wörtliche Übernahmen fremder Texte (34 Stellen), Quellen nicht eindeutig zugeordnet (35), unsaubere Arbeit anderer Art (40): Das ist der Befund der Freien Universität Berlin zur Doktorarbeit von Franziska Giffey. Der Doktorgrad wurde der Berliner SPD-Spitzenkandidatin am Donnerstag entzogen. Die FU sieht eine „Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung“ mit „mindestens bedingtem Vorsatz“. Plagiate würden die Arbeit „prägen“. Regierende Bürgermeisterin möchte Giffey weiterhin werden. Ist ein Plagiat, der „Diebstahl geistigen Eigentums“ (Duden), vereinbar mit einer Kandidatin, die für Recht, Ordnung und Aufrichtigkeit stehen will? Lassen wir Giffeys Co-Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh sprechen: „Nur die Berlinerinnen und Berliner werden entscheiden, wem sie das Rote Rathaus zutrauen.“
Vor allem für Doktorand:innen, die sich jahrelang abmühen und den Wissenschaftsstandort Berlin zu dem machen, was er ist, dürfte es ein Schlag ins Gesicht sein, dass Giffey an der Kandidatur festhält. Adrian Grasse, forschungspolitischer Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, sprach vom „größten Skandal in der deutschen Wissenschaft“, die FU habe zunächst eine „Verschleierung der Vorgänge“ betrieben. Andere wenden sich gegen Giffey: Sie wolle „ihren Fehler kleinreden und herunterspielen“ statt „sich ernsthaft zu entschuldigen“, sagte Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr. Giffey ließ wissen, sie bedauere die Fehler – betonte aber zugleich, die Plagiate seien nicht beabsichtigt gewesen. Sie habe ihre Arbeit „nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.“ Es fällt schwer, zu glauben, dass 69 „eindeutige Verstöße gegen die Gute Wissenschaftliche Praxis“ (FU-Gutachten) aus Versehen passieren. Kollege Tilmann Warnecke kommentiert: „Franziska Giffey hat bestätigt bekommen, dass sie täuschte.“
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200.000 Termine Rückstau, Monate im Voraus ausgebuchte Slots – die Rede ist, sie ahnen es, von den Berliner Bürgerämtern. Mittlerweile brodelt es zwischen Bezirken und Senat. Am Mittwoch schlug Innensenator Andreas Geisel (SPD) vor, die Bürgerämter einfach zu zentralisieren. Die Bezirke keilten zurück: Die Ämter bräuchten mehr Geld und Personal, sagte das BA Mitte dem Checkpoint. „Aktionismus“, sagte Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke). Dann, am Donnerstagnachmittag, waren plötzlich wieder einige Termine im Juni, Juli und August verfügbar (bevor sie gegen 18 Uhr wieder ausgebucht waren). Zwei der Bezirke – Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg – haben wir gefragt, wo sie die Termine aufgetrieben haben. Erfolglos – war ja auch schon 17 Uhr…
Ein Wunder? Zufall? Oder Folge eines Schreibens der Senatsverwaltung an die Bezirke? Darin steht nämlich, die „aktuelle Situation der Aufgabenwahrnehmung“ werde zur „Belastungsprobe für das Land Berlin und die Bezirke“. Säuerlich heißt es, man erwarte von allen Bezirken, „die bereits 2019 vereinbarten Maßnahmen“ umzusetzen (z. B. die Beratungszeit von 12 auf 10 Minuten zu reduzieren, befristetes Personal einzustellen). Und eine ganze Reihe weitere Dinge, zum Beispiel: Fortan keine Schulungen mehr, Bürgeramts-Mitarbeiter sollen nicht als Wahlhelfer eingeteilt werden. Vor allem aber: die Öffnungszeiten der Bürgerämter „deutlich“ auszuweiten und „auch personalrechtliche Möglichkeiten wie die Anordnung von Überstunden bzw. Mehrarbeit oder eine Urlaubssperre“ in Betracht zu ziehen.
