kurz vor der Osterpause ist es Zeit für eine Zwischenbilanz nach den ersten paar Wochen Homeoffice mit unzähligen Videokonferenzen – das Ergebnis: Die Haare werden länger, die Geduldsfäden kürzer. Und immer größer wird die Sehnsucht nach einem Leben ohne Corona. „Worauf freuen Sie sich?“ war in dieser Woche die vierte unserer Fragen an Sie – hier ein paar Ihrer Antworten:
„Ich freue mich auf die große Freude an den Dingen, die vorher fast selbstverständlich waren: arbeiten, reisen, Freunde treffen, meine alten Eltern in den Arm nehmen…“
„Auf das erste Essen in unserem Lieblingslokal: Natürlich ein italienisches Restaurant, was sonst!“
„Dass ich mein Gegenüber nicht nur höre und lese.“
„Menschen abbusseln und Filmabende im Kino.“
„Meine zahlreichen Freundschaften und ehrenamtlichen Funktionen wieder von Telefon und Mail auf persönliche Kommunikation verlegen zu können, und nicht mehr pauschal in die ,Gefährdeten-Ecke‘ verbannt zu sein, die zwar gut gemeint ist, aber nicht für alle jenseits der 70 passt.“
„Reisen in einer gesunden Welt.“
„Ich freue mich darauf, nur das Beste vom alten Leben ins Neue mitzunehmen.“
„Meine Lieblingsmenschen wieder umarmen zu können, zusammen in Kneipe, Lokal oder Biergarten zu sitzen, endlich mal zum Karaoke im Mauerpark zu gehen – seit Jahren der Plan, immer zu faul gewesen, mit dem Rad hinzufahren...“
„Eine Weisse in der Sonne im Zoo-Restaurant.“
„Umarmungen.“
„Dass wir uns wieder frei und ohne Angst bewegen können, Konzerten live lauschen, Spaziergänge und Kaffee mit Freunden, den direkten Austausch mit den Kollegen im Büro.“
„Ich freue mich sehr auf unbefangenes Leben.“
„Auf ein gemeinsames Abendessen mit unseren erwachsenen Kindern, der Großmutter und den engsten Freunden an unserem großen Esstisch. Ich backe Berge meiner legendären Pizza, mein Mann holt den besten Wein aus dem Keller und wir feiern das Leben, die Gesundheit und tanken Kraft für die kommenden Zeiten, die nach Corona nicht einfacher werden.“
„Auf die MENSCHEN! Auf einen vollen Flohmarkt! Auf ein großes Weil-das-Leben-so-schön-ist-Fest im Garten mit Familie und Wahlfamilie...“
„Nach Corona wird es eine große Party geben – oder viele!“
Anzeige
Spendenaktion in der Corona-Krise:
Neuköllner Unternehmen OHDE Marzipan spendet 3000 Ostereier für Pflegekräfte und Mediziner. Zunächst überreichte der Inhaber Hamid Djadda 1000 an das Klinikum in Neukölln. Weitere Lieferungen an Kliniken und Gesundheitseinrichtungen folgen. Hamid Djadda: „Gerade in der aktuellen Corona-Krise möchte ich den Menschen, die momentan den größten Stress und das höchste Risiko haben, zu Ostern eine kleine Freude machen." …. Lesen Sie weiter….
Und wie feiern wir Ostern? Lässt sich das auch irgendwann nachholen? Ich habe darüber gestern mit dem Spandauer Pfarrer Viktor Weber gesprochen. Er sagt: „Unser Ostern kommt, wenn Corona geht.“ Es wird ein Fest der Auferstehung sein, die Rückkehr aus dem Dunkel ins Licht und ins Leben. Die Osterbotschaft 2020: „Wir lassen uns nicht entmutigen.“
Für die Gemeinden werden die Kirchen wegen Corona auch zum wichtigsten christlichen Fest nicht geöffnet – aber es wird Predigten aus der Kirche geben – per Stream. Weber, der in Haselhorst vor einem Jahr noch scherzhaft als „Kreuzberger Hipster-Pfarrer“ begrüßt worden war (CP vom 4.3.19), hielt vergangenen Sonntag einen interaktiven „Zoom“-Gottesdienst ab – manche nahmen in ihrer Küche daran teil, einige hatten ihre Kinder dabei, andere schalteten sich aus ihrem Schlafzimmer zu. „Ungewöhnlich, aber spannend“, sagt Weber, sogar aus der Schweiz schaute jemand herein.
