vor den Corona-Meldungen des Tages hier eine wichtige Mitteilung des August-Bebel-Instituts, die uns soeben erreichte:
„Revolution in Berlin: Seit 1848 immer wieder aktuell?! ***Abgesagt***. Die Veranstaltung muss leider ersatzlos entfallen.“
Tja, nicht mal das funktioniert noch in Berlin – aber langweilig wird’s auch so nicht, versprochen. Und damit nichts wie rein in den Tag…
… der mit einer kleinen Sensation beginnt:
Vergangene Nacht verbreitete sich unter den noch wachen Berliner Schulleiterinnen und Elternvertretern ein Rundschreiben von Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers zur „Sicherstellung des schulisch angeleiteten Lernens zu Hause“, von dem einige meinten, es müsse sich um einen verfrühten Aprilscherz handeln. Lesen wir mal rein:
„Mit diesem Schreiben möchten ich Sie über die Möglichkeit informieren, Ihre Räume für Pädagoginnen und Pädagogen sowie Klassenräume mit mobilen Routern auszustatten, um eine breite Abdeckung mit schnellem Internet zu gewährleisten. Hierbei handelt es sich um eine Sondermaßnahme (…). Die Anschaffungs-, Vertrags- und Lieferkosten werden zentral von der Senatsverwaltung getragen und gehen nicht zu Lasten Ihres Schulbudgets.“
Schnell nochmal das Datum gecheckt… tatsächlich: 2. März 2021 – Berlin meldet den Anschluss der Schulen ans Internet, wenn auch erstmal nur per SIM-Karte („bis zur vollständigen Breitbandanbindung mit Glasfaser“). Einfach so. Bedarfsmeldung bitte bis Freitag an die Schulaufsicht schicken, ab Dienstag wird ausgewertet, dann gehen die Aufträge raus. Zack, pragmatisch, fertig. Das ist ja mal ein Hammer!
Die Mobilfunkverträge werden per Direktvergabe mit Vodafone und Telekom über 24 Monate abgeschlossen. Versprochen wird eine „einfache Nutzung in jedem Unterrichtsraum mit Steckdose und Fenster“, und auch an die Sorgen von Aluhutträgern wurde gedacht: „Strahlung vergleichbar mit der eines Smartphones älteren Baujahres“ – und die Zeit der Nokia-Knochen haben wir ja schließlich mehr oder weniger unverletzt überstanden (solange nicht mit ihnen geworfen wurde).
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10 Jahre nach Fukushima werden nicht überall in Europa entsprechende Lehren aus dem Atomunfall in Japan gezogen: AKW-Laufzeiten sollen verlängert, Atomkraft neu gefördert werden. Welche Risiken für Sicherheit, Klimaschutz und Energiewende birgt das? Darüber diskutieren unsere Abgeordneten Oliver Krischer und Sylvia Kotting-Uhl mit Mycle Schneider u. a.
gruene-bundestag.de
Im Senat stellte Bildungssenatorin Sandra Scheeres gestern die nächsten Stufen der Rückkehr an die Schulen vor – der Bericht wurde „zur Kenntnis genommen“: Am 9. März beginnt für die Klassen 4 bis 6 der „Wechselunterricht“, ab 17. März sind die Klassen 10 bis 13 dran ( 7, 8 und 9 müssen noch warten, 1 bis 3 sind schon dabei). Die Präsenzpflicht bleibt ausgesetzt, alsbald soll viel getestet werden (die Rede ist sogar von einer „Strategie“ – hui! Es fehlen nur noch die Tests…), In der kommenden Woche beginnt auch ein „eingeschränkter Regelbetrieb“ in den Kitas – für alle Kinder (die „Systemrelevanz“ der Eltern spielt keine Rolle mehr).