Nächste Woche soll es dann einen von Geisel einberufenen Krisengipfel zwischen Bezirken und Senat geben (Q: Berliner Morgenpost). Bis dahin ist genug Zeit, mit dem Finger aufeinander zu zeigen. Bis das Pingpong zwischen Senat und Bezirken in die nächste Runde geht, suchen wir Ihre schönsten Frustgeschichten mit den Berliner Bürgerämtern. Amtskummerkasten: checkpoint@tagesspiegel.de.
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Seit Donnerstag können Geimpfte ihre Immunität digital nachweisen, die App „Covpass“ ermöglicht das. Aber wie kommt der Nachweis in die App? Wer künftig geimpft wird, soll einen QR-Code in die Hand gedrückt bekommen, zumindest in Impfzentren. Wer schon zweitgeimpft ist, muss entweder Geduld haben (Impfzentren wollen ihren Impflingen in den kommenden Wochen Nachweise per Post schicken) oder ab kommender Woche eine Apotheke aufsuchen (teilnehmende Apotheken ab Montag hier). Die sind übrigens mäßig vorbereitet, wie telefonische Stichproben ergeben. Manche fürchten sich vor dem Ansturm. Andere wissen noch nicht, wie abgerechnet wird. Die Mitarbeiterin einer Apotheke in Prenzlauer Berg: „Da bin ich überfragt. Aber geht ja auch erst Montag los.“ Stimmt. 18 Euro erhalten die Apotheken pro ausgestelltem Code (von der Regierung, nicht von den Kunden). Bleibt zu hoffen, dass sie spezifischer abgerechnet werden müssen als die Schnelltests…
Ein neuer Abrechnungsskandal käme nämlich ungelegen – sind doch die Ämter noch damit beschäftigt, den letzten auszubaden: Am Donnerstag wurden zwischen zehn und 15 der 202 Charlottenburg-Wilmersdorfer Teststellen kontrolliert. Nur waren an einigen der Adressen gar keine Teststellen mehr zu finden. Ordnungsstadtrat Arne Herz (CDU) sagte, man solle überlegen, ob man überhaupt weiterhin kontrollieren sollte, weil ja immer mehr der Teststellen schließen würden (Kollegin Sabine Beikler berichtet). Klappt ja prima mit den Kontrollen. Weniger als zehn der 1600 seien bisher wegen Verstößen geschlossen worden, sagte Moritz Quiske, Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung. Alle Bürger:innen können übrigens Beschwerden über Teststellen an testtogo-beschwerde@sengpg.berlin.de mailen.
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Bündnis 90/Die Grünen diskutieren unter dem Motto „Alles ist drin“ die Zukunft des Landes. Deutschlands Zahnärztinnen und Zahnärzte befürworten Prävention first und wissen, dass Umweltschutz in der Praxis beginnt. Entscheidend ist eine gute Versorgung in Stadt und Land. So geht Nachhaltigkeit, so geht #GesundAbMund. Mit Ihren Zahnärzten.
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Flughäfen zu Tanzflächen! Zumindest einen (der stillgelegt ist): Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aufgefordert, den Vorplatz des Tempelhofer Feldes für legale Partys zu vermieten – zu bezahlbaren Preisen. „Geben Sie das Feld frei!“, formuliert es Hikel in einem Schreiben, das er am Donnerstag Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel schickte und das dem Checkpoint vorliegt. Hikel schreibt mit Blick auf illegale Partys, vor allem auf den Dauerdancefloor Hasenheide, er sei „nicht mehr bereit, diesen Zustand länger hinzunehmen“.
Hikel schreibt, die Partys seien eine Belastung für die Neuköllner (zertretener Rasen, Müll, Urin) und die Bezirksmitarbeiter, die eine „frustrierende Sisyphosarbeit“ leisten. Dass Hikel Sisyphus, die Figur aus der griechischen Mythologie, mit „o“ schreibt, muss als chiffrierte Solidaritätsbekundung mit dem Sisyphos, einem Club in Rummelsburg, gelesen werden. Sowieso: Das Flugfeld eigne sich doch „sehr gut“ für „pandemiekonforme Feiern ohne Lärmbelästigung für Anwohnende“, schreibt Hikel, und bemängelt, die Tempelhof Projekt GmbH habe bisher viel zu hohe Mieten von Veranstaltern gefordert („Summen von mehreren zehntausend Euro pro Monat“). Und bittet den Senat, dem das Gelände gehört, um Hilfe. Der Clubcommission gefällt das.