Online-Gottesdienste gibt es auch zu Ostern, auf den Websites der Kirchen sind die Termine zu finden, ebenso wie die der Übertragungen im Radio und im TV. Weber sendet am Ostersonntag um 6 Uhr live vom Luisenkirchof aus, erst aus der dunklen Kapelle, dann geht’s nach draußen, zur Sonne, zum Licht – „wenn Gott will und die Technik nicht versagt“. Weber vermisste die „Vibes“ der Gemeinde und den Gesang, aber er freut sich über den Zuspruch, den er erfährt: „Die Kirchen sind leer, aber die Herzen sind voll.“
Zur kostenlosen Anmeldung für den Checkpoint geht's hier entlang.

Ist die vom Senat groß angekündigte „Soforthilfe“ für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern jetzt ein Zuschuss oder ein Darlehen? Es kommentiert IHK-Präsidentin Beatrice Kramm: „Konkrete, verlässliche Unterstützungszusagen sehen anders aus. Die Politik lässt den gesamten Berliner Mittelstand weiter im Stich.“ Unternehmen mit mehr als zehn MA stehen übrigens für 80 % der Umsätze in Berlin.
Bis zu 50.000 Corona-Tests könnten Berlins Labore pro Woche bewältigen – ausgelastet sind die Kapazitäten nicht einmal zur Hälfte. Woran das liegt, hat Julius Betschka recherchiert – seinen Text finden Sie hier.
Anzeige
Jetzt die neuesten Frühjahr-/ Sommertrends entdecken bei leiser.de und 20% sparen mit dem GutscheinCode: online20
|*dieser Rabatt ist nicht mit anderen Rabatten kombinierbar, einlösbar bis zum 17.05.2020
Die aktuellen Zahlen aus Berlin: 4.212 registrierte Infizierte, 2.341 bekannte Genesene, 37 Todesfälle. Neu gemeldete Infektion im Verlauf der vergangenen drei Tage: 175, 176, 174.
In eigener Sache: Team Checkpoint arbeitet ebenso wie die gesamte Tagesspiegel-Redaktion in diesen Wochen unter erschwerten Bedingungen Tag und Nacht hart daran, für Sie die besten Informationen aus Berlin zu recherchieren, zu sortieren und aufzubereiten. Wie alle Medien sind auch wir durch Corona unter wirtschaftlichen Druck geraten. Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn Sie mit einem Abonnement zeigen, dass Sie unsere Arbeit wertschätzen und unterstützen möchten. Mit einem Checkpoint-Jahresabonnement (Anmeldung hier) bekommen Sie für fünf Euro im Monat den ungekürzten Originalnewsletter, alle Stadtleben-Tipps, den Service „Berlin heute“, die „Berliner Schnuppen“ von Naomi Fearn, den Zugriff auf unsere Website – und ein großes Dankeschön von uns. Sind Sie dabei?
Berliner Schnuppen
Telegramm
Heute in einer anderen Welt (I) würde Juju in der Columbiahalle auftreten. Bekannt geworden ist sie als eine Hälfte des Rap-Duos „SXTN“, das sich Ende 2018 aufgelöst hat. Für alle SXTN-Fans an dieser Stelle ein bisschen Nostalgie-Stoff zum Durchhalten: Das Konzert vom Splash-Festival 2017 gibt’s hier zu sehen und den allerletzten Live-Auftritt der Band auf dem Southside-Festival 2018 hier.
Heute in einer anderen Welt (II) würde die „2. Roma-Biennale“ am Maxim Gorki auf die Bühne kommen. In unserer realen Corona-Welt heißt das Festival dagegen nicht „We are here“, sondern „We air here“: Das Theaterstück „Roma Armee“ ist bis heute Abend um 18 Uhr im Gorki-Stream online zu sehen.
Es war kein verfrühtes Osterfeuer, das da gestern früh plötzlich in einem Portal des Humboldt-Forums hinter schwarzem Qualm zu lodern begann. Aber auch die Meldung „Das Schloss brennt“ stellte sich schnell als überhitzt dar: Bei Bauarbeiten war eine Gasflasche explodiert, ein Arbeiter wurde leicht verletzt. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, nur ist die Fassade jetzt ziemlich verrußt.