Ihren tierischen Sinn für Bildungsgerechtigkeit stellte gestern Franziska Giffey unter Beweis – in der ARD deklamierte die Berliner Spitzenkandidatin der SPD: „Es kann nicht sein, dass Hunde früher in die Schule gehen als Kinder und Jugendliche.“ Wuff! Steht eigentlich schon fest, wann Hunde geimpft werden? Und was ist mit den Bäumen? In Brandenburg haben sogar die Baumschulen schon wieder auf! Na ja, immerhin ist so sichergestellt, dass alle, die wollen oder nicht anders können, ein Brett vorm Kopf haben.
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Die Großstädte stehen vor vielfältigen Problemen: explodierende Mieten, Flächenverbrauch, wachsender Hitzestress, Zunahme des motorisierten Individualverkehrs, Krise des innerstädtischen Einzelhandels u.v.m. Wie kann die lebenswerte Stadt der Zukunft aussehen? Was sind Ihre Ideen? Diskutieren Sie mit: STÄDTE NEU ZU DENKEN. Digitale Konferenz der grünen Bundestagsfraktion am 19.03.
Nach dem Lockdown-Hilferuf von Schülerinnen und Schülern (CP von gestern) heute mal das Gegenteil davon – gestern Abend erreichte uns ein Lockerungs-Hilferuf von Michael Gromotka, Lehrer an einem grundständigen Gymnasium (Auszug):
„Ich bin wirklich zutiefst empört und in Sorge. Wechselunterricht bedeutet eine Halbierung des Unterrichts für die Schüler, die bisher in Distanz voll unterrichtet wurden. Wechselunterricht für einige Schüler bedeutet (noch) weniger Unterricht für alle Schüler der Klassen, die weiter in Distanz bleiben. Die Kann-Option führt zu Chaos: Die Lernniveaus werden sich weit auseinanderentwickeln. Kein Lehrer kann gleichzeitig drei Typen Schüler in einer Klasse gleichwertig unterrichten (die in Präsenz, die in Wechseldistanz und die in dauerhafter Wunschdistanz). Und: Wir reden hier von einer Lebensgefahr vulnerabler Personen (neben Lehrerinnen u.a. auch Sekretariate und Hausmeister), die gegen das Bildungsrecht der Kinder abgewogen werden muss. Es besteht keine Impfperspektive für Lehrer über Klasse 3. Das finde ich wirklich empörend.“
Im zehnseitigen Beschlussentwurf für die heutige Bund-Länder-Konferenz im Kanzleramt spielt die Schule übrigens keine Rolle – aber das Papier kommt ohnehin anders wieder raus aus der Runde, als es reingekommen ist. Die Mahnerin Merkel wird sich nicht durchsetzen können – zu viele Länderchefs wollen die dritte Welle surfen, nicht unter ihr wegtauchen. Sidney Gennies schreibt dazu heute im Tagesspiegel:
„Alle Instrumente, den Krisenzustand zu beenden, liegen auf dem Tisch: Impfen, Testen, digitale Kontaktverfolgung. Der Gipfel muss eine Wende einleiten. Weg von der Frage, mit welchen Tricks ein zumutbares Leben trotz der Gefahr des Virus ermöglicht werden kann, hin zu der Frage, wie die Gefahr effektiv und schnell beseitigt werden kann. Also zu der Frage, warum in Deutschland nicht Tag und Nacht bis zum letzten Tropfen geimpft wird. Wie jeder Arzt, jede Ärztin, jeder Bundeswehrsanitäter und jede Medizinstudentin, die eine Spritze oder ein Teststäbchen halten können, mobilisiert werden. Wie die Impfzentren mit Software ausgestattet werden, die sie bei der Terminvergabe nicht wahnsinnig macht. Dass die Corona-Pandemie vor einem Jahr ins Land kam, war höhere Gewalt. Wenn die Pandemie uns nun weiter beherrscht, ist es Staatsversagen.“

Kaum hatte die SPD-Spitze „Respekt“ zum Leitmotto ihres Wahlkampfs gemacht, zeigen prominente Sozialdemokraten, dass sie diesen nicht mal füreinander haben. Saskia Esken und Kevin Kühnert bekundeten in der Einladung zu einer parteiinternen Diskussion, „beschämt“ zu sein über Äußerungen älterer Mitglieder im Umgang mit Minderheiten, Ex-Parlamentspräsident Wolfgang Thierse (Beitrag in der „FAZ“ zur Identitätspolitik) und Ex-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan (Moderation eines Queer-Forums) fühlten sich angesprochen – und reagierten: Thierse bat Esken in einem Schreiben darum, ihm öffentlich mitzuteilen, ob seine Mitgliedschaft noch „erwünscht“ sei, Schwan beklagte sich in der „SZ“, dass Identitätsdiskurse „immer beleidigender“ geführt würden.