Passend zu der Forderung, das Partyvolk behutsam aus der Hasenheide zu locken, liest sich der am Donnerstag vorgelegte Bericht des Neuköllner Straßen- und Grünflächenamts wie ein Hilferuf: „In 2020 musste neben den Schäden durch die Übernutzung der Grünanlagen rund doppelt so viel Müll aus Pflegeflächen entsorgt werden“, heißt es darin. Der Bezirk beklagt nicht allein die „Müllinkontinenz“ der Leute („Fallenlassen des coffee-to-go-bechers, der McDonald-, Burger-, Pizza- usw. -Verpackungen, von Papier, Kunststoff- und Essensresten, von dem Kronkorken, der Zigarettenkippe oder dem Kaugummi gar nicht zu reden“), sondern auch, dass Müll per Lkw abgeladen werde. Homeoffice sei für die Mitarbeiter kaum möglich, denn: „Müll sammelt sich nicht selber ein.“ Ach so…
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Das Warten hat ein Ende! Heute um 12 Uhr startet der Vorverkauf in der BAR JEDER VERNUNFT und im TIPI AM KANZLERAMT. Freuen Sie sich auf unsere neue Eigenproduktion OH WHAT A NIGHT! mit den größten Hits von Frankie Valli. Zu sehen in der BAR JEDER VERNUNFT vom 08.07. – 15.08.
Im TIPI AM KANZLERAMT präsentiert Ass-Dur in ihrer Musik-Comedy QUINT-ESSENZ vom 08. – 11.07. Komik vom Feinsten.
In gewöhnungsbedürftigem Ambiente (Waldorf-Look trifft auf 70s-Style und verirrt sich betrunken auf den Mauerpark-Flohmarkt) hat die Grünen-Fraktion ihren 40. Geburtstag gefeiert – und per Video Gäste zugeschaltet. Linken-Fraktionschefs Anne Helm und Carsten Schatz gratulierten der „großen Schwester“. Dass sie vor einem Plakat mit der Aufschrift „Alle wollen regieren. Wir wollen verändern“ standen? Sei’s drum. Wenig später verwechselte Grünen-Co-Fraktionschefin Silke Gebel Anne Helm mit der ehemaligen Grünen-Senatorin Anne Klein. Auch die SPD brachte einen Wink mit dem Zaunpfahl, äh, Geschenk mit: zwei rote Bauhelme. „Mit der Bitte, dass ihr Baupolitik zu eurer Herzenspolitik macht“, sagte Raed Saleh.
Im Gespräch mit Bürgermeisterkandidatin Bettina Jarasch lockerte Ferda Ataman (Journalistin, Neue Deutsche Medienmacher:innen) die Kuschelpartie auf und kritisierte mangelnde Diversität bei den Berliner Grünen: „Wo ist die Berliner Aminata Touré, die ihr jetzt groß macht?“ Und Quang Paasch von Fridays for Future sagte über die junge Generation: „Wir wollen keinen Respekt, wir wollen keinen Diskurs, wir wollen Handlung.“ Und zu den Grünen: „Macht endlich mal etwas.“ Die Grünen müssten „noch viel lernen“, sagte Jarasch.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Je sommerlicher der Sommer, desto mehr Berliner:innen suchen Abkühlung. Dieses Jahr gar nicht so einfach: Am Montag erließ das Lageso ein „ausdrückliches Badeverbot für den Tegeler See“ (Blaualgen). Es könnte bald wieder aufgehoben werden, berichten die Kolleg:innen.