Eine schöne Idee ist die „Vorfreude-Auktion“, die Kilian Jay von Seldeneck zugunsten der „Bürgerstiftung Berlin“ ins Leben gerufen hat. Ersteigert werden können u.a. besondere Erlebnisse und Begegnungen, die es sonst nirgendwo zu erwerben gibt – aber hoffentlich bald wieder möglich sind. Mehr Infos dazu auf der Website und heute im Tagesspiegel.
Es gibt eine innerdeutsche Grenze weniger: Der Kreis Ostprignitz-Ruppin hat das Einreiseverbot aufgehoben – der Berliner Frank Zywietz, der dagegen geklagt hatte, darf jetzt wieder in sein Wochenendhaus.
Es gibt tatsächlich auch Neueröffnungen: In der Bergmannstraße bietet im ehemaligen „Lindner“-Laden jetzt das „Sir Plus“ unter dem Motto „Wir retten Lebensmittel“ u.a. Obst und Gemüse an, das anderswo nicht mehr verkauft wird. Die nächste Tomatenschlacht zwischen Friedrichshain und Kreuzberg auf der Oberbaumbrücke dürfte damit gesichert sein (Termin wird nachgeliefert).
Anzeige
Am Gründonnerstag ist die Grillsaison mit dem Weber Elektrogrill zum Greifen nah.
Karfreitag wird es mit dem Hearthstone iPad Bundle abenteuerlich.
Sie können am Karsamstag einen Workshop für Hunde am Arbeitsplatz gewinnen.
Am Karsamstag besteht die Chance auf 5 Übernachtungen in Heringsdorf.
Ostermontag ist eine SanDisk SSD im Osternest zu finden.
„Deine Läden brauchen dich“, lautet das Motto einer Initiative des BA Neukölln – auf der Website sind viele kleine Geschäfte versammelt, dazu der Aufruf: „Wenn Online-Shopping, dann nur lokal“.
Berlinweit kleine Läden mit dem Kauf von Gutscheinen unterstützen, können Sie weiterhin auf unserer Seite „Kiezhelfer“ – schauen Sie gerne mal rein.
Berlins optimistischster Bezirk ist Spandau – gesucht wird hier seit dem 3. April „eine/n Veranstaltungsmanager/in“, Aufgaben u.a.: „Konzeption von Veranstaltungen und Großveranstaltungen auf den Vermietungsflächen der Zitadelle“.
Das Jobportal des Bezirks wirbt übrigens mit dem Kopf der Lenin-Statue, der sich in der Zitadelle ausruht. Das Motto: „Wo ich liege, können Sie arbeiten.“
Wichtige Meldung von Tierschutzsenator Dirk Behrendt: „Tiere dürfen nicht mit Desinfektionsmitteln besprüht werden.“ Tja, und jetzt? Na vielleicht wickeln Sie ihren Fiffi mal lieber virenfest in Klopapier ein (Sie dürften ja noch genug auf Halde haben, stimmt’s?)
Und dann gab es da noch… den Mann bei der Post, der zum Husten seine FFP2-Maske abnahm.
Zur Frage des Tages: Können Sie sich noch daran erinnern, wem sie zuletzt die Hand gegeben haben?
Nach dem Friedrich-Ebert-Gymnasium (CP von gestern) melden auch andere Schulen Protest aus dem Abiturjahrgang: In einem Brief an Bildungssenatorin Scheeres fordern jetzt auch Schülerinnen und Schüler des Sophie-Charlotte-Gymnasiums eine Absage der Prüfungen. Aber selbst wenn es anders kommt: Die 2020er werden immer ein ganz besonders hochwertiger Jahrgang bleiben.
Anzeige
Entdecken Sie unsere Spielewelt im Tagesspiegel-Shop. Eine bunte Auswahl an Spielen für die ganze Familie und jedes Alter erwartet Sie jetzt hier im Shop
Unter dem Motto „Wir schreiben Hannelore und Walter!” ruft die Junge Union Berlin dazu auf, Bewohnerinnen und Bewohnern von Berliner Altenpflegeheimen Briefe gegen das Alleinsein zu schreiben. In fünf einfachen Schritten kann man via Website mitmachen, die Nachrichten selbst sollen aber unbedingt handschriftlich verfasst werden – dafür gibt es in der Brief-Anleitung sogar einen Hashtag.