Am Abend meldete sich gestern dann der frühere SPD-Volkskammer-Fraktionsvorsitzende und Ex-MdB Richard Schröder beim Tagesspiegel und gab bekannt: „Ich teile die Argumente Wolfgang Thierses vollständig und bin darüber empört, dass die Vorsitzende der SPD Saskia Esken und der stellvertretende Vorsitzende Kevin Kühnert sich von diesen Auffassungen distanzieren und gar erklären, sich für sie zu schämen.“
Tja, wie es aussieht, könnte Netflix Interesse an diesem Wahlkampf haben.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Die Flughafenfinanzen stehen heute im Verkehrsausschuss des Bundestags auf der Tagesordnung – in einem Schreiben von Staatssekretär Steffen Bilger an den Vorsitzenden Cem Özdemir heißt es: „Für die Bundesregierung ist maßgeblich, dass eine wirtschaftliche Lösung (…) gefunden wird“. Mit anderen Worten: Auspuffminister Andy Scheuer wird das (Nicht-)Fliegen vom BER so langsam zu teuer (jedenfalls von Berlin aus).
Wir unterbrechen unser Programm für eine aktuelle Durchsage der S-Bahn: „Die Abfahrt der Züge auf der neuen City-Linie 21 zwischen Hauptbahnhof und Gesundbrunnen verzögert sich voraussichtlich um ein weiteres Jahr bis Ende 2022. Fahrgäste, die bereits seit 2017 an der Bahnsteigkante stehen, werden gebeten, zurückzutreten“ (im Gegensatz zu den Verantwortlichen). (Q: Morgenpost)
Als erste Stadt Deutschlands hat Berlin (eigentlich der Senat) beschlossen, Autos mit Verbrennungsmotor zu verbannen. Und ab wann gilt das das? „Nach meiner Kenntnis ist das… nicht sofort… mittelfristig!“ Lesen Sie in der kommenden Woche: Der Senat streitet darüber, ob sich „mittelfristig“ auf die Zeit vor oder nach dem Weltuntergang bezieht.
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Im Kurs „Mathe mit dem Checkpoint“ heute eine einfache Aufgabe: Wieviel macht in Berlin 3 (Koalitionsparteien) mal 60 (Minuten Diskussionszeit) durch 1 (Haus Rigaer Straße 94)? Richtig: Nullkommanull – der Senat konnte sich eine Woche vor der Brandschutzprüfung nicht darauf einigen, wer wie viele Räume in dem teilbesetzten Haus kontrollieren kann, darf oder soll.
Wow… Der Klimasenat ist gerade mal vier Jahre im Amt – und schwupps: Schon hat er das Solargesetz beschlossen! Wie bereits im Koalitionsvertrag (S. 63) angekündigt: „zügig“ und „schnellstmöglich“.
Noch schneller war der Senat nur beim legendären Bauzaun auf der Stößenseebrücke (siehe Checkpoint von 2014 ff): Nach nur 12 Jahren (!) und damit kurz vor Erteilung der Denkmalschutzwürde ist das teuer gemietete Provisorium verschwunden – und taucht vermutlich demnächst restauriert im Historischen Museum wieder auf.