Schlechter steht es um die „Plötze“ in Wedding. Am Südostufer des stark frequentierten Plötzensees – schon lange umzäunt, dennoch beliebter Abkühlungsort – werden gerade Zäune auf 1,40 Meter erhöht und Sträucher gepflanzt, um ungebetene Badegäste fernzuhalten. „Perspektivisch“ soll der ganze Zaun erneuert und erhöht werden, teilte das Bezirksamt auf Checkpoint-Anfrage mit. Legale Alternative: Strandbad Plötzensee (7 Euro Eintritt). Das Ordnungsamt soll „bei entsprechender Witterung (Badewetter)“ kontrollieren, so das Bezirksamt. Der Checkpoint wittert Ordnungsbußen – und empfiehlt bei entsprechender Witterung (Badewetter) ersatzweise Ausflüge nach Brandenburg. Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nach Tagesspiegel-Berechnungen übrigens bei 11 (in Berlin 22) – die Uckermark hat mit 0,8 sogar die bundesweit niedrigste Inzidenz.
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Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2021
Flower Power virtuell
Die Musikfestspiele tragen die Essenz der „Flower Power“-Saison in den virtuellen Raum, Open Air an den Potsdamer Winzerberg – sowie live ins Konzert. Pflücken Sie sich vom 11.-27. Juni Ihr Programm aus Opernstream, Zoom-Konzerten und Interviews. Mit Dorothee Oberlinger, Dmitry Sinkovsky, Lina Tur Bonet, Capella de la Torre und der Akademie für Alte Musik.
www.musikfestspiele-potsdam.de
Trotz bester Witterung (Badewetter) hat Checkpointer Robert Ide auch heute eine Berlinale-Kolumne gedichtet – diesmal über den Film „Das Mädchen und die Spinne“ sowie die Vorzüge einer Corona-Berlinale ohne Wollmütze, dafür unter freiem Himmel. Letzteres sorgt auch für Verwirrung: Kirchturmuhr oder Kinogong? Die Antwort finden Sie auf tagesspiegel.de.
Weniger erfreulich sind die Vorgänge rund um das Avocado-in-zehn-Minuten-Startup „Gorillas“: Die Mitarbeiter:innen des Lieferdienstes streiken weiterhin für bessere Arbeitsbedingungen, nachdem ein Kollege plötzlich entlassen wurde. Am Donnerstag blockierten sie ein Lagerhaus in Prenzlauer Berg. Christoph Kluge berichtet.
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Um 1570 schuf der Maler Sebastiano Filippi – genannt Bastianino – das Gemälde „Das Lebende Kreuz“ für die Klosterkirche Santa Caterina Martire im italienischen Ferrara. Erstmals nach über 100 Jahren ist das jetzt umfassend restaurierte Altarbild im Rahmen einer fokussierten Sonderausstellung in der Berliner Gemäldegalerie wieder zu sehen. MEHR
Linke Wohnprojekte 1: Der „Köpi“-Wagenplatz (nicht die Köpi, aber direkt daneben) in Kreuzberg muss geräumt werden. Das hat das Berliner Landgericht am Donnerstag entschieden. „Wir müssen jetzt offensiver werden“, sagte eine Wagenplatz-Sprecherin – man plane Proteste, berichtet meine Kollegin Madlen Haarbach.
Linke Wohnprojekte 2: Die Bewohner:innen des teilbesetzten Hausprojekts „Rigaer 94“ wollen per Klage einen Polizeieinsatz in ihrem Haus verhindern, wie Kollege Alexander Fröhlich erfuhr: Sie klagen gegen die Duldungsanordnung des Bezirksamts. Der Eigentümer will den Brandschutz prüfen, um den ein jahrelanger Konflikt schwelt.
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Endlich wieder gemeinsam skaten. Aber sicher!
Für den 22. August 2021 ist der GENERALI BERLINER HALBMARATHON Inlineskating terminiert. Tausende Skater werden die City in ein Sportlerfest auf Rollen verwandeln. Der Rundkurs gleicht einer Sightseeing-Tour mit Finish am Brandenburger Tor.
Zur Anmeldung geht’s hier: www.skating-generali-berliner-halbmarathon.de
Wenn Geschichte selbst Geschichte wird: die Stasi-Unterlagenbehörde wird abgewickelt, die Akten wandern ins Bundesarchiv. Die langjährige Bundesbeauftragte für die Unterlagen Marianne Birthler hat die Abwicklung der Behörde und die Amtsführung ihres Nachfolgers Roland Jahn im Interview mit Robert Ide (T+) heftig kritisiert. „Das Archiv der Stasi-Unterlagen ist so groß, dass man es selbstständig hätte erhalten können“, sagte die frühere DDR-Bürgerrechtlerin. Und: „Das mangelnde Interesse von Roland Jahn an Bildung und Forschung war schon auffällig.“
Wer bremst in Deutschland eigentlich ziemlich erfolgreich beim Klimaschutz – und warum? Die Autorin Annika Joeres berichtet in der neuen Folge des Tagesspiegel-Klimapodcasts „Der Gradmesser“ über Motive und Tricks der „Klimaschmutzlobby“. Und sie zeigt, warum deren häufigste Argumente in die Irre führen.