Lesen sie nach Ostern: Was Helga und Werner dazu sagen. Oder Ahmet und Fatma.
Zur kostenlosen Anmeldung für den Checkpoint geht's hier entlang.
Am Haus Kaiserdamm 109 verdunkelt ausgerechnet jetzt („Stay at home!)“ ein neues Riesenposter die Wohnungen – auf der gelben Plane dankt Shell „allen Helfern und unseren Teams an den Tankstellen, die dazu beitragen, die Krise zu bewältigen“, und zum Witzlebenplatz hin lautet die Aufschrift: „Eigentlich wollten wir hier Werbung machen – jetzt machen wir Ihnen lieber Mut!". Vermutlich ein Tippfehler. Richtig muss es heißen: „… machen wir Ihnen lieber Wut!“. Mehr über diesen Fall und andere Nachrichten aus Charlottenburg-Wilmersdorf können Sie im neuen „Leute“-Newsletter von Cay Dobberke lesen (wird heute Nachmittag versandt) – zur kostenlosen Anmeldung geht’s hier.
Das Durchschnittsalter der Trump-Herausforderer ist gestern schlagartig um ein halbes Jahr gesunken: Bernie Sanders (78) gab auf, Joe Biden (77) macht weiter – noch jüngere Kandidaten haben die Demokraten allerdings nicht mehr.
Bruno Labbadia wird neuer Hertha-Trainer – für den Umgang mit Gerüchten aus der heißen Berliner Fußballpresseküche haben wir dem Ex-Stürmer des FSV Schneppenhausen (1972 bis 1976) hier schon mal eines seiner schönsten Zitate herausgesucht: „Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert!“
Anzeige
Lesen Sie den Tagesspiegel als digitale Zeitung und wir schenken Ihnen das neue iPad. Zusätzlich erhalten Sie das Checkpoint-Abo. Mit allen Updates zum Coronavirus in Berlin und unserer neuen Serie „Zu Hause mit dem Tagesspiegel“. Für nur 34,99 € pro Monat – Sie sparen mehr als 400 €.
Zum Angebot
Morgen feiert die Welt 50 Jahre Beatles-Auflösung. Wie visionär die Band war, zeigt sich an den Stücken, die Lennon/McCartney bereits damals für den BER geschrieben haben – alle später am Bau Beteiligten können einen Teil des Œuvre der Fab Four als ihnen persönlich gewidmet erachten. Als da wären:
Die Aufsichtsräte: „Tell me why“, „Do you want to know a secret“, „What goes on“, „I’m so tired“.
Die Baufirmen: „Money (that’s what I want)“, „Eight days a week“, „Tomorrow never knows“, „With a little help from my friends“.
Die Bauarbeiter: „Carry that weight“, „All together now“, „Fixing a hole“, „I’m only sleeping“.
Die Geschäftsführung: „Everybody’s got something to hide“, „It won’t be long“, „Not guilty“, „It’s all too much“.
Die Politik: „Let it be“, „Not a second time“, „I should have known better“ und: „Help!“.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wir müssen doch Kunst machen. Sonst werden wir wahnsinnig.“
Stummfilmpianist Stephan Graf von Bothmer über seinen neuen Live-Stream aus der Alten Pumpe, der heute Abend startet. Mehr dazu weiter unten im Stadtleben (nur Abo-Ausgabe, Anmeldung hier).
Tweet des Tages
Die positiven Seiten sehen: Dieses Jahr führen wir keine ‚Tanzverbot an Karfreitag‘-Debatte! \o/
Stadtleben
Was machen eigentlich Percussionisten im Homeoffice? Genau, in Bewegung bleiben. Während bei den einen die intrinsische Motivation derzeit gerade mal für den morgendlichen Kaffee und eine Runde an der frischen Luft reicht, wissen andere nicht, wann sie zwischen Homeoffice, Homeschooling, Homecaring und Homecleaning eigentlich die Zeit und Muße finden sollen für Livestreams, Sport und Selbstoptimierung. Unser Tipp für das Osterwochenende: Relaxen. Egal, ob in Familie, allein, per Skype, mit häuslicher Osterandacht und oder gänzlich ohne Eier, Hasen und Geschenke: Wer kann, sollte so viel wie möglich von dem tun, was der Seele guttut. Ideen dazu hat die Tagesspiegel-Redaktion hier zusammengestellt.