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Sie erinnern sich ans Behördenpingpong mit dem verletzten Graureiher? (Anruf bei der Polizei: „Wir sind nicht zuständig, rufen Sie die Feuerwehr an“, Anruf bei der Feuerwehr: „Wir sind nicht zuständig, rufen Sie die Polizei an“, Anruf beim Ordnungsamt: „Wir sind nicht zuständig, rufen Sie die Polizei oder die Feuerwehr an“ usw… CP v. 22.2.). Spaziergänger hatten das von Hunden attackierte, gesetzlich geschützte Tür (hier zu sehen) schließlich in eine Kiste gepackt und in die Tierklinik nach Düppel gebracht, nachdem auch Anrufe bei der Tierrettung (dauerbesetzt), beim Tierheim (Anrufbeantworter) und einem Tierarzt (behandlungsunwillig) nicht halfen.
Nun, die Sache ist noch ein bisschen irrer, wie unsere Kollegin Sandra Dassler vom zuständigen (!) Verbraucherministerium erfuhr: Den Spaziergängern hätte ihr Hilfseinsatz als Wilderei ausgelegt werden können (Jagdgesetz § 2, Abs. 4), weil sie sich nicht beim „Jagdausübungsberechtigten“ gemeldet hatten. Hm, und wie findet ein Reiherfinder für einen Reiher in Not den zuständigen „Jagdausübungsberechtigten“? Das Ministerium empfiehlt: „Die Polizei anrufen“ (siehe oben). Da beißt sich der Reiher vor Verzweiflung in den Schwanz.
Für unseren Graureiher vom Kleinmachnower See kam die Hilfe am Ende übrigens leider zu spät: „Das Tier war sehr geschwächt, bekam zwar eine Infusion, eine Antibiose und Schmerzmittel, überlebte die Nacht aber nicht,“ sagt Kerstin Müller, Oberärztin in der Tierklinik Düppel. (Weitere Hinweise zur Tierrettung und der Tierklink finden Sie hier).
So, dann mal zum Thema Sauberkeit in der Stadt – welche Senatsverwaltung ist wohl zuständig für das Thema Geldwäsche, das dem Senat ja immer sehr wichtig ist? Richtig: „Die für Wirtschaft zuständige Senatsverwaltung ist zuständige Aufsichtsbehörde nach dem Geldwäschegesetz“, verkündet die für Wirtschaft zuständige Senatsverwaltung auf ihrer Website. Und was weiß die für Wirtschaft zuständige Senatsverwaltung über Geldwäsche: Wieder richtig: nichts. Hier die schriftlichen Antworten von Staatssekretär Christian Rickerts auf 11 Fragen des Abgeordneten Tom Schreiber zu Verdachtsmeldungen:
Zu 1.: „Dem Senat liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.“ Zu 2. und 3.: „Dem Senat liegen die erbetenen Zahlen nicht vor.“ Zu 4.: „Es wird auf die Antwort zu den Fragen 2 und 3 verwiesen.“ Zu 5.: „Es wird auf die Antwort zu den Fragen 2 und 3 verwiesen.“ Zu 6.: „Der Senat verfügt über keine derartigen Angaben.“ Zu 7.: „Die Frage kann daher vom Senat nicht beantwortet werden.“ Zu 8.: „Es wird auf die Antwort zur Frage 7 verwiesen.“ Zu 9.: „Es wird auf die Antwort zu den Fragen 2 und 3 verwiesen.“ Zu 10.: „Es wird auf die Antwort zur Frage 7 verwiesen.“ Zu 11.: „Dem Senat liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.“
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Für die neue Podcast-Folge „Eine Runde Berlin“ hat Checkpoint-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp Melanie Baier getroffen, die als Intensivpflegerin auf einer Covid-Station der Charité arbeitet. Ein Gespräch über ihren Arbeitsalltag, die Unberechenbarkeit der Corona-verläufe und Resilienz. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Wenn der Zoo seine Gäste vor Löwen und Tigern genauso schlecht schützt wie vor Hackern, gibt’s im Raubtierhaus demnächst Feinschmeckerwochen. Und als würde der Direktor angesichts von heranstürmenden Nashörnern „Die tun nichts, die wollen nur spielen!“ rufen, erklärt ein Sprecher der Aktiengesellschaft nach dem Diebstahl tausender Namen, Passwörter, Telefonnummern, Mails und IP-Adressen von Kundinnen und Kunden, es bestehe keine „unmittelbare Gefahr“. Dass die Datenkäfigtür des Tierpark- und Zoopartners „Ticketcounter“, der alle Onlinekäufe von Eintrittskarten abwickelt (seit Corona obligatorisch), sperrangelweit offenstand, erfuhren die Betroffenen nur mittelbar per verdruckster Pressemitteilung – und auch das nur, weil Journalisten zu recherchieren begannen.