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Apropos Klima: Die „Klimaliste Berlin“ wurde als Partei anerkannt. Die Partei, die „Berlin bis 2030 auf sozial gerechte Weise klimapositiv“ machen will, tritt also zu den Wahlen auf Landes- und Bezirksebene an.
Zitat
„Wir hätten uns nie vorstellen können, in Belarus mit einer solchen Hölle konfrontiert zu sein.“
Swetlana Tichanowskaja, belarussische Oppositionsführerin, wirbt gerade in Berlin für mehr Unterstützung der Demokratiebewegung (Text hier).
Tweet des Tages
Stell dir vor, du bist Mauersegler: 10 Monate lang berührst du praktisch keinen Boden, frisst im Flug, schläfst im Flug, fliegst im Herbst tausende Kilometer ins südliche Afrika, fliegst im Frühling zurück, nur um jetzt im Dach des hiesigen Seniorenheims zu brüten.
Stadtleben
Konsumieren – Sommer! Das ruft danach, draußen zu sitzen und sich mit einer duftigen, im Teig luftigen und dennoch knusprigen Pizza nach Italien zu träumen. In unbekannte Gegenden kann man sich auch entführen lassen, wenn die Pizza mit Safransoße bestrichen ist oder mit Muskatnuss und Kräuterseitlingen. Zu finden und konsumieren sind diese Kreationen bei Sironi in der Goltzstraße 36 in Schöneberg, Mo und Mi-Fr 17-23 Uhr, Sa und So 12-23 Uhr.
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Aufklären – Investigativer Journalismus, davon haben Sie bestimmt schon mal gehört. Aber investigative Ästhetik? Was bitte soll das sein? Das Haus der Kulturen der Welt hat da einen Plan und gleichzeitig eine Ausstellung dazu: „Investigative Commons“ heißt sie und führt bis zum 8. August vor, wie gemeinschaftliche Wahrheitsfindung stattfinden kann, wenn Investigativreporter*innen, Whistleblower*innen, Aktivist*innen, Rechtsanwält*innen und Künstler*innen zusammenarbeiten. Das kann erhellend werden. Und um Sie nicht ganz im Dunkeln zu lassen, was mit solcher Wahrheitsfindung gemeint ist, stellen wir uns kurz ein Internetcafé vor und gehen der Frage nach, ob man den Toten, der hinter dem Tresen liegt, beim Rausgehen übersehen kann, wenn man den Schuss nicht gehört hat. Täglich 12 bis 20 Uhr, Eintritt frei (Registrierung an der Kasse erforderlich), John-Foster-Dulles-Allee 10.
Hören – Was viele davon abhält, in die Oper zu gehen: Diese Kompositionen dauern ja immer so lange. Die sich abflachende Pandemie ist daher genau der richtige Moment, um sich an das Genre heranzuwagen: Den „Don Carlos“ von Giuseppe Verdi in seiner ganzen vierstündigen Pracht aufzuführen, ist aerosoltechnisch einfach keine gute Idee. Darum präsentiert die Deutsche Oper eine hundertminütige Version, während der es sich auch passabel unter der verpflichtenden Maske aushalten lässt. Heute um 19.30 Uhr und am Sonntag um 16 Uhr. Bismarckstraße 35, U Deutsche Oper
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Der Sommer kommt: Die Tagesspiegel Auktion bietet mehr als 200 Ideen für einen unvergesslichen Sommer. Ersteigern Sie einzigartige Reisen und exklusive Angebote verschiedenster Kategorien. Bieten Sie mit – schon ab 1 Euro. www.tagesspiegel.de/auktion
Inspiration – Passend zur Rückkehr ins Ausgehleben und dem Abschied von der Jogginghose bietet sich die Ausstellung „Dressed to thrill“ über Leben und Werke von Claudia Skoda an. Die Modeikone der Undergroundszene in den 70er und 80er Jahren brachte einst frischen Wind ins Modegeschäft. Mit Strickdesigns, außergewöhnlichen Modenschauen und ihrer ganz persönlichen Art, Musik zu verarbeiten, machte sie Künstler wie David Bowie und Iggy Pop auf sich aufmerksam. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Kleider, Entwürfe, Modefotografien, Filme und Songs von und mit der Selfmade-Women Claudia Skoda. Bis heute bleibt sie dem Massenmarkt fern und setzt auf Handarbeit bei ihren gewagten, aber auch femininen Designs. Die Ausstellung im Kulturforum ist noch bis 29. August zu besuchen, Tickets kosten 8/4 Euro.