Osterkuchen – Wer sich noch Gedanken über österliche Kulinarik macht, findet hier die Anleitung für ein einfaches und doch raffiniertes Ostermenü in drei Gängen, sowie weitere Inspiration für eine fruchtige Aprikosentarte. Mehr Ideen trägt täglich unsere Genuss-Redaktion für Sie zusammen, darunter auch die österlichen Backrezepte ohne Hefe. Wer sich so gar nicht auskennt mit Mehl und Mixer, kann bei Pâtissière Astrid Fleisch zauberhafte Küchlein bestellen. Als Einzelportionen oder Familienkuchen stehen zu Ostern zum Beispiel Kouign Amann („Hefeteig, mit Salzbutter und Zucker derart gefaltet, dass das Ganze karamellisiert") und Königsrolle („bretonischer Mürbeteig gefüllt mit dunkler Ganache und salziger Karamellsauce“) zur Auswahl, und das beste ist: Sie liefert das ganze Osterwochenende über (Bestellung am besten bis 17 Uhr am Vortag).
Füreinander nebeneinander – Bei den Bestellungen der letzten Tage fällt Astrid Fleisch auf: Viele bestellen gar nicht für sich, sondern für andere, Freunde, Familie, Nachbarn. Super Idee! Überraschen Sie ihre Nachbarn mit ein paar Madeleines und einem Blick in die nahe Zukunft: Am 29. Mai ist Tag der Nachbarn. Das Netzwerk nebenan.de ruft schon seit Jahren dazu auf, an diesem Tag einfach mal Tische und Stühle rauszustellen und sich besser kennenzulernen. Denn wer weiß eigentlich, wer hinter den Türen wohnt, die man tagtäglich passiert?

Kiezhelfer – „Wir haben pro Stunde ungefähr noch einen Kunden im Laden.“ Im Chuchichäschtli in Wilmersdorf kaufen normalerweise Menschen aus ganz Berlin Schweizer Lebensmittel ein.
„Praktisch über Nacht haben wir unseren Online-Shop, der bis dahin nur eine limitierte Auswahl bereithielt, mit fast dem kompletten Laden-Sortiment bestückt und über Social Media, Newsletter und Info an der Tür beworben.“, erklärt Inhaber Chris Fankhauser den Versuch, die ausbleibenden Einnahmen durch Laufkundschaft aufzufangen. „Wir lassen in unseren kleinen Laden maximal nur zwei Personen und dennoch ist man auf Distanz, Beratung findet statt im Sinne von ‚Das ist da vorne im Regal links oben‘, was ja eigentlich nicht unserer Maxime entspricht.“ Mut macht, dass die Stammkunden mitziehen und das Online-Angebot nutzen, in den letzten Tagen gingen vor allem die Osterwaren gut weg. Darauf sitzen zu bleiben, war anfangs die größte Sorge, denn das hätte, wie man in der Schweiz sagt „einen richtigen Batzen“ Geld gekostet. „Es ist schön, wie wir grade jetzt von sehr vielen Kunden Solidarität erfahren, das stimmt einen positiv“. Wünsche für die Zukunft? „Dass die Menschen weiterhin mehr füreinander sorgen und das ganze Leben weiterhin etwas entschleunigt bleibt.“ Für alle, die unterstützen möchten: Gutscheine fürs Chuchichäschtli – und andere Kiezläden – finden Sie auf unserer Tagesspiegel-Kiezhelfer-Seite. Damit es sie noch gibt, wenn die Krise vorbei ist.
Neu in Friedrichshain ist der Michelberger „walk-by grocery store“. Das beliebte Hotel an der Oberbaumbrücke öffnet heute die Fenster seines Restaurants, um ein feines Sortiment an Getränken, Speisen und Feel-Good-Artikeln feilzubieten, die sonst bei den Hotelgästen gut ankommen. Während man auf eine Portion Humus, Kokos-Kefir oder baskischen Cheesecake wartet, wird schon mal ein Kaffee durchgereicht – oder Eierlikör aus der Preussischen Spirituosenmanufaktur (Warschauer Str. 39-40, geöffnet ist erstmal bis Sa, 15-19 Uhr).