Antworten des Zoos auf konkrete Fragen? Fehlanzeige: „Bitte haben Sie Verständnis, dass unsere sämtlichen Kapazitäten derzeit in die Analyse der betroffenen Daten fließen (ein äußerst komplexer Prozess). Auf Hintergründe kommen wir gerne zu einem späteren Zeitpunkt zurück.“
Zitat
„Es ist ein Mädchen!“
Jubelmeldung aus dem Zoo (siehe oben) – nach 16 Jahren kam hier zum ersten Mal wieder ein kleiner Gorilla auf die Welt (hier zu sehen). Gesucht wird noch ein Name, kurz und knackig soll er sein. Wir schlagen natürlich „Checkie“ vor. Wenn Ihnen etwas anderes einfällt: Vorschläge können noch bis zum 8. März beim Zoo auf allen Kanälen eingereicht werden.
Tweet des Tages
Elternabend. Kamera aus. Bier auf. Ihr kennt das.
Stadtleben
To go – Gewiss kein Geheimtipp, dafür stets für neue Überraschungen gut: Auf Bestellung oder zur Abholung steht das Restaurant Otto den Prenzlberger Flaneuren und Feinschmeckern mit handgemachten Köstlichkeiten zur Seite. Ob ein Szegediner Wildgulasch (18 Euro) aus dem Glas, das krosseste Hendl der Stadt to go oder einen Knacker (5 Euro) direkt auf die Hand – im Wechsel eines stabilen Vor-Ort-Sortiments und Tagesgerichten verwandelt Otto Zufallspassanten in Stammkunden. Beispielsweise wegen der Koji-Butter. Wir wiederholen, die Koji-Butter! Oderbergerstraße 56, Di-So 12-18 Uhr, U-Bhf Eberswalder Straße.
Trinken – Bei allem Wandel scheint eines verlässlich zu sein: Trends kommen wieder, egal, wieviele Dekaden dazwischen liegen. Wurden in den 70ern noch Kombucha-Pilz und Sauerteig-Ansatz zur Party mitgebracht, haben wir ganze 50 Jahre und eine Pandemie gebraucht, um diese Mode wiederzuentdecken. Ein wenig früher dran war Bouche, die Marzahner Kombucha-Brauerei. Wem es also selbst nicht gelingt – so schmeckt der fermentierte Tee im Premiumbereich. Wir verlosen ein 6er-Pack aller verfügbaren Geschmacksrichtungen und an alle Scoby-empfänglichen Generationen.
Anschauen – Nah an dem Kinderbuchklassiker von Carlo Collodi orientiert, doch zeitgemäß und ohne viel Zeigefinger hat die italienische Komponistin Lucia Ronchetti die Kinderoper „Pinocchios Abenteuer“ zu Jahresbeginn an der Staatsoper Unter den Linden aufgeführt. Bis Ende März ist die einstündige Kinderoper unter diesem Link abrufbar. Auch für Erwachsene zu empfehlen, denn, Hand aufs Herz – wer bekommt noch die ganze Geschichte der aufsässigen Holzpuppe und seinem Meister Geppetto zusammen, jenseits der wachsenden Lügennase?
Draußen – Es hat sich für einen Moment so angefühlt, aber seien wir ehrlich: ganz vorbei ist der Winter noch nicht. Weshalb also nicht den voraussichtlich wärmsten Tag der Woche nutzen für einen Frühlingsspaziergang? Die Kollegen von Mit Vergnügen haben 11 Routen zusammengestellt, die mit wirklich jedem Fitness-Grad machbar sind. Absoluter Favorit: der Marsch durch Marzahn und die umliegenden Matsch- und Moorlandschaften. Wem die Stadt bislang noch nicht ausreichend konstrastreich war – bitteschön. Die passende Lektüre dazu: „Marzahn mon amour“.