Grübelstoff – Gibt's da noch mehr außer der Oper an diesem Wochenende, an das Sie sich nun heranwagen, da die Pandemie abebbt, und das vorher noch nie in Frage kam?
Berlin heute
Verkehr – A10 (Westlicher Berliner Ring): Ab 20 Uhr bis Samstag, 5 Uhr ist die Autobahn in beiden Richtungen zwischen den Anschlussstellen Potsdam-Nord und Phöben gesperrt.
Hellersdorf: Von 13-16 Uhr kommt es aufgrund eins Fahrzeugkorsos zu Verkehrseinschränkungen entlang der Wegstrecke Hellersdorfer Straße, Eisenacher Straße, Allee der Kosmonauten, Landsberger Allee, Danziger Straße, Am Friedrichshain, Alexanderstraße, Karl-Liebknecht-Straße, Unter den Linden, Französische Straße, Markgrafenstraße, Charlottenstraße, Dorotheenstraße, Tucholskystraße und Oranienburger Straße zum Hackeschen Markt.
Hellersdorf (2): Von 16-18 Uhr kommt es aufgrund einer Fahrraddemonstration zu Verkehrseinschränkungen entlang des Rundkurses Alice-Salomon-Platz, Hellersdorfer Straße, Altentreptower Straße, Blumberger Damm, Märkische Allee, Allee der Kosmonauten, Landsberger Allee, Zossener Straße und Stendaler Straße.
Marienfelde bis Tempelhof: Von 17-18 Uhr kommt es aufgrund einer Fahrraddemonstration zu Verkehrseinschränkungen und Sperrungen entlang der Wegstrecke Mariendorfer Damm, Alt-Mariendorf, Großbeerenstraße, Marienfelder Allee, Friedenfelser Straße, Friedenstraße, Mariendorfer Damm und Tempelhofer Damm.
Beusselbrücke (Moabit): Die Brücke wird stadteinwärts von ca. 17 bis 20 Uhr auf einen Fahrstreifen verengt.
Albrechtstraße (Steglitz): Von 16-18 Uhr kommt es aufgrund einer Kundgebung zu Verkehrseinschränkungen zwischen Berlinickestraße und Schützenstraße.
Tempelhof: Von 13-16 Uhr kommt es aufgrund einer Demonstration zu Verkehrseinschränkungen entlang der Wegstrecke Platz der Luftbrücke, Mehringdamm, Stresemannstraße, Potsdamer Straße, Klingelhöferstraße, Großer Stern, Paulstraße, Alt-Moabit, Reinhardtstraße, Luisenstraße und Invalidenstraße zum Invalidenpark.
Wittenau: Von 16-19 Uhr kommt es aufgrund einer Fahrraddemonstration zu Verkehrseinschränkungen entlang der Wegstrecke Oranienburger Straße, Kurt-Schumacher-Platz, Seidelstraße, BAB Auffahrt und zurück, Holzhauser Straße, Berliner Straße, Waidmannsluster Damm und Oraniendamm zur Oranienburger Straße.