Rätseln gegen geistige Verödung – Man trifft Sie überall in der Stadt: In Stein gemeißelt, monumental verewigt, versteckt in Bibliotheken und Kulturstätten, nicht zuletzt auf Straßenschildern: prominente Persönlichkeiten der Geschichte. Aber längst nicht alle sind noch im kollektiven Gedächtnis präsent – im Tagesspiegel werden immer zu Ostern und Weihnachten einige von ihnen wiederbelebt: 150 biografische Rätsel sind jetzt in Buchform erschienen (erhältlich über den Tagesspiegel-Onlineshop für 12,95 Euro). Wir haben uns vorsorglich drei Exemplare gesichert, die wir bis 12 Uhr verlosen – Freiwillige vor! (Adresse nicht vergessen)
Klavierkunst fürs Karma – „Wir erleben gerade das größte Sozialexperiment aller Zeiten. Lassen sie uns neugierig bleiben, staunend beobachten und unseren Teil dazu beitragen, dass es möglichst gut ausgeht.“, schreibt Stummfilm- und Improvisationspianist Stephan Graf von Bothmer in der Ankündigung seines neuen Livestreams aus der Alten Pumpe, der heute Abend um 19.30 Uhr startet. „Wir müssen doch Kunst machen. Sonst werden wir wahnsinnig. Warum hätten wir uns sonst so einen absurden Beruf gewählt, wenn wir nicht müssten?“, erklärt Bothmer weiter. Recht hat er, hier geht´s zum Stream.
Virtuelle Museumstouren – Zur Corona-Kultur gehört die Qual der Wahl, denn was jetzt alles live geht, ist enorm und ohne Social Media nicht denkbar. Allein Facebook lädt zu Ostern zum „Digitalen Wochenende der Museen“. Aus Berlin mit dabei sind das Schwule Museum und das Futurium, auch die Hamburger Deichtorhallen und das Deutsche Fußballmuseum Dortmund sind im virtuellen Raum nur Klicks entfernt. Den genauen Zeitplan für die Video-Touren finden Sie hier.
Egal, ob mit Puppentheater für Erwachsene im BKA-Theater oder einem Coming-of-Age-Film über die 80er Jahre in Mexiko: Stefanie Golla wünscht relaxte Ostern.
Berlins heimliche HeldInnen
Corona-Ausgleichszahlungen erhält Zahnarzt Hendrik Felke keine. Obwohl seit der Kontaktsperre die Patienten ausbleiben. Den Mut verliert er aber nicht. Von Maria Kotsev
Zahnärzte sind in der Corona-Pandemie einer hohen Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Dass seine Praxis am Tauentzien über genügend Mundschutzmasken verfügt, hat der Zahnarzt Hendrik Felke der Vergesslichkeit einer Mitarbeiterin zu verdanken. Die hatte eine Fehlbestellung von Schutzmasken (es kamen blaue statt weiße) im vergangenen Jahr nicht zurückgeschickt. Seine Praxis ist dadurch gut ausgerüstet, die Ärzte und Mitarbeiter durch die ohnehin sehr strikten Hygieneauflagen des Gesundheitsamtes sensibilisiert. „Wir können sehr selbstsicher sein“, sagt Felke. Dennoch bleiben seit der Kontaktsperre seine Patienten aus, gerade kommt nur noch rund ein Fünftel. Besonders die Älteren unter ihnen fürchten sich. Einer 95-jährigen Patientin hat er neulich eine Mundschutzmaske nach Hause schicken lassen, damit sie sich geschützt auf den Weg machen konnte. Der Zahnarzt hat seine Praxis vor fünf Jahren eröffnet. Freundlich eingerichtet, modern, mit neusten Röntgen- und Wurzelbehandlungsgeräten. Finanziert über einen Kredit. Miete und Materialkosten kommen hinzu, sowie die Gehälter von zehn Angestellten, zum Schluss noch sein eigenes Gehalt, rechnet Felke. „Zahnärzte sind nicht alle reich. Meine Ausgaben kriege ich bei Weitem nicht mehr rein.“ Nach Ostern wird er seine Praxiszeiten voraussichtlich um die Hälfte reduzieren und Kurzarbeit beantragen. Gleichzeitig fühlt sich Felke vom Gesundheitsminister im Stich gelassen: Da Zahnärzte als systemrelevant eingestuft wurden, dürfen sie trotz ausbleibender Patienten nicht auf einen Notbetrieb herunterfahren. Ausgleichszahlungen nach dem „Krankenhausentlastungsgesetz“ bekommen sie im Gegensatz zu Hausärzten, die über die Kassenärztliche Vereinigung organisiert sind, nicht. Trotz aller Existenzängste will Felke den Mut nicht verlieren: „Wir behandeln unsere Patienten gerne und hoffen, dass sich die Panik in der Bevölkerung bald legt.“ (Text: Maria Kotsev; Foto: privat)
In den kommenden Tagen wollen wir an dieser Stelle Menschen vorstellen, die Berlin aktuell am Laufen halten. Wem wollen Sie danke sagen? Schreiben Sie uns gerne: checkpoint@tagesspiegel.de
Berlin heute
Verkehr – Gatower Straße (Spandau): Bis zum 17. April steht jeweils montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr zwischen Emil-Basdeck-Straße und Zur Haveldüne nur ein gemeinsamer Fahrstreifen für beide Richtungen zur Verfügung.