Grübelstoff – Wenn Sie sich heute Ihr Lieblingsessen aus Kindertagen wünschen dürften, was wäre das? Und wer kann es wohl annähernd so gut zubereiten wie von zuhause gewohnt?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Susanne Saygin und die Ornithologie.
„Falkenbeobachten auf dem Tempelhofer Feld. Die Falken haben sich offensichtlich an die Besuchermassen auf dem Feld gewöhnt und beobachten uns noch gelassener als vor der Pandemie.“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – S-Bhf Altglienicke: Auf dem Parklatz startet gegen 18 Uhr ein Fahrzeugkorso. Die Route führt über Paradiesstraße, Buntzelstraße, Grünbergallee, Am Seegraben (B96a/BB), Waltersdorfer Chaussee, Neuköllner Straße, Fritz-Erler-Allee, Johannisthaler Chaussee, Buckower Damm und Britzer Damm zur Mohriner Allee in Höhe Parkplatz Britzer Garten, weshalb dort bis ca. 22 Uhr mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen ist.
Bismarckstraße (Charlottenburg): Bis Mitte März zwischen Wilmersdorfer Straße und Kaiser-Friedrich-Straße auf zwei Fahrstreifen verengt.
Am Juliusturm (Haselhorst - Siemensstadt): Wegen einer Demonstration auf Höhe des BMW-Motorradwerks ist zwischen 8.30 und 10.30 Uhr im Bereich Nonnendammallee/ Kreuzung Paul-Stern-Straße mit Sperrungen und größeren Verkehrsstörungen zu rechnen.
Müllerstraße (Wedding): Aufgrund von Fahrbahnarbeiten ist bis Donnerstag in Richtung Chausseestraße auf Höhe Ostender Straße nur ein Fahrstreifen frei.
Osloer Straße (Wedding): Ab dem Morgen steht in Richtung Bornholmer Straße bis Donnerstag vor der Travemünder Straße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Demonstration – Zwischen 8.30 und 10.30 Uhr findet mit 300 Teilnehmenden der „Warnstreik im Rahmen der Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie“ Am Juliusturm in Spandau statt. Im Zuge dessen ist die Aktion „Menschenkette“ mit 380 angemeldeten Personen in der Nollendammallee geplant (s. Verkehr). Die „Antikriegsmahnwache“ findet bis Ende März täglich von 15 bis 15.30 Uhr am Pariser Platz gegenüber der Amerikanischen Botschaft mit 10 angemeldeten Personen statt. Mit dem Motto „Verkehrswende jetzt! Für eine neue Verkehrspolitik, die sich an den Pariser Klimazielen orientiert. Keine weiteren neuen Autobahnprojekte. Stopp des Ausbaus der A49 im Dannenröder Forst“ versammeln sich um die 30 Teilnehmenden von 16 bis 18.30 Uhr in der Zimmerstraße 54. „Our Europe – Stop Migration Pact“ fordern 12 Personen von 17 bis 18 Uhr am Platz des 18. März. Zum wiederholten Male versammeln sich etwa 150 Demonstrierende und 100 Fahrzeuge zwischen 18 und 22 Uhr zur „Kritik an den Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz. Wir stehen auf gegen die Arroganz und Ignoranz unserer Regierung gegenüber den Menschen des Landes und der ganzen Welt. Wir dulden keinen Faschismus und Antisemitismus, keinen Links- und Rechtsextremismus und jede Form von Gewalt“. Der Aufzug startet am S-Bhf Alt-Glienicke und endet am Britzer Garten (s. Verkehr).
