Zukunftsfähigkeit sowie Jan und Tim Elder, Gründer der Kunst- und Architekturgruppe realities:united, die die Ausstellung entworfen haben, Handlungsalternativen in Anbetracht der Klimakatastrophe erschließen wollen. Darüber hinaus soll auch die soziale Frage gestellt werden: Wie können Klimaziele eingehalten werden, ohne dass die, denen es sowieso schon schlecht geht, darunter leiden? Der Eintritt ist frei. Um 19 Uhr geht's los, ab 22 Uhr gibt's Drinks und Musik im Museumscafé Dix. Alte Jakobstraße 124-128, U-Bhf Moritzplatz
Noch hingehen – In den USA gilt sie als eine der wichtigsten Vertreterinnen des zeitgenössischen Tanzes: Deborah Hay. Da wundert es nicht, dass ihr beim „Tanz im August"-Festival eine prominente Retrospektive gewidmet wird. In Kooperation mit dem HAU Hebbel am Ufer präsentiert die Akademie der Künste in diesem Rahmen noch bis Ende August die Videoinstallation „Perception Unfolds: Looking at Deborah Hay’s Dance". Die Aufnahmen von Hay werden dabei aber nicht nur auf einer simplen Leinwand gezeigt, sondern gleich auf vieren gleichzeitig. In Kombination mit technischen Effekten entsteht ein immersiver Raum, der Zuschauer*innen nicht still stehen lassen wird. Der Eintritt ist frei. Pariser Platz 4, S/U-Bhf Brandenburger Tor, Do-So 15-19 Uhr
Das Stadtleben zum Wochenstart von: Maria Kotsev
Berlin heute
Verkehr – Bis Mittwoch, 21. August (tägl. 3.30-14 Uhr), halten die U-Bahnlinien U1 und U3 in Richtung Warschauer Straße nicht am Bahnhof Prinzenstraße. Außerdem kommt es bis zum 26. August wegen Gleisarbeiten auf den Tramlinien 27, 61, 62, 63, 67 und 68 zwischen Bahnhofstraße / Lindenstraße und Krankenhaus Köpenick bzw. Köllnischer Platz sowie zwischen Mahlsdorfer Straße / Gehsener Straße und Wendenschloß bzw. Köllnischer Platz zu Einschränkungen, es fahren Ersatzbusse. Im Regionalverkehr fallen von 19-4 Uhr Züge der Linie RE7 zwischen Zoologischer Garten und Ostkreuz aus. Einige Züge zwischen Ostkreuz und Wünsdorf Waldstadt beginnen bzw. enden in Lichtenberg, auf der Strecke zwischen Ostkreuz und Zoo also am besten auf die S-Bahn umsteigen. Auf der A100 ist der Tunnel Ortsteil Britz von 21-5 Uhr in beiden Richtungen gesperrt - umgeleitet wird über die AS Gradestraße und die Späthstraße. Außerdem bleibt die Einfahrt Grenzallee auf die A100 gesperrt. Und in Marzahn beginnt auf der Allee der Kosmonauten eine Baustelle, weshalb im Bereich der Kreuzung Penkrunstraße / Kienberg jeweils nur eine Spur befahrbar ist.
Demonstration – Von 8.30-17 Uhr zeigen rund 20 Personen „Solidarität mit Isa und allen von staatlicher Repression Betroffenen für ein Ende aller Gefahrengebiete" in der Wilsnacker Straße. Ebefalls 20 Menschen versammeln sich von 9-11.30 Uhr am Brunnenplatz, um gegen „Mietenwahnsinn durch Gesobau" zu demonstrieren. Vor der russischen Botschaft Unter den Linden kommen von 14-17 Uhr rund 10 Protestierende zusammen, um auf das „Rechtsregime des Kaspischen Meeres" aufmerksam zu machen. Und in der Skalitzer Straße zeigen 15 Teilnehmende von 18-22 Uhr „Solidarität mit den Betroffenen von staatlicher Repression".
Gericht – Weil er gefährliche Situationen im Straßenverkehr abgepasst und 23 Mal Autounfälle mit Blechschäden herbeigeführt haben soll, wird einem 29-Jährigen der Prozess gemacht. Es sei ihm darum gegangen, unberechtigt Versicherungssummen zu kassieren (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 105).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Tanja Dickert (47), „Leiterin der Touristinformation Neukölln und das macht sie einfach großartig. Außerdem ist sie immer für mich da. Dafür möchte ich mich bedanken." / Daniel Fischbuch (26), ehem. Eishockeyspieler bei den Eisbären / Götz Gaertner, „Kybernetiker, Informatiker und Neugründer des Berliner Segler-Club 1867, viel Glück, Liebe, Geld wünscht Jutta Boergers" / Olga Holtz (46), Mathematikerin / Rolf Kunert, „Herzlichen Glückwunsch zum 55. von Deinen Hamburger Schwestern" / „@Checker Marko: Alles Liebe zu Deinem Geburtstag mit Deiner Familie und einem großen Stück Eierschecke" / Marlon (32), Sänger / Sara Nuru (30), Model / Hans-Christian Schmid (54), Filmregisseur und Autor / André Schmitz (62), ehem. Kulturstaatssekretär (SPD) / Mike Vollmuth (47), „Deine Kullerkekse" / Liv Ulla Ziegfeld (21), „que te vayas bien en Chile" / nachträglich: Auriella Haßhoff (35), „Mutter, Managerin und Hockeyspielerin vom SCC, Grüße aus La Palma"
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Heidi Baron-Glauert, * 4. September 1940 / Ingrid Grützmacher, * 10. Juni 1942 / Karl-Wilhelm Klamroth, * 8. Januar 1922, Bundesverwaltungsrichter a.D. / Bergrun Richter, * 9. März 1923
Stolperstein – Am 20. Juli 1942 wurde Dora Herschander (Jhg. 1851) nach Theresienstadt deportiert, wo sie heute vor 77 Jahren ermordet wurde. Heute erinnert ein Stolperstein in der Berliner Straße 26 in Pankow an sie.
Encore
„Dieser Trick hilft gegen räuberische Möwen“ ist eine dieser Überschriften, die zum Teufel gehören, sofern der sie nicht selbst gemacht hat. Klickbaiting, wie es einen meist beim Öffnen von Browser oder Mailprogramm ereilt. Man will so etwas nicht unterstützen! Aber natürlich will man den Trick wissen, weil man ihn ja im nächsten Urlaub oder beim nächsten Smalltalk vielleicht gebrauchen kann. Dilemma! Die Lösung: Klicken Sie nicht drauf, ich habe für Sie nachgeschaut. Wenn man die Möwen, die es aufs Essen abgesehen haben, anstarrt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Fressattacke geringer. Zumindest soll es bei Silbermöwen in Cornwall, denen Forscherinnen der Uni Exeter Testpommes vorgesetzt hatten, so gewesen sein.
Kommen Sie gut in die Woche, ob rot-weiß oder beflügelt. Morgen schießt hier wieder Lorenz Maroldt für Sie den Vogel ab.