S-Bahn: Ab 22 Uhr bis Montag, 1.30 Uhr, fahren keine Züge der S25 zwischen Tegel und Henningsdorf (es gibt SEV). Ab 22 Uhr bis Montag, 1.30 Uhr, fahren keine Züge der S46 zwischen Tempelhof und Westend, in den Nächten Fr/Sa und Sa/So kein Zugverkehr zwischen Südkreuz und Westend. Fahrgäste nutzen bitte zwischen Tempelhof und Westend die Züge der Linien S41 und S42.
Nahverkehr: Ab 20.15 Uhr bis Montag, ca. 6 Uhr, fallen die Züge der Linie RE7 zwischen Berlin-Wannsee und Berlin-Charlottenburg aus. Als Ersatz nutzen Sie bitte die S-Bahnen der Linie S7.
Demonstration – Von 13 bis 16 Uhr hat Fridays For Future einen Aufzug Zum Parteitag Bündnis 90/Die Grünen angemeldet, mit etwa 200 Teilnehmenden vom Platz der Luftbrücke zum Invalidenpark. „Wir wollen sicher Radfahren! Auch in Marienfelde“ teilt der ADFC von 17 Uhr bis 18.45 Uhr mit etwa 200 Personenauf der Strecke Mariendorfer Damm/Reißeckstr. bis Tempelhofer Damm 165 (Rathaus Tempelhof) mit. Sowohl Samstag als auch Sonntag hat Die Linke jeweils 200 Personen zu einem Aufzug zwischen 7 und 15 Uhr angemeldet, auf der Strecke Frankfurter Allee/Gürtelstraße bis Minsker Str. /Haltoner Str. unter dem Motto „Stoppt den Hass! Stoppt die AfD!“. Ebenfalls an beiden Tagen protestiert der VVN-BdA von 7.30 bis 22 Uhr in der Minsker Straße mit etwa 300 Personen. „Kein Raum und kein Acker der AfD!“ ist das Thema dieser Veranstaltung. Am Samstag fordert außerdem die Bürgerinitiative Aktion Berliner Allee von 11 Uhr bis 13.30 auf einem Rundkorso mit Start- und Endpunkt Antonplatz mit etwa 500 Teilnehmenden „Eine Allee für alle – alle für die Allee!“. GegenDie schleppende Umsetzung des Berliner Mobilitätsgesetzes in Lichtenberg fährt eine Fahrraddemonstration des ADFC mit etwa 200 Teilnehmenden von 11 bis 15 Uhr von der Falkenberger Chaussee/Zingster Str. zu Alt Friedrichsfelde 60. Unter dem Motto Space of Urgency ziehen etwa 1500 Personen von 14 bis 22 Uhr von der Alexanderstraße zur Ecke Puschkinallee/Am Flutgraben. Das Geradedenken Kollektiv ruft von 17 bis 21 Uhr zu einem „Geradedenken//Rave – Demo-Rave gegen Verschwörungsideologien und rechtsoffene Rave-Events“ auf, zu dem es 600 Personen auf dem Platz der Luftbrücke angemeldet hat. 700 Personen erwarten die Veranstalter zu einem Protest gegen Gentrifizierung und Verdrängung von Mietern und Mieterinnen im Reichenberger Kiez von 17.30 bis 22 Uhr auf der Reichenbergerstraße zwischen der Ratibor- und der Lausitzer Straße. Am Sonntag protestiert die Stolpersteininitiative Friedenau mit etwa 200 Personen „Gemeinsam gegen jeden Antisemitismus – Protest gegen Angriffe auf jüdische Menschen in Friedenau und anderswo.“ Der Protest findet statt von 12.30 bis 15.15 Uhr zwischen dem Dürerplatz und dem Breslauer Platz. Außerdem fordern etwa 1500 Personen zwischen 14 und 18 Uhr auf der Strecke zwischen dem Willy-Brandt-Haus an der Ecke Stresemannstraße/Wilhelmstraße und dem Bundeskanzleramt: „Gebt die Impfstoffpatente frei!“