Gericht – Im Prozess gegen den Berliner Rapper Fler soll das Urteil verkündet werden. Dem 38-Jährigen werden u.a. Beleidigung, Fahren ohne Führerschein, versuchte Nötigung und verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen zur Last gelegt. Auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und zehn Monaten hat die Staatsanwältin plädiert, auf Bewährung der Verteidiger (11 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 105).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Dieter Appelt (86), Fotograf / Rüdiger „Ritchie“ Barton (67), Keyboarder der Band Silly / „Frau Hella Büchner – begeisterte Tagesspiegelleserin – gratulieren Gundi und Ernst Karbe sehr herzlich zum 100. Geburtstag. Leider können wir nicht dabei sein, jedoch die nächsten Geburtstage feiern wir dich GROSS bleib behütet.“ / „Dem amüsanten Schwimm-Wander-Freund Roland Dietrich zum 66. herzlichste Glück- und Erfolgswünsche von Angelika.“ / Dr. Volkmar Feldt, „herzlichen Glückwunsch lieber Volki – auf dass wir schöne Golfrunden drehen. Klaus Niebisch“ / Manfred Flügge (75), Schriftsteller / „Am 3.3.58 wurde Jörg Gallut geboren und darüber freut sich Nathalie sehr...“ / Jutta Hoffmann (80), Schauspielerin / Christiane Molan, „lebensfrohe, junggebliebene (Lebens-) Künstlerin und beste Freundin von Welt!“ / Peter von der Osten-Sacken (81), „langjähriger Leiter des Instituts Kirche und Judentum an der HU, Träger von Buber-Rosenzweig-Medaille und Moses-Mendelssohn-Preis. Auch in diesem Jahr herzliche Glückwünsche aus dem Norden Berlins!“ / Stephan Standfuß (49), stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU im AGH / Thomas Strube, „Dem weltbesten Linksaußen F.C. Kellerkicker und Freund alles Liebe zum Geburtstag...take care!!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Dr. med. Martin Dißmann, * 5. September 1960, Kardiologe / Elina Popova, * 1. November 1946 / Stavros Stavrou, * 14. September 1945 / Dr. med. Hans-Henner Vieweg, * 22. Mai 1926, Facharzt für Chirurgie, Tropen- und Arbeitsmedizin / Julian Wirsching, * 12. März 1976
Stolperstein – Die gebürtige Zehlendorferin Marie Burchardt (geb. Haase, Jg. 1889) lebte als ältestes von elf Geschwistern und Mutter von vier Kindern in Kreuzberg, wo sie eine Milchhandlung betrieb. In einem „Programm zur Auslöschung unwerten Lebens“, auch als „Euthanasie“ bezeichnet, wurde sie heute vor 77 Jahren in Meseritz-Obrawalde ermordet. In Erinnerung an sie liegt in der Kreuzbergstraße 25 ein Stolperstein.
Encore
Zum Schluss noch was Süßes – der Kreuzberger CDU-Verordnete Timur Husein wollte von Stadträtin Clara Herrmann wissen: „Wie viele Tafeln Bezirksschokolade will der Bezirk 2021 im ausgewählten Einzelhandel verkaufen?“ Hm, Bezirksschokolade? Ach so! Es geht um die Fair-Trade-Tafeln, die in Berlin mit Ortssignet in den Handel kommen, unverbindliche Preisempfehlung: 2,49 Euro. Aber leider, leider können wir die öffentlichen Haushaltskassen nicht vollfuttern: „Das Bezirksamt selbst verkauft keine Schokoladen“, antwortet Herrmann. Schade, und wieder eine schöne Geschäftsidee verpasst – Kreuzberg kommt einfach nicht an im Kapitalismus.
Und das war’s – noch immer nicht. Wenn Sie heute Mittag mit uns über diese oder andere Themen aus dem Checkpoint diskutieren mögen: Wir starten um 12 Uhr bei „Clubhouse“ unsere erste öffentliche Checkpoint-Redaktionskonferenz. Vielleicht hören wir uns da ja gleich – ich würde mich freuen!
Mitgecheckt haben heute Sophie Rosenfeld, Teresa Roelcke, Kathrin Maurer, Cristina Marina und Juliane Reichert, morgen früh begrüßt Sie hier fröhlich Robert Ide. Bis dahin,