A115 (AVUS): Am Abend wird die gesperrte Überfahrt am Autobahndreieck Funkturm Richtung A100 wieder freigegeben.
Gericht – Ein seit fast sieben Monaten laufender Prozess gegen mutmaßliche Autoschieber geht weiter. Mitangeklagt ist ein suspendierter Polizist. Er soll unter anderem gegen Geld unberechtigte Abfragen in den polizeilichen Datensystemen veranlasst haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 621).
Universität – „Coronavirus hin oder her – unsere Studierenden und Lehrenden machen mit ihrer Kunst weiter – auch in ihren eigenen vier Wänden.“, schreibt die Universität der Künste auf ihrer Website, wo täglich neue Filme, Balkonkonzerte, Improvisationen vom Dachboden oder Lesestücke gestreamt werden. Mehr Infos unter #UdKvonZuhause.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Tim Bendzko (35), deutscher Singer-Songwriter / René Bielke (58), Eishockeytrainer / Danny Freymark (37), für die CDU im AGH / Barbara Graef (65) – „Alles Liebe zum runden Geburtstag von Robin und Anne. Wir feiern nach!“ / Oliver Igel (42), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick (SPD) / Irene Köhne (68), Politikerin (SPD) / Dr. Marianne Krichel – „Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag von deiner Singschwester.“ / „Liebe Marianne, wir gratulieren Dir zu Deinem Geburtstag ganz herzlich und wünschen Dir Zufriedenheit, Glück und ein gesundes 2. Enkelkind. Liebe Grüße Gabi und Bodo“ / Landry Nnoko (26), Basketballspieler bei Alba Berlin / „Anja Pischke lebt seit Jahren schon in der Diaspora Bad Homburg und vermisst immer wieder den Berliner Fernsehturm! LG aus Berlin Barbara und Tim“ / Wolfgang Schomburg (72), ehem. deutscher UN-Strafrichter für das frühere Jugoslawien und Ruanda, Bundesrichter (BGH) sowie Staatssekretär (Justiz) in Berlin / Helmut Wolff (88), bildender Künstler aus Charlottenburg
Karfreitag – Serpil Güner (50) – „Schön das es Dich gibt! Fühl dich herzlich gedrückt! Deine Familie.“ / Arndt Kerber (57), „Lieber Arndt, zum Geburtstag wünschen Dir deine drei Frauen alles Gute“ / Karl Ulrich Mayer (75) Soziologe und ehem. Präsident der Leibniz-Gemeinschaft / Jochen Nickel (61), Schauspieler / Ulrich Nußbaum (63), ehem. Finanzsenator in Berlin / „Henry Scharla zum 70sten! Von Herzen alles Liebe und Gesundheit wünschen Dir deine Nachbarn“ / Andrea und JoachimRichard Wagner (68), rumänisch-deutscher Schriftsteller und Journalist
Sonnabend – Beatrice Behrend – „Herzliche Geburtstagsgrüße, wir feiern nach! Versprochen! Deine Kulturdamen.“ / Christiane Möbus (73), Künstlerin / Ajibola „Bola“ Olalowo (49), ehem. für die Grünen im AGH / Udo Schenk (67), Schauspieler / Lena Schöneborn (34), ehem Moderne Fünfkämpferin / Simone Thomalla (55), Schauspielerin / Nadine Warmuth (38), Schauspielerin / „Servus Zwerg, wir wünschen Dir alles Gute zum heutigen 25. Geburtstag in diesen nicht leichten Zeiten. Deine Allgäuer!“