Gericht – Der Prozess um den gewaltsamen Tod einer 93 Jahre alten Frau geht weiter. Ihrem Ehemann wird Mord vorgeworfen. Der 84-Jährige soll seine schlafende Frau mit einem Hammer und einem Messer umgebracht haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 701).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Pascal Andres (28), Kino-, Fernseh- und Theaterschauspieler / Marianne Burkert-Eulitz (49), für die Grünen im AGH / „Caro wird am 11.6. älter. Alles Gute und vor allem: bleibe gesund“ / Joy Denalane (48), Soulsängerin / Peter Eigen (83), Jurist und Gründer von Transparency International / Paul Kalkbrenner (44), Techno-Musiker / Anne Kasprik (58), Schauspielerin / Günther von Lojewski (86), Journalist, ehem. Intendant des Senders Freies Berlin (1989-1997) / Jutta Osterhof, „eine ,Wollheim-Versteheri', Glückwünsche von der ,Pirckheimer Gelsellschaft', der Merlin-Presse und dem Hauptstadtfotograf“ / Claudius Seidl (62), Publizist und Filmkritiker / „Liebe Kerstin zu deinem 51.Geburtstag gratulieren dir Mama, Papa und deine Familie aufs herzlichste.“
Sonnabend – „Liebste Geburtstagsgrüße aus Griechenland für Carmen, Deine Ini“ / Ronja Gillmeister (30), „Wie schön, dass es dich gibt!“ / Dr. Peter Lemburg (75), „herausragender Experte für Architekturgeschichte und Baudenkmalpflege und einer der besten Berlin-Auskenner“ / Hagen Stamm (61), Wasserballspieler und -trainer / „Unser Sohn Tom Sebastian Tews, der ja sonst immer den Muttertag vergessen hatte – dieses Jahr verblüffender Weise nicht – hat das zweite Mal Geburtstag im Viererreich. Wir gratulieren besonders herzlich und freuen uns auf den Besuch des Berliner Zweiges unserer Familie. Kurt & Marion Tews“ / Nora Tschirner (40), Schauspielerin / Ina Weisse (53), Schauspielerin und Regisseurin
Sonntag – Mo Asumang (58), Regisseurin und Moderatorin / Siegrun Klemmer (82), ehem. SPD-Politikerin / Luisa Liebtrau (30), Schauspielerin / Volker Ludwig (84), Schriftsteller, Bühnenautor und Theaterleiter / Angelika Mann (72), Sängerin und Schauspielerin / Gojko Mitić (81), Schauspieler / Hubertus Reger (73), „Eva wünscht dir einen wunderschönen Geburtstag! Wir beiden feiern nach!!!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Inge Bänsch, verstorben am 27. Mai 2021 / Lily Heiliger, * 22. Mai 1941, Gründerin des Vereins „Yehudi Menuhin Live Music Now“ / Konrad Sauter, * 5. Juli 1953, Vorstand der Szloma-Albam-Stiftung
Stolperstein – Lina Freilich (Jg. 1872) wurde im Alter von 69 Jahren aus der Gleditschstraße 80 in Schöneberg in das Sammellager Łódź/ Litzmannstadt deportiert. Dort wurde sie 7 Monate später, im Juni 1942, ermordet.
Encore
Mutmaßlich noch nicht auf Plagiate geprüft ist übrigens Giffeys Masterarbeit. Sie liegt in der Bibliothek der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR). Donnerstagnachmittag meldete das „Neue Deutschland“, die Masterarbeit sei schon länger „langfristig entliehen“, das habe man kürzlich von der HWR erfragt. Da wollten wir erfahren, wer eine Arbeit überhaupt so lange ausleihen dürfe. Eine HWR-Sprecherin antwortete dem Checkpoint, die Arbeit sei mittlerweile wieder da – und könne gern im Lesesaal eingesehen werden (zumindest von Angehörigen der Hochschule sowie von Journalist:innen, Corona-Auflagen). Wenige Minuten später meldete nd-Redakteur Nicolas Šustr: „Nach Erscheinen des Textes erreicht ein Anruf der #HWR die Redaktion: Die Arbeit ist nun im Lesesaal einsehbar“. Checkpoint wirkt!
Wirkungsvoll recherchiert hat heute Thomas Lippold, das Stadtleben einsehbar gemacht haben Teresa Roelcke und Sophie Windhorst. Kathrin Maurer hat produziert. Morgen lesen Sie hier von Lorenz Maroldt.
Bis bald,