Ostersonntag – „Uta von der Aue (Lebenskünstlerin) zum heutigen 80. mit besten Wünschen von deinen Verwandten aus nah und fern.“ / Joschka Fischer (72), ehem. Vizekanzler (1998-2005) / Helga Hofmann (80) – „Liebe Tante Helga, ich wünsche dir das Allerbeste zum Runden und eine große Portion Gesundheit, Humor … und Geburtstagstorte!!! Deine Tina“ / David Jasper Lütke (35), „Creative Writer and Berlin’s Best Drummer – Alles erdenklich Liebe von PaMaWa“ / Vita Maiwald (74), „Geburtstag und Ostern alleene, dit is nich scheene.“ / Ines Pohl (53), Chefredakteurin der Deutschen Welle / Michael Retzlaff (68) – „Alles Liebe von Heidemarie.“ / Antje Rávic Strubel (46), Schriftstellerin
Ostermontag – „Die Medienmanagerin und Produzentin Dr. Kathrin Brunner feiert heute Geburtstag!“ / Ulrike Czerny (67), treue Checkpoint-Leserin – „Herzliche Glückwünsche von Paul-Michael und Christa Hinse!“ / Martin Matz (55), SPD-Staatssekretär für Gesundheit / Marc Schubring (52), Komponist / Beate Wedekind (69), Journalistin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Dr. Gerhard Braun, Architekt und Filmemacher, Dozent an der UdK Berlin / Dipl. Ing. Gunter Fritsche, Chef der Firma Fritsche Bau GmbH / Fritz Kreidt, * 03.07.1936 / Hans-Dieter Lösenbeck, * 13.03.1934, ehem. Chefredakteur der Zeitschrift „test“ der Stiftung Warentest/ Ulf Wernicke, * 24.01.1942
Stolperstein – Dietrich Bonhoeffer (Jhg. 1906) war ein bedeutender evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer. Nach seiner Habitilation kam er als Privatdozent für Evangelische Theologie nach Berlin. Nach der Machtergreifung der Nazis leistete er Widerstand mit seinem Glauben und setzte sich für verfolgte Juden ein. Bis zu seinem Tod hielt er illegale Predigerseminare in der Bekennenden Kirche Finkenwalde ab. Am 9. April 1945 – heute vor 75 Jahren – wurde Bonhoeffer einen Monat vor Kriegsende im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet. Da der Gedenkgottesdienst zu seinen Ehren dieses Jahr entfallen muss, liest die Schauspielerin Charlotta Bjelfvenstam heute um 18 Uhr in der Evangelischen Gedenkkirche Plötzensee aus den Briefen Bonhoeffers an seine Verlobte in einem Live-Stream. Auch aus dem Berliner Dom wird ein Gespräch zwischen Domprediger Thomas C. Müller mit Altbischof Wolfgang Huber über Bonhoeffer übertragen.
Encore
Corona betrifft uns alle – aber trifft nicht alle gleich: Die einen haben plötzlich zu viel Zeit, die anderen arbeiten mehr als je zuvor. Den einen fällt die Decke auf Kopf, die anderen sitzen im Garten. Die einen werden jeden Tag fitter, die anderen jeden Tag fetter. Die einen meiden jeden Kontakt, die anderen machen Party im Park. Die einen haben entspanntere Tage, die anderen kämpfen um's Überleben.
Vielleicht suchen Sie diesmal zu Ostern das Schöne am Leben – auch, wenn es gut versteckt ist gerade. Denken Sie an jene, denen es schlechter geht als Ihnen und die einsam sind. Und auch wenn das schöne Wetter lockt: Bleiben Sie vorsichtig, wenn Sie herausgehen – zeigen Sie Nähe, indem Sie auf Abstand gehen.
Team Checkpoint wünscht Ihnen von ganzem Herzen ein schönes Osterfest, trotz alledem und deswegen. Wir sind Ihnen dankbar für Ihre Treue, und wir würden uns freuen, wenn Sie den Checkpoint weiterempfehlen. Wir sehen uns hier wieder am nächsten Dienstagmorgen – mit den neusten Nachrichten aus dem besten Berlin der Welt.